
Zeichen des Agni Yoga
Zweite, [geänderte] Herausgabe, 1937.
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Übersetzungsrecht beim Autor.
"AGNI YOGAS" Verlag
Riga, Elizabetesstr. 21a, W. 7
Der Gesegnete Mahatma, der die Bücher "Der Ruf", "Die Erleuchtung" und "Gemeinschaft" übergab, erteilte viele Ratschläge und gab die Zeichen des Agni Yoga. Diese zweckmäßigen Weisungen sind von uns zum Nutzen jener gesammelt worden, die nach Wissen suchen.
Sanskrit und Senzar verleihen der Auslegung eine besondere Würze und finden in anderen Sprachen nicht immer ihre Entsprechung. Nichtsdestoweniger ist der Sinn der Aussprüche genau bewahrt worden. Und jene, die am gegenwärtigen Leben teilhaben, werden diese weise Lehre, die Erfahrungen von Jahrhunderten ausstrahlt, aufmerksam lesen.
Vorwort
Yoga als jene höchste Verbindung zu kosmischen Errungenschaften bestand zu allen Zeiten. Jede Lehre umfasst ihren eigenen, der jeweiligen Evolutionsstufe angepassten Yoga. Yogalehren widersprechen einander nicht. Als Zweige eines Baumes spenden sie Schatten und erfrischen den von Hitze erschöpften Wanderer. Gestärkt setzt der Wanderer seinen Weg fort. Er nahm nichts an, was ihm nicht zustand, noch wandte er sich von seinem Streben ab. Er nahm das aus dem Raum geoffenbarte Heil in sich auf; er befreite die vorbestimmten Kräfte. Er meisterte seinen einzigen Besitz.
Weist die Kräfte des Yoga nicht zurück, sondern lasst sie als Licht das Dämmern unerkannter Arbeit untersuchen. Für die Zukunft erwachen wir aus dem Schlaf. Für die Zukunft erneuern wir unsere Gewänder. Für die Zukunft erhalten wir uns. Für die Zukunft streben wir in unserem Denken. Für die Zukunft sammeln wir Kraft. Zuerst werden wir die Ratschläge des Lebens befolgen. Dann werden wir den Namen des Yoga der nahenden Zeit aussprechen.
Wir werden den Schritt des Elementes Feuer vernehmen, aber wir werden bereits vorbereitet sein, die Wogen der Flamme zu meistern. Deshalb begrüßen wir den ältesten, den Raja Yoga1 , und bejahen die Zukunft den Agni Yoga.
1. Man wird fragen: "Kann die Zeit des Maitreya2 eine Epoche bilden?" Antwortet: "Wenn die Kreuzzüge eine vollständige Epoche bildeten, dann ist die Epoche des Maitreya wahrlich eine tausendfach bedeutendere." In solchem Bewusstsein sollte man sie durchschreiten.
2. Die Menschen erkennen die Bedeutung eines Gottes und eines Bodhisattvas3 nicht. Wie die Blinden fragen sie: "Was ist das Licht?" Doch den Menschen fehlen sogar die Worte, um seine Eigenschaften zu beschreiben, obwohl sie täglich Licht wahrnehmen. So sehr hüten sich die Menschen vor dem Ungewöhnlichen, dass sie die Grenzen von Licht und Finsternis verwischt haben. Für sie ist es das Einfachste, sich den Palast Gottes auf dem größten Stern vorzustellen. Andernfalls würde ihr Gott ohne Wohnstätte bleiben unfähig, Vergleiche anzustellen, setzen sie Bestehendes herab.
3. Oft wundert ihr euch, warum Ich auf eine Frage nicht antworte.
Ihr müsst wissen, dass die Gedankenpfeile oft den Inhalt der Antwort streifen. Stellt euch einen Wanderer vor, der einen Abgrund auf einem Seil überquert. Wäre es weise, ihn anzurufen? Der Ruf kann sein Gleichgewicht stören. Deshalb sollten Namen vorbehaltlich und nur in dringenden Fällen ausgesprochen werden. Die Fähigkeit, individuelle Namen richtig zu verwenden,
ist notwendig. Die Fähigkeit, Namen auszusprechen, sollte wie ein Hammerschlag im Raum sein.
4. Für einfache Leute benutze man einfache Wörter und denke daran, dass einfache Leute kleine Dosen Medizin benötigen. Hier gilt dasselbe Gesetz wie oben, so unten. Deshalb sind einfache Leute die besten Verbreiter.
5. Charakteristisch für die Bewusstseinsentwicklung ist die Erweiterung der Blutgefäße, und dieser Prozess muss durch technische Mittel vor der Einwirkung des Sonnendrucks auf das Sonnengeflecht geschützt werden. Denken wir daran, dass die Priesterinnen im Altertum sich vor der Sonne schützten. Sie trugen Brustschilder aus Lithium, überzogen mit Wachs, dessen Schmelzen die Gefahrengrenze der Temperatur anzeigte. Außer dem Eintauchen der Hände in Wasser ist das Eintauchen der Füße erlaubt. Kalte Bäder können ebenso schädlich sein wie die Sonnenstrahlen.
6. Im Mentalkörper kann man verschiedene Planeten besuchen. Damit wird jene künftige Stufe angedeutet, auf der das Bewusstsein nicht mehr an den einen Planeten gebunden sein wird. Wie man jetzt die Erde von einem Teil zum anderen durchqueren kann, so kann das gleiche Prinzip interplanetar angewendet werden. Der Lehrer gebietet, euch über jede geistige Errungenschaft zu freuen. Den Weg zwischen Planeten zu erkennen ist nicht schwerer als das Erkennen der Grenze zwischen dem physischen und dem astralen Körper; und das Erkennen ist nicht komplizierter als der Gedanke und das Streben zu den Sternen. Nur im Streben zum Interplanetaren können wir der Evolution der Menschheit sicher sein.
7. Die Verdichtung des Astralkörpers ist an sich inkonsequent, verglichen mit der bewussten Arbeit des Mentalkörpers.
Für seine Aufgaben auf diesem Planeten sollte der Mentalkörper von seinem geschützten Zustand nicht befreit werden. Doch interplanetare Tätigkeit bedarf des höchsten Körpers. Die Bestätigung neuer Strahlen wird es ermöglichen, das Bewusstsein in verschiedenen Schichten beizubehalten. Früher ließen nur bestimmte Schichten der Atmosphäre die Beibehaltung des Bewusstseins zu. Doch unterbrechende gasförmige Ströme waren ebenfalls möglich. Die neuen Strahlen können diese Unterbrechungen durchdringen, indem sie gleichsam Luftkanäle bilden und so die bewusste Aktivität erweitern.
8. Es sei darauf hingewiesen, warum die Lehrer des Wissens beim Verlassen der Erde soviel gelitten haben. Dieses Leid nahmen sie natürlich bewusst und freiwillig auf sich. Wie der Gastgeber die Schale bis zum Rand füllt, so will der Lehrer dieses letzte Zeichen Seines Vermächtnisses prägen.
Die Verleumdung der alten Welt ist ohne Wirkung. Jede wahre Heldentat ist für den Kosmos notwendig. Das Vollbringen einer Heldentat gleicht einem Schöpfungsprozess. Indem wir die fortschreitende Form ergründen, schaffen wir einen zeitlosen Kristall. Das Gefühl der Vervollkommnung erhebt den Geist schöpferischer Erscheinungen.
Man kann zwei Aspekte von Heldentat aufzeigen: eine Überirdische und eine Irdische. Als ein Beispiel überirdischen Strebens kann man jenes gelassene Hinscheiden des großen P. bezeichnen.
Lasst uns die Heldentaten nicht abwiegen, denn das Verstehen der Evolution ist individuell und beruht auf Freiwilligkeit.
9. Wer die Fähigkeit besitzt, die menschliche Aura wahrzunehmen, kann Zeuge eines lebendigen Spiels von Lichtstrahlungen sein. Auf dem Prinzip dieses kosmischen Strömens
beruht der Plan vernünftiger Tätigkeit. Jeder Anschein von Atrophie ist nur den Erzeugnissen der Finsternis eigen. Wo es Lichtwellen gibt, wo das Wechselspiel der lebendigen Funken vor sich geht, dort ist Unser Strahl.
Meine Lehre vermag die Wellen des erprobten Akasha4 zu enthüllen. Heißt die Freude der Funken willkommen! Dies ist keine Abweichung, sondern eine höhere Anforderung der Aufgabe; nur durch Auslegung Unseres Willens könnt ihr euch nähern. Mein Wunsch ist es, die Schönheit des Geistes zu bewahren.
Jede Regung kann in eine Errungenschaft des Geistes verwandelt werden.
10. In Einsamkeit, dem Besitz entsagend, weder betrübt noch sein Schicksal beklagend, frohlockt der Kühne. So wollen Wir mit der Übersetzung Unseres alten Buches über die Kühnheit beginnen. Spielt ein Kind mit einem Kätzchen, freut sich die Mutter über seinen Mut und will nicht wahrhaben, dass das Kätzchen noch blind ist. Treibt ein Junge mit der Seele seines Kameraden seinen Spaß, staunen die Zuschauer über seine Kühnheit, ohne die Fesseln der elenden Seele zu bemerken. Klagt ein Mann öffentlich einen Gerichtshof an, bewundern die Zeugen seinen Mut, ohne wahrzunehmen, dass das Wagnis seiner Drohung mit klingendem Gold erkauft wurde. Wenn ein Greis, den Tod verhöhnend, sich über sein Alter tröstet, ergötzen sich seine Freunde, nicht eingedenk, dass Furcht die Maske des Hohnes formte. Wagemut wird von den Menschen gewöhnlich nicht beachtet, weil er seinem Wesen nach ungewöhnlich ist. Ungewöhnliches bedeutet eine Erschütterung für das Herz.
Wo bist du, der du überwunden hast? Wo bist du, der du Schrecken in einen Sprung lichtwärts verwandeltest? Höre, der du wagst! In der Tiefe der Nacht werde Ich Mich nähern,
um deine Sandalen zu segnen. Ich werde dein Kissen mit Lichtfunken bestreuen; denn der Schlaf des Kühnen ist wie das Verklingen der Laute, wenn die sieben Saiten voller Geheimnis sind. Der Schlaf des Kühnen gleicht der Stille vor dem Wirbelwind, wenn selbst die zartesten Halme unbewegt verharren.
Lasst das Brüllen des Löwen die Welten erbeben? Nein. Kühnheit ist erwacht, und der königliche Lotos des Geistes entfaltet sich. Brüder, sammeln wir uns in der Halle der Freude! Die Blume ist erblüht, emporgerichtet ist das große Rad. Unsere Freude steigt hinab zu den niederen Welten und empor zu den Brüdern im Überirdischen.
Wir singen der Kühnheit unser bestes Lied.
11. Vogelgezwitscher störte den Augenblick der Rast. Warum verharren die Vögel in so früher Stunde angespannt in ihrem Streben? Sie wagen dem Lob der Kühnheit lauschend. Doch niemand sagte ihnen, dass ihr gewöhnliches Gezwitscher ihre Kühnheit nicht verherrliche. Die Finsternis kreischt, sich in ihrer Gewöhnlichkeit betäubend. Finsternis kann der Kühnheit des Lichts nicht standhalten.
Ist die Waage des Herrschers ausgerichtet, werden wir früh erwachen, um das Gestern zu wiegen. Wir werden das Kühnste wählen, damit diese Samenkörner die Waagschale beschweren. Wir werden den Gram der alten Welt hinzugeben, denn seine Last ist uns von Nutzen. Fügt den Spott der Unwissenheit hinzu denn beides beschwert die Waagschale der Wahrheit. Sollten wir Drohungen und Angriffe gewahren, vergessen wir nicht, sie der gefüllten Schale beizufügen. Weshalb schlägt die Waage aus? Womit füllte sich die Schale der Anschuldigung? Welch jämmerliche düstere Lumpen füllten die Schale des Strafgerichts? Wie verwelkte Blätter
des vergangenen Winters häuften sich die herkömmlichen Flüche die Schlacke von gestern. Sieg euch, kühnen Taten! Denn das mächtig Beschwingte überwiegt die Anschuldigungen.
Herrscher, gewähre mir, die trügerischen Lumpen der Herkömmlichkeit in die Flammen zu werfen, ich gehe nicht irr in der Erkenntnis, dass beschwingte Kühnheit mit Deinem Segen bedacht wird. In der heiligen Esse werde ich die Schwingen des Alaya5 schmieden. Fremd sind mir Klagen, Grausamkeit und alles, was meine neuen Schwingen niederdrücken könnte. Neu wird mein Gesang sein!
12. Weithin verbreitet hat sich das Lob der Kühnheit. Die geringsten der Schüler wandten sich dem Pfad des Suchens zu und traten an Uns heran mit der Bitte, ihr Streben zu beurteilen. Jeder brachte seine Träume: "Ich werde alle weltlichen Tempel zerstören, weil Wahrheit keiner Mauern bedarf. Ich werde alle Wüsten bewässern. Ich werde alle Gefängnisse öffnen. Ich werde alle Schwerter vernichten. Ich werde alle Wege bahnen. Ich werde alle Tränen trocknen. Ich werde alle Länder durchwandern. Ich werde das Buch der Menschlichkeit schreiben." Doch der Geringste von ihnen blickte zu den leuchtenden Sternen und sprach: "Heil euch, Brüder!" Und in diesem Gruß der Kühnheit schwand sein Ich dahin. Möge der Pfad des Universums in diesem kühnen Gruß bezeugt sein!
13. Das Buch von Thomas von Kempen6 "Die Nachfolge Christi" wurde seit langem im Osten gewürdigt, nicht nur der Tugend seines Inhalts, sondern auch der Bedeutung seines Titels wegen. Inmitten der mittelalterlichen Vergötterung Christi erhob sich die Stimme des Thomas zum Einspruch. Hinter den Mauern eines katholischen Klosters erklang eine Stimme, das Bildnis des Großen Lehrers zu beleuchten. Das wahre Wort "Nachfolge" bezeichnet eine lebendige Tat. Der Formel "Nachfolge Christi" haftet eine dem bewussten Geist eigene Heldentat der Kühnheit an,
die die ganze Verantwortung der Schöpfung auf sich nimmt. Wahrlich, der bewusste Schüler wagt es, sich dem Lehrer in der Nachfolge zu nähern. Solch ein Beispiel brachte Licht in die modrige Finsternis und verlieh hinter den Mauern der Abgeschiedenheit den Anstoß zum Streben nach schöpferischer Kühnheit.
In Einklang mit dem unterwürfigen Bewusstsein des Mittelalters wäre es passend gewesen, zu sagen: "Die Verehrung Christi." Doch der aufsteigende Geist wagte es, zur Nachfolge aufzurufen.
Jeder Schritt der gesegneten Kühnheit muss wie ein Meilenstein im Fortschritt der Menschheit gehegt werden.
Klösterlichen Aussprüchen aller Art schenken Wir keine Beachtung. Thomas brauchte nicht auf den Scheiterhaufen zu steigen. Seine Aufgabe war es, nicht die verbietende, sondern die wachrufende Formel zu verkünden. Es gibt zwei Formen von Wahrheit. Die eine ist durch die Flamme des Scheiterhaufens zu nähren, die andere erfordert uneingeschränkte Verbreitung. Es ist schwer festzustellen, welche Methode für ihren Stifter die schmerzlichere ist. Manchmal ist es leichter, die Wirkung des Scheiterhaufens zu anästhesieren, als Zeuge der Entstellung der verbreiteten Lehre zu sein. In jedem Fall ist die Finsternis durchdringende Kühnheit gesegnet.
14. Auf Erden ging die Glückseligkeit verloren, denn Glückseligkeit liegt im Geiste. Jene, die sich vom Geist abwandten, müssen Unglück erdulden, denn wie sonst könnten sie zur Umkehr gelangen? Darin besteht der Sinn großer Ereignisse. Das Glück wird durch Lügen und durch Mord gesucht! Man kann sich freuen, wenn Degeneration die Evolution beschleunigt. Verbrechen fachen das Feuer der sterbenden Welt an.
15. "Imperil" nennt man das Gift, das durch Gereiztheit entsteht eine herrschende
Gefahr. Dieses vollkommen stoffliche Gift setzt sich an den Wänden der Nervenkanäle ab und verbreitet sich so im ganzen Organismus. Würde die moderne Wissenschaft sich bemühen, die Nervenkanäle vorurteilslos zu untersuchen und dabei die astralen Strömungen beachten, könnte sie eine sonderbare Zersetzung der astralen Substanz beim Passieren der Nervenkanäle, die auf Imperil zurückzuführen ist, wahrnehmen. Nur Ruhe kann dem Nervensystem helfen, den gefährlichen Feind, der die verschiedensten Erregungszustände und qualvollen Zusammenziehungen des Organismus hervorruft, zu bewältigen. Wer unter Imperil zu leiden hat, möge ausrufen: "Wie schön ist alles!" Und er wird Recht haben, denn die Evolution verläuft gesetzmäßig, anders gesagt, schön. Je feiner das Nervensystem, desto qualvoller ist die Ablagerung von Imperil. Dasselbe Gift kann durch die Beifügung eines Bestandteils zur Zersetzung der Materie führen.
16. Wer die Schwalbe vom Geier nicht zu unterscheiden vermag, ist von keinem besonderen Wert. Doch welchen Wert haben jene, die glauben, dass sie durch das Rupfen des Adlers aus ihm eine lahme Ente machen könnten? Hütet euch vor Heuchlern, besonders vor jenen, die in Gier versumpften ebenso vor Hinterlistigen, die das Mischmasch des Geistes brauen. Die Unverletzbarkeit der Weltgesetze funkelt gleich einem Schwert. Deshalb gibt es für den Heuchler keine Stelle, wohin er den Kopf legen könnte. So gleicht der Lehrer, der sich die Vermächtnisse der Lehre nicht völlig aneignet, einem Esel unter der Last des Korns. Ebenso gleicht der Fischer, der seine Körbe für ungefangene Fische vorbereitet, einem Fuchs neben dem Hühnerkorb.
17. Die Verletzung der Lehre wirkt wie ein Bumerang und trifft den, der sie verletzt hat. Die Luft wimmelt von Pfeilen. Trockne deinen Schweiß nach des Feindes Angriff. In der Stunde des Angriffs werde Ich von ewigen Dingen sprechen. Freuen wir uns, denn die Möglichkeiten mehren sich. Ich merke, wie jedes feindliche Herz ein nützliches Samenkorn nährt.
18. Durch Astrochemie lassen sich die besten Wirkungen auf bestimmte Organismen feststellen. Astrologie ist nichts anderes als Formeln der Astrochemie. Ein Mensch, der ein von Nikotin verseuchtes Haus betritt, wird Giftteilchen mit sich nehmen. Gleicherweise wird ein Mensch, der die Wirkung astrochemischer Strahlen einmal an sich erfahren hat, immer auf eine bestimmte Verbindung ansprechen. Es ist leicht festzustellen, wann es notwendig erscheint, sich einer bestimmten Person zu nähern.
Die sogenannten Sonnenflecken verstärken chemische Einwirkungen. Die Menschen sprechen immer wieder von der Unruhe der Welt beim Auftreten von Sonnenflecken, und selbst eine schwache Wahrnehmung zwingt einen zu richtigen Überlegungen. Doch vergegenwärtigen wir uns die auffallenden chemischen Reaktionen, dann ist es nicht schwer zu begreifen, dass der Raum von den wirksamsten Zusammensetzungen Oxyde von Metalloiden gesättigt ist. Kann man leichtfertig die evolutionäre Macht der Materie leugnen, wenn sich aus dem Unerschöpflichen Reservoir Strahlen von unermesslicher Stärke über unsere Häupter ergießen? Besonders feinfühlige Organismen können bezeugen, dass während der Kulminationszeit der Sonnenflecken die Strahlen der Gestirne wegen ihrer Substanz für sie unerträglich sind. Auch
beim Niedergehen großer Meteore kann man ein Erbeben des Nervensystems fühlen. Bisher vermochten die Menschen ihren Platz in diesem riesigen Laboratorium nicht zu erkennen. Allein diese einzige Erkenntnis würde den menschlichen Organismus gewappnet und, anstatt beängstigender Beobachtungen von Beben des Seismographen, das Suchen in die Unbegrenzten Höhen so materiell wie das morgige Mahl, so majestätisch wie die Myriaden von Sternen gelenkt haben.
19. Die höchste aller schöpferischen Energien bleibt der Gedanke. Was mag der Kristall dieser Energie sein? Manche mögen glauben, dass genaues Wissen die Krone des Gedankens sei, doch noch besser ist es, zu sagen, dass die Legende den Gedanken krönt. In der Legende kommt der Sinn schöpferischer Energie zum Ausdruck; und in einer kurzen Formel wird die Hoffnung und die Heldentat verdeutlicht. Es ist ein Irrtum, zu glauben, die Legende gehöre phantasievoller Vorzeit an. Der unvoreingenommene Verstand wird den legendären Faden durch alle Zeiten des Universums erkennen. Jede Errungenschaft der Völker, Jeder Führer, jede Entdeckung, jedes Kataklysmus, jede Heldentat wird in beschwingte Legende gehüllt. Lasst uns daher die Legenden der Wahrheit nicht missachten, sondern lasst uns kühn die Worte der Wirklichkeit wahrnehmen und hegen. In die Legende kleidet sich der Wille des Menschen, und wir können keine Legende anführen, die falsch wäre. Das geistige Streben eines mächtigen Kollektivs prägt ein Bild wahrer Bedeutung. Die äußere Form des Symbols bekundet das Weltzeichen, denn die Weltsprache ist für die Evolution unentbehrlich.
Recht haben die Sucher nach einer einheitlichen Sprache. Recht haben die Schöpfer
der Weltlegende. Dreimal Recht haben die Träger der Heldentat!
20. Das Neue muss als unaufschiebbar Nützliches begriffen werden. Für unanwendbare Abstraktion gibt es keinen Platz, der Luftschlösser sind wir überdrüssig. Auch die fernen Welten müssen als konkret begriffen werden. Die Beherrschung eines Stück Eises oder des Chemismus der Sonne muss in das Bewusstsein genauso eingehen wie die Bedeutung des geringsten materiellen Erzeugnisses.
Die Verzögerung geistiger Erkenntnis ist durch eine gleichgültige Beachtung der Naturerscheinungen zu erklären. Die Beobachtungsfähigkeit einbüßend, verliert der Mensch zugleich die Fähigkeit der Synthese.
Die Abschaffung des Geldes wird die Menschheit von den die Sicht beeinträchtigenden Umklammerungen befreien. Es gibt Augenblicke der Evolution, wo die für die sich häufenden herkömmlichen Zeichen errichteten Mauern zu Hindernissen werden. Die Zeit für die Freigabe des Wissens zur Nutzung auf persönliche Verantwortung ist gekommen. Ein freier Geist hat das Vorrecht, neue Pläne ungewöhnlicher Verbindungen zu erforschen. Diese bisher nicht entdeckten Fäden führen ihn in die höheren Schichten der Materie.
Das zaghafte, beschränkte Spiel schauend, kann man zum Mischen der Zeichen zwecks besserer Verbindungen raten.
Erfreut euch des Großen Spiels der Mutter der Welt!
21. Eure Überlegung über die in der Geschichte registrierte Verleumdung ist richtig. Verleumdung ist wie Brennstoff für den Scheiterhaufen der Heldentat. Verleumdung stört nur herkömmliches Tun der Gegenwart, doch aus der Perspektive der Geschichte wird die Flamme der Verleumdung höchst vielfarbig; und ohne Verleumdung würde
die "dankbare" Menschheit die lebendigsten Erscheinungen begraben haben.
Tactica Adversa verbürgt, dass die menschlichen Glocken nicht verstummen. Die Sphärenmusik braucht Begleitung, doch jene vor Neid Rasenden bilden sich ein, dass ihr Geheul die Atmosphäre verdichtet, damit die Symphonien der Ewigkeit die Erde nicht erreichen können. Doch ein guter Hausherr findet auch für Abfälle eine Verwendung. So lasst die Fackeln der Verleumdung den Pfad der unerschütterlichen Heldentat beleuchten.
Wenn die Leute Unsere Boten Scharlatane nennen, bezeugen sie deren Ungewöhnlichkeit. Roh sind die Liebkosungen der niederen Tiere. Und die Grobheit der Überbleibenden der scheidenden Rasse hat selbst die des Mittelalters übertroffen. Nicht so sehr Gemeinheit wie Grobheit der Aufnahmefähigkeit macht die Masse der Menschen zu ungeeignetem Material. Gerade aus Grobheit entsteht Leichtsinn, und seine Folge ist Verrat. Lasst uns deshalb Verleumdung als die Fackeln von Wilden bezeichnen. Doch beim Durchschreiten der Nacht ist jedes Feuer von Nutzen!
22. Es gibt kein ungerechteres Urteil als jenes, das auf scheinbarer Tat beruht. Das augenscheinliche Ergebnis schauend, verlieren die Menschen den Faden der Wirklichkeit. Eine Lehre, die zu der Quelle der Wirklichkeit führt, nennen die Leute gewöhnlich Träumerei. Das Leben hält nicht an den Keimen der Entstehung fest, sondern unterliegt einer sehr offensichtlichen Auflösung. Völlig in Auflösung versunken, kann man so die Werte der Entstehung leicht übersehen. Der Entstehungsprozess ist wohlweislich verborgen, sonst würden die Elemente die Samenkörner der Möglichkeit vernichten.
Trägheit ist eine Grundeigenschaft der Elemente, und um ihnen evolutionäre Energie einzuflößen, ist jener Geistesblitz nötig, den der Gedanke enthalten kann. So erscheint der Gedanke als Mittler der Elemente.
Wenn man von der Notwendigkeit der Verstärkung des Gedankenapparates spricht, so bedeutet das eine Warnung vor dem zügellosen Ansturm der Elemente. Die festgesetzten Perioden planetarischen Seins sind dem Ansturm der Elemente ausgesetzt. Der einzige Widerstand gegen sie ist das beharrliche Streben der Menschen nach Lebenserneuerung. Diese Prägnanz des Gedankens ermöglicht es, sich auf die Lehre zu konzentrieren und gleich einem niederschmetternden Schwert die Wolken des unbegreiflichen Chaos zu spalten. Der Gedanke vermag den Elementen zu widerstehen, andernfalls würde das Gleichgewicht so schwer gestört, dass sich kosmische Manifestationen ergäben. Sind Hungersnot, Dürre, Krankheit nicht die Folgen entarteter Gedanken? Eines Menschen Gedanken können den Elementen nicht standhalten. Bewusstsein in der neuen Richtung kann noch keinen bewussten Gedanken gestalten. Nur Bewusstheit und Verantwortlichkeit können dem Gedanken Wirksamkeit verleihen. Sonst gibt es unbewusste Anspannung gleich den sich im Sturm des Orkans straffenden Segeln.
Wir beobachten große Anspannung sowohl in den magnetischen Wellen als auch in den chemischen Strahlen. Der menschliche Gedanke wurde wie eine ungehärtete Klinge gebogen. Chaos brodelt in den Tiefen des Bewusstseins. Kann man ausharren? Die Vorstellung Unseres Leuchtturms beginnt in den Verstand einzudringen, weil in den Wirbeln des Chaos
schließlich nichts anderes übrig bleibt. Wie schmerzhaft für den feinfühligen Geist! Wie verfolgen Wir die Wogen unerhörter Finsternis!
Das Herz kann nur eine begrenzte Menge dieses elementaren Giftes fassen.
23. Was hat die Gifte zu den irdischen Sphären getrieben? Das Bersten der Elemente lässt ein sehr giftiges Gas entstehen. Gewöhnlich wird dieses Gas im Raum leicht aufgesaugt, aber die chemischen Strahlen der Sonne treiben die Gaswellen in die dem Planeten benachbarten Schichten. Die Einwirkung ist gefährlich, aber die Vorgewarnten können das Gift überwinden. Gereiztheit und ihr Sprössling Imperil verbinden sich leicht mit "Aeroperil" dem Gift des Raumes. Die Gesetze sind in allem die gleichen.
Der Lehrer trägt manchmal eine Maske gegen das Gas. Natürlich ist die Wirkung des Gases nicht immer dieselbe, aber sehr feine Apparate sprechen darauf an. Kälte verringert die Wirkung der Gase beträchtlich.
24. Es ist möglich, dass manche nicht geneigt sind, eine Prophezeiung anzunehmen und sagen werden: "Ich kann alles zugestehen außer Prophezeiungen." Antwortet: "Dann lasst uns dieses Wort vergessen. Bedeutungsvoller werden für euch die Beschlüsse der Unsichtbaren Regierung sein." Euer modernes Herz bevorzugt moderne Ausdrücke. Wir bestehen nicht auf Benennungen. Für Uns ist es wesentlicher, dass ihr die Wirkung dieser Beschlüsse erfährt und daran denkt, dass es eine solche Unsichtbare Internationale Regierung gibt. In euren Wörterbüchern hat das Wort Prophezeiung einen zu unwissenschaftlichen Klang. Aber knechtische Gewohnheit wird euch veranlassen, die genaue Bedeutung des Erlasses
zu klassifizieren, und die Hintertür des Verschwörers wird euch helfen, das Vorhandensein einer Unsichtbaren Regierung anzuerkennen. Außerdem wird das Zusammentreffen von Tatsache und Folge eure Aufmerksamkeit erwecken. "Wir betreiben keine Wortklauberei, bringen jedoch eine nützliche Tat zum Abschluss." Es ist Zeit, biblische Ausdrücke durch genaue Begriffe zu ersetzen. Ein in der Tasche verborgener Talisman ist für die Regierung von keinem großen Wert. Eine durch Hingabe erprobte bewusste Tat ist nötig. Ihr dachtet, Uns auf dem Gebiet der Fachausdrücke zu bezwingen, doch ihr rieft einen Erlass ins Leben, dessen Folgen Wir euch zu beachten bitten. Hütet eure Worte und Gedanken! Wir schätzen den Wagemut, doch die Flucht in die Mittelmäßigkeit wird von der Regierung verachtet."
25. Bei jedem chemischen Experiment gibt es einen Augenblick günstiger Reaktion, nach dem die Auflösung der Substanz beginnt, dies ist der Augenblick schöpferischen Erfolgs. So sollte man aus dem Niedergang Roms nicht das Missgeschick des Numa Pompilius7 ableiten. Die Substanz hat einfach keine Elektronen mehr. So wird es mit evolutionären Taten immer sein. Die Menschen erkennen gewöhnlich den Augenblick des Erfolgs nicht. Sie meinen, dass sich der Aufbau über alle Aufbaugesetze hinaus unaufhörlich steigern sollte.
Es ist unrichtig zu denken, dass der ehemalige Versuch Meines Freundes erfolglos gewesen sei. Die Stufen des neuen Bewusstseins wurden dauerhaft gelegt! So ist auch der von Uns jetzt überwachte Pfad erfolgssicher angelegt. Dort, wo die Menge nur Scharlatane wahrnimmt, nähert euch mit Aufmerksamkeit.
26. Oft stellt ihr die Frage, wie die aufgezeigte Freude
mit der freudlosen Annäherung an Menschen in Einklang zu bringen sei. Wahrlich, jeder Lehrer erfreut sich der unbegrenzten Schönheit der fernen Welten und leidet unter dem kümmerlichen Stumpfsinn inkarnierter Zweibeiner. Kann man ihnen den Schlüssel zu den fernen Welten anvertrauen? Außer dieser steinernen Last von Stumpfsinn müssen sie auch durch den giftigen Schleim des Zweifels und das Übel des Eigendünkels hindurch. Ansonsten wird ein großes Holzscheit auf ihr Genick niedergehen, und die Stufenleiter hinabstürzend werden diese Schnecken davon träumen, sich wenigstens an die niederste Stufe zu klammern. Aus diesem schwankenden menschlichen Geist könnte man lehrreiches Kinderspielzeug basteln. Wahrlich, die Schnecken umklammern ihr eigenes Gehäuse fester; außerdem lassen sie sich nicht in sinnlose Kriege ein.
27. Heimlosigkeit ist ein notwendiges Attribut des Lehrers. Der Lehrer hat einen Wohnsitz, jedoch kein Heim. Der Lehrer nimmt am Leben teil, aber nicht im herkömmlichen Sinn. Der Lehrer verschönert einen Meinungsaustausch, doch Er dehnt ihn nicht aus. Der Lehrer hat Mitgefühl, doch Er klagt nicht; Er verteidigt, doch macht Er keine Gebärden. Der Lehrer bestätigt, doch Er ist nicht verlegen; Er warnt, doch Er säumt nicht. Wenn erforderlich, schlägt Er zu, doch nie verletzt Er. Er ist dankbar, doch Er vergisst nicht. Er bewertet die Beweggründe, doch Er zeigt keine Schwäche. Vorsichtig behütet Er, doch Er unterdrückt nicht. Er fürchtet sich nicht, doch Er ist nicht unbesonnen. Und so haltet den für das Wachstum des Geistes erschienenen Lehrer in Ehren. Der Geist muss bewusst genährt werden.
28. Hatha Yoga8 kann nicht als selbständige Form betrachtet werden. Durch Wachsen des Geistes geht er in Radja Yoga über. Man kann nicht einen nennen, der durch Hatha Yoga das Ziel erreichte. Außerdem kann das Betreiben
von Hatha Yoga wegen besonderer Beanspruchung des Astralkörpers in der astralen Welt sogar Schaden bringen. Die Fakire vermögen sich der Astralebene anzupassen, aber unbewusst schwächen sie das Aufsteigen des Gedankens. Selbst ein unbeweglicher Betrachter kann mehr erlangen, denn der Gedanke ist Raja alles Seienden. Schönheit wird durch den Gedankenblitz geboren. Wahrlich, ein feuriger Bhakti9 kann mit einem Gedanken neue Welten entzünden. Und die Stufe eines Djnani10 wird nur das Lächeln des Radja-Bhakti sein. Daher sind Hatha und Djnana nicht ausreichend.
Welcher Weise der Weisheit würde nicht der Herr der Liebe sein?
29. Bestätigt Unsere Lehre als euer Bollwerk. Möge der Atem der Erneuerung euer ganzes Wesen erfüllen. Der Sinn der Gemeinschaft liegt allein in der Entwicklung der Welt. Selbst die Verteilung des niederen materiellen Wohls wird sich aus dem Verstehen des Höchsten ergeben. Unwichtig sind die Gedanken, die das niedere materielle Wohl betreffen. Auch die Gedanken an Quantität sollte man verbannen und nur nach Qualität streben.
Vom Wert der Qualität und von der Unwürdigkeit des Zweifels muss ohne Unterlass gesprochen werden.
30. Nachdem einer Unserer Mitarbeiter ein langwieriges chemisches Experiment, verantwortungsvoll prüfend, beendet hatte, rief ein Kind aus: "Wie hübsch er mit den Gläsern spielt!" Vermuten wir von einem, der einen Berg ersteigt, dass er zum Lehrer eilt? Wenn wir einen Holzfäller beobachten, wissen wir, welche Stufe des Hauses er verstärken wird? Wenn wir einer Frau begegnen,
die Wasser trägt, wissen wir, wessen Durst sie stillen wird? Wenn wir eine verriegelte Tür sehen, können wir wissen, wer zuerst eintreten wird? Wenn wir plötzlich Donner vernehmen, wissen wir, wohin der Pfeil des Blitzes enteilte? Aber die Leute hegen keinen Zweifel darüber, dass, wer sich bückt, einen Stein aufhebt, um zu töten. Sie wissen, dass, wer sein Pferd ausgreifen lässt, es eilig hat, um zu verleumden. Sie wissen, dass, wer etwas ausruft, eine Lüge ausspricht. Sie wissen, dass, wer seine Hilfe anbietet, auf Verrat erpicht ist. Sie meinen, dass jedes Tun nach ihrem Denken ausgerichtet ist. Ihr Armen! Wer hat den Fluch der Ichsucht über euch verhängt? Wo fandet ihr das Vorurteil für eure Entscheidungen? An welcher Straßenkreuzung hörtet ihr die verleumderischen Schreier? Der einfache Gruß scheint euch eine Verurteilung zu sein. Ihr hofft, dass die Berge die Drohungen der Verleumder geduldig hinnehmen und die Meere vom Verrat nicht austrocknen können.
Der Uräus11 des Wissens ist noch nicht geschmiedet.
31. Es ist nötig, zwischen Empörung des Geistes und Gereiztheit zu unterscheiden. Beim Feuer der Gereiztheit muss man zwei Arten unterscheiden. Trägt Gereiztheit einen unpersönlichen, kosmischen Charakter, kann ihr Gift durch einen Strom von Prana12 davongetragen werden. Aber wenn Eigendünkel oder Selbstbemitleidung die Gereiztheit verstärkt, dann schlägt sich das Gift auf die Zentren nieder. Dann gibt es kein Mittel, es auszustoßen. Man kann es nur durch kosmische Denkweise aufzehren.
Die Qualität des Denkens muss als eine heilende Kraft erkannt werden. Ebenfalls stellt die Eigenschaft der Dankbarkeit die feinste Läuterung des Organismus dar. Wer das Samenkorn gefunden und die Obhut des Senders erkannt hat, kann Dankbarkeit in den Raum senden. Groß ist die von Dankbarkeit ausgestrahlte Heilkraft.
Alles Abstrakte muss in Wirklichkeit verwandelt werden.
32. Die Internationale Regierung hat ihre Existenz nie verleugnet. Sie bekundete sich nicht in Manifesten, sondern in Taten, die sogar in der offiziellen Geschichte überliefert sind. Man kann Fälle aus der französischen und der russischen Revolution wie auch englisch-russische und englisch-indische Beziehungen aus der Geschichte anführen, in denen eine unabhängige Hand von außen her den Verlauf der Ereignisse änderte. Die Regierung hat das Vorhandensein ihrer Boten in verschiedenen Ländern nie verheimlicht. Natürlich hielten sich diese, wie es der Wurde der Internationalen Regierung entspricht, niemals verborgen. Im Gegenteil, sie zeigten sich öffentlich, besuchten verschiedene Regierungen und waren vielen bekannt. Die Literatur bewahrt ihre Namen und die Phantasie ihrer Zeitgenossen verherrlicht sie.
Keine geheimen Organisationen, die von Regierungen so gefürchtet sind, sondern wirkliche Personen werden durch Erlass der Unsichtbaren Internationalen Regierung abgesandt. Die internationalen Aufgaben stehen jeder Art von Betrug feindlich gegenüber. Aber die Einigkeit der Völker, die Würdigung schöpferischen Schaffens, das Wachstum des Bewusstseins werden von der Internationalen Regierung als unaufschiebbare Maßnahmen bejaht. Und wer den Maßnahmen dieser Regierung nachspürt, wird sie nicht der Untätigkeit zeihen. Die Tatsache, dass diese Regierung vorhanden ist, ist unter verschiedenen Bezeichnungen wiederholt in das Bewusstsein der Menschheit eingedrungen.
Jede Nation wird nur einmal gewarnt.
Nur einmal in einem Jahrhundert werden Boten ausgesandt dies ist das Gesetz der Archate13 . Das Wirken der Unsichtbaren Regierung steht mit der Evolution der Welt im Einklang. Daher gründen ihre Beschlüsse auf exakten mathematischen Gesetzen. Hier gibt es keinen persönlichen Wunsch, sondern nur die unveränderlichen Gesetze der Materie. Ich wünsche nicht, sondern ich weiß! Und daher ist Entschluss selbst inmitten der ungestümen Strömung noch unerschütterlich.
Man mag den Berg von Norden oder von Süden her besteigen, doch der Aufstieg ist unabdingbar.
33. Die Phänomene, an denen ihr teilgenommen habt, erforderten Ruhe. Doch außer Ruhe war, wie man bemerken konnte, eine gewisse Anspannung nötig. Diese Bedingungen schafften eine Energieansammlung, die mit dem Vorgang in einer Pumpe verglichen werden könnte. Daher ist es richtiger, zu sagen, dass für das Auftreten von Phänomenen eine gesättigte Ruhe erforderlich ist.
34. Streben während des Wachstums des Bewusstseins hat genau das Zentrum des Sonnengeflechts zum Brennpunkt. Sollte das Streben seine ihm angemessene Grenze überschreiten, dann ist der so genannte feurige Tod unvermeidlich. Ein unentwickeltes Bewusstsein kann die Wirkungen des Strebens ertragen, aber der weitere Aufstieg erfordert, dass der Schatz zeitweise in einem sicheren Schrein verwahrt wird. Jeder Gedanke bewirkt eine Ablagerung in den Nervenkanälen. Je vollkommener das Streben, um so phosphorhaltiger sind die Ablagerungen. Dann ist der einzige Ort, der für jenen Brennstoff ausreichenden Schutz gewährt, das Sonnengeflecht, das die Ablagerungen allmählich aus den Hilfskanälen aufsaugt.
Manchmal kann solch ein Aufsaugen so heftig sein, dass es strahlenartige schmerzhafte Empfindungen verursacht. Dann muss der Lehrer einen kühlenden Strahl anwenden, der hilft, die Ablagerungen von den Gliedmaßen zum Zentrum zu leiten. All dies ist ein Prozess des Wachstums des Bewusstseins. In dreijährlichen Stufen kann man die Verfeinerung der Aufnahmefähigkeit verfolgen. Dieser Zustand erfordert die Bewahrung des Schreins für die nächste günstige Abgabe.
Lasst uns das Lebensgesetz hüten, das auf der Leiter der Schönheit und der Freude emporführt.
35. Spricht man von Nützlichkeit des einzelnen, bedeutet dies nicht, ihn als die Säule der Lehre zu bezeichnen. Man muss die Dinge nehmen, wie sie wirklich sind, denn Übertreibung kommt im wesentlichen der Verringerung gleich. Man darf niemanden gewaltsam in den Himmel zerren. Zur festgesetzten Stunde wird der Blinde wieder sehend. Es ist nützlich, das Gesetz der Lebensordnung aufzuzeigen, so dass der Bescheidenste die Logik kunstgerechter Anwendung einsehen und überflüssige Schlacken vermeiden kann. Aber es ist nicht notwendig, Menschen gewaltsam zu säubern. Beachtet die Nützlichkeit jedes Boten und ladet die Last eines Kamels nicht einem Esel auf.
36. Jede Regung des Bewusstseins muss zum Strom der Evolution führen. Jeder Schritt im Leben muss der Vervollkommnung dienen. Eine erstarrte Form mag zum Kopieren geeignet sein, aber die Gezeiten kopieren nie eine Welle. Schlafen oder Wachen, Arbeit oder Rast, Bewegung oder Ruhe, alles trägt uns gleichermaßen der Erfüllung des Lebensplanes entgegen. "Gleich abgefallenen Blättern" sagen die Furchtsamen. "Gleich
Saatkörnern" sagen die Weisen. "Gleich Lichtpfeilen" sagen die Kühnen.
Wen immer der Lärm des reißenden Stromes erschreckt, der ist noch nicht im Geiste geboren.
Wer mit der Welle aufsteigt, vermag an die fernen Welten zu denken.
37. Antwortet, wenn ihr die Fähigkeit zur Aufnahme eurer Antwort seht. Oft setzt ein Fragesteller eure Antwort nicht voraus. Dann ist es notwendig, einen entsprechenden Akkord zu finden, bevor das Denken in eine andere Richtung verläuft. Es ist ein Irrtum, zu glauben, dass eine Strömung, die das Denken unterbricht, weniger gefährlich wäre als das Messer, das eine Pulsader durchtrennt. Wir dürfen das Denken eines Menschen nicht unterbrechen, sondern müssen durch Nähren des Nervensystems neues Lebensblut einflößen. Ein Wort der Erwiderung soll kein Sargnagel sein, sondern der Strahl eines Arztes. Eine aufgeschobene Antwort mag in Form eines Rates erteilt werden.
38. Wer mitarbeiten will, dem zeigt Verständnis. Sagt dem Arzt: "Man kann in Anwendung von Moschus, Baldrian und Zedernharz Findigkeit kundtun. Durch Beschreibung des Lebenslaufes kann man Beobachtung bekunden. Standhaftigkeit kann man im Streben zum Lehrer ohne Zweifel und ohne Vorurteile offenbaren." Durch die Beweise im Leben kann man den Wert von Errungenschaften bekunden, und wir sollen jedes Maß an Errungenschaft schätzen.
Jede Stunde kann ihre neue unveräußerliche Möglichkeit bringen. Unverkennbares Vorrecht kann durch klare Beweisführung erlangt werden dermaßen gesetzmäßig sind die Errungenschaften niedergelegt.
39. Es ist unrichtig, zu denken, dass es leicht sei, hier etwas zu verlieren. Weit schwieriger ist es, etwas zu finden. Verlust setzt Erworbenes voraus. Alles Erworbene wird vom Erwerber mitgeschleppt. Zuweilen ist es unmöglich, sich von materiellem und abstraktem Besitz zu befreien. Daher raten Wir, Besitz mit voller Verantwortung zu übernehmen. Daraus entströmt die erhabene Qualität von Gegenständen und Gedanken. Doch unnötigen Ballast mit sich zu schleppen, ist beschwerlich.
Wie können die Geschwüre von Gedanken der Feigheit und des Verrats ausgemerzt werden? Die Aura kann man nicht mit Zedernharz heilen. Geschwüre müssen mit der Flamme der Erschütterung weggebrannt und der Mut, den Schmerz zu ertragen, muss aufgebracht werden. Aber wie soll aus Feigheit Mut erwachsen? Furcht erschüttert den Feigling, doch Wir haben Furcht völlig überwunden.
Ihr, die ihr Erworbenes anhäuft, denkt über Qualität nach!
40. Der Blinde träumt von Belohnung. Doch sehend wäre er erstaunt, wahrzunehmen, dass alles Selbstbelohnung ist. Im Bewusstsein aufsteigend, schreitet der Mensch voller Freude voran, und der Gedanke an Belohnung würde ihn knechten. In der Tat, es gibt viele Sklaven. Genau genommen sind es jene, die die Knechtschaft ihres Geistes hinter eisiger Undurchdringlichkeit und scheinbarem Entsagen von allem, was sie nicht besitzen, verbergen wollen. Jeder Belohnte ist Sklave. Nur von einem freien Bewusstsein, bar jeglichen Eigendünkels und jeder Geringschätzung, kann die Evolution aufgebaut werden.
Der Hammer des Geistes ist die würdigste Waffe der Errungenschaft.
41. Die zwischen den Stufen des sich
erweiternden Bewusstseins gespannten Brücken befinden sich jenseits laufender Ereignisse. Es ist vergeblich, irgendwelche Konstellationen von außen zu erhoffen. Die Schlange des Sonnengeflechts ist selbsttätig. Nur besondere Anpassung an die atmosphärischen Bedingungen begleitet diese innere Tätigkeit. Die Dichte der umgebenden Atmosphäre erschwert die Tätigkeit des Nervensystems. Deshalb bedarf es der Ruhe als heilsame Voraussetzung.
42. Arzneien sollten in drei Gruppen unterteilt werden: Lebensspender, Erhalter und Wiederhersteller. Die vierte Gruppe überlassen wir unseren Feinden: die Zerstörer. Wenden wir uns zuerst den Lebensspendern zu, da sie vor allen auf das Nervensystem wirken. Die Nervenzentren und Drüsenabsonderungen werden künftig der Medizin die Richtung weisen. Mit Hilfe dieser Bereiche wird die Menschheit die feinste Energie entdecken, die wir der Einfachheit halber noch Geist nennen wollen. Die Entdeckung der Ausstrahlungen dieser Energie wird der nächste Schritt in der kulturellen Entwicklung sein. Metallisation im Pflanzenbau wird nützliche Absonderungen der Wurzeln liefern. Wendet daher eure Aufmerksamkeit noch einmal dem Pflanzenreich zu. Beachtet außerdem die Nährwerte von Gemüse und Getreide, und ihr werdet viele Überraschungen erleben.
Der Mangel an Unterscheidung in der Auswahl menschlicher Nahrung ist erstaunlich. Ich spreche von Qualität.
43. Der Schüler darf nicht besessen und der Lehrer kein Unterdrücker sein. Jedoch ist ein Bewusstwerden der Hierarchie im Einklang mit der Tätigkeit und
der Vereinbarkeit des freien Willens zur Annahme des Lehrers erforderlich. Der schwache Verstand wird gewöhnlich verwirrt. Gewiss, die Bedingungen und Beschränkungen widersprechen der Bedeutung der Freiheit im üblichen Sinn. Aber durch Kultur und Erkenntnis des Zieles wird der erhabene Begriff "Lehrer" geformt. Die Bedeutung des Begriffes Lehrer erkennen heißt, die ersten Tore der Evolution durchschreiten. Man sollte in den Begriff "Lehrer" keine überirdischen Vorbedingungen hineinbringen. Er sollte der eine sein, der den besten Rat im Leben erteilt. Diese Aktualität umfasst Wissen, Schaffenskraft und Unbegrenztheit.
44. Sagt nicht: "Ich erinnere mich nicht." Sagt: "Ich versäumte zu beobachten." Beschuldigt nicht das Gedächtnis, sondern blickt zurück auf eine schwache Beobachtung. Die Menschen fallen eher die Treppe hinab, als die Stufen zu beachten.
Sagt nicht: "Ich weiß nicht." Sagt: "Ich habe es noch nicht gelernt." Weder Alter noch Gesundheit, noch Lebensverhältnisse rechtfertigen das zu begrabende "Ich weiß nicht." Kühnheit im Leben erfüllt mit Lerneifer.
Sagt nicht: "Ich habe beschlossen." Sagt: "Dies scheint für das Ziel geeignet zu sein." Es ist leicht, die Zielstrebigkeit zu vermehren, aber es ist unwürdig, seinen Entschluss zu ändern.
Vor allem, beschwört nicht hartnäckig das Unglück herauf, wie es gewöhnlich beim Menschen geschieht.
45. Man sollte den Menschen entschlossen sagen, dass die Neue Zeit ins Dasein getreten ist. Die Menschen sind nicht bereit, ihren Platz hinsichtlich der Schöpfungsaufgaben zu übernehmen. Es ist ein Irrtum, anzunehmen, dass Besitzergreifung mit der Mission der Neuen Welt vereinbar ist, ganz gleich, ob es sich um die Unterjochung von Ländern oder einer speziellen Klasse von Menschen handelt:
solche Einstellung gehört einer überholten Denkart an. Im Evolutionsprozess kann man nur das auf Wahlfreiheit gründende Aufsteigen des Bewusstseins erwägen. In den Perioden der Evolution der Menschheit kann man die Epochen der Bewusstseinserweiterung verfolgen. Wir wollen nicht verhehlen, dass gerade jetzt ein Buch der Entdeckungen und des Lichts der Kühnheit vor der Menschheit aufgeschlagen wird. Diese durch die dornige mühevolle Gemeinschaftsarbeit gereiften Früchte sind bereit, ihren reichen Samen preiszugeben. Kann man diese Früchte mit einem Schwert spalten? Kann man sie durch Furcht oder kriecherische Feigheit zermalmen oder sich ihrer durch verräterische List bemächtigen? Nein, nur die Einheit des Bewusstseins und der Aufbau des Wissens werden der Menschheit das Geschenk einer neuen Rasse überreichen. Der Antrieb zu dieser Willenskraft wird nicht von kosmischen Erscheinungen, sondern vom Gedankenstrom bewirkt.
Wir sollen die festgesetzte Frist, wann die Gedankenblitze die Lösung für die Welt bringen können, nicht übersehen. Wir schlagen der Menschheit vor, an die astrochemische Bedeutung des Planeten nicht nur zu denken, sondern zu erkennen, wann der Gedanke als ein chemischer Bestandteil die Atmosphäre verstärkt. Solange man die Bedeutung der Emanationen des Gedankens nicht erkennt, wird der Gedanke jedenfalls über die Stirnen der Skeptiker hinweggleiten. Aber der Augenblick verweilt nicht!
46. Gewisse Symptome kennzeichnen den Aufstieg und den Niedergang der Völker. Die ihren Aufstieg gewärtigende Nation träumt von einem Helden, aber einem vertäuenden Volk erscheint die Idee eines Helden langweilig und nutzlos. Obgleich diese Nation mit Gold überschüttet und ihre Einbildung noch leidenschaftlich sein mag, wird sie dennoch der Heldentat unfähig sein.
Der Eifer wahrer Kühnheit hat die Mauern der Stadt des Verstandes verlassen.
Jeder erinnert sich an die der Kinder, die ihr Heim auf der Suche nach dem Glück verließen; und die Märchen aller Zelten gewähren diesen Kindern Glück.
47. Die Menschen sind nicht abgeneigt, von Veränderungen der grundlegenden Funktionen des Organismus zu träumen. Das Prinzip der embryonischen Empfängnis, der Zerfall der Materie, die Unwägbarkeit von Körpern, willkürlich hervorgebrachte Materialisation und andere physikalische Neuerungen werden sogar in klerikalen Schriften besprochen. Es hat den Anschein, als ob der Gesichtskreis der Möglichkeiten von früher Kindheit an erweitert und im Laboratorium der exakten Wissenschaften gefestigt werden sollte. Aber gerade hier setzt die Unvollkommenheit der Rasse eine Schranke. Der kühne, der exakten Wissenschaft ergebene Forscher wird zum gewöhnlichen Erdenbürger und beginnt, die Gewohnheiten seines Großvaters nachzuahmen. Wir sahen, wie die rote Flamme der Empörung sich in Herdrauch verwandelte. Wir zählten die Banner des Lichts, die übernäht wurden, um Stufen von Vorurteilen zu schaffen. Wir wurden gewahr, wie erhabene Bauten als Bazare benutzt wurden. Zaghafte Unkenntnis wob ihre Netze und fürchtete sich trotz allem, von den sumpfigen, mit verwesten Knochen bedeckten Ufern abzustoßen. Das Studium der Evolution zeigt, dass menschliche Zaghaftigkeit vor einem Rassenwechsel zunimmt. Aber die Frist naht, und jene, die nicht gelernt haben, zu schwimmen, müssen ein gehöriges Maß Salzbrühe schlucken.
Beachten wir die Sprünge der Kühnen.
48. Es ist notwendig, die Pilger eiligst auf das Verstehen der Lehre vorzubereiten. Das einfachste Wirken
für die Verbesserung des Lebens wird ihnen helfen, den ungewöhnlichen Weg zu beschreiten. Nützlichkeit wird sie leiten, nach Schönheit zu suchen. Das Leben selbst wird die Forderung der Zielstrebigkeit enthüllen. Eine einfache Erklärung wird Vertrauen zur Erfüllung verleihen. Je leichter, desto schneller, je nützlicher, desto besser werden sie sich nähern. Die Kühnheit des freien Menschen ist nicht abstrakt. Der Mut des den Ozean überquerenden Vogels liefert der Menschheit ein Beispiel, wenngleich niemand die Schwalbe für einen Helden hält. Dessen ungeachtet lüftet eure Speicher und eure Mauern.
49. Man wird fragen: "Wer gab euch das Recht, zu wagen?" Antwortet: "Die Evolution gibt uns das Recht dazu. Das Recht der Evolution ist unseren Herzen mit Flammen eingeschrieben. Uns kann die Wahrheit von der Unbeirrbarkeit des Aufstiegs nicht genommen werden. Inmitten der Massen und in der Einsamkeit kennen wir unser unveräußerliches Recht. Wir können bestätigen, dass nur der Blinde die Richtung der Evolution nicht wahrnehmen kann. Doch ist die Pforte des Wissens deutlich umrissen, dann ist es nicht schwer, aus der Dunkelheit hinauszustreben." Kühnheit! Sollte man sie nicht als eine einmalige Heidentat verstehen? Sollte Kühnheit nicht das tägliche Mahl und das Gewand jedes Gedankens sein? Werden die Gefängnismauern nicht durchsichtig werden? Und wird nicht das Siegel der geheimen Schriftenrolle für den Kühnen dahinschmelzen? Zur Kühnheit ratend, zeigen Wir den einfachsten Weg. Das Herz kennt die Wahrheit dieses Weges. Zur Zeit kann kein anderer gewiesen werden.
Offenbaret Kühnheit!
50. Wann werden die Menschen die Bedeutung des Gedankens und des Wortes verstehen? Noch immer messen sie dem Verschütten eines Sackes wertlosen
Samens größere Wichtigkeit bei als dem Ausstreuen zerstörender Worte. Ein Nagetier vermag die Samenkörner aufzulesen, doch die Folgen des Gedankens und Wortes vermag selbst ein Archat nicht unwirksam zu machen. Begeben die Menschen sich auf eine Seereise, nehmen sie nur ausgewählte Sachen mit, in ihren Reden wollen sie sich den Sinn und die Folgen nicht vergegenwärtigen. Wir drohen nicht, aber im Busen mag Rauch zur Schau gestellt werden.
51. Es ist richtig, daran zu denken, dass Arbeit mit Uns nur eine Richtung kennt jene der Vergleichbarkeit und Zweckmäßigkeit. Der Verräter auf dem Pfad ist dieser Eigenschaften einfach beraubt, und sein Schicksal ist das eines Kätzchens im Meer.
52. Das Wort Reue gibt es im Senzar-Wörterbuch nicht. Es ist durch einen euch bekannten Ausdruck vernünftige Zusammenarbeit ersetzt worden. Denkt über die wesenhafte Scheinheiligkeit in dem Begriff Reue nach. Es ist am einfachsten, dem Menschen das Wesen der Reue an einem medizinischen Beispiel zu veranschaulichen. Durch Gedankenverdrehung verwundet der Mensch seinen Bruder, doch weder Worte noch Gedanken können die Wunde heilen. Durch beharrliche Anstrengung wird man das zerrissene Gewebe ausbessern müssen. Für die Wiederherstellung der Zielstrebigkeit ist es notwendig, eine weise Zusammenarbeit unter Beweis zu stellen. Die Folgen einer Tat können nur durch Wiedergutmachung geheilt werden. Weder mündliche Beteuerungen noch Eide sind von Bedeutung. Wer seine Torheit eingesehen hat, kann sie mit gesundem Urteil zudecken. Durch feinfühlige Zusammenarbeit kann man die Torheit beilegen und versickern lassen. Einen reuigen Sünder für eine Bezahlung lossprechen, ist wohl das abscheulichste Verbrechen. Ist dieses Bestechen der Gottheit nicht schlimmer als die ersten Formen des Fetischismus?
Diese abschreckende Frage muss von allen Seiten beleuchtet werden. Sonst wird die menschliche Wäsche sehr schmutzig bleiben.
53. Wieder muss man sich dem schlangenartigen Gift des Zweifels zuwenden. Der Zweifel ist von zweierlei Art. Der eine rollt sich unbeweglich und stachelig im Finstern seines Lagers. Der andere ist stetig dahinkriechend, gleitend und sich windend. Gewöhnlich ist jene die Eigenheit der Jugend, diese die des Alters. Der Grund ist nicht so sehr Angst als vielmehr die Falschheit in der menschlichen Natur. Sich ihrer eigenen vergangenen Täuschungen erinnernd, hängen die Menschen diese Eigenschaften ihren laufenden Urteilen an. Nicht gewillt, sich selbst zu prüfen, urteilt der Mensch doch nach sich selbst. Versucht, den äußersten Zipfel des Zweifels zu fassen! Fesselt eure Füße nicht mit solch besudelten Riemen! Wahrlich, es ist leichter, eine Schlange im Busen zu hegen, als von der Riesenschlange des Zweifels erstickt zu werden.
54. Eilet, das Bewusstsein der Neuen Welt zu enthüllen! Gebt eure Erinnerungen auf! Kann der vorwärtsfahrende Wagenlenker dauernd zurückblicken?
55. Wahrlich, teilt die Welt weder in Nord und Süd noch in Ost und West. Doch unterscheidet überall zwischen der alten und der Neuen Welt. Die alte Welt findet Obdach in allen Teilen der Erde. Die Neue Welt wird jenseits von Grenzen und Bedingungen ebenfalls überall geboren. Die alte Welt und die Neue Welt unterscheiden sich durch das Bewusstsein, doch nicht durch äußere Kennzeichen. Alter und Umstände sind ohne Bedeutung. Rote Banner werden oft von Händen der alten, mit Vorurteilen erfüllten Welt gehisst. Oft schlägt in der Einsamkeit ein mit den Blitzen der Neuen Welt erfülltes Herz. Ohne Ausflucht teilt sich die Welt vor unseren Augen. Ungewandt,
doch mit vollem Mut wächst das neue Bewusstsein. Trotz seiner Erfahrung beugt sich der alte Gedanke. Es gibt keine Macht, die den Ozean der Neuen Welt eindämmen könnte. Wir bedauern die unnütze Energieverschwendung des sterbenden Bewusstseins. Wir gewähren den Kühnen ein Lächeln, die das Recht der Ausbreitung neuer Errungenschaften erkennen. Jeder für die Neue Welt begangene Fehler wird zu einer Blume der Tapferkeit. Jede Anstrengung, die alte Welt geschickt einzubalsamieren, bleibt ein Gerippe des Schreckens.
Die alte Welt anerkannte die Mutter der Welt nicht, doch die Neue Welt beginnt den Strahlenglanz Ihres Schleiers wahrzunehmen.
56. Es ist notwendig, die Gefahr der verstärkten Wellen in den niederen Schichten unserer Atmosphäre zu erkennen. Ein einseitiges Bewusstsein kann eine unerhörte Katastrophe auslösen. Der Zusammenprall von Klang- und Lichtwellen kann schwere Gehirnstörungen bewirken. Wohin soll man sein Bewusstsein richten? Fürwahr, zur Realität der Unbegrenztheit! Dies bedeutet, dass es an der Zeit ist, von den groben Schichten der Materie zur Erforschung der feinsten Energie überzugehen.
57. Erinnern wir uns der Legende vom Gral. Der der Lehre ergebene Titurel erlangte die Macht des Lichts. Sein in die Finsternis gesunkener Nachfolger blutete aus einer unheilbaren Wunde. Im Gedenken an würdigere Tage wurden die Überreste Titurels zur Schau gestellt und die erhabenen Worte des Toten wiederholt. Trotz allem wurde der Kelch der Wahrheit ausgelöscht. Das Kommen eines neuen Helden war nötig, um den Kelch der Wahrheit von Titurels unwürdigem Nachfolger zurückzuverlangen. Und so wurde das Feuer der Welt neu entzündet. Diese
Legende ist im Westen gut bekannt, doch ursprünglich entstand sie im Osten. Stellt sie nicht eine Parallele zu einem gewissen zeitgenössischen Fall dar?
58. Man kann Helden huldigen, doch jede Stunde bringt ihr eigenes Urteil. Das Abbröckeln von Felsteilen enthüllt neue Goldadern. Zertrümmert den Tempel eines anderen nicht, wenn ihr an dessen Stelle nicht sogleich einen neuen Tempel errichten könnt. Die Stätte des Tempels darf nicht leerstehen. Um die Eigenschaften der Gottheit zum Ausdruck zu bringen, hat die Menschheit viele Namen ersonnen. Jeder Begriff verlängerte den Faden des Wissens. Im Osten gibt es kein Tor, auf dem der Name des Höchsten Begriffes nicht eingeschrieben wäre. Wahrlich, man kann die Gebiete des Ostens nicht ohne Wissen betreten. Vergessen wir nicht, dass der Osten seine Gebote in Steine meißelte.
59. Die Weitschweifigkeit der Lehre steht im umgekehrten Verhältnis zum Ausmaß des Bewusstseins. Je weiter das Bewusstsein, um so kürzer die Formel. Für die Nahestehenden genügt ein Wort oder auch ein Buchstabe. Das erste Gebot ertönt wie Donner, das letzte erfolgt in Schweigen!
60. Wie erhaben ist das Spiel der Mutter der Welt! Sie ruft Ihre Kinder von fernen Gefilden: "Eilt, Kinder! Ich will euch lehren. Ich habe scharfe Augen und wachsame Ohren für euch bereit. Lasst euch nieder auf Mein Gewand! Wir wollen lernen, uns zu erheben!"
61. Die mannigfaltigen Wirkungen menschlicher Ausstrahlungen auf die Umwelt habt ihr richtig durchdacht. Ein überzeugendes Beispiel dafür ist der menschliche Einfluss auf Tiere und Pflanzen. Übergebt
einem Menschen ein Tier oder eine Pflanze, und ihr könnt die Veränderung in deren Befinden bald wahrnehmen und daraus jenen Menschentyp enthüllen, der die Lebensenergie zerstört. Wie ein Vampir kann der Reiter ein Pferd erschöpfen, oder der Jäger einen Hund, oder der Gärtner eine Pflanze. Sucht die Ursache in den Ausstrahlungen des Menschen. Beobachtet und schreibt die Geschichte der Geisteskrankheiten. Die Wurzeln von dem, was physisch in Erscheinung tritt, sind in weit zurückliegenden Ansammlungen verborgen. Ich rate, gegenüber Menschen mit ungesunden Ausstrahlungen ein kühles Verhalten an den Tag zu legen. Dieses kühle Verhalten wird sie am ehesten stärken. Betrachtet diese Kältekur nicht als Grausamkeit, denn Wir gebieten andererseits, jedem Anklopfenden feinfühlend die Tür zu öffnen.
62. Seid euch bewusst, dass ihr in die Astralebene nur das mitnehmen könnt, was ihr euch erworben habt. Unwissenheit bleibt das, was sie ist. Man kann nur erhalten, was man zu wünschen gelernt hat. Es ist geradezu unmöglich, dort das Bewusstsein zu erweitern. Speichert daher Bewusstsein, um nicht in lumpigem Gewand einhergehen zu müssen.
63. Wenn ihr in der Lehre Wiederholungen wahrnehmt, so bedeutet es, dass ihr neue Einzelheiten herausfinden könnt oder ein im Leben noch nicht voll befolgtes Gebot betont werden muss.
Man sollte daran denken, dass die Nützlichkeit der Anwendung von Prana sich auf eine ganze Gemeinschaft erstrecken kann. Man kann Prana nicht nur für sich selbst anwenden, sondern mittels psychischer Energie einen Teil des Vorrats an andere übertragen.
In alten Zeiten wurde ein kranker Körper von gesunden Körpern umgeben, um seine Kraft, zu stärken. Aber solchen Vampirismus sollte man nicht einmal erwägen. Von ganz anderer Bedeutung ist bewusste Übertragung freiwillig
und wohlwollend nicht nur an eine Person, sondern sogar an mehrere zugleich, wenn man die Übertragung wohlüberlegt zu verteilen versteht. Ein bedeutendes Ergebnis wird erreicht, wenn materielles Wohl mittels psychischer Energie übertragen wird. Wägbare Substanz wird durch unwägbare Energie übertragen. Das ist keine Suggestion, sondern eine konkrete Sendung.
64. Unsere Brüder können persönlich mit verhülltem Gesicht erscheinen. Ist das Antlitz jener Person verhüllt, so könnt ihr sicher sein, dass sie sich auf ein langwieriges Experiment konzentriert, das ein Fixieren des Auges erfordert. Erscheint einem eine Frauengestalt mit verschleiertem Antlitz, so bezieht sich diese Erscheinung auf die Mutter der Welt.
65. Sollte ein ganz einfacher Mensch euch fragen, welches der Zweck der Lehre sei, so sagt: "Damit du glücklich leben sollst!" Überwältigt ihn nicht mit zu komplizierten Ausführungen. Lasst sein ganzes Wesen mit dem Bewusstsein erfüllt sein, dass die gesamte Lehre auf die Verbesserung seines Lebens gerichtet ist. Das Verständnis für Verantwortung mag später kommen. Zuerst verkündet die Freude und Verbesserung des Lebens.
66. Kann den Menschen die Wahrheit über die Evolution der Welten enthüllt werden, wenn sogar ihr tägliches Brot ungewiss ist? Selbst die geringste Spur von Abstraktion muss vermieden werden.
67. Wie wird Hingabe erweckt? Durch Zielstrebigkeit. Wie wird die Qualität verbessert? Durch Achtung der Meisterschaft. Wie wird die Schaffenskraft erweckt? Durch den Wunsch nach Schönheit.
68. Lasst ein Kind seine Vorstellung vom Neuen Land beschreiben. Auf diese Weise kann man
die Vorstellung des Ungeschauten verfolgen. Erweckt im Kind den Impuls, seinen Traum zu verwirklichen. Dies ist die beste Aufgabe für Kinder. Später lasst es ein Stück gewöhnlichen Granit beschreiben. Das wird ein Test der Findigkeit sein. Vielleicht wird ihm der Stein eine Vorstellung der Bollwerke der fernen Welten geben. Vom Gewöhnlichen her kann man die Funken der Schönheit wachrufen.
69. Oft werdet ihr den üblichen Ausspruch hören: "Ich bin gegangen und nun komme ich wieder." Darauf wisst zu erwidern: "Wie viele Möglichkeiten sind Ihnen bei diesem Sprung verloren gegangen!" Man kann die Verluste für die Menschheit durch persönliches Herumhopsen nicht errechnen. Der Mensch entfernt sich aus Eigendünkel und kehrt aus Eigenliebe wieder. Diese große innere Geschäftigkeit erinnert an das Qualmen eines Dochtes. Das geschickte Verbergen der wahren Ursache dieses Zurück- und Vorwarts-Gehens mag dazu dienen, den Boden zu polieren, doch Blasen an den Sohlen können schmerzliches Aufstechen erforderlich machen. Fragt jeden, der scheidet, was den Anstoß dazu gab?
70. Man sollte einseitiges Bewusstsein von einseitiger Energie unterscheiden. Der Lehrer wendet manchmal eine einseitig wirkende Energie an, um die Geistestätigkeit in eine bestimmte Richtung zu lenken. Daraus darf man nicht den Schluss ziehen, dass das Bewusstsein des Lehrers einseitig sei.
Seid fähig, das Bewusstsein zu verbergen, wenn es notwendig erscheint, einen eiligen Pfeil abzusenden. Nur die Unwissenden versuchen, die dürren Zweige der Prahlerei auf ihren Fensterbrettern auszubreiten. Wessen Haus von Wissen erfüllt ist, der zögert nicht, eine Scheibe seiner Gedanken abzuschneiden.
Ein einheitliches Säen bringt eine reiche Ernte, aber fruchtbarer sind Zusammensetzungen heilender Körner. Sie werden Explosionen des Geistes hervorbringen.
71. Es ist richtig, die magnetischen Ströme als Kanäle zwischen den Planeten zu betrachten. Beim Studium des zwischenweltlichen Verkehrs muss die Aufmerksamkeit auf die Kanäle der magnetischen Wellen gelenkt werden. Allerdings darf das geistige Bewusstsein nicht vergessen werden.
72. Habt ihr endlich gelernt, euch über Hindernisse zu freuen? Können Wir sicher sein, dass das scheinbare Hindernis eure Findigkeit verzehnfachen wird? Können Wir euch siegreiche Kämpfer nennen? Können Wir euch den Pfeil der Hilfe senden und Gewiss sein, dass ihr ihn im Fluge auffanget? Können Wir das Wort der Neuen Welt in Einklang mit euch aussprechen? Können Wir glauben, dass ihr um der Schönheit der Schöpfung willen eure abgetragenen Kleider verbrannt habt? Kann die Mutter der Welt eurer Wachsamkeit das Gewebe des Lichts anvertrauen? Kann der "Löwe" euch zu Hilfe eilen? Kann das Licht euren Weg erleuchten? Sieg begehrt Einlass. Und versteht ihr schließlich, die gegebene Lehre an euch selbst anzuwenden? Können Wir euch die gegebenen Zeichen zum Tragen anvertrauen? Können Wir den Strahl der Vervollkommnung senden? Können Wir für eure Wachsamkeit bürgen? Können Wir aus eurer Selbsterkenntnis eine Schutzwehr errichten? Können Wir Uns über eure Standhaftigkeit auf dem Pfad freuen? Kann die Mutter der Welt euch Gerechte nennen? Könnte der "Löwe" zum Wächter eurer Wohnstätte werden? Kann das Licht die neuen Stufen überfluten? Entriegelt eure Pforten!
73. Ihr wisst, dass in einer Höhe von elftausend Fuß14 der Astralkörper eine bestimmte Eigenschaft annimmt. Gleicherweise hat für jeden Körper jede Höhe eine besondere Bedeutung. Ihr konntet beobachten, dass der Mensch in einer Höhe von siebentausend Fuß weniger Nahrung benötigt, und dieser Bedarf wird allmählich weiter abnehmen, bis sich in einer Höhe von sechzehntausend Fuß ein beträchtlicher Unterschied zeigt. Ich rate, in einer Höhe von über neuntausend Fuß den Genuss von Wein, Kaffee, Pfeffer und anderen Gewürzen zu meiden. Bei siebzehntausend Fuß Höhe ist selbst vom starken Tee abzuraten. Mit dem sich verringernden Nahrungsbedürfnis geht die Abnahme des Schlafbedarfs parallel; man braucht nicht über sechs Stunden in Betracht zu ziehen, und bei zwanzigtausend Fuß genügen vier Stunden Schlaf. So ist es verständlich, dass man in großen Höhen fast ohne Schlaf auskommen kann und die Frage des Nahrungsbedarfs verschiedene Überlegungen nötig macht.
Es ist unmöglich, dort den euch empfohlenen Baldrian mit Gewürzen zu nehmen. Jedenfalls ist es in großen Höhen schädlich, dieselbe Mengen Nahrung zu sich zu nehmen wie in den Niederungen. Die Berge sind so bedeutungsvoll, weil sie uns von den niederen Bedingungen der Erde freimachen. Auf den Höhen kann man fühlen, dass man sich über die üblichen irdischen Bedürfnisse erhoben hat. Wenn selbst für den Astralkörper eine Höhe von elftausend Fuß bedeutungsvoll ist, dann erheben jede weitere eintausend Fuß den physischen Körper in besondere Zustände. Es wäre ein nicht wieder gutzumachender Fehler, zu versuchen, die Bedingungen auf den Bergen den irdischen Gewohnheiten anzugleichen. Denkt daran und befolget es.
74. Jede äußere Hülle verzerrt die Wirklichkeit. Man kann sich bemühen, wachsam zu sein, um
den Grad falscher Wahrnehmung zu vermindern. Jede Augenscheinlichkeit, jede Überlegung, jeder Gedanke projiziert täuschende Farbe.
75. Wir sind für jede Art geistiger Blutschande bereit. Sie speichern einfach unvereinbare Elemente. Sie verbinden Vater-Feuer mit Tochter-Wasser und Mutter-Erde mit Sohn-Luft. Wird die Nachkommenschaft verascht sein, werden sie sich nicht betroffen fühlen, sondern die Verantwortung dem himmlischen Vater auferlegen.
Es ist unmöglich, sich an die Leichtfertigkeit menschlicher Einrichtungen zu gewöhnen. Nur das geistige Bewusstsein kann eingeben, welche Elemente unvereinbar sind. Die Menschen unterscheiden sich nicht nur durch ihre Ausstrahlungen, sondern auch durch das Wesen der Elemente. Das Wesen bleibt unveränderlich. Gerade in Bezug auf Elemente werden die besten Verbindungen geschaffen.
76. Eilt, eilt, den Lehrer zu verstehen. Lasst uns Ihn mit der Mauer der Hingabe umgeben und uns dadurch mit einer Festung umschließen! Nach eurem Umherirren werdet ihr verstehen, dass dort, wo der Lehrer ist, Erfolg eintritt. Wo es Niederlage gibt, dort ist Verrat. Wo es Niederlage gibt, haben wir die Inschrift der Zielstrebigkeit verbogen, zerrissen und zerstört. Bei Niederlage wandten wir uns vom erprobten Pfeil der Hilfe ab. Können wir versichern, dass wir in der Stunde der Gefahr den Namen des Lehrers aussprechen werden? Können wir für den Namen des Lehrers Zeugnis ablegen? Können wir die erhabene Freude der Dankbarkeit gegenüber dem Lehrer finden? Oder denken wir manchmal, weshalb denn die Lehre so wenig unseren Gewohnheiten angepasst ist? Warum
wir durch die Lehre in unserer Untätigkeit gestört werden? Warum die Selbstverteidigung des Schlafes erweckt wird?
Dankbarkeit und Hingabe blühen freudvoll in Unserer Gemeinschaft. Sollte Uns aber die Nachricht erreichen, dass ein Mitarbeiter im Namen der Lehre etwas geopfert hat, sind Wir gezwungen, auf seine Mitarbeit zu verzichten. Unsere Mitarbeiter können empfangen und abgeben.
Wenn ihr Unsere Lehre übermittelt, erhebt kein Geschrei auf dem Markte, sondern gewährt den Nahenden ein Lächeln. Der Neuankömmling wird den Lehrer annehmen. Doch der Eingefangene wird an seinen Ketten nagen. Wir erwarten Freude und nehmen nur die wunderbare Blume der Hingabe an. Beeilen wir uns, den Lehrer zu verstehen!
Bejahet den Erfolg, bejahet die Freude, bejahet das Verständnis für Tätigkeit! Verbannt die Gedanken der alten Welt! Ich werde nicht ermüden, das zu wiederholen.
77. Ihr wisst, dass die Mitglieder und Mitarbeiter der Internationalen Regierung deren Erlasse befolgen müssen. Wenden wir uns zum letzten Mal M. zu und halten wir Rückschau auf die geschichtlichen Folgen Unseres Ultimatums! Diese uralte Überlieferung, bei jedem Wechsel eines Jahrhunderts die Menschheit zu warnen, beruht auf höchstem Wohlwollen. Darin liegt ihre Grundbedingung. Andernfalls wäre die Rolle des Gesandten nicht aufrichtig und überzeugend. S.G.15 sprach zu L.16 in guter Absicht. Ebenso wandte sich M. an V., und auch A.L.M. übermittelte Unseren Erlass richtig. Wenn dem Kämpfer gesagt wird, dass es Unser Berg ist, nimmt er den Erlass an. Andernfalls gehen Sinn und Zweck der Regierung verloren.
S.G. erkrankte nach seiner Mission infolge
undisziplinierten Denkens eines seiner Mitarbeiter. Hütet euch vor dem Schaden undisziplinierten Denkens. Denkt nur in neuen Formen! Stellt euch selbst Aufgaben, um die Lebensfragen wirklich zu lösen. Betrachtet den Tag als verloren, an dem ihr nicht über die Neue Welt nachgedacht habt.
Erschwert euren Atem nicht durch Kosmogonie, wenn ihr die Gipfel der Erde ersteigt.
78. Es war unmöglich, die Aufmerksamkeit von dem Zerfall der Granitzelle abzulenken, wenn sie den Vergleichspunkt mit der Zelle wirbelloser Tiere erreicht, ist der Puls fast übereinstimmend.
79. Wen kann man den Mutigsten nennen? Vielleicht den winzigsten Schmetterling, der den gleichen atmosphärischen Bedingungen ausgesetzt ist wie ein Löwe. Beobachtet die Wirkungen der Lehre auf die Bescheidenen. Sie ertragen den Sturm der Erleuchtung oft besser als die anerkannten Großen.
80. Wenn man das Vorhandensein des Gedankens selbst im Stein bestätigen kann, welch klarer Regenbogen erfüllt dann den Raum! Man muss mit dem bewussten Wissen vertraut werden, dass alles Seiende von Gedanken durchdrungen ist. Gewiss, diese wägbare und nicht abstrakte Erscheinung bleibt als Energie definiert, aber sie bewahrt das Potential bewusster Evolution. Bis vor kurzem wurde das Empfindungsvermögen der Pflanzen als auf den Instinkt begrenzt angesehen, aber nachdem man den Instinkt erforscht hat, weist man dies jetzt der Domäne des Denkens zu. Daher müssen nach oben und nach unten Beobachtungen angestellt werden. Die menschliche Kreatur begeht gewöhnlich den Fehler, sich selbst das ausschließliche Recht des Denkens vorzubehalten. Durch einfachste Beispiele kann man beweisen, dass das menschliche Denken
durch Alter, Umstände und Nationalität bestimmt wird. Man stellt oft erstaunt fest, wie schwach das Denkvermögen besonders beim Durchschnittsmenschen ist. Doch nur die wortlos in den Raum gesandten Gedanken werden den Geist erheben.
Ihr wisst, dass ein Radio durch geringfügige Abänderung Gedanken aus dem Raum empfangen kann. Und Gedanken, als lebendige Substanz, nähren sich gegenseitig und wachsen.
Denkt über die Erscheinung des Gedankens nach! Vergegenwärtigt euch seine Ausweitung und erfreut euch am Laboratorium des Denkens, das von der Zelle des Minerals bis ins Unbegrenzte alle Anfänge verbindet.
Die magnetische Welle, der elektrische Funke und der Gedanke diese drei Wanderer heißen den ins Unbegrenzte Bestrebten willkommen.
81. Kann der Gedanke erschallen? Die Theorie des Echos deutet darauf hin, dass sich der Gedanke gleich dem Ton in magnetischen Wellen ausbreitet. Und der Ausspruch "der Donner des Gedankens" dürfte keine Übertreibung sein. Genau gesagt, die Natur des Gedankens muss erforscht werden. Zum Beispiel, können Gedanken bestimmter Qualität und Spannung das Leben der Pflanzen beeinflussen? Wie reagieren Tiere auf bestimmte Gedanken? Und schließlich: Wie fühlt sich der Herr Mensch selbst inmitten von Gedanken? Wie wirkt der Gedanke in chemischen Verbindungen? Wäre es nicht gut, den Gedanken mit Lackmuspapier zu prüfen? Könnte der Gedanke nicht mit starkem Gift oder mit Musik konkurrieren? Im Allgemeinen muss der Gedanke als ein lebendiger Faktor des Seins erforscht werden. So wird man von der Psychotechnik zur Dynamik und selbst zur Astrochemie eine Brücke bauen. So sollte die Haushaltskunst des Raumes verstanden werden.
82. Kann man sich einem blinden Steuermann anvertrauen? Kann man glauben, dass sich die Lumpen alten Denkens für die Neue Welt eignen? Man muss verstehen, dass das Geschenk der Neuen Welt zu den offenen Toren gebracht werden wird. Wahrlich, die Neue Welt will ein schönes Gewand schenken. Komm, Mensch, nimm das Gewebe mühevollen Schaffens der Mutter der Welt in Empfang!
83. Nach und nach streuet die Körner der Lehre aus. Lasst sie unmerklich das Wesen durchtränken. Vorbei ist die Predigt das Leben geht weiter. Vergeistigt das Bewusstsein eures Bruders durch unmerkliche Berührung, die wie tägliches Brot gereicht wird. Entfesselt seinen Zorn und löscht ihn mit Zielstrebigkeit. Bestärkt ihn in der Freude bewusster Annahme. Hütet euch, ihm Wunder zu offenbaren. Enthüllt ihm, dass Entsprechung sich ins Unbegrenzte erstreckt. Widerruft die einzelnen Feiertage, um den ewigen Feiertag einzuführen. "Mein Feiertag wird der deine sein. Mein Pfad wird deine Errungenschaft sein. Meine Freigebigkeit wird dein Erbe sein. Du wirst sie nicht wahrnehmen, doch erstaunt sein über deine Umwandlung. Ich bedarf des Dankes nicht, doch Dankbarkeit wird deine Nahrung sein; denn das Feuer der Dankbarkeit erhebt sich über die Flammen anderer Anerbieten." "Lehrer, ich sehe und ich werde es unauslöschlich in Erinnerung behalten."
Die offenbarte Folge der Lehrer leuchtet wie eine interplanetare Perlenkette. Füge deine Perle hinzu!
84. Ich meine, dass Unsere Bücher jeder lesen kann. Unter jenen, die Uns nahen, sehe Ich keinen, der sich fürchtet. Führt in Bezug auf Furcht verschiedene Experimente durch. Setzt
schreckliche Masken auf und lächelt, wenn das Herz zittert. Doch wo bleibt das Vertrauen zum Lehrer? Wo bleibt die Erkenntnis der Macht? Unsere Leute kann man beim ersten Ruf erkennen. Wer zu Uns gehört, eilt wie ein Hirsch herbei. Ich kenne keine solche furchterregende Maske, dass er sich abwenden könnte.
Als Beispiel müssen uns nicht Riesen und Helden dienen. Ich entsinne mich eines Hinduknaben, der den Lehrer fand. Wir fragten ihn: "Kann sich die Sonne für dich verfinstern, wenn du sie ohne den Lehrer siehst?" Der Knabe lächelte: "Die Sonne bleibt die Sonne doch in Gegenwart des Lehrers scheinen für mich zwölf Sonnen." Die Sonne der Weisheit Indiens scheint; denn am Ufer eines Flusses sitzt ein Knabe, der den Lehrer kennt.
Es gibt Elektrizitätsleiter. Es gibt auch jene, die Wissen vereinen. Verübt ein roher Mensch einen Anschlag auf den Lehrer, sagt ihm, wie die Menschheit Zerstörer von Schatzkammern von Büchern nennt.
85. Können Unsere Leute ihre Lieben um sich haben? Natürlich, das können sie. Diese Nahestehenden werden das Gefühl der Verantwortlichkeit, der Besorgtheit und der Findigkeit vertiefen.
86. Man sollte wissen, dass geöffnete Zentren die Fähigkeit verleihen, umgebende Unvollkommenheiten auszurotten. Nicht nur Feinfühligkeit wird entwickelt, sondern man erlangt auch die Kräfte zur Verbesserung der Umwelt. So kann man beobachten, wie die ausstrahlenden Kräfte vom Raum absorbiert werden. Dieser Grad der Zentrenöffnung wird "Lampe der Wüste" genannt. Danach folgt der Grad "Löwe der Wüste".
87. Man muss zwischen absoluter und bedingter Hingabe unterscheiden. Die Menschen zeigen, wenn sie empfangen, sehr oft absolute Hingabe; aber jede Wechselwirkung wird von verschiedenen Bedingungen begleitet. Man empfindet es als angenehm, zu empfangen, aber im Bewusstsein setzt man Schranken und erkühnt sich, mit einem Gran Schimmel zu vergelten! Wohingegen man daran denken sollte, dass das Maß der Hingabe das Maß des Empfangs darstellt. Glaube muss exaktem Wissen gleichkommen. Jede auf Glauben festgesetzte Bedingung bewirkt eine Bedingung der Ergebnisse. Wer wünschte wohl, ein bedingter Schüler genannt zu werden? Solch ein Titel erregt Anstoß. Genauso wirkt das Gesetz auf jede Bedingung. Doch das Gesetz nimmt keinen Anstoß, es misst mit gleichem Maß. Seid versichert, dass Hingabe mit gleichem Maß vergolten wird.
88. Kosmogonie sollte Gedanken der Erhebung erwecken. Während ein unerwachtes Volk sich Gott am Rande einer unbedeutenden Kugel sitzend vorstellt, späht der erhabene Geist in das Unbegrenzte, sich selbst in Freude mit unbegrenztem Wissen kleidend. Setzt das Unbegrenzte nicht herab!
89. Harmonie der Ausstrahlungen liegt nicht allein in Eintönigkeit. So ist die purpurfarbene Aura der grünen nicht abgeneigt, und die rosafarbene kann die blaue hervorheben. Solche Ergänzungen umfassen Ströme besonderer Spannung. Es ist erwünscht, die Farben als Bürgschaft für den künftigen Regenbogen zu kombinieren. Natürlich, die Abstufung der Schwingungen leuchtender Farben ist so vielfältig, dass es unmöglich ist, sie nach der dürftigen irdischen Farbskala wiederzugeben;
genauso wie man die Symphonie der Sphären nicht in die irdische Tonskala einzufügen vermag.
Eure Lila- und eure Purpurfarbe entsprechen Unserem himmlischen Purpur nicht.
90. Eine einfache Erklärung des Wissens wird alle Widersprüche beseitigen. Ohne Achtung vor dem Wissen kann man nicht denken. Der Lehrer rät, im Wissen die Grundlage für die Bewusstseinsstärkung zu sehen. Weist auf die Tatsache hin, dass Wissen den Pfad zur Einen Lehre bahnen kann. Ist es möglich, dass die Menschheit nicht begreifen kann, dass Wissen der Einen Quelle entströmt? Darum stellt die Trennlinie zwischen Wissen und Unwissenheit die Trennlinie zwischen Licht und Finsternis dar. Wir können leicht die Torah17 an die Stelle der Hymnen der Vedas18 und die Gebote von den Lehrer setzen, denn Wir sehen keine Unterschiede zwischen den aus der Einen Quelle kommenden Lehre.
91. Die Vorstellung der Begrenztheit des Kosmos, verbunden mit der Unbegrenztheit des Raumes, gehört zu jenen Fragen, die der Schüler selbst lösen muss. Das ist das so genannte "Summa Summarum". Um zur Erkenntnis dieser Begriffe des Raumes zu verhelfen, sind Meilensteine gesetzt. Aber die Formel muss selbständig ausgesprochen werden. Die Formel entspricht dem Grad "Löwe der Wüste". Sie veranschaulicht das Losen von der Erde und von irdischen Gütern. Um die getrennten Sphären zu begreifen, bedarf es der Erkenntnis dieser Formel. Während das Unbegrenzte allein keine konkreten Lösungen ermöglicht, neigt das Begrenzte allein dazu, den Begriff abzuschwächen. Nur die Wechselbeziehung dieser Antipoden wird die richtige Lösung dieser kosmogonischen Frage ermöglichen.
So kann man Berechnungen über das Begrenzte anstellen, ohne die Größe des Universums herabzusetzen.
Ihr habt eine richtige Lösung gefunden, die das weitere Verstehen der Entstehung von Welten ganz konkret erkennen lässt. Hell strahlt die Offenbarung feinstofflicher Mechanik.
92. Beachtet die Stunden großer Offenbarungen. Bereits verschmelzen die Veden mit dem Tripitaka19 und der Kabbala20 . Die Worte Buddhas und die Gebote Christi beseitigen Unwissenheit. Beobachtet mit Aufmerksamkeit die Zunahme des Wissens in verschiedenen Teilen der Welt. Die Bejahenden und die Verneinenden gehen in die gleiche Richtung. Die Zeit ist unwiederholbar, gleich einem Tor ins Vorherbestimmte. Tot sind jene, denen die festgesetzte Stunde nur gewöhnlich erscheint.
93. Hört nicht auf den Lehrer, der für seine Lehre ein Entgelt fordert. Die Lehre kann nicht gekauft oder unter Drohung angenommen werden. Wahrlich, jeder kann durch Beweise seiner Hingabe in Taten Zutritt zur Lehre erlangen. Am wenigsten führt das Wort und am meisten die Tat zur Gemeinschaft des Wissens. Wenn ein Kind zu jener Gemeinschaft strebt, wird es dort nicht Arbeit finden? Oder wird vielleicht jemand, der mit vollem Bewusstsein die Statuten der Gemeinschaft annimmt, die Pforte verriegelt finden? Kann man ein Beispiel dafür anführen, dass einem reinen Bewusstsein die Antwort verwehrt wurde?
Die Statuten der Gemeinschaft des Wissens sind genau festgelegt. Keine List wird sie trüben. Wanderer, zahle deine Schuld! Schreite ohne Pause dahin!
94. Mancher ist unfähig, Gleichheit mit der Hierarchie in Einklang zu bringen. Gleichheit ist in der
dem Geist innewohnenden Kraft enthalten. Hierarchie enthält die Unersetzlichkeit erprobter Aufspeicherungen. Darum ist es gerecht, zu sagen, dass ein synthetisches Wissen das Tor zur Hierarchie darstellt. Beachtet den Ausdruck "Synthese", denn Spezialisierung könnte den Wirkungskreis des Hierarchen nicht erklären.
Über Wissen nachsinnend, werdet euch des Lehrers bewusst. Wahrlich, Verehrung des Lehrers ist das Allheilmittel selbst gegen physische Leiden. Im Zustand geöffneter Zentren gibt es beträchtliche Schwierigkeiten, weil jeder Hauch der alten Welt Infektion bringt. Nur die Brise der wahren Evolution kann die Gesundheit wieder herstellen. Darum umgebt euch nicht mit der alten Welt und führt die Jugend zur Freude der Neuen Welt.
In allem gibt es freudvolle, ernsthafte Zielstrebigkeit.
95. Zu dem großen Erleuchteten kam ein Schüler, der nach einem Wunder suchte: "Das Wunder wird mir Vertrauen einflößen." Traurig lächelte der Lehrer und enthüllte ihm ein großes Wunder. "Jetzt", rief der Schüler aus, "bin ich bereit, unter Deiner Führung die Stufen der Lehre zu durchschreiten." Doch der Lehrer wies ihm die Tür und sagte: "Geh, Ich brauche dich nicht mehr."
96. Ich bin über die alte Welt erstaunt. Das Erscheinen der Sonnenflecken wird eine unerwartete Verwirrung hervorrufen. Die alte Welt flattert mit der letzten Schwinge, und die geöffneten Zentren empfinden Empörung. Für jedes Entwicklungsstadium der Zentren ist eine Art Epidermis21 nötig, die sich unter Schmerzen bildet.
Die reine Luft vermag den Stickstoff des Lebens nur schwer zu absorbieren.
97. Weist darauf hin, dass auf dem Pfad der Lehre alle Betäubungsmittel
unerwünscht sind. Schlafloses Wachen bringt eher euch Uns näher.
98. In der Tat der Hingabe sprecht ein reines Gebet. Versteht, die Bestätigung der Lehre mit jedem Tag zu begreifen. Schreitet fort, weder den Tag noch die Stunde zu vergeuden. Verstehet, euch selbst als Schöpfer einer ganzen Welt von Taten zu betrachten. Verstehet, in allem eure Kräfte aufzubieten. Verstehet, die Lehre jedem Gedanken einzuflößen. Verstehet, die Kräfte wie auf einem Schlachtfeld einzusetzen. Verstehet, Dankbarkeit als die Vereinigung von Freude und Schönheit zu empfinden. Endet würdig, denn am Ende steht das Feuer der Errungenschaft.
Der abscheulichste Verrat ist, die Lehre zu kennen und sie nicht anzuwenden. Schmähung der Lehre ist schlimmer als Tod des Geistes, denn dadurch schließt sich der Mensch selbst von der Zusammenarbeit aus und verurteilt sich auf den Saturn.
99. Ich werde zeigen, wie Macht auf der Schneide Meines Schwertes verschärft werden kann. Die Erscheinung des Lehrers kann die Menschheit erleuchten, wenn der Pfad durch Wissen gefestigt ist. Der Drache ist mächtig, und stachelig sind seine Windungen.
100. Das Schicksal, das zu Uns führt, muss jede Stunde gestählt werden. Die Entwürdigung der Vergleichbarkeit gleicht der Erdrosselung. Wer die Errungenschaft hinausschiebt, gleicht einem Ertrinkenden.
101. Ich wohne dem Experiment der Übertragung menschlicher Kraft auf Entfernung bei. Man kann einen beliebigen Gegenstand wählen. Entsprechend der Energie des Gegenstandes kann man durch Gedankenkraft den Riegel einer Tür verschieben. Das Experiment ist seit langem bekannt, und im Schaffen allgemeiner Zusammenarbeit sollte man daran denken,
dass Gedankenkraft alle Schichten des Seins vereint. Nicht mit einem Hammer, sondern durch mit Gedanken durchdrungene Gegenstände werden wir vereint.
"In allem ist Weisheit" erinnert der Inder. "In allem ist Zusammenarbeit" wird das Zeitalter des Maitreya begleiten. Nicht durch Befehl, nicht durch Harmonie, sondern durch den Gedankenblitz werden die Mitarbeiter vereint.
Die offensichtliche Zusammenarbeit der verschiedenen Materieschichten ist charakteristisch für die Neue Welt. Jede Epoche hat ihren Ruf. Die Gedankenkraft wird das rufende Prinzip der Neuen Welt sein.
Versucht, das Leben so genannter unbelebter Gegenstände zu beobachten. Beobachtet eure Wirkung auf sie. Wer sich mit Gegenständen unterhält, gibt nicht immer Anlass zu Spott. Das Einhüllen in Gedanken dient dazu, womöglich eine gesunde Atmosphäre zu schaffen. Ein Pfeiler schwirrenden Denkens durchdringt auch die Räume der fernen Welten. Betrachtet den Gedanken als einen wirklichen Faktor des Lebens. Daraus erwächst die strenge Kontrolle über die Gedankenflut.
102. Erwäget jede Annäherung an Uns. Werdet unersetzlich! Bei Nacht beschirmt euch mit Unserem Namen, bei Tag legt die Rüstung der Hingabe an.
103. Über die gegenseitige Beziehung zwischen Lehrer und Schüler. Der Lehrer gibt Weisungen in den erlaubten Grenzen. Er erhebt den Schüler, indem er ihn von alten Gewohnheiten befreit. Er warnt ihn vor jeder Art von Verrat, Aberglauben und Heuchelei. Er prüft den Schüler offen und im geheimen. Der Lehrer
erschließt die Tore zur nächsten Stufe mit den Worten: "Freue dich, Bruder!" Er kann sie aber auch verschließen mit den Worten: "Lebe wohl, Vorübergehender!" Der Schüler erwählt seinen Lehrer. Er verehrt Ihn als eine der Höchsten Wesenheiten. Er vertraut Ihm und bringt Ihm seine besten Gedanken dar. Er hält den Namen des Lehrers in Ehren und schreibt ihn im Schwert seines Wortes ein. Er zeigt Fleiß bei der Arbeit und Beweglichkeit in der Heldentat. Er begegnet Prüfungen wie dem Licht des Morgens und richtet seine Hoffnung auf das Schloss der nächsten Tore.
Freunde, wollt ihr euch Uns nähern, erwählt einen Lehrer auf Erden und setzt Ihn als Führer ein. Er wird euch beizeiten sagen, wann der Schlüssel in den Toren umzudrehen ist. Jeder sollte einen Lehrer auf Erden haben.
104. Festigt euch in dem Gedanken Meines Wunsches, euch den besten Pfad zu bereiten. Erwägt, wie dringend notwendig es ist, Meinem Wunsch entgegenzukommen. Möge euer Streben nichts Altes behindern. Bedenkt, dass ein strauchelndes Pferd die ganze Karawane aufhält. Darum sprecht: "Schreite zuversichtlicher voran, sonst hängt dein Schicksal an einem Spieß." Verheimlicht nicht, dass die Annäherung an Uns das Gleichgewicht schwanken lässt.
Lasst uns das Gebet an Schambala22 sprechen: "Der Du mich auf den Pfad der Arbeit gerufen hast, nimm meine Dienste an und meine Bitte. Nimm meine Arbeit an, o Herrscher, denn Du siehst mich bei Tag und Nacht. Lass Deine Hand walten, o Herrscher, denn die Finsternis ist groß. Ich folge Dir!"
Schreitet voran, als ob ihr den Berg der Freude erstieget.
Verlockend ist das Ausmaß des Kampfes
für die Erneuerung des Bewusstseins der Menschheit. Der Lehrer freut sich über die Entschlossenheit.
105. Es gibt vier Typen von Schülern: die einen folgen den Anweisungen des Lehrers, und ihr Aufstieg vollzieht sich gesetzmäßig. Andere übertreiben die Anweisungen hinter dem Rücken des Lehrers und schädigen sich dadurch oft selbst. Andere nehmen in Abwesenheit des Lehrers die Gelegenheit zu leerem Geschwätz wahr und zerstören damit ihren Pfad. Andere verdammen den Lehrer im Verborgenen und verraten Ihn. Schrecklich ist das Los der beiden letzten!
Möge sich das Bewusstsein im Verstehen des Lehrers festigen!
106. Recht hat, wer gegen rohe oder zweideutige Ausdrücke Einspruch erhebt, denn sie entspringen der Unwissenheit. Jede Rede muss schön, klar und von tiefer Bedeutung sein.
107. Die Grade der Errungenschaft sind: Unruhe; Suchen- Anklopfen; Lauschen; Erinnerung; Übertragung; Schwertträger; Macht; Lampe der Wüste; Löwe der Wüste; Mitarbeiter der Uranfänger; Schöpfer. Jeder Grad ist dreifach unterteilt; die Reihenfolge muss stufenweise durchschritten werden. Wer bestrebt ist, kann schnell erringen, doch der Abtrünnige verschuldet seinen Sturz selbst.
108. Wer ist der Verräter? Der Verleumder; wer etwas verschweigt; wer sich etwas aneignet; der Heuchler; der Verneiner, der den Untergang der Lehre erhofft.
109. Das Herz erkennt den Freund! Daher prüft eure Freunde, damit ihr keinem Vorübergehenden Zulaß zu eurem Herzen gewährt. Der Lehrer ist euer bester Freund. Vermehrt Seine Bürde nicht!
110. Der Grad "Löwe der Wüste" gestattet vor allem die Ausführung der Gedanken. Daher muss man besonders vorsichtig sein. Der Grad "Löwe der Wüste" kennt keine Beleidigung. Wer könnte ihn beleidigen? Das große Herz kann alles fassen. Freude ist leicht erreichbar, wenn ihr jeden Augenblick Hingabe für Uns empfindet. Zufriedenheit erlangen die Schüler, welche die Wolken schätzen und erkennen, dass ohne Wolken die Sonne versengen würde. Der Lehrer kann dort wirken, wo Ihm die Hände nicht gebunden sind.
111. Der Lehrer liebte Kämpfe und weiß, wie sehr sie die Energie des Kosmos verstärken. Der Lehrer steht gemeinsam mit euch über dem Abgrund. Wer wird also die großen Tiere fürchten? Es ist nicht verlockend, auf der Suche nach Flöhen ein Federbett zu zertreten. Doch mit der Hand das Schwert Salomons und den Befehl Maitreyas zu umklammern, spendet das Licht des Morgens. Das Bewusstsein beispiellosen Kampfes klingt wie eine frohlockende Posaune.
Unsere Meinungen dürfen nicht auseinandergehen, wenn etwas in Unserer Beleuchtung Heldentat ist und in eurer als Niederlage erscheint.
Haltet die Toren von alltäglichen Entscheidungen fern. In schlaffen Entscheidungen verbirgt sich ein tödliches Gift.
112. Ich verstehe, wie schwer es für den Hungrigen ist, auf das Brodeln des Haferbreis zu warten; doch man muss das Absterben der Mikroben abwarten. Während der Raum sich sättigt, lasst uns in die fernen Welten schauen. Fühlen wir uns als ihre Teilhaber! Die Verbindungen mit ihnen tragen zur Verdichtung des feinstofflichen Körpers bei. Jetzt können die Töne der fernen Welten bald aufgefangen werden. Die Verbindung des physischen Körpers
mit dem Strom der fernen Welten wird erst in naher Zukunft möglich sein.
113. In der Tat, der menschliche Wunsch bildet die Gesetzestafel. Was der schlummernde Geist wünscht, empfängt der erwachte. Die Gezeiten werden die Schlacken unsteter Gedanken hinwegschwemmen. Die Anteilnahme an Weltproblemen ist das beste Mittel zum Stählen des Schwertes.
Wer der Strömung unterliegt, wird seinen Strom nicht wiederfinden. So kann man den Kampf der Welt aufnehmen. Wer sein Gesicht nicht von der Flut der Ereignisse bespülen lassen will, wird wie ein Stein im Wege liegen.
Man kann das heilige Mysterium nur wenigen übermitteln. Ihre Zahl ist gering, doch der Raum selbst lauscht ihnen, denn der Weltgedanke wird in der menschlichen Esse geschmolzen. Mögen die Menschen die Gedanken hüten!
114. Das Karma der Tat kann durch Untätigkeit nicht gelöscht werden. Wer einen Scheiterhaufen errichtete, um die Wahrheit zu verbrennen, wird sich bücken und jedes Stück Kohle herauslesen müssen. Das Gebot der Gerechtigkeit kann weder verbrennen noch verglüht es. Es lodert unerwartet auf und verzehrt die hemmenden Festungen.
Der Erfolg des kosmischen Aufbaus erfüllt die menschlichen Hoffnungen nicht. Der menschliche Verstand gleicht einem Anfänger, der bei einer Lektion mit süßer Sprache einer Antwort auszuweichen sucht. Aber wie wollt ihr hinübergelangen? Nur durch das Bewusstsein nahe dem kosmischen Aufbau. Wo sind die Richter und wo die Verurteilten?
Bedeutet die Sphärenmusik den Sieg menschlicher Vermutungen, oder feiert sie die Auferstehung vergessener Wahrheit?
Prophezeiung ruft die Verdammung und Reinigung einer heiligen Stadt in Erinnerung.
115. Oft werden Wir gefragt, warum Wir die Vernichtung einer schädlichen Person nicht beschleunigen? Die Antwort kann verdeutlicht werden, besonders da ihr selbst eine gleich wirksame Waffe besitzt. Ich will das Beispiel eines Arztes anführen. Nicht selten ist der Arzt bereit, einen kranken Nervenknoten wegzuschneiden, aber die mögliche Wirkung auf das sympathische Nervensystem gebietet seinem Seziermesser Einhalt. Kein Wesen ist isoliert. Zahllos sind die Schichten des karmischen Gewebes, das sehr verschiedene Wesen verbindet. In der Flut des karmischen Stromes kann man Strömungen vom Unwürdigsten zum Würdigsten verfolgen. Wer zuschlägt, muss daher die Kanäle, welche die Karmaströmungen vereinen, erst unempfindlich machen. Andernfalls kann die individuelle Vernichtung, obwohl verdient, dem Ganzen Schaden bringen. So muss man an die Vernichtung sehr vorsichtig herangehen.
116. Die geringste Unaufrichtigkeit in der Hingabe und in der Annahme der Grundlagen der Erneuerung kann vor allem den Gesundheitszustand angreifen. Solche Unaufrichtigkeit kann tief in den Spalten des Bewusstseins nisten. Bösartig ist die Vergiftung durch Unaufrichtigkeit, und sie steckt die benachbarten Ausstrahlungen an. Würden die Menschen doch den Schaden erkennen, den sie sich und anderen durch Halbheit der Entscheidungen zufügen! Solche Entscheidungen vermögen das Bewusstsein zu spalten und an den Tod heranzuführen. Wie es oft geschieht, beginnt Krankheit unbemerkt, und später ist eine lebensgefährliche Operation unvermeidlich. So
führt der Stich der winzigsten Natter der Unaufrichtigkeit zu menschlichem Ruin. Man muss warnen, doch man kann nicht zwingen. Ein über den Abgrund springendes Pferd kann nicht angehalten werden.
117. Wieso vermögen aus den Fußsohlen Flammen hervorzuströmen? Streben ist wie Feuer und so unüberwindlich wie der Wirbelwind. Das eifrige Begreifen Unserer Weisungen beflügelt einen mit Feuer. Solch feurige Selbstumzingelung ist wie eine Schutzmauer. Aus dem Hintergrund, unverletzt, beobachtet wachsam den Kampf, bereit, euren Pfeil abzusenden!
Offenbarte Kämpfer, welch unbändiger Strom, unwiederholbar und verborgen für die Augen der Welt, wütet um euer Lager! Was hat euch bewogen, eure Schwerter zu schärfen und eure Schilder geduldig emporzuhalten? Ihr werdet sagen: "Wir kennen die Fristen der Erde und nichts kann unsere Sicht trüben. Der Hüter der Fristen hat uns die Anpassung der Kräfte und die Entscheidungen anvertraut; und Ausdauer hat sich in Unanfechtbarkeit verwandelt. Gestern ließ uns Erwartung erbeben, doch heute erfreuen wir uns des eifrigen Kampfes, wissend, dass der vorbestimmte Kampf zum Sieg führt." "Herrscher der Sieben Tore, führe uns, die wir die Mitternacht durchschritten haben, der Sonne entgegen! Dein sind unsere Pfeile, o Herrscher! Ohne Dein Gebot werden wir die Stätte der Rast nicht betreten. Weder eine Stunde noch ein Tag, noch ein Jahr wird uns vom Weg abhalten. Denn Du, der Eiligste, lenkst die Zügel unserer Rosse. Denn Du bist diesen Weg gegangen, und Deine Ausdauer ist unsere Bürgschaft. Sage uns, Hüter, woher ergießt sich der Strom der Ausdauer?" "Aus dem Erz des Vertrauens."
Wer weiß, wo der Bote sein Roß wechselt?
118. Oft vernehmen wir selbstgefällige Ausrufe: "Ich habe mich bereits gewandelt! Ich habe bereits Fortschritte gemacht!" Schwankendes "ich", hast du dich wirklich geprüft? Hast du Fortschritt erzielt, dann wohl dir. Doch hat sich nicht die Umwelt geändert, und maßest du dir nicht fremde Errungenschaft an? Doch wo ist die Kühnheit und beschwörst du nicht eine Krankheit des Geistes herauf?
Es ist ein Irrtum, zu glauben, dass der Verkehr mit Uns ohne Folgen sei. Im Gegenteil, jede Weisung führt den Wirbelwind des Schutzes oder der Verurteilung mit sich. Kann es anders sein, wenn jede Selbstzufriedenheit eine schädliche Ansteckung mit sich bringt, wenn jede Einschränkung auf Kosten eines Nachbarn unterhalten wird? Darum gleicht jede unaufmerksame Befolgung des Gebots einem Pfeil ins Herz. Jedes Davonschleichen gleicht einer würgenden Kette. Ihr wisst, dass alles im Räume schwebt. Wer würde geneigt sein, den Nagel zu seiner Verurteilung selbst einzuschlagen? Doch Wir eilen, Karmas zu beenden, um das eilige Schiff von unnötigen Ankertauen zu befreien.
Zur bestimmten Frist spannt euer Ohr an, um jedes Wort des Lehrers zu begreifen.
119. Jede Verehrung des Lehrers beweist das Verstehen der Lehre. Jede Verehrung der Wirkungsstätte des Lehrers bezeugt Durchdrungenheit und Hingabe. Jedoch diese Zeichen von Aufmerksamkeit können nicht eingegeben werden. Diese Zeichen müssen von selbst im Bewusstsein erblühen. Der Lehrer wird nie sagen: "Erweist Mir Achtung'"
120. Kann man das sogenannte Wunder erwarten?
Die erste Bedingung für ein Phänomen ist natürlich, dass es nicht erwartet wird. Das ganze Wesen des menschlichen Bewusstseins vereitelt Phänomene. Das Durchschnittsbewusstsein schafft durch Vermutung sich widersprechender Umstände eine Schranke. Der Adept des Wissens kann nur bitten: "Liebe Menschen, stört nicht mit erwartungsvollen Ausrufen, wenn das Reagenzglas universaler Essenz bereits eine glückliche Verbindung schafft. Kann man eine Wendung des Schiffes nach rechts erhoffen, wenn Unsere Hand das Ruder nach links lenkt?"
Nur das klare, unanfechtbare Bewusstsein kann der Mitarbeiter des Weltgeschehens sein. Wenn ein Raum dem Auge leer erstfeint, können wir deshalb behaupten, dass er wirklich leer ist?
Mögen die Gespenster der Unwissenheit den Horizont nicht begrenzen!
121. Ich bestätige und ihr solltet verstehen, dass das, was heute nicht möglich ist, morgen durchführbar sein kann. Der Lehrer offenbart auch Macht, um die Schönheit eurer Heldentat zu schützen. Das Unglück der Menschen liegt darin, das sie die Inkarnationen sowie die komplizierten Bedingungen einer Heldentat nicht verstehen. Einsamkeit ist der beste Freund der Heldentat, doch manchmal sind Zeugen nötig, und dann sind die karmischen Gesetze besonders kompliziert.
Der Lehrer kann den Hauptkanal der Tätigkeit weisen.
Der Lehrer vermag bis zu einem gewissen Grad zu beschützen, doch der Reigen des Tanzes der Geister wird sich fortsetzen. Man sollte den Gedanken verstärken, wie man mit Wissen an die Dämonen herankommen kann. Sehet ihr einen Pförtner, werdet ihr euch nicht sonderlich mit
seiner Psychologie befassen. Ebenso werdet ihr, wenn ihr einem verurteilten Menschen begegnet, nicht mit ihm über Kosmogonie sprechen. Auf der Erde müssen die Schätze oft abgestaubt werden. Und selbst auf dem Wege gibt es nicht wenige Dämonen. Wir können Uns an eine Reihe von Begegnungen mit furchtbaren Gesichten in Unseren vergangenen Leben erinnern. Die Elemente treten bei der irdischen Heldentat eng in Erscheinung. Die Elemente stehen auf beiden Seiten Wacht. Wenn Feuer mit Erde kämpft, können gewisse Naturerscheinungen beobachtet werden. Es können vorzeitige Erscheinungen erwartet werden. Die Erde ist die Hüterin des alten Denkens, doch Feuer ist der Ausbruch von Evolution.
Welch unerhörten Kampf führen Wir beim Aufblitzen der Elemente! Die Unzerstörbarkeit der Ursubstanz verleiht dem Kampf Beständigkeit, und gleicherweise beflügelt das Wissen über die Unendlichkeit des Seins die Heldentat. Sagt: "Schwestern und Brüder, man kann unaufhörlich arbeiten; und Schwingen wachsen im Vorbeigleiten von Tagen und Nächten." Und den Ungläubigen sagt: "Ihr werdet Wärme empfinden, und die Erkenntnis des Lehrers wird euer Leben versüßen. Doch werfet keine Steine auf den Pfad." Im Kampf der Elemente ist jedes veraltete Bewusstsein eine Mauer gegen das Licht. Sagt: "Verwirrt das Gewebe nicht!"
122. Dass es für eine Lage keinen Ausweg gäbe, denken nur jene, die sich auf Menschen stützen, anstatt auf die Macht der Gedanken. Gram über die Zustände der Menschen fließt gleich den kräuselnden Wellen eines Flusses dahin. Doch die Bilder der Wahrheit, von euch Ideen genannt, lenken das Karma der Welt. Man kann erstaunt sein, wie die Bilder der Wahrheit im Räume kämpfen. Während die Masse der Menschen
in der Raserei von Unwissenheit und Verrat dem Verfall unterliegt, weben die Gedanken der Wahrheit ihre himmlischen Horste, die für die wahre Evolution weit gebietender sind als der Kult ganzer Völker.
Ihr begreift das Werk der Wirklichkeit und das Werk der Maja. Wirklichkeit ist der Gedanke des Raums, doch Maja ist die Aufmerksamkeit der Menschen. Merkt euch, dass jeder von Uns über den niederen Zustand von solch Inkarnierten betrübt sein könnte, doch das steht in keinem Verhältnis zum Plan der Evolution, denn der Gedanke ist schöpferisch. Das Wachsen oder die Auflösung eines einsamen Körpers und die Bilder der Wirklichkeit gewährt die Möglichkeit zum Flug in neue Sphären. Jeder Lehrer des Lebens konnte seine Macht nur auf die Bilder der Wahrheit stützen, und er schuf die Zukunft durch den Gedanken und nicht durch das Bewusstsein der Masse.
Möge die Asche vergangener Scheiterhaufen die Sicht trüben, doch die Feuer der neuen Bilder erglühen im Unbegrenzten. Wenn wir die Grenzen von Nationen und Staaten überschritten haben, ist es dann nicht ganz gleich, welcher Planet durch den räumlichen Gedanken genährt wird? Wichtig ist, dass er vom Bewusstsein des Allgemeinwohls erfüllt ist. Dann wird der Lauf der Völker das auf die unvermeidliche Evolution gerichtete Auge nicht beunruhigen.
Die Ehrfurcht vor der Wohnstätte des Lehrers ist weder Ehrfurcht vor dem Erdboden noch vor Konventen eines Tempels, sondern sie ist das Entflammen von Gerechtigkeit im Raum.
Off ermüdeten Uns die Zustände der Menschheit, doch Wir bereuten keinen einzigen evolutionären Gedanken. Diese Gedanken gedeihen
wie ein zauberhafter chemischer Garten, und wie magisch unsichtbar sind die Arbeiter dieses Gartens! Verstehet es, über das Allgemeinwohl nachzudenken, und Wir werden immer mit euch sein.
Lasst uns mit einer Legende enden: "Betrachten wir die Sterne. Es wurde gesagt, dass das Gefäß der Weisheit sich aus Tuschita23 ergoss und die Tropfen des wundervollen Trankes im Raum erglühten". Doch der Lehrer sagt: "So erglühen die Spitzen der Gedankenpfeile, denn der Gedanke durchdringt die strahlende Substanz und erschafft Welten."
Schöpferischer Gedanke, lass nicht ab, den Raum mit den Blumen des Lichts zu schmücken!
123. Es sprach Salomon: "Ich werde dich an die Wegkreuzung stellen und dich stumm und unbeweglich machen. Vor dir werden die Zeichen der Ereignisse vorbeiziehen. So sollst du deine menschliche Neugierde zähmen und in die vorbestimmten Gezeiten des Stromes eindringen. Denn jenseits des Menschlichen wird der Weltgedanke geboren."
Beobachtet den Gang der Ereignisse so, als ob ihr von der Turmspitze aus Schafherden zähltet.
124. Wenn ein Schüler seinen Lehrer verliert, muss er den von Ihm empfangenen Ring zurückgeben. Man braucht dies nicht als ein seltenes Vorkommnis zu betrachten. Das Karma der Besessenheit oder der geistigen Schwäche kann zwischen Schüler und Lehrer leicht eine Schranke setzen. Die Selbstzüchtigung des Ausgeschlossenen kann ihn wieder an den Punkt, wo er den Pfad unterbrochen hat, hinführen. Der Schüler muss die Notwendigkeit der Eile verstehen und sich der Arbeit zuwenden.
125. So nähert sich der Schüler dem Lehrer: aufgeschlossen, bereit, die Lumpen der alten Welt abzustreifen, zu neuem Bewusstsein strebend, begierig nach Wissen, furchtlos, wahrheitsliebend,
hingebungsvoll, kühn, wachsam, arbeitsam, zielstrebig, feinfühlig. Er hat den Pfad des Vertrauens gefunden. Maja verlockt ihn nicht. Maja schreckt ihn nicht. Am Busen der Erde wird der Stein aus den fernen Welten gefunden. Das Leben ist verschönt, das Können gefestigt. Unnütze Worte werden ausgemerzt. "Lehrer, es ist mir geglückt, den Versuchen der Hitze und dem Schrecken der Kälte standzuhalten. Meine körperliche Kraft hat mich verlassen, aber mein Ohr ist geöffnet. Und der Körper des Lichts ist bereit auf Deinen Ruf zu erbeben. Und meine Hände sind bereit die schwersten Steine für den Tempel herbeizutragen. Drei Namen sind mir bekannt. Vertraut ist mir der Name Jener, die Ihr Antlitz verhüllte. Meine Kraft vermehrt sich." So soll der Schüler den Lehrer ansprechen.
126. Das Missgeschick der Menschheit ergibt sich aus dem Unvermögen, die Fäden des Guten und jene des Bösen zu erkennen. Der Mensch wendet die Zeichen vor allem auf seine eigene Zukunft an. Er denkt vornehmlich über sein "ich" nach und begrenzt die Welt mit sich. Kann man mit einem solchen Maß wahre Vorstellungen erlangen? Die hauptsächlichen und abscheulichsten Folgen solcher Begrenzung sind, dass viel Glaubwürdiges und Nützliches Seite an Seite mit dem Schädlichen gestellt wird. Zahllos sind die Beispiele, wo ein für die Zukunft gegebener Hinweis für die nächste Stunde angewendet wird und dadurch seine nützliche Bestimmung verliert. Manchmal kann eine einfache Formel das Schicksal ganzer Nationen umfassen. Aber der Mensch will persönlich an sich reißen, was für ein ganzes Kollektiv bestimmt ist, und die bereite Formel zerbröckelt wie ein Bildwerk unter einer rohen Hand. Diese Rohheit
individueller Begrenzung ist das schädlichste Zersetzungselement wertvoller Gelegenheiten.
Die Lichtfäden der fernen Welten benutzt man für häusliche Flickarbeiten, wogegen die wechselseitigen Fakten der Weltprobleme selten kombiniert werden. Darum nähert euch mit Beben und alles erfassend den Weltaufgaben. Fühlt das Erbeben der Erde durch die Spalten der Kataklysmen. Aber gerade durch jene Felsklippen ersteiget die Sphäre des Weltverstehens.
Wehe dem, der die Samen der Welt im eigenen Garten verstreut! Doch Freude dem, der ein Saatkorn des Verstehens für das Allgemeinwohl beisteuerte! So lautet das Gebot für jene, die an die Weltaufgaben herangehen.
127. Energie und Wille sind die Beherrscher von Karma. Wer dem Selbst entsagt, wer für das Allgemeinwohl strebt, wer sich im Kampf aufopfert, freudvoll im Schaffen ist, erlangt für einen Augenblick die Erleuchtung eines Archaten, die ihn zum Herrn seines Karma macht. Das Bewusstwerden von Erleuchtung kann als Gefühlswissen definiert werden. Wahrlich, dieses Gefühlswissen kann schwinden oder gar nicht in Erscheinung treten. Diese Meteore des Geistes schweifen im Raum umher, die günstigen Gelegenheiten der ohnmächtigen Menschheit davontragend. Das Bewusstsein eines Archats verleiht Überlegenheit, verlangt aber volle Verantwortung. Können viele die Freude der Verantwortung fühlen? In der Stunde der Verantwortung muss man den Mut haben, sich als einen Archat zu betrachten, der ohne Hilfe den Kampf leitet, dem Angriff der Elemente mit seinem Verstehen und Willen widerstehend.
Dem Unwissenden erscheint der Zusammenstoß mit den Elementen wie ein Märchen. Aber ihr wisst bereits, wie oft die Elemente ins wirkliche Leben der Menschen einbezogen werden. Nicht selten hat die Lehre auf die Wirkung physischer Manifestationen auf den menschlichen Organismus hingewiesen. Energie wird Einklang der Elemente mit der Spannkraft des menschlichen Organismus schaffen. Wille wird aus Erfahrung und der Aufmerksamkeit gegenüber den Phänomenen des Seins geboren. So vermag unüberwindliches Karma der menschlichen Einwirkung zu unterliegen.
128. Wir führen Gespräche über die Zukunft, wobei es möglich ist, die entferntesten Vorstellungen vorzubringen und sie durch Tatsachen und Analogien zu bekräftigen. Solch ein Spiel von Vorausschau ist die beste Entspannung. Es weckt schlummernde Zentren und gebiert neue Gedanken. Unsere Lehre entspringt der Erfahrung und der Vorausschau. Darum ratet euren Freunden, über die Zukunft nachzudenken. Es ist unnütz, Betrachtungen darüber anzustellen, ob der gegenwärtige Augenblick erfolgreich ist oder nicht. Nur wenn wir die Tatsache in die Zukunft verlegen, ermitteln wir ihren Wert. So wird die Wirklichkeit der Zukunft geformt.
Wir sind Feinde grundloser Phantasien, aber Wir begrüßen jede zielstrebige Vorausschau. Wenn Elemente des Aufbaus ermittelt werden können und der Wille sie zu schweißen vermag, dann mag man auf der Bejahung des Planes bestehen. Die Untauglichkeit oder Gebrechlichkeit des Aufbaus liegt in uns. Der Schrecken der Zerstörung ruht im Fehlen der Wechselbeziehung zwischen Bewusstsein und Verstand. Die Logik des Verstandes vermag die Grundlagen zu unterminieren, während das Bewusstsein bereits einen Sieg ausruft.
Wenn das Erfassen der Augenscheinlichkeit im rechten Verhältnis zum Bewusstsein der Wirklichkeit verstanden wird, dann wird Entschlossenheit unanfechtbar. Denkt so über die Zukunft nach. Daher errichtet die Mauern des Wissens inmitten der Wüste. Ihr wisst, dass jeder Stein dieser Mauern unbedingt nützlich ist. Der Grad solcher Unbedingtheit wird die Angriffe der Feinde des Wissens aufhalten. Schätzet jede Stunde, in der ihr die Zukunft erbaut. Die größte Stärke der Menschheit wird in Vorausschau geboren. Woher kommt Mut? Woher Streben? Woher Sieg?
129. Verrat muss vorausgesehen werden. Jedes Anzeichen von Verrat muss aufgedeckt werden. Wenn Furcht vielfarbig ist, so ist Verrat noch vielfarbiger. Lasst uns wachsam sein!
130. Sagt ihm: "Es geziemt sich, selbst im größten Tumult und in Aufruhr die Ruhe des Geistes zu bewahren." Er wird erwidern: "Eure Wahrheit ist nicht neu. Warum soll ich die Ruhe bewahren, wenn mein Körper vor Anspannung erbebt?" Antwortet ihm: "Dies ist das Gesetz der Vervollkommnung." Er wird erwidern: "Selbst das ist nicht neu. Worin bestehen die Vorteile der Vervollkommnung?" Darauf werdet ihr antworten: "Das Bewahren von Ruhe führt zur Beherrschung der verschiedenen Zustände des Körpers. Ein Geist, der nicht bestrebt ist, sich zu entwickeln, gerät beim Körperwechsel in einen Gleichgültigkeitszustand und irrt umher, gequält von unbewussten Erinnerungen. Dabei versenken ihn die niederen körperlichen Erinnerungen in einen Zustand ohne jeden Schimmer von Licht.
Es ist wesentlich, während des Körperwechsels einen Zustand
von Gleichgültigkeit zu vermeiden. Vervollkommnung im Streben wird während des Übergangs von Körper zu Körper Ruhe verleihen. Die Eigenschaft eines Archats wird jener erlangen, der den Strom des Bewusstseins nicht unterbricht und ständig in die Zukunft strebt".
Sagt euren Zuhörern, dass man das ewige Amrita24 geistiger Vervollkommnung nur durch Erfahrung vorbereiten kann. Könnte jemand, der ein dringliches Experiment leitet, dabei einschlafen? So werden auch Wir, mit wachem Bewusstsein, die Leben zu einem unzerreißbaren Halsband vereinen. Manchem wird dieser Rat wie eine Abstraktion erscheinen; aber Wir kennen die ganze praktische Wirklichkeit der Vervollkommnung.
Nun muss eine weitere Eigenschaft des Archats erkannt werden. Man muss wissen, wie man durch gewisse Lebensperioden unbemerkt für die Augen anderer hindurchschreitet. Pfeile übermäßiger Aufmerksamkeit zerstören das purpurne Schutznetz. Dieses Experiment wird vielleicht bald auf einem Bildschirm gezeigt werden können. Wir zögern nicht, den bis vor kurzem unerfassten Begriff "Archat" neben das wissenschaftliche Experiment zu stellen. So kann man eine Brücke zu den fernen Welten schlagen und dort Leben entdecken, wo eine Art von Tod vermutet wird.
131. Die Verbindung anderer Manifestationen der feinsten Energien mit physikalischen und chemischen Phänomenen stellen einen mächtigen, auf die Menschheit wirkenden Faktor dar. Wenn die chemische Eigenschaft eines Strahles von einem fernen Planeten auf den menschlichen Organismus bedrückend wirkt, dann werden die ganz engen Verbindungen von Ausstrahlungen unserer Erde unter dem Einfluss unzählbarer kosmischer Formationen zum Druckhebel
der Bestrebungen der Menschheit. Gesetze über menschliche Störungen können nicht in genauer Übereinstimmung mit einer logischen Einteilung augenscheinlicher Elemente aufgestellt werden. Wie kann man also ohne Studium aller umgebenden Prozesse die Verflechtungen des Denkapparates enträtseln? Irgendwo flammten rosafarbene Strahlen auf, und ein vorbereiteter Aufstand einer ganzen Nation brach zusammen. Irgendwo änderten sich die Gezeiten des Meeres, und die Auswirkungen zeigten sich im Welthandel. Dies sind rohe, offenkundige Beispiele, aber wie viele feinste Ursachen und Wirkungen füllen den Raum und durchfurchen die Schichten der Menschheit!
Ihr, die ihr die Geschicke der Völker entscheidet! Gehet in die Laboratorien, steiget empor zu den Observatorien, und wenngleich ihr die Analogie mit sozialen Problemen nicht sofort entdecken könnt, wird ein forschender Intellekt die Kompliziertheit des Apparates der Wirklichkeit erfassen. Er wird erkennen, dass das Schicksal der menschlichen Evolution von kosmischen Prozessen nicht getrennt werden kann. Daher wird wahres, vorurteilsloses Wissen der sichere Führer in die Zukunft sein. Wer die Wissenschaft menschlicher Soziologie von den kosmischen Prozessen trennen will, schneidet seine eigenen Beine ab und verurteilt sich zum Leben eines Krüppels.
132. Eigendünkel und Misstrauen sind fürchterliche Krankheiten. Jener lässt Stumpfheit und Unwissenheit entstehen, aus diesem entspringen Lüge und Verrat. Man muss die Beweggründe der Mitarbeiter kühn erkennen. Der Schild beschützt jene, die mit aufrichtiger Erleuchtung die gewohnten Gleise der Finsteren zudecken.
Nicht der zufriedene Tor volkstümlicher Märchen,
sondern ein Kämpfer, wachsam, mit vollem Unterscheidungsvermögen, ist das Bild der gegenwärtigen Zeit.
133. Ihr möget fragen: "Wie viele Wissensgebiete kann der Mensch fassen um die Qual der Schalheit zu vermeiden? Sicherlich würde eine Dreiheit von Gebieten den Gedankenstrom nicht belasten. Die Ethik als Grundlage des Seins, das Gebiet früherer Existenzen und einige Beobachtungen an den Elementen der sichtbaren Natur könnten eine unerschöpfliche Dreiheit zur Klärung des Wahrnehmungsvermögens bilden.
134. Wieso vermag Unsere Gemeinschaft Gereiztheit leicht zu vermeiden? Wir werden die Eigenschaft des Bewusstseins nicht überschätzen; aber noch bleibt die Fülle der Arbeit die Grundlage. Arbeit und die Nutzbarmachung von Prana bergen das Geheimnis der Möglichkeiten einer geeinten Gruppe. Solch eine Zusammenarbeit ist möglich, und Unsere Anhänger dürfen sich nicht an den verschiedenen Charakteren der Mitarbeiter stoßen. Eine Fülle von Arbeit und die Nutzung der Natur werden die richtige Einstellung zum Hort der Arbeit bieten.
135. Man kann sich freuen, wenn die Fristen großer Ereignisse vorbeifließen. Keine Zerstörung kann das Bewusstsein der Wirklichkeit wachsender neuer kosmischer Verbindungen verhindern. Solche Verbindungen müssen uns mit Freude erfüllen. Wenn wir sie erkennen, so bedeutet es, dass wir an ihnen teilhaben. Und selbst eine anteilige, jedoch bewusste Mitwirkung am kosmischen Prozess ist bereits ein großer Sieg des Geistes. Das Streben zu den fernen Welten stellt
die natürliche Richtung des menschlichen Geistes dar, der sich seiner interplanetaren Erfahrungen erinnert.
Es ist wesentlich, die Menschheit auf den Pfad zu den fernen Welten zu lenken. Diese Richtung kann sie ungeachtet allen Spottes der Unwissenheit zur wahren Wirklichkeit führen. Die Manifestation der fernen Welten wird das Leben auf der planetarischen Kruste umwandeln. Die bevorstehende Wirklichkeit wird kleinliche Gedanken vertreiben.
136. Oft vertrauen sich die Menschen einem feurigen Ross an, obgleich eine unscheinbare Mücke das Tier in Wut geraten lassen kann. Oft versuchen die Menschen, in einem brüchigen Kahn zu fahren, obwohl jeder Stein eine Gefahr bedeutet. Oft sitzen die Leute unter dem Gebälk eines Hauses, das bei geringstem Erbeben des Bodens zusammenstürzen kann. All dies ist natürlich bekannt; nichtsdestoweniger versuchen die Menschen, der Gefahr zu entgehen, als ob Gefahr nicht ein Begleiter inkarnierten Seins wäre. Die Menschen nennen es Glück, wenn sie über einen Abgrund schreiten, den sie nicht bemerken. Doch ist der Blick genügend geschult, wird der Wanderer des Lebens jede kosmische Unregelmäßigkeit bemerken. Er wird von der augenscheinlichen Undurchdringlichkeit des Pfades schmerzlich berührt sein.
Doch was wird ihm den Mut und die Kraft verleihen, alle Klüfte der zerfallenden Festung zu überqueren? Wahrlich, nur das Bewusstsein, dass diese Stunde des Übergangs in Beziehung zur Zukunft steht, die unvermeidlich geschaffen werden muss.
137. Die Menschen wollen Gruppentätigkeit die die Kräfte vervielfacht nicht begreifen. Der Dodekaeder
ist eine der vollkommensten Formungen; solch eine dynamische Form vermag vielen Angriffen zu widerstehen. Eine Gruppe von zwölf zielbewusst verbundenen Menschen vermag selbst kosmische Ereignisse zu meistern. Man muss auch verstehen, dass die Erweiterung einer solchen Gruppe sie zu schwächen vermag, weil die dynamische Kraft ihrer Struktur gestört wird. So könnt ihr beobachten, dass Wir Formationen von kleinen Gruppen bilden. Gewiss, verschiedene karmische Bedingungen können unterschiedliche karmische Elemente anziehen. Man kann sie nicht mit Gewalt ausstoßen, aber man kann sie rasch ausschließen. Aufgabe jedes fortgeschrittenen Teilnehmers an der Gruppe ist es, zu erkennen, wer die ungebetenen Gäste sind, und alle Willenskraft aufzubieten, um die alten Rechnungen des Lebens zu begleichen. Manchmal sind es sogar keine üblen Beweggründe, die eine würdige Person zu unwürdigen Elementen ziehen eine Art überladen des Schiffes mit ungeeigneter Fracht. Doch der Steuermann muss die Qualität der Fracht erkennen und das Untaugliche wegwerfen.
Vermeidet besonders Versprechungen: diese Versprechungen kleben wie Muscheln am Schiff. Erkennet die Verdienste des Würdigen, doch belastet ihn nicht mit Versprechungen. Eine einige Gruppe muss frei sein von gegenseitigen Versprechungen. Das Bewusstsein des künftigen Aufbaus wird die einzige Grundlage der Verwandtschaft sein. Ich spreche nicht von magischen Zirkeln, sondern von der Wirksamkeit wirklicher Gruppen.
138. Mit Recht lehnt ihr euch dagegen auf, im Leben Schmutz auszustreuen. Wahrlich, Tiere verhalten sich sauberer, weil ihre Vorstellung unbefleckt ist. Ohne Furcht
muss man die gemeine Gewohnheit, der Jugend Sand in die Augen zu streuen, ausrotten.
139. Das Feuer von Brahmavidya ist nur in den Augen wahrzunehmen. Das Wort enthält es nicht. Die Schrift kann es nicht enthalten, denn seine Flamme ist in jenem Gedanken enthalten, der in der körperlichen Hülle keinen Ausdruck findet. Nur der Spiegel des Auges strahlt die Funken des höchsten Gedankens aus. Solche Augen erkennen die Funken kosmischer Strahlen, welche die grobe Sicht einfach das Licht der Sonne nennt.
Um mit bloßem Auge den kosmischen Strahl in Funken des Fohats25 zu zerlegen, ist das Feuer von Brahmavidya erforderlich. Das menschliche Wort ist machtlos im Ausdruck der Natur von Brahmavidya. Man vermag teilweise mit geistigem Sehen einzudringen und das Zerlegen des Strahles mit geschlossenen Augen zu schauen. Doch das Wachsen des Feuers von Brahmavidya verleiht die Fähigkeit, die die Strahlen zusammensetzenden Teile, die für einen mechanischen Apparat nicht wahrnehmbar sind, mit offenen Augen zu sehen. Diese Fähigkeit reicht bereits in den Bereich der Verbindung mit den fernen Welten. Sie kommt unerwartet wie jede Bewusstseinserleuchtung; ihre Entwicklung kann nicht erzwungen werden, doch sie zeigt sich in dem Augenblick, wo der Organismus die entsprechende Feinfühligkeit erlangt hat. Der Lehrer kann diese Möglichkeit nicht fördern, doch Er freut sich, wenn diese Sehkraft aus der Finsternis ins Licht gerückt wird.
Der gleiche Prozess vollzieht sich mit den Tönen aus fernen Welten. Zuerst klingen sie unleugbar in den Tiefen des Bewusstseins, und dann fliegen sie unerwartet in das offene,
frohlockende Ohr. Jene, denen Erleuchtung unbegreiflich ist, werden nicht verstehen, wovon Ich spreche.
140. Am abscheulichsten sind jene Menschen, die nicht glauben können und die Macht des Vertrauens nicht kennen vorübergehende Schatten.
141. Wir lassen Unsere Brüder nicht im Stich. Wir erwägen erfolgreiche Möglichkeiten gegen die Augenscheinlichkeit. Ein Sämann vermag sein Feld zu wechseln, ohne seiner Nützlichkeit verlustig zu gehen. So können auch Unsere Brüder ihr Arbeitsfeld wechseln, wenn sie wissen, dass die Nahestehenden ihr schöpferisches Werk und geistiges Streben wachsam hüten. Bei echter Zusammenarbeit muss jeder Bruder wissen, dass für ihn die besten Möglichkeiten gewählt werden. Dieses Wissen muss ihm in allen Schwierigkeiten Halt bieten. Das ist die Verpflichtung der Gemeinschaft.
Kann der Inkarnierte von sich aus wissen, wann er etwas begann oder vollendete? Es ist unmöglich, im physischen Körper alles über sich zu wissen. Viele Leben weben ein Band des Bewusstseins, und man sollte es den treuen Brüdern überlassen, die Stunde zu verkünden, in welcher der Lotos sich öffnen wird. Sie können über die aufgebotene Zielstrebigkeit urteilen; denn in diesem Willen und in der Tiefe des Vertrauens liegt ein Sieg über Karma.
142. Lasst uns ein Beispiel aus der Tierwelt anführen. Wenn die von einem Blut genährten Organismen sich trennen, erweckt dieser Prozess immer ein Gefühl der Unvollkommenheit. Der Wurf winziger blinder Neugeborener wendet sich so unbewusst an die Kräfte der Natur, dass nur Mitleid von ihnen Notiz nimmt.
Aber die Zeit vergeht, und sie werden ein kraftvolles Rudel. Freilich kämpfen sie miteinander, aber den Feind greifen sie vereint an. Trotz anfänglicher Nichtigkeit ist eine neue Kraft geschaffen worden.
Nehmen wir das Beispiel eines Aufbaues. Um ein neues Haus zu errichten, wird das alte Gebäude abgerissen. Jeder aus dem alten Nest entfernte Stein, jeder Balken schreit auf gegen die Ungerechtigkeit dieser Tat. Aber die Zerlegung erfolgte, und neue Energie flackerte auf. Kali-Zerstörerin26 ist Mutter-Schöpferin geworden. Aus den Bruchstücken wird ein neuer Bau errichtet. Neue Energie überflutet den Raum. An Hand solch einfacher Beispiele sollte man daran denken, dass Energieerneuerung notwendig ist.
Wird Uns von einer Form berichtet, die für ein Jahrtausend unverändert bestehen bleibt, werden Wir vornehmlich die Unbeweglichkeit der Energiespirale, die eine solche Erfindung umgibt, bedauern. Deshalb wird große Tat stets Unsere Freude sein. Wir nennen Zerstörung Schöpfung, wenn ihr das Bewusstsein der Zukunft zugrunde liegt. Das Schaffen eines Energiestromes stellt den Anfang des Verstehens kosmischer Ereignisse dar. Darum denkt an Bewegung in Gedanken und in Taten. Alle haben vom Kommen der Neuen Ära gehört. Kann das Neue durch Untätigkeit eintreten?
Man mag lieber einen neugeborenen blinden Hund begrüßen als einen alten nachsprechenden Papagei. Vergleicht die Ströme der der Menschheit gegebenen Lehren
des Lebens. Jede erschließt ohne die vorhergehende anzugreifen neue Tore des Wissens. Die Lebenstätigkeit ist jeder gegebenen Lehre eingeprägt. Daher sollten die Lehren nicht studiert werden, um sie kennen zu lernen, sondern um sie im Leben anzuwenden. Nur auf diese Weise vermöget ihr den Energiestrom zu erzeugen.
143. Wir kennen die Bildung ganzer Reiche durch Erhalten der Beweglichkeit eines Planes. Die Belagerer des Bollwerks zogen sich zur Wiedergewinnung der Kräfte zeitweilig zurück. Und später wurde ihr Lager eine drohende Festung, die allein durch ihren Anblick des scheinbar uneinnehmbaren Bollwerks Schrecken einflößte. Mit unvernünftigem Gebrauch einseitiger Energie wäre die ganze Armee vernichtet worden, doch die Einführung eines neuen Tätigkeitsstroms schuf ein neues Bollwerk.
Das Erschaffen der Festung des Wissens bedeutet Sieg.
144. Ein mit Geistigkeit bis zum Rande gefülltes Gefäß nennen Wir jene Menschen, die auf Grund der Erfahrung früherer Leben und entschlossen zu einer Heldentat ihr Bewusstsein erweitern und dabei in das Verstehen der Grundlagen der Evolution eindringen. Sollte diese Erläuterung jemandem unwissenschaftlich erscheinen, so sagt: "Könnte man jemanden, der auf geistigem Gebiet schwer arbeitet, eine Leydener Flasche27 nennen?" Wahrlich, auf diese Weise wird die äußere Energie gesammelt, und zur gegebenen Zeit erfolgt die Entladung. Schwer zu ertragen ist die Spannung, wenn das Potential bereit und die Zeit noch nicht gekommen ist. Es ist deshalb schwierig, weil der feinfühlige Apparat besonders gefährliche Teilchen der Urmaterie aufnimmt.
Wie bekannt, dringt die Urmaterie Materia Matrix wegen des Wirbels der infizierten niederen Schichten nicht
in die Erdsphäre ein. Aber der so genannte Fohat, der die granulierte Urmaterie darstellt, kann die Erdoberfläche in Form von Funken erreichen und auch von manchem Auge wahrgenommen werden, wenn ein Sonnenstrahl den chemischen planetaren Strahl kreuzt und die Funken entsprechend der chemischen Zusammensetzung des Strahles färbt.
Außer von Fohat wird die Erdoberfläche vom Ausfluss strahlender Materie Materia Lucida erreicht. Bei einer bestimmten Sehfähigkeit wird sie als strahlende Strömungen und Flecken im Räume wahrnehmbar sein. Diese chemischen Erscheinungen mögen für eine Besonderheit des Sehens oder gar für fehlerhaftes Sehen gehalten werden. Aber Wissen wird die tiefe Bedeutung, die sie für den Organismus haben, enthüllen.
Einerseits üben die bewussten Funken von Fohat und die Strömungen von Materia Lucida eine wohltätige Wirkung aus, da sie den Geist mit dem Bewusstsein der Notwendigkeit der Evolution erfüllen; andererseits versengen sie und können einen Zentrenbrand auslösen, da sie Teile des feurigen Elementes sind. Die Erscheinungen des feurigen Elementes können mit der intensivsten Farbe der Elektrizität verglichen werden. Doch während die Lichtskala der Elektrizität begrenzt ist, übersteigt die Mannigfaltigkeit der chemischen Lichtfunken von Fohat jede Vorstellung. Die verschiedenen Lichterscheinungen von Fohat gleichen kostbaren Kristallen. Die psychische Energie nährend, bahnt Fohat den Weg zu den fernen Welten. Materia Lucida hingegen webt die Festigung
des Bewusstseins. Das eine stärkt, das andere zwingt in die unbegrenzte Weite der Vervollkommnung. Dies sind die wundervollen Gaben des großen Aum28!
145. Zuerst wurden euch die grobstofflichen Gesetze gezeigt. Ihr nahmt an Levitation29 sowie an Experimenten der Materialisation und der Übermittlung von Gegenständen teil. Dies wurde nicht zur Attraktion vorgeführt, sondern zum Zweck ernsten Wissens. Danach wurde euch die astrale Welt gezeigt, doch nicht, um in ihr unterzutauchen. Durch Erweiterung des Bewusstseins habt ihr die Fähigkeit erlangt, Auren und Bildnisse früherer Inkarnationen kennen zu lernen. Mit der halbmateriellen Welt endend, gingen wir über zum kosmischen Hellsehen und Hellhören. Durch Benutzung der geöffneten Zentren von Schwester Ur.30 konnten Strahlen mit verschiedenen Eigenschaften und der Aufbau feinster Substanzen gezeigt werden. So näherten wir uns dem Bewusstsein der fernen Welten, das dem Element Feuer nahe steht und darum gefährlich ist. Dazu war der Kälteeinfluss erforderlich; die Ergebnisse waren glänzend. Ohne besonderen Schock für den Organismus war es möglich, die Kristallbildung von Fohat zu zeigen, mit anderen Worten, das so genannte prismatische Sehen zu erlangen.
Warum ist es wichtig, die Erscheinung von Fohat zu fühlen? Die Kristallbildung dieser feinsten Energie ist im Fundament kosmischer Verdichtungen eingelagert. Dies bedeutet, dass gerade Fohat der Vater sein wird, der den Impuls zur Bildung neuer Körper im Raum gibt.
Wer das Wissen der fernen Welten erlangt, wird die Kraft und Schönheit der Kristalle
von Fohat wahrnehmen. Dies ist ein schwieriges Experiment, und Wir freuen Uns für Ur., weil der physische Körper selten die feinsten Energien aufnimmt.
146. Jede falsche Beschuldigung, Verdächtigung oder Behauptung belastet sofort den Sendenden. Es ist töricht, zu hoffen, dass die Folgen der Lüge abgewendet oder verborgen werden können. Gerade diese Folgen wurzeln sich im Karma wie Verheißungen ein, die unvermeidlich ausgelebt werden müssen.
147. Man sollte den Unterschied zwischen Erwarten und Streben genau kennen. Im Erwarten gibt es immer eine Stunde der Bewegungslosigkeit, während Streben stets ein Flug in die Zukunft ist. Solchen Unterschied kann nur verstehen, wer vom Verlauf seines derzeitigen Lebens nicht befriedigt ist und an die unaufhörliche Flut von Existenzen auf anderen Planeten denkt.
148. Lasst uns den Gegensatz von irdischer Weisheit und jener der fernen Welten betrachten. Gewiss, wenn der Geist seit langem nach der Vollkommenheit ferner Welten strebt, dann wird das irdische Leben nur ein Sammeln von Bruchstücken sein.
Alle Experimente in den Bereichen der feinsten Energien mögen sich in den Stunden vollziehen, in denen man sich leicht von der Erde lösen kann. Dies bildet ein unwiderstehliches Streben nach der Weisheit ferner Welten. Jedwedes irdische Gefühl erscheint nichtig verglichen mit diesem Flug ins Unbegrenzte. Doch manchmal müssen wir die Pfeiler der irdischen Weisheit stärken. Wir erfreuen uns der Weisheit ferner Welten, doch sollten wir die irdische Weisheit nicht vergessen.
149. Heute hörtet ihr die Sphärenmusik, jenen Rhythmus, der das Bewusstsein der Evolution festigt. Nicht die Melodie, sondern der Rhythmus ist das Wesentliche an der Sphärenmusik. Es ist tatsächlich der Reinheitsgrad der Töne, der die interplanetare Leitung bestimmt. Diese Töne werden in vielen fernen Welten gehört, aber auf Erden können sie nur in großen Höhen wahrgenommen werden, und außerdem muss man ein musikalisches Gehör haben. Aber das Ohr, das die Sphärenmusik vernahm, muss vor Wind geschützt werden.
150. Jeder, der nur ein einziges Mal seine Arbeit für Uns bereut hat, errichtet eine unüberwindliche Schranke zwischen sich und Uns.
151. Gewiss, das Brennstoffproblem in Asien muss gelöst werden. Mineralischer Brennstoff muss geschickt angewendet werden. Ebenso muss das Anpflanzen von Bäumen gefördert werden. Doch seit Jahrhunderten wird das Gehirn Asiens mit Blausaure vergiftet. Selbst auf den Höhen gibt es Brennstofflagerungen. Nachdem die Leute ihren Verstand verloren haben, sind sie Faulenzer geworden.
Ich verbürge Mich für Gesundheit, wo immer Prana bewusst gehütet wird. Die Erscheinung der Evolution sollte untrennbar mit der Verbesserung des menschlichen Lebens verbunden sein.
Das Knurren von Hunden kann der Symphonie Rhythmus verleihen. Die Stille des Friedhofs ist oft schrecklicher als das Pfeifen des Windes.
152. Je vollkommener der Geist, um so untrüglicher erkennt er das tiefe Leid des irdischen Lebens. Und dennoch spreche Ich wiederholt über Freude. Solche Freude ruht in der Erkenntnis der fernen Welten. Nehmen wir ein einfaches Beispiel. Euer Wagen
eilt durch die dunkle Nacht heimwärts. Der strömende Regen müsste euch eigentlich mutlos machen, aber dennoch frohlockt euer Geist vor Freude. Woher kommt sie? Nur vom Bewusstsein, dass euer Heim nahe ist und selbst die Dunkelheit euch nicht daran hindert, die Nähe der eurem Herzen Nahestehenden wahrzunehmen. Was kann das Elend des irdischen Lebens bedeuten, wenn die fernen Welten für uns Wirklichkeit geworden sind!
Beeilt euch, den Pfad in die fernen Welten zu erkennen. Nur dieses erweiterte Verstehen des Lebens wird eurem Geist die Grundlage des Pfades der Freude gewähren. Was sollte einen sonst freuen etwa die Unvermeidlichkeit der Wiedergeburt? Ohne Vorstellung der Zukunft sind Wiederverkörperungen nur bedeutungslose Fragmente aus dem Buch des Lebens. In der Tat, der tierische Verstand benötigt die Wahrnehmung der Zukunft nicht, doch den Menschen treibt der Erkenntniswille, den Wechsel der Leben zu verstehen. Mit solchem Denken erlangt der Mensch das Recht auf Freude, und durch Bestrebung kann er der Zusammenarbeit mit den fernen Welten näher kommen.
Nicht durch Astronomie, sondern im täglichen Leben wird der Mensch die Reichtümer des Lebens vermehren und die Unveränderlichkeit vieler täglicher Ereignisse erkennen.
153. Wer die Fundamente der Evolution erkannt hat, ist verpflichtet, sein Wissen einer gewissen Anzahl von Menschen zu übermitteln. Dabei unterliegt der größere wie der geringere Verkünder demselben Gesetz: Er muss sein Wissen weitergeben, ohne die Freiheit anderer zu verletzen. Die Grundgesetze der Evolution können nur freiwillig erkannt werden und im Leben nur durch Bestrebung des sich erhebenden Geistes Anwendung finden. Das ganze Leben
muss in Richtung der Evolution umgestaltet werden. Das ist für den unerreichbar, der nicht bereit ist, der Erde dieses geistige Geschenk zu bringen; dabei ist dieses Geschenk für die Beendigung des irdischen Pfades von Bedeutung. Aus den ältesten Testamenten des Vedanta31 wissen Wir von diesem Grundsatz der Befreiung. Jedoch vor der Wiedergeburt der Evolution ist es Unsere Aufgabe, auf diese treibende Kraft immer wieder hinzuweisen.
154. Ihr habt oft nach jenen Geistern gefragt, die wegen der fernen Welten die Erde verließen. Doch die blasse Färbung unseres Planeten wahrnehmend, wurde euch das zielbewusste Streben für den Übergang dorthin, wo es die schöne Wirklichkeit gibt, verständlich. Bei vollem Verständnis für die Grundlagen der Evolution muss man die irdischen Pflichten erfüllen. Darin besteht die höchste Zusammenarbeit mit der Menschheit. Doch bedenkt, keine Glaskuppel kann das Wachsen der Zweige einer Eiche hindern.
Mögen alle, die fähig sind, aufsteigen zu den Höhen!
155. Dem Mittelhirn muss Aufmerksamkeit geschenkt werden. Gerade auf seiner Entwicklung beruht die Errungenschaft des Yoga mitten im Leben. Die angesammelten Lebenserscheinungen beweisen, wie weit der Yoga des Lebens dem künstlichen, wirklichkeitsfremden Aufstieg überlegen ist.
156. Der Rhythmus der Wahrheit ist wie eine unbesiegbare Festung. Nicht eine Menge Worte, sondern ein rhythmischer Klang hat entscheidende Bedeutung. Warum mit Worten zu erobern suchen, wenn der Blitz des Rhythmus die schädlichsten Wesen vertreiben kann? Wozu weitschweifige Briefe zusammenstellen, wenn der Gedanke das Bewusstsein augenblicklich durchdringt? Allerdings ist die Lehre vom Gedanken und der Willenstat von den Menschen bereits entstellt worden. Sie vermeinten,
die Unfähigkeit des Willens und des Denkens durch mechanisches Handeln ersetzen zu müssen. Lächerlich sind all die künstlichen hypnotischen Ratschläge zur Einschläferung, einschließlich des Spielzeugs glitzernder Gegenstände. Selbst das Kreuzen des Blickes ist nicht nötig. Doch wer den wahren Yoga im Leben erkennt, weiß, dass der Blitz der Wahrheit einschlägt und zum Leben erweckt.
Wenn Wir von der Notwendigkeit der Ehrlichkeit sprechen, denken Wir nicht an unwürdige Menschen. Wir verweisen auf den geraden Weg vollkommener Wahrheit, bar des persönlichen Elements. Diese Möglichkeit kann durch Gefühlswissen erkannt werden. Die im Zentrum des "Kelches" aufgespeicherte Erfahrung verleiht unbezweifelbares Wissen. Das "Kelchzentrum" befindet sich nahe dem Blutreservoir, denn Blut ist das Mittel zum Durchschreiten des Erdenweges.
Also ist die Wahrheit keine relative Abstraktion; sie ist die auf unmittelbare Erfahrung beruhende Erkenntnis der kosmischen Gesetze. Unser Buchhalter mag sich daher, ohne unehrlich zu sein, in den Zahlen irren, aber der gewiefteste Heuchler wird die Macht der Wirklichkeit nicht erlangen.
Es ist richtig, Einweihungen, Meditation und Konzentration als veraltete Begriffe anzusehen, denn diese Begriffe müssen in Taten zum Ausdruck kommen. Die ganze künstliche Magie muss in Vergessenheit geraten.
157. Die Umnachtung der Menschen nimmt zu. Die feurige Blume ist nicht über die ganze Weite des Planeten sichtbar.
158. Gewöhnlich meinen die Menschen, sich durch viele Methoden vervollkommnen zu können.
Diese Vielfältigkeit von Vorspiegelungen schläfert mittelmäßiges Denken ein. Doch der Menschheit stehen nur zwei Wege offen: entweder weise und eifrig nach der Erkenntnis von Aum zu suchen oder wie ein Klotz in einem Sarg zu liegen und als selbstverständlich anzunehmen, dass jemand oder etwas sich um das Schicksal des Krämergeistes kümmern werde.
Das echte Streben nach Erkenntnis höchster Möglichkeiten sollte den größeren Teil des menschlichen Lebens, als die wesentlichste und anziehendste Beschäftigung, ausfüllen. Doch das Licht des Wissens ist durch herkömmliche Religionsdogmen ersetzt worden, und der Denker Mensch verehrt den dunklen Winkel, sich mit Amuletten behängend, ohne auch nur das Symbol des Bildnisses zu verstehen. Wiederholt das allen, die in der Finsternis der Herkömmlichkeit schlafen.
Es gibt keine halben Maßnahmen; es gibt entweder Streben oder Todesstarre. Darüber hinaus ist Streben mit der Freude kosmischen Bewusstseins erfüllt, und Todesstarre ist voller Schrecken. Die Regierungen, die sich bemühen, unter der Maske herkömmlichen Erfolgs Denkarmut zu verbergen, übernehmen die Rolle von Totengräbern. Daher ist es notwendig, die Junge Generation auf den Advent des Yoga des Lebens aufmerksam zu machen.
Alle vorhergehenden Yogasysteme, die aus den höchsten Quellen stammen, hatten eine bestimmte Eigenschaft des Lebens zur Grundlage. Und jetzt, beim Advent des Zeitalters des Maitreya, ist ein Yoga erforderlich, der das Wesen des ganzen Lebens beinhaltet, allumfassend, nichts umgehend, wie die feuergefeiten Jünglinge in der biblischen Legende32, die sich mutig
in der feurigen Esse opferten und dadurch Macht errungen haben.
Ihr könnt Mir einen Namen für den Yoga des Lebens vorschlagen! Aber der genaueste Name wird Agni Yoga sein. Es ist das Element Feuer, das diesem Yoga der Selbstaufopferung seinen Namen verleiht. Während man in anderen Yogasystemen die Gefahren durch Übung verniedlicht, steigt das Wagnis beim Feuer-Yoga, weil Feuer als ein allverbindendes Element überall in Erscheinung tritt und dadurch die Erkenntnis der feinsten Energien zulässt. Das Feuer wird nicht vom Leben wegführen. Es wird wie ein vertrauensvoller Führer in die fernen Welten wirken. Denn was überflutet den unermesslichen Raum?
So lasst uns lächelnd über das feurige Leben nachdenken.
159. Warum wird der Yoga als feurig bezeichnet? Der Beweis von Macht gestaltet das ungestüme Leben sinnvoller und bringt jede schale Erscheinung zum Erlöschen. Das Hervortreten von Feuer lässt die Materie leuchtend werden. Genau gesprochen: wo Feuer ist, dort ist das Zeichen fortschreitender Vervollkommnung.
Wir kennen Beispiele, wo eine in Anspannung befindliche Aura das Feuer des Raumes hervorrief und sich mit einer besonderen Lichtausstrahlung umgab. Auf diese Art vollzieht sich der physische Kontakt des Menschen mit der feinsten Energie. Und Wir schätzen es besonders, wenn jemand die höchsten Energien in den mittleren Schichten der Atmosphäre zu empfinden vermag und fühlen kann, wie die ungewöhnlichen Möglichkeiten auf den Menschen niedergehen.
Die Abgründe der Finsternis erfordern gründliche Desinfektion. Nur Feuer wird diese abscheulichen Ausdünstungen durchdringen.
Und wenn zu euch über die Gefahr des Elementes Feuer gesprochen wird, so antwortet, dass Gefahr die Krone der Heldentat ist.
160. Können wir den Kampf auf einen einzigen Sieg beschränken? Scheinbares Missgeschick bildet die Wurzel der Stetigkeit. Erfolg gleicht bunten Blumenblättern. Aber zapft die Wurzeln an, denn sie enthalten den Saft der Macht. Ich schlage vor, Macht als den Niederschlag von Erfahrung zu erachten. Wieder sind wir im Garten des Lebens, wo Erfahrung Errungenschaft verbürgt.
161. Lasst uns sehen, worin die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Agni Yoga und den vorhergehenden Yogasystemen bestehen. Karma Yoga hat viele Ähnlichkeiten mit ihm, wenn er mit den Elementen der Erde wirkt. Doch da Agni Yoga sich der Wege zur Erkenntnis der fernen Welten bemächtigt, wird der Unterschied ersichtlich. Raja Yoga, Gnana Yoga, Bhakti Yoga entfernen sich alle von der sie umgebenden Wirklichkeit und eignen sich daher nicht für die Evolution der Zukunft. Allerdings sollte ein Agni Yogi auch ein Gnani und Bhakti sein, und die Entwicklung seiner Geisteskräfte macht ihn zum Raja Yogi. Wie herrlich ist die Möglichkeit, den Aufgaben der zukünftigen Evolution zu entsprechen, ohne die bisherigen Errungenschaften des Geistes zu verwirken! Man sollte nicht mit Neuerungen prahlen, denn nur die Verbindung der Elemente bietet neue Möglichkeiten.
162. Jede Gefahr birgt auch einen Vorteil. Das Kehlkopfzentrum bewirkt die Synthese. So wird das Schwert im Feuer gestählt. Gewiss, jede Flamme birgt eine Gefahr, doch die Feinheit der Wahrnehmungsfähigkeit wird durch die Flamme bestätigt. Daher wird Agni Yoga durch die Erscheinung des Feuers geschaffen, des Lebensspenders und Willensschöpfers.
163. Wer schwimmen will, muss furchtlos ins Wasser tauchen. Und wer beschlossen hat, Agni Yoga zu beherrschen, muss durch ihn sein ganzes Leben umgestalten. Wieso meinen die Menschen, dass sie dem Yoga nur einen Teil einer müßigen Stunde widmen und für den Rest der Zeit in unreinem Denken verharren können? Wahrlich, alle Handlungen müssen von der Reinheit feurigen Strebens durchdrungen sein. Erinnert euch, wie Ich begann, euch in das Wissen des Agni Yoga einzuführen. Ebenso führt auch ihr eure Schüler in den Bereich der Beherrschung des feurigen Yoga. Beginnt, die verschiedenen Flächen des rauen Stoffes wie Bildhauer abzutasten. So schlagen plötzlich und unentwegt Funken des Lebensfeuers aus der Oberfläche des Chaos.
Wie das Spiel der Großen Mutter in den Spiralbahnen der fohatischen Energie Macht gewinnt, so furchtlos übermittelt den Menschen ein vollkommenes, wenngleich unerwartetes Verstehen des einigenden Lebens in der Erkenntnis der Unbegrenztheit.
Lasst euch durch Niedergeschlagenheit und Flüge des Geistes nicht beeindrucken. Sie mögen nur die Kurven der Bewegungsspirale darstellen. Schlimmer sind dauernde Gleichgültigkeit und Eigendünkel. Möge Agni Yoga zum Aufbau der Flamme führen, die das Ebenbild des ewigen kosmischen Werdens darstellt.
Dieser zur höchsten Einheit führende Yoga legt die Verpflichtung auf, das ganze Leben in Übereinstimmung mit einer äußerlich unmerklichen Disziplin aufzubauen. Wenn diese unvermeidliche Disziplin nicht als Fessel betrachtet wird, sondern sich in Freude der Verantwortung wandelt, können wir annehmen, dass die ersten Tore erschlossen sind. Wird die Zusammenarbeit
mit den fernen Welten erkannt, dann öffnen sich die zweiten Tore. Und werden die Grundlagen der Evolution verstanden, fallen die Riegel von den dritten Toren. Und wird schließlich die Vorherrschaft des verdichteten Astralkörpers erkannt, werden die vierten Tore erschlossen. In Einklang mit diesem Aufstieg werden die Zentren des Feuers der Erkenntnis entfacht, und inmitten der Blitze feinster Energien entfaltet sich das Gefühlswissen. So hütet das Feuer der Erkenntnis und hütet die wachsende Macht!
164. Die Menschen sprechen viel von der Hilfe, die von Unserer Wohnstätte ausgehen sollte. Wir wollen die Fähigkeit der Menschen, diese Hilfe zu empfangen, untersuchen. Jede Person, die von Hilfe träumt, hat bereits selbstsüchtig deren Richtung und Maß bestimmt. Kann ein Elefant in einem niederen Keller untergebracht werden? Doch der Hilfesuchende erwägt weder das Ausmaß noch die Angemessenheit der Hilfe. In der Winterzeit müssten Lilien blühen, und in der Wüste müsste eine Quelle hervorsprudeln, sonst erscheint das Verdienst des Lehrers unbedeutend.
"Doch, Schöpfer der Wüste und Herr der Kälte, du selbst schufst deinen Durst und erschauderst vor der Kälte deines Herzens. Meine Quelle ließest du unbeachtet und wandtest dich ab von Meinen Blumen. Du hast deinen Weg mit Selbstsucht gepflastert und fandest nur Zeit, deine geliebten Sohlen vor den Dornen zu bewahren, die du selbst züchtetest. Meine Hilfe floh wie ein aufgescheuchter Vogel. Mein Bote eilt zurück und kläglich heult der weiße Lobnor. Meine Hilfe wurde abgelehnt." Aber der Wanderer fährt fort, stumpfsinnig
um Hilfe zu rufen und lenkt seine Aufmerksamkeit auf die Stätte seines künftigen Untergangs.
Darum empfehlen Wir immer Wachsamkeit, Beweglichkeit und Vorurteilslosigkeit. Anders kann man mit der Wirklichkeit nicht Schritt halten.
165. Der Pfad des Asketentums ist nicht der Unsrige. Man muss dem Leben die Blumen der Erfahrung darbieten. Außerdem, wer würde für sich die leichte Aufgabe einer sorglosen Existenz wählen! Wer würde während der Schlacht die Rolle eines Zuschauers übernehmen? Von nun an gibt es weder Zuschauer noch Schläfer, weil die Flamme die Schwelle erreicht hat.
166. Jeder ist auf eine Yogaart ausgerichtet, sei es auch nur auf einer elementaren Stufe oder in einer verzerrten Form. Die Menschen können den Elementen entsprechend unterschieden und sogar nach Yogaarten eingeteilt werden. Nicht selten erkennt man in einem Frömmler die Entstellung des Bhakti Yoga, in einem unerträglichen Athleten Hatha Yoga, in einem Glaubenseiferer Radja Yoga und in einem Heuchler Gnana Yoga. Doch was übertrifft den Beitrag des wahren Yoga, der das irdische Bewusstsein mit dem kosmischen Pulsschlag verbindet? Kann man sich etwas vorstellen, was das fundamentale Streben des verkörperten Geistes ersetzen könnte, etwas, das das astrale Verstehen erfüllen könnte, etwas, das das Bestehen der Menschheit rechtfertigen würde? Nur das Studium des Agni Yoga bringt den Menschen den fernen Welten näher.
Ihr könnt Mich fragen, welche körperlichen Übungen im Agni Yoga von Nutzen sind. Ich rate zu kurzem Pranayama am Morgen, nicht länger als fünf Minuten. Man sollte
kein Fleisch zu sich nehmen, in Ausnahmefällen geräuchertes. Gemüse, Obst, Milch und Getreide sind immer nützlich. Ebenfalls werden alle Weine abgelehnt, außer zu Heilzwecken. Opium ist der Feind des Agni Yoga. Die Wolken am Himmel lasten auf einem Agni Yogi. Ich rate, die Schuhe durch Gummi zu isolieren und, den Rauch meidend, am Morgen spazieren zu gehen. Tapfer müssen die verschiedenen Belehrungen des Lebens angenommen werden, da es sonst unmöglich ist, Gutes vom Bösen zu unterscheiden.
Werden wahren Yoga ins Leben überträgt, erfüllt so seine große Aufgabe. So liegt das Fundament des Agni Yoga vor uns.
167. Manche mögen fragen, ob der Weg für jene, welche die Wahrheit überbringen, leicht sei. Für jenen, der sie übermittelt, ist der Pfad natürlich hart. Sein feuriger Pfad kann nicht erleichtert werden. Es ist, als senkte sich auf das Haupt des Boten der Wahrheit eine Kuppel, die die Zentren des Gehirns niederdrückte. Nur bewusster Kampf führt den Schaffenden zur Erfüllung seiner Aufgabe. Ihn verfolgt der Nebel des Zorns, weil er den Planeten aus seiner Absonderung herausführt.
Kann man den furchtlos nennen, der sich selbst für furchtlos erklärt, oder den für gelehrt halten, der selbst verkündet, Wissen erworben zu haben? Wahrlich. jeder, der der Heldentat fähig ist, wird seine Werke weder für gut noch für schlecht erklären, sondern sie genauso ausführen, wie er muss. So ist der Weg, die Inkarnation zu vollenden, festgelegt.
Wird jener, der seinen Weg vollendet, ihn mühevoll nennen? Der Blick auf das Ende der Stufe erfüllt den Wanderer mit Freude, weil er weiß, wem er naht.
168. Kann ein Mensch für sich allein aufsteigen oder zurückfallen? Wahrlich, kein Wesen kann ohne Einfluss auf seine Umwelt wirken. Nicht nur durch jede Tat werden die verschiedenen Schichten der Atmosphäre in Bewegung gesetzt, sondern man schleppt die einem Nahestehenden buchstäblich mit sich. Darum muss der Mensch sich seiner Verantwortung dem Universum gegenüber bewusst werden. Ein Mensch, der seinen geistigen Zustand erhöht, erweist damit manchem eine wesentliche Hilfe. Ein Mensch, der im Geiste fällt, tötet dadurch vielleicht jemanden. Jenseits bewussten Denkens fließt die ständige unbewusste Zusammenarbeit, die abhängig vom Karmagesetz und der Aura weite Kreise umfasst.
Es ist nicht leicht zu bestimmen, wann jemand ein Mörder ist oder ein Wohltäter. Nur die Fackeln von Agni Yoga können das Werk unserer chaotischen Gedanken gerecht beleuchten. Aber dafür muss man sich aufopfernd dem Agni Yoga widmen, und nur wenige sind bereit, die Gefahren der Selbstaufopferung auf sich zu nehmen. Daher ist das Gesagte nur für einige wenige verständlich. Doch man kann zahlreiche Beispiele anführen, wie ein Mensch in Asien, der dem Wahnsinn verfiel, die Ursache des Verderbs eines Menschen in Europa war; oder wie ein Mensch in Amerika, der sich im Geiste erhob, dadurch einen in Ägypten heilte. Daher ist das Erblühen wohlwollender Gedanken eine feurige Blume des Geistes.
169. Wie Feuer das allumfassende Prinzip ist, so durchdringt Agni Yoga das ganze Leben. Man kann bemerken, wie das Bewusstsein allmählich geschärft wird, wie die wahren Werte der Umwelt in Erscheinung treten, wie die unbestrittene Zusammenarbeit der Welten zunimmt. So wird das Leben mit den Zeichen höchsten Verstehens erfüllt. Wahrheit geht als ein realer Begriff ins tägliche Leben ein.
Nicht nur die Gefahr des Zentrenbrandes, sondern auch schmerzhafte Feinfühligkeit gegenüber Ungerechtigkeit begleiten die mutig Suchenden des Agni Yoga. Aber was bedeuten diese Gefahren im Vergleich zur Erkenntnis des wahren befreienden Pfades!
Man kann Agni Yoga mit dem Morgenstern vergleichen, der das Nahen des Lichts kündet.
170. Bei der Zentrenentwicklung fühlt der Mensch unbegreifliche Anzeichen, welche die Wissenschaft aus Unwissenheit damit nicht zusammenhängenden Schmerzen zuschreiben wird. Daher ist es an der Zeit, das Buch über die Beobachtungen der Lebensfeuer zu schreiben. Ich rate, dies nicht hinauszuschieben, da es notwendig ist, der Welt die Erscheinungen der Wirklichkeit und der Einheit des Seins zu erklären. Neue Verbindungen von Begriffen treten unmerklich ins Leben ein. Diese den ganzen Aufbau durchdringenden Zeichen, die nur wenigen ersichtlich sind, bilden die Grundlage des Lebens. Nur die geistig Blinden versäumen wahrzunehmen, wie das Leben mit neuen Begriffen erfüllt wird. Daher sollten die Wissenschaftler aufgerufen werden, diese Tatsache zu beleuchten.
Arzt, versäume dies nicht!
171. Ein Agni Yogi muss sich von den Herkömmlichkeiten
aller Völker lossagen, obgleich er zeitweilig einer bestimmten Nation angehört. Der Agni Yogi meidet Spezialisierung in seinem Wirken, obgleich er ein überragendes Wissen in einem und Meisterschaft in anderem besitzt. Der Agni Yogi ersetzt Blutsverwandtschaft durch geistige Verwandtschaft. Der Schild eines Agni Yogi enthält seine Hingabe für die Evolution der Welten und seine strenge Enthaltung von Vorurteilen.
172. Der Yogi muss seine Atmungsorgane rein halten. Daher werden ihm heiße Milch, Baldrian und Pfefferminze verschrieben. Der Yogi muss seinen Magen und die Verdauungsorgane rein halten, wofür Süßholzsaft und alexandrinische Sennesblätter verordnet werden. Der Yogi muss seine Lunge rein halten, wofür ihm Aloe und Harz, weise angewandt, empfohlen werden. Der Yogi muss das alles durchdringende Soma33 rein halten, wofür er von Moschus Gebrauch machen soll. Mit Reinheit ist auch die Lebenskraft der Drüsen gemeint.
173. Der Yogi kennt keine Heuchelei. Der Yogi wird über Mitglieder der Bruderschaft nie übel reden. Solch üble Reden bergen die Folgen des Verrats. Der Yogi weiß, bis zu welchem Grad jeder seiner Gedanken sich seiner bemächtigt. Der Yogi ist gegenüber allen Anzeichen von Evolution wohlwollend gesinnt. Der Yogi erkennt mutig das Übel kosmischen Abfalls und beseitigt den Schmutz der Unwahrheit.
174. Der Lehrer verfolgt den Fortschritt des Yogi. Das Zeichen seines Fortschritts wird die Fähigkeit sein, die Stimme des Lehrers zu hören und gleichzeitig die Feinfühligkeit von Gerechtigkeit zu entwickeln.
175. Die Behauptungen des Yogi werden voll echter Teilnahme an der Evolution der Welten sein. Doch eine Eigenschaft zeichnet den Yogi besonders aus; er kennt keinen Tod, denn das erwachte Bewusstsein kennt keine Unterbrechung des Seins. Daher unterbricht der Yogi keinen Augenblick seinen Dienst für die Wahrheit. Wer Yoga beherrscht, steigt allmählich die Stufen zu den Welten empor; und im unaufhörlichen Fließen liegt seine Aufgabe und sein Dienst. Das Bewusstsein in seinen verschiedenen Hüllen zu erhalten, macht die Heldentat des Yogi für das Leben höchst notwendig.
Bis jetzt ist Yoga nur selten und unter besonderen Bedingungen in Erscheinung getreten, doch die Evolution des Geistes erfordert, dass der Yoga in das Leben hineingetragen wird. Und darauf müssen die Gedanken der jungen Generation gerichtet sein. Weder Fanatismus noch Skeptizismus sind Uns erwünscht, doch jede gesunde Umwandlung des Lebens wird bemerkt und unterstützt werden.
176. Wenn wir den Agni Yoga im Leben einführen wollen, dann müssen seine Weisungen in die am meisten zur Gewohnheit gewordenen Merkmale gekleidet sein. Fragt den Schüler, ob er wünscht, vom Lehrer unterstützt zu werden; ob er geistige und materielle Hilfe erhalten will? Er wird dies sicherlich wünschen. Dann lasst uns den Pfad der Prüfungen betreten. Nützlich sind unverhoffte Tests durch Kälte und Hunger, nützlich unverhoffte Prüfungen in Bezug auf Unglauben, Verrat, Falschheit und Aberglauben.
Beachtet wie der schwache Geist sich vor dem Hauch des Windes beugt, wie er am Essen Gefallen findet und wie die Lippen die heiligsten Grundsätze entweihen. Aber hier wandelt er, arm, sich aufopfernd, bei Kälte und Hunger lächelnd, bei seinem Aufstieg der Macht der Kosmischen
Prinzipien vertrauend; ewig jung, ist er bereit, die Heldentat der Erkenntnis auf sich zu nehmen.
Durch die Forderung, Yoga im Leben anzuwenden, werdet ihr die wahren Lehrer sein.
177. Bejaht die Richtigkeit des völlig neuen Lebensaufbaus. Bekämpft besonders jene, welche die Werte anderer fälschen.
178. Dieselbe unwandelbare Wahrheit wird der Menschheit in verschiedenen Gewändern gegeben. Beständig wird sie von hastigen Massen entstellt, noch bevor ein Jahrhundert vergangen ist. Darum obliegt die Reinigung der Wahrheit den Pflichten eines Yogi. Wenn das aufs neue enthüllte Bild der Wahrheit dem hingebungsvollen Sucher ein Lächeln gewährt, dann mag Freude zu den fernen Welten eilen. Der Raum verkündet, dass das Lebensschicksal geläutert ist, und die Antlitze der Wahrheitsträger lächeln. Solch ein Lächeln ist selten, aber Yoga wird es hervorbringen. Daher bedeutet die Ausübung von Yoga die Lebenserleuchtung.
179. In Voraussicht des größten Kampfes müssen wir in Einklang mit dem üblichen Plan Anordnungen treffen. Es würde einem Kampfe nicht geziemen, den Lauf des Lebens zu stören. Kampf ist unsere Bestimmung und er muss in den Tagesplan aufgenommen werden.
180. Ein Zauberer hüllt die alltäglichste Handlung in den Mantel des Ungewöhnlichen. Der Yogi bringt selbst die ungewöhnlichste Erscheinung in die Grenzen des Gewohnten, weil er die Zweckmäßigkeit der Natur kennt. Ein Yogi ist weder alt noch jung. Nicht alt, weil er den Pfad allmählichen Aufstiegs kennt. Nicht jung, weil er die Ansammlung früherer Erfahrungen erkennt. Ein Yogi
kann unerkannt durchs Leben gehen. Ein Yogi lächelt über dumme Worte, aber er bekämpft Unwissenheit.
"Ich bin der strenge Kämpfer gegen Verleumdung der Wahrheit. Ich nehme die Reinigung der alten Welt auf mich. Unerbittlich werde ich Nichtswürdigkeit niederhalten. Ich will die Kühnheit auf mich nehmen, den Furien des Bösen Widerstand zu leisten!" So spricht der Yogi, und in der Macht dieses Ausspruchs stählt er sein Schwert der Wahrheit. Erachtet es als Glück, euch dem Yoga anzuschließen! Dem Anfänger im Yoga bietet die Vergangenheit die besten Früchte, und die Zukunft wird ihm den weiten Raum der Tat enthüllen.
181. Wir lehrten euch, den Grundgedanken zu erfassen und dem oberflächlichen Auslegen nicht zu erliegen. Wie Buddha lehrte, aus einem Wort ein ganzes Thema zu gestalten, so erweitert auch ihr das Verstehen eurer Schüler, indem ihr sie lehrt, auf ein Wort oder Zeichen aufzubauen. Doch seid vor allem bestrebt euch nicht zu wiederholen. Ist der Empfänger des Geistigen aufnahmebereit, dann dringt jeder Gedanke wie ein Pfeil ein. Doch hat eine Zersetzung des Gewebes die Kanäle der Zentren bereits verstopft, kann kein Yoga errungen werden.
Sicherlich, die Lehre des Yoga wird für jeden nützlich sein, selbst wenn er keine geistigen Offenbarungen erlangen sollte. Die äußeren Regeln des Yoga können jedenfalls seine Gesundheit fördern, sein Gedächtnis stärken und sein Denken läutern.
Doch worin bestehen die Zeichen der Errungenschaft, die den Geist erheben? Zuerst werden die inneren Feuer der Zentren entfacht. Dann wird die Stimme des unsichtbaren
Lehrers ertönen. Und schließlich wird die äußere Flamme, die gleichsam das individuelle Bewusstsein mit dem Bewusstsein des Raumes verbindet, offenbar werden. Dann wird die Berührung mit den wundervollen, gefährlichen, feinsten Energien mit all dem, was das Leben verwandelt und den Begriff des Todes widerlegt, möglich sein.
Die Schwierigkeit der Berührung mit dem Ungewöhnlichen erfordert manchmal besondere Lebensbedingungen. Der Schlaf nimmt ab und die Rückenlage wird beschwerlich. Die Muskelspannung erschwert das Scharfen des Geistes, und jede Vergiftung der Aura verursacht Leiden. Natürlich können diese Unstimmigkeiten umgangen werden, ohne die Verbindung aufzugeben, und das Licht des Yoga wird vom Licht des Raumes überstrahlt.
Wo gibt es einen anderen Pfad zum Nirvana?
182. Ein weiterer Beweis von Yoga besteht darin, dass man auf den Höhen frei und tief atmen kann. Dann ist der Pfad zu den höchsten Schichten der Astralwelt nahe, sofern das Bewusstsein es zulasst.
Auf dem Yogapfad befindet sich, wer sein Wissen leicht als unbedeutend zu erachten vermag, wer selten an die ihm von Menschen verliehenen Auszeichnungen denkt, wer sich nicht zu falschen Religionssystemen bekennt, wer seine irdische Herkunft nicht zu hoch einschätzt, obgleich er sich seiner Inkarnationen erinnert; wer die Saat in seinem Garten jährlich erneuen kann, lächelnd über den Sturm, der sein vorangegangenes Schaffen davontrug; wer die Gewohnheit übler Nachrede aufgab, wer sein strebendes Suchen, auf das unsichtbare Höchste gerichtet hat, wer den Umgang mit allen Verrätern
der Wahrheit ablehnt; wer sich mit reinem Denken umgibt, das eine unüberwindliche Aura verleiht.
Wahrlich, Ich sage: der Agni Yogi muss seinen verdienten Platz auf Erden und darüber erhalten, denn er hallte sich in das feinste Element. Und während sich der Feigling duckt, umgürtet sich der Yogi mit seiner feurigen Rüstung, denn er kennt keine Furcht.
Denkt an die Feuertaufe, an das feurige Kreuz und all die flammenden Kelche, die Ich euch vor langer Zeit als Symbole des kommenden Yoga enthüllte. Das Symbol des Feuers zieht sich durch alle Lehren, zur Anwendung im Leben. So ist die Erscheinung des Feuers näher gerückt, und Wasser ist durch Feuer ersetzt worden.
183. Den Namen des Lehrers zu preisen, anvertraue Ich euch, damit nichts Entwürdigendes diese die Welten vereinende Kette erreicht. Ebenso anvertraue Ich euch, jenen Hilfe zu gewähren, die wiederholt anklopfen. Ich anvertraue euch, vom Sinn des Lebens auf Erden zu sprechen. Ich anvertraue euch, alles zu verschmähen, was die Verbindung mit Uns entwürdigt. Ich anvertraue euch, Unsere Existenz zu bestätigen.
Das Verstehen Unserer Lehre muss das Leben jener, die sie annehmen, wesentlich umwandeln. Es muss Möglichkeiten bieten; wozu sonst eine Last auf sich nehmen?
184. Zu den Vorzügen des Yoga gehört die Möglichkeit des Verkehrs mit den Lehrern. In dieser Hinsicht muss man zwei Arten von Verbindungen unterscheiden; die Einzelverbindung und die Raumverbindung. Die Einzelverbindung bringt die Antwort eines erwählten Lehrers. Die Raumverbindung gestattet nicht nur die Verbindung mit
mehreren Lehrern, sondern gewährt auch die Möglichkeit, kosmisches Wissen zu empfangen. Es ist notwendig, den Unterschied zwischen den beiden Strömen am Kräfteverbrauch zu erkennen. Ebenso wie eine Lampe durch unterschiedliche Ströme beeinträchtigt wird, so werden die Zentren durch die Verbindung mit dem Raum in Schwingung versetzt. Wahrlich, Vorsicht ist geboten, um den Strom solch unterschiedlicher Energien in das tägliche Leben zu übertragen.
Ihr habt ein Beispiel für den Unterschied zwischen zwei Verbindungen, und ihr wisst, dass die individuelle Verbindung die Gesundheit weniger angreift. Für künftige Forschung ist es wichtig, zu wissen, mit welcher Verbindung man es zu tun hat. Vielen Wissenschaftlern wird es nicht gelingen, die Forschungsmethoden zu trennen. Warum bedarf die eine zu beobachtende Person in geringerem Maß besonderer Bedingungen, während der Geist einer anderen flattert wie ein unsichtbarer Vogel, so dass die normalen Hilfsmittel ohne Wirkung vergeudet werden? Diese Stufe des Yoga berührt jene Energien, die im gegenwärtigen Leben nur schwer Anwendung finden. Manchmal ist es nach Verbindung mit einer ungewöhnlichen Energieart notwendig, solche Manifestationen für eine beträchtliche Zeit einzustellen. Doch der eifrige Geist erlaubt seinen Zentren diese Ruhe nicht, und dann mahnen Wir zur Vorsicht!
Agni Yoga wird erst jetzt ins Leben eingeführt, und jene, die sich der Einwirkung dieser Kräfte geweiht haben, ertragen besondere Schwierigkeiten, als ob sie Menschen einer anderen Rasse wären. Darum sagen Wir den Wissenschaftlern: "Irrt euch nicht in euren Schlussfolgerungen!"
Viele scheinen bereit zu sein, sich der evolutionären Errungenschaft hinzugeben, doch die Bedingungen
sind äußerst hart, und wer kein großes Netz auswerfen kann, täte besser, nicht heranzutreten.
185. Einige der jungen Leute werden fragen: "Wie soll man den Agni Yoga verstehen?" Antwortet: "Als die Wahrnehmung des allumfassenden Elementes Feuer, das das Geisteskorn nährt und das es im Leben anzuwenden gilt." Man wird fragen: "Wie kann ich mich diesem Wissen nähern?" "Reinige dein Denken, und dann erkenne deine drei schlechtesten Eigenschaften und übergebe sie in feuriger Bestrebung der Verbrennung. Dann erwähle einen Lehrer auf Erden, und, die Lehre erfassend, stärke deinen Körper mit den verordneten Heilmitteln und mit Pranayama34 . Du wirst die Sterne des Geistes schauen; du wirst die reinigenden Flammen deiner Zentren sehen; du wirst die Stimme des Unsichtbaren Lehrers hören, und du wirst jene feinsten Wahrnehmungen erlangen, die das Leben umwandeln. Hilfe steht bereit für dich, der du eingetreten bist, und der Auftrag ist erteilt. Du hast erkannt, dass Freude eine besondere Weisheit ist. Du wirst nicht zu den alten Ufern des Stromes zurückkehren. Du hast die Kämpfe im Räume erkannt. Trügerische Augenscheinlichkeit existiert nicht mehr für dich. Du bist ein Mitarbeiter und Bruder, der erkannt hat!"
186. Für einen Agni Yogi sind Tischler-, Schmiede- und Wäschereihandwerk schädlich. Man muss gerüstet sein, um den Kämpfen des Raumes zu widerstehen. Man muss auch begreifen, inwieweit das ins Leben gerufene Feuer den Organismus verfeinert. Ich, der Hierarch, habe gerechterweise angeordnet, dass die Heldentat, den neuen Yoga zu übermitteln, allen anderen Aufträgen überlegen ist.
187. Wenn Agni Yoga ins Leben eingeführt werden soll, dann dürfen seine Überbringer sich äußerlich nicht vom Leben entfernen. Der Agni Yogi tritt im Leben
unauffällig auf. Er bedarf keiner menschlichen Auszeichnungen. Er beobachtet, doch er duldet keine Auffälligkeit. Die Raumverbindung schließt die Pfeile der Aufmerksamkeit der Masse völlig aus, weil Evolution nicht von den Massen bewirkt wird. Selbst die individuelle Verbindung erfordert zuweilen Schutz vor gelegentlichen gierigen Pfeilen. Dies besagt nicht, dass es selbst der geringsten Abweichung vom Leben bedarf. Nur muss die Zweckmäßigkeit der umgebenden Dinge richtig bewertet werden.
Ein Yogi beachtet ein scheinbares Missgeschick nicht, weil er die Ursache und Wirkung des Ereignisses erkennt. Die Menschen betrachten gewöhnlich die Wirkungen uralter sich fortsetzender Ursachen als zufällig. Wo die Menschen hochmütig vorbeigehen, nimmt ein Yogi echte Möglichkeiten wahr. Seid nicht erstaunt, wenn das Herz des Yogi sich dem erbärmlichsten Hund zuwendet, wenn er in ihm den Keim der Hingabe wahrnimmt, oder wenn er plötzlich den bescheidensten Jungen als einen künftigen Mitarbeiter bezeichnet.
Die Leute werden einen Yogi nicht länger für streng und kalt halten, wenn er unerwartet eine Tat von wahrer Liebe und Mitgefühl vollbringt. Allerdings kann die Absicht einer solchen Tat von den Zuschauern falsch beurteilt werden. Die Bezeichnung Schwindler wird dem Yogi zu Ehren gereichen, denn die Mehrheit verabscheut die Evolution. Wir sprechen von Menschheit und von Einzelpersönlichkeiten, doch das Herdentier steht dem Schöpfer nicht nahe.
188. In jedem Jahrhundert wird entsprechend den physischen Bedingungen eine besondere Art von Yoga eingeführt. Man darf das Element Erde nicht dort anwenden, wo das feurige Heilmittel erforderlich ist. Weder Wasser noch Luft werden anstelle der Schwingen von
Feuer dienlich sein. Wie eine unvermeidliche Katastrophe Kontinente hinwegfegt, so unaufschiebbar ist der Yoga der Erkenntnis der feurigen Macht. Als Merkmal eines erleuchteten Bewusstseins erweist sich das Begreifen von Fristen.
189. Der Yogi besitzt wenige Habseligkeiten, aber darunter befinden sich keine unnötigen. Hat ein Gegenstand allgemeinen Wert, so muss er nach Gebrauch der gemeinschaftlichen Schatzkammer zurückerstattet werden. Die alltäglichen Gegenstände können mitunter vertrauten Leuten gegeben werden, doch um die Vermischung von Auren zu vermeiden, ist es besser, sie zu verbrennen.
Allerdings ist es manchmal von Nutzen, einen mit einer bestimmten Aura durchdrungenen Gegenstand weiterzugeben. Ein Yogi erkennt den grundlegenden Wert eines Gegenstandes und wird keine schlechten Gegenstände um sich haben.
Mit der Frage des Besitzes vergeuden die Menschen viel zu viel Zeit. Deshalb fordert die Kultur des Geistes, dass umgebende Gegenstände von bester Beschaffenheit sind. Beim zukünftigen Aufbau muss man die Menschen davon abbringen, ihrem physischen Bedarf übertriebene Aufmerksamkeit zu schenken. Die Grundlage kommunalen Lebens setzt für verständige Mitarbeiter die Sorge um eine möglichst maßvolle Behaglichkeit voraus, die eine wirtschaftliche Aufwendung von Kraft und Arbeit gewährt.
Kann ein Yogi seine Zeit und Energie straflos vergeuden? Man muss bedenken, dass die Verschwendung von Kraft und Zeit zuweilen Selbstmord gleichkommt. Ähnlich wird die Enträtselung der Zeichen der Wahrheit und das Unterlassen ihrer Anwendung im Leben als Unwissenheit eingeschätzt. Der Strahl der Erkenntnis der Evolutionsaufgaben wird die besten Schöpfungen durchdringen.
Darum erwägt mit Strenge die Qualität dessen, was euch offenbar wird.
190. Auf dem Weg zu Uns vergesst nicht, alles mitzubringen, was nach eurer Einschätzung wertvoll erscheint. Es ist lehrreich, den Wert verstehen zu lernen. Oft befassen sich Leute, die auch auf geistigem Gebiet etwas wissen, mit nichtigen und hässlichen Gegenständen. Sie vergessen, dass hässliche Gegenstände den Kräften der Finsternis dienen. Ein Yogi muss über die Qualität der Gegenstände genau Bescheid wissen.
191. Es ist verfrüht, sich mit dem Untergang des Planeten zu befassen, wenn man seinen eigenen Niedergang nicht erkannt hat. Man mag seine Wunden heilen und als ein Schaffender einherschreiten. Die neuen täglichen Vorstellungen werden für alle Kleinigkeiten des Lebens neues Verstehen ermöglichen. Ein Yogi entflieht nicht in nebelhafte Regionen, sondern er hält den silbernen Faden der Verbindung mit den fernen Welten fest.
192. Ein Yogi ist laufend Prüfungen durch seinen Lehrer ausgesetzt. Gleicherweise prüft ein Yogi genau jene, die sich ihm nähern. Erläutert den Sinn der Prüfungen von Kälte und Hunger sowie aller anderen Maßnahmen. Ein unwissender Mensch wird darüber verblüfft sein, dass man die Gefühle von Kälte und Hunger überwinden kann. Aber wer das Wesen der Dinge versteht, weiß, dass die Gefühle nicht schwinden, sondern der Yogi einen Geisteszustand erlangt, in dem ihn nichts beunruhigen kann. Ein Hungriger wird Mittel zur Sättigung finden, wenn sein Geist nicht einem tierischen Zustand verfallen ist. Wer friert, kann sich wärmen, sofern sein Geist versteht, warum er sich stärken muss. Sonst
verbleibt nur tierische Gereiztheit, die Trübung des Bewusstseins und Niedergang.
Es ist richtig, hinzuzufügen, dass Beweglichkeit das beste Mittel ist, den Fallen des Lebens zu entrinnen. Ein Yogi wagt augenblicklich den Wert der Zweckmäßigkeit. Wird er vor die Wahl gestellt, entweder ein Stück Fleisch zu essen oder seine Yogakenntnisse preiszugeben, so wird er natürlich eher Fleisch essen, als sein Geheimnis zu verraten. Die Wirkung des Fleisches kann leicht zunichte gemacht werden, doch die Folge der Preisgabe des Geheimnisses in verräterische Hände ist nicht wieder gutzumachen. Und manchmal erscheint es notwendig, einen vernichtenden Strahl zu gebrauchen, was aber nur selten zulässig ist.
Ich möchte euch auch an die Wichtigkeit schöpferischen Schaffens für Agni Yoga erinnern. Ihr wurdet gebeten, zwei musikalische Kompositionen in gegenüberstellender Auslegung zu analysieren, und der Geist begriff, worin der Unterschied der Wirkung bestand. So wird das Bewusstsein durch Berührung mit der Wahrheit erhoben. Eine weitere Abstraktion wird für uns Wirklichkeit. Und wie herrlich ist die Erkenntnis ständiger Bewährung; in ihr liegt Bewegung. Kann sich ein Yogi des Feuers der Trägheit hingeben? Das sage Ich nicht zum Anhören, sondern zur Befolgung.
193. Ein geschickter Bogenschütze wird selbst nach der Einführung von Feuerwaffen als geschickter Bogenschütze gelten. Ebenso ist es mit Yogas. Außer Hatha Yoga sind alle Yogas in Vollendung schön. Es wäre unweise, einen von ihnen herabzusetzen. Man kann nur von einer besseren Eignung für den gegenwärtigen Evolutionsprozess sprechen.
194. Ein Yogi sollte sich auf atmosphärische
Bedingungen verstehen, um sie in der Tat nutzen zu können. So kann selbst ein unwissender Beobachter klar ersehen, dass elektrische Wellen einen üblichen Wirkungsverlauf wesentlich zu verändern vermögen. So werden auch magnetische Stürme und feuchte Niederschläge verschiedene psychische Ergebnisse zeitigen. Magnetische Wirbelwinde und alle elektrischen Erscheinungen sind Unsere Freunde, doch atmosphärische Niederschläge stören den Feuerstrom. Wir bedienen Uns einer mit Elektrizität geladenen Atmosphäre, um selbst einen unvorbereiteten Menschen mit der Nützlichkeit für ihn bisher ungeahnter Begriffe vertraut zu machen.
Auch beim Austreten des Astralkörpers leisten die magnetischen Wellen Unterstützung. Daher benötigt ein Yogi Feinfühligkeit für alle nicht greifbaren Naturerscheinungen, und deshalb soll der Yogi mit Prana in Berührung sein. Um das zu erwirken, sollte das Fenster nie geschlossen sein, ausgenommen, wenn die Feuchtigkeit sehr dicht ist. Nützlich sind ausgedehnte Wannenbäder oder das Baden in warmem Wasser ohne heftige Bewegungen. Heftige Bewegungen stören im allgemeinen die Schwingung der Aura, und Wir vermeiden sie. Ein schneller Rhythmus stört den Einklang mit der Atmosphäre nicht, aber krampfhafte Bewegungen verwunden die Aura gleich Nadeln. Viele Beobachtungen können den Aufbau der Zukunft erleichtern. Aber um dies zu bewirken, muss man erkennen, dass selbst Stechmücken die atmosphärischen Bedingungen besser kennen als die Menschen. Doch die Menschen glauben, das Recht zur Unwissenheit zu haben, weil sie den Titel "König der Natur" besitzen.
195. Manchmal erscheint es notwendig, die Feuer der Zentren mit Soma-Schichten zu bedecken, sonst könnten durch heftige äußere Umstände die Zentren in Brand geraten. Wieder
kommen wir zur Notwendigkeit des Gleichgewichts, das von Unserem Lehrer die "goldene Mitte" genannt wurde und als völliges Verstehen bezeichnet werden kann.
196. Ihr kennt die schädliche Wirkung verschiedener Brennstoffe. Darum sollte man der Errichtung von Feuerstellen Aufmerksamkeit schenken. Jedenfalls sollte man sich nicht lange nahe eines Herdes aufhalten, wissend, welche Art von Gästen die Emanationen der Nahrung, besonders der blutigen, anziehen. Daher sind kaltes geräuchertes Fleisch und Geflügel vorzuziehen, wenn nötig. In gleicher Weise muss man im Schlafzimmer für reine Luft sorgen. Man sollte daran denken, dass nach dem Austreten des Astralkörpers der physische Körper schutzlos zurückbleibt; und in vergifteter Luft ist das Erscheinen von Gästen unvermeidlich. Pfefferminze ist das beste Desinfektionsmittel, das auch dem Astralkörper Hilfe leistet, denn dieser verlässt den physischen Körper öfter als man denkt, obwohl für verschiedene Zwecke. Entweder irrt er nahe dem physischen Körper ziellos umher, oder er erwirbt viel Nützliches. Gebieterische Pflicht für jeden ist es, für seinen Astralkörper die besten Bedingungen zu schaffen.
Auch sollte man dafür Sorge tragen, dass im Haus kein schmutziges Wasser stehen bleibt. Springbrunnen und Aquarien innerhalb des Hauses sind gewöhnlich unerwünschte Brutstätten. Weshalb also Fische und Vögel mit Gefangenschaft peinigen?
Auch wünsche Ich, dass ihr einen Raum in absoluter Reinheit bewahret oder wenigstens eine Ecke, die dem Lehrer gewidmet ist. Man kann einen Lehnstuhl nahe dem Fenster vorbehalten, in dem niemand sitzen darf. Leidet auch keine Neugierigen um euch! Solchen sollte man höchst durchschnittlich begegnen, so dass ihre
Verwegenheit an der Aura abgleitet. Dies alles sind Ratschläge zur Festigung des Yoga.
197. Man sollte über Unsere Taten nachdenken und sich für ihre Richtigkeit verbürgen. Der geringste Zwiespalt der Gedanken wird den Pfeil weit vom Ziel ablenken, und dann ist es besser, mit Yoga nicht in Berührung zu kommen. Ein trübes Bewusstsein ist ein Erbe aus dem tierischen Zustand. Wem helfen trübe Gedanken? Niemand möchte eine derart unklare Antwort erhalten. Es ist notwendig, den Strom des Geistes zu läutern. Aber Wir sind keine Kaminfeger, um gewaltsam die Kanäle des Geistes zu reinigen. Sagt, dass die Möglichkeit der Hilfeleistung gegeben sein muss.
198. Ein Yogi hat keine Gewohnheiten, denn sie sind nichts anderes als eine Zersetzung des Lebens. Dem Yogi ist es eigen, in seiner Tätigkeit nach einem bestimmten Plan vorzugehen. Ihm fällt es nicht schwer, sich von den Fesseln der Gewohnheit zu befreien, denn gespannte Wachsamkeit ermöglicht ihm ständig erneute Anpassung an die Umstände. Aber Trägheit ist das Skelett der Unwissenheit. Wie viele Königreiche sind durch Trägheit zugrunde gegangen!
199. Unsere Lehre ist bei jenen, die sie nicht im Leben anwenden, nicht in festen Händen. Sagt es den Mitarbeitern in allen Ländern, dass sie sofort Mittel finden mögen, das Leben durch die Ratschläge des Yoga zu stärken. Es gibt zu viele Schwätzer und zu wenig Tatkräftige. Allgemeine Vorträge halte Ich nicht für so notwendig wie persönliche Gespräche. Darüber hinaus braucht man weder Schwierigkeiten noch Erfolg zu verbergen. Bringt Yoga mit den Weltereignissen in Beziehung, denn im Leben muss ein Ordnungssystem eingeführt werden; ohne ein solches werden soziale Bewegungen zu einer Maskerade von Greisen. Die strenge Disziplin
der Freiheit kann das Leben nur mit der neuen Erkenntnis der Wirklichkeit von psychischer Energie, die in das tägliche Leben Einzug hält, umgestalten.
Weist darauf hin, dass es einer neuen Erkenntnis zur Anwendung im Leben bedarf.
200. Eine Manifestation mag nur für wenige nötig sein. Die Massen dagegen merken nichts von der Wendung des Schiffes; und am Morgen fragen sie: "Wohin verschwand das Segel? Warum ist das Ufer so leer?" "Weil ihr das Aufladen der kostbaren Fracht übersehen und den Wind des Morgengrauens verschlafen habt." Man kann zur Masse nicht offen sprechen, weil sie im Morgengrauen noch die Stimme der Nacht hört. Die Hydra kann man nur mit einem ungewohnten Schlag treffen. Es obliegt der Pflicht des Yogi, den unfehlbaren Schlag zu lernen.
Wer unentwegt nach höherem Wissen strebt, wird standhaft seine Wache halten. Wen anders könnte man einen Krieger nennen? Wer ist der Pflüger? Wer ist der Führer? Einem Yogi sollten diese drei ehrenvollen Namen zustehen. Doch die Zeit wird kommen, um sein Saatfeld zu erschließen. Wer kann seine Ellen messen? Denn das Feld des Yogi ist der Raum. Wer kann seine eigenen Siege nennen, wenn die Feuer in seinem Inneren leuchten? Wer kann die von ihm Geretteten zählen, wenn er sie führt, ohne nach ihren Namen zu fragen?
201. Es besteht die irrige Meinung, dass ein Yogi über eine unüberwindliche Gesundheit im üblichen Sinne verfügen müsse. Aber kann man ein empfindliches Instrument aus einem Holzklotz formen? Besteht nicht der Wert der Saiten der Vina35 darin, dass sie auf die feinsten Tonintervalle ansprechen? Ebenso reagiert der feinfühlige Apparat des Yogi. In der Tat, er allein kennt die unbeschreiblichen
flüchtigen Schmerzen, die, wie das Stimmen der Vina-Saiten, sein Wesen umformen. Man wird verstehen, dass Wir die Ungefährlichkeit des Yoga-Pfades nicht nachdrücklich betonen. Wie könnte man aber während der Regeneration der Zentren Schmerz vermeiden? Das Feuer der Erkenntnis bleibt brennend heiß.
Ihr wisst mittlerweile, dass das Gesagte keine abstrakte Symbolik ist. Die ganze gebräuchliche Nomenklatur für diese Schmerzen ist nutzlos, solange sich die Wissenschaft nicht beeilt, die Bedeutung der psychischen Energie oder der Geistigkeit zu begreifen. Je weniger der Mensch die Gefahr des Yoga versteht, desto mehr entfernt er sich von der Vereinigung mit dem Höchsten Bewusstsein. Darum sind die gelegentlichen Flüge des Bewusstseins wertlos. Was benötigt wird, ist der unaufhörliche Gesang des Fluges. Die Vina ertönt nicht immer, aber ihr Klang ist immer harmonisch.
Wer zum Yoga Zuflucht nimmt, um robuste Gesundheit zu erlangen, täte besser, ein Glas Wein zu genießen und über erhabene Ideen zu diskutieren, ohne sie im Leben anzuwenden. Denn die Gesundheit eines Yogi flattert wie die Schwingen eines sich erhebenden Adlers. Das Auge des Yogi ist scharf wie das eines Adlers, wie ihr wisst. Die Ruhe des Yogi ist wie die Spannung einer Meereswoge.
202. Die Gesundheit des Yogi ist mit dem Stimmen der Vina vergleichbar. Das gleiche kann vom Schaffen des Yogi gesagt werden. Zuweilen klangvoll, zuweilen stumm, gehüllt in den Schleier der Zweckmäßigkeit. Das Ziel des Yogi ist den Raum mit nützlichen positiven Gedanken zu erfüllen und die Energie dahin zu lenken, wo die Wahrheit verfälscht wird.
Kann man einen Yogi tadeln, wenn er unerwartet in Erscheinung tritt oder sich für lange Zeit zurückzieht? Es ist Zeit,
die Anhänglichkeit an einen bestimmten Platz abzulegen. Nur Gedanke und Tat können die irdische Wohnstätte zur Bedingung machen. Darum wird Reisen immer von Yoga untrennbar sein. Wie könnte sonst die Feinfühligkeit der Beweglichkeit entwickelt werden? Wo wird die Unabhängigkeit gestählt? Wo bildet sich die Einsamkeit der Erkenntnis? Den Widerhall der Ausdehnung erlangt das Schaffen des Yogi aus dem Raum. Ein Yogi muss mit dem Raum vertraut und fähig sein, den Menschen das Wort des Raumes zu vermitteln.
203. Wer den Yoga aufsucht, um unterrichtet zu werden, ist nicht in gleicher Weise verdienstvoll. Ein Yogi muss erkennen, wer gelegentlich kommt, wer ein Schüler werden kann, wer künftig ein Lehrer von Schülern werden kann, indem er sich durch die Nahenden vervollkommnet. Schlimm ist es für jene, die sich dem Yoga nähern und dann zum alten Leben zurückzukehren suchen. Wahrlich, für den Astralkörper ist es leichter, in die Krallen des physischen Körpers zurückzukehren, als für jenen, der auch nur ein Körnchen Wissen erlangt hat, in die Finsternis des Vorurteils zurückzufallen. Warnt jene, die über Yoga etwas erfahren wollen! Wir können niemanden irreführen.
204. Viele träumen vom Schild des Yogi, aber sie finden es lästig, ein Schwert zu schmieden. Doch die Fähigkeit zu schlagen, erlangt man nicht durch das Schwert eines anderen.
205. Die Menschen wiederholen gerne den Ruf: "Schläfer, erwache!" Besonders auffallend ist es, wenn die Schläfer selbst ihn wiederholen und dabei weiterschlafen. Sie schlafen Jahre hindurch, sie schlafen ein ganzes Leben. Manchmal fallen sie in plötzlichen Schlaf, und schlaftrunken wiederholen sie fremde unverständliche Worte. Wir wollen nicht von den gelegentlich Vorbeikommenden sprechen,
doch selbst jene, die bereits verstehen, unterliegen den Anwandlungen tierischen Schlafes. Dann ist es die Aufgabe des Lehrers, sie zu wecken, wenn nötig, sogar durch einen Blitzschlag. Denn Schlaf kann leicht zu Besessenheit führen.
Gesegnetes Indien! Du allein hast die Begriffe Lehrer und Schüler bewahrt. Der Guru kann das Schiff des Geistes Seines Schülers steuern. Der Guru kann die Anwandlung des Schlafes abwehren. Der Guru vermag den ermatteten Geist zu erheben. Wehe dem, der es wagte, jemanden gegenüber fälschlich Anspruch zu erheben, sein Lehrer zu sein und das Wort Lehrer leichtfertig auszusprechen, sich dabei selbst verehrend!
Wahrlich, es erblüht der Geist, der den Pfad des Aufstiegs erfasst hat, und es vergeht sich, wer in falsches Denken verfällt. Man mag einen Hinduknaben fragen, ob er einen Guru haben möchte. Als Antwort bedarf es keines Wortes, denn die Augen des Knaben werden Wunsch, Streben und Hingabe zum Ausdruck bringen. In seinen Augen wird das Feuer "Aryavarta"36 glühen. Der Strom der Rigveden37 fließt auf den Hängen der Berge. Wer kann die ganze Kette der Lehrer in Worte kleiden? Entweder man erkennt sie als eine Schlange des Wissens, oder, diese entbehrend, gibt es Finsternis, Schlaf und Besessenheit.
Es ist unnötig zu schrecken, doch allen, die sich dem Yoga näherten, sollte man sagen: "Eure Stütze ist der Lehrer. Euer Schild ist die Hingabe an den Lehrer. Euer Untergang beruht auf Gleichgültigkeit und falschem Denken. Wer Freunden und Feinden des Lehrers gleicherweise zulächelt, ist unwürdig. Wer den Lehrer, selbst durch Schweigen, wenn es der Rede bedarf, nicht verrät, mag die Stufe der Schwelle überschreiten."
206. Ihr habt die Zeichen des Yoga auf den Höhen erhalten. Ihr habt euch davon überzeugt, dass weder die Kälte noch die Höhe
eurer Gesundheit schadete. Wie sonst könnte jemand, der die Kälte nicht überwand, das erhabene Beben ertragen? Wie kann er über die fernen Welten nachdenken, wenn er die irdischen Höhen scheut? Wie kann man sich als befreiten Geist betrachten, wenn das vorübergehende Hungergefühl nicht überwunden ist. Ein überlasteter Magen bedeutet das Ende des Aufstieges. Ein gewisses Eintauchen ins irdische Leben ist zwar notwendig.
Doch dann bietet Yoga zusätzlich zum kosmischen Bewusstsein viele Vorzüge. Yoga ermöglicht eine Verbindung mit dem Raum und Unsere Hilfe bei allen nützlichen Taten. Die Kenntnis von Zusammenarbeit verleiht den einzig wahren Zugang. Umso wichtiger ist es daher, zu verstehen, Yoga praktisch anzuwenden, um auch Uns die Möglichkeit zu geben, praktisch zu antworten.
207. Amrita besteht aus den Niederschlägen der feinsten Energien. Wie sonst sollte man die Sättigung des Strebens des Yogi mit allen bisher erwähnten Eigenschaften nennen? Jedes Streben des Yogi ist mit einer wertvollen Energiezusammensetzung durchdrungen. Wir wollen diese Zusammensetzung den Diskus des Strebens nennen. Die Bestrebungen des Yogi steigen genauso auf wie eine lichttragende Diskusscheibe. Der Yogi kennt keine gleichgültige Tätigkeit, sonst könnte er mit einem Menschen verglichen werden, der ohne bestimmte Absicht einen Berggipfel ersteigt und staunend umherschaut. Doch der Yogi handelt bewusst, und seine Tat wird sich in Schönheit wandeln. Genauso lernen die Schüler eines Yogi vom ersten Augenblick des Verstehens an zu wirken. Besonders wichtig ist es, dass der Schüler lernt, sich während der Abwesenheit des Lehrers zu beherrschen. Gerade in solchen Zeiten verleitet ihn seine Kurzsichtigkeit oft zu außergewöhnlichem
Freiheitsdrang, weil der Begriff Lehrer noch nicht richtig erkannt wird und damit der Weg zu Amrita versperrt ist.
208. Die im Menschen durch Kenntnis des Agni Yoga geweckten Energiegesetze wirken bestimmt und unvermeidlich. Niemand, der sich dem Yoga näherte, kann leugnen, dass sich sein Leben grundlegend änderte. Ob das Leben inhaltsreicher wurde oder nicht, hängt von der Qualität des Geistes ab.
Wir sagen jedem: "Empfange den vollen Kelch des Amrita." Doch jeder hat die Freiheit der Wahl.
209. Geht mit einem gestimmten Instrument vorsichtig um. Es gleicht einer Fackel in der Finsternis. Wenn ihr es zerstört, schadet ihr euch selbst, denn sein Interplanetarer Pfad ist unwandelbar. Und das Streben des Yogi scheint wie die Sonne. Sein Weg ist nicht leicht.
210. Man sagt, ein Yogi habe keine Wünsche. Und dennoch ist er erfüllt von Streben. Ein Wunsch ist nicht wirksam, weil er Erwartung erweckt, denn tatenlose Erwartung ist die Mutter der Unbeweglichkeit. Streben jedoch ist die Antriebskraft der zum Aufstieg des Geistes führenden Bewegung. Man sagt, dass der Yogi keine Liebe kennt, sondern voller Mitleid ist. Die Menschen kennen Liebe nur als verbindende Fesseln. Doch Mitleid als Mitarbeiter der Wahrheit kennt keine Grenzen. Man sagt, dass ein Yogi mit unerschöpflichen Kräften ausgestattet sei, doch gleich einem Gärtner, der seine Arbeit liebt, pflegt er die Pflanzenstätte seines Gartens der Möglichkeiten.
211. Die Mutter der Druiden hütete Wissen vor Entstellung. Genauso schützt die Mutter des Agni Yoga die Lehre
vor Entstellung. Das feurige Begreifen der Wahrheit ist schwer, und Dienen in Wachsamkeit duldet keinen Verrat. Möge die Hand mit dem Sonnenschwert nicht schwanken noch beuge sich das Knie der Unwahrheit. So muss die Lehre verstanden werden, die das Schmieden eines neuen Lebens umfasst. Sie verkündet: "Ihr habt vernommen, ihr müsst verstehen, dass ihr von diesem Augenblick an die Verantwortung für jede Entstellung übernommen habt!"
212. Freuet euch! Freutet euch! Freuet euch! Denn der Yogi muss die Weisheit der Freude kennen. Das Vermächtnis des Gesegneten lautet, die Freude des Geistes zu hüten. Wer die Gegenwart des Geistes fühlt, freut sich bereits, da er seine Unbegrenztheit kennt.
213. Für einen Geist, der Möglichkelten anhäufte und wegen äußerer Umstände nicht in Erscheinung treten kann, ist es besonders schwer. Das nächstliegende Beispiel ist jenes eines verschlossenen Kessels mit brodelndem Inhalt unter Antrieb des Raumfeuers. Dann müssen abwechselnd abkühlende Ströme verwendet werden. Das Raumfeuer, das sogar Steine zum Glühen bringt, ist untrennbar mit den Kanälen der Zentren verbunden. Deshalb rät der Lehrer auch dem selbstaufopferndsten Yogi zur Vorsicht!
214. Der Kristall der Materia Lucida kann selten in der Größe gezeigt werden, wie er euch sichtbar wurde. Dafür bedarf es einer besonderen Übereinstimmung magnetischer Ströme. Es scheint, als hätte der "Stein" den Kristall angezogen. Er schärft auch das Zentrum des dritten Auges und offenbart sich als das Material astralen Aufbaus auf der höchsten Ebene. Er gehört zu den feinsten
Energien und bildet einen Bestandteil jener Energieformel, die der Menschheit versprochen ist, sobald sie den Wunsch hat, sie anzunehmen. Dieses Licht kann ins Unbegrenzte verstärkt werden und wird für jene Erleuchtung sorgen, die keines Aufwandes an Materie bedarf und jede Form anzunehmen vermag. Diese Aufgabe kann gelöst werden, doch muss die Menschheit danach verlangen, sonst kann der Zutritt zum Strom feinster Energien nicht gewährt werden. Die Kräfte dieser Energien sind mit psychischer Energie verbunden, und jeder Missbrauch wirkt zerstörend.
Man muss sich vor Augen halten, dass Materia Lucida nicht nur für Erleuchtung, sondern auch für Heilzwecke unersetzlich ist. Sie ist das beste Beruhigungsmittel für die Nerven, da sie eine Brücke zwischen der psychischen Energie der Menschheit und der kosmischen Energie darstellt, deren Vorrat unerschöpflich ist.
215. Ein zorniger Mensch gleicht einem Stier. Wer jedoch für die Gerechtigkeit kämpft, gleicht einem strahlenden Geist. Wann werden die Menschen begreifen, wie wunderbar es ist, wie die Höchsten Wesen zu werden? Doch bisher schämten sie sich dieses Gedankens.
216. Daher ist es besonders im gegenwärtigen Augenblick wichtig, die Aufmerksamkeit auf Agni Yoga zu lenken. In jedem Jahrhundert wurde die psychische Energie in der Menschheit gebieterisch geweckt, doch dieser wohlwollende Erlass wurde von den Zweibeinern meistens nicht angenommen. Nehmen wir ein Beispiel: Zu Beginn des letzten Jahrhunderts erhob sich eine Flut von Romantik, jedoch ohne Verständnis ihres Wesens oder, anders gesagt, ohne Heldentum. In der Mitte desselben Jahrhunderts hüllte sich die Erde
in einen verneinenden Materialismus, der es indes versäumte, die wahren Eigenschaften der Materie zu studieren. Das Ende des Jahrhunderts brachte den völligen Verfall, wobei eine Umwertung der Werte vorgesehen war. Der Beginn des gegenwärtigen Jahrhunderts stand im Zeichen von Krieg und nationaler Aufstände, obgleich die psychische Energie auf die Eroberung anderer Welten wies. So eigenwillig wurden die vorbestimmten Werte entstellt. In der Mitte unseres Jahrhunderts werden die Zeichen verschiedener unbekannter Energien aufflammen, und die Menschen werden wieder in falsche Richtungen rennen. Deshalb ist es an der Zeit, jenen, welche die Augen offen halten, die Zeichen des wahren Pfades zu geben.
Mögen sie Zeit finden, mit ihnen vertraut zu werden, daran denkend, wie kurz die Frist ist.
217. Bei der Auswahl von Schülern seid nicht voreilig. Gebt den sich Nahenden drei Prüfungen auf, damit sie sich unvermutet offenbaren. Die erste Aufgabe sei die Bejahung des Allgemeinwohls, die zweite die Verteidigung des Namens des Lehrers, die dritte sei, den Beweis selbständiger Tätigkeit zu erbringen.
Sollte einer bei dieser Aufgabe meutern weist ihn ab. Sollte einer um die Ecke murmeln weist ihn ab. Sollte einer bedrückt sein weist ihn ab. Ich spreche nicht über Verräter. Durch die Erfüllung der Aufgabe prüfet die Fähigkeit des Geprüften. In allem wird Willensfreiheit gewährt, und der Planet selbst steht in der Macht des menschlichen Geistes.
218. Wenn wir über die feinsten Energien sprechen, sollten wir die Symptome ihrer Erscheinungen kennen. Die Benennung
"feinste" weist darauf hin, dass sich die Beschaffenheit ihrer Wirkung von den gewöhnlichen Erscheinungen unterscheidet. Die mächtigste Energie ist am wenigstens fühlbar. Namentlich das Bewusstsein steuert die Kraft der universellen Energie. Die aufnahmefähige Gehirnsubstanz wird vom Bewusstsein des Raumes gesättigt. Man kann diesen Prozess nicht veranschaulichen, er ist unermesslich. So erscheint ein Rad von bestimmter Umdrehung unbeweglich, und nur die Bewegung der umgebenden Atmosphäre zeigt den Grad der Anspannung an. Gleicherweise ist es beim Prozess der feinsten Energien: ihre Erscheinung kann nur aus großer Entfernung beobachtet werden. Wie farbloses Zyankali nicht wahrgenommen werden kann, so setzt die eindrucksvolle Tätigkeit der Bewusstseinsenergie nicht eher ein, als ihre Wirkungen auf den umgebenden Wellen des Raumes offenbar werden. In gleicher Weise blendet die strahlende Materie, wenn sie in Erscheinung zu treten beginnt, doch ihre feinsten Schwingungen sind kaum wahrnehmbar.
Das gleiche Gesetz tritt in anderen Prozessen in Erscheinung. Nehmen wir ein Beispiel der Einwirkungen auf Menschen. Man braucht ihnen nur eine Rede zu halten, und die Masse ist überzeugt, obwohl sie die folgende Wirkung gleichsam unberührt lässt. Noch kann man nicht bestätigen, dass der ursprüngliche Ansporn der überzeugendste Faktor war. Es ist sicher möglich, dass der Bewusstseinsgrad sich änderte und Donner sich in Stille verwandelte. Doch über die Macht der Stille wurde bereits gesprochen. So werden, völlig begreiflich, doch unsichtbar, Umstände gebildet. Die Menschen nehmen sie in ihrer Endphase wahr, doch ein Yogi sieht den ganzen feinsten Bildungsprozess voraus. Für einen Yogi bedeutet der Ausspruch "Es gibt keinen Zufall"
den Regenbogen von Wirkungen. Die Bildungen schichten sich in vielen Farben auf, und es ist wertvoll, dies zu bedenken. Wie bei chemischen Errungenschaften, so bemühen wir uns auch bei den psychischen, Gleichförmigkeit des Prozesses zu vermeiden. Jede erwartete Gleichförmigkeit unterbindet zahlreiche Möglichkeiten. Alles scheinbar Unerwartete enthüllt ein neues Modell in der Wirkung der feinsten Energien. Wie können wir der Evolution dienen, wenn wir die Wirkungen nicht zu unterscheiden vermögen?
219. Wie kann man einen Agni Yogi nennen? Natürlich einen Apologet38 der Wahrheit. Das Empfinden der Wahrheit ist einem Yogi so eigen wie das Licht dem Feuer. Unbeschreiblich ist die Steigerung der Feinfühligkeit, sie schärft die fünf bekannten Sinne genauso wie die dem Astralkörper eigenen sieben Sinne, die als Resonator in der irdischen Hülle nur selten erklingen. So sollte man aufmerksam den Gefühlen eines Agni Yogi lauschen. In ihnen liegt Wahrheit als die Flamme des Lichts.
220. Agni Yoga stellt nicht nur eine fortschreitende Entwicklung menschlicher Möglichkeiten dar, sondern sollte auch die Verbindung mit den unseren Planeten zu einer vorgeschriebenen Frist erreichenden kosmischen Energien bewirken. Dieser Umstand muss unbedingt erkannt werden. Andernfalls wird sich eine Reihe von Krankheiten ausbreiten, und ihr Heilen durch äußere Mittel wird die verheerendsten Folgen nach sich ziehen. Wie kann man von diesen feurigen Erscheinungen gehellt werden? Man kann sie nur als eine psychisch wirkende Kraft nutzen. Wie vermag man Schmerzen im Rückgrat zu stillen, wenn sie mit dem Erwachen von Kundalini39 zusammenhangen? Der Wissende
wird dieses Erwachen willkommen heißen und es durch Anwendung von Pfefferminze fördern. Wie kann man das Brennen des dritten Auges lindern, wenn seine Tätigkeit in Erscheinung tritt? Ist es nicht vernünftiger, seine Entwicklung zu fördern, indem man es vor der Sonne schützt? Früher hatten die Menschen die Gewohnheit, ihr Haar am Scheitel zu einem Knoten zu raffen, um diesen Kanal zu schützen. Kann man die Tätigkeit des Solarplexus einstellen, wenn er zu rotieren beginnt? Jede Gewalt, die man der Sonnenschlange antut, kann mit einer Schädigung der Gehirnfunktion enden. Ebenso gefährlich ist es, die Tätigkeit des Kelchzentrums zu unterbinden. Eine Vergiftung durch Opium stellt natürlich die Zentrentätigkeit ein, doch in diesem Fall wäre die Enthauptung einfacher.
Man kann sich vorstellen, welche Bestürzung durch diese unerklärliche Zentrentätigkeit hervorgerufen wird, wenn man nicht über den Kanal von psychischer Energie an sie herantritt. Wie seltsam es auch erscheint, jedes Studium der physischen Spuren von Imperil kann zum Verstehen der Ablagerungen der psychischen Energie führen. Doch man kann feststellen, dass sich um die Kristallbildungen dieses Giftes eine Art von Substanz sammelt, die diese gefährliche Viper absorbiert. Da jede Energie ihren physischen Kristall besitzt, wird man auf die Ablagerung von psychischer Energie stoßen.
Wer die Kristalle von Fohat und von Materia Lucida gesehen hat, weiß, dass auch die Kristalle der feinsten Energien wahrgenommen werden können. Die Verbindung von Energien der physischen Ebene mit der unsichtbaren Sättigung des Raumes wird dem Studium die rechte Richtung weisen. Der Weg der Metaphysik hat keine sichtbaren Ergebnisse gezeitigt. Der Alchimist liegt in seinem Sarg. Doch die Chemie wird die greifbare
Wirklichkeit enthüllen, wenn sie die wahre Kenntnis über psychische Energie und das allverbindende Feuer erlangt.
Ich erachte es als notwendig, eine Möglichkeit zu bieten, doch die Willensfreiheit darf nicht beeinträchtigt werden. Wer immer gewillt ist, wird begreifen. Gebt nie eine erschöpfende Formel. Gewährt der Willensfreiheit Raum.
221. Die Ablagerung von Imperil wurde euch gezeigt. Vor allem dieses Gift verursacht den Menschen soviel Unruhe. Vergesst aber nicht, dass selbst gröbste Unwissenheit einem Quäntchen Imperil nicht gleichkommt. Denn Imperil ist nicht nur ein auf dem Erzeuger wirkendes Produkt, indem es verdunstet, durchdringt es den Raum, für dessen Reinheit wir alle verantwortlich sind.
222. Der freie Wille begünstigt viele Widersprüche. Der eine macht daraus Konzessionen, der andere verwandelt ihn in Verantwortungslosigkeit, ein dritter in großspurigen Eigendünkel. Nur wer die Disziplin des Geistes erfahren hat, kann erkennen, wie streng die Wirklichkeit der Freiheit sein kann.
Der Niedergang der Freiheit kann als der Festtag der Unwissenheit bezeichnet werden. Die Menschen können sich weder mit der Hierarchie des Wissens abfinden noch können sie die Strenge des Willens schätzen. Doch ist Yoga möglich, wenn es keine Verantwortlichkeit des Willens gibt? Als ob er Schwerter über seinem Herzen kreuzte, so verantwortlich ist jeder Yogi für seine Willenstat. Die Folgen, die sich aus dem Willen eines Yogi ergeben, können unsagbar schwer sein, doch er weiß, warum er sie wählte. So mag man sich den Yogi als einen unermüdlichen Kämpfer vorstellen.
Wer sich seines Willens sicher ist, möge eintreten!
223. Krallen erschrecken euch nicht; Brüllen flößt euch
keine Furcht ein; Tiere wedeln mit ihren Schwänzen und sind bereit, euch zu dienen. Genauso verwandelt der Pfad des Yoga Gefahren in feurige Blüten. Wenn Ich euch rate, irdische Ansammlungen zu hüten, meine Ich nur die Rüstung geistiger Stärke. Wir verurteilen Verschwendung. Jede Aufspeicherung ist ein Schritt zur Freiheit. Wo sind die Grenzen erlaubten Erwerbs? Durch Gefühlswissen und Erfahrung wird der Lehrer alles gutheißen, was erlaubt ist. Ein Yogi kann alles tun, doch ist einem Yogi nicht alles erlaubt. Wo sind die Grenzen von Beschränkungen? In der Verantwortung durch geistigen Besitz. Nur dieser Besitz ist eines Yogi würdig. Das übrige ist nichts anderes als die nach der Schlacht an seinen Gebieter zurückzugebende Rüstung des Kriegers. Hier gibt es kein Zögern. "Herrscher, nimm an meine Rüstung, das Schwert des Sieges und den Schild der Verteidigung. Wie schwer ist mein Helm, der in der Schlacht leicht war wie eine Feder! Die Sandalen erschweren meine Schritte und die Armspangen fesseln meine Hände." Sein Gebieter würde antworten: "Jeder Kampf hat seine Waffen. Lege die für dich untauglichen Waffen ab. Ein Nachfolger deines Geistes wird sie übernehmen. Für jeden Kampf die gebührenden Waffen. Das Schwert ist für dich bereits zu kurz. So überreiche ich dir den Speer des Lichts und die Pfeile weiten Fluges."
Wer dem Feind auf Schwerteslänge gegenüberstand, versteht den Pfeil des Sieges abzuschießen. Doch viele Krieger beherrschen den Einsatz der Waffen nicht und erliegen dem Schlag des Feindes. Sich durch Unvorsichtigkeit dem Schlag des Feindes auszuliefern, bringt keine Ehre ein. Diese Kampfesregel gilt für jeden Yogi.
224. Der befreite feinstoffliche Körper des Yogi sucht
verschiedene Daseinsebenen auf. Flüge in den Raum und Eintauchen in die Tiefen des Planeten sind gleichermaßen erreichbar. Das Erforschen der Kataklysmen des Planeten fördert das Verstehen der Aufschichtungen des Lebens. Man kann beobachten, dass in einem mineralgesättigten Strom eingeschlossene Tiere versteinern. Von unterirdischen Kanälen aus kann man sehen, in welchem Ausmaß die Fundamente unseres Planeten zerfressen sind. So wird der Geist des Yogi mit den Zuständen frühzeitlicher Körper vertraut, und nichts erscheint ihm dauerhaft, vollendet. Solch eine Erkenntnis ist für den Fortschritt des Geistes notwendig. Solches Streben nach Vervollkommnung erlangt man durch die Erkenntnis der Unvollkommenheit.
225. Es ist unrichtig, zu denken, dass die Hebung des Bewusstseins durch überirdische Entzückungen erreicht werden kann. Wie unten, so oben. Alles ist Arbeit und Erfahrung. Das Bewusstsein nährt das Wachsen des feinstofflichen Körpers. Es gibt nicht das geringste Gefühl, das nicht am Gewebe für den feinstofflichen Körper schaffte. Es ist gerade dieser Umstand, der von den Menschen gewöhnlich außer Acht gelassen wird. Sie glauben, dass sie durch eine große Tat eine Reihe leichter Hausarbeiten verdecken können. Doch worin liegt das Große und worin das Kleine? Das ganze Wirken eines Yogi gründet sich auf verfeinerte Überlegungen. In jeder Tat eines Yogi mag man Beobachtung und Genauigkeit wahrnehmen. Hier gibt es weder Vorurteile noch nutzlose Gewohnheiten. Er schreitet einher wie ein Löwe, ohne der Beachtung unwürdige Pflanzen zu zertreten; doch er schlägt zu ohne zu zögern. Daher muss jeder die Wichtigkeit seiner Taten abschätzen. Man darf nicht hoffen, dass man morgen einen neuen Garten pflanzen kann; die Pflanzstätte des Bewusstseins kann nur
augenblicklich und unaufschiebbar gefestigt werden. Der Gärtner studiert jede in seinem Garten aufgelesene Wurzel. Für den Yogi wird jeder Faden des Bewusstseins ein Faden zu den fernen Welten sein.
226. Ein Yogi wird in seinem Schaffen mit einem Steinmetz oder mit einem Goldschmied verglichen, der die feinsten Kunstwerke schafft. Ein Yogi gleicht tatsächlich einem Schmied; nur der Schmied kann ein schwieriges Muster durch feinste Berührungen anfertigen. So vermag auch ein Yogi durch die unsichtbaren Voraussetzungen menschlichen Vorhabens hindurchzudringen. Er strebt dem zu, was gewöhnlich unsichtbar ist und lernt die wirklichen Ursachen der Ereignisse erkennen.
Dem Yogi ist die durch Wachsamkeit erworbene Erfahrung eigen. Kann sich ein Yogi vom Leben völlig zurückziehen? Er erlangt eine solche Vervollkommnung, dass er sich in einem gewöhnlichen interplanetaren Zustand nicht lange befinden kann. Der euch bekannte Yogi U. schuf sich deshalb eine eigene interplanetare Daseinsform. Sie erwies sich für die Menschheit als nützlich und schloss als Grundlage die Erforschung der Verdichtung des feinstofflichen Körpers mit ein. Ich erwähne dieses Beispiel als Beweis, dass es überall des persönlichen bewussten Schaffens bedarf.
Die Verderbtheit in der feinstofflichen Welt hindert die Menschheit am unaufhaltsamen Fortschritt zur Vervollkommnung. Doch die feinstoffliche Welt wird durch die irdische Welt verdorben. Deshalb muss die Genesung der physischen Welt einsetzen. Daher bedeutet Studium des Yoga nicht nur Selbstvervollkommnung, sondern gleichzeitig die Verbesserung der feinstofflichen Welt. Der Yogi, der den Zustand seines Körpers bewusst ändert, erreicht die Spannung geistigen Schaffens. Er verkürzt nicht nur die Ruhezeit zwischen Widerverkörperungen, sondern richtet seine Gedanken
augenblicklich auf nützliche Taten. So vereint er durch unaufhörliches Schaffen die getrennten Welten und festigt die Erkenntnis alles Seienden.
227. Jede kosmische Errungenschaft birgt die Möglichkeit der Gefahr durch Unvorsichtigkeit. Sobald die Menschen neue Energien beherrschen, wächst für die Schwachen im Geiste die Gefahr der Besessenheit. Zur Frage der Besessenheit sollte man sich wissenschaftlich verhalten. Bei ihrem Vorhandensein sind zwei Momente festzuhalten. Erstens: Fortdauer des Lebens in verschiedenen Zuständen. Zweitens: der Einfluss des Willens eines Wesens auf ein anderes. So können in feinstofflichen Körpern vorhandene Wesenheiten unterschiedlichen Grades ihre Gedanken den auf der Erde inkarnierten aufdrängen. Die unbewusste Energie kann zur Vereinigung der Welten beitragen. Doch indem sich das Höchste vereint, öffnet sich auch der Pfad zum Niedersten. Außerdem wisst ihr bereits, wie sehr die niederen Geister versuchen, sich an irdische Ausstrahlungen zu klammern. Deshalb sollte man die Menschen zur Standhaftigkeit des Willens ermahnen, denn Besessenheit ist einer der unzulässigsten Zustände. Nur das Eingreifen eines dritten Willens, der stark und rein ist, kann dieser Zügellosigkeit, welche die Menschen ohne Rücksicht auf Alter und Stellung befällt, Einhalt gebieten! Es ist die Pflicht des Arztes, den Kranken hinsichtlich der Symptome dieses fremden Willens zu beobachten. Wenn der Arzt selbst rein genug ist und nicht befürchtet, den ungebetenen Gast anzuziehen, kann er seinen Willenseinfluss geltend machen. Doch ist selbst die Befreiung von besitzergreifenden Wesen keine dauernde Heilung; denn ungefähr tausend Tage hindurch ist die Gefahr eines Rückfalls nicht ausgeschlossen. Deshalb muss der Leidende
seine Gedanken scharf beobachten. Man sollte die Ärzte darauf aufmerksam machen.
Unzählbar sind jene, die versuchen, die Menschen mit den niedrigsten Gedanken zu beeinflussen. Doch um einen Menschen zu retten, genügt es, Macht zu besitzen und den Rhythmus des Befehls zu finden. Es ist Pflicht des Yogi, schädliche Einflüsse abzuwehren.
228. Die geöffneten Zentren bilden einen evolutionären kosmischen Kanal, aber die Medien gleichen ruderlosen Booten. Die ganze Menschheit muss durch diese evolutionären Kanäle zur Vervollkommnung gelangen. Doch mit geschlossenen Zentren bleibt sie weit zurück. Geöffnete Zentren sind der Hinweis auf eine rechte Richtung, doch Medialität stellt nur eine Gefahr dar. Ein Medium ist nichts anderes als eine Herberge für entkörperte Lügner.
229. Wir bedienten Uns des Magnetismus der Höhen und der geöffneten Zentren der Schwester Ur. und untersuchten die Kristalle von Fohat und Materia Lucida, die Ablagerungen von Imperil sowie die Emanationen der psychischen Energie. Bedenkt, dass die Emanationen der psychischen Energie, wenn sie mit bloßem Auge gesehen werden können, berührbar sind. Alles Berührbare kann verdichtet werden. Das bedeutet, dass neue Lebenskraft gesammelt werden kann. So nähern wir uns der Eroberung neuer Energien, nämlich durch experimentelle Versuche im Laboratorium.
Die Menschen können durch ihre natürlichen Ausstrahlungen einen Vorrat neuer Lebenskraft anhäufen. Jene, die im Raum verstreut ist, kann unmittelbar angewendet werden. Das ist der Grund,
warum die Bergstadt des Wissens erforderlich ist. Das ist auch der Grund, warum es notwendig ist, der Entwicklung psychischer Energie Aufmerksamkeit zu schenken.
230. Die Fälle der so genannten Dualexistenz müssen aufmerksam studiert werden, in schlimmster Form sind sie eine Art von Besessenheit, im besten Fall Überreste aus früheren Verkörperungen. Manchmal gelangt der Geist so weit an seine früheren Verkörperungen heran, dass er diese aufs neue durchlebt. Es ist notwendig, diesen Zustand, der in das Bewusstsein der gegenwärtigen Verkörperung nicht eingeht, sorgfältig zu beobachten. Man sollte nicht mit Fragen belästigen. Doch auch hier kann der Yogi nützlich sein. Er kann den Befehl erteilen, die Vergangenheit nicht zu berühren. Ihr seht, dass Wir vergangene Verkörperungen nur in notwendigen Fällen berühren, nur um die Ausstrahlung der Vergangenheit von Akascha nicht zu wecken.
231. Man darf die Menschen nie in den eigenen Hof locken. Auch die Großen Lehrer füllten den Kelch der Umwandlung bis zum Rand, fürchtend, dass die Lehren nicht übertragen werden könnten. Doch jede Lehre wird zu einer bestimmten Frist übergeben. Sie durchdringt den Raum und sendet Emanationen aus, die ungeahnte Wege beschreiten. Wir sehen, wie vieles, was weit angekündigt wurde, in der ersten Welle der Verwirrung unterging. Doch es ist erstaunlich, zu beobachten, wie die unsichtbare Saat aufgeht. Oft wurde ein verspottetes Buch beiseite gelegt, um die geziemende Achtung zu erlangen. Auch das Verbrennen von Werken steigerte deren Einfluss. Man sollte nicht die Verfolgung fürchten, sondern eher die Anerkennung! Dies muss wiederholt gesagt werden, denn die Menschen sind von der Masse überwältigt
und erkennen die völlige Nutzlosigkeit von gelegentlichem Auflauf nicht.
Dem Yogi obliegt es, die Worte der Lehre sparsam, doch weise zu übermitteln. Allen alles zu geben, bedeutet, im Raum selbst Unheil zu stiften. Mögen wenige, doch feste Stämme den künftigen Wald bilden; denn kleines Gebüsch verzehrt einander und erzeugt bösartige Wesenheiten. An allen Naturerscheinungen kann man die Spuren des Wachstums höherer Organismen studieren. Wir bezeichnen die Entstehung und Verkörperung des Gedankens als höhere Organismen. Gedankensplitter sind natürlich nichtig, doch der beständige und genaue Gedanke vermag ein Pfeiler der Lehre zu sein.
232. Wer wird nützliche Führung nicht zurückweisen? Wer jeden Gedanken an die Bequemlichkeit des Lebens aufgegeben hat. Wem können Kampfmittel übergeben werden? Dem, der vom Schlachtfeld nie flüchten wird.
233. Schweifet nicht in die Ferne, um Nahe liegendes zu suchen. Welch nie wieder gutzumachender Schaden entstand der Menschheit durch das tiefe Eindringen in Magie! Anstatt das Bewusstsein zu verfeinern, begnügten sich die Sucher mit den Worten anderer, ohne deren Bedeutung und Rhythmus zu kennen. Was sonst widerspricht der Evolution so sehr wie die erstarrten magischen Formeln? Durch die Methoden der Magie ist vor allem die astrale Welt von der physischen getrennt worden. Auch Besessenheit ist oft die Folge magischer Beschwörungen. Medialität ist die Genossin der Magie.
Die allgemein kundgegebenen magischen Formeln sind die Resultate von Lügen. Sie gerade hinterlassen etwas,
was der mündlichen Überlieferung vorbehalten ist. Ein Yogi ist zweifellos das Gegenteil eines Magiers. Ein Magier stützt sich auf erstarrte Worte, ein Yogi atmet stets den frischen Atem des Kosmos. Der eine ist alt seit Geburt, der andere bleibt jung durch stete Wandlung. Der eine versucht mit den Worten eines anderen einen Schlag zu erwirken, der andere trifft mit einem freien Gedanken. Der eine verteidigt sich mit einer kümmerlichen Schneide, der andere ist durch die Waffe seines Blickes geschützt.
Yoga hat mit Magie nichts gemein.
234. Ihr habt gesehen, wie ein Bach sich in einen mächtigen Strom verwandelte, nachdem er alle Wasserfälle und Stromschnellen in einen Strom sammelte. So gibt es auch für einen Yogi keine Unterteilung in gutes und schlechtes Wissen; er nimmt jedes Wissen in sich auf und erkennt den Nutzen von jedem.
An die Umwandlung jedweden Wissens sollte man sich gewöhnen. Welchen Bereich können wir als hinter dem unseren betrachten? Wie können wir Vertrauen bewahren, wenn wir das nötige Material verwerten?
235. Man hat richtig bemerkt, dass bestimmte Schmerzen als heilig bezeichnet werden. Durch diese steigt der Geist auf, und es gibt keinen anderen Weg. Es ist uns kein Fall bekannt, wo das Bewusstsein ohne körperliche Schmerzen aufgestiegen wäre. Man sollte verstehen, wie notwendig es ist, jede Erscheinung aufmerksam zu beachten, wenn wir mit jeder Stunde eine Übertragung höchster Energie erwarten können.
236. Welches Vertrauen ist das beste? Jenes Vertrauen ist das beste, das ohne Worte bejaht. Welcher Zweifel ist der schlimmste? Der flüchtige Zweifel ist
der schlimmste. Nicht die nagende Schlange des Zweifels ist die schrecklichste, denn mit einer Heldentat kann sie vernichtet werden. Doch der Schwärm kleiner Würmer bedarf einer langwierigen Bekämpfung. Das festeste Vertrauen kann weder in Gedanken noch durch Worte verletzt werden. Es ist besser, Gift zu schlucken als von Zweifel gequält zu sein. Wer mit Vertrauen gesegnet ist, bedarf keine Rüstung.
237. Es führt nur ein Weg zum Lehrer voranzuschreiten ohne zurückzublicken. Der Gedanke an Misserfolg bedeutet bereits Niederlage. Wer die Richtung seines Fluges kennt, fliegt wie ein Adler über den Abgrund. Die Magnetisierung der Umstände ist euch bekannt.
238. Es ist nie da gewesen, dass eine alte Aura keine Ermüdung aus früheren Verkörperungen gebracht hätte; vor allem, wenn das Karma keine besonders liebenswerten Weggefährten mitbringt. Sind aber alle Begegnungen überstanden, dann tritt Erleichterung ein, als hätte man fremden Besitz zurückerstattet. Nicht weniger als die Hälfte aller irdischen Begegnungen ergeben sich aus früheren Verkörperungen. Man stelle sich Korkfiguren vor, die sich vom Druck höchster elektrischer Kraft gegenseitig anziehen.
Auswirkung von Karma lässt komplizierte Verbindungen entstehen, gleich einer zwei- oder dreifachen Verwandtschaft. Aber es ist besser, der Zahlende zu sein als der Empfangende, denn jede Rückzahlung beendet die Vergangenheit, indessen jeder Empfang von neuem binden kann.
239. Man muss mit dem Gedanken vertraut werden, dass nichts Nützliches verloren geht. Man muss sich bewusst werden, dass einen zahlreiche Gefahren umgeben. Man muss sich bewusst werden, dass Wissen eine Last darstellt. Buddha ermahnte seinen Sohn,
die Freude zu bewahren, denn dies ist das schwerste auf Erden. Es ist besser, die ganze Last des Wissens zu hüten, als jenseits der Wirklichkeit zu verweilen.
240. Man sollte alle Überlegungen über den Tod prüfen. Gäbe es keinen Gedanken an Selbstmord, wäre alles mit Arbeit erfüllt. Wäre dann ein langes Leben in einem Körper erforderlich? Es ist wirksamer, die Zeit auf verschiedene Experimente zu verteilen. Wirtschaftlichkeit der Energie ist die Grundlage der Weltenschöpfung. In ein neues, von Ozon durchdrungenes Haus einzuziehen, bedeutet Zugang zu neuen Errungenschaften zu erhalten.
Das Werk eines Yogi besteht darin, die Todesfurcht auszumerzen. Man kann in einen derartigen Zustand von Begrenzung geraten, dass ein Umzug in eine Nachbarstadt zu einem Ereignis wird. Es kommt so weit, dass man sich fürchtet, seine Wohnung zu wechseln, ja es bereitet sogar Unmut, die Kleider zu wechseln. Träge Menschen fürchten vor allem den Tod. Sie haben Angst, an ihn zu denken und betrachten den Augenblick des Hinscheidens als einen endlichen Zustand. Doch auch die Haut unseres Körpers erneuert sich, und wir rufen keinen Totengräber, um die abgestreifte Oberhaut zu begraben. Warum zieht man keine Parallele zwischen dem Mikrokosmos und dem Makrokosmos, dabei an alle Definitionen der Unzerstörbarkeit des Geistes denkend, von der die Bhagavad Gita40 spricht?
241. Kann ein Yogi Müdigkeit verspüren? Natürlich kann er es. Er kann sogar krank werden. Doch er wird wissen, dass neuer Energievorrat gesammelt werden muss. Er wird wissen, wo die Energie verausgabt wurde, und er wird ruhig Baldrian und Moschus einnehmen.
Es bereitet Freude, zu wissen, dass unser Apparat der Energieerneuerung bedarf. Die Müdigkeit aus der Vergangenheit bedeutet Glückseligkeit für die Zukunft. Das Aufladen mit neuer Energie bedeutet immer, die Vergangenheit überflügeln. Das bedeutet, dass Müdigkeit unser Freund ist. In dieser Erkenntnis wechselt die weise Schlange ihre Haut, doch die Schlange beißt nicht in der Zeit des neuen Wachstums. Die Schlange weiß, dass der Erfolg dieser Erneuerung von Ruhe abhängt. Daher wird der Mensch, der die Ursache der Müdigkeit kennt, sich in weiser Einsicht Rast verordnen, indem er zum Wirken völlig andere Zentren aufruft.
242. Es ist schwer fassbar, wie wenige Menschen von dem Wunsche erfüllt sind, allen zu geben, dem Raum zu geben, den unsichtbaren Welten zu geben, nämlich Wissen an unbekannte Menschen abzugeben. Diese Abweichung vom gewöhnlichen Leben gibt neue Vorstellungen. Das Bestehen im Raum ist nicht leicht. Für die Blinden schafft es eine Wand. Führt der Weg abseits der Straßen der Stadt, vermag das Herz dem Druck vergifteter Substanzen zu widerstehen. Sonst ist es unerhört schwer, zu erkennen, dass Irdisches und Ewiges einander bedingen!
243. Die ganze Wirklichkeit ist auf Gesetzen des Raumes aufgebaut. Sogar der Beginn von Krankheit und Genesung ist unmerklich. Der Moment ursprünglichen Entstehens kann oft nur durch stete Beobachtung erfasst werden, denn jede gesetzliche Tat ist die Ursache zahlloser Begleiterscheinungen, deren Gesetze im Bereich feinster Energien liegen.
244. "Jenen im Grabe spendet man Leben". Dies ist der deutlichste Hinweis auf Wiedergeburt und die Fortdauer des Seins.
245. Warum befindet sich die Erde in einem kranken Zustand? Weil die Strahlen der Planeten nicht durch die verseuchte Aura hindurchdringen können. Wie weit wird sich der Mensch herabsetzen, wenn er seinen Verkehr mit dem höchsten Bewusstsein einstellt und in tiefste Unwissenheit versinkt? Vom Radj-Planeten41 bis zum Mikrokosmos gibt es ein Gesetz. Seitdem die Menschen die Vorstellung über die großen Welten verloren haben, entfernten sie sich vom verstehen der Vervollkommnung. Die Welten wurden für sie zu einem Wahnsinnstraum; und ihre Selbstvervollkommnung wurde zu einem unnötigen und gefährlichen Zeitvertreib. Wie Sklaven für Tageslohn hegen die Menschen den Wunsch, den Weg zu beenden. Die Religionssysteme haben den Menschen durch ihre Verdikte Schreck eingeflößt und sie des Wagemuts beraubt.
Ein Mensch, der sich der Staatsreligion blind ergibt, gleicht einem Esel, der eine unbekannte Last trägt. Kann man eine Religion wie eine polizeiliche Verordnung hinnehmen? Kann man die Verdikte unbekannter Leute, die sich für den Verkehr mit dem Himmel bezahlen lassen, vertrauensvoll annehmen?
Die Bedeutung des Yogi in Angelegenheit Staatsreligion ist sehr groß. Furchtlos, prüfend und unermüdlich muss der Yogi der Menschheit helfen, an die Gesetze der Einheit zu denken. Wie ein treffendes Schwert blitzt der Gedanke des Yogi durch den Raum. Bereit, die Verbindungsmethoden zu ändern, bereit zur Heldentat, bereit, Unwissenheit zu verurteilen, bittet der Yogi die Menschheit, über die Ursachen inkarnierten Seins nachzudenken. Durch diesen Gedanken wird sich die Qualität der Arbeit und des Verstehens ändern. Wer wünschte nicht mutig zu wagen, wenn er über die dem Menschen innewohnenden Möglichkeiten
nachdenkt? Gebührt der Siegeskranz nicht dem, der die Menschheit Mut lehrt? Andernfalls werden die Häupter der Menschen gleich Schweinen am Kehricht der Erde kleben bleiben.
246. Der gegenwärtigen Rasse sind viele verzerrte Merkmale eigen. Die Menschen von heute wollen sich von allem persönlich überzeugen. Dies scheint wahrlich bewunderungswürdig, doch die Ergebnisse sind oft überraschend. Überzeugt, unberührt kehren sie in ihre Berufe zurück. Die erstaunlichste Tatsache hinterlässt nicht die geringste Spur im täglichen Leben. Man kann nur staunen, wie Personen, die sich als Wissenschaftler betrachten, die nützlichsten Erscheinungen übersehen. Für sie bleibt jede Entdeckung eines Jahrhunderts eine widerspruchsvolle Hypothese.
Woher kommt diese Denkträgheit unserer Rasse? Solch ein Verfallsprozess ist ein Zeichen jeder sterbenden Rasse. Dies ist das Alter, dies ist die Endlichkeit, dies ist die Ablehnung der Evolution. Deshalb rate Ich ständig, sich an die einzelnen wenigen Menschen zu wenden, ungeachtet ihrer sozialen Stellung.
Gleicherweise entstellt wird die Frage der Hilfeleistung und der Qualität der Arbeit. Die Menschen verlangen nur nach der Hilfe, die ihrer Eitelkeit entspricht, und die Vorübergehenden erwägen überhaupt keine Qualität. Mögen wenigstens einige Verantwortung übernehmen; denn durch Verantwortung erreichen wir Beweglichkeit im Denken.
247. Eine Wandlung der Ausdrucksweise ist Uns sehr erwünscht. Durch solch eine Wandlung werden herkömmliche Ausdrücke und vor allem deren Bedeutung vermieden. Jahrhunderte hindurch sammeln sich Gewohnheiten an,
die das Denken erstarren lassen. Kataklysmen und Spaltungen von Regierungen haben unerwartete Begriffe und neue Worte geprägt. Alte Ausdrücke werden unbrauchbar und mit ihnen verschwinden veraltete Sitten. Nicht die Buchstaben des Ausdrucks sind so gefährlich, sondern dessen Bedeutung. Wenn Ich beispielsweise sage: "Umstände gestalten sich erfolgreich", setzen die Menschen ihre Denkrichtung fort und leiten die Meinung ab, dass Umstände günstig sind. Doch die Kenntnis vom Erfolg umfasst weit mehr als die von Gut oder Böse. Der Erfolg eines Musters hängt nicht von der Einheitlichkeit der Farbe ab, sondern von der Rückstrahlung der Kontraste.
Gleich schwer ist es für die Menschen, die Tatsache der Relativität von Gut und Böse anzunehmen. Nur deren Gegensätze bestimmen das eine oder das andere. Die Erkenntnis eines treibenden Stromes räumlicher Körper, unaufhaltsam und ewig neu, würde den Menschen helfen, das treibende Prinzip des Lebens zu erkennen. So würde jeder Augenblick des Lebens Beweglichkeit erhalten und auf die Bindungen der Vergangenheit sowie die Unvermeidlichkeit der Zukunft hinweisen. Der in die Zukunft strebende Geist wird sich nicht mit den Lumpen der Vergangenheit belasten. Er bedarf des Ausdrucks neubegegnender Begriffe. Er reißt die Begrenzung der Worte nieder. Eher kann man eine erfolglose Leistung vergeben als den verkümmerten gewohnheitsmäßigen Gruß eines Großvaters. Durch Beweglichkeit erweitern wir jenen Horizont unserer Ideen, der uns infolge der Umstände der Geburt anhaftet. Das Erbe physischer Abstammung ist mit geistigem Erbe unvereinbar. Deshalb wird Veränderlichkeit äußerer Formen das Streben des Geistes fördern.
Die Gebote aller Lehrer richteten sich betreffs der vergänglichen Bedeutung
der Dinge auf die Bewegung. Nicht auf Askentum, sondern auf die weise Nutzbarmachung der Dinge wurde hingewiesen.
248. Die Fähigkeit, in die Bedeutung der Wörter einzudringen, liegt in der Wahrnehmungsfähigkeit des inneren Kerns unbeeinflusst vom Aufbau der Sprache. Unterbreitet die einfachste Idee Tausenden von Menschen zur Diskussion und ihr werdet nur eine angemessene Auslegung erhalten. Man sollte sich das wahre Verstehen einer Sprache angewöhnen. Yoga verhilft zum wahren Verstehen des Gedankens. Das Verstehen verschiedener Sprachen entspringt der Wahrnehmungsfähigkeit ein und desselben Zentrums des Kehlkopfes.
Es ist nützlich, den Kindern in den Schulen Auszüge aus fremden Sprachen vorzulesen und zu beobachten, wie eine fremde Sprache erfasst wird. Die Hand passt sich leicht bekannten Gegenständen an. Das Bewusstsein wird mühelos aus der Vergangenheit bekannte Laute auffangen. Wie leicht könnten viele nützliche Beobachtungen gemacht werden! Yoga lehrt ständig diese freudvolle Wachsamkeit.
249. Gegenstände sollte man schätzen, doch Überproduktion vermeiden. Das schädlichste Denken beginnt inmitten von unnötigen Gegenständen. Die fadenscheinigen Gedanken über die Anwendung und Verteilung von Sachen gleichen ausgebreiteten Fangnetzen. Langwieriges Leid wird durch die Produkte einer alten Zeit geschaffen. Die Erneuerung von Formen kann einen unerwarteten Strom von Gedanken hervorrufen. Da wir mit Gegenständen zu tun haben, sollten wir sie nicht gleichgültig betrachten. Über die Qualität und Bedeutung der Gegenstände im täglichen Leben des Fortschritts sollte nachgedacht werden. Wahrlich, ein neues Haus bedarf neuer angemessener Gegenstände, doch es ist fast unmöglich, sie zu finden. Das heißt, menschliches
Denken sollte darauf gerichtet sein, neue Lösungen zu suchen. Doch für den neuen Aufbau der Umgebung sollte man auch erkennen, worauf sich das Leben richtet. Kann man aber eine solche Daseinsverbesserung erwägen, solange die Menschen meinen, wie die Tiere durchs Leben gehen zu können, weder Vergangenheit noch Zukunft erkennend?
Stellt eine Frage über den Sinn des Lebens und ihr werdet die hoffnungslosesten Antworten erhalten. Wenn der ganze Raum Energie und Entschlossenheit verkündet, dann modelt die Masse ihre alten Kaftane um. Verträge führten die Menschheit ins gegenwärtige Unheil. Dessen ungeachtet werden neue Verträge nur auf der Grundlage dieser wertlosen Texte aufgestellt. Aus unzulänglichen Resten werden neue Gewänder geschneidert.
Es ist erschreckend zu erkennen, wie sich die Erdbewohner ihren eigenen Weg versperren. Gebete sind nicht nötig, sondern ernste Arbeit ist erforderlich. Dies muss wiederholt werden. Die Fristen haben nahe liegende Möglichkeiten gebracht. Ist es möglich, dass die Händler sie nicht wahrnehmen?
Ein Yogi erscheint zur bestimmten Stunde und verweist auf das erreichbare Glück. Ein Yogi kann Leben aufbauen, denn er kennt die Werte und kennt die Vergleichbarkeit. Im Leben selbst tritt die unbedingte Notwendigkeit des Yoga zutage. Wie und wodurch sonst könnten die Menschen die wahre Richtung des Strebens bestimmen?
250. Sobald zur bestimmten Frist die Tat unvermeidlich erscheint, sind alle Umstände günstig. Feuer erleuchtet den Weg. Donner erweckt zur Stunde der Wacht. Der Schauer spült den Schlamm des Pfades hinweg; es gibt keine Gegenströmungen. Unsere Strahlen weisen den Weg und überwölben ihn mit der Kuppel der Sicherheit. Wenn Wir von der Enge des unterirdischen Ganges warnen, so tun Wir dies,
um euch in Kenntnis zu setzen. Nur wenn eine Änderung des Weges nützlich erscheint, halten Wir euch an und geben eine neue Weisung. Manchmal ist es besser, den Berg zu umgehen, als sich durch Erklimmen der steilen Felsen zu erschöpfen.
Wir haben nichts zu leugnen, denn Bestehendes ist unleugbar, aber es muss genutzt werden. Dann kann es weder Gram noch Trübsal geben, sondern nur Ermunterung. Wir kennen alle Gräser, die auf Unserer Wiese wachsen; Wir kennen alle ihre Eigenschaften, und deshalb bezeichnen Wir keines von ihnen als Unkraut. In der Frühreife ist jedes schädlich, im gebotenen Augenblick jedoch ist jedes wirksam.
251. Wovon sprechen Wir? Von der Eigenschaft der Hingabe und der Wachsamkeit. Unbezähmbare, alles besiegende, schöpferische, den Pfad schmückende Hingabe. Alles durchdringende, alles begreifende unermüdliche, das Streben stärkende Wachsamkeit. Gibt es viele Menschen, die Hingabe und Wachsamkeit hegen können? Wohin wird der hingebungsvoll Blinde gelangen? Kann man das Auge eines wachsamen Verräters hüten? So kann man dem Hingebungsvollen alle Kräuter anvertrauen. Man kann dem Wachsamen alle Blumen zeigen.
Der Begriff der Hingabe wird ungeheuer geschmälert. Die Menschen scheuen sich nicht, Unzufriedenheit zu äußern. Unsere Liste der Hingebungsvollen ist nicht lang. Schätzet jeden Beweis der Hingabe, doch diese Eigenschaft wird nur in einer schweren Stunde gemessen; und Wachsamkeit wird nur unter der Decke des Nebels gewertet. Unser Schild ist nur das Verständnis für Hingabe. Anstelle von Hingabe zitieren die Menschen Liebe, Bereitschaft und Besorgnis. Doch diese Fragmente der Hingabe sind wie ein gnädiges Lächeln. Hingabe selbst erglüht wie ein zur Schlacht bereiter Krieger.
Sprecht oft über Hingabe und preiset Wachsamkeit. Die Menschen bedürfen der Bestätigung.
252. Jede Illusion kann bis zur Wirklichkeit gesteigert werden. Daher sollte man Illusionen als Leuchtkäfer betrachten. Wer würde Lichtträger vernichten?
Versteht es, die Finsternis der Scheinheiligkeit zu vernichten, doch jedes Blütenblatt von Aufrichtigkeit möge leben.
253. Die Zierde der Zukunft mit allen Blüten der Eingebung ist das Licht der Morgenröte. Die Zierde der Vergangenheit gleicht einem Totenkranz. Wer die Macht der Zukunft verteidigt, ist Unser Krieger; auch seine ganze Macht wird durch den Schatz der Zukunft verherrlicht. Wie die Stunde des Strebens einem Wirbelwind gleicht, so gleicht der Rückblick der Verwesung. Für den feurigen Yoga ist alles Vergangene verbrannt.
254. Das Streben der Menschen entspricht den Eigenschaften der psychischen Energie nur wenig. Bestimmte Eigenschaften dieser Energie haben Merkmale von Bewusstsein eingebüßt. Am schwersten erkennt die Menschheit die Unbegrenztheit der Energie und ihre Neigungen zu selbständigem Wirken. Wir spüren Energie leicht in Verbindung mit körperlichen Tätigkeiten, doch etwas Bemerkenswerteres erfassen wir kaum. Als Bemerkenswertestes zu beachten ist, dass die psychische Energie auf weite Entfernung gleichsam selbständig wirken kann. Wie eine dem Geschütz enteilende Kugel selbst wirksam wird, so kann unsere Energie vollkommen selbständig und anhaltend Wirkungen hervorrufen. Die Dauerhaftigkeit hängt natürlich von dem Energievorrat ab.
Man kann bewusst Energie aussenden, doch es kann auch unbewusste Abgaben geben, wenn die Energie in eine gewohnte Richtung strebt. Wird das Geschoß der Energie weit fortgetragen, so wird die Energieerschöpfung augenblicklich spürbar. Wer jedoch diesen Umstand kennt, wird nicht beunruhigt sein. Im Gegenteil, er wird die Wirkung der Sendung mit seinem Bewusstsein unterstützen.
Ihr kennt die Legende von den über einer Stätte von besonderer Bedeutung kreisenden Wolken. Diesem Phänomen liegt der gleiche Prozess der Energieabgabe zugrunde. Die Energieprojektion vermag so gewaltig zu sein, dass physische Erscheinungen geschaffen werden, denn die Energieverschmelzung mit den Elementen ruft ganz außergewöhnliche Verbindungen hervor. Doch in Zeiten der Aktivität dieser abgesonderten Energie ist eine gewisse Erschöpfung zu erwarten, die als natürliche Folge der Entleerung der Schatzkammer anzusehen ist.
Die losgelöste Energie wird in unaufschiebbaren Fällen wirksam. Ein neuer Aufbau zieht natürlich die nahestehendsten Bewusstseine an. Als Hilfe dienen die beschleunigten Sendungen von Mut, Wachsamkeit und Findigkeit; und häufig vermutet weder der Empfänger noch der Sender das Geschehnis. Die Teilbarkeit des Geistes ermöglicht die Energiesendung. Die Energie wirkt durch diese Übertragung, und gleichzeitig fühlt sich der Spender gleichsam von Müdigkeit befreit.
Wie viele solcher Sendungen durcheilen den Raum! Werden nicht einige von ihnen die Fundamente neuer Planeten bilden?
255. Steckt eine Fackel an, sogleich wird sie aus der Finsternis von einer Menge von Insekten umschwärmt. Verkündet die psychische Energie, und augenblicklich treten verschiedene Umstände in Erscheinung, kleine und große, ferne und nahe liegende. Die psychische Energie wird zu einem wahren Magneten. Viele wären erstaunt, zu erfahren, dass ein Magnet aus Metall und dieser psychische Magnet von derselben Energie aktiviert werden. Diese Grundenergie des Bewusstseins wird von dem alles durchdringenden Element Feuer verbreitet. Manchmal ist sie unerkennbar, doch oft wird sie entweder kosmisch angetrieben oder von einem entwickelten Bewusstsein gesammelt. Und dann bedarf es keiner scharfen Beobachtung, um die augenscheinlichen Resultate festzustellen. So können die völlig entgegengesetzten Bereiche auf einen Ursprung zurückgeführt werden. Wie kann man es verständlich machen, dass bei der ungeheuren Menge universeller Energien einige auf unvermutete Zentren wirken und so die verschiedenen Naturreiche vereinen? So naht dem menschlichen Bewusstsein ein Stein.
Die moderne Wissenschaft meidet es allerdings, die Substanz eines Magneten zu erklären. Wellen des Bewusstseins prägen, gleich den Fluten des Meeres, dem Raum die Bildnisse der Schöpfung ein. Die magnetischen Ströme in den verschiedensten Substanzen werden wenig beachtet, doch das Massendenken der Menschheit ist bereits bekannt.
Wie eine Seuche aus einer unsichtbaren Ursache verbreiten sich gleiche Gedanken. Irgendeine Kraft sammelt sie, lenkt sie, verstärkt sie. Jene, die einen Magneten auf ihren Scheitel legten, um ihr Bewusstsein zu vertiefen, kannten Fragmente der Großen Lehre. Die magnetischen Wellen aus verschiedenen
Bereichen sammelnd, verstärkten sie ihren Vorrat an psychischer Energie. Man vermag tatsächlich mehrere Ströme zu vereinen und dadurch eine Erneuerung des Bewusstseins zu erwirken. Dazu muss man zuerst lernen, unvoreingenommen zu sein. Das ist die erste Bedingung für die Bewusstseinsentwicklung.
256. Der Hüter der Sieben Tore grämte sich: "Ich behelligte die Menschen mit einem endlosen Strom von Wundern, doch sie wurden ihrer nicht gewahr. Ich biete neue Sterne, doch ihr Licht ändert das menschliche Denken nicht. Ich versenke ganze Erdteile in die Tiefen der Meere, doch das menschliche Bewusstsein regt sich nicht. Ich errichte Berge und die Lehren der Wahrheit, doch die Menschen wenden selbst ihren Kopf nicht nach dem Ruf. Ich sende Kriege und Seuchen, doch selbst Schrecken veranlasst die Menschen nicht zum Denken. Ich biete die Freude des Wissens, doch die Menschen machen einen Brei aus diesem heiligen Mahl. Keine weiteren Zeichen besitze Ich, um die Menschheit vom Untergang zurückzuhalten!"
Zum Hüter sprach der Erhabenste: "Wenn der Baumeister die Fundamente des Gebäudes legt, weiht er alle, die am Aufbau arbeiten, darüber ein? Die wenigsten unter ihnen kennen die vorgegebenen Maße, und nur einigen wird der Zweck des Gebäudes enthüllt. Jene, welche die Steine früherer Grundlagen ausgraben, werden keine einzige neue Grundlage begreifen. Doch ein Baumeister sollte sich nicht grämen, wenn seine Arbeiter die wahre Bedeutung seines Planes nicht erfassen können. Er kann nur die Arbeit entsprechend verteilen."
So ist es mit dem Bewusstsein der Menschen; wir wissen, dass jene, die weder begreifen noch hören können,
nur die niedrigste Arbeit verrichten werden. Wer verstanden hat, möge stark sein wie hunderttausend Weise, und wie Inschriften werden sich die Zeichen vor ihm entfalten!
257. Man könnte fragen, wie Hindernisse als segensreiche Auswirkungen verstanden werden können, wenn die psychische Energie wie ein Magnet alle Vorteile sammelt. Freilich, wenn ein großes Schiff seine Geschwindigkeit erhöht, nimmt die Widerstandskraft der Wellen zu. Durch unser Streben ergeben sich viele Hindernisse. Derselbe Vorgang zieht unvermutete Teilchen konträren Willens an. Sind diese sehr stark, dann wird sich unser Schlag entsprechend entfalten. Das Wesentlichste ist, dass die Gegenströme stark sein müssen, denn dann wird unsere Flamme entfacht.
Betrachtet das Auflodern der Flamme als nützlich, doch einen Brand als gefährlich. Mit dem Auflodern, der Flamme meine Ich, dass die Kristallform der Flamme des Zentrums erhalten bleibt, und Brand bedeutet, dass das Zentrum in Feuer ausbricht. Wenn von jemandem gesagt wird, dass er durch die Umstände bedrückt ist, dann könnt ihr sicher sein, dass er, ohne dass seine Zentren entflammt waren, eine Begegnung hatte und sein Bewusstsein verwirrt wurde. Oft ist es schwer, den Augenblick der Verwirrung zu erkennen, doch dieser vergiftet alle weiteren Handlungen. Ist der Schritt jedoch fest, sind die Gegenkräfte wohltätig. Sie rufen Blitze hervor, und der Donner erschüttert ferne Berge. Nichtigkeit gebiert Nichtigkeit. Wenn ihr daher jemandem eine glückliche Reise wünscht, bittet ihn, sich von Nichtigkeit abzuwenden. Die Zukunft wird durch Blitze der Erkenntnis aufgebaut. Die Kraft dieser Funken hängt von
der Gegenkraft ab. Erfolg bedeutet daher nicht das Einschiffen für eine Seereise in einem Bottich auf einem unbeweglichen Teich.
Wenn Wir sagen "Schwimmet!", so heißt dies, dass ihr das Meer erproben sollt. Die riesigen Wellen werden euch fröhlich stimmen. Ist Erprobung der Stärke nicht einfach das Wachsen der Kräfte? Ihr vollführt Unmögliches, wenn ihr einen Abgrund überquert. Aber ihr habt bereits Abgründe überquert und gelächelt. Ihr seht, Ich spreche nicht über Träume, sondern über bereits Erprobtes, für das es Zeugen gibt.
Kühnheit bedeutet nur Kenntnis des Weges. Andernfalls wäre jeder, der eine Pforte erschließt, schon ein Held. Was erwartet ihn jenseits der Schwelle? Der Agni Yogi lächelt dabei.
258. Wir wollen den Begriff "mit menschlichen Händen" erhärten. Warum bestehen Wir auf der Notwendigkeit, die Tat mit menschlichen Händen zu vollbringen? Es wäre scheinbar einfacher, den Möglichkeiten der Menschheit einige feine Energien hinzuzufügen. Und wieder liegt der Kern der Sache im Bewusstsein. Solange die feinen Energien nicht erkannt werden, werden sie den Menschen keinen Nutzen bringen. Man möge begreifen, dass eine vom Bewusstsein nicht aufgenommene Energie auch zerstörend wirken kann. Eine nicht erkannte Energie vermag wie ein zügelloses Element alles Umgebende zu vernichten. Denn Erkennen bedeutet fast Beherrschen und auf jeden Fall bereits Vergleichbarkeit. Bis die Menschheit das Wesen der Energie zu erkennen beginnt, ist es wesentlich, auf der Grundlage mit menschlichen Händen zu bestehen.
Wir halten die Möglichkeit nicht zurück, doch Wir bieten einen Ausweg aus den gegenwärtigen Zuständen. Es ist Zeit, sich an das zu gewöhnen, was nicht übersehen werden kann,
an die Kette der uns umgebenden unbeschreiblichen Energien. Wenn Salz auf dem Tische steht, bedeutet das nicht, dass uns sein Geschmack bekannt ist.
259. Yoga wird viele Begriffe beleuchten. Kann man wunschlos sein, wenn selbst der Geist dem Wunsch entsprechend inkarniert? Wünsche sind wie Funken der Bewegung. Was bedeutet es dann, dass sich ein Yogi von Wünschen befreite? Wir wollen der genauen Bedeutung der Worte nachgehen: Ein Yogi ist von der Möglichkeit, Wünsche zu empfinden, nicht befreit, wohl aber von deren Joch. Weil er kein Sklave des Wunsches ist, fühlt er sich frei. Auf dem Pfad der Zweckmäßigkeit gibt ein Yogi im Namen des Wesentlichsten eindeutig Wünsche auf. Diese Gewandtheit im Verändern bildet die Freiheit des Yogi. Nichts vermag seinen Fortschritt zu hindern.
Es sind gerade die trägen, totgeborenen Wünsche, die für die Menschheit zu Ketten der Knechtschaft werden. Niemand erlöst den sich allein in unlösbare Fesseln gelegten Menschen. Entweder Unvorsichtigkeit oder ein fremdes Karma bringen die Seuche von Wünschen, und ein Mensch verliert, anstatt vorwärtszuschreiten, jegliche Beweglichkeit. Beachtet jene, die an der Klagemauer stehen. Was hielt sie von ihrem Weg ab? Welche Kräfte lenkten sie ab von der Betrachtung und vom Verstehen der Welt? Der kleinste, fast unwahrnehmbare Wunsch belastete sie und verschloss ihnen die Augen. Wie eintönig wurde ihre Welt! Wie ein Parasit saugte der Wunsch ihre Energie ab.
Wunsch ist ein Wurm und Ketten. Wunsch ist Funken und Schwingen. Der Befreite schwingt sich auf zur Erkenntnis. Der Versklavte klagt in Verzweiflung.
260. Viele Begriffe im Leben sind unzerstörbar, doch müssen sie zu ihrer wahren Bedeutung rückgeführt werden. So auch der Begriff Einsamkeit. Nirgends heißt es, dass ein Yogi physisch allein sein muss, doch geistige Einsamkeit ist unvermeidlich. Sich hingebend, kristallisiert der Yogi seine Individualität, und je mehr er abgibt, um so unberührbarer wird er.
Man sollte auch das rechte Verhältnis von Klang und Farbe untersuchen. Es gibt eine Entwicklungsstufe der psychischen Energie, die man als leuchtend bezeichnet, und ein Wesen dieser Evolutionsstufe beginnt Licht auszustrahlen. Diese Resonanz von Licht ist der Annäherungsgrad an das Bewusstsein ferner Welten.
Beachtet die grüne Farbe. Sie zeigt die Erkenntnis des Wesens an. Gleich unerwartet werden auch andere Kräfte aus dem Raum gesammelt. Und die Erscheinung der Lichtstrahlen ist wie eine Brücke zum Raumfeuer.
Der Gebende ist unvernichtbar wie eine Flamme! Wer mit Licht erfüllt ist, strebt dem Lichte zu!
261. Wer das Leben schätzt, wird kein Held sein. Wer sein Leben nutzlos wegwirft, wird kein Held sein. Der Held trägt das Gefäß behutsam, bereit, es für den Aufbau der Welt darzubieten. Wieder finden wir das gleiche Gegengewicht. Ein Yogi wird dies verstehen. Er wird den Wert von Enthaltsamkeit verstehen und diese mit Unersättlichkeit vereinen. Wahrlich, unersättlich in der Heldentat ist der Held. Er hungert nach Taten und ist jede Stunde bereit zu entsagen. Geistig tätig, reißt er sich nicht von der Erde los. Unaufhaltsam
ohne Rückzug wird er Begonnenes nicht aufgeben und wird nichts um persönlichen Vorteil willen unternehmen.
Lasst uns dies erkennen, um zwischen unserer eigenen Befriedigung und der Forderung des Allgemeinwohls zu unterscheiden. Die Grenzlinie zwischen Selbstgefälligkeit und Schaffen für die Evolution der Welt ist sehr schmal. Nur ein hohes Bewusstsein kann die inneren Beweggründe erkennen. Nur ein hohes Bewusstsein wird sich widersprechende Urteile nicht beachten.
Die Logik hat viele Wörter vergiftet. Zur Entscheidung gelangt man durch den Austausch von Wörtern, nicht durch deren Bedeutung. Die Lehre vermag die Augen zu öffnen, wenn sie im vollen Sinne angenommen wird. Man kann über die Lehre hinwegschreiten wie über die Fliesen eines verzierten Bodens. In der Finsternis ist das Muster unsichtbar, um es zu erkennen, bedarf es des Lichts. In der Finsternis scheint das Muster unwichtig passend für einen leichtfertigen Tanz. Die heiligsten Symbole können von den Füßen der Unwissenheit niedergetreten werden.
Nicht das Auge, sondern das Bewusstsein mahnt zur Vorsicht. Würden wir das Werk des Lehrers in irgendeiner Weise behindern? Die Freude der Entsagung wurde im Namen des Lehrers wie zu einem leuchtenden Regenbogen.
"Herrscher, nimm an meine Habe, wenn sie Dir von Nutzen ist!"
262. Viel wird über Hindernisse gesprochen, doch man nutzt sie sehr wenig. Das Verstehen der Bedeutung von Hindernissen wird der Arbeit Freude verleihen. Doch sobald ein Hindernis auftritt, beginnen die Menschen, an ihre Gefühle zu denken, den für sie geschaffenen Nutzen vergessend. Die Menschen ziehen es vor,
alles in gewohnter Weise mit herkömmlichen Mitteln zu tun. Doch Wir bevorzugen unverhoffte Taten und ungewöhnliche Ergebnisse. Die Menschen sind glücklich, wenn ihnen das gleiche widerfährt wie den gewöhnlichen Menschen, doch Wir wünschen ihnen den größeren Erfolg. Lehret, den wirklichen Schaden mit der Nützlichkeit des Geschehens abzuwägen. Es ist schwierig, den Menschen Ströme ungewöhnlichen Erfolgs zu vermitteln, wenn sie die ungewöhnlichen Wege meiden. Wir alle kennen mit Luxus umgebene Menschen. Wenn sie nur wüssten, wessen dieser Luxus sie beraubte! Die Menschen wollen alle herkömmlichen Gewohnheiten weiterpflegen und vergessen, dass die Gewohnheiten des Körpers auch in Gewohnheiten des Geistes verankert werden. Der Geist wird schwach und beginnt, kühne Taten zu fürchten. So werden die Menschen gewöhnlich, mit den gleichen stereotypen Freuden und Sorgen.
Lernen wir es, uns über Hindernisse zu freuen, wissend, dass das willkommene Hindernis sich in einen raschen Erfolg verwandelt. Und dieser Erfolg wird einem Netz mit reichem Fang gleichen. Lasst uns daher unser Auge auf die Umgebung richten und verstehen, vor welchen Gefahren wir bewahrt bleiben, nur durch Hingabe an den Lehrer. Doch oft vertrauen wir dem Lehrer in großen Dingen und sind unsicher in kleinen. Oftmals bemerken wir die großen Hindernisse und übersehen im Gesichtskreis die Mengen von kleinen. Doch ein kleiner Skorpion sticht unbeachtet genauso wie ein großer.
Nicht um den Berg zu erkennen, bedarf es eines Adlerauges, wohl aber für die kleinen Sandkörner.
263. Es ist eine Freude, dass ihr die Bedeutung der Schlacht schon versteht. Ganze Legionen werden in den Kampf einbezogen, aber sie wissen nicht,
wann Rast und wann Gefahr gegeben ist. Vor Sonnenuntergang schwärmen die Mücken, doch was bezwecken sie? Man kann eben nicht unterscheiden, ob es Freude oder Furcht ist. Die Weltenschlacht bezieht alle Wesen mit ein, doch wenige verstehen die Bedeutung dessen, was vor sich geht. "Warten wir den Morgen ab", meinen die Leute. Doch ihr Morgen beginnt erst am Nachmittag.
264. Vom Gesegneten wird Folgendes berichtet: "Einst besuchte der Gesegnete den Herrscher von Radjagriha. Der Herrscher lenkte Dessen Aufmerksamkeit auf die Unbeflecktheit seines Empfangsraumes. Doch der Gesegnete antwortete: "Zeige lieber die Reinheit deines Schlafraumes, deines Bades und deines Herdes. Der Empfangsraum wurde von vielen Unwürdigen befleckt, aber dort, wo dein Bewusstsein sich entfaltet, möge es fleckenlos sein." Und weiter sagte der Gesegnete: "Unterscheide zwischen jenen, die verstehen und jenen, die zustimmen. Wer die Lehre versteht, der wird nicht säumen, sie im Leben anzuwenden. Wer zustimmt, der wird mit dem Kopf nicken und die Lehre als beachtenswerte Weisheit preisen, aber er wird diese Weisheit im Leben nicht anwenden. Es gibt viele, die zustimmen, doch sie sind wie ein verdorrter Wald fruchtlos und ohne Schatten. Nur Verwesung harrt ihrer. Derer, die verstehen, gibt es wenige, doch wie ein Schwamm saugen sie das kostbare Wissen in sich hinein und sind bereit, mit dem kostbaren Nass die Gräuel der Welt zu reinigen. Wer versteht, der kann nicht umhin, die Lehre zu befolgen; denn die Zweckmäßigkeit erkennend, nimmt er sie als Lösung des Lebens an".
Verschwendet mit den Zustimmenden nicht viel Zeit. Mögen sie erst zeigen, dass sie den ersten Ruf befolgen.
So wird über die zweckmäßige Haltung des Gesegneten gegenüber Neuankommenden berichtet.
Es ziemt nicht, das Gefäß häufig in einen leeren Brunnen zu tauchen. Der Sämann wird den Samen nicht zu einem kahlen Felsen tragen. Wer zustimmt, wird die Segnungen bereitwillig annehmen, doch über das erste Hindernis erschreckt sein. Prüfet daher durch Hindernisse!
265. Die Berührung der feinen Energien ist wie das zarteste Gewebe. Doch nur wer ihren Wert kennt, vermag die feinsten Gewebe zu tragen. So unterscheidet zwischen bereitem und flammendem Geist.
Wer die Gabe des Geistes nicht annimmt, der verwelkt. Durch immer noch währende Unwissenheit vernichten sich die Finsteren selbst.
266. Einsamkeit des Geistes gebiert die Vorstellung künftiger Formen. Der Geist der Finsternis überlegte, wie er die Menschheit noch fester an die Erde binden könnte; er dachte: "Mögen sie ihre alten Sitten und Gewohnheiten beibehalten. Nichts fesselt die Menschheit so sehr wie gewohnte Formen. Doch dieses Mittel eignet sich nur für die Massen. Weit gefährlicher ist Einsamkeit, in ihr wird das Bewusstsein erleuchtet und neue Former werden geschaffen. Man muss die einsamen Stunden verkürzen. Die Menschen dürfen nicht allein bleiben. Ich werde sie mit einem Spiegelbild ausstatten, um sie an ihr Gesicht zu gewöhnen." Und die Diener der Finsternis brachten den Menschen einen Spiegel42 !
267. Wer sich Uns nähert, kann den Übergang in einen anderen Zustand gewahren. Man kann ihn mit einem Menschen vergleichen, der im Reisen erfahren ist. Ein Unerfahrener fürchtet sich, selbst den Landungssteg des Schiffes zu überqueren.
268. Leben eilt dahin wie ein Wasserfall. Doch nicht viele nehmen diese Bewegung wahr. Wie ein Grab ist das Leben jener, die nach Ruhe streben. Was ist Ruhe? Dieser Begriff ist eine Erfindung der Finsteren. Welch sichtliche Behutsamkeit offenbaren die Menschen, wenn sie von Ruhe sprechen! Sie verstehen Ruhe als Erholung, und Erholung ist immer mit irdischer Freude verbunden. Doch diese Freude des Müßigganges ist nicht die Unsere. Wann ist die Natur untätig? Wir, als Teile von ihr, unterliegen demselben Gesetz.
Man kann nicht immer laufen, auch kann man nicht immer einen Riegel vor sich sehen. Durch Vergleich mit dem Leben einer Pflanze sollte man ein Beispiel endloser Tätigkeit geben.
269. Ihr habt richtig bemerkt, dass Wir Gespräche über bereits behandelte Themen nicht wiederholen. Folgt man jedoch Unseren Gesprächen, kann man eine aufsteigende Spirale bemerken. Es könnte nicht anders sein. Wenn nur einmal eine geringe Stellungnahme zugelassen würde, wäre dies eine Unterbrechung der Spirale. Es würde das gleiche geschehen, wenn jemand in seiner Erklärung versuchte, weit auszuholen. Wieder würde eine Unterbrechung stattfinden. Doch keine Lebenslinie kann willkürlich unterbrochen werden. Dies ist bei jeder Erscheinung offenbar. Die Frage ist nur, kann das Bewusstsein ständig aufsteigen? Gewiss, wenn man übereinkommt, Ruhe als die Läuterung des Denkens zu verstehen. So werden wir dem Hauptfeind erfolgreich begegnen.
270. Jeder hat seinen Feind. Die Bedeutung des Feindes bestimmt die Wichtigkeit der Person, genauso wie ein Schatten von der Größe eines Gegenstandes zeugt. Man soll sich mit den Feinden nicht besonders befassen,
noch soll man sie gering schätzen. Es gibt keinen Menschen ohne Schatten.
Akbar, genannt der Große, betrachtete seine Feinde mit Sorgfalt. Sein Lieblingsratgeber führte eine Liste über Feinde. Akbar erkundigte sich oft: "Ist nicht ein würdiger Name auf der Liste erschienen? Sobald ich einen würdigen Namen auf der Liste erblicke, werde ich dem verkleideten Freund meine Grüße senden."
Ferner sprach Akbar: "Ich freue mich, dass ich im Leben die Heilige Lehre anwenden konnte, dass ich dem Volk in Fülle geben konnte und dass ich durch den Schatten großer Feinde ins Licht gestellt wurde."
Nie ist eine Lehre durch ihre Freunde erhöht worden. Wenn ein Feind ein Schatten ist, dann ist Verleumdung der Posaunenklang.
271. Das Bewusstsein nimmt den Gedanken der Bewegung am besten durch angenommene Formen auf, das sind Verbindungen von Symbolen. Man sollte das Symbol des Bewusstseins schätzen. Gewiss, das Symbol eines Bootes ist weit besser als jenes eines modernen Dampfers, weil die Unsicherheit eines Bootes den Gefahren der Elemente besser entspricht.
Selbst im Saatkorn ist der Geist den Einwirkungen der Elemente ausgesetzt. Deshalb ist es gut, dem allverbindenden Feuer Freund zu sein.
272. Der Lehrer setzt nie herab. Man kann formulieren, wenn die Tatsache vollzogen ist.
273. Die Bedeutung der verschiedenen gegenseitigen Beziehungen zwischen Lehrer und Schüler ist erkannt worden. Die Stufen der Annäherung an die Lehre sind nämlich ungleich. Auf den ersten Stufen gibt es soviel Anziehung, soviel Verantwortung auf den nächsten.
In der Astralwelt wurde beobachtet, dass jene, die ein durchschnittliches Bewusstsein besitzen, nicht nach dem Gipfel streben. Durchschnittliches Bewusstsein befreit sie vom Leiden, doch auferlegt es ihnen nicht gleichzeitig die Verpflichtung zu selbstaufopferndem Wirken. Das gleiche kann beim Wachstum des Geistes beobachtet werden. Die ersten Rufe sind angenehm und wohltuend, und der Zustand des bevormundeten Mündels ist nicht verantwortungsvoll. Doch das Bewusstsein wächst, und der Geist wird für besondere Aufträge würdig. Jeder Auftrag widerspricht der alten weltlichen Logik und ist daher mit Schwierigkeiten und Gefahren verbunden. Wahrlich, es gibt wenige, die es lernen, sich bei der Überwindung von Hindernissen zu freuen! Und viele sind sogar bereit, sich nach dem früheren mittelmäßigen Bewusstsein zu sehnen. Die Hinweise werden kurz und die Arbeit hängt von selbständiger Tätigkeit ab. Die Freunde werden spärlich und die Schwierigkeiten häufen sich zu unbezwingbaren Bergen, während die Siege scheinbar nicht bemerkt werden. Die Wirkungen der feinsten Energien sind nicht offensichtlich; die wechselnden, so genannten heiligen Schmerzen quälen einen. Die Teilbarkeit und Sendungen des Geistes sind unerklärbar. Doch über allem erhebt sich die Erfüllung der Wünsche für das Allgemeinwohl. Durch den Raum wächst die geistige Zusammenarbeit unbegrenzt. Durch Nacheiferung der fernen Welten ändert sich das Verhältnis zur Umgebung, und das Schaffen im Raum hört auf, ein leerer Schall zu sein. Die übertragenen Aufträge werden zur Freude, werden wie zum eigenen unveräußerlichen Schaffen. Es kann nicht anders sein. Allerdings gleicht diese Freude nicht den Freudensprüngen eines Böckleins. Die Einschätzung der Umgebung macht die Gesichter ernst, doch
das Leben wandelt sich, und von den Höhen beobachtet man die Ringe des Irdischen Drachens. Die bereits im ersten Ruf übersandte Furchtlosigkeit bringt einen den neuen Lichtquellen näher.
274. Der Hofgeschichtsschreiber Akbars sagte einst zum Herrscher: "Unter den Potentaten bemerke ich eine unerklärliche Erscheinung. Gewisse Herrscher hielten sich für unzugänglich, fern vom Volke; man setzte sie wegen ihrer Nutzlosigkeit ab. Andere nahmen Anteil am täglichen Leben, das Volk gewöhnte sich an sie und setzte sie ab, weil sie ihm allzu gewohnt waren. Akbar lächelte: "Das bedeutet, dass ein Herrscher unsichtbar bleiben muss, jedoch auf alle Taten eingeht und sie leitet." So sprach der weise Herrscher, damit die Zukunft voraussagend unsichtbar sichtbar!
275. Vedanta stellt richtig fest, dass der Geist unverletzlich bleibt. Das feurige Geisteskorn behält seinen ursprünglichen Bestand, weil das Wesen der Elemente unveränderlich ist. Doch die Emanation des Korns ändert sich in Abhängigkeit vom Wachstum des Bewusstseins. So kann man verstehen, dass das Geisteskorn ein Teilchen des elementaren Feuers ist. Und die um das Korn angesammelte Energie ist Bewusstsein. Das bedeutet, dass Vedanta sich mit dem Korn befasste, während Buddhismus von der Vervollkommnung der Umhüllungen sprach. So vollkommen bedingen das Bewegliche und das Unbewegliche einander.
Es ist durchaus verständlich, dass Buddha, der die Menschheit zur Evolution lenkte, das Wesen der Beweglichkeit aufzeigte, während Vedanta die Grundlage erklärte. Füget einer Flamme irgendeinen chemischen Bestandteil bei, und ihr werdet bemerken, dass sich ihre Farbe und Größe verändert; aber das ursprüngliche Wesen des Feuers wird unverändert bleiben.
Ich sehe keinen grundlegenden Widerspruch zwischen Vedanta und Buddhismus.
276. Es ist richtig, dass in Indien das Wissen vorhanden ist, dass die feinstofflichen Energien ins Leben eingehen werden. Man sollte zur wissenschaftlichen Annahme der Erscheinungen bereit sein. Die Finsternis setzt die Qualität der Energien unberechenbar herab. Doch das geöffnete Bewusstsein kann einen Teil der Energien aufnehmen. Die Wolken der Finsternis hindern die Strahlen der Sonne, doch ein Teil von Licht und Wärme erreicht die Erde. Keine Lehre enthält einen Widerspruch. Der Weg des üblichen Experimentierens ist ungeeignet.
277. Es ist richtig gesagt, dass die unsichtbaren Kräfte stärker sind als die sichtbaren. Ebenso richtig ist die Erkenntnis, dass die Nähe des Lehrers unveräußerlich ist.
Unbestreitbar wahr ist das Gefühl in Bezug auf die Ströme des Raumes, die das ganze Leben beeinflussen. Ist es möglich, dass die Menschen die Verdichtung der Ströme seit dem Jahr des Irdischen Drachens nicht bemerkt haben? Der Schweif des Drachens ist wie ein Magnet, doch seine Hoffnungen sind vergeblich. Auf der Erde kriechend kann man keine heilsamen Energien empfangen. Eben zu diesem Jahr ist das Zeichen des Drachens gesandt. Man sollte auf die Hände der Erdbewohner achten. Während der nächsten zehn Jahre kann man feine Verrate erwarten. Das neue Zeitalter beginnt inmitten von Donner und Blitz. Was wird die Erscheinung des Gewitters hervorrufen? Die außergewöhnliche Stumpfheit.
Wie langwierig zieht sich die Spanne von zehn Jahren hin, wenn der Advent der neuen Energien bereits vorbereitet ist!
278. Oft findet sich der Lehrer in einem sehr schwierigen Verhältnis zu seinem Schüler. Der Schüler verspricht, alle Befehle des Lehrers zu befolgen, doch sobald er einen erhält,
findet er sofort Gründe, um ihn zu ändern. Der Lehrer erfährt eine ähnliche Schwierigkeit, wenn Er der Untätigkeit beschuldigt wird. Stellt euch die Lage eines Bogenschützen vor, der schussbereit ist, und hinter ihm jemand ausruft: "Warum schießt er nicht?" Kleine Kinder folgen der führenden Hand ohne den Grund zu kennen. Doch Erwachsene versuchen der vorbereiteten Wirkung, je nach ihrer Stimmung, etwas hinzuzufügen. Man kann sie gleichsetzen mit Leuten, die, wenn das Haus zu brennen beginnt unersetzliche Manuskripte außer acht lassen, doch ihr geliebtes Bettzeug retten.
Woher kommt diese Missachtung des Befehls? Ebenfalls vom Misstrauen. Es ist unbegreiflich, wie leicht die Gaben des Lehrers angenommen und Seine besten Befehle missachtet werden. Wie viele vorsätzliche Sendungen wurden zurückgewiesen, wie viele wirkungsvolle Taten aus Leichtsinn zunichte gemacht! Mit der einen Hand wird Achtung erwiesen und die andere verstreut die Perlen über den Abgrund, die Tatsache vergessend, dass das Durchdringen des Raumes mit persönlichen Sendungen eine Vergiftung des Raumes bedeutet und dass der erwählte Führer mit Seiner Erfahrung den Schüler nicht demütigen wird. Wie sehr ist daher Zusammenarbeit in festem Vertrauen zu schätzen!
Wenn ihr selbst Lehrer werdet, besteht auf der sofortigen Ausführung eines Befehls. Erteilt nicht oft Befehle; sie könnten zur Gewohnheit werden, doch wenn die Arbeit es erfordert, erteilt einen kurzen Befehl. Man möge wissen, dass ein Befehl unwiderruflich ist. Man muss einfacher folgen und selbständige Arbeit mit Zusammenarbeit verbinden. Der entstellte Befehl
gleicht einem entgleisten Zug. Es ist besser, keine Gaben zu empfangen, als die Welle zu verzerren.
279. Ihr habt die Legende von der Erhitzung des Thrones des Indra43 gehört. Ihrem Ursprung liegt eine psycho-physikalische Erscheinung zugrunde. Die Erscheinung besonderer Anspannung der psychischen Atmosphäre lässt rein physikalische Rückstrahlungen entstehen. Und eine lebhafte Gegenwirkung bemächtigt sich der feurigen Energie, und es ist notwendig, das Gleichgewicht wieder herzustellen.
280. Inmitten feindlicher Angriffe wurde Akbar gefragt, wieso es so viele Angriffe gäbe. Akbar antwortete: "Gewährt den Feinden auch einen Augenblick der Beschäftigung."
281. Was bedeutet "Verrückt in Gott?" Warum nannte man die Propheten des Altertums Verrückte? Eben wegen des Feuers des Gefühlswissens, das sie von allen anderen absonderte. Eine wertvolle Eigenschaft, die sie von der gewöhnlichen Denkrichtung trennte.
282. Die Menschen vermögen gegen die groben Erscheinungen der Elemente Maßnahmen zu ergreifen. Doch zur Zeit des Advents der neuen Energien wird es wesentlich sein, die Einwirkungsmethoden auf sie zu verfeinern. Noch bis vor kurzem versteckten sich die Menschen vor Blitz unter einem Baum oder rannten Hals über Kopf davon. Doch jetzt haben sie geeignete Methoden des Selbstschutzes gefunden. Das gleiche wird natürlich in dem Fall der feinstofflichen Energien geschehen. Doch bei rechtzeitiger Voraussicht können zahlreiche Verluste vermieden werden.
Wie kann die Aufmerksamkeit auf die neuen Energien gelenkt werden? Gefühlswissen wird bei der Aneignung von Scharfsicht behilflich sein. Bald wird man die Menschen ihrem Gefühlswissen nach unterscheiden.
Man sollte so achtsam wie möglich die Menschen mit geöffnetem Bewusstsein erkennen. Weder Bildung noch Erfahrung, noch Begabung, sondern gerade das Feuer des Gefühlswissens erschließt den direkten Pfad nach Schambhala44 . Gerade das Feuer des Gefühlswissens weist auf die einmalige Eigenschaft der neuen Zeichen inmitten des täglichen Lebens hin. Man kann voraussehen, dass Behörden das Leben solch feinfühliger Mitarbeiter besonders schützen werden. Diese Bewusstseine sind wie die Meilensteine auf einer direkten Straße. Wissenschaftliche Beobachtungen werden von dem Feuer des Gefühlswissens gelenkt werden. Weder Asketen noch Fanatiker, noch die Abergläubischen, sondern jene, die den Yoga des Feuers kennen, sind es, die das Steuer des Lebens nicht verlassen werden. Wahrlich, ihr Opfer wird groß sein. Sie werden sich dauernd am Rande von Explosionen befinden, obwohl sie ihr Dasein in Ruhe hätten fortsetzen können. Doch Ruhe ist keine Eigenschaft des Feuers; denn Feuer vernichtet ständig etwas, um zu schaffen. Solch feurige Bestrebungen erproben die Gefühle wie in einem Schmelztiegel.
Zur Zeit wird es noch nicht gänzlich verstanden, warum Wir über das Zusammentreffen mit den neuen Möglichkeiten solche Vorsichtsmaßregeln treffen. Doch bald werden die Menschen es wünschen, die nie dagewesenen Enthüllungen anzuwenden, für die es im Leben keine Erklärung gibt. Dann wird mancher sich an die Zeichen des Agni Yoga erinnern.
283. Wenn ihr Träumer genannt werdet, sagt: "Wir kennen nur Tätigkeit." Wenn ihr gefragt werdet, wie ihr die Lehre bestätigt, antwortet: "Nur durch Befolgung im Leben." Wenn ihr herausgefordert werdet, die Vermächtnisse zu verteidigen, sagt: "Der Unwissenheit kann man nicht antworten." Wenn
jemand den Lehrer verleumdet, sagt: "Noch heute Nacht wirst du über dein nie wieder gutzumachendes Vergehen nachdenken."
284. Die Bedeutung ist wichtig, nicht die Form. Selbständige Tat ist das Wichtigste. Ebenso wird Kürze ein Zeichen des Fortschritts sein. Wenn wir an der Grenze zweier Welten leben, kennen wir die Konvexität eines Bildnisses. Wenn der Bote eine Botschaft überbringt, weiß er mehr als er mitteilt.
285. Wahrlich, viel Zeit wird von jenen verschwendet, die den Weg suchen. Aber andererseits können jene, die den Weg kennen, ihre Kräfte für den Sieg einsetzen. Wir wünschen ihnen, sie mögen mit Begeisterung voranschreiten. Jeder ihrer Schritte ist Unsere Freude. Wir sind bereit, sie zu stützen, damit sie nicht fallen.
Man muss schwierige Strömungen durchstehen. Auch das Schiff begegnet auf seiner Fahrt den Hindernissen der Elemente.
286. Im Leben erfolgreich ist, wer mit besonderer Unterscheidungskraft das richtige Wesen materieller Dinge wahrnimmt und wer sich einer besonderen Entstellung der Dinge anpasst. Der Unterschied liegt nur im Ergebnis. Jene, die das Wesen der Dinge erkannt haben, haften ihnen nicht an, aber jene, die sie entstellen, werden ihre Sklaven. Macht jemand keinen Fortschritt, so bedeutet dies, dass er in der Mitte der Waage stehen blieb, anstatt sich in die Waagschale zu stellen. Was ist das Kriterium des Verstehens oder der Entstellung der Dinge? Ob sich die Lebensumstände geändert haben oder nicht. Hat sich nichts geändert, gab es keine Gedankentätigkeit. Jene, die zögern zu verstehen, können nicht vorankommen. Die Mehrzahl der Menschen wird von Schwäche und Trägheit dahingeschleppt. Das Leben ist für sie wie Ketten, während Leben eine Eroberung ist. Die Gewähr des Erfolgs liegt in der Tätigkeit.
287. Mahayana45 ist Hinayana46 so eng verwandt wie Buddhismus dem Vedanta. Mahayana kennt und enthüllt
das Wesen der Welt der Elemente. Hinayana unterstreicht die Ursachen und Wirkungen und lehrt das Vermeiden der wiederkehrenden Folgen der Ursachen. Die Lehre schlägt Funken aus dem Chaos der Elemente. Man mag diese Bildnisse studieren, doch ist es ebenso richtig, sich auf Ursache und Wirkung zu konzentrieren. Wenn wir Buddha als Ursache bezeichnen, dann ist Maitreya die Wirkung.
288. Natürlich enthüllt eine Luftspiegelung keine Wirklichkeit, doch sie ist eine Wirklichkeit an sich. Deshalb ist es richtig, die Wirklichkeit der Maja zu verstehen, all ihre trügerischen Einstellungen kennend.
Ihr, die ihr den Weg kennt, findet das Feuer, um zu gelangen!
289. Der Gesegnete sprach von drei Lehrern. Der eine erhielt göttliche Gaben und verlies die irdische Arbeit. Der andere erhielt die Gaben und verlor den Faden zum Verstehen des Lebens. Der dritte, Gaben empfangend, entfernte sich nicht von der Erde, denn er verstand es, den Faden des Verstehens zu knüpfen. Seine Nützlichkeit übertrifft die der beiden anderen.
Das Zeichen des Lebens ist das Kreuz.
290. Glichen die Helden alter Zeiten den heutigen Helden? Bedurften die Helden des Altertums des Vorrats unerschöpflicher Begeisterung? Ihre Heldentaten waren kurz, und ein Ausbruch des Feuers genügte, um ihre Energie zu nähren. Jetzt erfordert die Langwierigkeit der Heldentat, mit der völligen Erschöpfung der Kräfte in der irdischen Atmosphäre, eine unermessliche Energieanspannung. Der schwerste Schlag, der ernsteste Ruf lodert auf aus einem einzigen Ausbruch, doch Stetigkeit und Wiederholung erfordern eine ganze Folge von Strömen. Die Bedeutung
eines heutigen Helden stützt sich auf die Erkenntnis, dass er von keiner Seite her Mitarbeit erwarten kann.
Sein Ausruf "Ich kann das Schlachtfeld nicht verlassen", verleiht ihm neue Kraft. Wir sind bereit, für die Verstärkung der Kraft zu sorgen, in Übereinstimmung mit der Festigkeit des Entschlusses, die Schlacht nicht zu verlassen. Doch Wir wissen, wie schwer es ist, Licht in die Finsternis zu bringen, weil dieses Licht von anderen gesehen wird, jedoch nicht von dem Lichtträger selbst. Außerdem können die Schlafenden das Licht nicht vertragen.
Im Allgemeinen achtet auf jene, die für den Schlaf keiner Finsternis bedürfen. Das Feuer ihres Geistes vernichtet die Finsternis. Durch ihre persönlichen Gewohnheiten erkennen Wir die Kämpfer. Doch wenn ihr Blick, erschaudernd vor undurchdringlicher Finsternis, in der Dunkelheit umherschweift, sagen Wir: "Der Raum lauscht euch". Der Sämann zählt die ausgestreuten Saatkörner nicht, er ist der Säer und nicht der Schnitter. Doch wer geht freudvoller an seine Arbeit? Der Sämann, nicht der gebeugte Schnitter. Mit seiner rechten Hand streut der Sämann den Samen weit aus. Der Wind fegt viele Körner hinweg, doch der Sämann singt, weil für ihn das Feld nicht unbestellt ist. Er wird das Feld bestellt verlassen. Ihm ist es einerlei, welcher Schnitter seine Ernte einliest und wer neue Samenkörner speichert.
Das Säen wird dem zuverlässigsten Arbeiter anvertraut. Das Feld ist groß, doch die erfahrene Hand ermüdet nicht. Uns wurde gesagt: "Schaffet Helden."
291. Es ist ganz richtig zu sagen, dass die Menschheit erschaudern würde, wenn man die im Zorn aufgewendete Zeit messen könnte. Natürlich, Ruhm nach menschlicher Vorstellung ist lächerlich. Wir vermögen ihn nur als Schuhe für bequemes Gehen zuzulassen.
292. Die Offenbarung äußerer Kräfte gehört der niedersten Stufe an. Ihr wisst, wie man levitieren kann, doch würde die ganze Menschheit sich ziellos in die Luft erheben, welch Wahnsinn würde sich ergeben! Ihr wisst, dass Gegenstände an Gewicht verlieren oder zunehmen, doch beim gegenwärtigen Stand der Menschheit ist dieser Zustand nicht anwendbar. Das Bestreben in Richtung Erkenntnis des Geistes muss zuerst gefestigt werden.
Von vielen Erscheinungen können die Lösungen in der Willenskraft gesucht werden.
293. Besonders schädlich sind Ströme, die sich überschneiden. Teilhabend am Leben, ziehen wir Pfeile aus einer Richtung jenen vor, die aus vielen verstreuten Richtungen kommen. Man kann die gelegentlich gedrückte Stimmung, wenn einem aus unbekannten Richtungen Pfeile über den Kopf fliegen, leicht verstehen. Lässt es sich nicht vermeiden, dass ein Name den Raum durchdringt, dann ist es besonders wichtig, auf die Gesundheit zu achten. Der Blutdruck steigt und die Anspannung der Zentren verursacht Depression. Ein einzelner Feind, wie stark er auch sei, ist besser, als diese nicht wahrnehmbaren leichten Schläge. Der Lehrer muss diese Perioden beachten, besonders wenn die Feuer schon angespannt sind. Doch diese Ausbrüche des Lebens sind unvermeidlich. Jede ausdrücklich bewusste Tätigkeit wird einen Gedankenwirbel hervorrufen. Ist aber die geistige Entwicklung schon weit vorgeschritten, dann ist die Rückstrahlung der unbändigen Wellen niederdrückend.
Menschen, deren Zentren noch nicht entwickelt sind, nehmen allerdings den Schauer von Pfeilen nicht wahr, doch dies bedeutet nicht, dass
sie zu beneiden sind. Wir sprechen von beständiger Freude denn Freude ist eine besondere Weisheit.
294. Die Menschen lieben das Geheimnisvolle. Das Gebiet des geistigen Studiums würde viele von ihnen vor eine verschlossene Tür stellen. Warum meiden die Menschen alles, was ihnen unbekannt ist? Weil man sie in der Schule lehrt: "Handelt wie alle anderen."
Lenkt den Geist ins Unbekannte! Solches Streben gewährt neue Gedankenformen!
295. Die Lehre setzt nicht nur ein offenes Bewusstsein voraus, sondern auch den Wunsch, sich durch stufenweise Anwendung zu festigen. Man kann sich kaum vorstellen, dass ein durch Herkömmlichkeiten abgelenkter Geist die Lehre annehmen könnte. Fernstehende Menschen übersehen die Nützlichkeit des Buches. Solche Leute werden nicht benötigt, selbst wenn sie neugierig sind.
Sie werden sagen: "Was kann man mit diesen verstreuten Körnern anfangen?" Sie werden es sogar nicht zugeben, dass es außer ihrem eigenen System noch ein anderes geben könnte. Man macht die Rechnung des Werkes nur auf eine Art, doch das Denken hängt auch von äußeren Lebensbedingungen ab. Vergleicht die Denkart in einer Stadt, einem Dorf, auf Reisen und beim Fliegen. Die Ursachen und Methoden werden ganz verschieden sein.
Nur der kann die Lehre des Agni Yoga verstehen und anwenden, der mit den Lehren des Lebens in Berührung kam und die Notwendigkeit fühlt, sein Dasein zu verschönern und aufs neue zu erkennen. Die Wolken des Zweifels bedrücken den nicht, der versucht, durch einen Ausweg aus dem Labyrinth herauszugelangen! Der Befehl der Notwendigkeit flößt einem
die Findigkeit ein, und das Urteil über ein unbegreifliches System stört einen nicht.
Wenn unerklärliche Schmerzen die Aufmerksamkeit auf sich lenken, wird selbst ein unfreies Bewusstsein an Agni Yoga denken. Bemüht euch vor allem nicht, jene persönlich zu sehen, welche die Lehre angenommen haben. Die Wege der Not sind unerwartet; machet die Lehre nicht zu leicht zugänglich. Zu leichter Erwerb schafft Geringschätzung. Man kann Unwissenheit dulden, doch Geringschätzung ist unzulässig. Ein gewisses Maß an Suchen wird nie schaden.
296. Der Wunsch nach Wissen entstammt dem verloren gegangenen Wissen der Vergangenheit, genauso wie Vorstellung die Folge früherer Erfahrungen ist.
297. Welche Stunde wird die Menschen lehren, zwischen dem Bedeutsamen und dem Nichtigen zu unterscheiden? Die Stunde der Zufriedenheit verwandelt und verzerrt Wirklichkeit. Die Stunde des Zorns krümmt die Klinge des Lebens. Die Stunde des Grams demütigt. Die Stunde alltäglicher Arbeit verfinstert. Einem unfreien Bewusstsein fällt es schwer, Gegenstände in der Finsternis zu unterscheiden. Wann kann man die Zeit erwarten, wo die Menschen die Macht der psychischen Energie begreifen werden? Wie Wahnsinnige spielen sie am äußersten Rande der Explosion, und in ihrem Irrtum betrachten sie ihren Planeten als den festesten Körper.
Man muss verstehen, dass die Menschen bedauerliche Beispiele zu vergessen suchen. Die Vernichtungen ganzer Erdteile wurde aus den alten Schriften vorsichtshalber weggelassen. Ebenso verbarg man viele Hinweise auf Ereignisse, die das Schicksal der Welt bestimmten. "Wir lieben es nicht, uns selbst zu quälen", sagen die Hüter der Menschheit. Sie sind bemüht, ihren Bankrott und ihre Niederlage vor sich selbst zu verbergen. Irdische
Herrscher sagen: "In unserem Reich herrscht Ruhe." Eine statische Ruhe sichert ihnen ihre hohen Throne. Meistens bewundern sie den Sonnenuntergang und verschlafen den Sonnenaufgang. Doch die Unsichtbare Regierung sagt: "Es ist unsinnig, Bestehendes zu verbergen!"
Die Beispiele der Vergangenheit werden Vorsicht lehren.
Suchet die Energie, die wenn bewusst hervorgerufen euer Dasein verändert. Wollt ihr nicht rechtzeitig gewappnet sein? Die letzte Stunde kann die Menschheit belehren. Wir sind keine in Schaffelle gekleidete Propheten. Wie gewöhnliche Ärzte warnen Wir: "Es ist Zeit, eine Impfung vorzunehmen!" Doch es gibt unbekümmerte Prahler, die selbst während einer Seuche Feste feiern. Die Friedhöfe verlieren ihre Pfarrkinder nicht.
Wir sprechen zur Rettung jener, die leben wollen.
298. Wenn ihr ein Werk beginnt, versteht es, euch über den Anfang zu freuen. Gewöhnlich wollen die Menschen die Blüten und die Früchte sehen. Doch wahre Forscher freuen sich über den ersten Sprössling, weil dies das Erwachen des Lebens ist.
299. Wenn ein Lehrer sagt, dass er zehntausend Schüler hat, fragt, ob es möglich ist, dass jeder zugelassen wird? Menge schließt Erfolg aus. Die Größe der Armee war nie die Gewähr des Sieges.
300. Ich bestätige, dass der Weg des Agni Yoga wie ein Licht auf dem Pfad ist. Doch die Wanderer machen von diesem Segen keinen konsequenten Gebrauch. Der Weg wurde ihnen gewiesen. Jene, welche die Zeichen des Feuers erkennen, werden kommen.
So möchte ich jene stärken, welche das rechtzeitige Erscheinen der Lehre des Agni Yoga erkannt haben. Man sollte nicht auf die Stunde warten,
da der Strom die Masse antreiben wird, um Rettung zu suchen. Das wird das Erkennen der Geißel des Schreckens sein. Dies ist nicht wichtig, doch es ist notwendig, jene zu kennen, die vom freien Bewusstsein gelenkt werden. Einen Kampf kann aufnehmen, wer das Ziel der Schlacht kennt. Durch Gewalt gefügige Sklaven werden nicht gebraucht. Ich erachte es für richtiger, aufrichtiges Streben zu verteidigen, als nach den Teilen eines zerbrochenen Gefäßes zu suchen.
301. Wenn im Arbeitskreis ein aus besonderem Grund angezogenes Kind erscheint, lächelt ihm zu und erweckt in ihm das Bewusstsein, dass diese Tätigkeiten sein Zuhause sind. Kinder treten manchmal auf besonderen Ruf ins Leben. Gebet ihnen, was durch ihre Vergangenheit vorbereitet wurde. Reich an Saft sind die Früchte, deren Wurzeln stark sind.
302. Im Agni Yoga sollte man bestimmte Vorsichtsmaßregeln beachten. Hat man eine bestimmte Stufe erreicht, können Schmerzen im Rücken auftreten. Dann sollte man das Bücken vermeiden, weil die Energiesäule aufsteigt wie das Quecksilber im Thermometer. Daher wird eine aufrechte Haltung des Rückgrates empfohlen. Unratsam sind auch Arbeiten, die eine seitliche Haltung erfordern wie Holzhacken. Die Flamme ist vertikal in ihrem Aufbau. So wird jedes Feuer wirken. Diese geringen Vorsichtsmaßregeln werden die Menschen dem Leben nicht entfremden. Ganz unauffällig kann man im Leben eine Arbeitsweise einführen, die unschädlich ist.
303. Die Hände des Feindes sind immer bereit, die von Uns bestimmten Werke zu zerstören. Die Ohren des Feindes sind gespitzt, um für seine Verleumdung Nützliches zu erhaschen. Es genügt nicht zu sagen: "Freue dich über den Feind". Man muss auch seine Wege verstehen lernen.
Der Feind nimmt die Stelle der unbekannten Größe in einer Aufgabe ein. Doch diese Unbekannte steht in direktem Verhältnis zur bekannten Größe. Daher kann man für jeden aufgedeckten Feind eine Lösung finden.
Erwägt genau die Umstände eurer Taten. Lernet es, euch der Umstände eures Gefühlswissens zu erinnern. Wir werden darauf zurückkommen. Alles Unbekannte nennen wir feindlich. Es muss gelöst, überwunden und in Bekanntes umgewandelt werden genau gesagt, in das Erkannte. Beim Vorgang solcher Enthüllung sollte man sich vor allem selbst beobachten. Sich dem Wild nähernd, berechnet der Jäger jede seiner Bewegungen.
Man wird euch wiederholt von schrecklichen okkulten Mysterien erzählen, doch ihr werdet einfach mit Selbstvertrauen herangehen. Als erste Unserer Bedingungen für den Kampf erachten Wir die Kenntnis über den eigenen Zustand. Durch Herantreten an das Unbekannte werden wir mit ihm vertraut. Es bringt keinen Nutzen, im Voraus darüber zu sprechen selbst seine Grenzen sind unbestimmt.
Indem wir versuchen, alles zu erforschen, müssen wir den Methoden der Untersuchung zustimmen. Wir werden die Richtung der Tat kennen, doch die Entscheidung des Feindes wird uns nicht stören. Lasst uns Voraussieht mit wirklicher Tat vereinen. Jeder aufgedeckte Teil des Unbekannten wird eine Eroberung ohne Staunen, ohne Schaudern und selbst ohne übermäßige Begeisterung; weil jede Stunde, selbst die untätige, uns dem Unbekannten näher bringen kann. Das Große Unbekannte möge als ein Freund betrachtet werden, doch für den Forscher ist es nützlicher, es als Feind anzusehen. Alle Zeichen des Unbekannten entsprechen mehr den Zeichen
des Feindes. Wir sprechen vor allem von Furchtlosigkeit, doch dieser bedarf es einem Freund gegenüber nicht. Die Heldentat eines Sieges setzt auch einen Feind voraus.
Wenn Ich euch bitte, Sieger zu sein, dann sehe Ich einen Kampf voraus. Das Große Unbekannte lockt einen zum Sieg, wie der Feind.
304. Die Lehre der Weisheit ist kein Lehrbuch mit nummerierten Seiten. Die Lehre ist eine allen Bedürfnissen angepasste Lebensvorschrift. So wie dort, wo sich genügend Elektrizität sammelt, der Blitz auflodert, so eilt der Befehl dahin, wo sich eine Möglichkeit ergibt.
Die allgemeine Einheit bestätigend, muss die Lehre des Lebens jeder Individualität Antwort geben. Die Lehre bietet eine Lösung der Alltagsprobleme. Manchmal scheint es, als käme die Lehre auf frühere Themen zurück. Doch wenn ihr diese Weisungen vergleicht, werdet ihr feststellen, dass sie ganz verschiedene Lebenserscheinungen berühren. Die äußeren Anzeichen sind bedeutungslos. Die Menschen vermögen aus verschiedenen Gründen zu erblassen oder zu erröten. Lasst uns die maßgebenden Lebensbedingungen weit voraussehen, doch überlassen wir die Einzelheiten dem Lauf des Karma. Man kann den Hauptstrom oft wechseln, während die Einzelheiten das Merkmal eines vorbestimmten Karma aufweisen. Solche Einzelheiten haben keine entscheidende Bedeutung, obgleich sich die Menschen gewöhnlich gerade ihrer erinnern und entsprechend urteilen. Gleichfalls kann man von den Aufträgen oder Versuchen keinen gleichen Einsatz und Verlauf erwarten. Wieder bedeutet Augenscheinlichkeit nichts. Der Befehl sieht
alle Möglichkeiten voraus, obwohl sie in der Erscheinung ganz verschieden sind. Die Gefahr liegt anderswo. Oft verliert ein Mensch, wenn er eine Möglichkeit meistert, die Beziehung zu ihr. Er trägt die festliche Blume als etwas Gewöhnliches ins Alltagsleben. Natürlich, Blumen erfreuen immer, doch ist es besser, das Leben in ein Fest des Geistes zu verwandeln, als die Blumen mit dem Staub des Alltags zu bedecken. Wieder nähern wir uns dem Leben, als dem Kelch eines wundervollen Heilmittels. "Man trinke das Gift der Welt, um mit voller Macht wiedergeboren zu werden!" Dieses Symbol stammt aus alten Legenden. Wir begegnen ihm in Ägypten, in Griechenland. Shiva47 selbst erinnert daran; eine ganze Kette von Erlösern trägt den Kelch des Giftes, ihn in Amrita verwandelnd.
Wenn Wir sagen: "Seid ungewöhnlich und beraubt euch nicht des Kelches der Heldentat", so verweisen Wir darauf, euer Leben nicht zu verfinstern und den Kelch nicht zu verschütten. Ich bestätige, dass euch viel gesandt wird. Jedes Teilchen verstanden und angewandt wird neues Leben verleihen. So beachtet den Regen der Möglichkeiten und freut euch über den Regenbogen.
305. Ein Treppenhaus präsentiert sich mit verzierten Stufen. Warum jedoch ist die unterste so reichlich verziert, während höher hinauf die Verzierung einfacher wird und man auf der letzten Stufe keine Verzierung mehr wahrnimmt? Das Muster ist so kompliziert, dass es die ganze Fläche bedeckt. Vielleicht ist das Muster auf der obersten Stufe nicht nötig? Wahrlich, Ich sehe oben keine Verzierung. So einfach müsst ihr denken.
306. Der Atem der Mutter der Welt, die lasttragenden Riesen und die Erlöser, die den Kelch angenommen haben diese
drei Bildnisse entstanden nach einem Gesetz. Die Anhäufung von psychischer Energie des Raumes schafft Explosionen in Teilen des Planeten. Die Organismen, die mit dem Atem der Großen Mutter in Einklang sind, erklingen als Antwort auf die Explosionen der Raumkörper. Kann solch ein Erbeben von Nutzen sein? Es ist genauso, als wenn für die Ausführung einer herrlichen Schöpfung genau abgestimmte Instrumente gewählt werden. Gewiss, wenn es nur wenige solcher Instrumente gibt, liegt der Druck der Ströme auf diesen wenigen. Obwohl es sich erübrigt, es zu beweisen, ist es trotzdem besser, die Last der Welt auf sich zu nehmen, als vom Lebensstrom getrennt zu sein. Wenn Ich von Vorsicht spreche, bestätige Ich gleichzeitig die durch das gereifte Bewusstsein gefestigte Furchtlosigkeit. Mangelt es einem an Mut, kann man nicht aufbauen. Ohne schöpferische Tätigkeit kann man sich dem Kelch nicht nähern. Nur die Flamme über dem Kelch erleuchtet den Gipfel des Bogens Daher sind für Uns die Erlöser nicht hinter goldenen Gewändern verborgen.
307. Die feurige Heerschar wird oftmals so benannt, weil Satya Yuga48 mit dem Element des Feuers beginnt. Dann sammeln sich jene, die von diesem durchdringenden Element erfüllt sind. Die Bewegung und das Streben des Feuers liegen im Prinzip des Lichts. Nichts kann Licht überflügeln, weil es von den Strömen des allgegenwärtigen Feuers genährt wird. Ich bestätige den Strom des Feuers als den reinsten und schnellsten. Der ganze nicht geoffenbarte Raum ist das Schiff des Feuers.
Das alte Symbol der feurigen Wand bezieht sich auf das Raumfeuer. Im Osten weiß man von der feurigen
Heerschar, die sich vor der Neuen Zeit erhebt.
Kataklysmen entstehen infolge der Nichtübereinstimmung des Feuers mit der Flamme der Ablagerungen des Planeten. Jene planetaren Gase, die dem Gift der Zersetzung entströmen, versetzen die ungezähmte Energie Kamaduro49 in Tätigkeit. Genau gesprochen, das Wesen des Körpers steht mit dem Feuer nicht in Wechselbeziehung. Die leuchtende Materie sucht die getrennten Anfänge in Einklang zu bringen, doch das, was als Finsternis bezeichnet wird, lähmt das Beginnen der strahlenden Materie. Dann ereignet sich ein Kataklysmus.
Die feurige Heerschar lebt, wenn das Feuer des Raumes Sieg verkündet.
308. Jeder Verbrecher fürchtet sich, an den Tatort des Verbrechens zurückzukehren. Die Menschen erkennen, dass ihr Verhalten in der Astralwelt der Würde des Geistes widerspricht. Daher ihre schreckliche Furcht vor den Toren der astralen Welt. Sie versuchen auch, jeden Gedanken des Hinübergehens zu vermeiden, hoffend, dass Unwissende keine Verantwortung trifft. Doch über Wissen verfügend, kann sich dieses Hinübergehen nicht schwieriger gestalten als der Aufstieg auf den Sprossen einer Leiter.
Alt ist das Symbol direkten Aufstiegs. Was kann außer den Ansammlungen des Bewusstseins diesen Aufstieg fördern? Dasselbe Feuer. Dieses Element verwandelt den Weg. Das Feuer der Körper verbindet sich mit dem Feuer des Raumes und wird durch dieses genährt. Die Erscheinungen von psychischer Energie beruhen auf Feuer. Alle Phänomene werden durch Feuer hervorgerufen, und Feuer erleuchtet alle Eingänge.
Gewiss, für Menschen des feurigen Elementes ist es nicht leicht
im Körper zu leben. Doch erwählt gerade diese als Mitarbeiter, denn sie hegen keinen Verrat. Gefahr wird sie nicht in Verwirrung bringen. Sie kennen die Pflicht, und die Bekundung von Streben steigt wie eine Flamme empor. Wer könnte leichter über die von den Schultern ausgehenden Strahlen verfügen? Wem steht schöpferische Tätigkeit näher, wenn nicht jenen des Feuers, des alles durchdringenden? Es fällt den Menschen schwer, die Zeichen dieses Elementes zu verstehen. Erde, Wasser, Luft sind offensichtlich. Dass Feuer jedoch Wasser durchdringt, mag als ein Scherz erscheinen. Man muss das Durchdringen des Feuers verstehen. Anders wird man die Feurigen Tore nicht durchschreiten.
309. Unter allen Erscheinungen schätzen Wir den absoluten Zustand des Geistes. Fehler sind nichtig, wenn das Samenkorn des Feuers sich festigt. Tat gleicht dem flatternden Banner eines Kriegers. Wie eine Krone ist seine Entschlossenheit. Wie eine Perle ist die Flamme seines Geistes.
Feuriger Geist, du verbrennst Irrtum und durchdringst die Finsternis! Über alles schätzen Wir das Feuer des Geistes.
310. Die Grenzen des Wachstums des Bewusstseins sind unwahrnehmbar. Natürlich, solche Stufen bestehen bestimmt, doch ihre Linien sind gewunden. Es ist schwer, durch eine allgemeine Entscheidung zu urteilen, besonders in Bezug auf die niederen Stufen muss das Urteil vorsichtig sein, um nicht zu verletzen!
Wie kann man alle in eine Richtung zwingen?
In verschiedene Richtungen blickend, vermögen die Menschen vielfältig zu sehen, ohne dem Allgemeinwohl zu schaden. Mögen sie nach verschiedenen Seiten schauen. Mögen sie alle Punkte des gestirnten Raumes betrachten! Das Auge muss
beobachten lernen. Mögen sie die allgemeinen Schätze nutzen, aber dabei das Allgemeinwohl beachten. Macht ihnen alle Quellen zugänglich, und wer mehr aufnimmt, wird der Größere sein.
Die Erscheinung der Entflammung des Geistes ist so mannigfaltig. Darum lasst uns, auch wenn wir irren, die Möglichkeiten des Allgemeinwohls eher hervorheben als herabsetzen. Pflückt nicht sinnlos Blumen, wenn ihr über eine Wiese schreitet. Bedenkt, dass, wenn ihr abtretet, selbst der schwerfälligste Mitarbeiter seinen Stein für den Aufbau beitragen kann. Es ist nicht notwendig, zurückzuweisen, solange die Grenze des Verrats nicht überschritten ist. Urteilt nach diesem schwarzen Zeichen.
311. Unsere Mitarbeiter unterscheiden sich in ihrer Tätigkeit von den anderen durch ihr bewegliches Streben und ihr weites Fassungsvermögen. Das kosmische Leben besteht aus Bewegungen von Anziehung und Abstoßung, mit anderen Worten, aus rhythmischen Explosionen und Ansammlungen. Die Tätigkeit Unserer Mitarbeiter weicht von dem Naturgesetz nicht ab. Man kann beobachten, dass Tätigkeit das Bewusstsein speichert und Zerstörung durch eine Explosion nicht fürchtet.
Eines ist Uns unbekannt Ruhe durch Untätigkeit. Genauso wie Wir, legen Unsere Mitarbeiter freigebig die Fundamente. Wir brauchen die Aussaat und Wir wissen, dass die Samenkörner nicht verloren gehen können, denn Bestehendes kann nicht vernichtet werden. Wir haben kein großes Interesse an der Veränderlichkeit von Formen, denn das Samenkorn ist unveränderlich. Solch ein unveränderliches Samenkorn ist in jedem Wesen eingelagert. Selbst abstoßende Handlungen hindern Uns nicht, an die Gleichheit der Wesen zu denken; und dieses Bewusstsein lässt Uns
geduldig sein. Es ist offensichtlich für Uns, dass Missklang gewöhnlich nur von Nichtübereinstimmung des Rhythmus kommt. Dieser Mangel an Nichtübereinstimmung verhindert natürlich die Einheit der psychischen Energie ganzer Gruppen, wobei es gerade die Gruppenenergie ist, die die Nutzbarmachung der Strahlen näher bringen kann, ohne die Kräfte zunichte zu machen oder zu verbrennen. Vampirismus kann in beträchtlichem Maß auf nicht übereinstimmenden Rhythmus zurückgeführt werden. Das Ergebnis ist Aufzehrung, aber nicht Zusammenarbeit. Fühlt daher, wessen Wellen euch nicht schaden selbst, wenn sie euch äußerlich von einer Seele fremder Rasse erscheinen.
Zwei an einem Tisch Gegenübersitzende können einander nicht feindlich gesinnt sein, wenn sie einem Lehrer angehören. Fassungsvermögen und Duldsamkeit sind eins. Nur Verrat kann nicht geduldet werden.
312. Man muss zwischen Schwierigkeiten und Unfähigkeit unterscheiden. Schwierigkeiten hängen mit dem höheren Pfad zusammen. Unfähigkeit jedoch ist einem Mangel an Scharfsinn zuzuschreiben.
Man muss wissen, dass es in Bezug auf die Beweglichkeit der Gesetze keine Grenze gibt. Man muss über die Gesetze als für den Durchschnitt anwendbar sprechen. Doch ihr kennt die Grenzen der Möglichkeiten. Sagt vielen, dass häufige Wiederverkörperungen nicht zu ertragen wären. Nur unermüdliche Reisende wagen viele Seereisen. Deshalb lehre Ich, wie man im Geist ohne eine Wohnstätte bestehen kann!
Weder die Feinheit der Lehre noch die Weisheit des Urteils sind vom Alter abhängig.
313. Zufall ist gewöhnlich schon im Bewusstsein verankert. Und die Welten werden durch Zufall geformt, denn Schöpfung
geht aus Zufälligem hervor. Wir sind beides, Hüter der Gesetze und Bewunderer des Zufalls, denn Zufall umfasst Beweglichkeit. Es ist falsch, allen die äußerste Möglichkeit einzuflößen. Mit anderen Worten, nicht jedes Fundament kann mit einem schweren Dach belastet werden.
314. Man muss wissen, dass die Fristen für die verschiedenen Materieschichten variieren. Wenn ein Teil der Materie bereits umgewandelt wurde, bedeutet das nicht, dass zum selben Zeitpunkt eine ganze Gruppe von Planetenkörpern umgewandelt wurde. Genau gesagt, wenn Satya Yuga auf getrennten Planeten zu wirken beginnt, wird sie die ganze Körpergruppe erst nach einer längeren Periode vereinen. Die Anzeichen werden sich auf verschiedenen Planetenkörpern einstellen. Man sollte sein Denken nie auf einen einzigen Planeten beschränken.
315. Die Mutter der Welt verfügte: "Winde, sammelt euch! Schneemassen, sammelt euch! Vögel haltet euch fern! Tiere bleibt fern!
Kein menschlicher Fuß wird Meinen Gipfel betreten! Die Verwegenheit der Finsteren wird sich nicht erheben! Das Licht des Mondes wird nicht dauern! Doch die Sonnenstrahlen werden den Gipfel berühren.
Sonne, hüte Meinen Gipfel, denn wo sonst soll Ich Meine Wache halten! Niemals wird ein Tier aufsteigen, noch wird menschliche Macht vorherrschen!"
Sie Selbst, die Mutter alles Seins, wird mit einem feurigen Schild Ihre Wache halten.
Was leuchtet auf dem Gipfel? Warum haben die Wirbelwinde eine strahlende Krone geformt?
Sie, die Grosse Mutter allein, erstieg den Gipfel. Und niemand wird Ihr folgen.
316. Die Erscheinung des irdischen Hauses wird die Bedeutung
des Feuers des Herzens nicht schmälern. Verstehet das Schaffen von irdischen Heimen als die Flamme der Erhebung.
Schöpferische Arbeiten sind wie Lampenlichter. Hundertacht Feuer und ebensoviel Arbeiten. Tausend Feuer und ebensoviel Arbeiten. Myriaden von Feuern und ebensoviel Arbeiten.
Doch werden die Feuer in die Finsternis gelenkt, dann werden die Augen des Menschen erlöschen.
317. Auf dem höchsten Gipfel steht strahlend die Mutter der Welt. Sie trat hervor, um die Finsternis zu schlagen. Warum sind die Feinde gefallen? Und wohin wenden sie in Verzweiflung ihre Blicke?
Sie hat sich in einen feurigen Mantel gehüllt und mit einer feurigen Mauer umgeben.
Sie ist unsere Festung und unser Streben.
318. Das Bellen von Hunden beachte man nicht. Man besitze seinen Stab und denke daran, dass eine einzige Spitze den wütendsten Hund erschrecken wird. Verschwendet keine Energie mit einem voreiligen Schlag, doch zeiget die Spitze!
Am schwersten ist es für die Menschen, die Sättigung des Raumes zu verstehen. Sie lassen die Sättigung des Wassers und auch die der Erde gelten. Sie sprechen über die Metallisation von Wurzeln. Doch Raum ist für sie keine lebende Substanz. Daher ist für die Menschen die Freude der Bewegung unerkennbar und das Element des Feuers furchtbar.
319. Wohin soll man seinen Mut richten? Wohin den Willen lenken? Wohin sich selbst wenden? Zum selben Geist-Feuer! Wir werden Kraft finden, um uns nicht zu erschöpfen, denn wir schreiten voran und sammeln die Worte des Wissens. Denken wir an die bekannten Heiligen verschiedener Länder. Durch welche Merkmale unterscheiden sie sich?
Durch Bescheidenheit oder Gehorsam gegenüber ihren Herrschern, oder Schweigen, oder Verehrung? So würden sie uns armselig erscheinen.
Doch wir sehen Krieger, Räuber, Ankläger von Königen, Erbauer und Besieger der Mengen. Gemäß des Feuers des Geistes erkennt man die Erhebung. Von Menschen verordnete Gesetze werden das Feuer nicht auslöschen. Seien wir daher vorsichtig mit den sich Nahenden.
Wie Fragmente von Himmelskörpern Diamanten bergen, so bergen jene von weit her für die Menschen unbegreifliche Zeichen.
In den Massen ist wenig Hoffnung vorhanden; doch der Stein von dem fernen Stern bringt seine vereinsamte Botschaft.
Anziehung vermehrt die Kraft; und die besondere Sprache des Feuers wird die Zeichen der Zukunft einprägen. Lasst uns wieder vorsichtig sein, denn das Feuer des Geistes ist unwägbar.
320. Jede Epoche hat ihre Methoden. Sich auf alte Präzedenzfälle zu beziehen, ist, als trüge man die Stiefel des Großvaters.
321. Beschwörungen und Formeln können Gewiss helfen, den Rhythmus anzuziehen, doch das Gesetz der Evolution sieht den direkten Kontakt des menschlichen mit dem kosmischen Bewusstsein vor. Anstelle der Beschwörungsrhythmen sollte man das feurige Samenkorn des Geistes begreifen und schweigend die Verbindung des Geistfeuers mit dem Raumfeuer herstellen.
322. Wer Wissen für sich allein errang, ist nicht Unser Baumeister. Wer kann ruhig sitzen, wenn die Gebäude einzustürzen drohen? Wenn selbst die entfernteste Naturkatastrophe den Organismus erbeben lässt, dann werden alle
Maurer, welche die neuen Fundamente legen. Ich sage dies, weil die unaufschiebbare Arbeit alle Kräfte aufruft.
323. Wie soll mit Agni Yoga begonnen werden? Vor allem ist es notwendig, das Vorhandensein der psychischen Energie zu erkennen. Dann muss man sich bewusst werden, dass Feuer das Wesen des Geistes bildet. Natürlich ist fleischlose Nahrung nützlich, Gemüse ist anzuraten, außer einigen Sorten, wie Spargel, Sellerie und Knoblauch, die nur Arzneimittel sind.
Auch muss man sich gegen feurige Krankheiten schützen. Das erste Mittel dagegen wird das Bewusstwerden und die Beherrschung der psychischen Energie sein. Aber als äußeres Reinigungsmittel kann man die Essenz von "Moru", auch "Balu"50 genannt, anwenden.
Werdet ihr nach genaueren Angaben gefragt, so nennt Moru als erstes Mittel, das dem Wasser für Waschungen beigefügt werden soll. Man kann eine starke Essenz aus dem Saft der Blätter und Wurzeln herstellen. Wird die erste Formel vernünftig angewandt, kann die nächste gegeben werden. Diese Pflanze kann auch zum Einnehmen mit Milch verwendet werden, doch versucht es zuerst äußerlich.
Verschmäht auch nicht die Behauptung, dass Baldrian ein mächtiger Beschützer inmitten der Flamme sein kann. Denket so einfach wie möglich über die psychische Energie, denn die feinen Energien manifestieren sich nicht mit Donnergetöse. Sie durchdringen die fernen Schichten der Atmosphäre; ihre Symptome sind daher besonders fein.
324. Ich muss den Rat geben, die Furcht vor der Zukunft
zu vertreiben. Wenn ein von Furcht befallener Mensch eintritt, schafft er keine der Tat zuträgliche Atmosphäre. Der nach Sieg strebende Mensch wird gebraucht.
325. Wenn ihr Agni Yoga vermittelt, leistet ihr eine unsäglich wichtige Arbeit.
326. Jedes Gebäude besteht aus den äußeren Mauern und dem unsichtbaren Fundament. Man kann nicht ohne Mauern sein, noch werden Mauern ohne Fundament stehen. In allem gibt es zwei Aspekte der Erscheinung: der eine sind die Mauern, als Symbol des Lehrers; der andere ist das Fundament, als die Erscheinung der Mutter der Welt. Welcher ist wesentlicher? Denkt darüber nach!
327. Die Mauern und die Pfeiler des Fundaments sind für das Gebäude gleich notwendig. Wenn der Grundpfeiler aus der Ferne nicht wahrnehmbar ist, dann bleibt auch das Bildnis der Mutter der Welt unsichtbar. Die Mauern fangen die Sturmböen auf. Unser Name wurde der Menge bekannt gegeben, aber Wir nehmen den Ansturm der feindlichen Ströme hin.
Ihr mögt oft gefragt werden: "Worin liegt der Unterschied zwischen diesen beiden Pfaden des Dienens?" Sagt: "Es gibt weder einen Unterschied noch einen Vorzug. Zwei heilige Flüsse füllen das Meer." Man wird auch fragen: "Welchem Strom gehört jemand an?" Natürlich zieht einen das Wissen des Geistes zu einem bestimmten Strom, je nach dem Strahl der Geburt.
Man kann sich vorstellen, wie sehr ein Leben durch die Strahlen der Raumkörper bestimmt wird. Unsere Anhänger empfinden die Strahlen besonders stark, doch man sollte diese Feinfühligkeit nicht fürchten. Die Menschen erschrecken bei einem nahen Klopfen. Wie könnte dann ein entwickelter Geist auf ein fernes Erdbeben nicht reagieren, wenn selbst
ein Telegraphenmast mit der übertragenen Energie summt! Für die Menschheit ist es an der Zeit, alle im Körper vorhandenen Eigenschaften zu schätzen.
Wie werden wir gegen die Wogen der Flamme ankämpfen?
328. Es ist nützlich, vom Lehrer zu sprechen. Es ist nützlich, von der Lehre zu sprechen. Es ist nützlich, vom Leben zu sprechen. Es ist weise, die Spirale der Bewegung zu verstehen, weil die Energieanwendung den Strom aufwärts lenkt. Doch das Gesetz der Anziehung schafft den Ausgleich. So werden die Stufen zusammengefügt.
Sprecht gemäß dem Verständnis eurer Zuhörer. Unduldsamkeit ist ein unveränderliches Gewand.
329. Die Krankheit genannt Neuritis51 steht in einer bestimmten Beziehung zum Feuer. Auch vieles, was für Rheumatismus gehalten wird, sollte dem Feuer zugeschrieben werden. Von diesen Schmerzen kann man sich durch Aktivierung der psychischen Energie leicht befreien. Wenn diese Ablagerungen die Nervenkanäle verstopfen, dann können alle Arten von Schmerzen auftreten. So schädlich wie Steine in den inneren Organen können die Kristalle ungenutzter psychischer Energie sein.
Besonders gefährlich ist der Kampf der Kristalle mit den Ablagerungen von Imperil. Oft sind kräftig entwickelte Organismen kränklich. Daher ist die experimentelle Erforschung der psychischen Energie so notwendig.
Man nimmt das, was physischen Maßstäben unterworfen ist, leicht an.
330. Beachtet die Symptome unerklärlicher Leiden.
Beachtet, um welche Zentren die Symptome und Schmerzen auftreten. Vielleicht schmerzen die Schultern, die Ellbogen oder die Knie. Vielleicht treten nahe dem Kelchzentrum drei Zeichen in Erscheinung, oder es tritt ein Brennen im Kehlkopf auf. Jedes Symptom weist auf die Tätigkeit des entsprechenden Zentrums hin. Wie in einem offenen Buch ist die Persönlichkeit eines Menschen eingeschrieben. Über seinem Haupt brennt das ständige Merkmal seines Wesens. Man vermag es selbst bei einfacher Beobachtung zu lesen. Doch die Menschen sind an handgreifliche Einwirkungen gewöhnt. Sie erwarten betäubenden Donner und grellen Blitz. Doch selbst vollführen sie die wichtigsten Tätigkeiten in der Stille.
Wie ein mächtiger magnetischer Strom offensichtlich nur von bestimmten Körpern gefühlt wird, doch auf alles einwirkt, so sind die durchdringendsten Energien unsichtbar. Doch wie bisher bitten Wir, den offensichtlichen Erscheinungen Aufmerksamkeit zu schenken. Vergleicht man den Charakter der Menschen mit den äußeren schmerzhaften Empfindungen, so kann man zu wertvollen Schlüssen gelangen. Wir sollten wissen, wie die Zentren auf die umgebenden Organe einwirken. Warum wird Tuberkulose einer Erkältung oder der Blutarmut zugeschrieben, wenn die Zentren nahe der Lunge bestimmte Merkmale des Organismus aufweisen? Warum werden Schwellungen der Schultern und Ellenbogen für Rheumatismus gehalten, wenn die Zentren der Schultern Spannung aufweisen? Unsere Aufgabe ist es nicht, durch bereite Formeln zu nötigen, sondern einen rechtzeitig entlang dem Pfad des Stromes des universellen Gesetzes zu lenken.
331. Wonach soll man die Mitarbeiter auswählen? Nur nach
ihrer Unersetzlichkeit. Es ist richtig, einen Menschen zu schätzen, dessen Platz nicht aufgehoben werden kann.
Ich kann jedem alles Notwendige gewähren, doch Ich erwarte die Entfaltung der Erfahrung. Bestätigt das Werk in der Praxis, denn die sieben Jahre der ersten Periode gehen dem Ende zu.
332. Worin besteht das Mitgefühl der Bodhisattvas? Ohne Willenszwang lenken Sie unsichtbar und geduldig jede geeignete Kraft zum Guten hin. Es ist nicht schwer, sich entsprechend dem Befehl der Bodhisattvas zu verhalten. Denn jede Eigenart des Geistes ist von Ihnen vorgesehen. Arbeit kann nur dann als Bürde empfunden werden, wenn die Kräfte unrichtig verteilt sind; doch werden Entsprechung des Befehls und seine Ausführung gewahrt, kann selbst eine schwierige Arbeit nicht beschwerlich sein.
Am schädlichsten ist die Meinung, dass man alles gibt, ohne belohnt zu werden. Durch solches Verhalten kann man die herrlichsten Ergebnisse zunichte machen. Vergessen wir nicht, dass man vorwärts kommen kann, wenn man das Ziel kennt. Doch die Steine zu zählen, auf die der kostbare Fuß tritt, gleicht einem Gänseschritt. Lasst uns daran denken, dass die Vogel ziellos fliegen, aber andererseits nicht jedes Flattern ihrer Flügel zählen. Kein einziger Lehrer glaubte, dass Seine Arbeit beendet sei und Lohn verdiente. Dies ist die Eigenschaft der Selbstaufopferung der Bodhisattvas: schöpferische Arbeit jeder Bewegung der unermüdlichen Hand, denn das Auge erkennt die Entfernung zum Ziel. So wird die Arbeit der Bodhisattvas sein. Wie Feuer allgegenwärtig, selbstaufopfernd und unerschöpflich im Wesen.
333. Es ist sehr wichtig, über den Begriff Lehrer zu sprechen. Man sollte die Nachfolge der Lehrer zitieren, von denen
jeder der Schüler eines Höheren ist. Man muss sich an die Tatsache gewöhnen, dass die Lehre keine Widersprüche enthält. Man mag weit voneinander entfernte Meilensteine finden, doch diese werden Zeichen auf demselben Pfad sein.
Wenn jemand behauptet, dass Wiederverkörperungen nur in Zeltspannen von 3000 Jahren stattfinden können, wird er genauso Recht haben wie jener, der auf einer Frist von nur drei Monaten besteht. Das Glück, Möglichkeiten zu erkennen, ist das Glück der Zukunft. Das Offenbaren von Möglichkeiten ohne Verletzung der Grundlagen des Gesetzes bedeutet, sich der Vervollkommnung nähern. Wenn in der zweiten Rasse eine weit längere Frist zur Inkarnation erforderlich war, so verringert in der sechsten Rasse die Annäherung physischer und astraler Zustände die Notwendigkeit längerer Perioden.
Man muss sich auch an das Vermischen der Rassentypen gewöhnen. Die dritte Rasse wird kaum das Ziel erreicht haben, wenn die Samenkörner der sechsten bereits im Raum in Erscheinung treten.
Wer der Lehre des Feuers folgt, muss verstehen, dass die Vervollkommnung der Materie möglich ist. Die Welten des Körpers und des Lichts sind wesentlich vereinigt worden. Dies wird der Hinweis auf die Umwandlung des so genannten Todes sein. Gerade das Gespenst des Todes schließt die Tore des Wissens.
Es ist nützlich, in den Schulen die Unsterblichkeit zu lehren. Ein Religionssystem, das den Tod lehrt, wird sterben, ebenso wie jene, die zu sterben wünschen; denn der zukünftige Zustand ist in unserem Bewusstsein enthalten. Wer immer die Macht des Feuers in seiner Unsichtbarkeit erkennt, versteht die äußere Sichtbarkeit der Entkörperung.
334. Zur Frage der Zonen der Welten muss man darauf hinweisen,
dass die Welten zu einem bestimmten System gehören oder auch inter-solare Körper sein können.
Doch der Zustand der Erde ist sehr betrüblich. Die Erde ist krank.
335. Man sollte nicht denken, dass das Werk nach irdischen Wohnungen bemessen wird. Wird die Wahrheit der Worte Ramakrishnas52 vermindert, wenn sein Bett verbrennt?
Ist dem Schäfer Gewiss, welches seiner Schafe die bessere Wolle liefern wird? Ist dem Gärtner Gewiss, wie viel Früchte die gezogenen Bäume einbringen werden? Doch die Sorge des Schäfers gilt seiner Herde und die Liebe des Gärtners seinem Garten.
336. Kein anderer Name wird so viele Angriffe hervorrufen wie jener von Maitreya, weil Er mit der Zukunft verbunden ist. Aber die Menschen fürchten vor allem die Zukunft und werden gereizt.
In die Zukunft strebend, seid für Kämpfe bereit! Doch verberget euer Streben nicht, denn Feuer strebt aufwärts, und nur die Stufe des Strebens wird unsere Verbindung stärken.
Die Lehre des Agni Yoga muss euer Leben innerlich wandeln. Doch äußerlich sollen weder Hörner noch ein Schwanz, noch Flügel, noch prahlerische Verachtung, noch Aberglaube, noch Bosheit eure Merkmale sein.
Wesentlich ist, ohne Furcht eure Tätigkeit zu erweitern, denn dies ist die beste Art der Entsprechung. Unter einem Baum sitzend, kann man sich vorstellen, dass er der Mittelpunkt der Welt sei. Doch das Wesen des Geistes über die ganze Erde ausstreuend, werden wir wie Feuer alles durchdringend.
337. Bewusstsein ist der Prüfstein. Schönheit duldet keine Hässlichkeit. Eine Lüge lässt sich nicht verbergen. Bewusstsein ist
der Richter des Beweggrundes. Es gibt so viele Lebensphasen, dass Bewusstsein Richter bleibt. Entwickelt daher Bewusstsein.
Wenn wir uns durch tote Gesetze begrenzen, wäre es besser, auf einen Friedhof überzusiedeln.
Etwas Durchschnittliches wird das Feuer des Raumes nicht anrufen. Opfer wird vom Bewusstsein gutgeheißen, doch wie genau muss der Meißel sein, der Gerechtigkeit eingraviert! Und wie fein kann die Findigkeit der Selbstrechtfertigung sein!
338. "Stunden des Glücks". So bezeichnen Wir jene Entwicklungsstufe des Bewusstseins, wenn sich Unseren Leuten, ohne sich vom Leben abzuwenden, die Gelegenheit bietet, mit Uns in Unserer Stätte zusammenzutreffen. Doch warum hat keiner dieser Auserwählten von dieser Möglichkeit sofort Gebrauch gemacht? Während die Bewusstseinserweiterung die Tore zu Uns darstellt, gebietet dasselbe Bewusstsein, Unsere Werke in der Stunde der Not nicht im Stich zu lassen. Selbstaufopferung entspringt dem Bewusstsein, und die Verteidigung Unseres Hauses glüht wie ein Stein der Rettung. Bewusstseinsentwicklung ermöglicht ein Verstehen der Wechselbeziehung der Lebensgesetze und gewährt dem Bewusstsein der Mitarbeiter Hilfe. Doch Unsere Sorge besteht darin, dass sich Unsere Auserwählten, sogar physisch, nicht zu weit von Unseren Bergen entfernen.
Man sollte begreifen, dass nicht Mangel an Hingabe Unsere Brüder zeitweilig von Unserer Wohnstätte fernhält. Im Gegenteil, gerade ihre Hingabe leitet sie, ihre Annehmlichkeit und ihre Freude zurückzustellen.
Man sollte bedenken, dass es unsagbar wenige entwickelte Bewusstseine gibt. Deshalb pflegt jedes Bewusstsein, auch das mit zahlreichen Fehlern. Ein Gleichmaß
an Mängeln und Tugenden gehört zu einem aufsteigenden Bewusstsein.
Bedenket, dass Unsere Werke nicht immer der Hilfe bedürfen. Ein Sämann streut seine Handvoll aus und antwortet auf den Ruf des Meisters: "Ich komme, Herrscher! Kalagya!"
339. Die Menschen lieben Erscheinungen, nicht kleiner als ein Elefant, und einen Ton, nicht leiser als Donner. Doch in der Stille vollzieht sich die Einwirkung der feinen Energien.
340. In erster Linie lernt in Einsamkeit denken und erkennt die Verantwortung des Denkens. Wahrlich, der Gedanke reißt die stärksten Mauern nieder. Zweifel, Gereiztheit und Selbstbemitleidung können bewusst vertrieben werden.
Ich rate, sich selbst zu beobachten und zu bedenken, dass niemand anderer als der Lehrer helfen wird. Ich rate, den Lehrer als die einzige Festung zu betrachten.
341. Wenn das Neue Zeitalter des Feuers angezeigt wird, so bedeutet es, dass dieses Element beherrscht werden muss. Genau gesagt: es ist nötig, die Lebenskraft des Feuers in sein Bewusstsein aufzunehmen. Schon vor langem habe Ich zu euch über die dafür unerlässliche Übung, die Gedanken in das Bewusstsein aufzunehmen, gesprochen. Kann man annehmen, dass die Lehre im Leben angewendet wird, wenn selbst die Gedanken keinen neuen Impuls erhalten? Dort wo alles beim Alten blieb, suchet keine neuen Keimlinge. Wo das Alte fortbesteht, wird das Neue Feuer versengen, und das Leben wird keine neuen Segnungen erfahren.
Möget die Worte über das Feuer nicht als abstrakte Symbole betrachtet werden. Ich spreche vom wirklich existierenden Feuer. Nicht zum ersten Mal wird der Planet die Einwirkung
dieses Elementes verspüren. Bei jedem Rassenwechsel nähert sich das Feuer als reinigender Strom. Die Menschheit erinnert sich der Zerstörungen, die durch die Vereinigung des räumlichen Feuers mit seinem unterirdischen Niederschlag verursacht worden sind. Weshalb einen Untergang, ähnlich den von Atlantis53 wiederholen, wenn die Wohltat des feurigen Elementes hervorgerufen werden kann? Um aber dem Feuer furchtlos näher zu treten, muss man lernen, darüber nachzudenken und es in das Bewusstsein aufzunehmen.
Wenn ihr Ausstrahlungen des menschlichen Körpers abbildet, dann werdet ihr mit besonderer Klarheit die Abscheulichkeit eines zwiespältigen Wesens erkennen, wenn das Gesicht Güte zeigt, doch der Gedanke sein Messer schleift.
Man muss es lernen, die Lehre einfach aufzunehmen und das Leben mit ihr zu durchdringen. Das Feuer kann ein großer Segen sein.
342. Beim Zerlegen von Materie muss man wissen, dass außer verschiedenen Bestandteilen immer zwei Faktoren gefunden werden, denen kein Name zugeordnet ist. Der erste wird der Niederschlag der psychischen Energie sein, der zweite die Substanz des Feuers. Solange der Kristall der psychischen Energie nicht ermittelt ist, kann die Substanz des Feuers nicht erkannt werden. Genauso wie der Niederschlag der psychischen Energie durch Imperil wahrgenommen werden kann, wird die Substanz des Feuers durch Beachtung der Spannung der psychischen Energie festgestellt werden.
Das Raumfeuer kann in seltenen Fällen mit bloßem Auge beobachtet werden, wenn es sich nahe der schützenden purpurnen Grenze verdichtet. Der Raum erscheint, als ob er mit kleinen züngelnden Flammen angefüllt wäre. Doch für diese Manifestation
bedarf es einer gefestigten Aura, damit sie nahe dieser verdichteten Flammen keinen Schaden erleidet.
Auf alten Bildern kann man um die Aura einen Niederschlag von Feuer wahrnehmen. Doch heute ist diese physische Manifestation vollkommen in Vergessenheit geraten. Ihr kennt die volle Wirklichkeit des Gesagten. Doch mögen die Wissenschaftler nicht klagen, wenn Wir ihnen vorschlagen, vor der Entdeckung des Feuers den Kristall des Imperils zu finden, und zwar um so mehr, als sie ihn schon fast gefunden haben. Dabei ist es weit einfacher, mit dem Gift der Gereiztheit zu wirken, als die höhere psychische Energie zu suchen.
343. Die Erscheinung von Feuer gehört zu den seltenen Manifestationen, weil die Geschwindigkeit des Feuers jenseits des Sehvermögens liegt. Nahe der Aura kann das Feuer nur gelegentlich verweilen. Die Wellen des Feuers haben einen bestimmten Rhythmus.
Ihr seid schon an die Tatsache gewöhnt, dass die Phänomene der Manifestationen nicht von der Augenscheinlichkeit äußerer Bedingungen abhängen.
344. In Luftspiegelungen nehmt ihr die Irreführung der Augenscheinlichkeit und die Wahrheit der Wirklichkeit wahr. Ich wiederhole, ihr seht Wirklichkeit, doch das Äußere befindet sich an einer von euch unerwarteten Stelle. Dieses Beispiel ist eines von vielen ähnlichen Phänomenen. Oft sehen die Menschen die Wirklichkeit nicht und bestehen auf ihren eigenen Vorstellungen.
Die Leute werden fragen, warum die Demonstrationen der feinen Energien so selten sind. Sagt ihnen, dass sie dauernd stattfinden, doch das menschliche Auge und Ohr sich nicht bemühen, sie zu erkennen. Wenn das Auge sie auffängt, ist der Mensch davon überzeugt, dass es ihm nur so scheint. Dies ist die Formel der Unbewusstheit.
In den Schulen sollte die Fähigkeit der Beobachtung entwickelt werden. Gerade in den Schulen ist es notwendig, Beobachtung zu üben. Und die beste Art liegt im Schweigen und in der Dunkelheit.
345. Es ist gar nicht so leicht, denken zu lernen. Es ist schwierig, die Anspannung des Gedankens zu entwickeln; doch noch schwieriger ist es, eine hohe Qualität des Denkens zu erlangen. Oft nimmt sich ein Mensch im Geist vor, rein zu denken, doch sein Wesen ist an egoistisches Denken gewöhnt. Dann ergibt sich die am wenigsten erwünschte Gedankenform. Zwei Vögel aus verschiedenen Nestern kann man nicht zu einem vereinen.
Es ist notwendig, das Denken zu üben, nicht nur verstandesmäßig, sondern mit dem Feuer des Geistes, bis jede Zweideutigkeit schwindet. Der Gedanke kann so lange Macht haben, bis er vollständig monolithisch ist. Jede Spaltung vermindert nicht nur seine Kraft, sondern ist auch kosmisch schädlich, weil sie eine Dissonanz in den Raum hineinträgt.
Es ist notwendig, eine bestimmte Zeit für die Beherrschung des Gedankens aufzuwenden. Doch es ist nützlich, sich die Einheit der Substanz des Gedankens wiederholt vor Augen zu führen. Wir freuen uns über die Mannigfaltigkeit des Denkens, doch jeder Gedanke muss so rein sein wie ein Diamant.
346. Über die Teilbarkeit des Geistes habe Ich zu euch bereits gesprochen. Man braucht nicht erstaunt zu sein, wenn ein entwickelter Geist sich freigebig offenbart, auch auf weite Entfernungen, wo er von der Qualität der Geistigkeit der Anwesenden angezogen wird. Man soll nicht glauben, dass solche Übertragung des Geistes immer unsichtbar sein wird. Wir verteilen Münzen, ohne von ihrer Prägung Notiz zu nehmen, und wissen auch nicht immer, wem
wir sie geben. Von welch höherem Grad an Freigebigkeit ist unser Geist durchdrungen, der wie die feinste Energie der besten Verwendung zueilt.
Daher lasst uns selbstaufopfernd Fülle des Geistes entwickeln.
347. Die Menschen sprechen so leicht die Worte "unermüdliche Arbeit" aus, doch im Geist fürchten sie sie. Man kann niemanden nennen, der sich ohne Bewusstseinserweiterung über endlose Arbeit freuen kann. Nur Unsere Leute werden verstehen, dass das Leben mit Arbeit verschmolzen ist, durch die man Kräfte des Wachstums erlangen kann. Man möge verstehen, wie unerschöpflich Feuer und auch die durch Arbeit erlangte Energie sind. Mit der Stunde des Bewusstwerdens der Arbeit beginnt die Erfüllung von Agni Yoga.
Wolken beginnen, das Feuer auszulöschen, wenn die Macht der Energie unzulänglich ist. Die Anspannung der Energie kommt nicht vom Verstand, noch nimmt sie durch äußeren Befehl zu. Sie wächst nur von innen. Doch nur ein freies Bewusstsein kann Arbeit zu einem Fest des Geistes gestalten.
Vermeidet es auch, Zwang auf den Willen eines anderen auszuüben. Mögen eure Rufe wie Feuer aufleuchten, den Raum erfüllend. Doch das sich aus diesen Feuern des Geistes ergebende Muster muss jeder für sich selbst gestalten. Gleicherweise wird die Arbeit der Sättigung des Raumes erkannt. Ein Unwissender betrachtet die Kräfte des Raumes jenseits seiner königlichen Persönlichkeit. Er hofft, dass mit seinem Körper sein ganzes Wesen vernichtet wird. Doch der Kristall der Unwissenheit ist so lange unzerstörbar, solange das Wissen des Geistes sein tödliches Gewebe nicht auflöst.
Den Yoga des Feuers suchend, müssen die Leute die Arbeit als Entflammer des Feuers verstehen. Die Wechselwirkung
der Energie nährt das Feuer, und längs den feurigen Kanälen gelangt es in die Sphären der höchsten Welten.
Wir bezeichnen Agni Yoga als den für das Leben geeignetsten Yoga, weil das Leben auf der Wechselwirkung von Energien beruht.
348. Man wird verstehen, dass Fleischgenuss für den Organismus unerwünscht ist, nachdem man den vollen Schaden dem Organismus totes Gewebe zuzuführen erkannt hat. Nur auf Reisen sei bestimmtes geräuchertes Fleisch gestattet, doch allgemein rate Ich zur Enthaltsamkeit. Es ist nützlich, Äpfel auf dem Tisch zu haben. Die Essenz dieses Obstes ist, solange es nicht fault, für den Atem zuträglich.
349. Der Lehrer wird nicht säumen, jedes Zeichen der Hingabe anzunehmen. Hingabe und Wachsamkeit schmieden den Bund zwischen Welten.
350. Die Manifestation des Opfers mag als die Aneignung des Rechts auf raschesten Eingang verstanden werden. Beachtet, warum für physische Manifestationen ein tiefes Einatmen erforderlich ist. Besteht darin nicht eine Verbindung zur Manifestation der Energieübertragung, von der wir heute gesprochen haben? Gibt es denn unter physischen Manifestationen übernatürliche?
351. Ihr wisst, wie Wir die Astralwelt betrachten. Ihr wisst, in welchem Maß sich dieser Zustand im Evolutionsprozess ändern muss. Obwohl Wir auf die Unvollkommenheit der Astralwelt hinweisen, können Wir sie nicht verwerfen; denn nichts Vorhandenes kann verworfen werden. So muss man das Wissen nicht nach persönlichem Wunsch aufbauen, sondern nach absoluter Bedeutung. Die Menschen sollten nicht nur von der Astralwelt wissen, sondern sie auch näher an die Grenzen des Sichtbaren bringen.
So mag man Unser Experiment der Verdichtung des Astralen auslegen.
Wenn ihr über die wahrnehmbaren Manifestationen der Astralwelt leset, so mögen sie euch bislang ungewöhnlich erschienen sein. Doch damit zeigt ihr Unvollkommenheit des Denkens, wenn ihr das leugnet, was untrennbar nahe ist. Es ist nützlicher, anzuerkennen und den Standpunkt der Betrachtung einzunehmen. Wie könnten wir für Verbesserung der Lebensbedingungen kämpfen, wenn wir diese nicht beachten!
Ihr könnt den sich Nahenden sagen, wie die Verdichtung des Astralen das Leben beeinflussen wird, auch könnt ihr Näheres über das Experiment des Ortswechsels und der verschiedenen Körper mitteilen. Man möge darauf hinweisen, dass ein Experiment, das auf chemischen Gesetzen beruht, nicht als übernatürlich bezeichnet werden kann. Allerdings kann das mit uraltem Staub bedeckte Bewusstsein die Wirklichkeit nicht sofort erfassen. Wenn ich daher über Geduld spreche, so ist es notwendig, sie als Leben selbst zu verstehen. Wer würde einen Gast in den Regen zurückweisen? Doch dem Ansturm der Elemente ausgesetzt zu sein, währt nicht, man muss nur die Zeit so klug wie möglich nutzen. Außerdem ist es notwendig, zu verstehen, dass der räumliche Gedanke sich jetzt in Richtung Vereinigung der Sphären spannt und menschlicher Gedanke auf diesem Pfad der Bewusstseinserweiterung wandelt.
352. Die Furcht vor astralen Erscheinungen beruht auf anderen Ursachen als auf Gespenstern. Man muss die Kälte des Astralen als eine chemische Reaktion verstehen.
353. Fragt man euch nach Belohnung, erzählt folgendes Gleichnis: "Ein Mann gab für gute Werke viel Gold, doch er erwartete Belohnung. Einmal
sandte ihm sein Lehrer einen Stein mit der Mitteilung: "Empfange die Belohnung, den Schatz des fernen Sterns!" Der Mann wurde unwillig: "Für mein Gold wird mir ein Stein geboten! Was bedeutet mir ein ferner Stern?" Und im Trübsinn warf er den Stein in einen Gebirgsstrom.
Doch da kam der Lehrer und sagte: "Wie fandest du den Schatz? Im Stein eingeschlossen war der wertvollste Diamant, der unter allen irdischen Edelsteinen funkelt."
In Verzweiflung eilte der Mann zum Strom, und der Strömung folgend, versank er immer tiefer und tiefer. Doch das Kräuseln der Wellen verbarg den Schatz für immer!"
354. Wer Furcht, Vorurteil und Scheinheiligkeit aufgibt, kann mit dem unsichtbaren Leben verbunden werden. Man kann bemerken, wie sich ohne diese drei Feinde Hellhören und Hellsehen entwickeln.
355. Wer Agni Yoga studieren will, muss seine Aufmerksamkeit dem Pulsieren der Elemente zuwenden, weil unter diesem herrschenden Gesetz verschiedene Elemente verbunden werden. Bei dem gestern durchgeführten psycho-physikalischen Experiment konnte euch gezeigt werden, dass der Rhythmus der Energie der Puls der Elemente war, wonach die Tätigkeit durch Stille unterbrochen wurde wie auf Pralaya ein Manvantara54 folgt. Natürlich wäre es unsinnig, bei allen mechanischen Vorgängen die Wirkung der Elemente zuzuschreiben. Allerdings gibt es unbezweifelbare Verbindungen zwischen bestimmten Geistwesen und den Augenblicken des Energiezustroms. Es ist erstaunlich zu sehen, wie sich die nicht verkörperten Geistwesen durch Benutzung des Ektoplasmas55 des Raumes verdichten können. Und diese manifestierten Körper können
feine Eigenschaften erlangen. Wahrlich, eine Brücke zwischen zwei Welten!
Bedenkt, dass das Ektoplasma gerade mit Hilfe des feurigen Elementes abgesondert wird.
356. Ihr erforscht den Rhythmus des Pulses der Elemente nicht aus Neugierde. Alles Wissen ist anwendbar. Das Wissen über den Lebensrhythmus vermag man wirksam anzuwenden. Schon seit langem wurde erwähnt, wie wichtig der Rhythmus ist. Doch der Rhythmus des Pulses der Elemente zeitigt besondere Ergebnisse.
357. Mahavan und Chotavan56 sind die charakteristischsten Rhythmen des Feuers. Über diese Rhythmen verfügend, kann man sich dem Element Feuer leicht nähern. Das ist keine gewaltsame Beschwörung, sondern nur das bewusste Eintreten in die Sphäre, deren Bedeutung ihr als wesentlich erachtet. Man muss Rhythmen verstehen, denn wie verwandeln wir sonst Überzeugung in Taten? Selbst der halbtote Sand ordnet sich bei Vibration zu besonderen Mustern. In welch höherem Maß wird der Mensch vom Rhythmus beeinflusst! Nicht Zauberei, sondern Wissen wird dem Menschen den Weg zur Umgestaltung weisen ein unaufschiebbarer Weg, denn so wurde die Menschheit in den letzten Tagen von Atlantis aufgerufen.
Doch es ist nicht richtig, zu denken, dass, wenn das Heute vorbei ist, das Morgen auch vorbeigehen wird. Jede Stunde kann eine Umgestaltung für die Neue Welt sein. Denkt darüber nach, wie ihr die Lehre in euer Leben leichter aufnehmen könnt. Selbst sehr beschäftigte Leute können jeden Tag eine Stunde der Annäherung an die Lehre widmen. Wir können nicht glauben, dass es keinen Augenblick für das Wesentlichste gibt, dafür, wofür wir leben. Wir nehmen täglich Nahrung zu uns, und ohne sie halten wir den Tag für
erbärmlich. Doch unser Geist erhält auch Nahrung durch Gedanken, und ohne sie ist der Tag sogar verbrecherisch.
Verherrlichen wir unsere Gedanken und erinnern wir uns an die Grundlage des Yoga wie an Brot und Milch. Gewalt ist nicht nötig, denn die Lehre kann durch Bändigung alles Störenden anziehen.
358. Es ist richtig, Sauerstoff als den Adler der alten Schriften zu verstehen. Auch auf Phosphor, schwefelsaures Zink und Platin stößt man in den alten Zusammensetzungen.
359. Besonders schwierig ist es, den schnellfliegenden Vogel zu nötigen, langsam zu fliegen. Es gibt kein größeres Opfer, als wenn sich das bereits erweiterte Bewusstsein der offenbarten Wirklichkeit widmet.
360. Sobald sich die Menschen der psychischen Energie bewusst werden, wird sich die Neue Zeit bestätigen.
361. Es gibt zwei Arten von Logik: die Logik externen Denkens, die man mit Lehrbüchern zu bestätigen versucht und jene geistiger Synthese, welche die Funken der Schlussfolgerungen des räumlichen Denkens sammelt und verbindet. Diese Schlussfolgerungen erscheinen dem Menschen als ein glücklicher Zufall, auch wenn dieser Zufall ein ganzes Jahrhundert im Raum heranreifte.
Das erweiterte Bewusstsein bietet die beste Möglichkeit, die Gedankenballungen des Raumes einzufangen.
Gewiss, vom Gesichtspunkt externer Logik her werden im Vorgehen der geistigen Logik immer Abweichungen gefunden werden. Wie Spiralringe dem Beschauer nur eine Windung zeigen und den inneren Ring verhüllen, so geht die geistige Logik entsprechend der Grenzlinie der nächsten Windung vor,
während die innere Grenzlinie mit den Strömen der Gemeinschaft des Raumes verschmolzen bleibt. Daher sorgen Wir Uns so um die Erweiterung des Bewusstseins, damit man zur Einheit mit räumlichem Denken gelangt.
Man muss dies so einfach aufnehmen wie die Lebensbedeutung des Sauerstoffs. So einfach sollte die Vorstellung des spiraligen Ursprungs alles Bestehenden und der schöpferischen Explosionen erscheinen. So wird der Atem des Kosmos als die aufsteigende Spirale erkannt werden.
Der reine Anfang wir wollen ihn Sauerstoff nennen taucht mit Hilfe von Materia Lucida aus dem nicht geoffenbarten Raum hervor, und mit dem Abfall des Lebens zusammentreffend, kommt es zu einer Reihe von Explosionen. Natürlich, man muss verstehen, dass diese Explosionen ohne das Feuer des Raumes keinen Rhythmus haben. Anders gesagt, das Feuer erweist sich als Regulator des kosmischen Pulses.
Ihr mögt euch freuen, wenn ihr die euch gegebenen Rhythmen anwendet. Gewiss, ihre Folgerichtigkeit ist ziemlich individuell. Es können sich Folgen einstellen, die mit dem wechselnden Zustand des Organismus zusammenhängen. Man sollte die Sendungen aus dem Raum in den offenen Kelch aufnehmen. Das ist die Gewähr der Synthese. Gleicherweise muss man den inneren Rhythmus beachten, denn das entwickelte Bewusstsein bleibt nicht ohne Rhythmus.
Wirkungsvoll für den Rhythmus des Feuers ist die Verbindung von zwei Dodekaedern. Sobald ausreichend Energie gesammelt ist, will Ich es demonstrieren, denn für die Annäherung an Agni Yoga ist dieser fliegende Rhythmus notwendig.
362. Wer ein Körnchen Wahrheit kennt, wird ein Okkultist genannt. Wer sich gegen die Grundlagen des Wissens erhebt,
gilt als Rationalist. Bei solchen Voraussetzungen kann man sich die Abwegigkeit irdischen Denkens vorstellen.
Es ist schlecht, wenn die Bedeutung des Lehrers nicht erkannt wird, aber noch schlimmer ist es, nachdem man den Lehrer erkannt hat, ihm das auferlegt, was man selbst leisten muss. Daher mag man Achtung gegenüber dem Lehrer mit der Aufwendung der eigenen ganzen Kraft verbinden.
363. Die Menschen sprechen gern über Ebbe und Flut, über Licht- und Tonwellen, über magnetische Ströme, doch die psychische Energie bleibt in Vergessenheit, obwohl psychische Wellen weit stärker sind als alle anderen Fäden des Raumes. Die Tatsache, dass die Wellen psychischer Energie wie astrochemische Strahlen wirken, ist völlig wissenschaftlich. Man kann auf weiteste Entfernungen hin Wirkungsbereiche oder Gegenwirkung beobachten.
Weder persönlicher Wille noch die Wirklichkeit der Astralwelt, sondern die Ansammlung der Wellen des Raumes als das Bewusstsein des Kosmos wirkt in allen feinfühligen Empfängern. Man kann sich vorstellen, welche Macht über die Welt fegt, wenn aus ihr Legionen von Lächeln oder Schrecken geboren werden.
Wozu misst man den Druck der Atmosphäre, wenn man es andererseits versäumt, die Angaben über die Wirkung auf die Stimmung des Menschen zu nutzen? Das Leben wird auf solche Stimmungen aufgebaut. Es gibt einen ausreichenden Vorrat an feinfühligen Organismen, doch anstatt sie weise zu nutzen, werden solche Individualitäten mit Verachtung oder Aberglauben bedacht. Bedauerliche Unwissenheit verhindert die Anwendung
dieser Energien im Leben, die selbst an die Fenster klopfen. Es ist Zeit, zu verstehen, wovon gemeinschaftliches Streben herrührt und woher die Mehrheit Niedergang und Aufschwung entlehnt.
Andere Rassen haben der Wirkung der psychischen Energie Beachtung geschenkt. Doch unsere scheidende Rasse ist nicht gewillt, ihren Nachkommen dieses wohltätige Erbe zu hinterlassen.
364. Wenn Ich nach Ablauf von sieben Jahren sagen werde: "Es ist alles möglich", wird man es verstehen? Wird man nicht als Gegner gegen die Wirklichkeit vorgehen?
Der tote Buchstabe ist gefährlich. Doch ist das Bewusstsein bereit, die Grenzen der Schaffenskraft zu verstehen?
365. Vor allem sollt ihr nicht mit der Lehre Schrecken einjagen. Wahrlich, in jedes Leben kann ein Blütenzweig hineingetragen werden. Wie das Morgenlicht soll die Lehre sein. .
366. Warum sollte Unsere Gewähr so beschränkt verstanden werden? Der Schatz sollte viel weiter getragen und viel weiter angewendet werden als nur fürs gewöhnliche Leben. Das Suchen nach weiter Anwendung der Lehre wird Gewandtheit verleihen. Doch ein vorbereitetes Ergebnis kann leicht zerstört werden, denn die ferne Stimme gleicht dem Rascheln des Schilfs. Man sollte keinen Einspruch erheben, wenn sich ein freier Wille auflehnt. Man kann es bedauern und erneut flüstern. Doch das Gesetz vom freien Willen beweist die Würde des Menschen.
Wenn ich sage "ihr sollt keinen Zwang ausüben", meine Ich gerade das Gesetz vom freien Willen. Wer würde durch Willensanspannung einen Zweig biegen? Und wäre der Rückschlag nicht schlimmer
als das erstere? So seid fähig, die Menschen ohne Willensbelästigung zu rufen.
Selbstaufopferung kann nicht eingegeben werden. Selbstaufopferung kann nicht befohlen werden. Wenn der Geist, schonungslos gegen sich selbst, für andere leidet, handelt er aus freiem Willen. Selbst ein Wink ist ungebührlich, wo Opfer sich erhebt. Ist Teilbarkeit des Geistes möglich, wo Zwang besteht?
Sehet, wie eine bereite Flamme auflodert! Wird der Schmerz abwenden, was der Wille eines reinen Geistes bereits aussandte?
367. Streiten können selbst Hunde; daher ahmt die Tiere nicht nach. Bewusstsein verpflichtet, die Folgen eines Streites zu erkennen. Die sinnlosen Worte erheben sich wie schwarze Wirbelwinde. Es ist gefährlich, den Raum zu verunreinigen. Es ist gefährlich, auf sich und die Nahestehenden einen Rückschlag heraufzubeschwören.
Man sagt, der Affe sei sehr leicht beleidigt. Was bedeutet das für uns? Der Panther sei sehr reizbar. Was bedeutet das für uns? Man sagt, die Henne gackere ohne Grund. Man sagt, der Geier nähre lange seinen Zorn. Was bedeutet das für uns? Ein Papagei wiederhole Schimpfworte. Was bedeutet das für uns? Man sagt eine Ente beherrsche ihre Nerven nicht. Was bedeutet das für uns? Lasst uns sie nicht nachahmen!
368. Weder Unzufriedenheit noch Gereiztheit, sondern das Gefühl der Glückseligkeit ist notwendig, denn es bedeutet wahrlich Glück, die Werke des Lehrers zu schaffen.
369. Zum letzten Mal werde Ich über Gereiztheit sprechen. Erkennet ihren Schaden nicht nur persönlich, sondern auch
für den Raum. Dieser hinter einem Lächeln der Höflichkeit verborgene Wurm hört nicht auf, die Aura zu zerfressen. Sein Schaden unterwühlt alle Werke. Um des Schaffens willen, seid von der Schädlichkeit der Gereiztheit überzeugt! Wenn sie wie ein Blutgerinnsel das Ohr verschließt, kann ein Mensch dann hören? Wenn das Auge getrübt ist, kann der Mensch dann sehen? Wenn das Bewusstsein verdunkelt ist, wo bleibt dann die Errungenschaft? Doch man muss das Feuer wie einen Schatz hüten. Der Phosphor der Nerven wird wie ein Lampendocht verzehrt; und ist die Lampe ohne ihn denn brauchbar? Man könnte Ozonöl hinzufügen, aber ohne Docht werden die Nerven das Feuer nicht entzünden.
Das Symbol des Feuers erinnert an die heiligste Substanz, die mit soviel Mühe angesammelt, aber unverzüglich vertilgt wird. Wie können wir beim Photographieren der physischen Ausstrahlungen Ergebnisse erwarten, wenn wir uns anschicken, in die Finsternis zu tauchen?
Warnt die Freunde unermüdlich.
370. Sagt dem Oriole57 , dem goldenen Vögelein: "Willst du zum hohen Turme fliegen, denke an die Vergangenheit! Erinnere dich, wie du Schätze zerstörtest, und wie du nachher zu den Schöpfungen des Geistes strebtest, nahebei jedoch dann den Weg zu ihnen nicht finden konntest.
Doch Streben schwindet nicht, es wandelt sich im Leben. Du besitzest die Schätze des Geistes. Wer und wie viele finden den bereiteten Weg vor?
Doch wer keine Hindernisse kennt, muss um so eher den Raum besiegen. Schwingen sind den Vögeln nur zum Fliegen gegeben." So denket daran!
371. Die feinen Energien erforschend, werdet ihr überzeugt werden, dass
nicht nur die Hauptgruppen der Erscheinungen genaueste Aufmerksamkeit verdienen, sondern dass auch die kleinen Fäden der Spannung mächtige Ergebnisse zeitigen. Es ist sogar nötig, den fühlbaren Niederschlägen und Verbindungen den ersten Platz einzuräumen. Kürzlich begann man das Soma im Organismus zu erforschen. Auch an das purpurne Schutznetz der Aura wurde kürzlich gedacht. Beide Manifestationen beziehen sich auf den Bereich des Feuers. Das erste stellt das Ergebnis der Arbeit des Phosphors dar, das zweite verleiht die Macht des Feuers, die durch eine gesunde Ausstrahlung des Körpers aus dem Raum angezogen wird. Daher sollte man das Feuer des Körpers hüten, um eine mächtige Wirkung zu erzielen. Auf diese Feuer sind unsere Heilmittel ausgerichtet. Nicht die Muskeln, sondern die feurige Woge der Nerven verdient Beachtung. Sie muss wieder hergestellt und genährt werden.
Die von euch von den Bergen mitgebrachte Pflanze wird eine Reihe nützlicher Experimente liefern. Die angespannte Energie des Saftes nährt die Macht des Feuers. Aber auch andere Möglichkeiten ihrer Anwendung sollten erforscht werden. Die Wärme, die durch die Essenz der Blätter und das Öl der Rinde erlangt wird, bildet das beste Stärkungsmittel für das Schutznetz der Aura.
Das Schutznetz der Aura leuchtet wie ein Harnisch zwischen den beiden Uranfängen von Licht und Finsternis. Wahrlich, diese Linie ist die Grenze von Licht und Finsternis! Von einem anderen Winkel aus werden wir uns der Goldenen Mitte des Vermächtnisses Buddhas nähern.
Diese Linie trennt die Uranfänge. Wie Blitz strahlt sie aus dem einen Prinzip der Urquelle. Wie ein Schutzwall und wie eine Brücke vereint das Feuer die Gegensätze. Wie sehr sollten die Menschen die Macht der Einheit schätzen. Wer auch immer sie besitzt, ist der Besieger der Finsternis.
Die Ärzte sollten die Bedeutung von Soma und des Schutznetzes der Aura studieren.
372. Es ist nützlich, sich der interplanetaren Kämpfe bewusst zu werden. Man kann das Aufeinanderprallen der kranken und gesunden Atmosphäre nicht anders benennen. Die gestern erwähnten Ströme schützen allerdings den Planeten vor giftigen Ausdünstungen. Das Bewusstsein lebender Wesen trägt zu dieser traurigen Erscheinung viel bei. Man kann sich die Gefahr dieser Ausstrahlungen nicht vorstellen. Nur die Beherrschung des Raumfeuers kann eine Entspannung bewirken. Doch dieses Feuer sollte ins Leben hineingetragen werden.
Es genügt nicht, die Zeichen des Feuers um den menschlichen Organismus zu beachten. Man sollte auch beachten, wie das Feuer auf das Bewusstsein einwirkt. Dieses persönliche Experiment wird die Technik liefern, die ein toter Buchstabe nicht enthält. Das Feuer nähert sich dem Leben öfter als man denkt.
373. Beweglichkeit des Bewusstseins ist eine Eigenschaft der höheren Welt. Man sollte verstehen, wieso auf königliche Inkarnationen solche von Schuhmachern folgen können, ohne zu erniedrigen. Auf Erden erfasst man die Beweglichkeit äußerer Formen nur schwer, weil sich die Menschen den Aufstieg des Geistes nicht vorstellen. Beweglichkeit lehrt einen, die Dinge von verschiedenen Blickwinkeln zu verstehen. Und die Formel "mit menschlichen Händen und Füßen" hört auf, eine Abstraktion zu sein. So verstehet auch die Unfehlbarkeit des allgemeinen Planes. Gleicherweise forschet; besteht nicht auf einer Entscheidung. Wenn die Feinde einen Weg versperren, verwirken sie damit gleichzeitig einen anderen.
374. Wer der Lehre folgt, entzieht sich der von den Menschen so lieb gewonnenen Untätigkeit. Doch wer ihr nicht folgt,
erhält den vollen Schauer des Karma. Urteilt selbst, wer den wahren Pfad gewählt hat. Kann es einen Misserfolg geben, wenn ihr der Lehre folgt? Die Lehre verleiht Verfeinerung des Bewusstseins sowie Glück. Wo kann man sonst eine den Ergebnissen der Lehre vergleichbare Kraft finden? Daher befolgt sorgsam Unsere Gebote.
375. Worin besteht der Erfolg eines Yogi? Weder in der Anziehung der Massen noch in der Bekehrung der Menge. Doch nahe den Werken des Yogi kann man bewusste und unbewusste, freiwillige und unfreiwillige Nachahmungen gewahren. Die Menschen beginnen das gleiche zu tun. Sogar Feinde folgen fluchend dem gleichen Weg.
Es ist, als ob sich um die Taten eines Yogi eine besondere Atmosphäre gesammelt hätte. Dies ist wirklicher Erfolg, wenn weder Gold noch Mengen, sondern das unsichtbare Feuer menschliche Herzen entflammt. Doch mit dem Wunsch nachzuahmen betreten sie dieselbe Atmosphäre und tragen Tropfen desselben schöpferischen Taus mit sich. Der Erfolg kommt nicht allein von außen, er wird durch das Zusammenwirken von menschlichen Händen mit dem Gedanken des Raums geschaffen. Doch der Yogi wird zum ersten Kanal, zum primären Empfänger der Raumenergien. Daher leuchtet der Yogi wie ein aufrufendes Feuer.
Er baut auf, was aufgebaut werden muss. Er fügt die vorbestimmten Steine zusammen. Und selbst Feinde schaudern, sprechen die von ihm übergebenen Worte nach. Der Yogi ist kein Prediger. Er erscheint selten; doch die anvertrauten Werke wachsen in einer eigenen Farbe. Andere anerkennen selbst das Blühen dieser Werke nicht, deren Bestimmung es ist, nicht zu verzehren, sondern zu entflammen.
Wohin ergießt sich der Funke des Feuers? Kann man alle entfachten Feuer sowie alle vom Feuer eines Agni Yogi erwärmten Wanderer sehen?
Das Feuer lodert erfolgreich auf, denn es brennt nicht für sich.
376. Wie betrachten Wir Erfolg? Wahrlich, jene Werke sind erfolgreich, deren Spur von beiden, Freunden und Feinden, verfolgt wird. Verfolgt den Bericht von Nachahmungen und sagt euch: "Alles entströmt unserem Feuer". Die Misserfolge werden in den nachfolgenden Feuern ertränkt. Man vermag mutig zu schwimmen, wenn die Feuer der Leuchttürme aufscheinen, wenn die Gefahren das Ornament des Schleiers der Mutter der Welt offenbaren.
Die Mutter der Welt fürchtet das große Spiel nicht.
377. Wahrlich, wie eine Perle hütet die Lehre. Als die Freude des Tages und als Sorge um den Aufstieg erhebet das Buch des Vermächtnisses. Erhebet die Lehre als Schwert der Wache! Kann Gleichgültigkeit um das Vermächtnis des Lebens einherschleichen? Womit sonst können wir unser Leben umwandeln? Wo sonst werden wir den Zutritt zu dem in uns lebenden Reich des Geistes finden?
Lasst uns die unwürdig verbrachten Tage zählen und von Schrecken ergriffen sein. Lasst uns die der Lehre nicht gewidmeten Stunden zählen und betrauern. Kann die Stunde der Lehre für einen Sack Gold verkauft werden? Kann man, nachdem man einen mit den Blumen der Mutter der Welt geschmückten Chiton der Schönheit schaut, sich mit dem Kleid der Unwissenheit zufrieden geben? Wie können wir den Tag gewöhnlich zubringen, wenn längs des Weges Schätze ausgestreut sind? Man mag mit der ungewöhnlichen Lebenserscheinung vertraut werden.
Nur von einem Magneten werden Metalle angezogen.
Daher sollte man den Magnet des Geistes nähren. Ohne Nahrung wird der Geist nicht sehen, wie viele Tore offen stehen.
Entsprechend dem Gesetz des Austausches von Substanzen ist es notwendig, einen Strom des Empfangens und des Gebens zu schaffen. Man sollte nicht glauben, dass das, was einmal gelesen wurde, bereits im Bewusstsein haften blieb. Untauglich ist der Gärtner, der den Garten nur einmal besucht! Man muss die Zeichen verstehen, doch dazu sollte man sie sich zu eigen machen. Unser eigenes Buch liegt griffbereit, und herrlich ist es, die Ehrfurcht zu verstehen, durch die das Leben verwandelt wird.
Wir senden den Wunsch, die Lehre zu beachten!
378. Es gelang, den Dodekaeder zu zeigen, doch das ist nicht leicht. Lasst uns alle Zeichen des Feuers und der psychischen Energie beachten. Damit bestätigen wir das Verstehen der Ähnlichkeit dieser höchsten Begriffe. Und so werden wir im täglichen Leben tastend die Beweise der feinen Energien entdecken. Es ist schrecklich, dass die besten Bekundungen der Energien keine Aufmerksamkeit erregen. Man sollte daran erinnern, dass die Menschen oft sehr Bemerkenswertes sahen und hörten, doch sie begruben es unter dem Abfall. Welche Umwandlungen bedarf das menschliche Auge?
Sieht und fühlt ein Mensch ein Feuer, das sich selbst entzündet und nicht verbrennt, behauptet er, es sei Elektrizität. Vernimmt er das Klingen einer Saite in der Luft oder ein Glockengeläute, ohne einen Glockenturm zu sehen, schließt er, es sei etwas Unbestimmbares über Tonwellen. Sieht er farbige Sterne um sich, eilt er natürlich zum Augenarzt. Sieht er Formbildungen im Raum, denkt er an Meteorstaub. Erhält er Gegenstände aus dem Raum, verdächtigt er nur seinen
Nachbarn seine Vorstellungskraft reicht nicht weiter. Doch fast nie schenkt er den Erscheinungen des eigenen Organismus Aufmerksamkeit. Aber gerade aus diesen kleinen Beobachtungen setzen sich die großen Erfahrungen zusammen.
Ein Beschluss sollte nicht durch einen Befehl eingegeben werden, sondern die Kanäle psychischer Energie passieren. Lasst uns sorgfältig beobachten.
379. Die Hülle und das Soma der Drüsen ermöglichen den Zugang zum Feuer; daher ist die Feinfühligkeit der Drüsen von Nutzen.
380. Es wurde richtig gesagt, dass die erste Manifestation mit Donner und die letzte in Stille erfolgt. Es ist unmöglich, die Stimme der Stille ohne die Erscheinung des Donners in sich aufzunehmen, so viel schwerer und erschöpfender ist sie als der Donner. Doch das Allseiende ist in Stille, und nach Donner setzt unvermeidlich Stille ein. Doch gibt es für das Auge, das das Licht erlangte, Finsternis? Und gibt es Stille für das Ohr, das die Geburt des Tones vernahm?
Könnte Materia Matrix tonlos sein oder nicht leuchten?
Es ist bereits ausreichend bekannt, dass sich ein dicht verschlossenes Gefäß öffnen lässt: Entweder man zerschlägt es, oder es öffnet sich beim Erklingen eines sehr feinen Rhythmus. Gleicherweise sollte man sich in allen anderen Bereichen der Materie daran gewöhnen, Manifestationen nicht von einem Elefantenschritt zu erwarten, sondern selbst den Flug eines Schmetterlings zu fühlen. Das lässt sich nicht leicht erlernen, denn das Leben ist erfüllt von Hammerschlägen. Feine Energien werden nicht für den allgemeinen Gebrauch empfangen. Und je weiter die Menschheit vordringt, um so roher nutzt sie den Sieg über die niederen Kräfte.
Inmitten des Lebens können wir die Schärfe des Verstehens der feinen Energien verfeinern, denn in ihnen liegt die Zukunft.
381. Besonders schwierig ist es, etwas wahrzunehmen, was nicht von den gewohnten Reaktionen der Nerven begleitet wird. Das ist die Selbstbeherrschung des Yogi.
382. Der Lebensstrom erzeugt einen ständigen Zufluss an Energie. Wenn die Empfänger geöffnet sind, kann nichts einen neuen Zustrom hindern. Weder Alter noch Krankheit, sondern Vorurteile trennen die Fäden des Glücks. Persönliche Gereiztheit ist die Tochter des Vorurteils. Man kann sich von Gereiztheit nicht befreien, ohne das Vorurteil auszumerzen. Beständiges Streben möge helfen, Erscheinungen richtig einzuschätzen. Nicht Entsagung, sondern die rechte Bewertung des Lebens ist notwendig. Eigene Bürgschaft soll wie ein Schwert der Gerechtigkeit das richtige Verhalten bestimmen.
Die Bücher der Lehre sollten wiederholt gelesen werden, denn jeder Tag bringt neue Anwendungsmöglichkeiten.
383. In den Errungenschaften der Zukunft muss dem Zusammenwirken der Geistesentwicklung mit der Beschaffenheit des Körpers besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dem Körper fällt es schwer, den Geist einzuholen; er ist Anfällen von Schwermut ausgesetzt, wenn sich der Geist zu den Höhen erhebt.
Ein weiterer Umstand ist nicht weniger wichtig, weshalb ich euch bat, das Aussprechen von Personennamen soweit als möglich zu unterlassen. Menschen, die sich auf Entfernung an jemanden wenden, belasten diese Person, wenn deren Geist entsprechend feinfühlig ist. Ihr habt bemerkt, dass die Yogis oft ihren Wohnsitz wechseln und es vermeiden, Namen auszusprechen. Dies ist auf ihr Wissen über die Wirkung, die durch Aussprechen von Namen im Raum hervorgerufen wird, zurückzuführen,
wenn diese mit einiger Kenntnis der Lehre ausgesandt werden.
Nur in dringenden Fällen sollte man seinen Willen auf lebende Wesen lenken. Man muss auch verstehen, dass das Wachstum des Geistes sich am Körper widerspiegelt. Durch Überlastung des Geistes verursachen wir eine körperliche Reaktion. Wer sich im Geiste erhebt, sollte geschützt werden, doch dafür zeigen die Menschen die geringste Einsicht. Sie sind bereit, ihn mit den kleinlichsten Wünschen zu belasten, ohne den Schaden ihres Leichtsinns zu erkennen.
384. Es ist notwendig, die psychische Energie aufbauen zu lernen. Es ist leicht zu sehen, wie nicht übereinstimmende Kräfte Ergebnisse verhindern. Und wenn gleichzeitig Ungeduld bekundet wird, können die Ergebnisse völlig verloren gehen.
385. Der Gesegnete wies seine Schüler auf einen Fakir hin, der große Geschicklichkeit im Ballwerfen zeigte. Jedes Mal traf er ins Ziel, und zwei Knaben eilten, um den Ball aufzuheben und zurückzubringen. Der Gesegnete sprach: "Dieser Mensch erlangte Vollkommenheit im Ballwerfen. Jeder von ihm geworfene Ball wird ihm sofort zurückgebracht. So verhält es sich mit dem vollendeten Geben. Daher lernt, Opfer zu bringen, denn in jedem Opfer sollte Kunst vorhanden sein."
Auch auf einen schweigenden Menschen wies der Gesegnete und sprach: "Wer kann die Grenze des Schweigens bestimmen? Das richtige Wort zu finden ist schwer, doch schwerer ist die Schönheit des Schweigens." So lehrte der Gesegnete das schweigende Opfer.
386. Psychische Energie bedarf der Übung,
und ihr seht, wie schwer es ist, sie anzuwenden.
Es ist schwer, in Worten zu bestimmen, wo und in welchem Maß der Schüler des Lehrers Kraft zu nutzen vermag. Nur ein verfeinertes Verstehen wird die richtige Entsprechung verleihen. Für das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler kann man keine genauen Regeln aufstellen, doch das Leben bringt die notwendige Formel, wie man den einen Pfad zu beschreiten hat.
387. Unter den Experimenten mit psychischer Energie gibt es leicht ausführbare und nützliche. Die Energie an menschlichen Wesen und Tieren zu erproben, ist mit Gefahr verbunden, weil es nicht leicht ist, den Rückschlag zu vermeiden. Ist das Subjekt schwach, dann ist es schädlich, es zu unterjochen. Doch es verbleibt noch eine dritte Gruppe, die für Experimente besonders geeignet ist, nämlich Pflanzen. Solch ein Experiment nimmt allerdings einige Monate in Anspruch, doch es wird für den Aufbau der psychischen Energie die besten Ergebnisse zeitigen. Nehmet einige Pflanzen derselben Gattung von ungefähr gleichem Alter. Die Art sei dem persönlichen Geschmack überlassen. Bringt diese Pflanzen in demselben Raum unter und beobachtet sie persönlich, ohne eine davon zu bevorzugen. Nach zwei Monaten teilt die Pflanzen in drei Gruppen auf und stellt sie in verschiedene Räume.
Zur ersten Gruppe verhaltet euch Indifferent, der zweiten sendet den besten Willen, und der dritten übertraget den Willen der Vernichtung. Diese Übertragungen führt allerdings ganz aus der Nähe durch und benutzt den Rhythmus von Mahavan.
Es ist zuträglich, diese Übertragungen
abwechselnd für je sieben Tage zu steigern und zu verringern. Es genügt, dieses Experiment dreimal am Tage durchzuführen bei Sonnenuntergang, mittags und morgens. Am Morgen können die Pflanzen gegossen werden, wobei man dem Wasser eine Prise Speisesoda beifügt; bei Sonnenuntergang sollen sie mit einer Lösung Baldrian gegossen werden. So mag man fortfahren, nicht nur die Pflanzen zu beobachten, sondern auch selbst rhythmische Tätigkeit auszuüben. Für diese Versuche sollten weder Giftpflanzen noch Liliengattungen oder Farnkräuter verwendet werden. So kann eine vermehrte Abgabe von psychischer Energie erreicht werden.
Späterhin kann man natürlich mit interessanten Ergebnissen die Einwirkung psychischer Energie auf Wasser und Luftströmungen demonstrieren. Doch erfordert dies die nächste Stufe der Anspannung. So kann man im täglichen Leben, ohne die Erde zu verlassen, viele nützliche Ergebnisse erzielen,
388. Steine stehen bei Experimenten mit psychischer Energie hinter den Pflanzen nicht zurück. Rhythmus zwingt den Sand, verschiedene Muster zu bilden. Mit dem gleichen Ergebnis kann psychische Energie Schwingungen erzeugen. Das alte Sprichwort, dass der Wille Berge versetzt, beruht auf Schwingung.
389. Sicherlich ist Imperil der Hauptzerstörer der psychischen Energie. Doch dürfen auch die drei Missetäter: Furcht, Zweifel und Selbstbemitleidung nicht vergessen werden. Sobald man die psychische Energie mechanisch wird messen können, wird es lehrreich sein, festzustellen, wie diese Verfinsterter den Energiezufluss unterbinden. Dieser Energiezufluss wird durch Anstrengungen, wie man sie in Selbstaufopferung und
Heldentat findet, unterstützt. Diese abstrakten Begriffe werden für die Anerkennung der Energie des Lebensprinzips, das messbar und fassbar ist, zeugen.
Ich bestätige, dass die durch den aufgezeigten Rhythmus hervorgerufenen Feuer nicht nur verstärkt werden können, sondern auch zur Festigung der psychischen Energie nützliche Dienste leisten. Das Feuer des Raumes trifft die Verdunkler wie ein Schwert.
390. Die Wirkung der Macht und Energie ist erfolgreich, wenn Gleichmaß an Spannung vorhanden ist. Die Anerkennung der psychischen Energie als greifbare Substanz wird dem ganzen Leben eine neue Denkrichtung verleihen.
391. Kürzlich sandte Ich euch eine tibetanische Münze, die in der Mitte des Tisches unter ein Notizbuch gelegt wurde, damit sie leichter gefunden wird. Doch niemand hob das Buch auf. Am Morgen legte das Mädchen die Münze auf eine sichtbare Stelle, doch erst am Abend wurde sie, durch einen anderen Hinweis, entdeckt. So verhält es sich oft mit den Wirkungen des Karma. Die Möglichkeit wird geboten, doch sie muss ergriffen werden. Jedoch wegen der vielen vor uns liegenden Dinge bleibt das Geschenk unbeachtet.
Die Wirkungen des Karma sind von zweierlei Art: Entweder sind sie mit einer Frist verbunden oder sie werden zu einer Person hingezogen. Manchmal kann sich befristetes Karma in persönliches wandeln. Doch in keinem Fall sollte man je den Lehrer tadeln. Wie kann man die Gesamtheit aller umgebenden Umstände kennen! Zum Beispiel vermag man bei beiden Arten von Karma Zukunftsbilder vorauszusehen, doch wenn äußere Umstände das Karma überdecken, so bedeutet es nicht,
dass etwas, was im Raum bereits geboren wurde, sich auflöst. Es vermag neue Formen anzunehmen, ohne vernichtet zu werden. Auch hier kann eine gut ausgebildete psychische Energie helfen, das festgesetzte Karma bei der Person zurückzuhalten.
392. Die Beherrschung der Feuer ist mit vielen Gefahren verbunden. Es ist nicht leicht, seine inneren Feuer zu erwecken; hat man sie aber erkannt, ist es schwer, die Eigenschaft des alldurchdringenden Elementes zu bewältigen. Ein Wesen, das die Feuer erkannt hat, wird auf den Ruf der Flamme erklingen oder mit dem Feuer mitschwingen. Das Erdbeben gestern abends bot ein Beispiel. Das Herz der Schwester Ur. erbebte gefährlich, denn Erdbeben sind die Folge von Feuer. Durch den Zusammenprall von Feuern verschiedener Qualität wird nämlich das ganze Wesen erschüttert. Doch die Erscheinung des Feuers ist als Evolutionsstufe so wichtig, dass Ich den Rat gebe, zur Zeit der Beherrschung dieses Elementes besondere Vorsicht walten zu lassen. Dies stellt einen wesentlichen Teil des Experiments des kosmischen Verkehrs dar.
Der Pfad des Feuers ist der Pfad der Errungenschaft. Dieser Prozess sollte ohne Eile, ohne Erregung, in Ruhe durchgeführt werden. Man kann voraussetzen, dass Wir helfen werden, damit die äußeren Umstände nicht stören. Doch sollte man Zeichen des Erfolges nicht als Zeichen des Schreckens betrachten. Die Menschheit liebt es, das Wegräumen von Kehricht als Zerstörung und den Beginn des Aufbaus als Unordnung anzusehen. Daher seid vorsichtig und wirkt ohne Hast. Wir werden die Fristen anzeigen.
393. Es kann keine solchen Hindernisse geben,
die vom menschlichen Willen nicht überwunden werden können. Ich sage es weder als Trost noch zur Ermutigung, sondern als eine unbestreitbare Tatsache. Die Menschen schärfen schon lange ihren Willen, doch sie verstehen den notwendigen Bewusstseinszustand nicht, der dem Willen volle Tatkraft verleiht, wo man zu sagen vermag, dass alles erlaubt ist.
Wem kann die ganze Habe anvertraut werden? Nur dem, der sie weder entstellen noch missbrauchen wird dem, der über ein starkes Bewusstsein verfügt dem, der die Lehre kennt. Wie viele rühmen sich des Wissens der Lehre, ohne sie zu kennen! Sie sind es überdrüssig, die bekannten Worte erneut zu lesen.
Wie der Falke vom Himmel sollte die Schärfe des Verstehens mit feuriger Lockspeise herbeigerufen werden. Der Falke wurde gelockt, und gehorsam ließ er sich nieder auf die Hand. So wird das wahre Verstehen sich auf das Feuer des Bewusstseins senken. Ohne ein Licht kann man nicht durch die Finsternis schreiten. Bedenket, wie beispiellos dieser Rat ist! Doch ihr entfacht eure Feuer nicht. Ihr seht euch auch nicht um, wo die Quelle des Feuers ist. Verspottet ihr nicht jene, die das Feuer gefunden haben? Ihr wisst auch nicht, dass das Feuer nicht für sich gefunden wird, sondern für die Menschheit.
Doch jenen, die das Feuer gefunden haben, sage Ich: "Alles ist erlaubt!" Ihr wisst, wie man über den Abgrund schreitet. Gefahr bedeutet Freude für euch. In den Worten der Lehre flammen für euch feurige das Unaussprechliche verkörpernde Zeichen auf.
Es ist von großem Wert, dass Feuer keine Abstraktion, sondern für das Auge wahrnehmbar ist. Feuer ist das Maß für alles, was erlaubt ist. Feuer ist das Zeichen des allumfassenden Vertrauens.
394. Eifer ist die Erkenntnis einer Notwendigkeit. Die Anerkennung der Hierarchie ist gleicherweise eine seltene Eigenschaft.
Die Vernebelung der Menschheit ist groß, und das Denken vermag durch die unerwarteten Mittel vorangetrieben zu werden. Daher wird es viel leichter sein, aus einzelnen Teilen ein Mosaik zu bilden. Eine vollendete Linie sollte nicht gefordert werden. Ihre Teile können unter verschiedenen Stimmungen aufgebaut werden.
Man sollte weder nötigen noch überreden. Man kann nur einflößen und mit dem Zement des Gefühls untermauern, doch Gefühl ist nicht immer entflammt.
395. Jedem ist ein Talent gegeben. Gegensätze ergeben ein Bild besonderer Bedeutung.
396. Im Westen wird oft von Gedankenübertragung auf Entfernung gesprochen, doch die Ausübung dieser Tätigkeit ist völlig unbekannt. Beispielsweise, um den Beweis zu liefern, man errichtet zwei Stationen, die gleichzeitig arbeiten müssen, und die dazwischenliegenden Meilen werden errechnet, als ob man die Gedankenkraft in Meilen messen könnte! Das Wichtigste bei diesem Experiment wird übersehen, nämlich die Wirkung des Gedankens.
Ihr wisst, dass euch Meine Antwort infolge des Einflusses magnetischer und atmosphärischer Bedingungen zu verschiedenen Zeiten erreicht. Kann der Zeitunterschied von wenigen Minuten auf die Wirkung des Gedankens einen Einfluss haben? Nach westlicher Vorstellung würde das Experiment schon als misslungen betrachtet werden.
Die Wirkung des Gedankens wird vom Westen, der nur nach zahlbaren Fakten sucht, vollkommen übersehen. Doch wissenschaftliche Forschung wird
die Gesetze der Ausbreitung des Gedankens im Zusammenhang mit dem Komplex der physischen Zustände enthüllen. Die von verschiedenen Wellen abhängige Entwicklung des Gedankens lässt viele Schlüsse zu. Man vermag scheinbare Gedankensprünge zu bemerken, ähnlich der leichten Berührung eines entlang den Wellen flach geworfenen Steines. So erreicht der Gedanke unverhoffte Stellen. Diese Gedankenausstreuung legt dem Denker Verantwortung auf.
Wenn wir es gelernt haben, uns des Ausmaßes der Verantwortung zu erfreuen, werden wir auch die Bedeutung des Gedankens schätzen und es lernen, seine Gesetze zu erforschen. Viele feinfühlige Apparate werden es ermöglichen, die Gedankenwirkungen festzuhalten. So wird aus dem Chaos ein weiterer Schatz herausgeholt.
397. Durch Erforschung der Gedankenübertragung wird die Menschheit allen sie begleitenden Erscheinungen Aufmerksamkeit schenken, wohltätigen wie auch unheilvollen. Das Verstehen der Gedankenwirkungen wird das Vorstellungsvermögen weit überschreiten. Vor allem werden die Menschen verstehen, wie sehr sie einander schaden, wenn sie die Kräfte eines anderen ausbeuten und überlasten. Einer der Gründe, sich in die Einsamkeit zurückzuziehen, war, sich zu verbergen, um die psychische Energie zu hüten. Einer Unserer guten Mitarbeiter ließ sich für tot erklären, um aus dem Blickfeld der Menschen zu gelangen. So entlastet, sagte er: "Es scheint, man hat mich vergessen!" Unter solchem Umstand kann man beobachten, wie Gedanken außer den unpersönlichen des Raumes an einem vorbeifliegen. Doch unpersönliche Gedanken enthalten gewöhnlich nichts Schädliches. Ich sage nicht, dass man persönlichen Gedanken entsagen soll, doch man muss sich der ganzen Verantwortung bewusst werden.
Eine äußere Bedingung der Erziehung zur Verantwortung wird das strenge Leben für die Kinder sein. Auch das Wissen über Wiederverkörperung wird dazu beitragen. Doch herkömmliche Staatskunst und Konfession bedrohen solche Verantwortung ernsthaft.
Ohne Vorurteil und alle umgebenden Faktoren beachtend, werdet ihr zu dem Schluss gelangen, dass Unsere Methoden von den herkömmlichen Wegen abweichen müssen. Sobald es notwendig erscheint, einen Aufruf an das Feuer ins Leben hineinzutragen, kann dies mit den Methoden herkömmlicher Staatskunst nicht erreicht werden. Indes wisst ihr, dass man durch das "Überirdische" als Ersatz für das Gewöhnliche, das Leben nicht entstellt, sondern Ihm Schönheit und Unermesslichkeit verleiht.
398. Das richtige Verhältnis zwischen den Ausbrüchen der Individualität und der Unerschütterlichkeit des Gesetzes ergibt die goldene Mitte, die in der Tiefe jedes erweiterten Bewusstseins leuchtet. Wie viele notwendige Beobachtungen vermag man selbst ohne feine Apparate anzustellen! Wird der Vergleich zwischen atmosphärischen Bedingungen und dem Zustand der Menschheit den Regierenden nicht einen Schlüssel für vernünftige Erwägungen liefern? Werden magnetische Stürme nicht die Unterschiede in der gesellschaftlichen Einrichtung aufzeigen? Sonnenflecken, der Vollmond, der Durchgang von Planetenkörpern und viele gleich mächtige Umstände beeinflussen die Grundfunktionen feinfühliger Organismen. Auch Pflanzen und Tiere reagieren auf die kosmischen Erscheinungen. Ist es möglich, dass der Mensch der Herrscher keine Aufmerksamkeit verdient?
Selbst die Einwirkungen von Erdbeben und Meteoren
werden nicht studiert. Wäre es nicht wichtig, neben der Erforschung der Zusammensetzung der Meteore die Wirkungen der Erscheinungen der Meteore auf die psychische Energie der Bevölkerung zu beobachten?
Beobachtet die Einwirkung unterirdischer Gase, von denen es weit mehr gibt, als man allgemein annimmt. Aber die Polizisten der Wissenschaft richten ihre Aufmerksamkeit nur auf die gröbsten und augenscheinlichsten Ereignisse, während wichtigste Wirkungen auf die Massen unbeachtet bleiben.
Die Beobachtungen über die psychische Energie der Menschheit sind weitaus wichtiger als die Feuchtigkeitsmessungen oder die Hitzeberechnungen. Die menschliche Macht verdient Beachtung.
399. Die Methoden Unserer Lehre werden gewöhnlich von zwei Seiten getadelt. Die Anhänger des Alten können Uns Unsere Beachtung der gegenwärtigen westlichen Wissenschaft nicht verzeihen, und die Anhänger des Westens können Uns Unsere Verehrung für die Alte Weisheit nicht verzeihen. Die Sprache der Symbole ist dem Westen verloren gegangen. Hört man im Westen von einem "himmlischen Drachen", so lächelt man. Doch wenn wir an die "Serpent Solaris"58 erinnern, schwindet das Lächeln besonders wenn sich die Sonnenschlange in die Schlange des Solarplexus verwandelt und Fiktion eine physiologische Tatsache wird. Denn wenn die Schlange des Sonnengeflechts erwacht, dann werden alle vier Himmelsreiche zugänglich. Die Symbolik der Alten Weisheit beruht auf dem Vergleich des Makrokosmos mit dem Mikrokosmos.
Deshalb suchet nach dem menschlichen Organismus und seinen Möglichkeiten in den abstraktesten Bildern.
Im Westen begegnen Wir einer Menge von herkömmlichen Ausdrücken, doch dies bringt Uns von deren Sinn nicht ab, nur muss man Vorurteil vertreiben.
Oft hören Wir Klagen über die Wirkungslosigkeit Unserer Lehre. Gewöhnlich beklagen sich Menschen, welche die Lehre nicht anwenden. Kann eine versiegelte Arznei Linderung bringen? Außerdem können sich der Kenntnis der Lehre nicht viele rühmen. Sie verstehen sie entweder in ihrer veralteten Denkart, oder sie lesen nur Bruchteile, ohne deren Sinn aufeinander zu beziehen. Bevor man die Lehre beurteilt, sollte man sie anwenden. Leichtfertigkeit ist eine internationale Eigenschaft.
400. Warum geschieht das Eintreten für die Lehre gewöhnlich so schüchtern und verschämt? Sicherlich deshalb, weil sich die Menschen um die Probleme des Seins nicht kümmern. Die Frage des Seins dringt in das Alltagsleben nicht ein. Die Beweise des Ungewöhnlichen hält man für Fehler der Natur. Die Gesetzesformen werden von Feigheit geschmiedet. Der Fetisch oder das Tabu stehen wie ehe dem wie die Wächter des Menschen da. Die Lehre des Lebens ist nur in herkömmlicher Biologie zu finden, sonst wird sie vom Weihrauch der Tempel ausgelöscht.
Man sollte endlich dem Aufmerksamkeit zuwenden, was uns umgibt, insbesondere jetzt, wo eine außergewöhnliche Anspannung des kosmischen Prozesses wahrgenommen werden kann. Die feinfühligen Apparate unseres Organismus arbeiten mit der gleichen Anspannung. Die Spannung der Atmosphäre veranlasst die Menschen, sich mit Aufmerksamkeit und Aufrichtigkeit den kosmischen Kräften zuzuwenden. Es gibt nichts,
worüber man spotten könnte, vor allem, wenn man nicht weiß, wovon die Rede ist. Genauso könnte über die Formeln höherer Mathematik gelacht werden, weil sie einem beim Zubereiten eines Mahles nicht dienlich sind.
Es verdrießt Uns nicht, für solche Binsenwahrheiten Zeit aufzuwenden, denn alles, was die Menschen zur psychischen Energie führt, ist nützlich. Es ist unsinnig, sich vorzustellen, der Mensch müsste überredet werden, eine Macht zu gebrauchen, die er seit langem besitzt. Das ist die Psychologie eines Wilden, der alles fürchtet, was seinem Großvater nicht bekannt war. Nichtsdestoweniger ist der räumliche Gedanke wirksam!
401. Durch geistloses Nachsprechen wird die Lehre zersetzt. Daher muss die Qualität des Rhythmus verstanden werden. Gewiss, im Fundament eines jeden Kristalls ruht Anziehung und Pulsation. Doch Pulsation, anders gesagt Rhythmus, ist die Erscheinung des Lebensprinzips. Daher vermag der gegebene Rhythmus mehr oder minder lebendig oder tot zu sein. Der lebendige Rhythmus, vergeistigt durch die Wirkung des Bewusstseins, wird eine Wechselwirkung von feinen Energien auslösen. Doch der Rhythmus der Lippen ergibt einen toten, die weise Stille störenden Schlag, der nur Schaden anrichtet. Hütet euch vor geistlosem Nachsprechen! Wahrlich, es zersetzt die kostbarsten Edelsteine des Geistes. Wenn seine Tat nur auf Furcht oder Habsucht beruhte, dann könnte selbst ein Skelett einen weit nützlicheren Rhythmus von sich geben. Dann wäre der Heerestrommler der erfolgreichste Rhythmiker.
Könnte man die Erscheinung der Feuer vom Wedeln eines Hundeschweifes erwarten, der ein Almosen erhofft? Denket daran, wenn ihr euch mit den feinsten Energien befasst, wenn
ihr beabsichtigt, euch zu nähern und den Beweis des Feuers ins Leben zu rufen.
Als Ich euch mit den Rhythmen des Raumfeuers vertraut machte, so erwartete Ich allerdings den Einsatz eines geistigen Bewusstseins und Strebens, frei von niederen Motiven. Schon lange wurde über die zwei Arten von Feuer gesprochen, das schöpferische Feuer und das zerstörende. Während das erste leuchtet, wärmt und erhebt, verascht und versengt das zweite. Doch Ich lenkte euch nur zum schöpferischen Feuer hin. Ihr habt an euch gesehen, wie man sich dem Feuer nähern kann, und selbst Tageslicht konnte euch nicht hindern, die Boten des Raumes zu sehen. Und die Sterne umgaben sich mit Zeichen. Man muss diese feurigen Zeichen hüten und es lernen, die besten Gaben des Bewusstseins zu sammeln. Weder der Faustschlag noch Drohungen, sondern der leichtbeschwingte Aufstieg trägt einen zu den Toren! Hütet euch vor Seelenlosigkeit des Alltags!
402. Noch ein anderer Feind bedroht die Lehre: Misstrauen. Es trennt von den wichtigsten und nächstliegenden Errungenschaften. Es ist erstaunlich, zu sehen, wie unfähig die Menschen sind, sich mit etwas vertrautzumachen, was neu für sie ist! Ihre Selbstachtung ist so wirkungslos und ihre Vorstellung so verarmt, dass die Menschen gewöhnlich fürchten, zuzulassen, dass es etwas außer dem Gewohnten gibt. Es ist viel leichter zu verneinen als zu beobachten. Ihr Verneiner möget vernichtet werden! Ohne euer karges Denken wird die Sonne umso heller scheinen und die Festung des Wissens höher erhoben werden.
Wie beschämend ist es, das kleinliche, graue Misstrauen wahrzunehmen, ohne ein Zeichen von Mut! Misstrauen nistet auf Kehricht. Wir beharren allzeit auf Wissen, das auf Erfahrung beruht. Wir bestätigen, wie langsam
sich die Mittel und die Ergebnisse anhäufen. Doch wir lassen es nicht zu, dass ein vernünftiger Mensch die Möglichkeiten der Erkenntnis verwirft. Wie oft hat jemand für den Erwerb von Wissen materielle Belohnungen zur Bedingung gemacht! Kleine Kinder unter sieben Jahren handeln ebenso.
Man erlebt oftmals, dass eine Person, die sich der Lehre näherte und wunderbare Möglichkeiten erwarb, immer noch von einem Almosen träumt.
Lasst uns die Lehre als die größte Freude des Seins bewahren!
403. Wichtig ist es, Neuankommenden nicht zu sagen, dass die Lehre des Agni Yoga leicht sei. Wahrlich, sie ist nicht leicht. Es gibt viel Anspannung und Gefahr in ihr. Niemand sollte von dem Gedanken der süßen Leichtigkeit irregeführt werden. Die Beherrschung der Feuer ist ein langsamer Prozess. Jede vorzeitige Hast bedroht einen mit Brand. Eine sehr hohe Beherrschung wird, verglichen mit der nächsten Stufe, niedrig sein.
Ihr wisst, wie schwer es ist, Fohat zu sehen und dass für den Beweis dieser Energie langjährige Anhäufungen erforderlich sind. Was aber wird ein schwacher Geist sagen, wenn er erfährt, dass es außer Fohat Para-Fohat gibt, der von Pan-Fohat genährt wird! Diese Energien können nur das starke Bewusstsein mit Freude und Liebe erfüllen.
Es gibt nicht viele vertrauenswürdige Baumeister, die selbstaufopfernd die Gedanken aus dem Raum in den Kelch des Herzens aufnehmen. Sie fürchten sich nicht,
von den Feuern der fernen Welten versengt zu werden. Sie weisen die Last nicht zurück, die Qual umgebender Unvollkommenheit zu ertragen. Sie werden von den höchststrahlenden Raumfeuern heimgesucht und halten Gespräch mit den Funken räumlichen Bewusstseins, schweigend entzünden sie Gedanken und geben Antwort auf Fragen. Nicht ohne Last ist die Kuppel der Segnung, doch sie ist die Pforte zur höchsten Wohnstätte.
In vielen alten Lehren wird vom Symbol des Auftrags zum Aufbau gesprochen. Es sollte wörtlich verstanden werden. Ein Agni Yogi wird immer mit Aufbau umgeben sein. Die größte Schwierigkeit in diesem Aufbau wird die Stufe der Überwindung der Unvollkommenheit bereiten. Die Lichterscheinungen sind nicht leicht, doch das Raumfeuer beleuchtet die fernen Welten.
Führt Schwache nicht heran, denn sie können den Schatz nicht festhalten. Es ist besser, nur wenigen zu vertrauen. Sie werden sich an die Entscheidung der richtigen Tat halten; sie werden die Schwierigkeiten lieben und keinen Verrat üben.
404. Im Westen sind zahlreiche Yogis, Zauberer, Lehrer, Hypnotiseure und Okkultisten aufgetaucht, die durch Beeinflussung des Willens arbeiten. Glänzend vermehren sie ihre Münzen und lehren jeden für gute Bezahlung, wie er die materiellen Verhältnisse verbessern kann, wie das Vertrauen der Menschen zu gewinnen ist, wie man in der Gesellschaft Einfluss erlangt, wie man Geschäfte führt, wie man zahlreiche Befehle erteilt und wie man sich einen rosigen Lebensgarten schaffen kann. Im Entfalten des Willens folgen einige dieser Lehrer scheinbar dem richtigen Pfad, doch sie weisen nicht auf das Ziel dieser Wanderung hin, und damit tragen sie dazu bei, die hässlichen Lebensverhältnisse noch zu verschlechtern.
Ist der mächtige Wille, der für die Festigung veralteter Vorurteile arbeitet, nicht ein wahrer Schrecken? Wie viel Energie wird aufzuwenden sein, um den durch das geistige Verbrechen dieser Neuokkultisten angerichteten Schaden auszumerzen?! Die Nachahmer des Hatha Yoga werden noch den wenigsten Schaden verursachen.
Vor allem ist die Lehre nicht verkäuflich, das ist ein altes Gesetz. Das Ziel der Lehre ist Vervollkommnung, andernfalls wäre sie der Zukunft beraubt. Die Lehre meidet persönliche Bequemlichkeit, andernfalls wäre sie Egoismus. Die Lehre sieht die Verschönerung des Seins vor, andernfalls würde sie in Hässlichkeit versinken. Die Lehre ist immer selbstverleugnend, weil sie weiß, was Allgemeinwohl bedeutet. Die Lehre achtet Wissen, andernfalls wäre sie Finsternis. Die Lehre äußert sich im Leben nicht durch phantasievolle Zeremonien, sondern auf der Grundlage der Erfahrung. Ich erachte den Weg der Lehre jenseits der Hülle veralteter Formen.
Freude ist eine besondere Weisheit.
405. Wunder müssen vermieden werden, denn die Anwendung von psychischer Energie wird die höchste Manifestation geläuterten Rationalismus sein.
406. Denket über die Frage der Gefahr nach. So genannte Gefahr ist nichts anderes als Furcht vor unserem gegenwärtigen Zustand. Doch wenn wir wissen, dass jeder Zustand vom unanfechtbaren Bewusstsein geschaffen wird, dann kann es keine physische Furcht geben. Die Gefahr, vor der man gewöhnlich warnt, wird sich in Bewusstsein auflösen. Deshalb ist das Wachstum des Bewusstseins die wichtigste Grundlage für
den Fortschritt. Anstelle von Gefahr werden nur Hindernisse übrig bleiben, die jedoch ein Mittel für die Entwicklung der Energie darstellen. Wäre der Berg völlig glatt, könnten wir den Gipfel nicht ersteigen. Gesegnet die Steine, die bei unserem Aufstieg unsere Sandalen zerschleißen! So seid versichert, dass es keine Gefahren gibt.
Jede Veränderung der Zustände bedeutet eine Explosion des Bewusstseins. Und aus Explosionen bildet sich das Pulsieren des Kosmos. Arm ist das Bewusstsein, das die vorübergehenden Zustände nicht beherrscht. Unser Schild ist unanfechtbar. Jedes Fleckchen von Furcht ist die Zielscheibe für des Feindes Pfeil. Haben wir diese schändlichen Flecken weggewaschen, werden wir unbezwingbar wie die Körper ferner Welten.
Die Entwicklung des Agni Yoga wird zum Schild des Denkens. Das alles durchdringende Feuer verleiht, wenn erkannt äußerst reine Kraft und füllt die Quelle der Erneuerung.
407. Gebet euch nicht Gedanken der Trauer hin. Solche Gedanken sind wie Rostflecke am Schwert des Siegers. Nahe der Esse des Lebens Schöpfung kann keine Traurigkeit geben. Leset die Puranas59 dem toten Buchstaben nach, und dieses Buch der Weisheit wird einem Friedhof gleichen. Doch wo Feuer ist, dort wird es keine Trauer geben.
Das Leben des Raumes beobachten, bedeutet Wissen; es ist Teilhabe am Leben des Kosmos. Menschliches Leben kann von den Gesetzen der psychischen Energie nicht getrennt werden. Noch sinnloser ist es, sein eigenes Bewusstsein zu unterdrücken. So wie es schwer ist, auch nur einen Tag ohne Wasser zu sein, so ist es auch für unser Bewusstsein schwer, ohne Erleuchtung von fernen Welten zu bleiben. An das Denken erhabenen Lebens
kann man sich genauso gewöhnen wie an Speise und Trank.
Die auf Erfahrung gründende Lehre verleiht jedem Denker die Freude der Anwendung. Lasst uns daher das unermesslich Große und Nahe in der Flut des Bewusstseins nicht schmälern. Lasst uns nicht in vorbestimmte Grenzen zwingen, was als der Atem der Mutter der Welt niedersteigt. Lasst uns aussprechen, wie freudvoll es ist, ohne Furcht vor dem unrechten Pfad, der Erneuerung zu dienen. Um mit dem Augenfälligsten und dem Greifbaren zu beginnen und den unveränderlichen Gesetzen folgend, lasst uns der Lehre des Lebens die größte Aufmerksamkeit zuwenden.
Weder ein Tag noch eine Stunde sollten vergehen, ohne die Lehre zu befolgen. Hütet den Yoga als den Weg des Lichts, wissend, wie freigebig die Funken seines Glanzes sind!
Wir werden das Band nicht trennen, sondern verstärken. So unermüdlich wie die Sonne, so unauslöschlich wird Agni sein!
408. Drei Mäuse näherten sich einem Einsiedler, angezogen von seiner Bewegungslosigkeit. Er sprach zu jeder von ihnen: "Du hausest im Mehl, obwohl es als Nahrung für deine ganze Art vorgesehen ist, du hast dich nicht gebessert.
Du wähltest als Wohnsitz Bücher und zernagtest eine große Anzahl von ihnen, doch du bist nicht weiser geworden.
Du lebst inmitten heiliger Gegenstände und bist nicht emporgehoben worden.
Wahrlich, Mäuse, ihr könnt Menschen werden. Wie Menschen entwürdigt ihr die gegebenen Schätze."
Drei Löwen kamen zum Einsiedler. Er sprach
zu jedem von ihnen: "Du hast einen zu seiner Familie eilenden Wanderer getötet.
Du hast eben einer blinden Frau ihr einziges Schaf geraubt.
Du hast das Pferd eines wichtigen Boten umgebracht.
Löwen, ihr könnt Menschen werden. Legt eure schrecklichen Mähnen an und beginnt Krieg.
Wundert euch nicht, wenn die Menschen grausamer erscheinen als ihr."
Drei Tauben kamen zum Einsiedler angeflogen. Er sprach zu jeder von ihnen: "Du hast fremdes Korn gepickt und es als dein erachtet.
Du picktest eine Heilpflanze und wirst als ein heiliger Vogel verehrt.
Du nistetest in einem fremden Tempel und im Namen des Aberglaubens zwangst du andere, dich zu füttern.
Wahrlich, Tauben, es ist Zeit, dass ihr Menschen werdet. Aberglauben und Frömmelei werden euch reichlich füttern."
409. Der Lehrer gibt die Weisung, dem Laster nicht zu zürnen, sondern Vergleiche mit niederen Wesen anzustellen, da dies einfältigen Gemütern helfen kann. Wahrlich, viele Tiere spüren die psychische Energie besser als Menschen.
Die Menschen rühmen sich ihres Verstandes, doch warum gebietet Verstand ihren abscheulichen Taten nicht Einhalt?
410. Wesentlich ist es, unerfahrene Kreise zu erfassen. Es ist nicht weise, sich auf Hütten zu beschränken und Paläste zu meiden. Es wäre engherzig, in Palastzimmern zu verweilen und Hütten nicht zu beachten. Setzt eurer Tätigkeit keine Grenzen!
411. Jedes Blatt behütet das Wohl der Menschen. Entzündet die Feuer unbegrenzter Erkenntnis.
Jeder Stein ist bereit, den Menschen Schutz zu gewähren. Findet die Weisheit, um mutig zu streben.
412. Ich schätze jede eurer guten Stimmungen. Aus guten Steinen kann man aufbauen. Der Lehrer freut sich, wenn Er neue Umstände vorsehen kann. Man muss nur daran denken, dass ein Beginn oft als Unordnung erscheint. Die Menschen unterscheiden kaum zwischen den Zeichen des Glücks und des Unglücks, des Erfolgs und des Misserfolgs, der Freude und des Leides.
413. Des Lehrers Platz im verehrtesten Winkel des Hauses ist kein Aberglaube. Dies ist der Platz des Einen, der zum heiligen Abendmahl geladen ist. Er kann jeden Augenblick erscheinen, und es sollte erkennbar sein, dass Er erwartet wird. Dieses stete Zeichen der Erwartung und Bereitschaft ist wie ein Ruf aus dem offenen Fenster. Inmitten des Aufbaus und der Kämpfe lasst uns Zeit erübrigen für ein flüchtiges Lächeln.
Die Lehre wächst Spiral, wie alles, was existiert. Gesegnet jene, die das Wechseln des spiraligen Feuers verstehen. Die Spitze der Flamme wurde von den Alten als flache Spirale dargestellt. Dieses Element druckt mit besonderer Lebendigkeit den Anfang der Bewegung aus. Könnt ihr behaupten, Agni Yoga auszuüben, ohne das Entfachen des inneren Feuers wahrgenommen zu haben? Reines Streben wird das Aufblitzen von Feuer bewirken. Man muss diese Anfänge und die sie begleitenden Umstände beachten. Aus diesem Grund sollte ein echter Beobachtungssinn entwickelt werden. Es ist nicht leicht, die Fähigkeit der Beobachtung zu erlangen. Die Zustände, die diese Erscheinungen begleiten, sind sehr individuell: Kälte oder Hitze, Klang oder Stille, Licht oder
Finsternis. Auch solche Gegensätze zeitigen gleiche Ergebnisse.
Man wird viele Zustände zu beachten haben. Menschen, die das Entfachen des inneren Feuers erlangt haben, würden durch Niederschrift ihrer Beobachtungen vielen Anfängern sehr helfen. Die allgemeine Arbeit für die Menschheit verlangt vor allem Schutz der Individualität. Und in dem Moment, wenn sämtliche Methoden scheinbar gefunden sind, erweist sich die einfachste als die schnellste. Man kann staunen, welch unverhoffte Einzelheiten manchmal die Flamme entzünden. Unbedingt erforderlich ist Feinfühligkeit für Erschütterungen sowie die aufrechte Haltung des Rückgrats. Jedoch im Falle chronischer Verkrümmung des Rückgrats kann Moschus helfen. Das Einnehmen von Moschus wirkt auf Phosphor, der den gestörten Feuerstrom herstellt.
414. Die Lehre des Agni Yoga erfordert stete Entflammung. Manchmal ist ein Ausruhen von den Erscheinungen erforderlich, doch die innere Flamme ist unauslöschlich. Das Symbol der Unauslöschlichkeit ist in vielen Lehren als die Stufe der Erkenntnis aufgezeigt. Man muss sich an das Auftreten ständigen Feuers gewöhnen. Ein äußerer Hinweis wird keine wahre Anregung sein. Unsere Flamme brennt wie ein Freudenfeuer, und es ist unwürdig, es zu hindern!
Das Entfachen der Feuer wird eine Menge kleiner Einzelheiten verlockender Experimente mit sich bringen. Die Lehre mag die Richtung vorsehen, doch sollte mit totem Ritual nicht hindern. Bedenket, dass der Niedergang der bedeutendsten Mysterien begann, sobald die Riten kompliziert und tot wurden.
Die Lehre sollte so frei leben wie das Feuer des Raumes.
415. Bildet, bildet die Mitarbeiter! Die größte Gefahr für menschliche Arbeit ist Stillstand. Es bedarf eines erweiterten Bewusstseins, um den Rhythmus der Tätigkeit aufrechtzuerhalten. Wenn die Stunde der Tat schlägt, geben sich die Menschen gewöhnlich unwesentlichen Gedanken hin und senden schließlich einen für einen Spatzen geeigneten Pfeil gegen einen Tiger. Dies ist nicht nur ein Mangel an Zielstrebigkeit, sondern auch Aufgeben der Aufmerksamkeit. Ist ein Mensch, der sich der Macht der Aufmerksamkeit beraubte, nicht niedriger als ein Tier?
Wer geistig träge ist, wird kein Archat sein. Der Lehrer spricht manchmal über die Notwendigkeit des Ausruhens, doch es wurde nie gesagt, dass Rast gleichbedeutend mit geistigem Tod ist. Wer sich solche Grenzen setzt, kann weder hören noch sehen.
Man berichtete uns von unbeweglichen Archaten, doch diese Unbeweglichkeit ist nur äußerlich. Vielen Leuten bereitet es Vergnügen, wenn sie ihre Untätigkeit gerechtfertigt finden. Doch der Ruf zur Tat stört ihren Gemütszustand völlig. Kann man solche Menschen an das Element Feuer heranlassen, das seinem ganzen Wesen nach Wachsamkeit erfordert? Feuer ist ein Scherzo60 und eine Fuge61 . Andante62 kann nur mit verglühenden Kohlen verglichen werden. Natürlich, verschiedene Flammenwellen entsprechen verschiedenen Rhythmen, doch ein Agni Yogi wird nie ein Faulenzer sein.
416. Jedes Zeitalter wählt seine ihm entsprechende Lehre. In solcher Stunde nehmen alle früheren Lehren
ein ganz entstelltes Bild an. Die Menschheit selbst versucht die verzerrtesten Verirrungen der Verehrung ihrer Vorväter anzunehmen. Doch keine Phase der Lehre schließt die vorhergehende aus. Dieser Tatsache wird wenig Aufmerksamkeit geschenkt, weil die Priester jeder Lehre ihr Wohl auf Verneinung der vorhergehenden Lehren aufbauen. Doch der Fortbestand dessen, was die Menschen Religion nennen, ist leicht zu beweisen. In dieser Kontinuität ist der Strom ein und derselben Energie fühlbar. Indem wir sie psychische Energie nennen, sprechen wir von der gleichen Sophia der Welt der Hellenen oder vom Sarasvati63 der Inder. Der Heilige Geist der Christen offenbart genauso Zeichen von psychischer Energie wie der schöpferische Adonai64 Israels und Mithra65 , der von Sonnenkraft Erfüllte. Gewiss zweifelt niemand daran, dass das Feuer des Zoroaster66 das Feuer des Raumes ist, das ihr erforscht.
Psychische Energie verbindet das Feuer mit Materia Matrix, und die Lehre des Agni Yoga ist nichts anderes als die Auslegung der gegenwärtigen Anwendung der Energie, der mit Satya Yuga nahende Strom. Dies ist kein Entfalten schlummernder Möglichkeiten, sondern die dieser Zeit geziemende Erleuchtung. Darum sage Ich, die Lehre kann weder für Geld gegeben noch kann sie aufgezwungen werden, doch sie bedeutet das Neue Zeitalter. Man kann sie missachten oder ablehnen, aber ihre Verkündung ist unvermeidbar.
Man kann dieses Zeitalter so verstehen, wie es ihm gebührt oder in einer verzerrten Weise, doch sein Herannahen ist unbestreitbar. Man kann den Aufbau von Jahrhunderten augenblicklich zerstören, aber Wahnsinn kann nur Wahnsinn gebären. Und sind jene nicht wahnsinnig,
die versuchen, ohne Geist zu existieren? Welcher Geist wird nicht von psychischer Energie genährt? Warum die Quelle im Dunkel der Unbewusstheit suchen, wenn es so leicht ist, das unauslöschliche Feuer zu entfachen und sich in vollem Bewusstsein zu nähern?
417. Die Lehre über die Erlöser findet Anwendung in allem, was existiert. Wahrlich, so wie es möglich ist, mittels Teraphimen zu beeinflussen und sich zu nähern, so kann man gleicherweise bewusst das Karma anderer auf sich nehmen. Bei kleinen Experimenten konntet ihr beobachten, welche Fortschritte ihr im Übernehmen des Schmerzes anderer gemacht habt, sofern dieser den Nervenbereich betraf. In gleicher Weise kann man die Wirkungen des Karma anderer aufnehmen. Schließlich kann man das Kollektivkarma auf sich nehmen, und somit ist der Begriff Erlöser kein Aberglaube. Dafür ist es nur notwendig, die Zweckmäßigkeit der Annahme zu verstehen.
Karma ist die komplizierteste Erscheinung. Von der zufälligen Tat bis zum Fundament der Beweggründe ist alles mannigfaltig und vielfarbig. Man sollte gründlich erwägen, wann es möglich und von Nutzen ist sich in das Karma anderer einzumischen. Doch man mag bedenken, dass es Fälle von Selbstaufopferung und nützlichem Eingriff in das Schicksal anderer gibt. Dementsprechend mag man die Zweckmäßigkeit des Einmischens beurteilen. Feuer sind die besten Anzeichen für den Entschluss; in ihnen vereint sich das innere Bewusstsein mit dem Bewusstsein des Raumes. Und nichts verleiht solche Lebenskraft gleich den vielfarbigen Meilensteinen der Feuer, die das Verstehen umgebender Umstände begleiten. Ihr seht, wie zwei abstrakte Begriffe, Erlöser und Raumfeuer, Wirklichkeit werden!
418. Die Lehre meidet das Leben nicht. Der Lehrer kommt nicht von außen. Um den verschiedenen geistigen Eigenschaften der Mitarbeiter gerecht zu werden, wenden Wir verschiedene Methoden an. Man kann ein Heilmittel nicht für alle Krankheiten anwenden. Wir sollen einen offenbar guten Wert nicht wegen eines Auswuchses verwerfen.
419. Uns ist das Wissen über den Teraphim bekannt. Wir wissen, dass der Teraphim astral und materiell sein kann. Die astrale Welt ist höher als die materielle und der astrale Teraphim höher als der materielle. Nur sehr entwickelte Wesen können einen astralen Teraphim haben. Materielle Teraphime können jedem bewussten Geist dienen. Der Teraphim ist wie ein Modell der Erscheinung selbst. Der Seefahrer kann die Führung des Schiffes besser beurteilen, wenn er das Modell des Schiffes sieht. Das Bild schauend, gelangen die Menschen scheinbar mit dem Abwesenden selbst in Verbindung. Selbst die bescheidene Wahrsagerin verlangt zuerst ein Bild oder einen vertrauten Gegenstand. Diese Gegenstände lenken ihre psychische Energie und wirken verstärkend wie ein Leuchtfeuer oder Wegweiser.
Bei materiellen Teraphimen muss man für jede Gelegenheit ein besonderes Bildnis haben. Doch der astrale Teraphim hat den Vorzug, einmalig zu sein und nimmt die Erscheinung je nach Notwendigkeit auf. Daher ist er wie ein Leuchtturm in Verbindung mit den Errungenschaften des Bewusstseins. Der astrale Teraphim ist ein Kristall der psychischen Energie, so wieder materielle ein Produkt materiellen Strebens ist. Der Hauptakt vollzieht sich bei der Schaffung
des Teraphims, weil gerade dann die psychische Energie am meisten angespannt ist. Obwohl der astrale Teraphim vorzuziehen ist, kann man die Technik des Schaffens eines materiellen Teraphims erwähnen.
420. Der materielle Teraphim wird in Form eines skulpturartigen Bildes oder eines beliebigen anderen Gegenstandes geschaffen, dem etwas Zugehöriges der der Beschwörung unterliegenden Person beigefügt wird. Häufig wurde beim Tod des Besitzers der Teraphim mit ins Grab gegeben, wie im alten Ägypten und in den Grabmälern der Mayas67 und der Etrusker68 . Sahen die Bestattungsriten eine Einäscherung vor, so wurde auch der Teraphim dem Feuer übergeben.
Im Tempel Israels befand sich ein Teraphim für den allgemeinen Gebrauch, und bei jeder Beschwörung wurde etwas, was dem Beschworenen gehörte, unter den Teraphim gelegt. So sind in verschiedenen Ländern viele Teraphime verstreut, und auf jedem von ihnen sind viele psychische Sendungen aufgeschichtet. Interessant ist es, auf diesen Aufschichtungen psychischer Energie ihre Lebensfähigkeit zu beobachten. Man kann tatsächlich sehen, wie der Teraphim die Kraft durch Jahrtausende bewahrt so wie ein Korn lebt, unsterbliche Kraft offenbarend.
Unter den Experimenten mit psychischer Energie ist das Experiment ihrer Unauflöslichkeit und Unzerstörbarkeit sehr wichtig. Der Teraphim liefert den besten Beweis, wenn dabei zugleich Hellsehen angewendet werden kann.
Für einen künftigen Versuch kann man einen unschädlichen Teraphim anfertigen, dem man einen langfristigen Befehl eingibt. Der Teraphim wird einer bestimmten Person oder
dem, der gewillt ist, ihn an sich zu nehmen, eine Botschaft überbringen. Dabei müssen zwei Bedingungen beachtet werden. Man muss wissen, dass, da die Schaffung des Teraphims lange Zeit in Anspruch nimmt, auch seine Wirkung nicht augenblicklich eintritt. Die Lehre vom Teraphim und von beschworenen Gegenständen stammt aus grauer Vorzeit, in der bereits die Atlantier von der psychischen Energie wussten.
Wie fertigt man einen Teraphim an? Man muss einen Raum ausfindig machen, der ausreichend gesättigt ist mit des Beschwörers psychischer Energie, die steh an den Gegenständen festgesetzt hat. An einer bestimmten Stelle wird ein Bild aus Wachs, Lehm oder Kalk hergestellt. Hat man das Bildnis fertig gestellt, bedecke man es mit einem silbernen, kristallenen oder gläsernen Deckel oder umhülle es mit Leder.
421. Wie ihr wisst, wurden bei Beschwörungen auch Gesänge angestimmt, die sich aus ganz seltsamen, zuweilen bedeutungslosen Worten zusammensetzten. Jedoch nicht der Sinn, sondern der Rhythmus ist wichtig. So besteht Sphärenmusik nicht aus Melodien, sondern aus Rhythmen. Ein entwickelter Geist, der die Sphärenklänge kennt, wird die Macht des Rhythmus verstehen. So sind beim Aufladen eines Teraphims Wille und Rhythmus von Bedeutung.
Es ist unwichtig, mit welchen Worten dem Teraphim der Auftrag übertragen wird. Wichtig sind die Aufeinanderfolge der Schichten, die Aufrichtigkeit der unmittelbaren Übertragung und der Rhythmus, der Mahavan entsprechen kann. Nur ein wenig entwickeltes Bewusstsein bedarf eines wörtlichen Befehls; doch das entwickelte Bewusstsein kann Worte, entsprechend dem Strom der psychischen Energie, improvisieren.
Man soll sich nicht an eingeübte Worte binden. Es ist besser, vom Rhythmus durchdrungen zu sein, wenn in Bestrebung jeder Muskel mit den Nerven verschmilzt. Der Mensch schwingt als unteilbares Ganzes, und die Macht des Befehls wird durch Auflegen der Hände auf den Teraphim aufgeschichtet. Beim Schaffen eines Teraphims sollte man mit einheitlichem Streben erfüllt sein. Nicht weniger als dreimal täglich sollte man den Teraphim aufladen.
Um die Willenskraft besser aufzuschichten, sollte man die Oberfläche des Teraphims nicht zu stark polieren. Es ist gut, ihn mit einem Gewebe zu bedecken und Räucherungen mit Harzsubstanzen vorzunehmen. Eukalyptus ist gut.
422. Soll man vereinfachen oder komplizieren? Sogar ein Kind wird ersteres vorziehen. Von Beschwörung sprechend, kann man den komplizierten Weg wählen die feinsten Schattierungen der Bedeutung von Klang und Farbe sammelnd, doch dieser Weg ist alt und unbeweglich. Die Technik der Anhäufung von Klang und Farbe ist vielfältig. Doch hat man den kompliziertesten Mechanismus gefunden, wird sein Schöpfer da nicht nach Möglichkeiten der Vereinfachung suchen? Das gleiche gilt für die Anwendung der psychischen Energie. Die Mehrheit hat sie völlig vergessen, die Minderheit gelangte bei ihrer Anwendung zu dem Punkt des kalten Fanatismus. Doch das der psychischen Energie zugrunde liegende Feuer hat mit Kälte nichts gemein.
Agni Yoga lenkt die Menschheit zu dem einfachsten Weg. Ein Entzücken von Bhakti überflügelt einen langsamen Gnani. Ebenso führt das Entfachen des Feuers zur richtigen Bestimmung. Feuer verfeinert die Zentren und verleiht eine Feinfühligkeit, welche die Richtung kennt. Die feinsten Gefäße werden
durch Feuer geformt. Beim Gießen der besten Bildnisse wird die alte Form vernichtet; und diese Bildnisse werden hochwertiger sein als jene der alten Form.
Daher bitten Wir die Menschheit, die Feuer des Strebens und der Errungenschaft einfach zu entzünden. Dieses Allheilmittel beraubt niemanden um etwas und kann durch Studium entdeckt werden.
423. Wie verhält es sich zwischen dem physisch gespeicherten Moschus und dem Phosphor des Geistes? Auch Moschus ist eine Ablagerung von Feuer, jedoch eine unbewusste. Doch auch der unbewusste Kristall des Feuers birgt den Schatz.
Wird nicht das reine Feuer des Raumes die lebendige Verbindung mit den höheren Welten sein? Wird sich nicht diese einfache Frage in dem unvoreingenommenen Bewusstsein erheben? Wenn wir jedoch den Teraphim als eine Ablagerung psychischer Energie bezeichnen, so wird dieser, obschon alte, Begriff leicht zu verstehen sein. Fürchten wir uns daher nicht die Gaben der Pandora69 herauszunehmen, und vielleicht werden sie für einen erleuchteten Wanderer eine andere Bedeutung haben.
424. Das Maß des Erfolges zeigt den Grad der Notwendigkeit an. Ihr könnt versichert sein, dass man ohne Notwendigkeit den Abgrund nicht überschreiten wird. Je unabweisbarer die Notwendigkeit, desto näher die Stufe des Sieges, Möge sich die dringendste Notwendigkeit erheben!
Das Maß des Verstehens ist der Grad der Liebe. Man kann die Zeilen wörtlich auswendig lernen und trotzdem tot bleiben, wenn das Wissen nicht von Liebe erwärmt wird.
Wahrlich, wenn man es lernt, sich die Ausstrahlungen des Gefühls einzuprägen, wird man sehen, dass gerade Liebe
vor allem die Feuer des Raumes anzieht. Derjenige, der sagte "Liebet einander", war ein wahrer Yogi. Daher begrüßen Wir jedes Entzücken der Liebe und Selbstaufopferung. Wie ein Hebel die Räder in Bewegung setzt, so ruft Liebe die stärkste Wirkung hervor. Verglichen mit dem Leuchten der Liebe, wirkt der stärkste Hass nur wie ein abscheuliches Mal. Denn Liebe ist die wahre Realität und Kostbarkeit.
Ich spreche nicht über Liebe im abstrakten Sinn, sondern als Physiologe. Ich meine, so wie Notwendigkeit die Triebkraft ist, so ist Liebe der Aufklärer.
425. Woher kommt die Anwendung und die Tätigkeit des Feuers des Kundalini? Aus der gleichen Quelle dem Feuer der Liebe. Wir nennen die Quelle der Wahrheit die Manifestation des Schirmes zur Widerspiegelung der Substanz. Wie freudvoll ist es, die Wellen wachsenden Feuers wahrzunehmen! Es ist wie ein bezaubernder Garten.
Ich liebe es so sehr, wenn das Feuer der Liebe leuchtet und man jedes Hindernis überwinden kann!
426. Die Menschheit hat oft unnötig ihre Kleider geändert. Sie kürzte sie maßlos oder schleifte übertriebene Schleppen nach sich. Die Ärmel streiften den Boden oder verschwanden gänzlich. Bald war das Oberteil übermäßig groß, bald das Unterteil ungeheuerlich. Als ob es nicht gleich wäre, in welchem Ärmel die Hand ihrem Nachbarn an die Kehle greift! Diese Verkleidung war vergeblich. Lasst uns die Dinge nehmen, wie sie sind. Lasst uns daher daran denken, Begeisterung nicht zu zerstören, woher sie auch kommen mag. Wir wollen die Wahrheit nicht verbergen und jedem Entzücken Raum geben. Wird Entzücken große Maßstäbe
hindern? Alles wird seinen Platz finden. Auf Ekstase zu bauen ist leichter und dauerhafter. Wie Liebe, so entflammt auch Begeisterung die Feuer. Sammeln wir alle jene, die das Feuer in sich schüren, und denken wir daran, wie kostbar jeder Funke ist. Licht und Finsternis vergessen wir nichts, was vom Licht geschaffen wurde!
Wir bieten Lebensspender aus dem Pflanzenreich, doch lehnen wir nicht all das ab, was in uns brachliegt.
427. So wenig es den Menschen gelang, sich zu verkleiden, so wenig gelang es ihnen, den Lebensstandard zu sichern. Der grundlegende Wohlstand erfordert eine Verbesserung der Zustände und Vereinfachung der Lebensgewohnheiten. Doch genau das Gegenteil ist der Fall, die Menschen versuchen zu erschweren und lehnen jede Möglichkeit der Bewusstseinserweiterung ab. Es ist nicht übertrieben, jedes Wachstum des Bewusstseins wird als unzulässig betrachtet. Familien werden zerstört und Reiche vernichtet, wenn Bewusstseine sich offenbaren. Die Lehre des Lebens sucht als Waise Obdach im Hinterhof, während auf den öffentlichen Plätzen der Umzug des Todes dröhnt.
Man möge nicht glauben, dass Wir veraltete Metaphern wiederholen. Selbst die beschränktesten Menschen fürchten oft das Gespenst der Überproduktion von Gegenständen. Wenn man nämlich fortfährt, im Leben herkömmliche Methoden anzuwenden, dann muss es Überproduktion geben. Nur zweckmäßige Vereinfachung kann dem Leben Würde verleihen und den natürlichen Reichtum bewahren. Man kann nicht alle Anhäufungen kosmischer Anstrengungen vernichten und leichtsinnig unverdiente Energie erhoffen!
Für jede neue Energie muss man sich vorbereiten.
Jede Mutter denkt an das zu erwartende Kind. Es ist unmöglich, nicht an die Energie zu denken, die in uns selbst ist! Über die unveräußerliche Möglichkeit muss man nachdenken.
428. Zu Zeiten von Atlantis, in den Riten der Druiden70 vollführte der Oberpriester, während alle übrigen in einem Kreis wandelten als die Bewegung der Sonne den Ritus, der Sonne entgegenzuschreiten. Darin war das Symbol des geringen und großen Wissens enthalten. Das geringe Wissen wird von den gewöhnlichen Energien angezogen, doch das große Wissen, das mit dem Strom der kosmischen Kräfte wirkt, schafft neue Energien aus dem Chaos. So weise gekennzeichnet waren im Sonnenkult die Stufen des menschlichen Aufstiegs.
Wie ihr wisst, waren dies keine abstrakten Symbole, sondern die Grundlagen wahrer Tat, weil die gegen die Sonne rotierenden Zentren besondere feurige Energie spenden.
429. Es ist erstaunlich, wie sinnlos und ohne Grund sich die Menschen alles verderben. Es ist erstaunlich, wie sich die Menschen der vorbestimmten Möglichkeiten berauben. Es ist erstaunlich, wie die Menschen ihre angehäuften Grenzen verniedlichen.
Wir sagen, dass es besser ist, in Tätigkeit Fehler zu begehen, als untätig zu sein. Wagemut in Tätigkeit enthält bereits Rechtfertigung in sich; durch Anstrengung wird die Energie vermehrt. Kann in Untätigkeit der Atem des Feuers entfacht werden? Auf die Notwendigkeit wechselseitigen Wirkens mit Uns hinweisend, ziehen Wir euch in die Spirale besonderen Drucks. Wahrlich, nur in dieser Spirale
kann man aufsteigen; sie muss wie der Dynamo der kostbarsten Energie gehütet werden. Nicht im Wunsch zu unterdrücken oder zu erniedrigen rufen Wir auf, mit Uns zu gehen, sondern im Wunsch zu stärken und durch nützliche Taten zu erheben.
Feuer, Feuer senke dich herab auf jene, die deine Ströme aus dem Raum anziehen! Für sie ist das Firmament oben mineralischer als die Tiefen der Erde. Für sie ist Luft der Zustand des Steins und Stein ein durchsichtiger Leiter.
Meine Lieben, wandert mit Uns durch die Wellen des Feuers; möge es euch nicht versengen und dem Guten dienen!
430. Gerade vor den bedeutendsten Ereignissen neigen die Menschen besonders dazu, die künftigen Möglichkeiten zu verneinen. Man könnte eine sonderbare historische Übersicht über Vorboten und die Schwellen von Ereignissen niederschreiben. So kann man die gleiche Denkrichtung im Zusammenhang mit den vernichtenden Wirbelstürmen verfolgen. Gleicherweise spotten die Blinden über die Hinweise Sehender. Und die irdischen Besserwisser geben an, dass eine Änderung der herrschenden Ordnung unmöglich ist, das heißt, dass alles dauerhaft und unabänderlich und jedes feinfühlige Wesen einfach ein Lügner ist!
Weist man darauf hin, dass das Gute nicht in Gefühllosigkeit liegt, werden sie zu Feinden. Aber es ist wertvoll, solche Feinde zu erkennen.
431. Die Anerkennung der Hierarchie ist keine formelle Disziplin, sondern eine bewusste Zusammenarbeit. Sobald der Geist erkennt, dass er in eine endlose Reihe von Motoren eingetreten ist, erwirbt er ein besonderes Recht, vorwärts zu schreiten. Wie der Steuermann seinen Mitarbeitern
an den Rudern nicht zu gehorchen braucht, so müssen die auserwählten Führer nur dem Ruf des Lehrers folgen. Man muss in allem an die Wirtschaftlichkeit der Energie denken.
Unsere Führer haben Uns das Gefäß anvertraut, um das Übel zu vernichten, und Wir übergeben den Auftrag der Reihe von Helfern, ihnen die weitere Übertragung anvertrauend.
Durch die Befolgung der Hierarchie wird der Fortschritt in die Unbegrenztheit erleichtert. Man kann die Gesetze der Materie nicht aufheben. So wie eine Pumpe und ein Springbrunnen eine wechselseitige Wirkung ausüben, so kann auch der Umriss der Grenzen der zwei Welten durch das allgegenwärtige Feuer erleuchtet werden.
Es ist ein Irrtum, Meine Worte als poetische Hymnen zu betrachten. Man muss sie als den Ruf des Erbauers aufnehmen, für Den es unbedeutend ist, der Höchste zu sein, aber für Den es wichtig ist, den Auftrag der Herrscher zu erfüllen.
Ur. sah das so genannte Rad des Buddha. Dies ist die Substanz des Teraphims der fernen Welten. Seine Substanz ist in dem Fundament der Welt enthalten, das ein Blütenstempel genannt werden kann. An seinen Enden befinden sich die den beiden Grundgesetzen entsprechenden Sphären der Polarität. Im Zentrum befindet sich das Rad der psychischen Energie. Jetzt stellt der Kreis des sich drehenden Regenbogens die Manifestation aller Stadien räumlichen Feuers dar. Dieses Wissen bedeutet eine Stufe zur Beherrschung des Feuers. Durch die Vorstellung dieser Beschreibung kann die Annäherung des Feuers hervorgerufen werden und seine gefährliche Substanz in eine heilende Eigenschaft verwandeln. Der Kreis enthält die Swastika.
432. Der Lehrer kennt die beste Stunde. Besonderes Wissen ist erforderlich, um das Karma nicht zu verletzen, das die Wahrnehmung
äußerer Ströme ermöglicht. Die Befehle müssen die Zielscheibe wie Pfeile umgeben, ohne die Mitte des Kreises, die Eigentum des Menschen ist, zu durchstoßen. Dieser Nebel kann nicht mit Unwissenheit erklärt werden, sondern mit Fürsorge. Wir wünschen euch, erfolgreich zu sein, doch dies ist nur in Zusammenarbeit möglich.
433. Man kann Tätigkeit durch Sättigung des Raumes verstärken. Man kann die Sendungen durch persönliche Willenskraft verstärken, doch das erweiterte Bewusstsein wird diese Sendungen durch Vereinigung mit dem Bewusstsein des Lehrers verstärken. Eine Eigenschaft des erweiterten Bewusstseins ist es, das Vergangene nie zu bedauern, weil jeder neue Augenblick weiter ist als die ganze Vergangenheit. Gleicherweise trauert ein solches Bewusstsein den durchschrittenen Stätten nicht nach; denn jede vom Bewusstsein erleuchtete neue Stätte ist schöner als die einmal durchschrittene. So ist die Erkenntnis einer neuen, schönen Stätte in Gleichklang mit dem Wissen des Lehrers das Pfand der Schöpfung.
Kann es etwas Schöneres geben als die Straße für das Fundament das Bollwerk der Lehre des Lebens? Der Stern führt. Schreitet standhaft voran!
434. In allen alten Lehren wird gesagt: "Wende dem Lehrer nicht deinen Rücken zu." Dieses Gebot kann sklavisch oder in Verehrung verstanden werden. Bewusste Verehrung ist wie eine Blume des Lichts. Man kann sie nicht erzwingen, nur das erweiterte Bewusstsein ermöglicht die Erfahrung, geistige Werte zu hüten. Wie soll man den Blinden den ganzen steinigen Hang erklären? Wie soll man die Tauben durch einen Ruf warnen? Doch die Erfahrung des Lebens wird die Bedeutung des Gebotes: "Wende dem Lehrer nicht deinen Rücken zu" aufzeigen.
435. Die Freude liegt nicht im Aufstellen von Gegenständen,
sondern im Finden neuer Zusammenstellungen. Das feinfühlige Auge nimmt die Annehmlichkeit neuer Zusammenstellungen wahr. Daher ist es kein Fehler, den Aufmerksamen zu belohnen.
Die Offenbarung Unserer Strahlen hält die Menschenmassen stark zurück. Doch wie gering ist die Zahl der Menschen, die erkennen, wie ungewöhnlich die Bedingungen sind! Es ist lehrreich, zu beobachten, wie die Menschen alles bekämpfen, was ihnen ungewöhnlich erscheint. Wir besitzen bemerkenswerte Aufzeichnungen darüber, wie die Menschen alle ungewöhnlichen Zeichen vernichteten. Welch aufopfernde Vernichtung! Wo doch die vorsätzlichen Zeichen die Rettung der Menschheit bedeuten.
Alle Anhänger alter Verbindungen haben auch äußerlich das gleiche einheitliche Wesen sie sind wie der Wüstensand.
436. Man kann viele Mitarbeiter nennen, doch man muss ihr Maß an Hingabe abwägen. Das Streben zu Uns lässt gewöhnlich eine Belohnung erhoffen; kann man aber einen Lohn zuteilen, wenn Unser Werk selbst schon eine Belohnung ist?
Die Verstärkung der Kräfte selbst stellt bereits ihr Wachstum dar. Wachsamkeit ist das Licht der Erfahrung. Verfolgung bedeutet Energieentwicklung. Beachtet, wie Umstände sich bilden, damit im Augenblick äußerster Not ungewöhnliche neue Umstände in Erscheinung treten können. Die Unerfahrenen nennen es Zufälle, doch die Wissenden werden die Spirale der Schöpfung erfassen.
437. Jeder neue Zustand des Körpers gleicht einem neuen Lebensraum, in dem wir unseren Platz noch nicht gefunden haben.
Die Menschen glauben, dass es eine gefahrlose Zeit geben kann,
doch selbst jene, die auf einem Feld schlafen, können von einem Meteor getroffen werden. Man sollte jede Gefahr inkarnierten Seins verstehen.
438. Der so genannte Willensbefehl ist eine Sendung von psychischer Energie, die als Produkt des Elementes Feuer die schwächeren Ausstrahlungen durch feurige Einkreisung schlägt. Das heißt, dass zur Stärkung der Aura nicht nur ein reines Bewusstsein, sondern auch die Annäherung an das Raumfeuer erforderlich ist.
Die Taube wurde als das Symbol der Reinheit betrachtet, die Schlange als das Symbol der Weisheit und der Löwe als das Symbol des Feuers der Furchtlosigkeit. Gerade das Raumfeuer erfüllt den Menschen mit sichtlichem Mut, ohne einem vergänglichen Zustand anzuhaften. Das Element Feuer ist das zwingendste. Wo es erkannt wird, gibt es keine Freude an der Vergangenheit. Wer das alles durchdringende Feuer erkannt hat, wird leicht sehen, dass Wir Uns durch Feuer kundtun.
Die Lehrer hatten nie viele Schüler. Man erinnert sich an die geringe Zahl von sechzehn oder zwölf oder noch weniger. Das beweist, mit welcher Schwierigkeit das Feuer des Raumes sich nähert und in sich aufgenommen wird. Doch für die Durchdringung des Raumes ist das Feuer daher unersetzlich. Wer über psychische Energie nachdenken kann, muss bereits vom Feuer des Raumes wissen. Es wäre Wahnsinn, anzunehmen, dass sich das Element Feuer irgendwo außerhalb uns selbst befände und seine Erkenntnis aus Trägheit zurückgestellt werden könnte. Nein, das Feuer tobt um uns. Man kann es zum Freund oder zum Feind haben.
439. Es wird nicht schwer sein, in naher Zukunft das übliche
Austreten des Astralkörpers festzustellen. Man kann das unkontrollierte Austreten des Astralkörpers, das häufiger stattfindet, als man denkt, leicht in ein System bringen. Die Lehre sieht die Nutzung aller bereiten Kräfte vor. Warum dann nicht im Leben die Nutzanwendung des feinstofflichen Körpers ins Auge fassen? Der Hinweis auf den feinstofflichen Körper ist sehr alt. Gewöhnlich bleibt seine Tätigkeit vom physischen Leben völlig unbeachtet, aber sein Austreten findet trotzdem statt. Das heißt, dass es nur vom Bewusstsein und der Erfahrung abhängt. Allerdings sollte man, wie bei psychischen Experimenten da man es mit zwei Naturen zu tun hat, nichts übereilen. Viele Tausend Jahre haben die Menschen diese zwei Naturen getrennt; deshalb sollte ihre Harmonisierung zweckdienlich erarbeitet werden. Im Leben selbst sollten diese zwei verschiedenen Zustände als verwandt angenommen werden. Wenn beispielsweise der physische Körper unbeweglich verharrt, sollte er nicht berührt und die Ruhe nicht gestört werden. Wenn der Blick nach innen gerichtet ist, sollte in der Nähe weder ein Licht aufscheinen noch die Temperatur verändert werden. Diese Bedingungen sind bei gegenseitigem Übereinkommen gar nicht schwer zu erfüllen. Der Mensch selbst sollte erkennen, dass er den feinstofflichen Körper dem täglichen Leben einverleibt. Geduldig wird er die Manifestation des Astralkörpers beobachten. Dieser wird lange Zeit unabhängig vom Intellekt wirken, doch dann wird er in die Harmonie des höheren Bewusstseins eingehen. Dies ist kein Experiment, sondern die Wideranziehung der vom Intellekt vertriebenen Kräfte. Doch auch der Intellekt muss zur nächsten Stufe aufsteigen.
So kann man sich selbst einfach zur neuen Stufe des Seins lenken.
Allerdings, Narkotika und Fleischnahrung tragen zur Harmonisierung der physischen mit der astralen Ebene nicht bei. Gewiss erübrigt es sich zu sagen, dass eine Gewaltanwendung unmöglich ist, da jede harmonische Tätigkeit in Vergleichbarkeit erfolgen muss.
440. Ein ernstes Hindernis liegt in der Tatsache, dass die Menschen gewöhnlich nicht nur Ergebnisse wollen, sondern die anzuwendenden Methoden selbst vorschreiben, während es gerade die Mittel des Ausdrucks sind, die individuell sein müssen. Die leichteste Art für den einen wird für den anderen die schwerste sein. Doch auch der Staatsapparat ist auf Gleichförmigkeit der Ausführung ausgerichtet, und deshalb gehen die besten Kräfte zugrunde. Man sollte unerbittlich Ergebnisse fordern, doch sie zu erreichen, dem Ausführenden überlassen.
In der Geschichte der Menschheit kann man einige kurze Perioden wahrnehmen, in denen der Lauf der Ereignisse eine glückliche Wendung nahm. Man kann sicher sein, dass gerade dann ein individueller Weg der Tat beschriften wurde.
441. Vor den Augen erfahrener Seefahrer erscheinen zu Zeiten zwei Meere. Ihr Auge unterscheidet zwei Strömungen: eine ziert bedeutungslos die Oberfläche, die andere, auf der Oberfläche unsichtbare, stellt die Macht dar sie bringt Sicherheit oder Vernichtung.
Es ist schwer, dem Schaum der Ereignisse keine Beachtung zu schenken und der fundamentalen Ströme gewahr zu werden. Leichter ist es, sich nach den Erscheinungen
der Natur zu schulen. Wie viel Energie wird bewahrt, wenn man die Phantome der Oberfläche meidet! Unsere Lehre ist bestrebt, die laufenden Erscheinungen der Natur zu erkennen und betrachtet den Menschen als einen Teil von ihr. Ihr mögt schon bemerkt haben, dass sich Unsere Hinweise auf die Tiefe der Ereignisse beziehen. Ich spreche oft vom Vertrauen, nicht weil Ich es bezweifle, sondern weil die Augenscheinlichkeit einen hindert, die inneren Ströme wahrzunehmen. Jeder wird sich entsinnen, Grundlegendes als Zufälliges betrachtet und damit vollkommen willkürliche Vorstellungen geschaffen zu haben. Das gleiche kann vom Element Feuer gesagt werden.
Der geistig Beschränkte wird meinen: "Unsere Großväter lebten ohne Feuer und wurden als ehrenhafte Bürger zu Grabe getragen. Was habe ich mit Feuer zu tun? Lasst es die Sache meines Kochs sein."
Doch der Weise denkt: "Woher kommen die unerklärlichen Epidemien, welche die Lunge, die Kehle und das Herz verzehren? Über all den offensichtlichen Ursachen gibt es etwas, was die Ärzte noch nicht entdeckten. Nicht die Lebensbedingungen, sondern etwas von außen Kommendes mäht die Massen nieder." Dieser Pfad der aufmerksamen Beobachtung kann zu einem vorurteilslosen Abschluss führen.
442. Es ist bestimmt das Weiseste, dann Nahrung zu sich zu nehmen, wenn der Körper danach verlangt. Es ist ausreichend, zweimal am Tag Nahrung zu sich zu nehmen. Doch im Hinblick auf die gegenwärtigen Lebensbedingungen ist diese Regel schwer zu befolgen. Deshalb kann man dem Magen zu bestimmten Stunden Arbeit geben. Das schädlichste ist, zu unregelmäßigen Zeiten und ohne Bedürfnis Nahrung zu sich zu nehmen. Eine geregelte
Lebensweise ist nichts Verächtliches, da man den in Zeitaltern geschaffenen Apparat sorgsam hüten muss.
Es ist richtig, anzunehmen, dass der Mensch sehr wenig Nahrung benötigt, doch ihre Qualität muss angemessen sein. Man sollte Säuren und künstlich Zubereitetes meiden. Ranzige Butter ist weit schädlicher als vertrockneter Käse. Wir bezeugen es, und ihr sollt es weitergeben, dass es leicht ist, sich mit Nahrung nicht zu belasten.
443. Man wird euch von Stätten berichten, wo es viele Götter gibt. Ebenso wird man euch Stellen nennen, wo es unterirdische Feuer gibt. Nutzet diese Mitteilungen.
Was bedeutet eine Stätte der Götter? Bedeutet es nicht, dass dies eine Stätte mit besonderen Bedingungen für das Astrale ist? Wo die Ströme des Feuers nahe sind, können lebhafte Manifestationen des Astralen auftreten, welche die Menschen in Staunen versetzen. Steht denn das unterirdische Feuer nicht im Zusammenhang mit dem Feuer des Raumes?
444. Sind Schwierigkeiten nicht einer Totenstille vorzuziehen? Ist der Wirbelwind nicht das Ergebnis von Bewegung? Die Lehre von der Überwindung der Hindernisse ist das Streben zum Guten.
445. Die Erwähnung des Astralen bezieht sich auf die künftigen Experimente der Verdichtung des Astralkörpers. Unter irdischen Bedingungen wird die psychische Energie geschult, um das Bewusstsein mit einer neuen Körperart vertraut zu machen. Diese Veränderungen bilden sich aus unsichtbaren von einigen wenigen geoffenbarten Aufspeicherungen.
Ich habe bereits auf das Experiment mit dem Astralkörper hingewiesen, der im Zuge der Evolution seinen Platz besetzen muss.
446. Um den Erfolg des Lebens bei erweitertem Bewusstsein wahrzunehmen, muss man einen bereits erprobten Geist besitzen. Die Menschen sind dermaßen gewöhnt, ihr Leben auf Dinge irdischer Bestimmung zu gründen, dass selbst die Grundlagen des Seins so lange nicht angenommen werden können, wie der Mensch in seinen gewohnten Umständen verharrt. Das heißt, dass Lebensverhältnisse mit ungewöhnlichen Mitteln gebildet werden müssen. Es gibt keine Regel für dieses Ungewöhnliche. Das Geistesleben bestimmt die Alltagsverhältnisse. Die unglücklichen Familienverhältnisse liegen der Tatsache zugrunde, dass das geistige Leben in das tägliche Dasein keinen Eingang findet. Das Leben möge verschönert und der Strom des Geistes durch erhabenere Töne gehoben werden. Doch es besieht eine gewisse Lebensart, die zum Lager wilder Tiere wird.
Damit, dass sie die Brücke zur höheren Welt verloren haben, schaden sich die Menschen nicht nur selbst, sondern auch ihrer Umwelt. Ihre Hunde haben lauter schädliche Gewohnheiten, und ihre Tiere und Vögel sowie ihre Pflanzenwelt sind für die Evolution ungeeignet.
Dem Menschen muss aufgezeigt werden: "Sieh, was du um dich herum schaffst!" Das tote oder das lebendige Prinzip gründet auf der Umwelt des ganzen Lebens jedes einzelnen.
447. Der Grad der psychischen Energie möge der Qualität und nicht der Stärke nach unterschieden werden. Allgemein besitzen die Medien die niedrigste Qualität der Energie, die allen umgebenden Bedingungen unterliegt, auch den atmosphärischen, und die Lehrer sind wegen dieser Eigenschaft sehr besorgt.
Dann kommt die lange Liste von Teilmanifestationen
der psychischen Energie ohne Synthese des Geistes. Manche mögen sehen oder hören, ohne sich mit der Lehre zu verschmelzen. Die für die Evolution sehr nötige Art der psychischen Energie ist jene der Mediatoren. Sie besitzen Feinfühligkeit und bewahren immer die Synthese der Lehre. Diese in Jahrhunderten durch Erfahrungen aufgespeicherte Eigenschaft der Synthese schützt sie vor finsteren Einflüssen. Für die Medien kann man sich interessieren, doch Mediatoren muss man schätzen und achten.
448. Der Yogi hält in der Dunkelheit einen starken Magneten oder einen Splitter eines Körpers aus fernen Welten über den Scheitel eines Schülers und fragt: "Was fühlst du?" Meist ist die erste Antwort verneinend: "Ich fühle nichts." Der Yogi antwortet: "Das ist nicht wahr, es kann keine solch dürftige Wachsamkeit geben, dass der Mensch unempfindlich wäre." Der Schüler besteht darauf: "Ich fühle nichts." "Es ist nicht wahr, du fürchtest dich nur, das Gefühl zum Ausdruck zu bringen und darüber zu sprechen, was du siehst." Nach einem langen Schweigen sagte der Schüler: "Vielleicht spüre ich Kälte und sehe scheinbares Sternengeflimmer."
Warum sagen die Menschen "vielleicht" und "scheinbar", wenn sie wirklich sehen und fühlen? Nur bei direkter Behauptung nimmt die psychische Energie zu. So kann man seine Wahrnehmungsfähigkeit steigern, denn über uns befinden sich ständig magnetische Ströme und das Leuchten von Hinweisen, die Blumen des Raumes.
449. Die Anspannung dauernder Wachsamkeit, das Erbeben im Streben heilsamen Schaffens erfordert eine bestimmte Anpassungsfähigkeit des Organismus. Wir schätzen diese Wachsamkeit.
450. Man kann die Reihe von Wiederverkörperungen als eine Reihe voneinander getrennter Leben ansehen, aber es ist besser, die vielen Wiederverkörperungen als ein einziges Leben zu betrachten. Wahrlich, es gibt nur ein Leben; und vom Augenblick der Beherrschung des menschlichen Bewusstseins an hört Leben mit all seinen Folgen nie auf, und die umgebenden kosmischen Ströme erwecken einheitliche Gefühle in verschiedenen Lebensabschnitten. Dies ist einer der bindendsten Lebensumstände, der die angeborene Einheit des Anfangs beweist. Je nach dem Standpunkt der Betrachtung kann man die Frist zwischen den Inkarnationen einen Traum oder einen Tag nennen. In der Vergangenheit war es vielleicht ein Traum, in der Zukunft vielleicht ein Tag. Dies hängt vom Erfolg der Evolution ab.
Man kann beobachten, wie nach vielen Jahrhunderten bei gleichen Schwingungen das gleiche Gefühl auftritt. Diese Beobachtungen sind nützlich, um die Unteilbarkeit des Lebens verstehen zu lernen. Könnten die Menschen die Unteilbarkeit des Lebens eher begreifen, würden sie sich Zielstrebigkeit und Verantwortung aneignen.
In den ältesten Geboten wird auf den Tag und die Nacht Brahmas71 hingewiesen, was die verschiedenen Lebenszustände zu erklären scheint. Doch nach Atlantis machte sich ein unlogischer Todesbegriff bemerkbar, und irdisches Leben sperrte sich in ein Gehäuse von Vorurteil. Erkenntnisvermögen wurde durch Verneinung ersetzt. Dabei beginnen der Tag und die Nacht Brahmas bereits zwischen zwei Pulsschlägen. Zuerst gibt es die Zwischenzeit bei den Pulsschlägen, dann die Zwischenzeit des körperlichen Schlafes, dann die Zwischenzeit des physischen und feinstofflichen Zustandes und so weiter bis zum Puls des Manvantara.
Der Mensch muss sein Bewusstsein umwandeln und
sich in die Kette untrennbarer Bewusstseine eingliedern. Der Pfad der Bewusstseinserweiterung verleiht die Stufe der Erkenntnis eines jeden Lebensschrittes. Dies schafft jene Ungewöhnlichkeit, von der Wir bereits gesprochen haben. Allein solche Ungewöhnlichkeit ist die Wahrheit!
451. Einst sprach ein französischer Edelmann zu St. Germain: "Ich kann den Unsinn, der Sie umgibt, nicht begreifen." St. Germain antwortete: "Es ist nicht schwer, meinen Unsinn zu verstehen, wenn Sie ihm dieselbe Aufmerksamkeit schenken wie ihrem eigenen und wenn Sie meine Berichte ebenso aufmerksam lesen wie die Liste der Tänzer bei Hof. Doch das Übel liegt darin, dass die Anordnung eines Menuetts für Sie wichtiger ist als die Sicherheit der Erde."
Gerade in diesen Worten liegt das Übel unserer Zeit. Für jede erniedrigende Beschäftigung findet man unbeschränkt Zeit, doch für das Wichtigste erübrigt man nicht eine Stunde.
452. Ich spreche nicht zufällig über das Bewusstwerden des Dienens. Gerade diese Erkenntnis beseitigt die Atmosphäre der Alltäglichkeit und verleiht Harmonie für die Erfüllung der Aufgabe. Durch Disziplin kann man die Nerven heilen, doch die Erkenntnis des Dienens ist die beste Disziplin.
Feuer erfordert Vorsicht. Diese Eigenschaft sollte entwickelt werden, und Dienen ist das Maß der Wachsamkeit. Wie die Blütenblätter sich bei grober Berührung schließen und welken, so schließt sich der geschützte Lotos, wenn ungestüme Gefahr den Raum bedroht. Als fürsorglicher Arbeiter rufe Ich die Mitarbeiter, den Schatz zu tragen!
453. Der Cherub72 wurde mit Flügeln, aber ohne andere menschliche Gliedmaßen dargestellt. Dies könnte ein Symbol außermenschlicher Evolution sein. Doch Buddha ist bereits in einer menschlichen Gestalt dargestellt worden, mit von den Schultern ausgehenden Strahlen. Zur völlig menschlichen Natur kam die Beherrschung des Elements hinzu, und darin liegt die Heldentat. Doch die Menschen können die Heldentat durch die menschliche Natur nicht schätzen. Verfügen sie über die Vorstellung der von den Schultern ausgehenden Strahlen, beginnen sie sofort, die Bedeutung der anderen Glieder zunichte zu machen. So ist ein Zerrbild eines Cherubs mit leblosen Würsten geschaffen worden eine völlig sinnlose Abkehr vom Leben.
Deshalb gehen Wir folgendermaßen vor: Zuerst härten Wir durch Erlebung des Unerwarteten, dann beseitigen Wir das Gefühl des persönlichen Eigentums und nachher erteilen Wir einen besonders gefährlichen Auftrag. Und nach diesen Reinigungen wenden Wir der Erde zu, wo sich inmitten scheinbar gewöhnlicher Bedingungen die größte Ungewöhnlichkeit vollzieht. Man mag sich die Beschaffenheit der Schwingen vorstellen, wenn sich der Körper in unvollkommener Umgebung befindet. Von den Schlägen der Menschen erstrahlen die Schwingen in vollem Glanz.
Als man einen Paradiesvogel fragte, woher er sein schillerndes Gefieder habe, antwortete er: "Viele vergiftete Pfeile glitten an mir ab, und das stärkste Gift ergab die beste Farbe." Lasst uns daher den Bogenschützen danken!
454. Wo die Astralwelt nahe ist, kann man viele kleine Phänomene wahrnehmen. Zuerst zerstören Wir den Zauber der Astralwelt, damit Maja
nicht hindere, doch sobald ein richtiger Standpunkt eingenommen wird, schenken Wir der Astralwelt wieder Aufmerksamkeit. Im Namen der Evolution betrachten Wir den feinstofflichen Körper ohne Abneigung oder Bewunderung. Der physische Körper hat den Astralkörper ausgezehrt, so wie die dicke Rinde die Oberhaut und den Saft eines Baumes aufbraucht. Der physische Körper hat den Astralkörper verseucht, doch wird dem Astralkörper die Möglichkeit gegeben, sich zu kräftigen, wird er vom Körper gerechte Bedingungen verlangen.
455. Wie ein Boot mit im Sturm gestrafftem Segel treibt Unser Schiff voran. Man kann sehen, dass jede vergangene Lebenslage einfacher war als die gegenwärtige. Das bedeutet aber nicht, dass die gegenwärtige schwer und schlecht ist, sie ergibt sich aus der Entfaltung von Tätigkeit. Wenn der Feind im Hinterhalt lauert, wird der Befehl gegeben, sich still zu verhalten. Dann erhebt nur ein Unwissender seine Stimme, doch die Krieger bewahren die Ruhe, da sie wissen, dass ein Aufschrei ihr Verderben bedeutet.
Ich räume ein, dass die Lage glänzend sein kann, doch die Feinheit des Meißelns krönt die Schöpfung. Der Lehrer freut sich über jede richtig gelenkte Bewegung. Kann das Gesagte sich nun auf jede Fußtapfe beziehen? Ich vermag nur Meilensteine zu setzen so ist das Gesetz.
456. Schmerz ist eine organische Tatsache und kann nicht von selbst schwinden. Allerdings kann Schmerz durch Narkotika betäubt oder durch Willenskraft gelindert werden; doch man kann Schmerz auf ein anderes bewusstes Wesen übertragen. Von altersher bestand die Praxis der Schmerzübernahme durch eine Gruppe von Menschen, wie es beispielsweise in Ägypten bei der Erkrankung eines Pharaos geschah. Doch die volle Wirkung konnte nicht oft erreicht werden,
weil nicht nur Harmonie, sondern auch eine elementare Einheit der Gruppe erforderlich war.
457. Bei Kindern kann man oft seltsame rasche Blicke bemerken, als ob sie etwas Unerklärliches sahen. Im Übrigen sprechen sie manchmal von Feuer, Sternen oder Funken. Erzieher fassen dies natürlich als Krankheit oder Unsinn auf, doch gerade auf solche Kinder muss man die Aufmerksamkeit richten. Kleinkinder nehmen bekanntlich leicht Astralgestalten wahr; die besonders feinfühligen sehen die räumlichen Feuer. Solche Kinder sollten von frühester Kindheit an sorgfältig beobachtet werden. Seid überzeugt, dass in ihnen die Möglichkeiten des Agni Yoga sind; in reiner Umgebung untergebracht, werden sie musterhafte Möglichkeiten bieten. Vor allem sollte man sie weder behindern noch erschrecken.
Wir haben oft genug über die Notwendigkeit des Agni Yoga gesprochen, und die feinfühligen Organismen sollten sicherlich nicht für die Zuschauer vorbereitet werden, sondern für das Leben, als die Seher des vorbestimmten Pfades.
Für die Mutter sind diese Beobachtungen nicht schwierig, sie muss nur wissen, was und warum sie beobachtet. Ich spreche nicht von schädlicher Verzärtelung ohne richtiges Urteil. Der Beobachter wägt unauffällig diese Fähigkeiten ab, scheinbar zufällig hinterlässt er Zeichen der Führung. Man wird bemerken, wie freudig sich die Augen eines Kindes weiten, wenn seine Bewegungen und Ausrufe über das Verborgene verständnisvoll unterstützt werden. Spott ist der schlechteste Erzieher. Feinfühligkeit ist eine Stufe der Kultur. Agni Yogis kann man nicht schaffen, sondern ihnen lediglich den Pfad weisen,
weil die kosmische Erscheinung keinen Zwang duldet. Wo aber die Blüte des Feuers bereit ist, sich zu entfalten, hindert sie nicht.
458. List und Findigkeit sind verschiedene Eigenschaften. List ist Verteidigung, Schlauheit, Versteinerung. Findigkeit ist die Zukunft. Bewegung, Hingabe. Niemand wird Findigkeit tadeln. Wenn das Schiff seinem Ziel zueilt, ist es da nicht einerlei, welche Seite vorne ist die linke oder rechte? Wenn es gegen den Wind anficht, wird sich niemand über das Zickzack seines schwierigen Kurses wundern, da es doch Hindernisse überwindet. List hingegen wirkt abstoßend. Man wird bemerken, dass List unbedeutend ist, weil sie sich nur um das Gegenwärtige bemüht, sie ist ein Merkmal des Nichtvorhandenen.
Schätzen wir das Feuer der Findigkeit. Wenn wir untersuchen, wann das Feuer sich entzündet, werden viel feinere Flammen Mut und Findigkeit begleiten.
459. Ich bestätige, dass Arbeitsfreude die beste Flamme des Geistes ist. Der Ausdruck der Freude wird von verstärkter Zentrentätigkeit begleitet. Viele Heldentaten wurden durch Freude vollbracht.
460. Man muss die vorbestimmte Stunde für die Grundlage der Errungenschaft erfassen; da sie oft mit Einzelheiten in Bezug steht; und werden diese nicht wahrgenommen, vergisst man die Grundlage. Und was sollen wir schützen Einzelheiten oder die Grundlage? Man muss daran denken, dass Einzelheiten oft die Grundlage vernichtet haben, weil die Menschen sich eher den Phantomen zuwenden, als die Grundlage universeller Bedeutung zu verfolgen.
461. Heldentat, Synthese und Scharfsichtigkeit offenbaren sich durch die dreifarbige Flamme. Heldentat ist silbern, Synthese grün, Wachsamkeit gelb. Diese Dreiheit kann durch Schulung des Bewusstseins unter verschiedenen Lebensbedingungen erreicht werden. Sie ist zu verstehen als das Beherrschen der Bedingungen der Selbstaufopferung.
462. Ein Teil der alten Mysterien wird "Der Kelch der Heldentat" genannt. Ein vierkantiger Kelch wurde mit dem Saft des Granatapfels gefüllt. Die Innenfläche des Gefäßes war versilbert und die Außenfläche aus rotem Kupfer. Die Bestätigung der Heldentat wurde durch das Erheben des Kelches angedeutet. Nachher wurde der Saft nach allen vier Seiten ausgegossen, als Zeichen der Bereitschaft, dem Allgemeinwohl uneingeschränkt zu dienen.
463. Zufriedenheit weilt nicht in Unserem Haus. Wer von Uns könnte zufrieden sein? Ungestüme Weltenschöpfung selbst begehrt auf gegen Zufriedenheit. Ist es möglich, dass die Freude im Abschluss liegt? Wir werden durch die Freude des Beginns angetrieben. Das ist keine Abstraktion. Der Beginn entspricht der Bewegung, und die Fortsetzungslinie bildet sich durch Inertia. Der Beginn ist Unser Glockenschlag. Entziehen Wir der Welt Unser Beginnen, wird der größte Teil des Weltgewebes verstümmelt.
Wer kann das Schicksal ändern? Wo zeigt sich Widerstand? Nur im Gedanken. Die Menschen trauen dem Gedanken nicht genügend. Der Wille des Menschen ist siebenfach gebunden. Der Mensch sagt: "Ich habe meine ganze Willenskraft eingesetzt." Doch gleichzeitig fürchtete er sich, zweifelte, hasste und zögerte. Wille wirkt nicht auf diese Art. Er kann den Pfeil nur senden, wenn er von jeder Last befreit ist. Diese Eigenschaft
wurde Gelassenheit genannt, doch das ist nicht richtig; es ist besser, sie als Befreiung zu bezeichnen. Nehmen wir als Beispiel einen Bogenschützen. Beschwert er den Pfeil an verschiedenen Stellen unterschiedlich, wird der Flug des Pfeils nicht genau sein. Lernten die Menschen, ihre inneren Tätigkeiten mit den physikalischen Erscheinungen zu vergleichen, könnten sie ihr Bewusstsein beträchtlich bereichern.
464. Auch wenn man versucht, seinen Willen äußerst zu schärfen, gelingt es nicht, das Feuer des Raumes hervorzurufen. Diese Erscheinungen des Elementes sind dem Befehl nicht Untertan, sondern wachsen durch die Bewusstseinserweiterung. Wir nennen Bewusstsein Unseren Garten, wo die Früchte der Arbeit heranreifen. Die Arbeit der Bewusstseinserweiterung vollzieht sich auf zwei Ebenen. Diese Ebenen verbinden sich nicht mit den Lebenserscheinungen, wie auch ein unterirdischer Gang nicht mit dem Pflanzenreich in Berührung kommt und wie ein Meteor nicht vom Wetter abhängig ist. Die Menschen verstehen diese Schichtungen zweier Ebenen nur schwer. Wachsamkeit des Bewusstseins ist erforderlich, doch es gibt wenige, die sie besitzen. Jedes Phänomen des Feuers erfordert nicht nur bestimmte physische Bedingungen, sondern hängt auch vom Bewusstseinszustand ab. Die unverhofften Erscheinungen sind nicht so schwer zu erklären: es genügt, ohne Vorurteil in sein Bewusstsein zu schauen und die vorausgehenden physischen Vorgänge einzulangen. Man wird eine Hemmung des Stromes wahrnehmen, der die Erscheinung hervorruft.
465. Ihr sähet das Erblühen des dritten Auges, doch es ist nicht leicht, das Leuchten der psychischen Energie wahrzunehmen. Wir nutzen die Spannung der Atmosphäre, um die Offenbarung des Bewusstseins zu ermöglichen. Was in den Tiefen
des Bewusstseins schlummert, sollte gehoben werden. Die Stufen der Aufspeicherung sind nicht leicht. Man sollte den Fortschritt im Erobern von psychischer Energie nicht erzwingen. Der Kreis des dritten Auges ist schwierig zu erreichen. Diese Vereinigung mit dem Raumfeuer vollzieht sich nahe den Drüsen, die mit den Strömen der Zentren erfüllt sind.
Drei Flammen, dann der Kelch der Heldentat und das dritte Auge dies ist ein Teil Unserer Mysterien. Nachher ist eine Rast von wenigstens vier Tagen erforderlich.
466. Ich rate, zu beobachten, bei welchen Tätigkeiten und Gedanken die Sternchen in Erscheinung treten, dazu ihre Farbe und Größe; diese Zeichen sind wie der Segen der Welten. Das welträumliche Feuer scheint sich zu metallisieren, und das Leben wird mit dem Leuchten des Prana der Wirklichkeit erfüllt. Es bleibt nur noch übrig, die Zeichen ohne Vorurteil zu verfolgen und zu beobachten, mit welchen Gedanken sie in Beziehung stehen.
Gewiss, dem Psychoauge erscheinen sie gewöhnlich, doch man sollte nicht in Gewöhnlichkeit versinken. Nur für die Schwachen ist tägliche Arbeit an der Lehre langweilig. Die Funken des Kosmos sind unwiederholbar. Man könnte der Beobachtung dieser Sterne ein ganzes Kapitel widmen.
467. "Und mit Seinem Stock löschte Er alle Aufzeichnungen im Sand."73 In dieser Bewegung kommt die ganze Großzügigkeit des Lehrers, Sein ganzer Reichtum, Sein völliges Auslöschen der Vergangenheit sowie das Streben in die Zukunft zum Ausdruck. Doch, wie ich schon sagte, die Menschen machen alles zu Gewöhnlichem, nicht nur die persönliche Tätigkeit, nicht nur jene des Staates, sondern auch die geistige, sie können ständige Begeisterung nicht durchhalten. Doch die im Namen des Lehrers geweihte tägliche Arbeit wird weder gewöhnlich noch ermüdend sein. Sobald wir vergessen, wofür
wir arbeiten, wird uns Langeweile in ein Leichentuch der Verwesung hüllen, und keinem Spaßmacher der Welt wird es gelingen, uns ein Lächeln abzuringen. Wie kann man sich der täglichen Arbeit des Lehrers erinnern, wenn Seine Schöpfung im Raum verstreut ist und die Wirbelwinde die Aufzeichnungen davontragen? Doch mit einem Lächeln verwischt der Lehrer die Zeichen, denn Er wird nicht müde, die Funken der Heldentat auszustreuen.
468. Vielfarbige Funken verbinden uns mit dem räumlichen Bewusstsein. Doch das Kosmische Feuer kann nicht in vollem Maß geoffenbart werden, da das menschliche Wesen veraschen würde ausgenommen jenem, der sich dem Feuer weiht und dessen Wesen alle Stufen der Annäherung zu diesem Element durchschreitet.
Gleicherweise kann einem das Studium der Lebensgrundlagen verschiedenfarbige Zeichen der Grundlagen vermitteln, doch die vollständige Lehre darf und kann nicht dargelegt werden, weil Buchseiten nicht das ganze Leben enthalten können und die Lehre keine mechanisch aufgezogenen Marionetten schaffen will. Wahrlich, kein Lehrer hinterließ einen vollständigen Kodex der Lehre. Solch eine Vollständigkeit widerspräche der Unbegrenztheit und würde die völlige Begrenzung der Anhänger voraussetzen.
Wir können die Richtung weisen, Wir können aufrufen zu fliegen, Wir können die Arbeit bestätigen, Wir können das Licht aufzeigen, doch die Mittel und Wege dürfen nicht versklaven. Das erweiterte Bewusstsein wird anzeigen, wo Karma nicht verletzt werden darf. Das Karma nicht zu verletzen, ist die Sorge eines jeden, der die Grundlage der Lehre übermittelt. Eine übermäßige
Last aufzubürden, ist unverzeihlich. Möglichkeiten zu übersehen, ist unwürdig.
Der Lehrer lenkt den Strom des Bewusstseins, wenn auch der Schüler die Berührung des Lehrers nicht wahrnehmen mag. So sollte jeder, wie in das Leben, in den Bereich der Lehre eintreten, ohne abzuweichen. Doch dazu ist es notwendig, die Lehre in verschiedener Gemütsverfassung wiederholt zu lesen. Es wäre verfehlt, sich der Lehre nur in Stunden der Ruhe und Erhebung zu widmen. Das alles durchdringende Feuer ist das beste Symbol der Lehre.
469. Drei Jahrhunderte nach dem Hinscheiden des Gesegneten wurde Seine Lehre zum Gegenstand religiöser Streitigkeit. Kein Jahrhundert war vergangen, als die Christenheit schon äußerste Unduldsamkeit bekundete. Die letzte Verkündung Mohammeds entfachte Fanatismus. Religiöse Streitfragen haben den Sinn der Lehre entstellt, weshalb Wir jetzt zu besonderer Duldsamkeit aufrufen und jeden Streit ablehnen.
Man wird fragen, wie man die Lehre schützen soll, ohne auf Angriffe einzugehen? Die beste Verteidigung ist es, seine Tätigkeit in einer nichtfeindlichen Richtung zu entwickeln. Man kann die feindlichen Behauptungen durch Schaffen neuer Festungen entmachten. Ihr wisst, dass Wir Feinden nicht ausweichen, doch man sollte um ihretwillen nicht Kraft verschwenden.
470. Alles, was man mit Hilfe des Glockenzentrums sehen und hören kann, verdient eine besonders feinfühlige Aufmerksamkeit. Die Schicht erhabener psychischer Energie verbindet mit den Feuern des Raumes. Diese Feuer können selten in großem Ausmaß gesehen werden. Wie das Himmelsgewölbe vom Leuchten der fernen Welten erfüllt ist, so funkeln die Feuer über dem Scheitel. Dadurch wird die Eigenschaft
der psychischen Energie verfeinert. Wir müssen uns über jede Verfeinerung der psychischen Energie freuen. In der jetzigen Inkarnation haben wir die psychische Energie zu kristallisieren. Wenn wir in die Astralwelt hinübergehen, müssen wir nicht nur das künftige Bewusstsein mitbringen, sondern mit dem Kristall psychischer Energie auch unser Streben entfachen. Andernfalls versinken die Hinübergehenden im Dämmerlicht des Mitgebrachten. Daher ist die Aufspeicherung psychischer Energie so wertvoll.
471. Vor allem ist die Qualität der psychischen Energie von Bedeutung. Es ist richtig, anzunehmen, dass das Potential von psychischer Energie auch in niederen Organismen enthalten ist. Diesen verleiht die Energie Instinkt, jedoch nicht Bewusstsein. Sie entspricht den niederen atmosphärischen Schichten und zirkuliert in ihnen. Sie berührt die Zentren der unteren Hälfte des Organismus. Man muss deshalb verstehen, die psychische Energie zu beherrschen und sie zur Heldentat auszusenden. Psychische Energie wird durch die Art des Denkens verfeinert. Das Streben zu den Höhen ist die beste Aufgabe für das Zentrum der Glocken. Natürlich kann man ein höheres Denken nicht erzwingen. Diese Denkrichtung wird einem nach längerer Erfahrung zur Selbstverständlichkeit. Das bedeutet, dass uns die psychische Energie zwar emporträgt, doch das von ihr geschaffene Bewusstsein verfeinert die Eigenschaft der Energie. Die Große Schlange beißt sich wieder in den Schwanz und schließt den Kreis.
Die Manifestation der Energieverfeinerung kann sich in der Strahlung des einzelnen widerspiegeln. Die Fähigkeit, diese Ausstrahlungen festzuhalten, wird das Zeichen des Sieges des Bewusstseins sein.
472. Wenn sie keine Möglichkeit sehen, verfallen
die Menschen oft der Verzweiflung. Gewöhnlich vergessen sie einen der Hauptverbündeten: sie vergessen den Fluss von Ereignissen. Wir sagen nicht, dass man das Unbekannte untätig erwarten soll. Doch manchmal zeigen sich die erwarteten Möglichkeiten nicht, und manchmal sind sie ausgelebt und gar nicht mehr vorhanden.
473. Genauso wie wir an das Wesen der Astralwelt herantraten, wollen wir auch unsere Beziehungen zu den Rosenkreuzern, Freimaurern und anderen Organisationen, wo man das Allgemeinwohl anstrebt, festlegen. Viele Mahatmas haben in ihnen gewirkt. Und wenn wir an die altruistischen ursprünglichen Grundsätze dieser Organisationen denken, dürfen wir sie auch nicht ablehnen. Sofern es sich um aufrichtige Motive handelt, müssen sich alle für das Allgemeinwohl Schaffenden vereinen, besonders wenn der Geist entwickelt ist und das Bewusstsein nicht schlummert.
Warum sollen wir nur den Verurteilungen Gehörschenken? Nur auf den niederen Stufen werden Worte der Verurteilung ausgesprochen. Sie sind nicht am Platz, sobald der Same des Strebens in den Kelch fällt.
474. Das Züchten von Bakterien ist nur für das Studium ihrer Beschaffenheit zum Zweck ihrer Ausrottung nützlich. Genau gesagt, man muss es lernen, sie zu vernichten. Dieses Element schadet den besten Sekretionen und mag als der Feind von psychischer Energie betrachtet werden. Wie Rost das Räderwerk zum Stillstand bringt, so verdunkelt dieses Abfallprodukt mechanischer Vorgänge das Gefühlswissen.
475. Die Lehre kann ohne Zwang ihren eigenen Weg gehen. Man möge darauf hinweisen, wie
ungezwungen sich die Lehre verbreitet, wenn die Fristen nahen.
476. Nicht selten tritt die Astralwelt auf der physischen Ebene in Erscheinung. Wie unvernünftig begegnen Wesen der physischen Ebene jeder Manifestation, die ihren Gesetzen nicht unterliegt! Gleicherweise wird jeder, der in die Astralwelt eintritt, ohne sich ihrer bewusst zu werden, erschüttert sein.
477. Die Menschen haben es völlig verlernt, psychische Energie zu begreifen und anzuwenden. Sie haben vergessen, dass jede in Bewegung gesetzte Energie Trägheit erzeugt. Es ist nahezu unmöglich, diese Inertia auszuschalten, daher setzt jede Erscheinung von psychischer Energie ihre Wirkung entlang der Trägheit fort, manchmal sogar dauernd. Selbst wenn man seinen Gedanken ändert, durchdringen die Folgen der unmittelbar vorausgehenden Sendung trotzdem den Raum. Darin besteht nicht nur die Stärke der psychischen Energie, sondern auch ihre Beschaffenheit, die besondere Sorgfalt verdient. Nur mit erleuchtetem Bewusstsein vermag man die psychische Energie so zu lenken, dass sie seinen Pfad nicht durch vorherige Sendungen verdunkelt. Oftmals trübt ein gelegentlicher und unpassender Gedanke die Oberfläche des Meeres von Errungenschaften für lange Zeit. Der Mensch hat seinen Gedanken längst vergessen, doch dieser setzt den Flug vor ihm fort seinen Pfad erleuchtend oder verdunkelnd. Am Glanz des Strahles haften kleine, ihn bereichernde Lichter. Am Kehricht saugen sich dunkle und staubige, der Bewegung hinderliche Teile an.
Wenn Wir sagen "Flieget mit Licht" oder "Streut keinen Schmutz aus", warnen Wir vor der Tat.
Alles, was über psychische Energie gesagt wurde, bezieht sich auf jede Tätigkeit. Hier gibt es nichts Abstraktes, denn psychische Energie ist in der ganzen Natur enthalten und kommt besonders im Menschen zum Ausdruck. Wie sehr der Mensch auch versuchen mag, sie zu vergessen, sie selbst lässt ihn daran denken, und es ist Sache der Aufklärung, die Menschheit zu lehren, wie dieser Schatz zu nutzen ist.
Wenn die Zeit gekommen scheint, über die physisch sichtbaren Ablagerungen der psychischen Energie zu sprechen, so bedeutet es, dass Wirklichkeit offenbar geworden ist. Das heißt, dass die Menschen unverzüglich danach streben müssen, die psychische Energie zu beherrschen. Das Feuer des Raumes und psychische Energie sind miteinander verbunden und stellen die Grundlage der Evolution dar.
478. Wir unterteilen Bakterien in direkte und indirekte Zerstörer. Was gestern gesagt wurde, betrifft vor allem die erste Gruppe. Beim Verschmelzen des astralen mit dem physischen Körper ist diese schädlich.
479. L.74 wird besonders bei Ablagerungen von psychischer Energie benötigt, denn diese Kristalle können in der Substanz von L. geschützt werden. Auch kann das Präparat L. die Nervenzentren dort bedecken, wo sich die psychische Energie ablagert. Diese Platten werden ein Allheilmittel für die Menschheit sein. Ich sprach schon vor langem über L.
480. Die L.-Salze sind nicht nur gegen Gicht, sondern bei allen unregelmäßigen Ablagerungen von Nutzen. Das Auslaugen des angesammelten Schmutzes reinigt den Weg für psychische Energie. Es gibt Quellen,
welche diese Energien enthalten. Man kann sie zur inneren Anwendung empfehlen.
Man kann die Beobachtung machen, dass bestimmte Elemente zur gegebenen Zeit ins Leben eintreten.
481. Wer sich nicht fürchtet, zwecks Verfeinerung seines Wissens die Grundlagen der Lehre zu untersuchen, ist bereits auf dem richtigen Weg. Wer sich nicht fürchtet, unverstanden zu bleiben, der ist mit Uns. Wer sich nicht fürchtet, Flussbette großer Strömungen zu vereinen, ist Unser Freund. Wer sich nicht fürchtet, das Licht zu sehen, besitzt das Adlerauge. Wer sich nicht fürchtet, in das Feuer einzugehen, ist von feuriger Geburt. Wer sich vor dem Unsichtbaren nicht fürchtet, kann die Dunkelheit durchdringen. Wer sich nicht fürchtet, die Welt zu umkreisen, wird zu den fernen Welten gelenkt. Wer sich nicht fürchtet, die Gebote der Weisheit zu kennen, wird mit Uns sein.
Wir haben entsagt und wir haben erlangt. Wir haben abgegeben und wir haben empfangen. Wir wurden beraubt und wir wurden frei von Versuchung. Der Wissende schreitet voran wie ein Löwe der Wüste. Wer wird dem Brüllen eines Löwen antworten? Nur ein Löwe frei von Furcht.
Wo sind die Fesseln? Wo sind die Ketten? Die Erkenntnis der fernen Welten wird die Krone der Errungenschaft schmieden.
482. Es ist richtig, Krankheiten nicht nach innen zu verdrängen. Diese Wahrheit kennt der Arzt für den Körper, und der Arzt des Geistes müsste es wissen. Wie verborgener Zerfall dem ganzen Körper schadet, so hindert alles, was vom Geist nicht ausgelebt, das Wachstum des Bewusstseins.
Es ist nicht weise, zu sagen: "Rotte deinen Schmutz aus"; besser ist es, zu sagen: "Möge Wohlwollen dein Wesen erfüllen." Die Nacht wird dem Morgen weichen!
483. Die verschiedenen Erscheinungen
von psychischer Energie muss man ganz einfach beachten. Sie kann sich als Befreier oder als Unterdrücker erweisen, je nachdem, wie sie gelenkt wird. Zu ihrer Lenkung bedarf es keiner besonderen Formeln, nur aufrichtiges Streben ist erforderlich. Doch diese Aufrichtigkeit ist keineswegs leicht, denn über Aufrichtigkeit haben die Menschen ganz verschiedene Auffassungen. Sie rechtfertigen jedes Verbrechen mit Aufrichtigkeit. Doch wo bleibt die Selbstaufopferung, welche die Tat läutert? Böses ist mit Scheinheiligkeit und Persönlichem verbunden.
Es bedarf keiner Beschwörungen, allein die Reinigung des Bewusstseins weist der psychischen Energie die rechte Richtung.
484. Das niedrigste der Gefühle ist das der Selbstzufriedenheit. Jedes andere Gefühl vermag Folgen auszulösen, doch Selbstzufriedenheit bedeutet Tod. Es ist nicht leicht, Unzufriedenheit als Wohltat anzusehen, doch zu dieser endlosen Errungenschaft kann man sich erziehen.
Wenn wir uns unsere höchste Errungenschaft vor Augen führen, so wird sie, verglichen mit Vollkommenheit, dennoch hässlich sein. Unsere Arbeiten gründen hauptsächlich auf Unzufriedenheit, als der Quelle des Suchens. Doch für den Neuankommenden wird die Frage am schwersten zu beantworten sein: "Bruder, kannst du die ewige Unzufriedenheit verstehen?"
485. Manche Menschen werden als Glücksbringer, andere als Unglücksboten bezeichnet. Es gibt dafür viele Beispiele und Beweise. Geben wir zu, dass es so etwas gibt. Betrachten wir es
vom psycho-physikalischen Standpunkt. Jenseits der Grenzen von Karma gibt es etwas, was anzieht oder abstößt. Durch eine Reihe von physikalischen Experimenten kann man feststellen, dass eine bestimmte Wechselbeziehung von Elementen der Verbindung entweder die Bedeutung von Anziehung oder Abstoßung gibt. Je reicher die Grundenergie vertreten ist, um so positiver wird die Folge sein; und ist dieses Element das Feuer, so fliegen die sich ergänzenden Elemente wie Motten zum Licht. Das heißt, dass auch Erfolg nach physikalischen Bedingungen gemessen wird, und es ist nützlich, sein eigenes Wesen zu kennen.
Wo liegt die Grenze der Einwirkung des Feuers? Sind der Magnet und das Feuer nicht miteinander verbunden? Was nährt die Substanz des Magneten? Bis jetzt besitzen die Menschen keinen Apparat, um die Spannung des Feuers des Raumes zu messen! Doch es mag Metalle geben, die für die feurigen Wellen empfindlich sind. Viele Einwirkungen, die bis jetzt als die feinsten gegolten haben, werden bald wegen ihrer Primitivität in Staunen versetzen. Die Menschen beachten natürlich vor allem die offensichtlicheren Elemente, doch sie haben noch nicht versucht, die alles durchdringende Energie zu verdichten.
Empfehlet euren Freunden, in dieser Richtung zu denken. Den Anfang dieses Versuches machte der erste Mensch mit zwei Holzscheiten. Doch nach wie vor ist man weit davon entfernt, Energie zu nutzen. Feuer, als Licht, stärkt die menschliche Substanz. Das Wunderbarste und Feinfühligste wird im Feuer gestählt.
486. Die Menschen beachten die Wirkung der Metalle auf die psychische Energie nicht, indessen wurde im Altertum
in dieser Richtung große Feinfühligkeit gezeigt. Außer dem Magneten wurden einige Legierungen aus je sieben, acht oder neun Metallen erforscht. Wie ihr wisst, wurden viele Bildnisse aus Metalllegierungen hergestellt, und es wurden Anweisungen gegeben, sie mit den Händen zu berühren, um durch Vergötterung eine wohltätige Wirkung der psychischen Energie zu erlangen. Diese ursprünglichen Formen sind nicht mehr gebräuchlich, doch wurden sie durch nichts Vernünftigeres ersetzt. Astrochemie wird anerkannt, Radioaktivität und Magnetismus erregen die Aufmerksamkeit, doch all dies ist nur auf den Körper gerichtet. Doch das Wichtigste, die psychische Energie, wird vergessen.
Beachtet, welche Wirkung farbige Gläser auf den psychischen Zustand ausüben, und eine noch stärkere haben Metalle und ihre Verbindungen.
Man wird der psychischen Energie Aufmerksamkeit schenken müssen.
487. Mancher wird sagen: "Wozu sich mit Agni Yoga und psychischer Energie befassen, wenn wir über drahtlose Nachrichtenvermittlung und alle Arten von Erfindungen verfügen?" Doch die drahtlose Verbindung übermittelt nur Gedanken, wogegen psychische Energie nicht nur sofort übermittelt, sondern den Menschen auch zur sofortigen Ausführung veranlasst. Wir täuschen Uns nicht, wenn Wir sagen, dass die Hälfte der Menschheit suggerierte Befehle ausführt und es für psychische Energie keine Entfernung gibt.
Wieder wird man sagen: "Doch dann ist psychische Energie für die Regierungen gefährlich."
Wir antworten: "Gewiss, alle nicht angewandten Energien sind gefährlich, doch sie sind vorhanden, und es naht die Zeit, wo sie im Leben bewusst angewendet werden müssen. Jeder verfügt über einen Vorrat an psychischer Energie, doch wird sie nicht genutzt, verwandelt sie sich in eine hässliche Ablagerung, Sklerose genannt, obwohl man sie weise anwenden könnte."
488. Wenn man euch ein für ein ganzes Kleid zugemessenes Stück Stoff gibt, wird es euch nicht gelingen, aus der Hälfte ein Kleid anzufertigen. Gleicherweise werdet ihr, wenn ihr nur die Hälfte des Rates befolgt, kein volles Ergebnis erzielen. Die Menschen lieben es, einen Teil des Ratschlags herauszunehmen, und nachher beklagen sie sich, dass ihre Hoffnungen nicht erfüllt wurden. Weiser Rat ist eine Medizin, deren Zusammensetzung man nicht ändern kann.
489. Ein bekannter Rischi75 verweilte in Schweigen und sein Antlitz ließ Bestrebung erkennen. Man fragte ihn, womit sich sein Geist beschäftige. Der Rischi antwortete: "Ich baue gerade einen Tempel." "Und wo befindet sich dein Tempel?" "Zwanzig Tagesmärsche von hier, die Baumeister sind in großer Not." "So baust du, ohne tätig zu sein?" Der Rischi lächelte: "Ist Tätigkeit nur in den Händen und in den Füßen?"
490. Es ist sehr wertvoll, wenn der Gedanke des Raumes zur Mitarbeit herangezogen werden kann wenn nicht nur Feuer mitwirkt, sondern auch Sterne an den Taten teilhaben. Auf der einen Stufe verstärken wir unseren Willen, auf der nächsten kommen wir mit Raumfeuern in Berührung und der räumliche Gedanke dient als Semaphor und Megaphon. In diesem Zustand brauchen wir nicht
viel Willenskraft aufzuwenden, da wir einer unerschöpflichen Energiequelle nahe sind, die uns dient, wenn es zulässig erscheint.
Wenn in einem Manuskript der Funke Zellen streicht, die weggelassen werden sollten, und ein blaues Licht etwas unterstreicht, was Empfehlung verdient, so bedeutet das, einen mächtigen Mitarbeiter zur Seite zu haben. Dieser Zustand kann nicht erzwungen werden, nur Erfahrung bringt uns dem räumlichen Gedanken näher. So schreiten wir nach dem Feuer und dem räumlichen Gedanken fort zum Bewusstwerden der fernen Welten. Wir freuen Uns, wenn jemand das Meer des Raumes betritt.
491. Asbest, einige Glimmerarten, Mangan, Sodaablagerungen sind für das Leben noch nicht voll ausgewertet. Welche Krankheiten können auf Sodafeldern gehellt werden? Welche Präparate bietet Asbest? Welche Umwandlungen bietet Glimmer? Über Mangan habe Ich bereits gesprochen.
492. Agni Yoga naht zur rechten Zeit. Wer hätte sonst gesagt, dass Grippeepidemie durch psychische Energie geheilt werden muss? Wer würde die neuen Arten von Geistes-, Gehirn- und Schlafkrankheiten beachten? Weder Lepra noch die frühere Pest, noch Cholera braucht man zu fürchten; dagegen gibt es Vorbeugungsmittel. Doch man muss über die neuen Feinde nachdenken, die durch die gegenwärtigen Lebensumstande geschaffen werden. Da helfen die alten Maßnahmen nicht, doch durch Erweiterung des Bewusstseins wird ein neuer Weg gefunden werden.
Man kann den Lauf von Krankheitswellen, welche die Erde in einem Jahrtausend heimsuchten, verfolgen. Nach diesen Berichten kann man
eine sonderbare Liste von menschlichen Schwächen zusammenstellen, denn Krankheiten zeigen natürlich die negative Seite unseres Daseins.
Ich hoffe, dass wachsame Geister darüber beizeiten nachdenken. Wenn das Haus bereits in Flammen steht, ist es zu spät, eine Pumpe zu bauen.
493. Man muss die Zukunft gründlich erkennen. Arbeit endet nicht in den bereits vorbestimmten Werken, sondern setzt sich endlos fort. Das Vordringen in die Unbegrenztheit ist das schönste Streben.
494. Ich freue Mich, wann ihr versteht, dass Hindernisse Möglichkeiten sind. Misserfolg ist die Anerkennung der Finsteren. Wir müssen jede Aussage der Finsteren beachten. Sie sind für das Wachstum der Werke nur von Nutzen. Wie Schmutz die Erde düngt, so verwest Finsternis für die Blumen des Lichts. Der umgebende Regenbogen schützt, aber Finsternis lässt ihn erst sichtbar werden.
495. Krebs ist die Geißel der Menschheit und muss sich unvermeidlich verbreiten. Die Hauptmaßnahmen gegen Krebs sind Vorbeugungsmittel. Wer weder Fleisch noch Wein, Tabak und Narkotika zu sich nimmt, wer die psychische Energie rein hält, wer sich von Zeit zu Zeit einer Milchdiät unterzieht, wer den Magen reinigt und das Wasser L. verwendet, braucht nicht an Krebs zu denken.
Im Anfangsstadium dieser Krankheit ist eine Operation möglich, doch sie ist sinnlos, wenn der Mensch nach seiner Genesung zu seiner alten Lebensweise zurückkehrt. Gewiss, Ultraschall wird die Geschwulst zerstören, doch welchen Nutzen wird dies haben, wenn die Ursache der Vergiftung nicht beseitigt wird? Es muss ein gesunderes Leben geführt werden. Es ist nicht weise, Kuren für Leichname zu erfinden! Doch
man muss der Lebensweise der Kranken Beachtung schenken.
Für gewöhnlich nimmt man an, dass Krebs erblich sei. Das muss natürlich so verstanden werden, dass ein vergifteter Organismus einen gleichartigen gebiert. Kinder sollten sofort geschützt werden; unter ihnen gibt es nicht wenige bemerkenswerte.
496. Sehr feinfühlige Apparate spüren, wenn die Saiten gespannt sind. Darin besteht wahre Zusammenarbeit. Wahrlich, es gibt Augenblicke, wo der Schild der Welt erglüht und keine lebende Substanz ihn erreichen kann. Die Aktivierung der psychischen Energie wird anzeigen, wann es notwendig ist, den Sturm abzuwarten. Diese Fähigkeit kommt nicht plötzlich; deshalb sollten feinfühlige und fähige Mitarbeiter immer geschätzt werden.
Wir freuen Uns, wenn Wir einen Menschen finden, der die Bezeichnung "der volle Kelch" verdient ihm kann man vertrauen. Es gibt viele Beispiele, wo sich selbst Gerufene nach vielen Zeichen abwandten. Sie tauchten in Mittelmäßigkeit unter, sie zerfielen lebendig und traten zurück in die Dunkelheit.
497. Erkennet, wie nützlich es ist, Unseren Rat ohne Groll zu befolgen, wissend, dass die Ausstrahlungen des Sturmes die Zentren anspannen. Doch unter dem Schirm der Dukkar76 werden wir ausharren. Der Lehrer hat viele Schildwachen.
498. Das Licht Abidharma77 ist die Verbindung des Feuers der höheren Sphären mit der Ausstrahlung des Bewusstseins. Durch Beispiel veranschaulichten Wir, welchen Schutz das Licht Abidharma gegen die vergifteter Ausstrahlungen der niederen irdischen
Schichten bietet. Die durch das Licht Abidharma zurückgedrängte dunkle Flamme giftiger Gase wurde unschädlich gemacht; doch dazu muss man die Raumfeuer sowie seine eigene Ausstrahlung kennen. Wahrlich, für nützliche Ergebnisse ist Erkenntnis erforderlich. Die einfachste Wahrheit bedarf der Wiederholung; ansonsten wird sie mit Abfall verschüttet.
499. Jede vernünftige Tat ist eine unzerstörbare Errungenschaft. Die Bejahung der Lehre ist eine unbesiegbare Rüstung. Erkenntnis ist das Beherrschen der Funken des Lichts. Der Raum umfasst eine Ansammlung von Körpern. Zeit ist das Wahrnehmen von Strahlen. Wie sich das in die Länge Gezogene in Unwahrnehmbares wandelt, so unsichtbar ist die Zusammensetzung des Sauerstoffs die Geburtsstätte der Macht des Feuers.
500. Ihr könnt bemerken, dass eine telepathische Übertragung gewöhnlich rasch vergessen wird. Dies liegt am Wesen der Übertragung, die besondere Zentren berührt, die im gewöhnlichen Hörprozess nicht mitwirken. Man kann sich daran gewöhnen, diese Mitteilungen Im Gedächtnis festzuhalten, doch ihre Technik wird nichtsdestoweniger einmalig bleiben. Gleicherweise hängt die Sendung der Mitteilungen nicht von erzwungener Willensanspannung ab, sondern von der Klarheit des Bewusstseins in Verbindung mit dem Licht Abidharma. Daher hängt die Erscheinung der Übertragung von der Reinheit des Bewusstseins ab und dem vom Raumfeuer angezogenen Sauerstoff.
Man sollte die chemische Verschiedenheit menschlicher Ausstrahlungen beachten. Doch gewöhnliche Versuche in Gedankenübertragung sind nicht von Nutzen. Der Sender wiederholt im Geist: "ich sende", und der Empfänger trübt sein Bewusstsein durch den Gedanken: "ich empfange".
Bei Sendungen auf Entfernung sollte man die Mitteilungen der psychischen Beschaffenheit des Empfängers anpassen. Es ist auch gut ihm geläufige Ausdrücke zu verwenden, um Ermüdungserscheinung zu vermeiden.
501. In welchem Haus wird sich psychische Energie entfalten? Natürlich in dem Haus, das in die Zukunft strebt. Das ist weder einfach noch leicht. Die Menschen sind zu sehr auf die Gegenwart gerichtet. Wird gegen Belohnung gesprochen, so wird der auf die Gegenwart Gerichtete auch die Lebendigkeit dieser Anweisung nicht begreifen. Doch wer in die Zukunft strebt wird über die Bedingungen der Belohnung gar nicht sprechen, und jede Belohnung wird für ihn nur Schuhwerk für die nächste Reise sein. Dann werden die führenden Feuer angezündet und die psychische Energie nimmt zu. Alles entwickelt sich durch Erfahrung. Erfahrung erwirbt man durch das Eindringen in die Zukunft; sie ist konträr zum sinnlosen Vegetieren.
Die höchste Erfahrung ist die Erfahrung an sich selbst. Sie ist zentrifugal und zentripetal. Diese einfachen Wahrheiten müssen wiederholt werden. Gerade im Darbieten des eigenen Geistes für die Rettung der Menschheit ist das Opfer und die Errungenschaft enthalten. Unzusammenhängende Gegensätze werden keinen Kreis bilden, und ohne Kreis gibt es keine Rotation. Jede Spirale erscheint von oben und von unten gesehen wie ein Kreis, doch jede Schwierigkeit der Vorstellung schwindet, wenn wir in die Zukunft streben.
Man sollte den Pfad der psychischen Energie nicht erschweren. Sie wird dem feinfühligen Ohr selbst zuflüstern, wann
der Schlaf, als etwas Unnötiges, verkürzt, wann die Nahrung, als Unnötiges, und wann das Trinken, als Unnötiges, vermindert werden sollen. Jede Energie nährt und die psychische Energie besonders.
Die zeitweilige Schwächung der Gliedmaßen sollte einen nicht beunruhigen. Die vergifteten Ströme der Erde wirken vor allem auf die Gliedmaßen. Doch das natürliche Wachsen der psychischen Energie kann die Mittel des Körpers ersetzen und helfen, das Gleichgewicht zwischen dem Sichtbaren und Unsichtbaren zu finden.
502. Man kann voraussehen, dass manche beginnen werden, psychische Experimente mit Pflanzen durchzuführen, ohne Erfolg zu haben. Es kann erwartet werden, dass jemand die Lehre wegen ungenauer Hinweise tadeln wird, ohne den Zustand seiner eigenen psychischen Energie zu bedenken.
Man darf keine Ungenauigkeiten der Hinweise vermuten, wenn Ich sage, dass psychische Energie nicht nur verstärkt, sondern auch verfeinert werden muss. Unter den Wellen des Feuers, wenn sich die Aura infolge Anspannung purpur zu färben beginnt, wird sie sich verstärken. Durch Wachsamkeit, Scharfsichtigkeit und Feinheit des Denkens wird sie sich verfeinern. Wie kann man die Verfeinerung des Gedankenstromes genauer bezeichnen, als wenn die Formeln der Zukunft in Begeisterung ertönen? Wahrlich, eine Menge Menschen geht an diesen Formeln vorbei und meidet die durch das Streben des Geistes verursachten schmerzvollen Stigmata. Wahrlich, die Stigmata stellen den besten Beweis der Feinfühligkeit dar. Nicht rohe, auffallende Erscheinungen, sondern Schwingen kosmischer Gedanken senken sich wie die zarteste Berührung auf den Scheitel nieder und wecken das Streben Kundalinis.
Diese Gedanken mögen flüchtig unwägbare Spuren hinterlassen, doch sie schärfen die Zentren und sammeln wie Nadeln Elektrizität. Sind unsere Zentren nicht wie Nadeln der Koniferen?
Wer den Pfad der Verfeinerung der psychischen Energie betrat, wird nicht von ungenauen Hinweisen sprechen.
503. Wohin kann man das Denken richten? Wohin den Willen lenken? Zu dem Raum, aus dem die belebende Energie kommt. Lasst uns zu ihr hinstreben!
504. Vollmond begünstigt gewöhnlich telepathische Manifestationen. Doch es gibt Umstände, die diese Bedingung ändern. Vor allem üben bestimmte Phasen von Sonnenflecken Einfluss aus. Ihr konntet beobachten, dass telepathische Manifestationen in Verbindung mit dem Chemismus planetarischer Strahlen zunahmen, aber Sonnenflecken beeinflussen die verschiedensten Seiten des Seins. Kälte, die verheerende Ausmaße erreichen kann, Hitze von Eruptionen und Erdbeben sind Begleiterscheinungen der Veränderungen der Sonnenaura.
Man muss das im Gedächtnis behalten, weil die Kälte ansteigen kann und die Erdbeben stärker werden können. Somit könnte eine vorübergehende Erscheinung zu einer endlichen werden.
505. Der Yogaschüler muss sich an eines gewöhnen: an den unvermeidlichen Argwohn der Menschen. Man sollte Leute wegen dieses Verhaltens nicht tadeln. Wenn er ein Asket wäre, im allgemein angenommenen Sinn, würden sie sich viel leichter mit ihm abfinden. Träte er als Magier in Erscheinung, würde man ihn aus Angst hinnehmen. Doch
sein Wesen lässt sich mit einfachen Worten nicht erklären, und das Werk für die Evolution der Welt lässt sich in keine festgesetzten Verordnungen einreihen. Wie werden sich die Menschen mit der Erneuerung ihres Lebens abfinden? Dies ist es, was sie vor allem fürchten.
Wer den Pfad des Agni Yoga beschritten hat, grämt sich glücklicherweise nicht über Argwohn. Er arbeitet und gibt sich ganz der gerechten Sache der Evolution hin. Er schreitet ohne Zweifel einher, wissend, dass Zufriedenheit nicht sein Los ist.
506. Außer kosmischen Bedingungen beeinflusst Aufregung telepathische Manifestationen. Diese völlig verständliche Unausgeglichenheit durch persönliche und umgebende Angelegenheiten drängt sich in die Leitung der Mitteilungen. Gleicherweise verursacht der heftige Wunsch, sich der Mitteilung zu bemächtigen, Erbeben im feurigen Leiter. Aber noch kann kein physischer Apparat mit psychischer Energie verglichen werden. Die Wellen des physischen Apparates können die Atmosphäre in bestimmten Schichten überfluten, was ohne die Heranziehung von psychischer Energie zu einem neuen Unheil führen wird.
Wie können die Menschen nur annehmen, dass physische Wellen ihr Wesen nicht beeinflussen? Unsichtbare und unhörbare Wellen wirken stärker als betäubende Explosionen. Doch viele Gefahren werden schwinden, sobald die unerschöpfliche Quelle der psychischen Energie erkannt wird. Selbst das ganze Prinzip der Bewusstwerdung der psychischen Energie ist für die Menschheit nicht leicht.
507. Das Abtöten der psychischen Energie ist, gleich Unwissenheit, ein Verbrechen. Es gibt unzählige Morde,
die auf eine in Unordnung geratene psychische Energie zurückzuführen sind. Darüber sollte man nachdenken! Die Tatsache, dass man sie nicht erkennt, bedeutet nicht, dass es sie nicht gibt!
508. Intellekt ist nicht Weisheit. Gefühlswissen ist Weisheit. Intellekt ist Verstand. Weisheit entscheidet, denn diese ist bereits lange vorher herangereift. Intellekt ist die Schwelle zur Weisheit; und geschärft, verschmilzt er mit der Sphäre der Synthese. Verstand und fachgebundene Denkweise bilden die Eckpfeiler des künftigen Hauses. Ein Mensch, der eine fachgebundene Denkweise besitzt, kann sich eine glänzende Zukunft bereiten, doch er wird so lange inkarnieren, bis er seine beschränkte Spezialisierung aufgibt. Wenn der Intellekt seine Spezialisierung aufgibt, ist er bereits weise. Jede Spezialisierung ist für die irdischen Lebensbedingungen bestimmt. Die Synthese des Geistes erschließt alle Sphären. Geistige Anspannung speichert räumliche psychische Energie. Geistige Anspannung kann in beliebige Sphären der Astralebene führen.
509. Die Frage, wie man psychische Energie speichert, ist berechtigt. Vor allem geschieht es durch Bewusstsein oder durch Selbstaufopferung und Heldentat. In allen Fällen bleibt psychische Energie unveräußerlich. Bewusst gespeichert, wird sie verfeinert; doch bei anderen Aufspeicherungen kann es Fälle geben, wo die Energie sich zu einem Embryo sammelt und die Bedingungen für ihre Manifestation abwartet. Bei jeder Erscheinung von psychischer Energie kann man
irgendeine instinktive gute Tat aus der Vergangenheit vermuten.
510. Bewusstsein wird in einem langsamen Prozess gespeichert. Ein einfaches Experiment kann zeigen, wie dieser Richter unsere Handlungen verwandelt. Man mag einen wenig entwickelten Menschen zu einer Handlung veranlassen und beobachten, wie er sie ausführt. Wird er nachher durch Beeinflussung der Willenskraft des Bewusstseins beraubt und gezwungen, dieselbe Handlung auszuführen, so wird der Vergleich verblüffend sein.
511. Noch vor kurzem wurde der Gedanke auf Phänomene der so genannten Energieerscheinungen gelenkt. Doch jetzt kann man an die Erneuerung des Lebens und an Schritte in die Zukunft denken. Man muss allen Mut sammeln, um das Ungewöhnliche beiseite zu lassen und diesen Begriff in die Wirklichkeit zu übertragen. Das ist schwer, doch man muss die Begrenzung herkömmlicher Begriffe überwinden. Ebenso schwer ist es, nicht ins Gewöhnliche zu verfallen, da der Fortschritt in Richtung Evolution, die Teile des Seins verbindend, immer ungewöhnlich ist und dem Vergangenen nicht ähnlich sein kann.
Kann man inmitten von Hass in der Endzeit der Kali Yuga Leben aufbauen? Indessen muss die völlige künftige Aufgabe der Satya Yuga bereits jetzt, inmitten Feindseligkeit und Zerstörung, zum Ausdruck kommen.
512. Bei jedem Experiment kann man den Widerstand der niederen Materie wahrnehmen. Mit Hilfe von Reinigung und Ausstoßung gelingt es, die schädlichen niederen Teile zu entfernen. Menschliches Sein ist den universellen Gesetzen unterworfen. Erhebt sich nicht bei jeder fortschrittlichen Tat der stumpfsinnigste Widerstand? Wird man nicht gezwungen,
Inkonsequenz und Verwesung durch Anspannung des Feuers zu vernichten? Wie bei einem Laboratoriumsversuch muss man alle toten Nebenprodukte isolieren. Wollt ihr erproben, wer den niederen Einflüssen ausgesetzt ist, so schlagt in einer Versammlung eine Tat für das Allgemeinwohl vor. Ihr könnt sicher sein, dass jene, die Einspruch erheben, sich nicht von toter Materie befreit haben. Leichter als die Schichten des Bodens geben die Menschen von sich Zeugnis. Untersucht daher bei der Wahl der Feurigen die Bewährung, die sie euch ohne Zögern darbieten.
Auch bei psychischer Reaktion wird der manifestierte Verlauf sich steigern. Gleicherweise wird ein Mensch die eingeschlagene Richtung vertiefen. Es gibt wenige, die ihr Wesen verbergen können.
Durch Entwicklung des Feuers kann man unfehlbar die begegnenden Erscheinungen beurteilen. Aus dem Gefühlswissen, auf das seit langem hingewiesen wird, blitzt das Feuer der angespannten psychischen Energie auf. Was könnte sich vor ihm verbergen?
513. Als Wir von der internationalen Regierung sprachen, waren viele verwirrt. Werden sie es begreifen, wenn sie erfahren, dass sie die Regierung des Wissens ist?
514. Es ist schwer zu erkennen, ob aus Verzweiflung oder aus heftigem Verlangen gehandelt wird. Die Flamme wird die gleiche sein.
515. Wie kann das blaue Feuer in purpurnes verwandelt werden? Die Anspannung der psychischen Energie wird rubinrote Pfeile aussenden, und ihr Wachsen wird die Bläue des Bewusstseins durchdringen.
516. Uru und Svati sind in der Kosmogonie zu finden.
Die Zeichen des nahenden Wassermanns und die Verbindung mit Saturn werden wiederholt. Man kann wiederum sehen, dass die Kosmogonie der Atlantier dem rechten Pfad folgte. Nicht nur der Chemismus der Strahlen wurde erkannt, sondern auch die wirkliche Zusammenarbeit der Gestirne. Gerade ihr nähert sich die Menschheit nach langen Wanderungen wieder. Aber noch eine einfache Sache muss erkannt werden: dass die Bevölkerung der kosmischen Körper nicht irdischen Formen gleicht. Die Menschen können über sich nicht in anderen Erscheinungen denken, doch welche Freuden müssen aus der Erkenntnis der Zusammenarbeit erwachsen! An ganz allgemeine Bedingungen sollte man leicht herangehen.
517. Beim Studium der Aufspeicherungen von psychischer Energie kann man die Beobachtung machen, dass die Energie wie der Puls des Kosmos wirkt Ebbe und Flut sammeln Macht. Es ist nicht weise, nur die ankommende Flut zu erwarten, wie könnte sich dann die Kraft speichern? Wie ein feines Weben wird ein durch den feurigen Faden verbindendes Gewebe der Zusammenarbeit der Zentren geschalten. Wie ein vielfältiges Leuchten des Universums strahlt die psychische Energie mit Feuer. Dies kann Atma genannt werden. Uru und Agni sind nötig, um das Svati des Bewusstseins zu verleihen.
Jemand wird fragen: "Kann man diese gesamte Energie nicht umgehen, wenn die Erkenntnis der psychischen Energie ans Äußerste des Universums führt?" Es ist unmöglich, ganz unmöglich, dem auszuweichen, was uns von selbst naht.
518. Die Menschen verlieren viel, wenn sie die Erfüllung nur durch ihre eigenen Methoden erwarten. Wie werden sie über die fernen Welten denken? Man wird viele Listen und Tabellen ändern müssen.
519. Ihr bemerkt, dass Wir Uns oft kurz fassen und selbst wichtige Umstände kaum erwähnen. Das heißt, dass man zur gegenwärtigen Stunde die Wellen des Raumes nicht komplizieren darf. Diese Bedingung wird wenig beachtet, was nicht wieder gutzumachenden Schaden verursacht. Beachten wir daher die Bedeutung des Kristalls des Gedankens.
520. In den Mysterien Ägyptens wurde eine Zeremonie vollzogen, die man "Das Schärfen des Schwertes" nannte. Der Neophyt78 wurde in tiefe Finsternis geführt. Dort trat der Große Hierophant auf ihn zu, der ihm einige der Mysterien enthüllte, und Licht beleuchtete den Hierophanten. Daraufhin versank alles wieder in Finsternis.
Es näherte sich der Priester, "Versucher" genannt. Aus der Finsternis fragte seine Stimme: "Bruder, was hast du gesehen und gehört?" Der Geprüfte antwortete: "Ich wurde durch die Anwesenheit des Großen Hierophanten geehrt." "Bruder, bist du überzeugt, dass dies der Große Hierophant Selbst war?" "Meine Augen haben gesehen, und meine Ohren haben gehört." "Doch das Bild könnte trügerisch und die Stimme unecht gewesen sein."
Daraufhin war der Prüfling entweder verwirrt und war abweisend, oder er war mit Standhaftigkeit erfüllt und sprach: "Die Augen und Ohren kann man täuschen, aber nichts kann das Herz irreführen, ich sehe mit dem Herzen und höre mit dem Herzen, und nichts Unreines wird das Herz berühren. Geschärft ist das mir anvertraute Schwert."
Dann trat abermals der Große Hierophant heran, wies auf einen mit einem roten Trank gefüllten Kelch und sagte: "Empfange deinen Kelch und trinke daraus, leere ihn, um das Geheimnis auf dem Grunde zu schauen."
Auf dem Grunde war ein Bildnis eines auf dem Rücken liegenden Menschen, eingeschlossen in den Kreis einer Schlange, mit der Inschrift: "Du selbst bist der All-Gebende und All-Empfangende." So lautet die eine Lehre zu allen Zeiten, doch die Finsternis der Unwissenheit lässt einen ihren Sinn vergessen.
521. Die von Uns übertragenen Aufgaben sind nie ungefährlich, weil sie gegen den mächtigsten Feind gerichtet sind. Es gibt keine höhere Wahrheit als die eine Wahrheit. Nur so lasst uns den Kelch empfangen und zum Ziele tragen.
Man kann unter antiken Gegenständen Symbole des Wissens finden.
Wanderer, bist du frei von Furcht?
522. Wir sahen, dass psychische Energie ganz eng mit Feuer in Beziehung steht, eine unveräußerliche Errungenschaft darstellt sowie eine aufspeichernde Eigenschaft besitzt; das heißt, dass Gegenstände, auf denen die Energie aufgespeichert wurde, eine Willensanspannung hervorrufen können. Eine wirksame Aufspeicherung an Energie verleiht den Gegenständen Strahlkraft oder vermittelt einen eingegebenen Gedanken. Dann liegt die wissenschaftliche Erklärung heiliger Gegenstände. Man kann regelrechte Ablagerungen von psychischer Energie auf ihnen feststellen, falls diese wertvollen Aufspeicherungen nicht durch törichte Übertragungen vernichtet wurden.
Menschen mit aufgespeicherter psychischer Energie sollten als Schätze des Staates betrachtet werden. Ein Land soll nicht auf seine Millionen von Zweibeinern stolz sein, sondern auf seinen Reichtum an psychischer Energie. Durch diesen Energiereichtum können Tausende von Unwissenden geschont werden.
Jede Anspannung der psychischen
Energie zieht wie ein Magnet die tief im Menschen verstreuten Energiekeime an. Das bedeutet, dass jeder Besitzer bewusster Energie das Allgemeinwohl verkörpert. Hüten wir darum jeden aufgespeicherten Energiereichtum sorgfältig.
523. Natürlich kann man zwecks Entwicklung bewusster Energie einen Apparat zur Sammlung dieser Energie vorsehen, doch muss die menschliche Energie unbedingt der Leiter sein.
Für die Experimente mit psychischer Energie sind Geduld und unentwegte Aufspeicherung vonnöten. Es ist schädlich, Energie ohne Gleichmaß auszusenden, denn Heftigkeit kann die Oberfläche der ruhigen Schichten stören.
524. Ein altes Sprichwort sagt: "Satan hält die Zügel straff." Ein anderes: "Wer das Bild Satans schaute, wird es nie mehr vergessen." Alte Leute halten an der Annahme der Unbeweglichkeit menschlichen Bewusstseins fest.
Unser wichtiger Rat ist, sich eine vernünftige Beweglichkeit anzueignen.
Welchen Schatz kann ein reines, freies, unerschrockenes Bewusstsein der Menschheit bieten! Doch Gewohnheiten halten Unerfahrene gleich Fesseln zurück.
Für die Aufspeicherung psychischer Energie könnte ein Apparat vorgesehen werden, doch wer würde der Leiter sein? Und wie viele wurden die Anwendung dieser Energie im Leben zu schätzen wissen?
525. Lasst uns heute über Arbeit sprechen. Die bewusste Entwicklung von psychischer Energie fördert
die Arbeit. Man kann dadurch in kurzer Zeit Arbeitsergebnisse erzielen, die sonst viele Jahre in Anspruch genommen hätten.
526. Es ist richtig, anzunehmen, wie sehr die vom Menschen zum Ausdruck gebrachte psychische Energie die Würde der Menschheit hebt. Allein das Streben des Gedankens in diese Richtung erweist sich bereits als Segen.
527. Mancher wird zu euch kommen und den Wunsch äußern, sich Agni Yoga zu nähern. Fragt ihn, was ihn zu dieser Entscheidung veranlasste. Antwortet er: "Ich suche Beweise", dann werdet ihr denken: "Er ist keiner von uns." Oder er wird von seinem traurigen Schicksal sprechen. Ihr werdet denken: "Er ist keiner von uns." Oder er wird sagen, dass er seine Feinde besiegen will. Ihr werdet denken: "Er ist keiner von uns." Oder er wird über seinen Wunsch nach Reichtum sprechen. Ihr werdet denken: "Er ist keiner von uns." Oder er wird von irdischen Vorrechten sprechen. Ihr werdet denken: "Er ist keiner von uns." Oder er wird von seiner Sehnsucht nach Ruhe sprechen. Ihr werdet denken: "Er ist keiner von uns."
Doch einer wird sagen: "Ich will mich vervollkommnen." Fragt ihn: "Welchen Lohn erwartest du?" Und er wird antworten: "Die Annäherung zur Lehre."
Ihr werdet euch freuen, weil sein Geist richtig anklopfte. Er kann mit der Selbstbeobachtung beginnen. Er kann unnütze Eigenschaften schmerzlos ablegen. Er wird begreifen, dass nicht Leiden nötig sind, sondern Befreiung. Er wird verstehen, dass kein Wunder nötig ist, sondern Gefühlswissen. Er wird begreifen, dass nicht intellektuelles Lernen wertvoll ist, sondern Erkenntnis und Anwendung.
Am ersten Tag frohlockend, wird er morgen nicht den Kopf hängen lassen. Er wird wie ein Elefant des Glücks dahinschreiten, das Gebüsch beiseite schiebend. Er wird Erfolg als das Lächeln der Sonne entgegennehmen. Er wird
den Skorpion der Furcht vertreiben. Er wird die Gabe als das Licht auf dem Pfad empfangen. Er wird die Erkenntnis und Entwicklung der Feuer als anziehenden Magneten verstehen. Und er wird begreifen, dass Feuer wie Pflanzen unmerklich wachsen. Er wird verstehen, dass das Feuer die Vergangenheit verbrennt und die Zukunft erleuchtet. Und er wird verstehen, was Heldentat bedeutet!
528. Wir vermeiden Wiederholung, doch manchmal sind Wir gezwungen, zu einem früheren Thema zurückzukehren. Beachtet diese Wiederholungen, sie ergeben sich aus persönlichen Missverständnissen oder durch kosmische Komplikationen, die besondere Aufmerksamkeit erfordern. So ist es notwendig, über das Verhalten zur psychischen Energie wiederholt zu sprechen. Natürlich ist sie unveräußerlich, doch sie kann in einen schlummernden Zustand gebracht werden, und dann wird sie kristallisieren, aber nicht wirken. Dieser Boden muss mit dem Pflug selbstaufopfernder Arbeit wieder gelockert werden. Gewiss, nicht eines ihrer Saatkörner wird verloren gehen, doch solche Schichten müssen geweckt werden; daher verurteilt die Lehre unbeweglichen Eigendünkel so sehr. Wahrlich, es ist besser, zu brennen als zu schlafen.
529. Freilich, schon vor langem wurde über die Macht der Gedanken gesprochen; doch das Wesen dieser Lage hat sich deswegen nicht geändert. Niemand überwacht seine Gedanken, noch will man die Ursachen und Folgen der Gedanken bemerken. Welch bemerkenswerte Experimente könnten indes unverzüglich inmitten des täglichen Lebens durchgeführt werden! Es bedarf keiner besonderen Bedingungen; Aufmerksamkeit und Beweglichkeit des Bewusstseins sind eben nötig. Zum Beispiel kann man beim Experimentieren im telepathischen Verkehr
beobachten, welche äußeren Umstände und innere Verfassung die Qualität dieser Mitteilungen beeinflussen. Der Zustand der Wachsamkeit oder Schläfrigkeit, Gereiztheit oder Freude, Müdigkeit oder Bestrebtheit, alles beeinflusst die Qualität und Intensität der Mitteilungen sehr. Außerdem drückt der persönliche Charakter des Teilnehmers seinen Stempel auf. Ist es nicht wichtig, davon aufmerksam Notiz zu nehmen?
Es wurde beobachtet, dass einige Eigenschaften der Teilnehmer sich auch physisch widerspiegeln. Manche können überwunden werden, doch andere, oft karmische, sind nicht auszugleichen, es sei denn durch besondere Willensanspannung doch Willenskraft wird von Gedanken geschaffen.
Ich, rate, alle telepathisch übermittelten Mitteilungen zu notieren. Man muss unmittelbar beim ersten Gefühl aufzeichnen, ohne jede Diskussion.
530. Man kann beobachten, wie äußere Einflüsse auf Mitteilungen einwirken. Es zeigt sich, dass oft selbst die günstigsten klimatischen Bedingungen durch unwesentliche ferne Rufe zunichte gemacht werden. So schleppt beispielsweise in einem fernen Land ein in Not Befindlicher einen Schweif von Hilferufen hinter sich her und stört dadurch die Mitteilung.
Die Umstände beobachtend, kann man die besten Bedingungen ermitteln und sie vervollkommnen.
531. Die besten Erfindungen werden keine endgültige Lösung bieten. Wenn ein einfacher Blitz oder eine magnetische Welle, ein Erdbeben oder Wirbelwind sie
stören kann, ist es da nicht besser, die Aufmerksamkeit der Kultivierung des Gedankens zuzuwenden?
Die Wirkungen einer organisierten psychischen Energie können durch nichts zerstört werden. Außerdem werden die Gedankenwellen den Raum nicht überfluten. Darüber hinaus wird die feinste Energie nicht von den niederen Schichten abhängig sein.
Wie wunderbar ist es, das Streben des Gedankens zu beobachten, die Ursachen seiner Entstehung, die Verbindung verschiedener Fristen, die Annäherung der Bewusstseine verschiedener Entwicklungsgrade und den ewigen Wettstreit der höheren und niederen Sphären. All dies schafft ein unvergleichliches Sein.
Die Sphären psychischer Energie durchdringen sämtliche Hindernisse. Alle physischen und mechanischen Manifestationen sind wertlos im Vergleich zur feinsten Energie, denn die ganze Zukunft gründet auf diesen feinsten Energien, auf der Rückkehr der groben Materie in das Reich des Lichts!
532. Wir vermeiden alles, was sich auf das Machwerk der Muskeln bezieht. Auch die Muskeln müssen die Willenssendung kundtun. Wir lieben automatisches Schreiben nicht, weil es immer den Aufstieg des Bewusstseins erschwert. Es trägt nicht zur Vervollkommnung der feinen Energie bei. Der wesentliche Umstand wird dennoch Gefühlswissen sein. Bei Entwicklung des Gefühlswissens droht nicht die mit mechanischen Mitteln verbundene Gefahr der Mitteilungen.
So werden wir all dem den Vorzug geben, was die Kultur des Gedankens hebt.
533. Die Methoden automatischen Schreibens sind
unvollkommen. Es wird eine stete Spaltung geschaffen. Die Tätigkeit beansprucht das Zentrum des Handgelenks, das auch vom Bewusstsein benutzt wird; also kämpfen zwei Kanäle gegeneinander und es wird keine Feinheit der Ausdrücke erzielt.
534. Am schädlichsten sind so genannte unwillkürliche Gedanken. Jedem bewussten Gedanken liegt bereits eine Ordnung zugrunde, aber am schlimmsten sind die kleinen Landstreicher, die sinnlos die Wege verstopfen.
535. Versuchet, nach Belieben Teile eurer eigenen Aura zu sehen. Ihr werdet finden, dass es unmöglich ist, weil außer eurem Wunsch das Gesetz der psychischen Energie geeignete Bedingungen erfordert. Solche Bedingungen ergeben sich nicht spontan, sie müssen auf dem Boden höherer Einwirkungen zustande kommen. Aber der Weg zu höheren Einwirkungen ist ebenfalls nicht leicht, da sie nur durch offene Tore Zugang finden. Jedes Abweichen vom Verkehr mit den Herden der feinsten Energien schließt die Tore. Außerdem muss man verstehen, worin die Fruchtbarkeit dieses Verkehrs besteht. Sie hängt nicht nur vom Drang zum Streben ab, sondern auch vom sorgfältigen Erwägen der umgebenden Umstände. Manchmal ist eine Übergangszeit von Schweigen der beste Akkumulator. Das Bewusstsein lässt je nach dem Grad des Gefühlswissens erkennen, welches Handeln der Notwendigkeit entspricht.
Es ist besonders schwer, unter den verschiedenen Bestandteilen entwickelter Auren das satte Grün und das edle Rubinrot wahrzunehmen. Smaragd und Rubin sind Gegensätze. Jenes bedeutet Synthese, dieses
Selbstaufopferung durch Heldentat. In verschwommenen Erscheinungen können beide Farben vermengt sein, doch sie rein zu sehen, ist ebenso eine Seltenheit wie Synthese und Heldentat. Smaragd ist dem Kelch nahe, Rubin dem Auge Brahmas.
536. Psychische Energie muss man planmäßig und mit Eifer entwickeln. Die Entwicklung von psychischer Energie hängt sowohl vom Einklang der Verbindungen als auch vom physischen Zustand ab.
537. Buttern und der Kreisel sind die Symbole der schöpferischen spiraligen Bewegung. Weder bedeutet physische Unbeweglichkeit Unfähigkeit noch ist Schweigen das Fehlen der Stimme.
538. Hat man alle Bücher gelesen und die Worte studiert, verbleibt nur, das Erkannte im Leben anzuwenden. Selbst wenn Bücher immer wieder gelesen werden und Worten gelauscht wird, unterbleibt trotzdem die Anwendung im Leben, und keine Zeichen werden dazu bewegen, Gewohnheiten zu ändern. Doch der Weg zur Beweglichkeit des Bewusstseins muss gefunden werden. Das Herz kann die Schande einer unwürdigen Zeitvergeudung spüren.
Wir wollen nicht streng sein. Wir ziehen es vor, die Freude der Errungenschaft wahrzunehmen, doch die Gewohnheit von Jahrhunderten erfordert, das Schwert bereitzuhalten, weil Furcht noch die Menschen beherrscht. Sieg über Furcht wird die Schwelle des neuen Bewusstseins sein.
539. Man muss die Zustände der Nervenzentren der Kinder studieren. Es ist bekannt, dass diese Zentren sich sehr individuell und ungleich entwickeln. Man kann Kindern mit einem sehr entwickelten Zentrum begegnen,
die eine kurzzeitige Handlung genauso wie Erwachsene ausführen können.
Manchmal zeigen einige Zentren Kränklichkeit, zur Verwunderung der Ärzte, denn Ärzte wollen den Beweis von Nervenzentren bei einem Kind nicht wahrhaben. Hingegen kann man auf Grund dieser krankhaften Anzeichen und anderen ungewöhnlichen Erscheinungen auf das Wesen des Körpers und die Beschaffenheit des Geistes schließen. Wie viel Gutes könnten solche Beobachtungen ergeben! Wie viele Möglichkeiten könnten gesichert werden! So könnte die Aufspeicherung von psychischer Energie richtig einsetzen.
Für alte Geister, die viele Wiederverkörperungen hinter sich haben, wird die Zeit nach dem siebenten Lebensjahr mühsam und jene nach dem vierzehnten Jahr besonders schwierig sein. Nach dem vierzehnten Lebensjahr ist die psychische Energie schon in Tätigkeit. Der Geist hat sich von früheren Existenzen bereits gelöst, und die Last des neuen unbekannten Pfades bedrückt. Die aufgespeicherten Werte regen sich vage; das Wesen strebt dorthin zurück, wo das Bewusstsein große Möglichkeiten hatte.
Die richtige Überwachung der Nervenzentren bei Kindern ist für die Zukunft notwendig. Bisher herrschte die verächtliche Ansicht, dass der Geist einen neuen Körper nicht beherrschen könne und dies der Grund für die Unvernünftigkeiten der Kinder sei. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Wenn die Zentren nicht richtig arbeiten, findet keine Ablagerung von psychischer Energie statt und der Geist besitzt keine Substanz, sich zu offenbaren.
Die Besorgnis um die Nervenzentren der Kinder kann als die Sorge um die künftige Rasse betrachtet werden.
540. Wahrlich, die Menschen sind mit vielen
Energien in Berührung gekommen, doch in den meisten Fällen traten sie einseitig an diese heran, so dass sie nur einzelne ihrer Eigenschaften erkannten. Aus dieser Beschränktheit können viele Gefahren erwachsen. Zum Beispiel die allgemeine Elektrifizierung ist eine Wohltat der Zivilisation, doch da die Menschen nur einseitig an sie herantreten, droht durch die künstliche Sättigung des Raumes Gefahr. An Stellen großer Ansammlungen von Elektrizität können sich starke Entladungen ergeben. Wenn man die Ursache verstärkt, wachsen die Wirkungen. So kann anstatt einer nur mächtigen Entladung eine Massenvernichtung ausgelöst werden. Gleicherweise kann man sich das Überfüllen des Raumes mit Strömen und die völlig unerwarteten Störungen im Leben vorstellen.
Natürlich könnt ihr sicher sein, dass Wir nicht gegen die Beherrschung und Anwendung von Energien sprechen, doch Wir sind bemüht, an die rechtzeitige Unempfindlichkeit in Bezug auf das Hervorrufen neuer Energien zu erinnern. Alle Unsere Versuche weisen darauf hin, dass psychische Energie immer bereit ist, den Schlag anderer Energien in eine nützliche Erscheinung umzuwandeln. Wir haben gesehen, dass psychische Energie Impfungen ersetzte und Krankheitssymptome zunichte machte; sie verwandelt auch alle Wirkungen der Energien in Nützlichkeit.
Verwechselt diese Behauptungen nicht mit der Lehre über den Willen, denn Willenskraft ist nur eine der Erscheinungen von psychischer Energie.
541. Habt ihr jemals gehört, dass ein Yogi vom Blitz getötet wurde? Nein, im Gegenteil, wir haben vom tötenden Blick des Yogi gehört. Nicht nur der Willensbefehl, sondern die Vereinigung
von Energien verleiht die Kraft für dieses Phänomen. Die Hauptsache ist, einen Vorrat an wohlwollender Energie zu haben.
542. Die so genannte vierte Dimension ist eine Eigenschaft der psychischen Energie. Die Eigenschaften der psychischen Energie werden eine Erweiterung sämtlicher Begriffe ermöglichen.
543. Ihr könnt Menschen begegnen, die die Lehre völlig ablehnen. Versucht nicht, sie zu überreden. Unsere Lehre will niemanden heranlocken, sie weist den Weg und ist eine Vorwarnung für jene, die bereit sind, sich zu vervollkommnen. Viele werden eine für sie günstige Buchseite wählen. Damit werden sie sich abfinden, aber nicht mit der Lehre. Viele werden vorgeben, die Lehre zu schätzen, und sie werden beim Einschlafen das Buch unter ihr Kopfkissen legen. Einige werden auch Liebe zur Lehre zeigen, doch keine einzige Gewohnheit ablegen. Aber die Vorbestimmten werden kommen!
544. Die Alten kannten ein Sprichwort: "Lasst den Tiger nicht frei!" Es erübrigt sich, den Sinn zu erläutern, aber die Bedeutung dieses Ausspruchs wird durch das Leben bestätigt.
Daher wollen wir den Tiger nicht freilassen!
545. Man kann nahezu mit Sicherheit annehmen, dass das Erscheinen der Neuen Zeit einfache Seelen erfüllen wird. Mögen die Besten den harten Kampf des Widerstreits durchstehen. Mögen sie den Geringeren die einfachste Formel geben. Mögen sie Ruhe bewahren, wenn die Flamme der Explosion bereits lodert.
Denket an das aufgezeigte Beispiel, als man vor einer Katastrophe versuchte, die Menschen vom Schauplatz des Vergnügens
zu führen. Die Leute waren nicht nur nicht gewillt, zu gehen, sondern die Massen begehrten Einlass.
Die Lehre verstärkend, bitten Wir, sich nicht zu wundern, wenn nur wenige die unabdingbare Notwendigkeit erfassen. Unbewusstes Denken zeigt die auffallende Eigenschaft, das Kommende verkehrt zu fühlen. Man fühlt, dass etwas naht, doch das abwegige Bewusstsein stellt die Vorstellung um. Es erübrigt sich, Beispiele anzuführen, wo Menschen sich vor einem Unglück freuten und vor der Niederlage frohlockten.
Die Entwicklung von Gefühlswissen erfordert sorgsames Streben; daher werden nur die Besten, die Unbefangenen eine allgemeine Leichtigkeit des Verstehens bekunden. Doch das Durchschnittsbewusstsein erstickt in Vorurteilen; es sieht Gespenster und versteht nicht, was Wirklichkeit ist. Es ist nicht so sehr von Narkotika belaubt wie vom eigenen Denken. Das Aufdrängen von in der Kindheit inmitten herkömmlichen Lebens eingeimpften Gedanken tötet Versuche vernünftigen Denkens.
Abwegiges Verhalten bei Katastrophen wurde zur alltäglichen Erscheinung, da die Gedankenrichtung entlang dem Kanal der Unwirklichkeit verlief.
546. Nichts kann das Element Feuer ersetzen. Ebenso gibt es keinen Ersatz für psychische Energie. Die selbstgenügsamste, die verfeinertste, die höchst aufsteigende Energie ist die wahre Tochter des Feuers! Nicht zufällig rufen Wir auf zur feurigen Siegerin. Die geringste Begeisterung ist bereits ein Fünkchen vom Niederschlag dieses Schatzes. Jedes Entzücken über Schönheit sammelt
die Körner des Lichts. Jede Bewunderung der Natur schafft einen Strahl des Sieges. Vor langer Zeit sagte Ich: "Durch Schönheit habt ihr Licht!" Ist es möglich, dass Wir dies nur zum Vergnügen sagen? Jede Weisung ist von unbestreitbarer Wichtigkeit. So wird Begeisterung der kürzeste Weg zur Aufspeicherung von psychischer Energie sein.
Öfter als einmal wird man euch fragen, wo die Pflanzstätte des schönen Gartens der feurigen Energie ist. Ihr werdet sagen: "In der Freude über das Schöne." Doch lernt es, die Freude des Lichts in euch aufzunehmen. Lernt es, euch über jedes zum Leben erwachte Blatt zu freuen. Lernt es, eure Zentren auf den Ruf der Freude erklingen zu lassen. Versteht, dass solche Freude nicht Untätigkeit, sondern die Ernte des Schatzes ist. Lernt, durch Freude Energie zu speichern; denn womit sonst werden wir den Faden zu den fernen Welten knüpfen?
Weder in Gram noch in Unbesonnenheit, noch in Berauschung, sondern in der Freude des Bewusstseins lasst uns die glücklichen Besitzer des Schatzes sein. Es ist schwierig, aus einem leeren Brunnen den Durst zu stillen, doch die Bergquelle ist bereit, jeden Nahenden zu erquicken. Freuet euch!
547. Ein in den Raum gesandter Gedanke zieht gleichartiges Denken an.
Wie soll man vorgehen, wenn weite Auffassungen das Ziel nicht erreichen? Man muss sie noch mehr erweitern. Jenseits der Grenzen äußerster Feindschaft beginnt das Feld der Freundschaft; der Wanderer muss die Grenzen dieses Gebietes kennen.
Ist Heldentat ohne Begeisterung möglich? Ist Selbstaufopferung ohne Freude möglich? Ist Mut ohne Begeisterung möglich? So zeiget auf
und erinnert daran, wie der leichtere und nähere Weg zur psychischen Energie zu finden ist.
548. Man mag sich freuen, doch lasst uns in der Freude nicht Tieren gleichen. Worin liegt der Unterschied? Nur im Bewusstsein. Tiere wissen nicht, warum sie sich freuen; doch wir wissen warum. In diesem Bewusstsein vereinen wir Ursache und Wirkung. So bauen wir die Brücke der Vervollkommnung.
Man kann die ganze Kette der Ereignisse überprüfen und ihre Folgerichtigkeit durchschauen. So werden wir uns ebenfalls von Tieren unterscheiden, welche die einzelnen Augenblicke nicht im Zusammenhang erleben. Die Lehre vom Vergleich der Ereignisse wird eine neue Quelle von psychischer Energie erschließen. Lernten es die Menschen, ihre Lebenstage entsprechend ihrem Bewusstsein zu vergleichen, so würden sie sich von ihren festen Plätzen fortbewegen.
549. Es ist richtig, Kundalini als ein abstraktes Prinzip zu bezeichnen. Wären die Bedingungen des irdischen Lebens grob, müsste der Geist sich in die höheren Sphären erheben. Vorher besaß das Auge Brahmas den Vorrang; dann wurde es durch den Sieg von Kundalini ersetzt. Aber das Erreichen von Samadhi79 bewahrte die Menschheit nicht vor dem Schrecken der Sklaverei und des Verrats.
Jetzt ist die Zeit, auf der Synthese der Tat zu bestehen. Gefühlswissen verleiht diese Synthese irdischen Seins. Der Schatz des Gefühlswissens ist im Kelch enthalten; deshalb sollte man den ersten zwei Quellen das Erblühen des dritten Zentrums folgen lassen. Möge der Regenbogen von Kundalini einen aufwärtsziehen, doch auf Erden ist irdischer Aufbau vonnöten. Man muss für den Pfeiler ein Fundament vorsehen, wie eine Niederschrift für den Gedanken. Der lange verschwiegene Kelch wird
wieder zum Leben erwachen, und die Menschheit wird einen neuen Pfad betreten. Drei Herren, drei Zentren werden hier zusammenarbeiten.
Wer immer die Ergänzung des Kelches zu Kundalini begreift, wird verstehen, wie der Vater dem Sohn das irdische Reich überträgt. Kundalini ist der Vater, der Urheber des Aufstiegs. Der Kelch ist der vom Vater erweckte Sohn. Wer immer das Wesen des Vaters erkennt, wird beim Rassenwechsel den Sohn verstehen. Der Kelch der Heldentat weiht in die Tat ein. So wird nichts verworfen, sondern alles gestärkt. Möge das Auge Brahmas die natürliche Ergänzung dieses Zustandes sein.
550. Worin wird sich die Verfeinerung und Erhebung des durch das heilige Feuer entfachten Denkens äußern? Wird man es in den Anhäufungen künstlicher Logik und entsetzlicher Syllogismen80 finden? Das Denken wird natürlich einer Würdigung des Besten und Schönsten sowie dem Suchen nach dem Nützlichsten zustreben. Man kann voraussehen, dass die Aufspeicherung des Kelches einen Strom klarer Gedanken gewährt, die Vergangenheit mit der Zukunft vergleichend.
551. Der Gesegnete Buddha sagte einmal zu Seinen Schülern: "Lasst uns in Schweigen verharren und mögen unsere Augen sehen." Nach einer Weile fragte der Lehrer: "Wie oft habe ich meine Stellung verändert?" Einige nahmen zehn Veränderungen wahr, einer nur drei, und einer behauptete, der Lehrer hätte sich bewegungslos verhalten. Der Herr der Weisheit lächelte: "Ich habe meine Stellung und die Falten meines Gewandes siebenundsiebzigmal verändert. Solange wir nicht lernen, die Wirklichkeit zu erkennen, werden wir keine Archate."
Vor dem Bewusstwerden der psychischen Energie ist es notwendig, sich Aufmerksamkeit anzueignen. Dafür sind unerwartete Fragen sowie auch Beschreibungen von Ereignissen nützlich; und besonders nützlich sind tägliche Aufzeichnungen. Es ist bekannt, dass selbst eine sehr schläfrige Aufmerksamkeit durch solche Übungen geweckt wird. Wer unaufmerksam ist und nicht beobachtet, kann die Entwicklung der psychischen Energie nicht verfolgen. Der Rat, zu beobachten, ist der Rat eines Freundes, denn die Zukunft erfordert Aufmerksamkeit.
552. Bei körperlicher Schwäche sind psychische Experimente schwer durchzuführen. Müdigkeit kann durch eine kurze, aber völlige Ruhe überwunden werden.
553. Nur ein für Krankheit anfälliger Körper kann angesteckt werden. Nur ein Geist, der bereit ist, psychische Energie anzunehmen, erhält sie. Könnten die Menschen erkennen, dass die Aufspeicherung von psychischer Energie nicht nur für den Lebensstrom nötig ist, sondern eine dauerhafte unveräußerliche Errungenschaft sowie ein Vorrecht darstellt, würde solch ein Bewusstsein die Grenzen der Leben beträchtlich verwischen. Ist das Bewusstsein nicht zusammen mit der Vergangenheit um die Zukunft besorgt? Dies ist die unmittelbare Pflicht jedes Wissenschaftlers. Wenn einst Wissenschaftler Leben unterbrachen ist es jetzt nicht ihre Aufgabe, Leben bis ins Unendliche zu verlängern?
Die Worte der Priesterschaft wiesen auf das künftige Leben hin, doch diese Zeugnisse wurden völlig grundlos. Frühere Wunder sind überholt; das Bewusstsein wird von der Wirklichkeit angezogen. Der Wechsel von Inkarnationen wird sowohl in alten als auch in den neuesten Lehren bezeugt. In unseren Schriften
ist die Erwähnung der Begriffe Inkarnation und Karma selbstverständlich geworden. Nichtsdestoweniger geht diese Wirklichkeit nur wenig in das Bewusstsein ein; andernfalls würde sie das ganze Leben verwandeln. Doch das Gedächtnis der Menschen ist mit sonderbaren Überlegungen belastet. Sie beschäftigen sich mit unnützen Dingen, aber für grundlegende Begriffe ist das menschliche Vorstellungsvermögen nicht ausgebildet. Dabei kann eine Stunde vernünftiger Unterhaltung das Wesen eines Kindes für immer verändern.
Der unsterbliche Mensch wird dies nicht der Zukunft würdig sein? Der Phönix, der sich aus eigener Asche erhebt, wird von alters her verkündet. Der Phönix braucht Flügel, doch psychische Energie wird die besten Flügel des Regenbogens verleihen.
554. Vor vielen Tausenden von Jahren wurde gesagt: "Es wird die Zeit kommen, in der die Menschen ihre Herzen öffnen und den Kelch dem Höchsten darbieten werden." Die Zeit ist gekommen, in der sich die Menschheit der sechsten Vervollkommnung nähert und die Flamme über dem Kelch zu lodern beginnt. Wie viele Bilder und Prophezeiungen haben sich im Raum gesammelt! Wahrlich, es ist Zeit, des "Kelches" zu gedenken. Im Altertum loderte Harz im Kelch, und die Priesterin erhob den Kelch, sich dabei auf das Schwert der Heldentat stützend.
Wahrlich, mannigfaltig und verzweigt wie das feinste Muster sind die Manifestationen der psychischen Energie. Nicht der Verstand, sondern das Gefühlswissen des Kelches kann sie erkennen. Wie eine Mutter die Erregung ihres Kindes kennt, so erleuchtet das Feuer des Kelches die Verwirrung der Ströme. Die Menschheit sollte darüber nachdenken, warum die künftige Entwicklung dem Kelch solche Bedeutung beimisst? Es ist durchaus notwendig, die Vervollkommnung
der Technik durch verfeinertes Denken zu ergänzen. Welch schöne Bilder wird dieses erleuchtete Auge wahrnehmen! Der Mensch ist nicht nur für sich selbst, sondern auch für die vielen anderen Bewusstseine verantwortlich.
555. Welch großer Anhäufung von Umständen bedarf es, um die Aufmerksamkeit der Menschen zu erregen! An jedem steinernen Bauwerk legen die Menschen einen Kranz nieder. Mögen sie irgendeinen Weg gehen, nur vorwärts!
556. Beim Anwenden des Agni Yoga werden selbst die abstraktesten Begriffe greifbar und real. Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit werden unersetzlich. Erprobet die Eigenschaft der Aufrichtigkeit in Mitteilungen aus weiten Entfernungen; und nachher beachtet den Unterschied im Hereinbringen von persönlichen Gefühlen wie Ungeduld oder Gereiztheit, gar nicht zu reden von Vorbedacht. Diese Eigenschaften berauben das Ergebnis seines Wertes. Damit wird oft nicht wiedergutzumachender Schaden angerichtet. Doch Aufrichtigkeit als Reiniger bringt kristallene Klarheit, die das Bewusstsein erleuchtet, wie Gas eine Flamme entstehen lässt. So kann man durch Ehrlichkeit zum Erfolg beitragen.
557. Ich spreche über psychische Energie, als ob die Menschheit sie bereits angenommen hätte; als ob die Menschen sich entschlossen hätten, ihr Bewusstsein zu verbessern. Doch in Wirklichkeit bleibt die Lehre ein Wunder aus den Bergen. Die Menschen sind bereit, die Lehre in Mußestunden anzuhören. Sie nennen die Anhänger der Lehre Glückspilze, ohne darüber nachzudenken, woher dieses Glück kommt.
Manche werden sagen, die Lehre sei zu allgemein, andere finden sie ermüdend, doch die verborgene Lehre verbreitet sich auf den unerwartetsten Wegen. Funken der Lehre leuchten in den Worten unbekannter Menschen, in den Laboratorien der Wissenschaftler und in den Heldentaten unvergesslicher Helden. Ohne einander zu erkennen, tragen die scheinbar nicht in Beziehung stehenden Mitarbeiter rechtzeitig Fragmente des Wissens herbei. Wer wird sie tadeln?
Der durch die Lehre Erprobte wird lächeln: "Freund, trage mehr herbei. Deine Schmähung ist nichts anderes als ein Korb von Gaben." Für die besten Früchte werden Körbe aus der Rinde verschiedener Bäume geflochten, ist es nicht unbedeutend, ob die Rinde bitter oder süß, ob sie gelb, rot oder weiß ist? Selbst in schwarzen Körben wird nützliches Gemüse aufbewahrt. Weshalb die wohlgeformte Natur verletzen? In der Stunde der Anspannung wird sie Früchte tragen.
Doch jene, die die psychische Energie erkannt und die Dringlichkeit der Lehre begriffen haben, werden verstehen, wie nahe die Zeit zum Sammeln der Schätze ist. Die Erscheinung umgebenden Chaos bedeutet für sie die Masse bei einem Fest. Es gibt wenige mit leeren Händen. Jenen, die tragen, möge man sagen: "Verschüttet nichts!"
Wo ist die Quelle, auf die Bezug zu nehmen ist? Wer kann Grenzen setzen? Für jedes Samenkorn kann man Boden finden. Das Samenkorn enthält bereits psychische Energie. Im Altertum wusste man, dass durch Aufweichen des Samenkorns psychische Energie frei wird. Es ist ein Beweis dafür, dass mit dem Erweichen der Bewegungsvorgang beginnt. Jeder, der die Lehre kennt, wird
ein Erweicher und der Hüter des Stößels des Großen Butterns sein. Die Tätigkeit im Alltag ist ein großer Teraphim der Unbegrenztheit.
Strenge bedeutet Harmonie. Weichheit bedeutet Schöpfung. Lasst uns selbst in einem leeren Korb nachsehen, ob in der bitteren Rinde nicht ein Samenkorn des Lebens verborgen ist.
558. Nicht nur die Atlantier, auch die Ägypter wussten von der im Samenkorn eingelagerten Energie. Aus diesem Grund gaben sie Samenkörner mit ins Grab. Eine weisere Verwendung wurde übersehen. Diese Energie hätte große Schiffe und andere Maschinen in Bewegung setzen können.
Wenn durch eine Handberührung große Gegenstände bewegt werden können, so vermag die konzentrierte Energie im Samenkorn eine dauernde Spannung zu geben. Menschen, die mit Samenkörnern zu tun haben, empfangen Lebenskraft.
559. Wenn die Menschen vom Tod sprechen, werden oft richtige Erwägungen geäußert. Die Menschen wissen, dass unerwarteter Tod oft Komplikationen mit sich bringt. Sie wissen, dass das allmähliche Entweichen des Astralkörpers vieles erleichtert, doch die Haupterwägung wird nicht ausgesprochen. Vermieden wird der Gedanke, dass alle Bedingungen von der Qualität der psychischen Energie beherrscht werden. Mit Hilfe des Bewusstseins wird der Mensch alle Hindernisse überwinden. Wenn das Bewusstsein sich entfaltet, ist jedes Übergangsstadium unwichtig. Besteht eine feste Verbindung mit der höheren Welt, so werden alle Vorhaben leicht sein. Doch es ist seltsam, dass die Menschen gern über Einzelheiten sprechen und das Wichtigste außer Acht lassen.
560. Ich bestätige, dass psychische Energie alle Hindernisse überwinden kann. Es gibt keine Kraft, die der psychischen Energie den Weg versperren kann.
561. Helden wurde das Wissen über das Wachsen des Grases zugeschrieben. Erforderte das nicht eine höhere Beobachtungsgabe?
562. Manchmal widersetzt sich der menschliche Organismus bereits vorbestimmten Möglichkeiten. Das gleicht so sehr der Legende, wie man es aufgab, den Boten zu erwarten, obwohl der Bote schon bei der Tür stand.
563. Zu jeder selbständigen Tat wird angespornt. Könnte man aber getadelt werden, wenn sich manchmal der Wunsch erhebt, mit dem Lehrer in Verbindung zu treten, wenn die Zeit kommt, Rat zu erbitten und erfüllt zu sein von der gemeinsamen Aura? Es wurde immer gesagt: "Zuerst der Sturm, dann Donner, dann Stille." Die Stimme der Stille war diesem Schweigen zuzuschreiben. Doch höher als diese Stimme ist eine andere Verbindung. Ihr wisst, wie die Stimme des Lehrers übermittelt wird; doch es gibt auch eine Vereinigung im Bewusstsein, wenn ohne Worte das eigene Bewusstsein augenblicklich in das des Lehrers übertragen wird. Man hört fast auf, selbst zu sein; nur der Kelch ist bis zum Rand mit Gefühlswissen gefüllt. Solch eine Vereinigung übertrifft Worte, denn es nährt das Gefühlswissen. Es ist natürlich nicht leicht, einen solchen Zustand zu erreichen, doch mit der Erweiterung des Bewusstseins kommt es von selbst, sofern es durch Unwissenheit nicht verhindert wird. Solch ein Bewusstsein umfasst alle Aspekte der Verbindung.
Warum muss man die Lehre als Grundlage des Seins in sich aufnehmen? Wenn jemand beginnt,
die Lehre aus Egoismus anzuwenden, wird er beginnen, Zutaten hinzuzufügen, ohne dem Fundament Aufmerksamkeit zu schenken. Teilweise Bestrebung führt zu Spaltung und bringt keine Erneuerung. Alle schädlichen Auswirkungen rühren von teilweisen Bestrebungen her. Ihretwegen können sich die Menschen nicht vervollkommnen und den Schönheitssinn läutern. Doch ohne diese Eigenschaft ist die Vereinigung der Bewusstseine nicht möglich.
564. Ihr wisst, dass während der Anspannung einiger Zentren eine Zusammenziehung der Muskeln beobachtet wird; und umgekehrt kann die Zusammenziehung der Muskeln ein starkes Gefühl in den Zentren hervorrufen. Wenn man hier mit dem Intellekt herangeht, mag es in Hatha Yoga enden; doch das erhabene Gefühlswissen ist immer auf den Aufstieg gerichtet.
565. Psychische Energie wurde manchmal "Teros" genannt. In hermetischen Schriften kann man den Ausdruck "Der Krieger Teros erhob seinen Schild" finden. So wurde auf die schützende Bedeutung der psychischen Energie hingewiesen.
Habt ihr je gehört, dass ein Yogi von wilden Tieren zerrissen wurde? Es gab nie solch einen Fall, denn ein Tier, das nur einen Funken Instinkt besitzt, wagt es nicht, gegen den Schild des Teros anzugehen. Das Wesentliche ist, den Teros des Kelches nach außen zu den Gliedmaßen zu lenken. Die Kanäle des Kelches verzweigen sich in alle Gliedmaßen, und manche können das Licht des Kelches durch ein Gefühl der Anspannung in den Händen und Füßen empfinden, oder das Licht des Glockenzentrums mit einem entsprechenden Gefühl im Kelch. All dies ist keine Metaphysik, sondern ein Hinweis für Anwendung im Leben. Viele bedürfen des Schutzes;
warum also nicht seinen eigenen Schatz gebrauchen?
Es ist nicht schwer, die Energie Teros zu sammeln; auch ist es nicht schwer, sie nach außen aufzubieten. Man sollte in der entscheidenden Stunde nicht das Bewusstsein verlieren. Dann ist es nämlich nicht weit zum tödlichen Blick. Ein Yogi tötet kein Tier durch seinen Willen, sondern der böse Wille zerschellt am Schild des Teros. Man muss verstehen, dass nicht zwingender Wille, sondern die Aufspeicherung des Kelches Schutz und Wirkung verleiht.
566. Furcht ist mit Heldentat nicht zu vereinen. Wieder muss darauf hingewiesen werden, dass Furcht und Vorsicht nicht dasselbe sind.
567. Das Wesentlichste ist die Aufspeicherung von psychischer Energie, und darauf muss die Wirkung gerichtet sein. Viele Insekten fliegen dem Feuer zu, weiße und schwarze, denn Feuer ist psychische Energie. Man muss verstehen, dass alles von psychischer Energie angezogen wird. Deshalb müssen Maßnahmen für den richtigen Gebrauch der psychischen Energie getroffen werden.
568. Das Wachsen des Bewusstseins ist von Krämpfen und Wehmut begleitet, und dies ist wirklich unvermeidlich. Die Nichtübereinstimmung der Unbegrenztheit mit irdischer Wirklichkeit kann nur das Gefühl der rechten Erkenntnis hervorrufen. Es gibt keinen Weg zur Unbegrenztheit ohne das Empfinden der gesamten Umwelt. Seid versichert, je größer das Bewusstsein, desto größer die Wehmut. Wer sonst kann die Schönheit des Universums empfinden? Wer je die Sphärenmusik selbst einmal vernahm, wird die vom gegenwärtigen Zustand der Menschheit hervorgerufene irdische Unvollkommenheit begreifen.
Man muss diese Krämpfe bewusst bekämpfen und ihre Unvermeidlichkeit begreifen.
569. Der beste Schutz nicht nur vor Krankheiten, sondern auch vor feindlichen Erscheinungen wird immer die bewusste Anwendung von psychischer Energie sein. Ihre Entwicklung ist die dringendste Aufgabe der Menschheit.
570. Eine Sache ist es, anzuhören, eine andere, zu behalten, eine dritte, anzuwenden. Die Lehre wird behilflich sein, die dritte Grenze zu erreichen. Ebenso wird die Lehre einem helfen, die Schranken irdischer Gespenster hinter sich zu lassen; sie wird helfen, das Gewöhnliche als Ungewöhnliches aufzunehmen. Wenn diese einfache Wahrheit sich bekundet, dann wird man von Heldentat und von der nächsten Stufe des Aufstiegs in die überirdischen Sphären nicht mehr weit entfernt sein. Man möge jenen, die Heldentat erstreben sagen: "Opfere dich vor allem anderen." Die vorbestimmte Stunde naht nur durch Heldentat. Wenn die Freude der Heldentat den Kelch erfüllt, gibt es Erfolg. Diese Freude hat natürlich nichts gemein mit der Freude eines Kälbchens, das mit seinen Freudensprüngen die Blumen zertritt. Die Freude der Heldentat kennt alle Arbeiten und Gefahren; sie überquert die Brücke nur einmal und blendet den Feind durch ihren Glanz.
Teros wurde Krieger genannt; wahrlich, er ist weder ein Schnitter noch ein Hirte. In seinem Wesen ist Teros der Eroberer und Sieger; doch die Freude der Heldentat verwandelt ihn nicht in einen Tyrannen. Vier vor langem gegebene Zeichen sind: 1) Verehrung der Hierarchie; 2) Bewusstsein der Einheit; 3) Bewusstsein der Entsprechung; 4) Anwendung des Kanons "Mit deinem Gott". Sie bieten die Grundlage zum Verstehen des Teros. Wie könnte man sonst herausfinden, wo der Pfad des Guten liegt?
571. Richtet eure Aufmerksamkeit auf hochgelegene Stellen, die den Winden der Schneegipfel ausgesetzt sind. In einer Höhe von vierundzwanzig Tausend Fuß81 kann man bestimmte Ablagerungen von Meteorstaub bemerken. Durch die Kraft
des Windes und der Sonnenstrahlen setzt sich dieser Staub in Niederungen an, wodurch nicht nur die Beschaffenheit des Schnees, sondern auch die Qualität des Bodens verändert wird. Besonders lehrreich ist es, dies an Stellen zu beobachten, wo der Grund bereits mit Metallen gesättigt ist. Die Metallisation von innen und außen ergibt ungewöhnliche magnetische Verbindungen. Nicht nur psychische Energie, sondern auch viele andere Energien nehmen an solchen Stellen einen besonderen Zustand an. Man sollte Stellen, wo solch vielfältige Bedingungen sich vereinen, schätzen. Beobachtungen der Beschaffenheit des Schnees, des Bodens und der Pflanzen lassen sich auch mit gewöhnlichen Apparaten leicht anstellen.
Nicht nur durch die Beschaffenheit des Schnees, sondern auch durch das Schmelzwasser vermittelt uns der Staub aus den fernen Sphären die Kenntnis über neue Bestandteile. Um der psychischen Energie auch vor der Erde aus näher zu kommen, muss die Wirkung der Ablagerungen aus den fernen Sphären auf den menschlichen Organismus beobachtet werden. Man wird feststellen, dass diese Einwirkungen bedeutungsvoll und verschiedenartig sind. So lasst uns gegenüber dem Wesen der Natur aufmerksam sein.
572. Eine besondere Erscheinungsform von psychischer Energie ist auch die Freude an der Arbeit. Freudvolle Arbeit bringt vielfachen Erfolg.
573. Nervöse Atemnot rührt oft von Überbelastung des Kelches her, ohne diesen bewusst zu gebrauchen. Auch Kinder können darunter leiden ein Beweis, dass die früheren Erfahrungen wichtig waren. Sorgsame Pflege und ruhige Beschäftigung werden natürlich das Gleichgewicht im Ringen zwischen Geist und Körper wieder herstellen. Die Kehle, Zähne und die Augen können ohne besondere Erscheinung ebenfalls auf den Kampf der Aufspeicherungen
aufmerksam machen. Gleicherweise sollte man der so genannten Schwindsucht, die durch das Kelchzentrum ausgelöst werden kann, Beachtung schenken.
Vor langer Zeit wurde auf die Bedeutung des Manas82 hingewiesen; es ist unmöglich, dass ein Schatz wie der Kelch für alles, was ihn umgibt, ohne Bedeutung wäre. Es gibt erleichternde Mittel wie Ammonium, Menthol, Eukalyptus und Zederharz. Doch diese werden den Zustand nur erleichtern, wahrend das wirkliche Allheilmittel die Ausbildung der psychischen Energie ist.
574. Die Menschen versammelten sich, um die Stimme der Lehrer zu hören. Oft hörten sie über den für sie bestimmten Schatz. Manche von ihnen konnten sich den Schatz nur als wertvolles Metall vorstellen. Einer nahte sich sogar einen langen Geldbeutel für seinen Teil. Doch die Zeit verging, und der Schatz trat nicht in Erscheinung. Man sagte, dass der Schatz nahe sei, doch die Geduld war kürzer als der lange Geldbeutel. Die Leute beauftragten irgendeinen, der Lehre zu lauschen, wahrend sie selbst zum Markte gingen. Sie gingen davon, ihre verlorene Zeit bedauernd. Einer versäumte es, seine Außenstände einzuholen; einer versäumte seine Heirat; einer vergaß seinen Widersacher zu verklagen; ein anderer konnte seinen Gewinnanteil nicht eintreiben; einer versäumte Geschäfte und einer verlor die Gunst seines Radschas83 . Kurz gesagt, jedem hatte die Lehre Schaden zugefügt. Verärgert bummelten sie über den Markt und höhnten "Wo ist der verheißene Schatz? Was man uns versprach war eine Wölke, sogar eine ohne Regen."
Die Stimme der Lehre sagte zu dem einen, der blieb: "Wieso bangest du nicht um die versäumte Marktzeit? Alles wird ohne dich verkauft, und dein Name scheint nicht in Vertragen auf. Wer sagte dir, dass der Schatz nicht
nebelhaft sei?" Der eine, der blieb, antwortete: "Ich will nicht weg gehen, denn für mich ist der Schatz kostbarer als Leben. Das verheißene Gute kann keine Täuschung sein." Die Stimme sagte: "Fürchtest du nicht, dass ich verstumme?" "Du kannst nicht verstummen, weil Du Unbegrenztheit verheißen hast." "Furchest du nicht Meinen Verrat?" "Nein, Mut und Licht sind Deine Bürgen." "Fürchtest du nicht, dass in Meiner Sprache der Schatz eine Falle sein könnte?" "Selbst ohne Worte bürgt der Weltenraum für den Schatz." Die Stimme sagte: "Du bist unerschütterlich weise. Dort, wo du die Lehre vernahmst, ist der Schatz. Erhebe dich, gehe nicht weit fort. Hebe den Stein des Sitzes auf. Empfange die Wolke des Wohlwollens und der Erde Gold. Wer bis zum Ende zuhört, empfangt. Der Mut des Mutigen ist unveräußerlich. Wer sammelt, erwirbt."
575. Gestern bildete sich der Same morgen wird die Blume erblühen. Die fortgeschrittensten Geister weigern sich nicht, vom Brot des gestrigen Korns genährt zu werden. Man muss lernen, das Wissen von gestern mit dem Streben in die Zukunft zu vereinen. Gewöhnlich berauben sich die Menschen selbst der besten Vorteile, weil sie an einseitige Zulassung gebunden sind.
Wie kann man Fortschritte erzielen, wenn das Feuer brennt, das Auge jedoch in die Finsternis blickt? Das Feuer des Teros wird alle Schätze der Errungenschaften beleuchten. Ebenso wird es wie das unauslöschliche Brahmavidya84 vor der Versuchung der Maja schützen.
Wie ihr vernehmt, spreche Ich in alten Parabeln und auch in Ausdrücken eines zeitgemäßen Laboratoriums, damit ihr beides lieben lernt und eure Achtung sowohl auf den Samen als auch auf die Frucht ausweitet.
Man muss der Begrenzung ein Ende setzen.
576. Manchmal mögt ihr in unseren Aussprüchen Unterschiede wahrnehmen. Man muss sagen, dass man, obwohl eine völlige Richtigkeit erreicht werden kann, bei einem Telegramm dem Sinn mehr Aufmerksamkeit schenkt.
577. Die umgebenden Gegenstände unterliegen der Einwirkung des Teros. Man kann fühlen, wie unsichtbar und wohlwollend Dinge reagieren, wenn die reine Flamme sie berührt.
578. Wenn man sein Denken vertieft und verfeinert, kann man über ferne Mittellungen bemerkenswerte Beobachtungen machen. Ihr wisst, dass eine Mitteilung als etwas Eigenständiges in das Bewusstsein eingeht und daher leicht vergessen wird. Ihr wisst, dass weder Gewitter noch Orkan psychische Energie hemmt. Man kann beobachten, welche Mitteilungen auf bestimmte Zentren einwirken. Vielleicht wird der Orkan besonders auf das Kelchzentrum wirken; es kann sein, dass die Art der Nachricht bestimmte Zentren berührt. Kurz gesagt, die vielfältigen Denkrichtungen und die Eigenschaften der psychischen Energie werden für die Individualität neue Wege zulassen. Beobachtungen unter besonderen Bedingungen der Örtlichkeit, Temperatur und des Wetters werden eine unerschöpfliche Quelle für neue Errungenschaften sein.
579. Man muss bedenken, dass Unsere Feinde von jeder räumlichen Störung wirksam Gebrauch machen und sich bemühen, die unerwünschtesten Schwierigkeiten zu bereiten. Diese Verbindung von physischen und psychischen Bedingungen verdient äußerste Beachtung.
580. Es ist richtig anzunehmen, dass Evolution
mit dem Zeitpunkt der Kosmischen Einwirkung einsetzt. Doch dies heißt nicht, dass sich die Menschen nicht darauf vorbereiten sollen. Jeder bewusste Denkprozess sucht schmerzvoll nach der künftigen Richtung der Evolution. Sobald diese Richtung wahrgenommen wird, ist der gesunde Verstand bestrebt, sich dem wahren Pfad rascher zu nähern. Deshalb zwingt die Lehre nicht, sondern weist den Weg. Nicht Mystizismus, sondern wahrlich schlussfolgerndes Urteil erhebt sich vor den Suchenden.
Wir sagen, das Buch der Lehre möge den üblichen Weg der Veröffentlichung einschlagen. Es möge namenlos persönlichen Vorteil ausschließen. In wenigen Jahren werden die Menschen verstehen, dass empirisches Studium diese Gebote niederlegte. Doch jene, die Zeit fanden, das Buch zu studieren, werden als geladene Gäste in die neuen Gebäude der Welt eintreten. So wird der Nebel der Barbarei durch verfeinertes Verstehen ersetzt werden.
Wir unterstreichen immer den Begriff der Verfeinerung; er ist mit dem geistigen Wachstum verbunden. Ihr sähet die langsame Aufspeicherung des Geistes; ähnlich kann Verfeinerung nicht sofort absinken. Der Anpassungsprozess jeder Maschine zeigt, wie langsam Vervollkommnung vor sich geht. Doch die Verfeinerung des Denkens erkennend, befehlen wir uns, auf dem Wege der Evolution voranzuschreiten; und dann wird jeder Tag zu einer Eroberung.
581. Gewöhnlich denken die Menschen, dass die heutige Zeit sinnlos verworren ist, doch vergleichen wir ohne Vorurteile die Zeiten, dann sehen wir, dass in den letzten
zehn Jahren vieles vereinfacht wurde und den Weg zur Evolution erschloss.
582. Über das Rotieren der Zentren haben wir bereits gesprochen. Jede Vorwärtsbewegung ist natürlich eine rotierende. So bezieht sich das Symbol des Butterns auf alles. Die Aufspeicherungen von psychischer Energie können durch das Rotieren der Zentren verstärkt werden. Es ist gleich, welchem Zentrum die Individualität den Vorzug gibt; gut wäre es, wenn es der Kelch oder das Glocken Zentrum wäre.
Die Zirkulation der psychischen Energie kann man von außen her durch Einreiben des Körpers mit einer aus sieben Pflanzenpräparaten hergestellten Emulsion, die aus dem Altertum überliefert wurde, fördern. Es ist die gleiche Emulsion, die von Yogis benutzt wird, wenn sie den physischen Körper für längere Zeit verlassen. Außerdem ersetzt diese Emulsion die Nahrung für eine lange Zeit.
Ihr wisst bereits, dass man durch Einnehmen von Moschus wenig Nahrung benötigt; gleicherweise verleiht die Einreibung mit dieser Emulsion Energie, die für längere Zeit die Nahrung ersetzt.
Gebet die Formel dieser Emulsion jenen, die ihre Ergebenheit gegenüber der Lehre bewiesen haben. Warum einen Körper nähren, der versucht, die psychische Energie abzulehnen? Die Emulsion kann in verschiedenen Fällen nützlich sein, angefangen bei Hautkrankheiten.
583. Wenn die Menschen nur die Folgen ihrer Gedanken erkennen würden! Es ist keine Übertreibung, zu sagen, dass sogar die größten Verbrechen aus kleinsten Gedanken entstehen. Man möge die Menschen darauf hinweisen, wie stofflich der Gedanke ist. Man möge beweisen, dass er lebt.
Ich spreche nicht von Yogis, doch jeder, der psychische Energie entwickelt, wird durch sie geschützt. Das Volk fürchtet sich, einen Menschen zu berühren, der über besondere Kräfte verfügt. Die Weisheit erinnert daran, welche Wirkung der Rückschlag hat, der vom Panzer des Teros kommt. Ebenso erinnert die Weisheit daran, dass es Menschen gibt, die auf Gegenstände einwirken. Das ist wahr, denn durch Berührung setzt sich auf allen Gegenständen psychische Energie an. So kann man die Kraft des Gedankens und die Ausstrahlungen der psychischen Energie verfolgen.
Tiere, insbesondere Hunde, spüren die Ausstrahlungen der psychischen Energie, sie finden das Haus und ihren Herrn nicht durch Geruch, sondern durch etwas viel Substantielleres.
Man wird fragen, wie man an die psychische Energie herankommt. Für den Anfang denkt daran, dass es diese Energie gibt.
584. Zwischen magnetischen Wirbelwinden und den Erscheinungen der psychischen Energie besteht die engste Beziehung; das Erscheinen dieser Wirbelwinde wurde im Hermetismus85 richtig als der Gedanke des Raumes bezeichnet.
585. Wer die Grundsätze der vedischen Medizin nutzen will, handelt richtig. Ungeachtet der späteren Beifügungen bleibt das Wesen der Veden nutzbringend. Für jeden wissbegierigen Forscher wird selbst die Art der Aufeinanderfolge in der Wahrnehmung der Beschaffenheit pflanzlicher Ablagerungen neu sein. Anstelle von grobem Aufzeichnen der Pflanzen und anderer Naturprodukte bringt eine genaue Bestimmung des Zustandes und der Pflanzenteile völlig
andere Ergebnisse. So wird auch den Bedingungen des kosmischen Chemismus Aufmerksamkeit geschenkt. Diese Schlussfolgerungen seit dem frühesten Altertum können dem heutigen Beobachter Freude bereiten.
586. Man kann die Wirkung pflanzlicher Substanzen durch Anreicherung der Metallisation des Bodens leicht verstärken. So werden auch langsam wirkende Medikamente eine mächtige und schnelle Wirkung erzielen. Man kann mit gestärkten Samenkörnern lehrreiche Experimente über Generationen durchführen. Bei kurzlebigen Pflanzen erfordern diese Experimente nur wenige Jahre. Bereits in der dritten Generation wird sich eine starke Veränderung zeigen.
587. Wenn Ich sage, dass alles gut ist, ist es unwahr. Wenn Ich sage, dass alles schlecht ist, ist es unwahr. Ist es nicht besser zu sagen: "Kampf und Sieg"? Doch wie kann die Freude am Kampf gelehrt werden?
588. Warum ist eine angespannte Lage manchmal notwendig? Sie ruft die Strahlung der psychischen Energie hervor.
589. "Der Weise kennt das Wort, er kennt die Schrift, er kennt den Gedanken und er kennt das Schweigen" so sagt ein altes Sprichwort. Betrachten wir es vom Standpunkt der psychischen Energie. Wahrlich, man muss erkennen, wann ein Wort, ein Brief oder Schweigen notwendig ist. Man kann viel erreichen, wenn die Energie nutzbringend gelenkt wird. Das verfeinerte Gefühlswissen wird entscheiden, welche Methode unübertrefflich ist.
590. Ihr habt bemerkt, dass physische Anspannung manchmal eine Erscheinung von psychischer Energie hervorruft. Diese rein mechanische und materielle
Bedingung sollte den Gedanken auf die Stofflichkeit der psychischen Energie lenken. Diese Stofflichkeit der psychischen Energie kann durch physikalische Methoden leicht festgestellt werden. Es ist nicht schwer, die Reflexe physischer Anspannung zu finden. Sollte man nicht in diesen offenkundigen Richtungen forschen? Das heißt, dass die geistigen Erscheinungen ganz und gar nicht abstrakt sind und gemessen werden können. Sie mögen nicht für alle sichtbar sein, doch grobe Wirkungen können sogar die Aufmerksamkeit eines Durchschnittsmenschen erregen. Oft gehen Menschen an schreienden Farben vorbei, ohne sie zu bemerken. Wie Rot manchmal sogar für Grün gehalten wird, so kann man solch einer Verzerrung auf allen Gebieten begegnen.
Ich spreche nicht zwecks Wiederholung über die Verfeinerung des Gefühlswissens. Über diese Bedingung ist ausreichend gesprochen worden. Richtet die Aufmerksamkeit auf die Stofflichkeit des Geistigen von der umgekehrten Seite. Trotzdem verbleiben zwei Welten die scheinbare und die wirkliche. Auch nach der Bedeutung dieser Begriffe wird man der Wirklichkeit den Vorzug geben. Dem wird jeder zustimmen. Welche Vervollkommnung kann durch Erkennen der Wirklichkeit erlangt werden! Diese Wirklichkeit muss in den Vordergrund gestellt und als ein völlig realer Begriff bestätigt werden; dann wird sich die Umwelt bis zur Unkenntlichkeit verändern.
Die Menschen sprechen von vielen Wahrheiten. Sollte man nicht die Hüllen durchdringen und zu der Einen Wahrheit streben? Bei genauester Beobachtung wird Wirklichkeit das Bewusstsein erweitern. Bewusstsein ist
der Zauberkoffer, in dem alle verlorenen Schätze sich sammeln.
591. Ich freue Mich, wenn ihr den ganzen Schaden falscher Geistigkeit erkennt. Oft tritt eine krankhafte Entstellung der psychischen Energie anstelle des erweiterten Bewusstseins. Kann es dort, wo Furcht, wo Selbstbemitleidung, wo Eigendünkel, wo Untätigkeit, wo Flucht vor Selbstaufopferung, wo Mangel an Entsprechung, wo Verantwortungslosigkeit besteht, Dienst an der Evolution geben?
Jenen, welche die fruchtbringende Arbeit meiden, muss klargemacht werden, dass ihre Seufzer weniger bedeuten als die Bewegungen eines Grashalmes. Auch jene, die ohne Verständnis für den Aufstieg in die astrale Welt untertauchen, müssen wissen, dass sie für diese Belastung des Raumes verantwortlich sind. Nur Bewusstsein kann führen und die rechte Richtung erkennen lassen. Auch jene, die den Dienst an der Evolution als ein zu belohnendes Opfer betrachten, können durch klingende Münze, doch nicht durch Erweiterung des Bewusstseins belohnt werden.
Bekundet, dass verfeinertes Bewusstsein jener Magnet ist, der jede nützliche Energie anzieht. Als ein unerschöpflicher Schatz führt das Bewusstsein zu den Höhen, wo der Sieg ist. Ist es menschenwürdig, sein Bewusstsein mit Unkraut überwuchern zu lassen?! Man muss sich überlegen, wohin man treibt. Das Feuer des Bewusstseins wird den Weg erleuchten.
592. Es ist richtig anzunehmen, dass psychische Energie unerschöpflich ist. Der vernünftig abgegebene Vorrat wird aus der Schatzkammer
des Kosmos sofort aufgefüllt. Daher ist es nutzbringend, psychische Energie abzugeben; der neue Vorrat verteilt die Aufspeicherung leichter und strebt dann zur universellen Arbeit. Wie kann man das Rad des Gesetzes in Bewegung setzen? Wie leicht ist es, die neue Kraft aus dem Raum herbeizurufen. Daher spreche Ich vom Rotieren der psychischen Energie.
593. Das Wort "ich" sollte für besondere Verantwortlichkeit und Bezeugung vorbehalten sein. Das Wort "wir" gilt für das ganze Leben und für Zusammenarbeit. Dann wird es das Wort "sie" geben. Doch zuerst muss man das Wort "wir" annehmen und Zusammenarbeit erkennen.
594. Das grundlegende Mysterium des Hermes86 lag in der Annäherung der astralen Welt an unsere Erde. Man kann diese Funken in der Lehre des Hermetismus wahrnehmen, obwohl sie sehr verschleiert sind.
595. Ihr wisst bereits, dass der Kristall der psychischen Energie die Eigenschaft eines Magneten besitzt. Er zieht Teile von Elektronen des Teros aus dem Raum an. Die Ausstrahlungen der sich nahenden Wellen umgeben den Menschen und färben die sich nähernden Energieteilchen mit ihrem Chemismus. Dies ist die chemische Grundlage der so genannten farbigen Sterne.
Die Planetenkörper strahlen in verschiedenen Lichtern. Gleichermaßen wissenschaftlich sind die Funken der psychischen Energie. Auch die Feuer der Zentren leuchten verschieden, entsprechend dem Chemismus der Metalle des Körpers.
596. Viele Völker haben die folgerichtige Bedeutung der Zentren erkannt. Die unbegreiflichen Bezeichnungen entsprachen oft den realsten Bestimmungen. Wenn ihr das Wort "Abramram" hört, so wird es euch
an das Kelchzentrum erinnern, wo sich das für die künftige Entwicklung bestimmte Gefühlswissen konzentriert. Wenn ihr von "feurigen Schwingen" hört, ist damit das Zentrum der Schultern gemeint. In ähnlicher Weise nennt man die Zentren der Glocke, der Handgelenke und Knie "die fünf Gipfel des Schatzes". Verspürt man eine plötzliche Schwäche unter den Knien oder eine Spannung in den Handgelenken, so bedeutet dies die Schärfung des Glockenzentrums. Man kann viele Beobachtungen machen, welche die so schmählich vernachlässigten unerschöpflichen Eigenschaften des Organismus enthüllen.
597. Bei manchen Völkern bestand der Brauch, ihre weit entfernten Bekannten durch das durch Feuer gereinigte Rauchloch zu rufen. Denken wir auch an das alte lange Rohr der Ägypter, das durch Feuer getätigt wurde.
Bedenket, dass das Aussenden von Gedanken überall mit dem Begriff Feuer verbunden war. Wahrlich, für die Gedankentätigkeit auf weite Entfernung muss das Feuer der Zentren hervorgerufen werden. Keine gewaltsame Willensanspannung, sondern die Verbindung mit Feuer wird der Gedankensendung Macht verleihen.
598. Es ist nutzbringend, sich die Legenden über Feuer ins Gedächtnis zu rufen, denn sie enthalten viel Wahrheit. Bei zunehmendem Verständnis lässt sich unterscheiden, wo die Grundlage der Wirklichkeit und wo die Fehler armseliger Herkömmlichkeit liegen.
599. Die Hauptaufgabe der kommenden Evolution wird es sicherlich sein, das so genannte Abstrakte in den Bereich des Erkennbaren zu übertragen. Das Studium der psychischen Energie wird eine völlig neue Beziehung zur Umwelt schaffen. Die Folgen
selbstsüchtiger und altruistischer Taten sind abstrakt gründlich kontrastiert worden; nun wollen wir sie vom Standpunkt des Chemismus der verschiedenen Zentren untersuchen. Gegensätzliche Gedanken und Taten werden sich auf verschiedene Zentren stützen. Daher wird die Verbindung der Ausstrahlungen chemisch verschieden und sichtbar leuchtend sein. Die Folgen werden auf den Schöpfer selbst und auf die Umwelt einwirken. Demnach ist also das Abstrakteste wäg- und messbar. Einer der einfachsten Versuche ist das Wiegen eines Menschen bei verschiedenen Gedanken. Eine feine Waage und Gedankenschärfe ergeben einen klaren Vergleich. Das ist keine Wissenschaft von Einsiedlern, sondern Wissen zur Verbesserung des ganzen Lebens.
600. So wie das Licht die Dunkelheit überflutet, wie das Element dem Gedanken zustrebt, so geht die Lehre in das Leben ein.
601. Wissenschaftler, die vom Unterbewusstsein sprechen, von Gehirn- und Nervenreflexen, vom tierischen Magnetismus, von Telepathie, sprechen natürlich von ein und demselben von der psychischen Energie. Doch dieses Wort wird aus unbestimmten Gründen nicht ausgesprochen. Diese Bruchstücke des Wissens verlangen in einem Strom vereint zu werden, doch Aberglaube verhindert die Allgemeingültigkeit der Tatsachen. Reine Wissenschaft fürchtet jedoch keine Seitengassen. Jetzt lenkt man die Aufmerksamkeit auf die Erforschung der Sekrete; vielleicht wird die Beobachtung der Drüsenabsonderungen auch die Aufmerksamkeit auf das Vorhandensein anderer Ablagerungen lenken. Diese Absonderungen erregten erst kürzlich Aufmerksamkeit, obwohl die alte Medizin seit langem auf die Wichtigkeit der Sekrete hinwies. Diese Frage wurde bisher, obgleich von der ganzen Natur laut verkündet, verschämt umgangen. Doch ist es möglich, dass dialektischer Materialismus nur eine Begrenzung
darstellt? Die Entwicklung des Bewusstseins bringt uns dem Erfassen der gesamten mächtigen Energie näher. Ist es möglich, dass man, wie bisher, nur mit dem halben Hirn denkt, ohne sich um die verschlossenen Schätze zu kümmern?
602. Das Stählen des Schwertes im Feuer unter Hammerschlägen wird das beste Beispiel für die Stärkung der psychischen Energie sein. Mancher wird fragen, wie man alle Störungen und Aufregungen ertragen soll. Doch Ruhe ist der Gipfel der Unruhe. Es gibt keine Ruhe inmitten kosmischen Umlaufs. Blinde und Taube stellen sich eine scheinbare Ruhe vor, aber der Sehende wird es vorziehen, Stürme zu durchschreiten, um nicht zu erblinden. Es gibt keine Ruhe, wie sie die Menschen verstehen. Man kann aus der Spirale des aufbauenden Rotierens nicht aussteigen. Man muss Teros als Anker herbeirufen, um ihn an der richtigen Kette der Ströme zu befestigen.
603. Merkt euch, dass ein tiefer Seufzer die Tätigkeit der psychischen Energie begleitet. Zeugt diese Erscheinung nicht davon, dass diese Energie voll gefühlt werden kann? Weist auf die überall verstreuten Anzeichen dieser Energie hin! Aus diesen Meilensteinen kann man einen Pfad bauen.
604. Ihr habt beobachtet, wie astrale Wesenheiten beliebige Gestalt annehmen und verschiedene Bilder schaffen konnten. Dies ist durch Photographien ausreichend bewiesen. Welche Energie dient ihnen bei ihrem Schaffen? Natürlich psychische Energie, sofern sie bereits im inkarnierten Zustand entwickelt wurde. Beim Studium der psychischen Energie kann man viele ihrer Eigenschaften wahrnehmen. Es sind weniger die schrecklichen Gespenster, als die Wirkung auf unseren Organismus, was bei diesen Beobachtungen wichtig erscheint.
Die Alten sagten: "Der Berg der Mutter reicht von der Erde bis zu den himmlischen Mächten" womit auf die Einheit alles Seienden hingewiesen wurde. Ist es möglich, dass in einem Zeitalter der Kultur die Menschen ihrer Vernichtung oder der herkömmlichen Entartung der Religionen zustimmen können? Kann es stumpfe Ablehnung geben, wenn sich neben Mechanik Psychomechanik machtvoll ankündigt? Die Menschen kommen im Namen besserer Aufgaben zusammen. Wo sind diese Aufgaben? Es ist unmöglich, nur zu wiederholen, dass die äußeren Lebensbedingungen die Widerspiegelung der Bewussten seins sind. Es scheint, als wären diese Worte schon auf der Stirn eingebrannt, doch unleugbar bedarf die Menschheit vieler Erschütterungen.
605. Der Verstand schwankt, doch das Bewusstsein frohlockt. Das ist kein Widerspruch, sondern Oberfläche und Wesen. Wohin soll man sich wenden? Selbst ein Kind wird sagen: zum Wesen. Selbst ein Kind versucht, die stachelige Rinde abzuschälen, um sich an dem Saft zu laben. Nichts sollte uns daran hindern, das Bewusstsein zu erneuern.
606. Manche Nervenkrankheiten werden durch einen Wechsel des Wohnorts geheilt. Man mag dies als Einbildung betrachten, doch lassen sich auch andere Gründe dafür finden. Luft ist genauso mineralhaltig und magnetisch wie Wasser. Wir verwenden Wasser verschiedener Zusammensetzung. Warum sollte dann Luft nicht eine Wirkung auf verschiedene Zentren haben?
Es wird viel von Prana gesprochen, doch reines Prana ist, außer in Höhen, wo wenige zu bleiben wagen, auf Erden nicht erschwinglich. In niederen Schichten wird Prana mineralisiert und von gegensätzlichen magnetischen Wellen beeinflusst. Ein Wechsel
des Wohnorts kann einem sicherlich zu günstigen Verbindungen mit Prana verhelfen und auf den Nervenzustand heilend einwirken. Bedauerlicherweise wird bislang die Luft in den Heimen allgemein nur als rein oder unrein betrachtet. In der Tat, jede Luftveränderung ist von Bedeutung, weil sie auf verschiedene Nervengruppen einwirkt. Unser Bruder, der ein Schuhmacher war, vertauschte zeitweilig sein Handwerk mit Gärtnerei. Das ist sehr weise, denn die heranwachsenden Keimlinge des Samens strahlen eine besondere Spannung von psychischer Energie aus. Man möge das bedenken. Die Morgensonne wirkt nach dem Wahrzeichen der nächtlichen Pralaya besonders lebenskräftig und ruft psychische Energie hervor. Ebenso wie der Morgen sendet das erwachende Leben des Samens seine Gebetsausstrahlungen aus. Lasst uns alle wohltätigen Einflüsse mit Bedacht wahrnehmen.
607. Würden die Menschen anstelle von Gerichtshöfen und Verfolgungen psychische Energie anwenden, so würde die unheilbare Krankheit des Verbrechens bloß zu einer Angelegenheit allgemeiner Untersuchung. Unsere Ärzte sollten diesen Besessenheitsgrad ebenfalls verfolgen. Die psychische Energie mit unseren gewöhnlichen Auslegungen in Verbindung zu bringen. ist schädlich.
608. Jede Bewegung erlangt Rhythmus, wie Energie Muster und Kristall bildet. Das Mitschwingen mit dem Rhythmus spornt den Nervenstrom an.
609. Zahlreiche Krankheiten werden durch psychische Energie verhütet. Man kann sagen, dass manche Organismen zu gewissen Krankheiten neigen, während andere ihnen widerstehen. Doch worin dieser Schutz oder diese Schwäche besteht, kann niemand
bestimmt sagen. Nur Beobachtungen über psychische Energie könnten die beste Antwort geben.
610. Viele denken an den Frieden der ganzen Welt. Wagt man aber diese Worte auszusprechen, ist man den unverschämtesten und scheinheiligsten Angriffen ausgesetzt. Die Menschen fürchten sogar den Frieden, weil ihr Bewusstsein diese Glückseligkeit nicht fassen kann. Doch jene, die Bewusstsein speicherten, müssen wiederholt über das Öffnen der Friedenspforten sprechen.
611. In der Welt der Wissenschaft wird die Lehre wie eine Prophezeiung sein. Sogar Skeptiker werden zugeben, dass das Schicksal der Menschheit nicht vom Sezieren von Fröschen abhängt. Die Enthüllung Unseres Rates wird die Unwissenden nicht vermehren. Helfer der Menschheit, nehmt Erleuchtung an! Die Inhaber von Diplomen ließen das Gesetz des Allgemeinwohls unbeachtet. Ihr, die ihr von Maja angezogen werdet, offenbart Verständnis!
612. Der eine spielt auf zwölf Saiten, ein anderer bringt dieselbe Weise auf vier Saiten hervor, und ein dritter beschränkt sich auf zwei Saiten und bringt viel Harmonie damit zustande. Ist es nicht gleich, wie viele Saiten einer benötigt, um Harmonie zu scharfen? Das Wesentliche ist, dass sie geschaffen wird. Wundern wir uns nicht und verurteilen wir nicht Verschiedenartigkeit. Wir werden auch nicht zwei gleiche Sandkörner finden. Im Gegenteil, freuen wir uns über jede ungewöhnliche Annäherung. Die Blumen wählen sich einen passenden Boden. Auch Steine sind im Verhältnis zueinander verbunden. Ebenso wird es in den Bereichen von Teros Verbindungen verwandter Elemente geben, trotz der völligen Verschiedenheit der Oberflächen. Das durch Feuer verfeinerte Bewusstsein erkennt, wo eine verwandte Grundlage vorhanden ist und wird die Schätze nicht nach Beurteilung der Oberfläche verwerfen.
Eine unzählige Vielfalt kann sich auch auf zwei Saiten offenbaren. Doch dazu muss man erkennen, wie zahlreich die Eigenschaften der Natur sind und wie diese Eigenschaften durch den Menschen Ausdruck finden. Solche Erwägungen werden als symbolisch angesehen, aber im Leben nicht beachtet. Jedoch die Lehre zu kennen und sie nicht anzuwenden, wird das Zeichen völliger Unwissenheit sein. Wer sagte, dass man über die Lehre dahinkriechen kann wie eine Fliege auf Zucker und hernach in Dünger versinkt! Auf Gebirgspfaden kann man die Pferde nicht unbesonnen wenden. Wissen führt nur vorwärts!
613. Die strahlende Welt darf nicht vergessen werden. Sie stellt das Bindeglied zu den fernen Welten dar. Als feine Substanz durchflutet sie den Raum. Die Dimension wechselnd, kennt sie weder das Ferne noch das Nahe. Im nicht verkörperten Bewusstseinszustand muss man diese ausgedehnten Schichten durchdringen. Das Bewusstsein wird der Führer sein, weil es von gleicher Substanz ist. Aus der Welt der feineren Körper kann man Vermittler erhalten. Natürlich muss unser eigenes Bewusstsein ein verfeinertes Bewusstsein anziehen, und die Vermittler müssen die Aufgaben der Welt begreifen können. Vor nicht langer Zeit sprach Ich darüber, wie unvoreingenommen man die astrale Welt betrachten muss. Mit Hilfe des Gefühlswissens muss man die Mitarbeiter verstehen, sie sind keine Führer, sondern Mitarbeiter wie Telegraphenstangen, sozusagen. Mit der Zeit wird sich ihre Zahl verringern und sie werden später sogar überflüssig. So werden sich alle Elemente und alle Zustände in der einen Arbeit vereinen. Wie kann man einem Kaufmann klarmachen, dass er ohne die behinderlichen Kontobücher weiterkommen kann?
Und wie kann man aufzeigen, dass Gesundheit und Freude im Bewusstsein der Unbegrenztheit leben?
614. In dem jetzt gegebenen Teil des Agni Yoga wird die Aufmerksamkeit auf die psychische Energie gelenkt, auf die Entstehung der Feuer und auf die Verfeinerung des Bewusstseins. Wenn man diese Prinzipien angenommen hat, kann man zur Verfeinerung des Denkens übergehen. Lasst uns deshalb nicht meinen, dass die Lehre endet!
615. Warum muss die Lehre den Weg der Aufspeicherung beschreiten? Kann sie nicht wie eine Dosis Medizin verabreicht werden? Der Magen hat jedoch ein begrenztes Ausmaß, während dem Bewusstsein keine konstanten Größen zukommen. Wahrlich, es kann Zweibeiner geben, die nahezu über kein Bewusstsein verfügen. Es kann Menschen geben, die sich durch ausschweifende Leidenschaften des Bewusstseins beraubten. Es kann durch Karma getrübte Bewusstseine geben. Es kann durch zeitgenössische Herkömmlichkeiten getrübte Bewusstseine geben. Bewusstseine bedürfen gleich den Blumen im Treibhaus der Pflege. Daher kann Gefühlswissen die Grundlage des Bewusstseins auf sich nehmen. Doch die Verfeinerung des Bewusstseins geht so langsam vor sich wie das Schleifen eines Kristalls. Nicht durch Selbstbeurteilung, sondern durch den Wert der Tat wird die Erweiterung des Bewusstseins erkannt.
Die Lehre wird gesandt, so wie die Steine eines Turmes zusammengefügt werden. Schüttet man die Steine alle auf einmal aus, entsteht kein Turm, sondern ein Haufen.
616. Erreichet und sieget! Ihr siegt nicht für euch, sondern euer siegreicher Zustand ist für das Allgemeinwohl wichtig.
617. Das heilige Feuer des Geistes erschließt den Pfad zur Lehre, doch die wichtigste Bestrebung des Schülers sollte das Entfachen
der geoffenbarten Feuer sein. Wir werden den Kelch der Bestrebung festigen, doch füllen muss der Schüler den Kelch der Errungenschaft selbst.
618. Wenn die Menschen nur verständen, dass ausgesandte Trübsal Trübsal einbringt, doch ausgesandte Freude Freude bekräftigt! Eine solche Bereicherung des Raumes war selbst dem ersten Menschen vertraut, als er sagte: "Ich will den Strom des Glücks nicht unterbrechen." Wir werden überleben und erreichen!
619. Die Kraft des Magneten wird durch die von Pranaströmen der Unbegrenztheit ausgehende Wirbeldrehung der Spirale verstärkt. Indem Wir Unsere Gedanken magnetisieren, senden Wir Gedanken und Bilder tragende Botschaften aus, die das menschliche Bewusstsein entfachen.
620. Ich rate, den Namen des Lehrers für einen Schild zu halten. Weder ein Symbol noch Illusion, sondern eine Kette von Bewusstseinen bildet den Strom der Unbesiegbarkeit. Wir kennen nicht das Ende dieser Kette. Ihr kennt nicht ihren Anfang, sie ist wie eine sich aus der Tiefe der Erde in die unerreichbaren Sphären erstreckende Schlange.
Der Berg der Mutter der Welt kennt nicht seinen Gipfel. Werden wir ihn fürchten? Werden wir über seine Unerreichbarkeit erschrecken? Oder werden wir uns freuen, dass das Amrita unerschöpflich ist? Wie Licht strahlt das Unberechenbare unter den Begriffen der Messbarkeit. Werden wir über die in Unbegrenztheit erzeugte Kühle des fernen Windes ungehalten sein? Wenden wir uns in der unfruchtbaren Schwüle nicht vom belebenden Strom ab!
621. Das Pfand der Lehre ist die Freude des Geistes. Schöpfung ist zielstrebig, wenn der strebende Geist, sich nach Offenbarung von Schönheit sehnend, Unbegrenztheit erkennt.
Ich erachte die Quelle verfeinerten Bewusstseins durch die offenbarte Lehre als bestätigt.
622. Verbürgt euch mit euren ganzen Besitzungen. Verbürgt euch mit völligem Verlangen! Verbürgt euch mit der Kraft des Denkens! So können neue Verbindungen geschaffen werden.
Wenn ihr es gestern nicht erreicht habt, so bedeutet das, dass die Aufspeicherungen nicht richtig waren. Fehler dürfen sich nicht wiederholen, denn man kann dort nicht hinüberschreiten, wo die Brücke zerstört ist. Oft wird das Unwesentlichste beseitigt, aber die Hauptursachen in der Finsternis verwahrt sein. Mögen die Feuer die Finsternis zerstreuen! Darum gebieten Wir: Entzündet die Feuer! Betrachtet die Lehre nicht als Abstraktion. Wiederholt das Wort der Weisen!
623. Um ein Agni Yogi zu werden, muss ein bestrebter Schüler die volle Kraft des Feuers der Liebe zu seinem Lehrer fühlen. Der Schüler, der den Wunsch hat, am Aufbau der Werke des Lehrers mitzuhelfen, muss das Vermächtnis des Lehrers bewahren. Der Schüler, der den Wunsch hat, das Vermächtnis des Lehrers zu hüten, muss die Aussprüche wie Perlen hüten. Ich sage: Die Hymnen der Mutter der Welt ins Leben übertragend, lernet, den Ursprung in der Schönheit des Kosmos zu bejahen.
624. Was soll man mit jenen machen, die sich von der Lehre abwenden? Lasst sie, zwingt ihren Willen nicht. Vielleicht werden die Wellen des Lebens sie wieder an eure Ufer tragen. Gewöhnlich ist jede Trennung schmerzlich, doch der Aufbau des Bewusstseins ist so verschieden, dass es nicht weise ist, es zu hindern. Möge der Geist ungezwungen streben. Die Verantwortung für den Verlust lastet auf ihm.
625. Denkt daran, dass Hilfe durch Taten bestätigt wird.
Die beste Rüstung, das beste Steuer, das beste Auge ist die Macht der Tat!
626. Wie der Strom, ungeachtet der Struktur der Steine, die Felsen durchbricht, so flieht der Agni Yogi die Herkömmlichkeiten der Nationalität. Zu den Höhen des Bewusstseins schreitend, gibt es für den, der die Fackel seines Bewusstseins entfachte, weder Grenzen noch Schranken, noch Verbote. Israel, das den Weg suchte, und die Mayas, die die Grenzen der Zustände erkannten, werden an den Verlauf des Suchens mahnen. Da Feuer keine Grenzen kennt, schreitet das Bewusstsein eines Agni Yogi ohne Hindernisse voran.
627. Oftmals kennen wir ein Wort und können es nicht aussprechen. Der Begriff kreist in der Tiefe und gelangt nicht an die Oberfläche. In diesem Moment verspürt man am besten die Tiefe des Bewusstseins. Nicht die Gehirnwindungen, sondern eine andere Schatzkammer speichert die Gedächtnisvorräte und das ist natürlich der Kelch.
Man kann sich an Beobachtungen erinnern, wo der Kelch physisch verletzt war; sofort brach der Zustrom der Erinnerungen ab. Bei Verletzungen des Gehirns hingegen zog augenblicklich das ganze vergangene Leben vorbei, als ob es aus der Tiefe auftauchte. So wird bei Erweiterung des Bewusstseins die Zusammenarbeit der Zentren erkannt. Man wird erkennen, was man aus den Kanälen des Gehirns erhalten kann und was aus der Tiefe des Kelches geschöpft wird. Unsagbare Schätze werden im Kelch gespeichert. Der Kelch bleibt für sämtliche Inkarnationen derselbe. Die Eigenschaften des Gehirns unterliegen der körperlichen Vererbung, aber die Eigenschaften des Kelches bilden sich durch Selbstanstrengung.
Im Kelch ruht das geflügelte Kind; so erinnert die Weisheit des Altertums an den Ursprung des Bewusstseins.
628. Ich habe schon gesagt, dass die Zeit der Geheimnisse und Wunder vorbei ist. An ihrer Stelle muss sich im Bewusstsein der Begriff psychische Energie behaupten, durch die lebenerzeugende Kräfte in Bewegung gesetzt werden. Daran wollen wir denken.
Der Medizin unbekannte und "obskur87 " genannte Zentren offenbaren sich als die für unsere Gedanken verantwortliche Antriebskraft. Diese Hebel werden bald ihren Platz und gebührende Kapitel in Büchern finden.
629. Eine gepflasterte Straße wird aus kleinen Steinen gelegt. Mit hinderlichen Felsbrocken kann man keine ebene Straße pflastern. Wenn ihr die Denkrichtung studiert, werdet ihr eine Menge kleiner Gedanken wahrnehmen, welche die Oberfläche der Bewegung pflastern. Wer kleine Gedanken überwachen kann, vermag große Entscheidungen zu treffen. Die Eigenschaft und Folgerichtigkeit kleiner Gedanken bilden die Grundlage großer Taten.
Von psychischer Energie sprechend, müssen wir vor allem an die Ursachen und Wirkungen unserer alltäglichen kleinen Gedanken denken. Diese Würmer schwächen die höhere Energie. Ein unordentlicher Abfallhaufen wird jeden Bau verunreinigen. Unsere Feinde sind kleine lästige Fliegen. Gleichen ihnen nicht die zerrissenen Faden vagabundierender Gestalten? Wenn wir auf die Gestaltung der psychischen Energie hinweisen, dann sagen wir dasselbe über die Umgestaltung der kleinen Gedanken. Doch wir wissen, dass sie offenbare Vorläufer von Giganten sein können.
Möge die Energie ohne Kehricht wachsen.
630. Wirklichkeit ist im Verstehen der Menschen so vernebelt dass ohne die Behauptung der Lehre die Menschheit wahrlich verwaist.
Die unwiderrufliche Macht die tapfere Macht, die wesentliche Macht, die geistige Macht, die sich ergebende Macht, die unwiderlegbare Macht, die Macht Unseres Strahles, die von Unseren Gipfeln geoffenbarte Macht! Verneiner, bedenkt in eurer Erstickung, dass Licht im Geist besteht! Euer Vorrat wird bald erschöpft sein. Wohin wollt ihr euch an der Schwelle des Todes wenden, ihr Verwelkten? Wahrlich, Ich sage, ihr kennt nicht den geistigen Schild und bedeckt euch mit den mannigfaltigen Lumpen der Maja.
631. Wir heißen alle willkommen, die sich wegen der Nützlichkeit der Lehre nähern, aber Wir freuen Uns über jene, welche die Lehre zu ihrem Lebensinhalt gemacht haben.
Jene, welche die Lehre angreifen, werden geschlagen. Doch wo ist Schaden und Niederlage und wo Nützlichkeit und Anerbieten? Ihr seid euch der Grenze weltlichen Gedankens nicht bewusst. Glücksbringer, wo ist das Kleid des Glucks? Welches Licht entfacht den Regenbogen der Strahlung? Nur im "Kelch" werden die Teilchen der Erkenntnis gespeichert.
632. Unser Vermächtnis kennt im unfehlbaren Schüler, der weiß, dass es kein Ende gibt, keine Wankelmütigkeit. Doch das Feuer des Strebens ist der Beweger der Ereignisse. Die Errungenschaft ist wundervoll, wenn der Schüler sagen kann: "Meister, ich möchte den Kelch der Arbeit leeren."
633. Was habt ihr gestern über die Vision oberhalb des Kelches gehört habt, ist von wissenschaftlicher Bedeutung. Den Raum mit angespanntem Gedanken füllend, kleiden wir Teilchen unseres Strebens in eine bestimmte Vorstellung. Wir schaffen so aus der elementaren Materie
ein Wunschbild. Dieses Gebilde bleibt durch unsere Gedanken gefestigt, in der Nähe seines Entstehungsortes. Die Augen eines Kindes oder ein verfeinertes Bewusstsein können dieses Gebilde einfangen. Von gleichem Nutzen ist das Beobachten der Schaffenskraft des Gedankens. Allerdings, um Erfolg zu haben, muss man die Aura des Raumes hüten und die Übertragungen unaufhörlich aufschichten. Die Stunde vor dem Morgengrauen sowie der Rhythmus eines Gesanges werden dienlich sein.
Gleicherweise kann man das Wachsen der Haare beobachten, wie ihr gehört habt. Die Kapillarzellen der Haare sind als Leiter des Bewusstseins sehr lehrreich. Auch die Poren der Haut bieten einige sehr wichtige Anhaltspunkte für Beobachtungen.
634. Sagt jenen, welche die Prüfungen grausam finden, dass ihre Zweckmäßigkeit darin liegt festzustellen, ob das Stählen des Geistes voranschreitet oder zurückgeht. Die Erfahrung erwächst aus den Aufspeicherungen früherer Inkarnationen, aber der Geist verlangt nach der Nahrung sichtbaren Beweises. Doch für jeden, der den Wunsch hat vorwärtszuschreiten, steht Arbeit bereit. Man sollte den Geist nicht als eine Fabrik für dieses Experiment bewusster Errungenschaft betrachten. Man muss einen Teil des Wissens des Kelches einbringen.
635. Man kann fragen, ob ähnliche Dinge, wie man sie in tibetanischen Klöstern erzählt, vorkommen und warum man im Westen von solchen Erscheinungen nichts hört. Gewiss gibt es auch im Westen viele gleichartige Fälle, doch oft wird das phänomenale Wesen der Tat nicht in Betracht gezogen. Die Denkart des Ostens ist in mancher Hinsicht feiner und deshalb rate Ich, Tatsachen zu notieren und
auszuwerten. Wir verachten Aberglauben, doch mancher muss sich vom Vorurteil befreien.
636. Die Einwirkung Unserer Strahlen gleicht den leuchtenden Fackeln; sie wirken auf das Bewusstsein, wenn der zu den Höhen bestrebte Geist danach verlangt, die Tore der Wahrheit zu öffnen. Doch die Finsternis des Bewusstseins zu erleuchten ist schwierig.
Ihr Selbstzufriedenen, nehmt Unseren Rat an; denn ihr könnt die Trompete der Selbstzufriedenheit nicht ewig blasen. Denkt an die Schattenseite und weist die Hand, die auf das bessere Schicksal deutet, nicht zurück.
637. Ich sage nicht, dass es leicht ist, Ich sage nicht, dass es unmöglich ist, doch Ich weise den Pfad, wo das irdische Wohl gerechtfertigt ist und das Höchste nicht zurückgewiesen wird. Gewiss, die Stunde ist nicht leicht. Die Lehre wird auf unerwarteten Wegen voranschreiten, doch man kann sich freuen.
638. Die Lage wird durch Gegenwirkung verstärkt. Licht offenbart Finsternis. Was wird dann das Gegenteil zum Licht der psychischen Energie sein? Natürlich totale Finsternis. Diese Ausstrahlung von Tödlichkeit, Leere und Nichtigkeit wird der Schatten des Feuers höchster Energie sein. Wenn wir den Kristall der psychischen Energie kennen, dann kennen wir die Ablagerung der Finsternis. Der höchste Aufstieg von Teros wird im niedersten Abstieg des Tamas88 widerhallen.
639. Ihr habt richtig bemerkt, dass bei Übertragungen auf Entfernung eine besondere Art von Wachsamkeit notwendig ist keine leere Wahrnehmung, sondern die Schärfe der Zentren. Man muss zwischen Eigenwillen und Verfeinerung der Wachsamkeit unterscheiden.
So werden wir allmählich unsere inneren Kräfte erkennen.
640. Ich sage, dass ihr Teilhaber an der kosmischen Evolution werden könnt. Ihr könnt über das Erbe der Zeitalter verfügen. Ihr könnt Verstehen der Unbegrenztheit offenbaren. Ihr könnt das Schicksal des Planeten verbessern. Doch mögen die Feuer entfacht werden! Löscht das heilige Feuer des Geistes nicht! Weiset die Hand nicht zurück.
Im Strahlenglanz der Mutter der Welt erscheint unser Dasein wie ein Sandkorn, doch die Aufspeicherung des Kelches gleicht einem strahlenden Berg.
641. Ihr habt die Schwingung von Gegenständen wahrgenommen, als ihr sie berührtet. Dies ist eine der Erscheinungen entweder eurer eigenen oder einer äußeren psychischen Energie. Ihr habt auch bemerkt, wie mit dem Wachstum der psychischen Energie das persönliche Element aus dem täglichen Leben schwand. So sollte man bedenken, dass ein Zusammenfließen von Umständen der psychischen Energie anvertraut ist.
642. Eine der schwierigsten Bedingungen der Lehre wird die Fähigkeit sein, angemessen zu sprechen; so zu sprechen, um den Gedanken die rechte Richtung zu weisen, ohne sich in das Karma einzumischen. Alles zu sagen, bedeutet Fesseln anlegen. Doch das Streben zu wecken und eine Richtung zu weisen, wird Aufgabe der Lehre sein. Die schützende Sorge wird über das Wachsen des Bewusstseins unsichtbar wachen. Wie im Finstern, entlang der sich windenden Straße, eine Hand führt, so legt der Lehrer die Hand auf die Schulter des Schülers. Nicht Leere, sondern Wachsamkeit entspricht der Führerschaft. Der Befehl erfüllt den Raum, doch er trifft nicht den Scheitel. Nicht für eine einzelne Person, sondern
für die allgemeine Evolution wurde die Lehre gegeben. Sie ist ein Strahl der Sonne. Gesegnet, wer einem Jäger des Lichts gleicht!
643. Ein Yogi wurde einmal gefragt, wie er den Raum psychologisiert. Er antwortete: "Die Ausstrahlung der psychischen Energie ist wie der Duft von Blumen. Warum das anspannen, was zum höchsten Aum aufsteigt? Der feinste Äther löst die Ströme der psychischen Energie auf und die Menschen atmen ihn ein; so vollziehen sich die Wirkungen."
644. Ihr unterzieht euch Untersuchungen durch verschiedene Ärzte. Ihr erlaubt es, dass euer Körper mit dem Seziermesser zerschnitten wird. Ihr erlaubt physische Experimente. Doch seid ihr geistig krank, ist euer Bewusstsein getrübt und nehmt ihr das nahende Licht nicht wahr, dann weiset ihr jedoch den Gedanken der Erneuerung des Schildes zurück. Ich sagte, dass euer Schild in der Erkenntnis Unserer Erscheinungen besteht. Nehmt diesen Ratschlag an und heilet das Bewusstsein! Ihr klagt über die Leber, doch prüfet eure Gedanken!
645. Man wird fragen, wie man den Ablauf des Alltags betrachten soll. Die Menschen fürchten sich sehr davon. Sie betrachten ihn als die Vernichtung der Schaffenskraft und denken an die Erniedrigung ihrer Würde. Doch Wir sagen, dass man in jeder täglichen Arbeit das Pranayama der Erhebung des Bewusstseins erkennen sollte. Prana strömt aus höheren Sphären herab; bei jeder Arbeit wird Energie geboren, die in ihrem Wesen der Energie des Raumes gleicht. Wer das Wesen der Energien kennt, kann Schuhe nähen, auf einer Trommel Rhythmen schlagen oder Früchte einlesen. Bei allem wird die höhere Energie erzeugt, da sie aus dem Rhythmus des Kosmos geboren wird. Nur ein niederes Bewusstsein fürchtet den Rhythmus der Arbeit und
schafft sich so sein Verlies. Die Menschheit versteht nur schwer, dass ein König und ein Schuhmacher völlig gleichgestellt werden können.
646. Viel wird über die Lehre des Lebens gesprochen, doch wenig davon in die Tat umgesetzt. Von geringem Wert sind jene, die die Lehre nachsprechen ohne sie zu befolgen. Über jene, denen es an Verständnis mangelt, wollen Wir nicht sprechen, aber jene, die sich näherten, sind für ihre Gedanken und Taten verantwortlich.
647. Die Annahme Unserer Vermächtnisse muss sich in einer Unaufschiebbarkeit der Taten äußern. Der Schüler darf sich nicht mit einem schlechten Ergebnis und einem guten Vorsatz beschwichtigen. Schwer wiegen Leichtsinn, Nachlässigkeit und Herabsetzung des Befehls.
Der Schüler selbst wird dreimal in den Spiegel schauen und sagen: "Ich sehe keinen Fehler in meinen Taten." "Richte dein Auge nicht in die Ebenen, sondern wende es zu den Höhen der Mutter der Welt und so messe deine Taten unbegrenzt."
648. Wenn ihr "Balu" und Rhododendron von den Bergen in die Ebene und andererseits Apfelbäume in die Berge verpflanzt, erwartet ihr dann sofortige Ergebnisse? Gleicherweise müsst ihr für die Beherrschung der psychischen Energie entsprechende Zeit für die Umwandlung der Natur der Energie einräumen. Man kann jedwede gewaltsame Anspannung anwenden ohne erwartete Ergebnisse. Oft erwarten die Menschen Ergebnisse in einer bestimmten Dimension, während sich diese in einer völlig anderen vollziehen. Kennet daher die Fristen des Wachsens der Energie!
Gewiss, man kann die Lehre des Agni Yoga nach jeder Richtung vertiefen. Dies geschieht, nachdem man sich das Gesagte zu eigen gemacht hat.
649. Der Schüler, der dem Ruf der Lehre folgt und mit allen Feuern der Hingebung entflammt ist, ist wahrlich ein Mitarbeiter der kosmischen Kräfte. Ist er nicht ein Schöpfer, wenn er mit seinen Taten die Kräfte des Kosmos vermehrte, mit seinen Gedanken den Gedanken des Raumes schmückte? Und wird nicht die Weisheit der Zeitalter der schönste Schmuck sein?
Die Unermesslichkeit des Kosmos, des räumlichen Feuers wird der suchenden Menschheit das beste Schicksal zuerkennen.
650. Auch eure Ärzte behaupten, dass sich bei nervöser Erregung die Kraft verzehnfacht. So anerkennen sie die psychische Energie. Doch sie fügen hinzu, dass nervliche Erregungen kurz sind und einen Kräfteverfall nach sich ziehen. Gerade dafür ist Yoga unerlässlich, um bei steigender Erregung vor dem Zusammenbruch zu retten. Zusammenbrüche sind auf Mangel an Erkenntnis und die Nichtanwendung von psychischer Energie zurückzuführen. Der Unwissende hüpft, als wäre er lahm, doch der Wissende bewältigt die unerreichbaren Höhen.
651. Aufmerksamkeit kann durch eine sehr einfache Methode erprobt werden. Stellt einen Gegenstand auf einen anderen Platz. Bleibt er unbemerkt, vergrößert seine Dimension und beobachtet, welcher Elefant schließlich das "scharfsichtige" Auge anzieht. Alles in allem erprobt euch selbst und andere. Erprobt euch auch gegen Furcht, gegen Gereiztheit, gegen Nachlässigkeit und in allen Fällen, wo das Lackmuspapier sich mit Schamröte färbt. Es bedarf keiner komplizierten Anrufungen, sondern einfache Aufmerksamkeit wird einen bereits viele
Schritte voranbringen. So mag man beginnen, das "Adlerauge" zu entwickeln.
Ein Yogi genoss den Ruf. ein geübter Spaßmacher zu sein, weil er in den Häusern unbemerkt Gegenstände umstellte, und gefragt warum, antwortete er: "Ich beobachte, ob ihr nicht blind geworden seid."
Wahrlich, wenige bemerken die Veränderungen in ihrer Umgebung. Doch das erste Zeichen eines Adlerauges ist, die kleinsten Veränderungen zu bemerken, da davon die Schwingung des Ganzen abhängt.
652. Großen Nutzen bringen gemeinsame Sendungen, wo ein Ton gleicher Tonart gehalten werden kann. Man kann die führende Note auch durch eine Stimmgabel ertönen lassen. Ein Magnet, eine Stimmgabel, ein Ring und viele übliche Anpassungen gehen leicht in das tägliche Leben der jungen Yogis ein. Das Wegräumen von Staubanhäufungen erfordert Schaufel und Besen. Man sollte Gebrauchsgegenstände nicht meiden wie unten, so oben.
Es ist weise, sich daran zu gewöhnen, dass es weder Ruhe noch Ende gibt. Doch allein das Bewusstwerden Unserer Bruderschaft und Hierarchie lenkt den Wanderer bereits auf dem kürzesten Weg zur Unbegrenztheit.
653. Der Gedanke des Gehorsams gegenüber dem Lehrer ist der Menschheit fremd. Wie kann ein Geist Einbuße erleiden, wenn der Lehrer der Führende Leuchtturm ist? Wie kann der Schüler sein Feuer einbüßen, wenn der Lehrer alle Feuer entfacht? Wie kann der Schild des Lehrers einen zurückhalten, wenn der Schüler durch den Lehrer feurig angespornt wird? So lebt im Bewusstsein der Menschheit ein dürftiges Verlangen
nach Zusammenarbeit. Doch die Menschheit muss es lernen, selbständig zu wirken, indem sie alle vom Lehrer bestätigten Gedanken ausführt. So erreicht die Kosmische Vernunft Evolution. So muss die Menschheit lernen, auf höherem Weg schöpferisch tätig zu sein.
Wahrlich, dem Lehrer nacheifern heißt, das Bild des Lehrers in sich aufnehmen.
654. Wie kommt man nahe an die Quelle heran? Wie wird das höhere Verstehen bestätigt? Nur durch das Gesetz der Hierarchie. Die Führende Hand ist die Erhebende Hand. Die Weisende Hand ist die Hand, die den Pfad zum Höchsten Gesetz offenbart.
So wird die große Stufe des Gesetzes der Hierarchie geschaffen. Wahrlich!
655. Wie verstehen die Menschen das Gesetz der Hierarchie? Wie erfüllen sie alle Gesetze im Leben? Wie verstärken sie in sich das beste Streben? Wahrlich, das Gesetz der Hierarchie wird als sein eigenes Recht verstanden; es wird vergessen, dass ein Hierarch das Glied einer Kette ist und den Willen des Höheren erfüllt. Nur so kann man der höheren Bestimmung entsprechen. Nur so kann man das Vertrauen erfüllen und den Kelch der Feuer speichern.
656. Denket an das Gesetz der Schwerkraft und Gegenwirkung. Standhaftigkeit kommt von Schwerkraft und Spannung von Gegenwirkung. Schwerkraft entlang der Linie der Hierarchie führt zu Mir und Gegenwirkung von Seiten des Feindes zur Verherrlichung. So sind der Lehrer und die Feinde Ecksteine.
Der Tierbändiger erregt zuerst die Wut der Tiere, um
später ihre Zähmung zu zeigen. Keine Bewegung kann ohne Spannung erzeugt werden; daher bedarf jede fortschrittliche Lehre der Feinde und eines Lehrers. Man muss an das physikalische Gesetz denken, um die Unveränderlichkeit der geistigen Gesetze zu verstehen. Ich bestimme, dass die Bedeutung des Lehrers und die Notwendigkeit der Feinde verstanden wird. Gewiss, nur der Lehrer wird den Feind zum Wahnsinn treiben. Das volle Maß des Übels muss geoffenbart werden, um sich aus den Flammen des Zornes erneuert zu erheben. Man kann den Schwierigkeiten des Pfades nicht ausweichen, doch wisset, dass keine Anspannung ohne Nutzen bleiben wird. Vielleicht wird sie ganzen Völkern dienen.
Wenn ein Einsiedler mit seinen Gedanken allein die Festung des Übels vernichten kann, dann wird die von Höheren Kräften zugelassene Spannung sich wie ein kämpfender Widder gegen die feindlichen Kräfte stemmen.
657. In Erfüllung Meines Willens gibst du Mir die Möglichkeit, deinen zu erfüllen. Wo ist die Grenzlinie unter den zum Licht strebenden Willen? Man möge daran denken, dass Wir jene, die sich Uns anvertrauten, entlang den Wegen erprobter Magnete führen. Dem Steuermann, Der Meere überquerte, kann man trauen.
"Überschreite die Brücke und prüfe dich! Doch Mein Stern hat Zeitalter erkannt."
Möge Furcht das erprobte Herz nicht berühren.
658. Der Wert der Tat bestätigt sich im Streben. Werden Worte in Tat verwandelt, bestätigt sich die höhere Energie. Daher kann man die höheren Energien nur im Leben offenbaren. Nicht Worte, sondern Taten sind als Bestätigung höherer
Energien anzusehen. Nur wenn das Potential des Geistes sich durch die Tat offenbart, wird die höhere Übereinstimmung bestätigt.
So verleiht bestrebtes Suchen den Schlüssel zur Unbegrenztheit.
659. Darum ist Unser Vermächtnis so mächtig, weil Worte als wundervolle Betätigung ins Leben eingehen. Darum lebt Unser Wort so, weil der Impuls der Schaffenskraft von der Macht des Feuers gesättigt ist. Nur wenn Unser Vermächtnis im Leben angenommen wird, kann die höhere Stufe bestätigt werden. Warum ist euer Auftrag so voller Tat? Weil er das Pfand Unserer Zusammenarbeit in sich trägt. So bestätigen Wir, dass Hierarchie auf dem Gesetz der Nachfolge gründet. Erkennt man daher das Kosmische Gesetz, so bildet sich das Verstehen der Kette der Hierarchie. Wer es besser erfüllt, wird der Hierarchie näher sein. Die Hierarchie des Dienens ist nur die Manifestation der Erfüllung des Höheren Willens. Nur so bestätigen Wir das Gesetz der Hierarchie. So geht das Kosmische Recht ins Leben ein.
660. Wodurch wird der Geist umgewandelt? Durch die Schaffenskraft des Impulses. Wodurch steigt der Geist auf? Durch die Schaffenskraft des Strebens. Wie sollte der Geist nicht mit Feuer gesättigt sein, wenn man nur so dem Kosmischen Magneten anhaften kann? Das Bewusstsein des Höheren Geistes ist mit Feuer gesättigt! Darum kann nur die Verwirklichung des Höheren Willens den Geist seiner Bestimmung zuführen. Darum verleiht jedes bewusste Maß der Tat Schönheit.
Die dem bestätigten Feuer eigene Schaffenskraft wird durch Erfüllung des Höheren Willens bewusst magnetisiert.
661. Jeder ausgeführte Gedanke ist wie ein Pfand in die feurige Schaffenskraft. Jeder erfüllte Gedanke wird mit Unseren Taten verbunden. Wie sorgfältig müssen die Schüler auf die Beschaffenheit ihrer Gedanken achten! Verbirgt sich nicht irgendwo der Wurm der Selbstsucht, des Eigendünkels oder die Offenbarung der Eigenliebe? Ehrliches Bekenntnis ist etwas, was jeder Geist in sich entwickeln muss. Nur so kann man seinen Auftrag im Plan der Herrscher erfüllen.
Die hierarchische Kette bildet sich durch Erfüllung des Höheren Willens.
662. Die Macht der Hierarchie ist natürlich die lebenskräftigste, und nur mit Hilfe dieser Brücke kann man aufbauen. So ist im Fundament jedes großen Beginnens die durch das Gesetz der Hierarchie gesättigte Energie eingelagert. Nur nach dem Gesetz engster Verbundenheit kann man bauen. Nur auf der Grundlage der Bejahung des Prinzips der Hierarchie kann man eine höhere Möglichkeit durchsetzen. Der Schöpferische Wille verkündet, dass vereintes Bewusstsein die Entscheidung durch Übereinstimmung trifft.
663. Wer schafft durch die Kraft des Geistes? Der Feuerträger; der feinfühlige Diener der Evolution; der Schöpfer der Menschen; der alle seine Feuer für das Wachstum der Menschheit hingibt. Die Menschheit muss in ihrem Suchen sein wie diese Lichtträger.
Wie schafft der Hierarch auf der Erde? Indem er
die ganze Umgebung erhebt. Durch die reine Flamme erhebt der Hierarch die Sphären.
664. Gewiss, der schöpferische Gedanke wird die Welt erneuern. Der König des Gedankens schafft Evolution. So können Wir das menschliche Bewusstsein zum Fortschritt bewegen. Wir schaffen durch den Gedanken.
Wahrlich, die Menschheit muss die Bedeutung des Gedankens erkennen! Wahrlich, die Lehre muss durch feinfühlige Gedanken in sich aufgenommen werden. So kann jeder strebende Gedanke den Geist zu einer Heldentat bewegen. Daher schätzen Wir die Kristallisierung des Gedankens so. Jeder große Gedanke verbindet sich mit der Kette der Hierarchie. So wird Evolution geschaffen.
665. Die Feinheit der Wahrnehmungsfähigkeit umfasst das Verstehen des Lehrers. Die Erkenntnis, dass der Lehrer den Geist des Schülers mit einem höheren Verstehen erfüllt, umfasst den gesamten Fortschritt des Schülers. Die Schaffenskraft des Geistes kann nur voranschreiten, wenn der Gedanke aufsteigt. Die Kette zwischen dem Lehrer und Schüler besteht in geistigem Streben. Wahrlich, wer wird den Geist des Schülers erheben, wenn nicht sein Lehrer? Nur das Höhere kann das Niedere erheben. Ohne dieses Verstehen ist es unmöglich fortzuschreiten. So lasst uns mit der Verfeinerung der Wahrnehmungsfähigkeit enden.
666. Hierarchie ist im Universum gesetzlich verankert. Da der Kosmische Magnet die Höchste Macht über alles stellte, gründet dieses Gesetz auf kosmischer Bestätigung. Wie kann man dann die Höchste, den Planeten führende Macht nicht anwenden? Nur Vernunft kann den Kosmischen Magneten lenken.
Deshalb spannt die in allem verstreute Kosmische Vernunft alle Elemente. Die potentiell unterschiedlichen Energien erfüllen ihre Bestimmung im Kosmos, ihren Platz entsprechend dem Grad der Steigerung der Macht bestätigend. Daher verleiht die Leistungsfähigkeit der Energie entweder Priorität oder die niedere Stufe. So sind auch in der Evolution die Stufen des menschlichen Geistes bestimmt, und der Kosmische Magnet verstärkt die Qualität des Geistes in Unbegrenztheit.
667. Im Kosmos beruht das Zentrum des Strebens auf dem Prinzip der Hierarchie. Der Kosmos wirkt durch die Anziehung an das bestätigte mächtige Zentrum. So offenbart sich in jeder Tat der Hierarchie das kosmische Korn durch die Qualität des Strebens, die durch Erkenntnis des vorherrschenden Prinzips aufsteigt. Die kosmische Schöpferkraft sammelt harmonische Energien. Dieses Prinzip ist in einem solchen Maß unveränderlich, dass es sich als die mit Notwendigkeit benannte Eigenschaft offenbart. Diese Notwendigkeit wird wahrlich durch das hierarchische Prinzip bestätigt. Das gesamte Universum ist mit diesem Prinzip gesättigt. Dieser Geist, der alle kosmischen Erscheinungen auf dem Planeten durchdringt, wird unzweifelhaft durch die Höchste Vernunft bestätigt. Daher kann sich der Mensch als ein Teil des Kosmos nicht von diesem Prinzip absondern. Da die kosmische Schöpferkraft von Vernunft durchdrungen ist, behauptet sich jede Manifestation der Unbegrenztheit durch dasselbe Prinzip.
668. Von allen Prinzipien, die zur Erweiterung des Bewusstseins führen, ist das Prinzip der Hierarchie das mächtigste.
Jede offenbare Verschiebung wird durch das Prinzip der Hierarchie hervorgerufen. Wohin kann sich der Geist ohne die Führende Hand wenden? Wohin können das Auge und das Herz gelenkt werden ohne Hierarchie, wenn die Gebende Hand des Hierarchen die Richtung des Schicksals bestätigt, und wenn die Hand des Hierarchen eine besser bestimmte Frist weist und die höchsten Energien die vertrautesten Bildnisse annehmen. Deshalb ist das Geisteskorn vom Kosmischen Strahl des Hierarchen durchdrungen. Da solch ein mächtiges Prinzip das Potential des Feuers in sich birgt, erweist sich das reine Geistesfeuer des Hierarchen als das höchste Prinzip. Lasst uns daher unserer geistigen Führer gedenken. So werden wir das Gesetz der Hierarchie ehren.
669. Wie also, o Herrscher, Deine Lehre verbreiten? Wie also, o Herrscher, jene finden, denen es bestimmt ist, Dein Wort zu erfüllen?"
Und der Herrscher gebot ermahnend:
"Ein Einsiedler bemühte sich, jenen zu finden, dem er die Offenbarung anvertrauen könnte. Und er nahm die Schriftenrolle und legte sie an die Straßenkreuzung. Möge der Höhere Selbst bestimmen, wer Seine Gebote findet.
Und ein kleines Mädchen kam und wickelte sein Brot in die Schriftenrolle. Doch der Einsiedler fertigte eine weitere Rolle an und legte sie wieder an die Straßenkreuzung.
Und ein Kaufmann ging vorbei und beschrieb die Rolle mit den Zahlen seines Einkommens. Doch der Einsiedler wurde nicht müde und legte eine weitere Rolle aus; und so fort bis zum Ende seines Schaffens und seiner Tage.
Doch als der Höhere ihn fragte, wie er
die Lehre verbreitete, antwortete er: "Es steht mir nicht zu, zu beurteilen, welcher Vogel durch diese Gebote das beste Nest bauen wird."
So wissen wir nicht, wer die Rolle zur Qual übermitteln wird, wer zur Vergessenheit, und wer sie unter sein Kissen legen wird, um damit seine eigene Grundlage zu festigen.
"Ich denke nicht, dass du falsch gehandelt hast, indem du deine Arbeit zum Nutzen für dir Unbekannte weitergabst"
So bestätigte der Herrscher die Verbreitung der Lehre: unpersönlich, ohne Ungeduld, ohne Gereiztheit, ohne Erwartung.
So gebet auch ihr, ohne Vorurteil an wen ihr gebet, ohne das alltägliche Urteil zu sprechen.
Trage, o Vogel, die Lehre, und lasse sie in deinem Flug in den Herd jener fallen, die in Erwartung leben, sie zu erhalten.
Traget die Lehre zur Straßenkreuzung!
670. Gebet diese Aufzeichnungen namenlos, damit nicht jemand aus einem finsteren Winkel über habgierige Absichten schreit. Wir setzen Agni Yoga fort, sobald die gebotenen Weisungen genutzt werden.
Viele Mittel und Möglichkeiten folgen dem Beherrschen der Feuer. So grenzenlos wie Unbegrenztheit ist das Element des Feuers. Das Studium seiner Eigenschaften bildet die Freude des Lebens.
Die Annahme der Eigenschaften des Feuers entspricht der Heldentat.
Agni Yoga ist beendet. Ergänzungen zum nächsten Teil sowie Erfahrungen und Beobachtungen über das Entstehen und das Wachsen der Feurigen Blume werden gegeben.
Bekundet reines Streben!
Gegeben im Tal des Brahmaputra89 , der ausgeht vom See der Großen Nagas, den Vermächtnishütern der Rigveden:
"Ich habe die Grundlagen des Agni Yoga in vier Richtungen gesetzt, gleich dem Stempel einer Blüte.
Ich habe Agni Yoga als Pfeiler Meiner Stufen bestätigt und das Feuer des Steins in Meine Hände empfangen.
Ihr gab Ich den feurigen Stein, die nach Unserem Beschluss die Mutter des Agni Yoga genannt werden soll, weil sie sich für die Erprobung des Raumfeuers hingab.
Die Ströme dieses Feuers prägten sich in den Stein, bei seinem großen Flug vor dem Antlitz der Sonne. Ein Funkenschleier bedeckte die Gipfel der Hüterin des Schneegebiets, als der Stein seine feurige Reise vom Süden nach Norden in das Behütete Tal machte!"
Erläuterung der Fußnoten.
1. Raja Yoga Yoga der Geistesbeherrschung.
2. Maitreya (wörtlich: "der Liebende") ist nach der buddhistischen Lehre die Verkörperung der allumfassenden Liebe. "Der ganze Osten glaubt an das Kommen des Herrschers Maitreya, aber einige wissen, daß der Herrscher Maitreya jetzt in der Gestalt des Herrschers der Schambhala weilt. Sicher, Sein Kommen darf nicht als Erscheinung im Fleische verstanden werden, nach irdischen Bedingungen unter den Erdbewohnern. Die Lehre des Herrschers Maitreya wird sich über die ganze Welt verbreiten und das Neue Zeitalter, das Zeitalter des Erwachens des Geistes, verkünden, das auch das Zeitalter der Frau genannt wird." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 4. November 1935)
3. Bodhisattvas (Bodhisattwas) (Sanskrit = "Erleuchtungswesen") sind im Mahajana-Buddhismus Wesen, die auf das höchste Nirwana verzichtet haben, um der leidenden Menschheit zu Hilfe zu kommen.
4. Akasha Materia Matrix. "Materia Matrix befindet sich jenseits der astralen Ebene, sie ist ein Äquivalent von Mulaprakriti, Akasha, Ursubstanz die feinste überirdische geistige Substanz, die den ganzen Raum erfüllt das Mysterium Magnum der Alchimisten." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 8. Mai. 1935)
5. "Die Schwingen des Alayas: Alaya, die Weltseele, ist in ihrem mystischen Sinn mit Akasha und ihrem Wesen nach mit Mulaprakriti identisch, denn es ist die Wurzel aller Dinge. Jede individuelle Seele stimmt mit der Weltseele überein." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 16. April. 1936)
6. Thomas von Kempen (Thomas a Kempis, eigentlich Thomas Hemerken; um 1380 in Kempen; 25. Juli 1471 im Kloster Agnetenberg bei Zwolle, Niederlande), deutscher Mystiker, Augustinermönch und Schriftsteller. Er ist der Autor der um 1424 entstandenen "De Imitatione Christi" ("Die Nachfolge Christi"), die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde und nach der Bibel das am weitesten verbreitete christliche Erbauungsbuch ist (über 5.000 Auflagen weltweit). Das Buch beschreibt in vier Stufen den Aufstieg der Seele zum wahren Christentum, ihrer Loslösung vom Irdischen und ihren Weg zu Gott. Die Einfachheit und universelle Gültigkeit der Schrift trug zu ihrer weiten Verbreitung bei.
7. Numa Pompilius zweiter König Roms, 715-643 v.Chr. Schüler der Pythagoras.
8. Hatha Yoga Yoga der Körperstellungen.
9. Bhakti Yoga Yoga der liebenden Hingabe.
10. Djnani Yoga (Jnana Yoga) Yoga des Wissens.
11. Uräus die eine Kobra darstellende Stirnschlange, die vom König als Symbol seiner Herrschaft getragen wurde.
12. "Prana ist ebenfalls psychische Energie in ihrer Eigenschaft als Lebenskraft, die überall verstreut ist und vom Menschen hauptsächlich durchs Atmen aufgenommen wird." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 16. August 1937)
13. Archat ein Mensch, der die Einheit seines Gemüts mit seinem geistigen Bewusstsein erlangt.
14. Fuß Längenmaß (1 Fuß = 0,3048 m). Der in 12 Inches unterteilte Fuß ist in den USA und Großbritannien offizielles Maß.
15. S. G. franzosischer Graf St. Germain. Das Leben dieses mysteriösen Zeitgenossen kann man anhand von Unterlagen erst seit dem Jahre 1701 verfolgen. Der nie älter als 50 Jahre aussehende Graf setzte das Fundament unserer heutigen Chemie und Physik. Maler bereiten noch heute ihre Farben nach seinen Rezepten. 1733 beteiligte sich der Graf an den Entwurfsarbeiten Frankreichs für den Suez- Kanal. 1745/48 ist er am Wiener Hof. 1758 ist er wieder in Frankreich, die Hofdame der Madame Pompadour beschreibt ihn etwa als 50-jährigen. 1760 geht er im Auftrage Ludwig XV. nach Den Haag und arrangiert den sensationellen Frieden zwischen Preußen und Österreich. Im gleichen Jahr gibt er ein Violinkonzert in London. Er war nicht nur ein hervorragender Politiker und Wissenschaftler, sondern auch ein begnadeter Künstler. Saint Germain reiste immer unter anderen Namen. So hieß er in Berlin Algarotti, in Russland Audar, in Italien Montreffat, in Deutschland Graf Welldone. Angeblich verstarb der Graf, unter mysteriösen Umständen, am 27. Februar 1784 in Eckenförde. Unter Sterberegister Nr. 12 ist folgendes niedergeschrieben: "Am 27.Februar 1784 verstorben und am 2. März begraben. Der sich so nennende Graf von Saint Germain und Welldone, weitere Nachrichten sind nicht bekannt geworden, in hiesiger Kirche still beigesetzt."
16. L. Ludwig XVI, König von Frankreich (23.8.1754 Versailles, hingerichtet 21.1.1793 in Paris). Enkel von Ludwig XV. und seit 1774 dessen Nachfolger. "Sie erkennen natürlich, dass es besondere Gründe geben muss, warum in einigen Paragraphen der Lehre nur die Anfangsbuchstaben bestimmter Namen angeführt sind. Doch um Sie nicht ganz zu enttäuschen, kann ich Ihnen sagen, dass S. G. die Initialen von Saint Germain sind, und L. von Ludwig XVI. Die anderen kann ich nicht preisgeben." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 16. April. 1936)
17. Torah (Tora, Thora) [hebr. = Weisung, Lehre, Gesetz], zentrale Glaubensurkunde der jüdischen Religion. Der Begriff "Tora" wird im Judentum in unterschiedlichen Zusammenhängen gebraucht. Zum einen bezieht er sich auf den Pentateuch (Fünf Bücher Mose): Der erste Teil der hebräischen Bibel (des Alten Testaments) enthält die 613 Ge- und Verbote der jüdischen Religion, darunter auch die Zehn Gebote. Sie sollen nach der biblischen Überlieferung Mose unmittelbar von Gott übergeben worden sein. Zum anderen meint Tora aber auch die Prophetenbücher und die übrigen Schriften der hebräischen Bibel.
18. Veda (Weda) Gesamtheit des alten religiösen Schrifttums des Hinduismus.
19. Tripitaka oder Tipitaka [Pali: "Dreikorb"] ist die Bezeichnung des kanonischen Schrifttums des Theravada (Pali: Schule der Ältesten), der einzig überlebenden Schule des frühen Buddhismus. Da die Texte in Pali verfasst sind, wird er auch Pali-Kanon genannt.
20. Kabbala [hebr. = Überlieferung], seit dem 12. Jh. Bezeichnung der jüdischen esoterischen Mystik, teilweise mit magischem Charakter. Ursprünglich war es eine Bezeichnung für alles, was nicht zum Pentateuch, den fünf Büchern Mosis in der Bibel gehörte. Die Kabbala beginnt mit einer mystischen Kosmogonie, genannt "Kunde von den Anfangsdingen". Religionsgeschichtlich gesehen entstand die Kabbala aus der jüdischen Gnosis.
21. Epidermis Oberhaut, eine dem Schutz der Pflanze dienende lebende Zellschicht. Andere Aufgaben sind mit dem Gasstoffwechsel und der Wasseraufnahme und -abgabe verbunden.
22. Schambala "...das Bollwerk des Großen Wissens <...> unermüdlich die Evolution der Menschheit überwacht, den Strom der Weltereignisse beobachtet und in einen rettenden Kanal lenkt. Alle Großen Lehrer sind mit dieser Stätte verbunden, alle sind ihre Mitglieder. Vielfältig ist das Wirken dieses Bollwerks des Wissens und des Lichts." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 25. März 1935)
23. "Tushita ist dasselbe wie Deva-loka oder die himmlische Wohnstätte der Götter (Höchster Geistwesen) in der Feurigen Welt." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 16. August 1937)
24. Amrita nach indischem Mythos ein Unsterblichkeitstrank.
25. "Fohat oder kosmische Elektrizität ist die Grundlage aller elektrizitätserzeugenden Erscheinungen, und unter ihnen ist der Gedanke die höchste Eigenschaft dieser Energie". (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 16. August 1937)
26. Kali Im Glauben der Hindus Göttin des Todes, Gattin Schiwas, Zerstörerin des Lebens.
27. Leydener Flasche ist nichts anderes als eine frühe Form eines elektrischen Kondensators. Es gibt verschiedene einfache Möglichkeiten sie nachzubauen. Eine wassergefüllte Flasche, in die ein Metalldraht ragt, stellt eine einfache historische Bauform dar. Sie wurde 1746 von dem Physiker Pieter van Musschenbroek an der Universität Leyden erfunden.
28. Aum eine dreibuchstäbliche heilige Silbe, ein Symbol der Trinität, ein Symbol der höheren Energien.
29. "Levitation kann durch die Störung des Gleichgewichts in der Polarität des Magnetismus erklärt werden, wenn der negative Pol stärker wirkt." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 16. August 1937)
30. Schwester Ur. Schwester Urusvati Helena Roerich.
31. Vedanta [Sanskrit = Ende des Veda] ist die Unterweisung in der endgültigen und vollkommensten Auslegung der vedischen Lehrsätze. Der Vedanta ist die höchste Form, welche die brahmanischen Lehren angenommen haben. Den Vedanta kann man kurz als ein System mystischer Philosophie bezeichnen, das den viele Generationen langen Bemühungen von Weisen entsprungen ist, die geheime, esoterische Bedeutung der Upanishaden zu erklären.
32. "feuergefeiten Jünglinge in der biblischen Legende" das Prophetenbuch des Prophet Daniel, Kapitel 3 - "Die drei Männer im Feuerofen".
33. "Soma ist eine feinstoffliche Absonderung der Drüsen, die eine Art Schutznetz für die Zentren bildet. Mit solchem Schutz kann daher die Umwandlung der Zentren fortgesetzt werden, da sie durch die Isolierung der Zentren weniger gefährlich ist. Auch unter dem Schnee leben und wachsen einige Pflanzen. Manchmal entwickeln sich die wundervollsten Pflanzen unter reinem Schnee. So bietet Soma Schutz vor Zentrenbrand." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 1. August 1934)
34. Pranayama bedeutet Zurückhalten oder Speichern der Prana (Lebensenergie) durch Atemübungen.
35. Vina ein musikalisches Saiteninstrument.
36. "Aryavarta bedeutet das Land der Arier. Dies ist der alte Name von Nordindien, wo nach der Zerstörung von Atlantis die ersten Neuankömmlinge aus Zentralasien siedelten. Dieser Name bezieht sich hauptsächlich auf die Gebirgstäler der Himalajaketten, doch nicht auf das ganze Flachland Indiens. Unser Ashram [im Tal Kulu] befindet sich in dem ältesten und heiligsten Aryavarta." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 1. August 1934)
37. Rigveda Teil der religiösen Literatur der Veden, der Hauptquelle der Vedischen Religion. Der Rigveda enthält 1.028 Hymnen mit 10.600 Versen. Die Hymnen sind dabei in zehn Bücher unterteilt. Der Rigveda ist die älteste erhaltene Text in Sanskrit.
38. Apologet [gr.] jemand, der seine Auffassung verteidigt.
39. "Kundalini ist die gleiche Lebenskraft der psychischen Energie, die über das Zentrum am Ende des Rückgrats wirkt. Aber bei hoch entwickelten Geistern offenbart sie sich über das Herz." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 11. Juni 1937)
40. Bhagavad Gita (Bhagavadgita) [Sanskrit "der Gesang des Erhabenen"] ist ein religiös-philosophisches Lehrgedicht, in dem verschiedene philosophische Betrachtungsweisen dokumentiert sind. Sie stellt die bedeutendste Schrift des Hinduismus dar. Insgesamt gibt es 700 Verse, die in 18 Gesänge unterteilt sind. Sie findet sich im sechsten Buch des Mahabharata, eines der beiden großen in Sanskrit verfaßten Epen der indischen Literatur.
41. Radj-Planeten die höher stehenden Planeten (s. "Die Erleuchtung", II.V.5 [161]).
42. "Und nun über den Spiegel als Erfindung des Teufels. Davon wird in der Broschüre "Auf östlichen Kreuzwegen" gesprochen natürlich sollte dies allegorisch verstanden werden. Der Spiegel des Teufels ist ein Symbol des Haftens des Menschen an seiner Persönlichkeit und Ichsucht. Des Teufels Spiegel widerspiegelt genau seine Selbstsucht, wohingegen der göttliche Mikrokosmos den Makrokosmos widerspiegelt." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 7. Dezember 1935)
43. "Indra ist der Hauptgott im indischen Pantheon, gleichbedeutend mit dem griechischen Zeus. Nach der mündlichen Überlieferung wird mit dem Kommen eines neuen Zeitalters durch Indras Offenbarungen die Hitze seines Thrones derart ansteigen, dass er herunterspringen und die reinigenden Blitze herabsenden muss (d. h. es gibt eine Anhäufung psychischer Energie, deren neue Erscheinungsformen erforderlich sind)." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 15. November 1934)
44. Schambala "...das Bollwerk des Großen Wissens <...> unermüdlich die Evolution der Menschheit überwacht, den Strom der Weltereignisse beobachtet und in einen rettenden Kanal lenkt. Alle Großen Lehrer sind mit dieser Stätte verbunden, alle sind ihre Mitglieder. Vielfältig ist das Wirken dieses Bollwerks des Wissens und des Lichts." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 25. März 1935)
45. Mahayana eine Richtung im Buddhismus. Mahayana bedeutet "großes Fahrzeug".
46. Hinayana eine Richtung im Buddhismus. Hinayana das "kleine Fahrzeug" wird auch die "Lehre der Ältesten" (Theravada) genannt. Sie ist neben dem Mahayana die zweite große Richtung in der buddhistischen Religion.
47. Shiva Gott im Hinduismus. Shiva ist neben Vishnu und Brahman einer der drei Hauptgötter im Hinduismus. Er ist der Gott der Vernichtung, der am Ende der Zeiten die Welt durch seinen Tanz zerstören wird, aber auch der Gott der Zeugung, der Erhaltung und der Begnadigung der Seelen.
48. Satya Yuga Zeitalter der Wahrheit. "Es wäre richtiger zu sagen, dass die Runde der Kali Yuga auf unserem Planeten dem Ende zugeht und wir uns jetzt im Übergangsstadium befinden. Satya Yuga wird einsetzen, sobald sich die sechste Rasse bewährt, von der bereits einzelne Gruppen auf der Erde in Erscheinung treten. Doch die wahre Ära von Satya Yuga kann auf unserem Planeten erst beginnen, wenn er von allem ungeeigneten Material gereinigt ist und neue Kontinente gebildet werden. Wie gewöhnlich, erscheinen die Vorzeichen der Epoche viel früher, aber die Kontinente, die dazu bestimmt sind, die Mehrheit der sechsten Rasse aufzunehmen, können viele Zeichen der kommenden Neuen Epoche offenbaren." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 31. Mai 1935)
49. "Die Energie Kamaduro entspricht dem unterirdischen Feuer." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 24. Juni 1935)
50. "Die Essenz Moru oder Balu wird aus einer Pflanze hergestellt, die überall an den Berghängen des Himalaja in einer Höhe von 8000 Fuß (ca. 2600 m) und darüber zu finden ist. Sie gehört zur Familie der Rhododendren. In Tibet wird sie zum Räuchern in Tempeln und Heimen verwendet." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 24. Juni 1935)
51. Neuritis Nervenentzündung, Erkrankung der peripheren Nerven, äußert sich in schmerzhaftem Taubheitsgefühl, in Lähmungen und Muskelschwund.
52. Ramakrishna ist der Name des Gadadhar Chatterji [geb. 1836, gest. 1886] als Asket. An ihn hat sich eine weit über Indien reichende religiöse Bewegung angeschlossen. Er entstammte einer armen Brahmanenfamilie und wurde, ohne Schulbildung groß geworden, Tempeldiener im Tempel der Göttin Kali in Kalkutta, den er aber verließ, um sich dem Leben eines asketisch lebenden Wanderpredigers zu ergeben. Er war der Überzeugung, daß der Mensch erst dann frei sein werde, wenn sein Ego verschwinden und sein eigener Wille in der Gottheit aufgehen werde. Die Gottheit als das einzig Reale ist für ihn letzten Endes überall gleich, ob als Gott, Allah oder Brahman bezeichnet.
53. Atlantis ist die allgemein geläufige Bezeichnung für jenen Inselkontinent, der von dem griechischen Philosophen Platon in seinen um 360 v. Chr. abgefassten Dialogen Timaios und Kritias erwähnt wird. Der Inselkontinent Atlantis habe 9000 Jahre vor Platons Zeit existiert, soll größer als Kleinasien (Asia) und Nordafrika (Libya) zusammen gewesen sein und habe vor der Meerenge von Gibraltar ("Säulen des Herakles") im Atlantik gelegen. Durch Erdbeben sei Atlantis im Laufe eines Tages versunken.
54. "Die Tage und Nächte des Brahma. Das ist der Name, der den Perioden gegeben wird, die sonst Manvantara (Manu-antara, oder zwischen den Manus) und Pralaya oder Auflösung genannt werden; der eine bezieht sich auf die tätigen Perioden des Weltalls; der andere auf seine Zeiten verhältnismäßiger und vollständiger Ruhe, ob sie jetzt am Ende eines Tages, eines Zeitalters oder Lebens des Brahma stattfinden. Diese Perioden, die einander in regelmäßiger Abwechslung folgen, heißen auch kleine und große Kalpas, die kleineren und die Mahä Kalpas; obwohl, genau gesprochen, der Mahä Kalpa niemals ein Tag, sondern ein ganzes Leben oder ein Zeitalter des Brahma ist, denn es heißt im Brahma Vaivarta: "Die Chronologen rechnen einen Kalpa nach dem Leben des Brahma. Kleinere Kalpas, wie Samvarta und die übrigen, sind zahlreich." Die nüchterne Wahrheit ist die, dass sie an Zahl unendlich sind; denn sie haben niemals einen Anfang gehabt; oder mit anderen Worten, es gab niemals einen ersten Kalpa, noch wird jemals in Ewigkeit ein letzter sein." ("Die Geheimlehre", Band I Kosmogenesis, Verlag "Esoterische Philosophie GmbH", Hannover, 1999, Seite 395).
55. "Das Ektoplasma ist der Speicher für die psychische Energie. Wirklich, die Substanz des Ektoplasmas ist ein Mittelding zwischen dem irdischen und dem feinstofflichen Sein. Die allen Welten eigene psychische Energie steht in erster Linie mit der der Feinstofflichen Welt nahe stehenden Substanz in Beziehung. Daraus kann man ersehen, dass die Reinheit des Ektoplasmas ebenso bewahrt werden muss wie die der psychischen Energie. Man muss daran erinnern, dass sich das Medium durch Abgabe von Ektoplasma an Unbefugte in große Gefahr begibt. Eine so wertvolle Substanz darf nicht ungebetenen Gästen überlassen werden. Weit wertvoller sind die höheren Verbindungen, die unsere Kräfte nicht verzehren sondern uns neue Kräfte zuströmen lassen. Man muss verstehen, dass die psychischen Forschungen zielstrebig betrieben werden müssen. Man darf ein anderes Wesen nicht aussaugen." (Aum, 465).
56. "Sie fragen: "Was bedeuten Mahavan und Chotavan?" Wörtlich bedeuten diese Begriffe großer Rhythmus und kleiner Rhythmus. Mahavan und Chotavan sind die kosmischen Rhythmen, Rhythmen des Raumfeuers; zu bestimmter Zeit werden diese Rhythmen von jenen gefühlt, die auf dem Pfade des Agni Yoga schreiten. Sie werden nur kurze Zeit gespürt; andernfalls wären sie schwer zu ertragen, denn sie folgen einander mit großer Eile und Heftigkeit. Alle diese Rhythmen und den Rhythmus des zweifachen Dodekaeders habe ich selbst erlebt, doch es ist sehr schwer, sie zu beschreiben. Ich kann nur sagen, dass jede Zelle des Organismus mit diesem Rhythmus schwingt, wobei das Herz (was interessant ist zu beobachten) seinen üblichen, doch leicht gesunkenen Puls fortsetzt." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 21. Juli 1934)
57. Oriole [engl. "Pirol"] weiblicher Name; hier geht es vielleicht um die Tochter der Familie Horch. Luis und Netti Horch waren die amerikanische Mitarbeiter der Familie Roerich.
58. Serpent Solaris [lat.] "serpentinus" = schlangenförmig, "söläris" = Sonne.
59. Purana. Mit "Purana" bezeichnete man in Indien eine Gruppe heiliger Schriften, die dem Dichter Vyasa zuzuschreiben sind. Die Purana enthalten das ganze System der altindischen Mythologie.
60. Scherzo [ital.] lebhaftes Musikstück heiteren Charakters.
61. Fuge [lat.: fuga, dt.: Flucht] polyphone Musikform. Die Fuge ist ein meist drei- oder vierstimmiges Instrumental- oder Vokalstück, in dem alle Stimmen gleichberechtigt sind. Unter Durchführung versteht man die Durchwanderung des Themas durch alle Stimmen. Sie ist beendet, wenn alle Stimmen das Thema einmal ganz zum Vortrag gebracht haben. Nach einem Zwischenspiel erfolgen meist weitere, oft wieder zu Durchführungen zusammengefasste Themeneinsätze in verschiedenster kontrapunktischer Gestalt.
62. Andante [ital., dt.: gehend] ist die musikalische mäßig bewegte Tempovorschrift für ein ruhig gehendes Zeitmaß, das langsamer als allegro und schneller als adagio ist.
63. Sarasvati war ursprünglich eine altindische Flussgöttin, in den Brahmanas mit der Rede identifiziert, später Göttin der Beredsamkeit und Weisheit, bei den Hindus als Vagdevi ("Göttin der Sprache") verehrt. Sie gilt als Geschöpf und Gemahlin Brahmas und wird als Mutter der Veden bezeichnet. Sie reitet auf einem Schwan oder sitzt auf einem Lotos.
64. Adonai [hebr. "mein Herr"] Bezeichnung Gottes im Alten Testament.
65. Mithra ist ein altpersischer Gott. Er wurde bei den Persern später durch Ahura Mazda zurückgedrängt.
66. Zoroaster altiranischer Religionsstifter. Nach mancher Auffassung trat Zoroaster im 11. Jh. v.Chr., nach anderer im 6. Jh. v.Chr. auf. Seine Lehre, der Mazdaismus, war geprägt durch einen starken Dualismus, der sich bis in das Gottesbild auswirkte: Dem "Heiligen Geist", der zu dem von Zoroaster verkündeten Gott Mazdah Ahura hält, steht der "Böse Geist" (Ahriman) gegenüber. Unter den persischen Dynastien der Achaimeniden und der Sassaniden war Zoroasters Lehre die herrschende Religion.
67. Maya ist der Name für eine indianische Ethnie, die auf der Halbinsel Yucatan im südlichen Mesoamerika beheimatet war und die sich bis in die südlichen Gebirge Guatemalas ausdehnte. Die Blütezeit der Maya war zwischen 300 und 900 n.Chr.
68. Etrusker antikes Volk, das zwischen dem 8. und 1. Jh. v.Chr. im westlichen Mittelitalien (Etrurien) lebte.
69. Pandora wurde nach der griechischen Sage von Zeus mit einer alle Übel enthaltenden Büchse zur Erde gesandt, zur Strafe für das durch Prometheus entwendete Feuer. Als Prometheus Bruder Epimetheus, der Pandora zur Frau genommen hatte, die Büchse öffnete (nach anderer Lesart Pandora selber), kamen alle Übel zum Vorschein.
70. Druiden Kaste der keltischen Priester, vor allem in Gallien und auf den britischen Inseln.
71. Brahma ist der Hauptgott im Hinduismus neben Shiva und Vishnu. Er ist der Gott der Schöpfung.
72. Cherub hebräischer Name für Engel in der Nähe Gottes, die als geflügelte Wesen die Bundeslade und das Paradies bewachen.
73. "Der Stern von Allahabad wies den Weg. Und so besuchten Wir Sarnath und Gaya. Überall fanden Wir die Entweihung der Religion. Auf dem Rückweg, bei Vollmond, geschah der denkwürdige Ausspruch Christi. Beim nächtlichen Marsch verfehlte der Führer den Weg. Nach einigem Suchen fand ich Christus auf einem Sandhügel sitzend, wie Er in den vom Mond beschienenen Sand blickte.
Ich sagte zu Ihm: "Wir haben den Weg verloren, Wir müssen die Zeichen der Sterne abwarten." "Rossul M., was bedeutet Uns ein Weg, wenn Uns die ganze Welt erwartet?" Er nahm Seinen Bambusstab, zeichnete ein Quadrat um den Abdruck Seines Fußes und sprach: "Wahrlich, Ich sage: Mit menschlichen Füßen." Dann drückte Er Seine Handflächen in den Sand, zeichnete ebenfalls ein Quadrat und sprach: "Wahrlich, Ich sage: Mit menschlichen Händen." Zwischen die beiden Quadrate zeichnete Er eine Art Pfeiler und verband darüber die beiden Quadrate mit einem Bogen.
Er sagte: "Oh, wie wird Aum in das menschliche Bewusstsein eindringen! Hier zeichnete Ich einen Blütenstempel und darüber einen Bogen und legte somit in vier Richtungen das Fundament fest. Wenn durch menschliche Hände und durch menschliche Füße der Tempel errichtet wird, in dem der von Mir zugrunde gelegte Blütenstempel erblüht, dann lasst die Erbauer Meinen Weg beschreiten Warum warten Wir auf einen Weg, wenn dieser vor Uns liegt?" Er stand auf und löschte die Zeichnung mit dem Bambusstab.
Wenn der Name des Tempels ausgesprochen wird, dann wird die Inschrift in Erscheinung treten. Meines Sternbildes gedenkend, werden ein Quadrat und neun Sterne über dem Tempel leuchten. Das Zeichen des Fußes und der Hand wird über den Ecksteinen eingeschrieben sein. So sprach Er Selbst am Vorabend des Vollmondes und die Hitze in der Wüste war groß." ("Kryptogramme des Orients" von Josefine Saint-Hilairi (Pseudonym von H.Roerich), Kapitel "Die Zeichen Christi").74. "Das im das Buch "Agni Yoga" angewiesene Wasser oder das Präparat L. ist das Wasser vom Lithium. Lithium erweist sich als das kräftige Reinigungsmittel und ist wirkungsvoll gegen viele Krankheiten. Er ist sehr hilfreich bei der Lebererkrankung usw." (H.Roerich. Briefe. 3 Band. Brief vom 31.12.35).
75. Rischi ein Weiser.
76. "Dukkar, die vieläugige und vielarmige, ist eine tibetanische Göttin des Weiblichen Elements. Sie ist ein Äquivalent der indischen Kali und Lakschmi, das Symbol der Mutter der Welt. Auf tibetanischen Thangkas wird sie gewöhnlich unter einem Regenschirm dargestellt, was bedeutet, dass Sie Tropfen des Höchsten Segens sammelt." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 24. Juni 1935)
77. "Abhidharma ist buddhistische Metaphysik. In diesem Fall bedeutet das Licht Abhidharma das höchste Bewußtsein: Budhi-Manas." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 24. Juni 1935)
78. Neophyt (ind.) Neuling
79. "Sehr wichtig ist es auch, zu erklären, was Samadhi oder die höchste geistige Erleuchtung ist. Über diesen Zustand ist von Leuten, die ihn nie oder nur in seiner primitivsten Form erlebt haben, viel geschrieben worden. Aber für Samadhi gibt es genauso viele Abstufungen, als es Bewusstseinsgrade und Runden geistiger Vervollkommnung gibt. Der erlangte Grad der Erleuchtung entspricht immer unseren geistigen Aufspeicherungen. Daher sollte der Unterschied dieser Stufen gründlich klargelegt werden. Könnte uns Samadhi Allwissenheit verleihen, dann wäre der Gedanke der Unbegrenztheit in Frage gestellt. Wie gesagt, wird das in Samadhi versunkene Bewusstsein entsprechend seinen individuellen Aufspeicherungen und der ihm zugänglichen Sphären erleuchtet und kann auch nur einen Teil dieser Erlebnisse auf den physischen Plan herübernehmen. Denn der physische Organismus ist unfähig, sich für lange Zeit den höchsten Schwingungen anzupassen und sie ohne verderbliche Wirkungen ins Gehirn einzuprägen. Die Wissenschaft hat die zerstörerische Wirkung abweichender Schwingungen bereits bewiesen. So bewahrt ein aus Samadhi zurückkehrender Mensch bestimmte Erinnerungen, aber das besagt noch nicht, dass er allwissend wäre und von nun an in das Wesen der Geschehnisse eindringen könnte. Er erlebte einen bestimmten Zustand der Ekstase oder eine höhere Gefühlsspannung, oder er gewann Einblick in das Wesen dieser oder jener Erscheinung. So mag er zur Wahrnehmung ewigen Seins gelangt sein oder die höchste Liebe erfahren haben, die Schönheit des Seins, die Einheit aller Wesenheiten oder sein Vorhandensein in allem und Vereinigung mit allen und allem; nichtsdestoweniger wird er im irdischen Sinn des Wortes nie allwissend werden. Wahrnehmungen in Samadhi sind verschiedener Natur; vielleicht kann sich der eine oder andere dem Noumenon der Dinge nähern, aber wenn er auf die Erde zurückkehrt, muss er ihre Wirkungen nach irdischen Methoden studieren. Es ist wirklich äußerst schwer, das Unsagbare in Worte zu kleiden. "Über alle Samadhi regiert der Gedanke. Je höher, um so mächtiger. Je feuriger ein Gedanke, um so mächtiger ist die Wirkung. Wahrhaftig, der Gedanke ist allgewaltig und unbegrenzt." Darüber hinaus ist der Zustand von Samadhi auf unserem Planeten nur einem hohen Archaten zugänglich, der in völlig anderen Verhältnissen lebt. Auch Vivekananda erreichte kein vollkommenes Samadhi. Da er dafür physisch noch nicht ausreichend vorbereitet war, zeitigte der Grad von Samadhi, in den er versank, ein trauriges Ergebnis. Sein irdischer Tod war die Folge dieses vorzeitig erzwungenen Erlebnisses." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 5. September 1935)
80. Syllogismus in der klassischen Logik die eigentliche Form des Schlusses, schließt vom Allgemeinen auf das Besondere.
81. 24000 Fuß 7350 m.
82. Manas Intellekt.
83. Radscha Titel Radscha [hindostan./sanskr.; engl. = Raja] tragen indische und malaiische Fürsten. Über dem Radscha steht der Maharadscha.
84. Brahmavidya das Wissen des Brahmas (höheres "Ich").
85. Hermetismus Bezeichnung für die philosophischen und alchemistischen Lehren und Schriften, die im Corpus Hermeticum zusammengefasst sind. Abgeleitet von Hermes Trismegistos.
86. Hermes Trismegistos (griech. = "Hermes, der dreimal Größte") gilt als Gesetzgeber und Verfasser heiliger Bücher über geheime Kenntnisse von Alchemie, Heilkunde, Magie und Naturphilosophie. Auf diesen verloren gegangenen "hermetischen" Schriften basieren der "Corpus hermeticum" und die "Tabula Smaragdina", beides Sammlungen astrologischer und magischer Schriften, die von der Esoterik als Grundlage der Geheimwissenschaften geschätzt werden.
87. obskur (lat.) zweifelhaft, da nicht näher bekannt.
88. "Teros ist gleichzusetzen mit Geist, Bewegung oder Licht. Tamas ist synonym mit Materie, Trägheit, Nichterkenntnis. Das Leben des Kosmos setzt sich zusammen aus dem Gleichgewicht dieser beiden Elemente. Das Vorherrschen in der Natur oder im menschlichen Wesen von einem dieser beiden Elemente führt zur Zersetzung und schließlich zur Vernichtung." (H.I.Roerich. Briefe. Brief vom 23 Oktober 1937).
89. Brahmaputra südasiatischer Fluß, entspringt in Südtibet (chinesisch), durchbricht den Himalaya ins östliche Indien, vereinigt sich in Bangladesch mit dem Ganges (gemeinsames Delta, Sunderbans), 2,960 km lang, Mündung in den Golf von Bengalen.