Feurige  Welt  I

 

 

 

 

 

 

 

 [Russisches Original. Umschlag.]


 

 

 

 

 

Feurige Welt

 

 

 

1933

 

 

 

 

 

 

 [Russisches Original. Seite 3.]


 

 

 

 

 

Vorwort des Herausgebers der deutschen Ausgabe

 

 

Wir übergeben der Öffentlichkeit eine gründlich überarbeitete deutsche Übersetzung des neunten Buches der Agni Yoga Lehre.

 

 

Der Text beruht auf der Übersetzung von Leopold Brandstätter (Leobrand) und dem Team des Spirale-Verlages. Wir haben allerdings in fast jedem Paragraphen Verbesserungen oder Korrekturen vorgenommen. Insbesondere haben wir uns bemüht, dunkle Stellen nach Möglichkeit aufzuhellen. Die Arbeit, die Übersetzung weiter zu verfeinern, wird fortgesetzt.

 

 

Weitere allgemeine Bemerkungen zu der Übersetzungsarbeit findet man im Vorwort zum ersten Band der Reihe, Blätter aus dem Garten Moryas I – Der Ruf.

 

 

Für Beiträge, die der Verbesserung der Übersetzung oder der Vertiefung des Verständnisses dienen, sind wir stets dankbar.

 

 

Hamburg, im Februar 2013

 

Agni Yoga Orden – Орден Агни Йога

www.lebendige-ethik-schule.de

mail@lebendige-ethik-schule.de

 

 

Neuer Überarbeitungsstand: Januar 2017

 


 

 

 

 

 

Agni Yoga

 

 

 

 

Feurige Welt

 

 

 

 

 

Teil Eins

 

 

 

 

 

 

 [Russisches Original. Seite 5.]


 

 

 

 

 

Zeichen des Agni Yoga

 

 

 

 

 

 [Russisches Original. Seite 7.]


 

 

 

 

 

       Ur ist die Wurzel des Lichtes des Feuers. Seit unausdenklichen Zeiten hat dieses strahlende Prinzip die Herzen vieler Völker angezogen.

       Wenden wir uns daher von den Bündnissen der Vergangenheit den künftigen Errungenschaften zu.

 

 

 

 

 

 [Russisches Original. Seite 8.]


 

 

 

Feurige Welt

 

 

       1. Das Element Feuer, das alles durchdringende, das schöpferische, das lebensspendende wird am wenigsten beachtet und geschätzt. Das menschliche Bewusstsein stellt viele leere und unbedeutende Überlegungen an, doch der wunderbarsten entzieht es sich. Die Menschen feilschen im Basar, doch sie haben kein Verlangen danach, ihre Hände nach dem Schatz auszustrecken.

       Vieles, was über das Herz gesagt wurde, ist mit besonderer Feinheit auch für die Feurige Welt anzuwenden. Die Antriebskraft des Feuers ist genauso gewaltig wie die Struktur eines Kristalls. Nicht zufällig wurden von Hellsehern Kugeln und Formen aus Kristallen verwendet.

       Für die Läuterung des Bewusstseins bedarf es der Lebensfunken; die Regenbogenflamme bestätigt das Streben des Geistes. Viele Anwendungsarten der Arbeit des Feuers sind als die erstaunlichsten Daseinsbedingungen offenbart worden. Angefangen von den für das offene Auge sichtbaren gewöhnlichen Lichtbildungen bis zu den vielschichtigen Feuern des Herzens werden wir in das Reich der Feurigen Welt geführt.

 

       2. Bei Beobachtung der feurigen Zeichen kann man bestimmte Unterteilungen der Menschen verzeichnen. Manche streben ewig und können ohne diese erhebende Tätigkeit nicht existieren - seid versichert, dass sie

 [Russisches Original. Seite 9.]


dem Element Feuer angehören. Sogar wenn sie irren können sie nicht untätig bleiben. Beobachtet sie, und ihr werdet unfehlbar die feurige Kraft entdecken. Doch sucht das schöpferische Feuer nicht in der Trägheit der Erde, in den wallenden Wogen des Wassers, in den Stürmen der Luft.

       Wir wollen die feurigen Menschen nicht besonders hervorheben, doch es muss wahrhaftig gesagt werden, dass sie die Welt bewegen. Man sollte nicht vergessen, dass es diese Menschen in den sonstigen Konstellationen überhaupt nicht leicht haben.

       Man spricht zu Recht vom Feurigen Engel mit versengten Flügeln. Eilt er herbei, um die Welt zu retten, so schlagen seine phosphoreszierenden Flügel an die Felsen der Erde - sie versengen sich der Engel wird kraftlos. So zeigt sich der markante Unterschied zwischen der irdischen und der Feurigen Welt.

       Das irdische Auge, mag es auch äußerst fein sein, nimmt für gewöhnlich die feinstofflichen Erscheinungen gar nicht auf. Andererseits wiederum erkennt die Feinstoffliche Welt nicht die feurigen Bewohner, zu denen das flammende Herz einen führen kann. So kann man die Verehrung des Feuers verstehen.

       Für eine natürliche Affinität mit der Welt des Feuers bedarf es der menschlichen Bestrebungen. Ihnen wohnt seit alters her gleichsam ein Widerschein des Höchsten Feuers inne. Es ist, als drängten sie diesen Funken, sich von der Berührung mit anderen Elementen zurückzuhalten; und diese Elemente lieben diese feurigen Blicke nicht. Jedoch ohne Berührung mit dem Feuer kann der irdische Pfad nicht durchschritten werden; daher ist es gut, dessen wesentliche Natur zu kennen.

 

       3. Es sollte aufgezeigt werden, dass die feurige Anspannung auf alle Funktionen des Körpers einwirkt. Man darf nicht vergessen, dass das Feuer des Raumes

 [Russisches Original. Seite 10.]


einerseits Wunden heilen, andererseits aber das Gewebe anspannen kann. Seien wir daher vorsichtig.

 

       4. Man könnte meinen, die Feurige Taufe* wäre bereits deutlich erklärt worden. Feurige Zungen erschienen über Menschenhäuptern[1], aber man will die bestehende Wirklichkeit nicht wahrhaben. Man täuscht Ehrfurcht vor den Schriften vor, versäumt es aber, sie im Leben anzunehmen.

       Nicht alle könnten die von euch gesehene nichtversengende Flamme annehmen und ruhig beobachten, wie ihr sie gesehen habt, obwohl sie völlig real und mit allen Eigenschaften des Feuers ausgestattet war, ausgenommen der des Versengens. Doch man muss ein offenes Herz haben, um der Flamme gegenüberzustehen.

       Die Menschen griffen nach der groben Erscheinung in Form von Elektrizität, doch ohne die feurigen Eigenschaften des menschlichen Organismus anzuwenden, können sie in der Verfeinerung der Erscheinung nicht vorankommen. Für die Menschheit naht ein neues Morgenrot, sobald das Verstehen des Feuers ins Leben tritt.

 

       5. Wenn wir vom nichtversengenden Feuer sprechen, dürfen wir auch das verzehrende Feuer nicht vergessen. Wenn die Nonne stöhnt: „Ich brenne, ich brenne!“, weiß ihr kein Arzt zu helfen; er verordnet vielleicht gar kaltes Wasser und vergisst, dass Öl mit Wasser nicht gelöscht werden kann. Feuer kann nur durch Feuer gestillt werden, mit anderen Worten, durch die Energie des Herzens, die bei so genanntem Magnetismus fließt.

       Wir behandeln Zentrenbrand mit einem Strom; solche Brände können in verschiedenen Zentren auflodern. Doch die Hauptgefahr liegt tatsächlich nahe dem Herzen, dem Solarplexus und dem Kehlkopf. Diese Zentren, als die am meisten synthetischen, können den unerwartetsten Angriffen ausgesetzt sein.

       Wer jemals das innere

 [Russisches Original. Seite 11.]


Feuer erlebt hat, begreift die Gefahr des Zentrenbrandes. Er weiß, welche Agonie auszustehen ist, wenn die Feuer durchbrechen. Meist ist der Mensch dafür nicht verantwortlich, ausgenommen vielleicht bei Gereiztheit.

       Oft brechen die Feuer durch äußere Einwirkungen aus, und im Falle eines verfeinerten Zustandes des Organismus aus kosmischen Gründen. Ermüdung des Herzens öffnet wirklich dem Feind die Tore. So kann sich das schöpferische Feuer in eine zerstörende Flamme verwandeln. Man muss das bedenken, weil die Brände in kleinen Ausmaßen beginnen.

       Man sollte auch bedenken, dass die Anwendung der feurigen Energie Sorgfalt erfordert. Es ist sehr böse, die feurige Energie eines anderen ohne Grund auszunutzen. Ein Archat* kann nie ein Vampir sein - das ist ein Grundgesetz des Lebens.

       Weise ist deshalb das Gesetz ewigen Gebens. Es mag scheinen, als hätten Opfer und Feuer nichts gemein; jedoch von der feurigen Aufopferung wird in allen Testamenten gesprochen.

 

       6. Man muss besondere Vorsicht walten lassen. Ihr seht, dass sich sogar die Moral eines Volkes ändert. Unwissenheit wirkt daher auf den Druck der Atmosphäre. Man muss bemerken, dass Unwissenheit die Grundlagen der Finsternis klar bestätigt. Man kann sich vorstellen, wie ein unentwickeltes Hirn herabsetzt, wenn das Herz schweigt. Die Moral der Völker sinkt wie ein verdorrter Apfelbaum. Folglich ist die Gefahr feuriger Epidemien jetzt groß.

       Die Chaldäer[2] teilen alle Krankheiten nach den Elementen ein; und sie waren der Wahrheit sehr nahe, denn der Zustand sowohl des kosmischen als auch des menschlichen Organismus hängt hautsächlich von den Elementen und Gestirnen ab.

 

       7. Bedenkt doch nur, dass jeder von uns

 [Russisches Original. Seite 12.]


das Eine für das gesamte Weltall unveränderliche Feuer in sich trägt. Niemand will sich vorstellen, dass der universelle Schatz in ihm ruht. Die Elemente sind nicht gleich im gesamten Kosmos; die Veränderung ihrer Eigenschaften erlaubt uns nicht, ihnen Gleichheit zuzuschreiben. Doch allein das Feuer des Herzens verbindet durch seinen Magneten alle Weltstrukturen.

       Über diesen Vorzug muss man nachdenken. Es ist nötig, diesen Schatz im ganzen Aufbau des Lebens nutzbar zu machen. Es gibt nur ein Lichtfeuer in der ganzen Welt.

       Wir können begreifen, dass das Feuer auf allergrößte Entfernungen hin in Erscheinung tritt. Darin liegt nichts Übernatürliches oder Geheimnisvolles. Selbst der kleine Schüler hat bereits von dem alles durchdringenden Feuer gehört, nur hat er seine Anwendung noch nicht erkannt.

 

       8. Das Erscheinen von verschiedenen Feuern steht zur Wesenseinheit des Feuers nicht im Widerspruch. Allein der Rhythmus der Anspannung verändert die Farbe der sichtbaren Flamme von silbern über rotgolden bis zu intensivem rubinrot. Das intensive Rubinrot ist selten, denn nicht jedes Herz kann diese Anspannung ertragen.

 

       9. Um das Feuer anzunehmen und es als den Pfad zur Hierarchie, den Pfad der Liebe und des Mitleids gelten zu lassen, muss man sich unwiderruflich mit seinem ganzen Herzen behaupten. Nur so werden die winzigen Sternchen zu flammenden Giganten.

 

       10. Daher seien auch die schweren Zeiten gesegnet. Gerade in solchen Zeiten lernen wir das Wichtige vom Nichtigen unterscheiden. In den Tagen der Selbstzufriedenheit wird unsere Wachsamkeit getrübt, jedoch diese Eigenschaft ist besonders nötig, wenn man sich den feurigen Sphären nähert. Daher sind Bedrücktheit und Anspannung so wertvoll. Sie stärken nicht nur Wachsamkeit und Bestrebtheit, sondern

 [Russisches Original. Seite 13.]


bringen auch neue Feuer aus unserem Innern hervor. Möge das Feuer der Tara* besonders nahe sein.

       Lieben wir daher das Unerwartete als Quelle neuer Freude. Wahrhaftig, das beste Feuer wird durch Freude entfacht. Daher sind schwierige Zeiten nur für die Unwissenden ein Schrecken, aber für die Wissenden sind sie einfach eine Quelle von Ereignissen. Die Feuer bringen sogar entfernte Wirkungen nahe.

       Manchen wird das Gesagte als kalte Abstraktion erscheinen, aber das ist ein Zeichen eines kalten Herzens, dessen Feuer erloschen ist. Ihr kennt bereits die Glut des Herzens, und ihr schätzt den unerwarteten Boten.

       Deshalb ist es so wichtig, den Herrschern zu folgen; man muss den finsteren Beschlüsse zuvorkommen. Nur das Feuer der Herrscher wird Wagemut entfachen. Daher muss jedes Wort über die Herrscher geschätzt werden. Mag es auch unwissentlich ausgesprochen werden, es birgt dennoch das Prana*des Wagemuts. Mögen Worte über die Herrscher in allen Teilen der Welt erklingen. Sie sind vor Heiligenschreinen entzündete Kerzen. Sie sind Ampeln[3] Lebendigen Feuers - ein Schutz vor allen Krankheiten.

       Feierlichkeit ist wie ein Schlüssel zum Schloss.

 

       11. Bei starken feurigen Erscheinungen kann man einen Ausdruck der Grundeigenschaft des Feuers bemerken. Die umgebenden Gegenstände erscheinen wie durchsichtig. Ihr könnt dies bezeugen. Feuer verwandelt gleichsam alle feurigen Wesen und enthüllt die allem Bestehenden zugrunde liegende leuchtende Materie.

       Das gleiche kann vom Magneten eines feurigen Herzens gesagt werden; er enthüllt auf seine Weise die feurige Natur all dessen, was sich ihm naht. So kann man über das feurige Herz feurige Eigenschaften beobachten. Man muss solch ein Herz nur finden, und

 [Russisches Original. Seite 14.]


es mit großer Vorsicht für dieses Experiment gebrauchen.

       Bei solchen Experimenten muss man daran denken, dass das Freilegen leuchtender Materie unter groben umgebenden Bedingungen äußerst gefährlich sein kann. Die Gefahr des vollkommenen Samadhi* ist von der gleichen Eigenschaft des Feuers abhängig.

       Widersetzt euch dennoch nicht den feurigen Erscheinungen, wenn sie das Herz nicht belasten. In den Jahren Harmagedons* sind die Erscheinungen allerdings höchst verworren, weil die Rhythmen des Raumfeuers und des unterirdischen Feuers gestört sind. Solche Rhythmusstörungen werden gewöhnlich nicht in Betracht gezogen, und dadurch wird der kosmische Aufruhr noch verstärkt.

 

       12. Die nahenden feurigen Wellen sind äußerst erschreckend, wenn man nichts über sie weiß und sie nicht mit den Feuern seines Herzens aufnimmt.

 

       13. Ihr habt von gewissen Kindern gehört, die durch undurchsichtige Körper hindurch sehen können. Sucht die Lösung in der karmischen feurigen Natur. Das ist tatsächlich ein ganz eigenes physisches Phänomen und ist für die höheren feurigen Errungenschaften für gewöhnlich nicht förderlich.

       Hatha Yoga kräftigt einzelne Zentren, und man kann nur bedauern, dass diese teilweisen Anstrengungen nicht zu Raja Yoga und Agni Yoga führen. Daher sind physische und feurige Übungen schädlich, sie stören das umgebende Gleichgewicht. Dem Feuer, als dem höchsten Element, muss man sich durch höheres Bewusstsein nähern. Nur über dieses höhere Bewusstsein kann man das Feuer verstehen und liebgewinnen.

 

       14. Blut, Blut - rufen die Völker in West und Ost.

 [Russisches Original. Seite 15.]


Nie dagewesene Zeiten! Das rettende Feuer verwandelt sich durch Unwissenheit in einen Verzehrer!

 

       15. „Umgib dich mit Feuer und werde unverletzlich“, so lautet ein sehr altes Gebot. Doch bei zunehmender Abgestumpftheit vergaßen die Menschen allmählich, von welchem Feuer die Weisen sprachen. Das Feuer wurde zu einem physischen Begriff, und es traten magische Feuerzirkel in Erscheinung. So setzen die Menschen ihr Wesen immer herab.

       Tatsächlich ist jedes lebendige Feuer heilkräftig, doch kein Harz kann mit dem Feuer des Herzens verglichen werden. Man möge sich wenigstens an die Eigenschaft des irdischen Feuers erinnern, doch wahrhaftig, es ist wieder die Zeit angebrochen, zur ursprünglichen Quelle zurückzukehren; sonst kann die Grenze, an der sich die Menschheit bereits befindet, nicht überschritten werden.

       Die Menschheit hat die irdischen Kräfte erschöpft und angespannt und die höhere Macht beunruhigt. Allein das feurige, erleuchtete Bewusstsein kann die zerstörte Brücke des Aufstiegs wiederherstellen.

 

       16. Kann sich jemand, der dem feurigen Element angehört, in ein Wesen anderer Energie verwandeln? Unmöglich. Doch einer, der einem anderen Element angehört, kann sich in ein feuriges Wesen verwandeln, weil Feuer allgegenwärtig ist. Gewiss, diese Sprünge sind nicht leicht. Es bedarf großer geistiger Anstrengung, das Herz für die Vereinigung mit der höheren Energie umzuwandeln. Aber die Feurigen Tore sind nicht verschlossen –„Klopfet an, und es wird euch aufgetan“[4]. So rufen alle Lehren zur Feurigen Taufe auf.

 

       17. Das Wesen der feurigen Immunität wurde von Zoroaster[5] beschrieben. Er wies darauf hin, dass die Menschen aus jeder Pore der Haut feurige Strahlen hervorrufen können, um alles Böse hinwegzufegen. Ein von einem Schutzpanzer umgebener Mensch kann

 [Russisches Original. Seite 16.]


keiner Ansteckung unterliegen. Diese Widerstandskraft kann durch Einheit mit der Hierarchie verstärkt werden. So wird das Herz wie eine alle Mikroben verzehrende Sonne.

 

       18. Selbstverständlich existieren Krebsbazillen. Sie können vor allem vom Feuer des Herzens entdeckt und getötet werden. Wenn Mangel an psychischer Energie ihre Entwicklung fördert, so tötet sie das Feuer des Herzens, dieser höchste Ausdruck des Bewusstseins. Tatsächlich kann alles, was durch die höhere Energie leicht verzehrt wird, bis zu einem gewissen Grad auch durch physisches Feuer gemildert werden. Die Wurzeln vieler Pflanzen enthalten wirksame Feuer des Pflanzenreiches, die dort von Nutzen sein können, wo die Feuer des Herzens noch untätig sind.

 

       19. Ihr kennt bereits die Bedeutung des dreißigsten Lebensjahres für feurige Erscheinungen, doch man sollte den Organismus bis zum siebenten Lebensjahr besonders hüten. Bei Kindern, auch bei den höchstentwickelten, sollte man der Natur niemals Gewalt antun - Feuer duldet keinen Zwang. Man muss die Tür öffnen können, aber jede Gewalt kann einen nicht gutzumachenden Schaden anrichten. Andererseits sollte man das Streben des Kindes nicht übermäßig erleichtern, da übertriebene Hilfe Schwächlinge schafft. Deshalb ist der Goldene Pfad geboten.

       Daher erfordert Feuer vorsichtige Handhabung in allen seinen Erscheinungen. Hellsehen und Hellhören sind dem Wesen nach Feuer-Sehen und Feuer-Hören. Feuer wird bei allen erhebenden Tätigkeiten als Mittler gebraucht. Sechshundertmal sprachen Wir vom Herzen, also sind Wir bereit, sechshundertsechsundsechzigmal über die Bedeutung des Feuers zu sprechen, und gelte es nur zu erklären,

 [Russisches Original. Seite 17.]


dass Feuer eine Siegesleiter ist.

       Ohne sich dem Feuer zuzuwenden, können die Menschen nicht leben; sowohl in der irdischen als auch in der Feinstofflichen Welt wenden sie sich an die höhere Vermittlung. Doch Wir sprechen nicht von Feueranbetung; denn es wird Unwissende und Fanatiker geben, die versuchen werden, diese sinnlose Anklage zu erheben. Ich spreche von der höchsten Errungenschaft, die unseren feinstofflichen Körper zur Feurigen Welt führen wird.

 

       20. Jeder Steuermann wird euch sagen, das Ruder nicht zu stark zu wenden. Doch man sollte sogar noch eindringlicher über das menschliche Bewusstsein sprechen; dieser Kristall bildet sich langsam, aber jeder Augenblick der Aufschichtung ist eine räumliche Freude. Jedem ist ein Herzschlag eigen, doch selten wird die feurige Substanz beobachtet. Deshalb sprechen Wir nicht überall über das Feuer, ausgenommen da, wo Feuer bereits aufgespeichert wurde.

 

       21. Das menschliche Auge nimmt die stärksten elektrischen Schwingungen nicht wahr. Das gleiche geht auch in Bezug auf die feurigen Abstufungen vor sich. Übrigens stört dieser Umstand immer die Lehre über das Feuer. Die geringeren Erscheinungen der feurigen Energien werden gespürt und so zugegeben, aber höhere und feinere Erscheinungen werden für den gegenwärtigen Apparat und für das Bewusstsein, das sich dem Element Feuer nicht karmisch näherte, unwahrnehmbar.

       Aber die Zeitgenossen geben die Unvollkommenheit des Apparates und vor allem ihre eigene Unerfahrenheit nicht gern zu. Der Mangel an solchem Zugeständnis wird zu einem großen Hindernis, und anstatt voranzukommen, muss wertvolle Zeit dafür aufgewendet werden, das Verstehen der Natur des Feuers einzuprägen.

 [Russisches Original. Seite 18.]


       Jedoch vollzieht sich bei diesen Wiederholungen über den Begriff Feuer eine untilgbar ins Gehirn eingeschriebene nützliche Aufspeicherung. Was auch immer geschieht, mögen jene, die nicht über das Herz empfangen können, über das Gehirn aufnehmen. Unsere Pflicht ist es, die kürzesten Wege anzubieten, aber es wird auch die Geduld aufgebracht, den längsten Wegen zu folgen.

       Die grundlegende Forderung ist Standhaftigkeit, wenn ihr selbst in eurem Herzen erkennt, dass es keinen anderen Weg gibt; deshalb wird die Feinstoffliche Welt nur durch Feuer erreicht. So besteht das Wissen unseres wahren Wesens nicht allein in Wissen, sondern auch in Fühlen.

 

       22. Die Nichtwahrnehmung der höchsten Feuerströme, erinnert ein wenig an einen Priester, der sich durch tägliche Berührung an den Strom des Allerheiligsten gewöhnt. Es ist bekannt, dass Heilige, oder von Feuerströmen umgebene erhabene Geister, diese höchste Erscheinung nicht wahrnehmen.

       In der Tat, jene, die in der Feinstofflichen Welt leben, nehmen deren Besonderheiten nicht wahr; ebenso wenig halten jene, die sich mit dem Feuer vereinen, diesen Zustand für außergewöhnlich. Ein Virtuose erachtet es nicht als außergewöhnlich, dass er schön spielt; das ist für ihn schon etwas Gewohntes. So senkt sich auch die Feurige Welt auf die irdischen Zustände hernieder, und jene, die mit ihr verbunden sind, verlieren das Gefühl der Fremdheit.

 

       23. Wenn wir uns den Erscheinungen des Feuers nähern, müssen wir verschiedene Stufen ins Auge fassen. Das so genannte Durchschreiten des Feuers ist höchst unterschiedlich. Die niedersten Fakire reiben ihren Körper mit Asche ein, die mit Mineralstaub vermengt ist, und erlangen so eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Feuer. Natürlich, diese äußere, rein physische Wirkung ist von keinem Interesse.

       Yogis

 [Russisches Original. Seite 19.]


durchschreiten Feuer, indem sie als Gegenwirkung die Herzenergie hervorrufen. Bei diesem Vorgang entströmt das innere Feuer den Poren der Haut, und da es mächtiger ist als das irdische Feuer, bildet es einen starken Schutzpanzer.

       Solche Yogis können auch jene ohne Schaden durch das Feuer geleiten, die sie begleiten möchten. Um dies zu erwirken, umgibt der Yogi die ihn Begleitenden mit seiner Energie, vorausgesetzt, dass sie ihr Bewusstsein völlig in das Herz des Yogi übertragen können. Dieser Zustand völliger Bewusstseinsübertragung in das Herz des Führers ist ein allgemeiner Wesenszug feuriger Taten.

 

       24. Man wird einwenden, dass sich das Element Feuer zu sehr der Beobachtung entzieht. Antwortet, dass Feuer sogar sichtbarer in Erscheinung tritt als andere Elemente! Ist Erde oder Wasser bei Beobachtung des menschlichen Organismus sichtbarer? Feuer ist leichter feststellbar: in der Körpertemperatur, im Puls und besonders in jenem Beben, das alle feurigen Erscheinungen begleitet.

       Dies ist kein Beben der Angst, sondern die Vereinigung mit dem Puls des Elementes. Ruft die Verbindung mit der Erde oder dem Wasser solch ein Beben hervor? Doch Feuer erzeugt sogar in geringem Ausmaß ein besonderes Gefühl. So möge man nicht von der Unerreichbarkeit des welträumlichen Feuers sprechen.

 

       25. Es ist besonders wertvoll, in seinem Herzen den Verkehr[6] mit einem feurigen Wesen zu erfassen. Im Mittelalter würde man natürlich das Feuer des Scheiterhaufens hinzugefügt haben. Doch sogar in jenen Zeiten fanden sich tapfere Menschen, die sich nicht fürchteten von dem zu sprechen, was sie wahrgenommen und in sich gefühlt haben.

 

       26. Die Feurige Schlange,

 [Russisches Original. Seite 20.]


die sich in Form der Schlange des Moses[7], ähnlich der arabischen Zahl Acht, über dem „Kelch“ erhebt, weist auf die Anspannung des „Kelches“ hin, denn der „Kelch“ ist mit Feuer gefüllt. Die Aufspeicherungen und Ablagerungen im „Kelch“ bilden die Feurige Substanz. So sind wir vor allem Feurige Wesen. Allein mit solcher Überzeugung beginnen wir das Wachstum der so genannten Feurigen Flügel zu beleben.

       Klopfen nicht feurige Tropfen bei euch an? Spannen nicht feurige Wellen den Rhythmus an? Möge jede Mahnung an das Feuer der Durchdringung mit Feierlichkeit dienen.

 

       27. Die Beobachtung von Menschen, die den Aufbau der Flamme lieben, gibt ständig Anlass zu neuen Schlussfolgerungen. Indem wir uns dem Feuer nähern, beginnen wir den alle Verbindungen herstellenden Energierhythmus zu erkennen. Man sollte dieses Element mit vollem Verständnis liebgewinnen, mit anderen Worten, mit Gedanken in Harmonie mit dem Raum.

       Wenn wir gern irdische Gnome bleiben möchten, möge daran erinnert werden, dass die besten Gnome dem Feuer dienen. So sollte man begreifen, dass sogar die niedersten Bewusstseine emporgezogen werden. Sogar die alten Märchen sprechen von Gnomen, die ohne Hinwendung zu den Feurigen Wesenheiten nicht bestehen können. So versuchten die Alten, dem Bewusstsein der Kinder feurige Vorstellungen einzuprägen. Die heutige Wissenschaft bringt in der Theorie über Kalorien und Astrochemie das gleiche Wissen von dem Großen Feuer.

       Aber das Außerordentliche der feurigen Erscheinungen erlaubt es dem Durchschnittsmenschen noch nicht, den Begriff Feuer in sein Alltagsleben einzuführen, so dass Feuer in den Grenzen unerwünschter Abstraktion bleibt. Diese Beschränkung muss überwunden werden; Ich spreche als Arzt.

 [Russisches Original. Seite 21.]


       Ich bestätige, dass alle finsteren Abgründe überquert werden können, wenn man dem Feuer dient! Wenn sogar Flugzeuge ein besonderes Gas benötigen, wie weit nötiger ist die höchst feinstoffliche Energie für die Erhebung des Geistes?!

 

       28. Alle Errungenschaften und heroischen Taten sind durchaus feurige Taten. Die höhere Energie trägt die Menschen über den Abgrund.

       Es kann die Frage gestellt werden: „Nimmt die feurige Energie am Aufkommen von Verbrechen teil?“ Gewiss, die gleiche Energie kann das blutige Messer zücken; deshalb raten Wir, das Feuer der Segnung nicht in die Flamme der Vernichtung zu verwandeln. Abgesehen vom persönlichen Schaden, infiziert die zerstörende Flamme den umgebenden Raum. Darüber hinaus wird durch die zersetzenden Wirbel der niederen Schichten die Flamme des Übels entfacht.

       Seit langem heißt es, dass die Sünder das Feuer der Hölle selbst schüren. Die Menschen sind für das Ausmaß des Bösen selbst verantwortlich. Der Großteil des Bösen wird gar nicht erkannt, weil die Menschen nicht erkennen wollen, woher die unheilvollen Brandwunden kommen.

       Ihr seid in verschiedenen Ländern auf verschiedene Vorstellungen über die Hölle gestoßen. Wenn solche Formen auf der Erde verkörpert werden, bestehen sie auch in der Feinstofflichen Welt. Wie sehr muss man daher alles Hässliche auf Erden vermeiden!

       Das Feuer des Segens schafft die herrlichsten Verwandlungen. So lasst uns tätige und segensreiche Schmiede sein. Die segensreichen Feuer werden von den Wirbelwinden der fernen Welten hoch empor getragen.

       Einst gab es die Feuerprobe. Wer erprobt wurde, musste sich dem Feuer nähern. Berührte das Feuer die Wahrheit, stieg die Flamme empor, doch die Unwahrheit krümmte die Flamme. Mit allen ihren Unvollkommenheiten

 [Russisches Original. Seite 22.]


zeugt diese Prüfung von den Möglichkeiten der Wirkung des Feuers.

 

       29. Ihr habt Unsere Apparate zum Zusammendrücken von Feuer gesehen. Die ausbrechende Flamme weist auf einen ungeheuren Druck hin. Die feurige Essenz steht unter dem Druck vieler Atmosphären; um sich zu entzünden, muss man Menge Druck bewältigen. Sobald sich die Flamme gebildet hat und ausbricht, weist das darauf hin, dass der Druck und die Macht der Flamme außergewöhnlich sind.

 

       30. Sogar der kaltblütigste Mensch wird erschrecken, wenn er sich jenseits der drei Dimensionen befindet und sein Herz unvorbereitet vor der nächsten Erkenntnis steht. Man kann nicht von einem Zustand in den anderen springen, ohne feurig gestählt zu sein. Daher ist es unmöglich, ohne rechtzeitige Verfeinerung des Herzens die Schönheit und Feierlichkeit der Feinstofflichen Welt in sich aufzunehmen. Man kann vor den herrlichsten Kunstwerken verständnislos im Finsteren verweilen, doch die Finsternis befindet sich in einem selbst!

       Das räumliche Feuer kann nur mit dem Feuer des Herzens entzündet werden. Es wurde oft gesagt, dass sich das Große Feuer durch unsere Herzen offenbart. Wer in Finsternis weilt, der möge sich deshalb nur selbst tadeln. Aber es ist erschreckend, in der Finsternis der vierten Dimension zu weilen, denn ohne Erleuchtung durch das Feuer des Herzens werden alle nachfolgenden Dimensionen zu unheilvollen Schreckgespenstern.

 

       31. Natürlich, der Speichelfluss sowie verschiedene Schmerzen der Nervenzentren entsprechen den verschiedenen Graden der kosmischen Perturbationen. Aber es erhebt sich die Frage, ob diese Zeichen eine Widerspiegelung von kosmischen Ereignissen sind, oder solche der Zusammenarbeit

 [Russisches Original. Seite 23.]


mit Weltenergien. Man muss das letztere annehmen. Der verfeinerte Mikrokosmos wird ein wahrer Mitarbeiter des Makrokosmos sein. Es wurde gesagt: „Abraham trat vor den Herrn.“[8] Verstehen wir dies als vollständige Mitarbeit. Aus dieser Vollständigkeit wird auch das Befolgen des Daseinsgesetzes geboren.

 

       32. Für ein feinfühliges Herz ist es schwierig, in den niederen Schichten zu leben. Bis zu einem gewissen Grad erweisen sich die Höhen als hilfreich; doch zwischen dem Herzen und seiner feurigen Heimat bestehen zu große Risse.

       Doch diese verunreinigten Schichten müsste es nicht geben - die Menschen schufen sie; daher müssen sie bestrebt sein, sie zu reinigen. Künstliches Ozon ist von geringer Hilfe. Prana wird vom höchsten Feuer gereinigt, und nur diese Eigenschaft macht es schöpferisch.

       Jedoch bemüht euch, sogar in den Ebenen, sogar auf den Stadtplätzen, so tief als möglich einzuatmen, bevor ihr einen Entschluss fasst. Vielleicht wird euch bei diesem Einatmen über alle Schranken hinweg ein Pranateilchen des Segens erreichen. So wollen wir nirgends verzweifeln, sondern überall eine letzte Anstrengung unternehmen. Man kann beobachten, dass aufrichtiges herzliches Einatmen einem aufrufenden Posaunenschall gleichkommt.

       So lasst uns nicht vergessen, dass die besten Erscheinungen des menschlichen Organismus nicht nur in ihren chemischen Reaktionen mächtig sind, sondern auch ihre psychische Kraft viele Schichten durchdringt. Lasst uns in keiner Weise den durch den Willen eines reinen Herzens geschaffenen heiligen Mikrokosmos herabsetzen.

 

       33. Mögen jene, die in Gedanken eilen können, ohne Verzug handeln. Man muss sich an die Tatsache gewöhnen, dass jeder

 [Russisches Original. Seite 24.]


Gedanke einen Verkehr mit dem Feuer darstellt. Daher ist es beschämend, einen unwissenden und unbedeutenden Gedanken zu hegen.

 

       34. Lasst uns wie jene sein, die den großen Advent erwartet; lauschen wir den Schritten und verstehen wir es, unsere Herzen für die Hilfe für die Welt darzubieten. Lassen wir Verwirrung und Verneinung nicht zu, denn diese Eigenschaften wenden die Feuerzeugen gegen uns.

 

       35. Auf dem großen Pfad ist es besser, verleumdet zu werden, als die Entscheidung der Herrscher zu stören. Lernen wir es, uns darüber zu freuen, verleumdet zu werden, denn wir kennen keinen feurigen Pfad ohne diesen Teppich der Verleumdung.

 

       36. Möge Meine Forderung nach Kampf niemanden verwirren. Jene, die auf der Stelle treten, sind der Gefahr tausendmal mehr ausgesetzt als jene, die streben. Jedoch es muss mit dem Herzen und in Gedanken gestrebt werden und nicht nur mit den Füßen.

 

       37. Das so genannte Wahrheitskraut gibt es wirklich. Es ist eine Zusammensetzung von sieben Pflanzen, welche die geschlossenen Zentren öffnet, worauf der Mensch seine Gedanken frei ausspricht. Das ist kein Haschisch, sondern ein Beweis der ältesten Heilfaktoren.

       Ursprünglich ist es zur Krankheitsbestimmung verwendet worden; denn niemand kennt die Ursachen dessen, was in seinem Organismus vor sich geht, besser als der Mensch selbst. Doch das innere Bewusstsein kann diese verborgenen Ursachen nicht ohne besonderen Einfluss enthüllen.

       Später jedoch verwendeten Regenten und Gerichtshöfe das Mittel als Wahrheitsbeweis und führten damit das Element des Zwanges ein. Aber alles Erzwungene und Künstliche widerspricht den Grundlagen des Daseins.

 

       38. Die Menschen beklagen sich oft darüber, dass sie von der Feinstofflichen

 [Russisches Original. Seite 25.]


Welt getrennt sind, die von der Erde aus nicht erreichbar sei. Jedoch die ayurvedischen[9] Überlieferungen haben gegen diese irdische Absonderung vorgesorgt. Es gibt einen Pflanzenextrakt, der, wenn in die Haut eingerieben, es ermöglicht, sich der Feinstofflichen Welt zu nähern, er erleichtert ihre Sichtbarkeit und Fühlbarkeit.

       Doch dafür ist völliges Loslösen des Bewusstseins von der Erde erforderlich. Darüber hinaus ist solch ein Zwang bei der Erneuerung der Welt unstatthaft. Wir wollen die Bedeutung des Herzens und des Feuers in keiner Weise herabsetzen. Können kleine Wurzeln bei den Flügen des Geistes von Nutzen sein?

 

       39. Wenn wir alle Einzelheiten unseres Lebens sammeln, werden wir unzählige Beweise der Feinstofflichen Welt finden. Wir werden auch finden, dass in den meisten Fällen die Stimmen der Feinstofflichen Welt die Erde nicht erreichen, genauso wie unsere Stimmen taube Ohren nicht erreichen. Dieser Vergleich wird nämlich zutreffend sein, wenn wir erkennen, dass die Rufe der Feinstofflichen Welt die Erde nicht erreichen.

       Nichts kommt der Verzweiflung der Feinstofflichen Welt gleich, wenn ihre Warnungen das Ziel nicht erreichen. Die Feinstoffliche Welt will unserer Welt auf ihre Weise helfen. Aber wahre Zusammenarbeit kann nur durch Herzensbildung und durch Verstehen der Eigenschaft des Wesens des Feuers erlangt werden.

 

       40. Ihr staunt über die vielen Hinweise in alten Arzneibüchern und verschiedenen überlieferten medizinischen Aufzeichnungen für die Herstellung von Salben, mit denen man den Organismus in einen transzendentalen Zustand versetzen kann. Ihr fühlt, dass dies weder etwas mit Geisterbeschwörung noch mit Hexerei zu tun hat, sondern ein eigenartiges Suchen nach der Zukunft ist.

       Daher ist es klar, dass unsere fernen Vorfahren um die Zukunft mehr besorgt und bedacht waren als unsere derzeitigen Wissenschaftler.

 [Russisches Original. Seite 26.]


Für uns wird die Zukunft entweder in die Grenzen des Höllenfeuers oder in den Bereich einer elektrischen Erscheinung verwiesen. Die mächtige lebensschaffende Potenz des Feuers bleibt unerkannt: die glänzenden, strahlenden Erscheinungen werden nicht begriffen, und selbst die Hierarchie des Lichts wird als Trugbild oder Schreckgespenst angesehen. Es gibt viele, die der Zukunft ausweichen wollen, indem sie es vorziehen, sich als Staub zu bezeichnen. Dennoch schaudern sogar die Wissenschaftler bei der Frage, ob sie das Feuer durchschreiten wollen.

       Nichtsdestoweniger, wie oft wurden wir jenseits des dreidimensionalen Zustandes geführt! Wenn wir in Gedanken versunken sind, empfinden wir da Zeit oder Temperatur? Wir sind uns der unzähligen Minuten völlig unbewusst, die in einem Augenzwinkern verschmelzen oder zur Ewigkeit werden! Solche Experimente vollziehen sich täglich, und jeder kann Zeuge von wunderbaren Phänomenen sein!

 

       41. Der Begriff Schambhala* ist mit feurigen Erscheinungen wirklich untrennbar verbunden. Ohne die Anwendung des geläuterten Feuers ist es unmöglich, sich den höheren Begriffen zu nähern. In der ganzen Welt werden die Menschen unterteilt in jene, die Schambhala als das Höchste Maß erkennen, und jene, welche die Zukunft leugnen.

       Möge das Wort Schambhala auch nur wenigen bekannt sein, jeder hat seine Sprache, aber das Herz ist eins. Jedem, der bereit ist zum Licht zu schreiten, muss besorgte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Das Herz muss jede auf das Gute gerichtete Erscheinung umfassen. Doch unter der Flammenden Kuppel sind alle gleich.

 

       42. Ihr schreibt mit Rauch Worte in den Himmel. Vielleicht ist euch nicht bekannt, dass die Chaldäer, wenn die Fristen nahten,

 [Russisches Original. Seite 27.]


auf ihren Zikkuraten[10] in den Raum schrieben. So wurde die Zusammenarbeit mit den Gestirnen hergestellt, und chemische Strahlen verstärkten eiligst die irdischen Entschlüsse; auf der anderen Seite haben Wissenschaftler ihre Erfindungen in den Raum gestellt.

 

       43. Die Schwierigkeit beim Verstehen ist bis zu einem bestimmten Grad auf die Unzulänglichkeiten der irdischen Sprache zurückzuführen. Alle Symbole und höheren Begriffe sind bis zum Grad des Unsinns formelhaft geworden.

       Als der Mensch etwas jenseits der Grenzen des Alltagslebens entdeckte, begann er darüber in vagen und ungewöhnlichen Bezeichnungen zu sprechen, die für seinen Mitmenschen etwas völlig anderes bedeuteten. Hinzu kamen die Anomalien des Sehens, Geschmacks und Hörens, was ein völliges Durcheinander schuf.

       Als der Mensch versuchte, den höchsten Hierarchischen Begriff zum Ausdruck zu bringen, bemühte er sich, die besten Silben aneinanderzureihen, und erreichte bloß äußerste Verwirrung. Beachtet, dass jeder, der über einen transzendentalen Begriff spricht, auf die unerwartesten Auslegungen trifft.

       Die Menschen sprechen oft von ein und demselben, aber in solch unterschiedlichen Bezeichnungen, dass keine Möglichkeit besteht, diese Begriffe mit Worten in Einklang zu bringen. In solch einem Fall ermüdet euch nicht im Wortstreit, sondern verharrt schweigend in herzlicher Besorgtheit. Lasst die feurige Energie arbeiten, sie wird einen Zugang finden, selbst wenn es nur ein schmaler ist. So denkt unter allen Umständen daran, dass ihr über einen Vorrat der alles durchdringenden Energie verfügt.

 

       44. Denkt auch daran, dass, wenn das Herz entflammt ist, die feurige Energie unaufhörlich wächst und arbeitet. So ist es leichter, die bereits erwähnte Teilbarkeit des Geistes* zu verstehen. Enie Flamme ist ohne Schaden teilbar,

 [Russisches Original. Seite 28.]


und sie ist weder an Raum noch an Zeit gebunden. Werdet ihr also in verschiedenen Ländern gleichzeitig gesehen, braucht euch das nicht zu überraschen, denn dies ist bloß eine der Eigenschaften der feurigen Anspannung.

       Allerdings ruft diese feurige Anspannung im Sonnengeflecht einen Druck hervor. Man muss erkennen, dass die Vereinigung des Herzfeuers mit dem Raumfeuer alle Zentren anspannt.

 

       45. Arbeitet wie Bildhauer. Ihre Hände wissen, wie sie den Stein anzufassen haben, um die Form nicht zu entstellen.

       So weiß übrigens auch jeder, wie viel Nahrung er benötigt. Die Überfüllung des Magens wird sicherlich nicht das richtige Maß sein. Im Gegenteil - der Bedarf wird nicht nach irdischen Maßen bestimmt. Das Feuer des Herzens gibt dem Bewusstsein das Zeichen. So möge man sich freuen, dass die richtigen Maße im feurigen Wissen zu finden sind.

       Ich denke an einen Brunnen für die Aufbewahrung der Schätze; denn seit undenklichen Zeiten war ein Schatz immer in den Tiefen verborgen. Auch Wir sehen, dass Errungenschaften in den Tiefen des Herzens verwahrt und wahrhaftig von Feuer umgeben sind.

 

       46. Die Berührung eines Bildhauers kann mit Worten nicht beschrieben werden. Er selbst wird nicht genau sagen können, warum er gerade solch einen tiefen Schlag ausführte. Gleicherweise sollt ihr Gefühlswissen mit Wirklichkeit in Beziehung bringen. Die Lehre macht es möglich, jenes als Wirklichkeit zu erwägen, das gestern noch unbekannt war.

 

       47. Die Annäherung der Feinstofflichen Welt an die irdische ist eine der großen feurigen Aufgaben. In dieser Richtung wird unmerklich viel getan. Aber außerdem ist es notwendig, dieses Bewusstsein in den Gemütern des Volkes zu stärken. Man sollte ihre Wirklichkeit bestätigen und

 [Russisches Original. Seite 29.]


sie aus der Kategorie eines Märchens entfernen.

       Es genügt nicht, dass irgendwo schon Ergebnisse erzielt wurden, denn die geringste Verbesserung erfordert bewusste Annahme. Wenn dies sogar bei alltäglichen Entdeckungen sichtbar wird, wie stärker wird es dann gefühlt, wenn es den Menschen selbst betrifft! Es ist schwierig für den Menschen, selbst im Kleinsten voranzuschreiten! Rar sind Helden, die ihr Blut für das Wohl ihres Nächsten vergießen, jedoch dieser innere Impuls erfüllt den Organismus mit neuen Kräften.

       Auch die Umwandlung des physischen Körpers sollte als eine Form des Heldentums verstanden werden. Sie muss als Ermutigung dazu dienen, zu erkennen, dass die Erfahrung einer solchen Annäherung bereits ausgezeichnete und fühlbare Ergebnisse gezeitigt hat.

       Die Menschen müssen sich an die Tatsache gewönnen, dass die Vervollkommnung der Daseinszustände beschleunigt werden muss; aber das darf keinen Krämpfen gleichen. Im Gegenteil, die Menschen sollten sich nicht mit den überholten Bräuchen zufriedengeben; sie sollten es lernen, sich am Neuen zu erfreuen. Die Freude über das Neue ist bereits die Flügel zur Zukunft.

 

       48. Angemessenheit gegenüber dem Handeln der Mitarbeiter ist ebenfalls eine feurige Eigenschaft. Zündet jemand eine Lampe an, so will er nicht das Haus in Brand stecken. Im Gegenteil, jeder sucht für die Lampe einen sicheren Platz.

       Feurigkeit bedeutet nicht Wahnsinn. Es ist schrecklich, dauernd unwissende Gespräche über den chaotischen Zustand des Feuers mit anzuhören. Man muss verstehen, dass dieses Element die höchste Angemessenheit, gründliche Umsicht und Vorsicht erfordert.

       Vor allem verhält sich jeder Agni Yogi weise in der Einteilung der Materie. Er wird eher sparsam als verschwenderisch sein. Als treuer Hüter

 [Russisches Original. Seite 30.]


weiß er, dass die höchste Substanz durch erhabene Arbeit und Leid geläutert wird. Er weiß, dass jede Feurige Energie einem seltenen Segen gleichkommt. Das Raumfeuer verlangt nach Offenbarung. Und er versteht, wie wertvoll das Auffinden einer solchen Gelegenheit ist. Nur dann kann er mit dem Feuermeer betraut werden.

       Deshalb bitte Ich alle Mitarbeiter, streng umsichtig zu sein. So bewahren sie den im Herzen wachsenden Schatz. Es ist am besten, ihn nicht in einen finsteren Abgrund zu streuen, wo jede Fackel für zerstörenden Brand genutzt wird. Die Säule der Angemessenheit muss auch im Feuer gewahrt werden.

 

       49. Niemand sollte sich dem Feuer in Furcht nahen. Niemand sollte sich ihm mit Hass nahen, denn Feuer ist Liebe!

 

       50. Jede Bestrebung kann auf dreierlei Weise vollzogen werden: durch äußere Muskelanstrengung, äußerlich durch ein Nervenzentrum, oder durch die feurige Energie des Herzens. Die erste Bestrebung ist tierisch, die zweite menschlich und die dritte eignet der Feinstofflichen Welt.

       Die dritte Bemühung könnte weit öfter genutzt werden, wenn die Menschen die Begriffe Herz und Feuer bewusst anwendeten. Aber leider erfolgt diese Anspannung nur in Ausnahmefällen. Natürlich, wenn eine Mutter ihr Kind rettet, handelt sie jenseits der irdischen Zustände. Wenn sich ein Held der Rettung der Menschheit hingibt, vermehrt er seine Kraft zehnfach. Aber dieses unbewusste Entflammen kommt selten vor.

       Wir sind besorgt um das beständige Vermehren der Kräfte durch das Bewusstsein der vom Schicksal bestimmten Kräfte.

 [Russisches Original. Seite 31.]


Es ist nicht schwierig, das Bewusstsein zu entfachen und umzuwandeln, wenn ihm ständig Beachtung geschenkt wird. Beständigkeit ist ebenfalls eine Eigenschaft des Feuers. Überall, unter allen Umständen, ist das Wesen des Feuers das Gleiche. Feuer kann nicht aus irgendwelchen Elementen, irgendwelchen Zusammensetzungen gebildet werden; man kann Feuer nur offenbaren.

       Ebenso kann man sich der Feurigen Welt nähern. Die erstaunlichsten Erneuerungen vollziehen sich durch feurige Erscheinungen.

       Die irdische Welt wird nur durch Feuer erneuert. Die Menschen glauben an das Licht des Feuers. Die Menschen erblinden der Erde willen und erneuern sich durch Feuer. Man kann viele Beispiele dafür anführen, wie Feuer weltweite Umwälzungen bewirkte. Ohne die Erscheinungen des Feuers könnt ihr den Pfad der Erneuerung nicht betreten. Viele werden bei dem Wort Erneuerung bloß spotten, jedoch sogar die Schlange erneuert ihre Haut. Daher ist es gut, sich bewusst der Feurigen Welt zu nähern.

 

       51. Es ist nicht erschreckend, dass die Meere ihr Bett verlagern. Sollten die Menschen nicht vor allem in Gedanken beweglich sein? Die Fähigkeit, das Sein in den Gedanken zu übertragen, wird der Anschluss an die Feurige Welt sein.

 

       52. Man sollte sich an die Tatsache gewöhnen, dass Schläfrigkeit viele mögliche Ursachen hat. Es ist weise zu verstehen, dass die Tätigkeit bestimmter Zentren besonders transzendental ist und dazu neigt, physische Schläfrigkeit hervorzurufen. Aber Wir wissen, wie bedeutsam der Zustand des Halbschlafes sein kann. Vertreibt Schläfrigkeit nicht.

 

       53. Ein nachdenklicher Arzt könnte in Bezug auf feurige Krankheiten die Frage stellen: „Sollte man feurige Krankheiten als ganz eigene Krankheiten bezeichnen,

 [Russisches Original. Seite 32.]


oder sind sie vielleicht ein Teil der Mehrheit der Krankheiten?“ Letzteres kommt der Wahrheit näher. Feuer kann alle Krankheiten verschlimmern, weshalb man dem Zustand feurigen Strebens große Beachtung schenken sollte.

       Außerdem muss daran erinnert werden, dass eine feurige Erscheinung nicht bloß durch Wasser oder Kälte gelindert werden kann, sondern vor allem durch psychische Energie, die überall dem Feuer widerstehen kann. Diese Energie, als eine Art Feuerverdichtung, kann das überschüssige Feuer aufsaugen. Daher wende man die Aufmerksamkeit wieder der psychischen Energie zu, wenn wir über das Herz, die Feurige Welt und unsere Bestätigung der Existenz der Feinstofflichen Welt sprechen.

       Lest ihr vom verzehrenden inneren Feuer, so denkt an die Wirkung der psychischen Energie. Sie kann auf dreierlei Weise in Erscheinung treten: durch Autosuggestion, durch physische Untätigkeit, oder durch höchste Einwirkung auf Entfernung.

       Jedoch die Ärzte übersehen oft, dass nicht die Arznei, sondern irgendein äußerer Umstand hilft. Wir erinnern an einen bemerkenswerten Fall, wo ein Arzt über mächtige psychische Energie verfügte, jedoch alle seine Erfolge hartnäckig der Medizin zuschrieb. Es lässt sich leicht ermessen, wie sehr sich solche Erfolge vermehren würden, wenn der Arzt begreifen würde, worin seine Kraft besteht.

       Nur verwechselt die Herzenergie nicht mit äußerem Magnetismus und so genannter Hypnose. Diese beiden Erscheinungen sind künstlich und deshalb vorübergehend. Die Herzenergie wird nicht gewaltsam angewendet, sondern muss durch Kontakt mit dem Strom übertragen werden. Gelänge es dem Arzt und dem Patienten, vor allen physischen Mitteln

 [Russisches Original. Seite 33.]


ihre Herzenergie gleichzeitig hervorzurufen, die Wirkung würde in vielen Fällen sofort einsetzen und einen Heilerfolg bewirken.

 

       54. Ich bitte, nicht zu vergessen, dass die Feurige Welt keinen Aufschub duldet. Sie im Bewusstsein zu bestätigen, ist schon ein Schritt der Annährung.

 

       55. Kann man Bekundungen von Feuer nicht im Weltgeschehen wahrnehmen? Beachtet die Wechselbeziehungen der Völker, den Magnet der Ideen, die Verbreitung von Gedanken und alle Zeichen öffentlicher Meinung. Dieses Aufleuchten der Flamme wird durch keine Kommunikationsmittel hervorgerufen, sondern durch etwas, was darüber hinausreicht.

 

       56. Freude und Mut sind unerlässlich, doch ohne Feuer bilden sich diese Eigenschaften nicht. Der Verstand kann einen aller Freude berauben und so die Tore zur Zukunft verschließen.

       Aber eine feurige Weltanschauung fällt nicht vom Himmel, sie muss entdeckt werden. Diese Entdeckungsmethode muss in der Kindheit beginnen. Wir sehen, wie Kinder bereits die schwierigsten Aufgaben des Geistes innerlich annehmen. Sogar alle von den Älteren bereiteten Hindernisse dienen bloß dazu, ihr Gefühlwissen zu kristallisieren.

       Doch Kristallisation ist eine feurige Tätigkeit. Die besten Kristallschichten bilden sich durch Feuer. So bildet sich auch das unbezwingliche Herz durch feurige Einwirkung. Das ist kein Symbol, sondern eine rein laboratoriumsgemäße Schlussfolgerung. Jedoch wie fern stehen die Menschen den feurigen Erwägungen!

 

       57. Nicht allein über Feuer müssen wir nachdenken. Die Ereignisse jagen vorwärts wie eine Meereswelle. Ihr versteht richtig, dass die finstere Kraft jedes wohltätige Unternehmen umgibt. Wir bemerken, dass sich jede gewöhnliche

 [Russisches Original. Seite 34.]


Tätigkeit sofort in Böses verwandelt.

       Daher sollte man alle geistigen Mücken loswerden und alles Gewöhnliche durch das Ungewöhnlichste ersetzen. Für Ungewöhnlichkeit sollte sogar so etwas wie ein Preis verliehen werden. Ungewöhnlichkeit sollte man nicht von der alten Welt erhoffen. Jenseits der gewöhnlichen Zustände sollte man die unverhofftesten Winkel berühren. Daher freue Ich Mich, wenn man sich mit neuen Elementen befasst.

 

       58. Lungenpest in bestimmten Formen ist ein auffallender Beweis für eine feurige Epidemie. Sie suchte von Zeit zu Zeit die Erde heim und bereitet das Bewusstsein für mögliches Elend vor. Eine merkwürdige Hustenart, von der ihr gehört habt, ist dieser Krankheit nahe verwandt.

       Überall tritt sie auf, bei Kindern und Erwachsenen, ja sogar bei Tieren. Aber die Menschen wollen diese Vorstufe des schrecklichen Elends nicht wahrnehmen. Sie schreiben sie leichtfertigerweise den verschiedensten Krankheiten zu, nur um nicht an das Ungewöhnliche denken zu müssen.

       Alle auf diese Weise Erkrankten sollen isoliert und die Toten sofort verbrannt werden.

       Menschen, denen es an psychischer Energie mangelt, können dieser Ansteckung leicht erliegen. Sie kann sich durch verschiedene hinzukommende innere und äußere Umstände verschlimmern.

       Das Schwarzwerden oder Entzündungen der Haut deuten auf Pocken oder auf Scharlach hin; denn die meisten feurigen Erscheinungen äußern sich auf der Haut. Lernt es, diesen ungewöhnlichen Erscheinungen Beachtung zu schenken.

       Moschus* und heiße Milch mit Soda sind ein guter Schutz.

 [Russisches Original. Seite 35.]


Kalte Milch wird von den Geweben nicht aufgenommen, dagegen dringt heiße Milch mit Soda in die Zentren ein.

       Oft versuchen die Menschen, Fieber durch kalte Umschläge zu heilen, jedoch lediglich Senfpflaster und heiße Kompressen bringen unerwartete Besserung. Wir lehnen Schröpfgläser und Blutegel entschieden ab; denn sie wirken auf das Herz und können gefährlich sein.

       Wir entsenden oft Menschen für gefährlichste Aufgaben, doch zugleich achten Wir auf ihre Gesundheit. Es ist unweise, eine nützliche Substanz zu zerstören.

 

       59. Dem Feuer wohnt Verständnis für Schönheit inne; es ist umgeben von Schöpfung und überträgt unvergängliche Aufzeichnungen in die Schatzkammer des „Kelches“. Daher schätzen Wir diese unvergänglichen Errungenschaften mehr als alles Zerstörbare. Helft deshalb dem menschlichen Denken, dem Unvergänglichen zuzustreben.

 

       60. Wer nicht zur Erneuerung des Denkens beiträgt, ist kein Freund der Neuen Welt. Oftmals habt ihr bemerkt, dass Verbesserung und Verfeinerung, nach menschlichen Maßstäben gemessen, unmerklich vor sich gehen. Es ist schwierig, das allmähliche Wachsen eines Pflanzenstengels wahrzunehmen; jedoch die schöne Blüte unterscheidet sich sehr auffallend vom Samen. Gleich erstaunlich sind menschliche Verwandlungen; gerade diese feurigen Blüten, die seltensten von allen, erhalten das Gleichgewicht der Welt.

 

       61. Es ist unmöglich, nicht zu bemerken, wie unerwartet sich die Rolle der Ereignisse abwickelt. Allein nur sie zu beobachten, führt zu einer ganzen Epoche des Feuers.

 

       62. Feuer muss lebendig sein. Untätigkeit ist dem Feuer nicht eigen. Energie erzeugt Energien.

 [Russisches Original. Seite 36.]


       Besonders schädlich ist es, den Menschen von seiner gewohnten Arbeit loszureißen. Selbst bei der niedrigsten Arbeit entwickelt der Mensch feurige Energie. Nehmt ihm die Arbeit, und er wird unvermeidlich dem Kräfteverfall unterliegen, mit anderen Worten: Das Feuer des Lebens wird in ihm erlöschen. Man darf nicht den Begriff der Ruheständler einbürgern. Sie altern nicht wegen der Zunahme an Jahren, sondern infolge des Erlöschens des Feuers.

       Glaubt nicht, dass das Erlöschen des Feuers für die Umgebung keinen Schaden verursacht. Der Schaden entsteht nämlich dadurch, dass der vom Feuer eingenommene Raum plötzlich der Verwesung zugänglich wird. Diese Verwesung des Lebens widerspricht dem Gesetz des Seins. Im Gegenteil, die menschliche Gesellschaft sollte in allem, was sie umgibt, das Feuer erhalten.

       Das Feuer der Druiden erinnerte an die Aufrechterhaltung des Lebensfeuers. Das Feuer darf nirgends, sogar nicht im Kleinsten, ausgelöscht werden. Deshalb zerstört den Festtag des Geistes nicht, auch wenn ihr seine Sprache nicht begreifen könnt. Was heute nicht verstanden wird, wird euch morgen verständlich sein. Doch erloschenes Feuer kann nicht wieder die gleiche Anwendung finden.

 

       63. Der Festtag des Geistes ist von allgemeinmenschlichem Wert; er ist ein aufgeschichteter Schatz. Möge diesen würdigen Aufbau niemand stören. Unter den unstatthaften Verletzungen des Karma* wird Stören des Festtages des Geistes als sehr schwer angesehen. Andererseits ist ein der Feier gesandtes Lächeln die flammendste Blume der Gabe des Herzens.

 

       64. Man muss sich bewusst sein, wie schwierig es ist, die verschiedenen Ströme zu erkennen. Viele können die verschiedenen verzweigten Ströme und Rhythmen nicht erkennen. Ich lobe Urusvati* für die Beachtung der Ströme, nur so kann man Wahrnehmungen aufspeichern.

 [Russisches Original. Seite 37.]


       In zwei Jahren wird es möglich sein, einen der komplexesten Ströme zu übermitteln, der ohne frühere Aufspeicherungen nicht ausgehalten werden könnte.

 

       65. Der Strom der vergangenen Nacht zählt zu den höchst spannungsgeladenen Feurigen Einwirkungen - zu den sogenannten doppelten Pfeilen. Auch der frühere schwere Strom Mahawan* hatte für diese neue Anspannung Bedeutung. Er wird als besonderer Schutz gegen schwere Einwirkungen gesendet.

       So vermag man sich feurig zu wappnen, vorausgesetzt, dass der Geist selbst solch eine Rüstung annimmt. Für das Erkennen der Feurigen Welt ist diese Annahme wesentlich, denn wenn es Widerstand gibt, können die Tore nicht geöffnet werden.

 

       66. Über den Feldern und Wäldern gibt es viele Feuer, aber die Menschen erachten sie als übernatürlich. Das kann nur durch Mangel an Vorstellung erklärt werden.

 

       67. Abgesehen von Unserer Bestätigung bemerken sogar die Menschen selbst das Untergehen bestimmter Kontinente. Es wird dem jedoch keine Bedeutung beigemessen. Auch das ist auf Unwissenheit zurückzuführen.

 

       68. Seid standhaft, standhafter als ein Fels. Das wunderbare Feuer wird durch die Standhaftigkeit des Geistes verstärkt.

 

       69. Die Beobachtungsfähigkeit ist eine der grundlegenden feurigen Eigenschaften, aber sie wird nicht leicht erreicht. Sie wird so langsam erworben wie Bewusstsein.

       Ihr habt richtig bemerkt, dass Bewusstsein durch das Leben selbst gestärkt wird; gleicherweise wird Beobachtung gestärkt. Es kann weder abstraktes Bewusstsein noch theoretische Beobachtungen geben.

       Doch die menschliche Geistesabwesenheit ist ungeheuerlich, sie schafft eine Art unwirkliche Welt. In ihrem

 [Russisches Original. Seite 38.]


Egoismus sehen die Menschen nur ihre eigenen Trugbilder. Bei solchen Verblendungen kann es kein Gespräch über die Neue Welt geben.

       Daher sollte die Beobachtung mit allen Mitteln in den Schulen eingeführt werden, sogar für kleine Kinder. Eine der Beobachtung gewidmete Lehrstunde wird ein wahrer Lebensunterricht und für den Lehrer wird diese Stunde ein Unterricht in Findigkeit sein.

       Beginnt mit der Verfeinerung der Beobachtungsfähigkeit bei Gegenständen des Alltags. Es wäre ein Fehler, die Schüler zu schnell auf höhere Begriffe hinzulenken. Ist der Schüler zu Beginn imstande, den gewohnten Inhalt eines Raumes zu beobachten, wird dies schon eine Errungenschaft sein. Für ein unachtsames Auge ist das nicht so leicht, wie es scheint.

       Nachher werden wir die Eindrücke durch eine Reihe von Experimenten beschleunigen. Wir können vorschlagen, dass der Schüler durch einen unbekannten Raum läuft und dennoch konzentriert beobachtet. So wird es möglich sein, Blindheit zu beseitigen und die Kühnheit des wahren Sehens zu festigen.

       Es muss ein Programm von Experimenten für alle Sinne erstellt werden. So kommt feurige Tätigkeit in einer einfachen Übung zum Ausdruck. Kinder lieben solche Aufgaben. Solche Bewusstseinsübungen tragen in die höheren Sphären. Die üblichsten Bräuche können die Schwelle zum Schwierigsten werden.

       Stellt euch die Begeisterung eines Kindes vor, wenn es ausruft: „Ich habe mehr gesehen!“ In diesem „mehr“ kann eine ganze Stufe enthalten sein. Mit dem gleichem freundvollem Ausruf wird das erste wahrgenommene feurige Sternchen begrüßt werden. So beginnt wahre Beobachtung.

 

       70. Flüge in die Feinstoffliche Welt können schwierig sein; sogar ein erfahrenes Bewusstsein kann auf Hindernisse stoßen.

 [Russisches Original. Seite 39.]


Heute widerfuhr Urusvati solch eine Schwierigkeit. Sie musste sich anstrengen, um chemische Schichten zu durchdringen, die sich durch astrochemische Verschmelzungen bilden.

       Die Tage um den Vollmond herum sind für Flüge ungünstig. Die sogenannte Mondscheibe kann hinderlich sein und erfordert eine sehr starke Beharrlichkeit.

 

       71. Jeder Hammerschlag lässt Feuer in Erscheinung treten, aber auch jeder Schwertschlag liefert ein feuriges Schauspiel. Lasst uns die Arbeit des Hammers billigen und vor dem Erheben des Schwertes warnen. Lasst uns jede Berührung des Feuers erkennen. Nehmen wir jeden Beweis des gewaltigen Elements mit äußerster Verantwortung an.

       Das in Erscheinung getretene Feuer kehrt nicht wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurück; es wird in einem besonderen Zustand unter den feurigen Erscheinungen bleiben. Es wird entweder Leben schaffen oder zerstören, entsprechend der Absicht dessen, der es aussendet.

       Deshalb unterstreiche Ich die Bedeutung des Feuers, dieses untrennbaren Weggenossen. Man sollte den Menschen die Bedeutung der Elemente mit verschiedensten Mitteln einprägen. Sie haben vergessen, dass ihr Leben mit den verantwortlichsten Taten erfüllt ist. Worte und Gedanken lösen feurige Wirkungen aus; jedoch die Zunge fährt fort zu schwatzen und der Gedanke den Raum zu verletzen. Denkt über diese feurige Erzeugung nach!

       Brüstet euch nicht mit totem Wissen, solange ihr fortfahrt, Verleumdungen gegen das Höchste auszuspeien. Denkt daran, dass euch diese Verleumdungen immer begleiten werden! Die Welt erbebt von den Flammen der Bosheit. Ihre Urheber hoffen auf Untergang der anderen, aber sie selbst werden an Aussatz zugrunde gehen.

 [Russisches Original. Seite 40.]


       72. Vor euch bekundet sich eine andere Erscheinung hohen Grades: Kundalini* regt sich von seinem Grund bis hinauf zum allerhöchsten Glied. Die Kehlkopfdrüsen sind stark entzündet, aber dieser physische Aspekt ist für die feurige Einwirkung unerlässlich. In diesem Zustand wirkt Kundalini auf weiteste Entfernung.

       Ihr erkennt, wie notwendig jetzt diese Einwirkung von Urusvati ist. Ohne diese feurige Tätigkeit wäre kein Sieg errungen worden.

       Aber die Schlacht ist wirklich schwierig, und die Angriffswellen mehren sich. Deshalb lasst uns sehr vorsichtig sein. Lasst uns aufmerksam sein, wohlwollend und sehr behutsam.

 

       73. Ton und Färbe zählen zu den hauptsächlichen feurigen Erscheinungen. So sind die Sphärenmusik und das Leuchten der Raumfeuer die höchsten Erscheinungen des Feuers. Daher ist es unmöglich, dauernd Sphärenklänge zu hören oder funkelnde Feuer wahrzunehmen. Solch eine Frequenz von Emotionen würde den irdischen zu sehr vom feurigen Körper trennen. So würde das für die Ewigkeit so notwendige Gleichgewicht nicht geschaffen werden.

       Freilich sollten wir unsere vier Körper im Bewusstsein trennen, damit ihre Funktionen aufgeteilt werden können. Die Störung des Gleichgewichts führt zur vorzeitigen Zerstörung des niederen Körpers.

 

       74. Es gibt keinen Grund anzunehmen, die schwarze Magie nehme gegenwärtig besonders in Tibet stark zu. Gewiss, sie hat sich dort stark verbreitet, aber das ist nur eine Phase ihrer weltweiten Entwicklung. Man kann sich nicht vorstellen, wie sehr sich dieses schwarze Netzwerk ausbreitet. Man kann sich die große Verschiedenheit seiner Beteiligten nicht vorstellen.

 [Russisches Original. Seite 41.]


       Man kann nicht alle ungeahnten Verbindungen aufdecken, die sich gegenseitig unterstützen. Kann man sich mit der Tatsache abfinden, dass Staatsoberhäupter, Prälaten, Freimaurer, Meuterer, Richter, Verbrecher, Ärzte, Kranke und Gesunde alle auf dem gleichen schwarzen Feld tätig sind? Die Schwierigkeit, sie zu entlarven, liegt darin, dass man keine bestimmte Organisation aufzeigen kann, alles basiert auf einzelnen Persönlichkeiten, welche die verschiedensten Tätigkeiten ausüben.

 

       75. Die Verbündeten der schwarzen Logen erkennen einander genau. Es gibt wirklich unverkennbare Zeichen. Wenn ihr eine unmenschliche Grausamkeit bemerkt, seid sicher, dass dies ein Zeichen der Finsteren ist. Jede Lehre des Lichts ist in erster Linie eine Entwicklung der Menschlichkeit. Bedenkt dies entschieden, denn nie zuvor hatte die Welt diese Eigenschaft so sehr nötig.

       Menschlichkeit ist die Schwelle zu allen anderen Welten. Menschlichkeit ist die Grundlage des Gefühlswissens. Menschlichkeit sind die Flügel der Schönheit. Das Wesen der Menschlichkeit ist die Substanz des „Kelches“. Wir wollen uns deshalb vor allem auf Erden in Menschlichkeit kleiden und sie als Waffe gegen die finsteren Kräfte erkennen. Eine feurige Erscheinung besucht das Herz durch Menschlichkeit.

       So werden wir erneut erkennen, wie sehr das Fernste das Nächste ist. Wir erkennen einander auch durch Menschlichkeit. So werden wir in dieser Stunde der Gefahr für das Dringendste arbeiten.

 

       76. Der innere Lotus kann sowohl offen als auch geschlossen beobachtet werden. Wenn die purpurne, schützende Aura erforderlich ist, kann man sehen, wie sich

 [Russisches Original. Seite 42.]


die Blätter des Lotus zusammenziehen und von den Ablagerungen der Blutgefäße bedeckt werden. Bei solch einer Erscheinung erkennt ein erfahrener Yogi, dass große Gefahr nahe ist. Wie sich in der Natur, lange vor Aufkommen der Wolken, die Blumenblätter stärker der Sonne zuwenden, oder sich in der Abenddämmerung unverzüglich zusammenfalten, so spürt auch der Feurige Lotus* das Nahen kosmischer Stürme.

       Und bei der Entwicklung des Yoga kann man eine ähnliche Anspannung auch im äußeren Lotus bemerken. So nennt man die kreisförmige Drehung des Kundalini, welche die Hauptzentren berührt und gleichsam den äußeren Lotus der Verteidigung bildet. Dieser besonderen Anspannung gehen für gewöhnlich Pfeile voraus, über die wir bereits gesprochen haben. Der äußere Lotus wird auch Panzer genannt. Wir betrachten seine Bildung nicht nur als Zeichen der Gefahr, sondern auch als Erreichen eines Yoga-Grades.

 

       77. Die von euch wahrgenommene Abwesenheit hat natürlich keine physische, sondern eine yogische Bedeutung. Sie wird durch die dringende Notwendigkeit hervorgerufen, ohne Verzögerung in fernen Ländern zu erscheinen. An solche Aufrufe sollte man sich gewöhnen, wenn es überall so viel Spannung gibt. Nur der Blinde kann glauben, dass es morgen wie gestern sein wird!

 

       78. Man kann beobachten, dass sich bestimmte Blumen am Abend nicht nur schließen, sondern sogar zu Boden senken. So ist es auch mit dem inneren Lotus.

 

       79. Es könnte gefragt werden, in welchem Verhältnis Unsere Lehren zu jenen von Uns bereits über Frau Blavatsky gegebenen stehen. Antwortet, dass jedem Jahrhundert nach der Offenbarung einer detaillierter Auslegung ein abschließender Höhepunkt verliehen wird, der

 [Russisches Original. Seite 43.]


die Welt wirklich in Richtung Menschlichkeit bewegt. So schließt Unsere Lehre die „Geheimlehre“ von Frau Blavatsky mit ein. Gleicherweise gipfelte die Weltweisheit der klassischen Epoche im Christentum, und die Gebote Moses‘ waren der Gipfel des alten Ägyptens und Babylons.

       Jedoch die Bedeutung der im Brennpunkt stehenden Lehren muss verstanden werden. Es ist zu hoffen, dass die Menschen Unsere Bücher nicht nur lesen, sondern sie ohne Verzug annehmen; denn Ich spreche kurz darüber, woran erinnert werden muss.

       Wenn Ich von der Notwendigkeit der Erfüllung Meiner Weisungen spreche, bitte Ich euch, sie mit äußerster Genauigkeit zu erfüllen. Ich kann klarer sehen, und ihr müsst lernen, die Weisung, die euer Bestes im Auge hat, zu befolgen. Ein Mensch kam nur unter den Zug, weil er die Gleise betrat, doch er wurde vorher gewarnt und hätte das nicht tun sollen.

 

       80. Im Volk heißt es, vor einem Krieg oder einer Katastrophe brechen Waldbrände sowie andere Feuersbrüste aus. Ob das immer zutrifft oder nicht, ist unwichtig; bedeutsam ist, dass der Volksglaube die feurige Spannung vor weltweiten Erschütterungen bemerkt.

       In der Volksweisheit nimmt das Feuer einen beachtenswerten Raum ein. Der Herr sucht das Volk im Feuer heim. Dasselbe Feurige Element wurde zum Höchsten Gericht erwählt. Die Läuterung vom Bösen vollzieht sich durch Feuer. Missgeschicke sind von Bränden begleitet. So kann man diese feurigen Pfade im ganzen Denkverlauf eines Volkes wahrnehmen. Das Volk entzündet Ampeln und trägt Fackeln beim Gottesdienst. Im Volksverstehen hat das Element Feuer eine feierliche Bedeutung. So lasst uns nicht aus Aberglauben schöpfen, sondern aus dem Herzen des Volkes.

  [Russisches Original. Seite 44.]


       81. Aufrichtiges Streben nach Selbstvervollkommnung ist nicht Ichsucht, sondern hat weltweite Bedeutung. Der Gedanke an Besserung betrifft einen nicht allein. Solch einem Gedanken wohnt die Flamme inne, an der sich viele Herzen entzünden sollen. Wie sich Feuer unfehlbar entzündet, wenn es an einen mit entzündbarer Substanz angefüllten Ort gebracht wird, so durchdringt der feurige Gedanke den Raum und zieht unvermeidlich suchende Herzen an.

 

       82. Die Verantwortung des entflammten Herzens ist groß. Es übermittelt Rhythmen und Schwingungen die Hierarchie entlang. Deshalb sollten jene, die ein so angespanntes Herz umgeben, es nicht belasten; das sollte als eine Grundlage des Daseins verstanden werden.

 

       83. Die finsteren Kräfte haben den Planeten in solch einen Zustand versetzt, dass keine irdische Lösung seinen üblichen Wohlstand wiederherstellen kann. Niemand kann die irdischen Maßnahmen von gestern als für morgen geeignet ansehen.

       Daher muss die Menschheit erneut den Sinn ihres vorübergehenden Aufenthalts im irdischen Zustand verstehen. Nur durch eine grundlegende Bestimmung ihrer Existenz im Fleisch und durch das Verständnis der Feinstofflichen und der Feurigen Welt kann man sein Dasein festigen.

       Man sollte nicht glauben, dass das Trugbild des Geschäftemachens, selbst vorübergehend, ein sicheres Dasein verbürgen kann. Das Leben wurde in ein Geschäft verwandelt, doch welcher Lehrer des Lebens war je ein Geschäftsmann? Ihr kennt das große Symbol der Vertreibung der Geldwechsler aus dem Tempel, doch ist nicht die Erde selbst ein Tempel? Ist nicht Maha Meru[11] der Fuß

  [Russisches Original. Seite 45.]


des Gipfels des Geistes? So können die Erdbewohner auf die ihnen bestimmten Gipfel hingewiesen werden.

 

       84 Vergessen wir nicht, dass jeder Augenblick der Neuen Welt gehören muss. Beachtet, dass Wir beim Aufzählen der Welten scheinbar die Welt des Gedankens weggelassen haben. Das ist kein Zufall. Die Gedankenwelt stellt die lebendige Verbindung zwischen der Feinstofflichen und der Feurigen Welt dar. Sie gibt den unmittelbaren Antrieb zur Feurigen Welt. Es gibt keinen Gedanken ohne Feuer, und das Feuer verwandelt sich in einen schöpferischen Gedanken. Die Erscheinung des Gedankens wird schon verstanden; lasst uns auch das Große Feuer - Oum[12] - erkennen!

 

       85. Die Tätigkeit des Feuers kann sich unterschiedlich äußern. Heute nimmt man oft eine Kugel aus Bergkristall und konzentriert sich auf sie, um feinstoffliche Eindrücke hervorzurufen, aber das ist bereits eine spätere Form. Im antiken Osten wurde ein Block Bergkristall verwendet und über ein abgedecktes Feuer gestellt. Hernach wurde der Aufbau der feurigen Schöpfung belebt und das räumliche Feuer herbeigezogen. So kann man bemerken, wie sehr die alte Kraft der feurigen Beobachtung entartete.

 

       86. Man kann auch beobachten, dass sich bei gewissen Menschen Sachen rasch abnutzen, andere hingegen sie gleichsam erhalten. Irrtümlich sagen die Leute: „Bei ihm brennt alles“. In Wirklichkeit ist es gerade umgekehrt. Achtet auf Personen, die erhaltend wirken. Sie stehen dem Feuer nahe. In der Tat, das Feurige Prinzip bewahrt die dauerhafte Eigenschaft der Dinge.

       Ich sprach bereits über die Einwirkung der psychischen Energie der Arbeiter auf die Qualität ihrer Produktion.

  [Russisches Original. Seite 46.]


Auch darin werden wir die Mitwirkung des Feuers sehen. Die psychische Energie ist ein feuriger Beweis für das Einströmen der räumlichen Feuer.

 

       87. Man kann die Lehre des Feuers dem Alltag zugrunde legen. Solange wir in trügerischen Verlockungen umherirren, werden wir in der einzigen Lebensgrundlage nicht gefestigt werden und daher dem Aufstieg nicht näherkommen.

       Ich denke an jene Umherirrenden, die nicht nur ihren Pfad verlieren, sondern auch den Fortschritt ihrer Nächsten hemmen. Der Unschlüssige vergeudet nicht nur seine Schätze, sondern plündert auch die der anderen. Es ist entsetzlich zu sehen, wie der Zweifel allen feurigen Grundlagen widerspricht. Beachtet dabei, dass der Unschlüssige meist nicht an sich zweifelt, sondern nur an den anderen, und so trägt er zur Zersetzung bei.

 

       88. Man sollte nicht meinen, dass nur karmische Bedingungen Unschlüssigkeit aufkommen lassen. Oft muss der Grund in Besessenheit* gesucht werden. Der Unschlüssige selbst glaubt, vorsichtig voranschreiten zu müssen, als ob diese Sorge ihn selbst betreffe! Die Vergangenheit vieler Unschlüssiger wäre lehrreich für die Schulen.

 

       89. In den Schulen sollte nicht nur über Helden gelesen werden, sondern auch Beispiele vom Schicksal einiger unbekannter Unschlüssiger wären lohnend. Die lebhafte Flamme der Heldentat würde durch den Vergleich mit dem Schicksal der Auslöscher noch mehr lodern.

 

       90. Zurückgewiesene Möglichkeiten können nicht nur moralisch, sondern auch chemisch untersucht werden. Wahrhaftig, wie soll man die Zerstörung einer bereits gebildeten Reaktion nennen, wenn die durch große und langwierige Arbeit gesammelte wertvolle feurige Energie

  [Russisches Original. Seite 47.]


unwissend zerstreut wird? Diese feurigen Teilchen jedoch, die für eine bestimmte Verbindung hervorgerufenen bleiben für lange Zeit unharmonisch, und es ist doppelte Anstrengung nötig, sie wieder zum Schaffen zu nutzen.

       Ich wiederhole, dass es unzulässig ist, den geistigen Festtag eines anderen zu stören. Es ist verbrecherisch, sich in ein bereits entfaltetes unversehrtes Bewusstsein einzumengen. Geht nicht Karma gerade aus diesen unvernünftigen Einwirkungen hervor? Zwang ist besonders in den feurigen Bereichen unzulässig.

 

       91. Sammeln wir gedanklich alle feurigen Annäherungen; prüfen wir die Zeichen der Eingebung oder Erleuchtung. Wir werden identische Zeichen finden, die auf eine gemeinsame Grundlage hinweisen, die obendrein außerhalb liegt. Und so muss es sein; das Feuer des Herzens kommt mit dem Raumfeuer in Berührung. Nur so kann das Entstehen, oder richtiger gesagt, die Befruchtung der Gedankenschöpfung bewirkt werden.

       Darüber hinaus muss dem gesamten Apparat, der die Berührung mit dem Feuer herstellt, die höchste Achtung gezollt werden. Die zartesten goldenen Netzwerke der Nerven sind dem Auge fast unwahrnehmbar. Man muss mit dem dritten Auge in sie eindringen, um sich ihrer für immer zu erinnern und von Ehrfurcht vor ihnen erfüllt zu sein.

 

       92. Das gesehene goldene Netzwerk bildet die Grundlage des „Kelches“; man kann sich die Feinheit des inneren Apparates vorstellen. So kann Verfeinerung den Gedanken auf die Rücksichtnahme unter menschlichen Wesen lenken. Die Menschen sollten einander nicht beleidigen. Im Namen des Feuers sollte es keine Beleidigung geben. Nicht jede Anspannung wird mit einem Hammer erwirkt. Es sind auch

  [Russisches Original. Seite 48.]


kleine Geräte und vorsichtige Berührungen notwendig. Wieder eine alte, aber bisher kaum angewendete Wahrheit.

 

       93. Im Allgemeinen können nur wenige das Lodern des flammenden Herzens verstehen. Jedoch jene, die diese Feuer der Erleuchtung schauten, wissen, wie lebendig diese Erscheinung ist. Der Feuerträger selbst bemerkt diese plötzlichen Lichter, aber für die Anwesenden erlauben oder verhindern es viele Umstände, das wunderbare Feuer zu sehen.

       Ohne Zweifel beeinflusst die Beschaffenheit der Anwesenden den Charakter der Erscheinung selbst. Man kann sich leicht solch eine Menge Auslöscher vorstellen, dass sogar der Lichtstern bloß ein Schimmer ist. Aber manchmal entzündet ein einfaches, jedoch sehr schönes Herz neue Kraft des Feuerträgers.

       Neben menschlichen Einwirkungen und Bedingungen der Feinstofflichen Welt üben zahlreiche Naturerscheinungen Einfluss aus. So kann sich bei einem Gewitter die Leuchtkraft in dem Augenblick verstärken, wenn die Elektrizitätsmenge auch die inneren Feuer verstärkt. Wasser von bestimmter mineralischer Beschaffenheit kann ebenfalls die innere Strahlung fördern.

       Natürlich, die schlimmste Atmosphäre ist die muffige, giftige Luft ungelüfteter Häuser. Wenn nämlich diese Luft Brutstätte von Krankheit sein kann, so kann sie weit mehr die Ausstrahlungen des Herzens unterdrücken!

       Leuchterscheinungen sind häufiger als man denkt, doch Vorurteil und Vernünftelei werden immer ihre eigenen Absichten haben. Das Unheil liegt darin, dass die Menschen nicht frei urteilen können. Die berüchtigte Befreiung, von der die Menschen so gern sprechen, wird vor allem keine Sklaverei der Meinungen sein.

 

       94. Wenn Ich rufe: „Helft durch Gedanken!“, erweise Ich besonderes Vertrauen. Nicht jeder kann gebeten werden,

  [Russisches Original. Seite 49.]


in Gedanken zu helfen. Die Güte des Gedankens und die Konzentration der Herzenergie müssen gegeben sein. Solche auserlesenen Gedanken sind wie ein starkes Radio. Man muss sich völlig hingeben können und darf die Gedanken nicht mit belanglosen Gefühlen belasten. Es bedarf eines Orkans, um die Botschaften zu überbringen, auch Standhaftigkeit äußerst notwendig.

       Es ist irrig anzunehmen, der Gedanke sei nur für den irdischen Plan wichtig; vielleicht ist er für die Feinstoffliche Welt sogar wichtiger, um eine mächtige Zusammenarbeit zu schaffen. Bei der Spannung der Welt kann das Gleichgewicht oft gerade durch Gedanken hergestellt werden.

 

       95. Die Einwirkungen der von euch bemerkten Ströme haben eine zweifache Bedeutung: Sie gleichen kosmische Erschütterungen aus und verstärken die Kraft der Sendungen. Das ist so genannte psycho-physische Therapie. Bei der Verdichtung der Finsternis sind solch starke Ströme nützlich.

 

       96. Heldentat sollte das Gesprächsthema jedes bedeutsamen Tages sein. Man sollte Heldentat als etwas betrachten, zu dem man aufgerufen ist, und nicht müde werden, über sie zu sprechen oder nachzudenken. Durch Herabsetzung der Heldentat wird Missgeschick geschaffen. Es ist, als zwänge man ein großes Tempelbild durch eine enge Tür und zerbräche bei diesem Anprall die wertvollsten Ornamente.

       Es ist gefährlich, an einem bedeutsamen Tag Klage zu führen. Wie kann man verständlich machen, dass ein solch grobes Vorgehen einem Hammerschlag auf die Saiten eines gestimmten Instruments gleicht? Der Mensch, der die verderblichsten Aussprüche gebraucht, fügt wie ein Kind hinzu: „Nun, der Himmel ist nicht eingestürzt!“

       Er kann

  [Russisches Original. Seite 50.]


das Zerreißen der inneren Fäden nicht wahrnehmen, die keine Kraft wieder zu knüpfen vermag; so wird oft nicht wiedergutzumachender Schaden angerichtet. Doch jedes Herz, das die Feuer erkannt hat, wird den Begriff Heldentat bestätigen, weil ohne sie das Leben beschränkt und unerträglich ist. Doch lasst uns die Heldentat aller drei Welten auf uns nehmen.

 

       97. Schambhala offenbart sich in Zusammenhang mit den Vorstellungen eines Jahrhunderts in den verschiedensten Gestalten. Es ist richtig, alle Zyklen der Legenden Asiens zu studieren. Auf diese Weise kann man so weit wie möglich die ältesten Lehren zurückfolgen, die mit Sibirien in Zusammenhang stehen - als dem unbekanntesten und archaischsten Teil des Kontinents.

       Der Zusammenhang der Hieroglyphen mit den Inschriften auf den Osterinseln ist unbestritten. So wird die Offenbarung einer neuen, mit den ältesten Quellen vollends übereinstimmenden Verbindung der Völker enthüllt. So seht ihr wieder einmal, wie die Annalen die wahren historischen Fakten bewahrten, aber die Menschen nehmen sie nur schwer an.

       Ihr habt gerade bemerkt, dass die Angaben über Kalachakra* mit Schweigen übergangen wurden; das beruht nicht nur auf Unkenntnis, sondern auch auf Widerwillen, die Grundlagen zu berühren. Mit dem gleichem Schaudern meidet die Menschheit die Quellen des Wissens; dies bezieht sich auf alle Welten, und über die Feurige Welt schaudert man ebenso.

 

       98. Versucht, die Menschen nach ihren Elementen einzuteilen. Nicht nur nach der Beschaffenheit des Blutes, sondern auch nach der Beschaffenheit der Nervensubstanz wird eine direkte Reaktion entsprechend den Elementen zu bemerken sein.

 

       99. Bei jeder Krankheit kann man den Gedanken als Heilmittel oder Erleichterung anwenden, aber solch ein Gedanke

 [Russisches Original. Seite 51.]


sollte die Krankheit mit ganzer Kraft, ohne Zögern und Verzug, aus dem Organismus vertreiben. Wenn solch eine Kraft jedoch fehlt, ist es im allgemeinen besser, nicht an die Krankheit zu denken, sondern es dem niederen Manas* zu überlassen, den inneren Kampf auszutragen.

       Äußerst schädlich ist es, in Gedanken zu schwanken und sich einen Sieg der Krankheit vorzustellen. In solchen Fällen ist es gut, die Aufmerksamkeit des Patienten von seinem Zustand abzulenken. Wenn Menschen vom schlechten Ausgang ihrer Krankheit sprechen, ziehen sie ihn herbei. Die ungefährlichste Krankheit kann gefährlichste Ausmaße annehmen, wenn sie vom Gedanken genährt wird. In den Krankenhäusern sollten Beobachtungen angestellt werden, inwieweit der Gedanke den Krankheitsprozess beeinflusst.

       Sogar das Heilen von Wunden hängt von der psychischen Energie ab. So kommen wir wieder zu demselben Feuer, das durch den Gedanken geschaffen wird. Alle Heilungen durch Strahlen, Wärmebehandlungen sowie die Anwendung von Licht bekunden an sich die gleichen feurigen Einwirkungen, sind aber im Vergleich mit der Gedankenkraft schwach. Daher ist der für das Leben wichtigste Rat, den feurigen Gedanken zu entwickeln.

 

       100. Es ist richtig, im irdischen Dasein die Bedeutung der Synthese zu erwägen. Beim Erreichen der höheren Sphären der Feinstofflichen Welt sollte die ganze Kraft des Bewusstseins bewahrt bleiben. Diese Möglichkeit bietet sich jedoch nur einem synthetischen Bewusstsein. Man sollte sich auch die schnellste Orientierung zu eigen machen, und was könnte besser dazu beitragen als Synthese?

       Die Menschen sprechen von Wachsamkeit, denken jedoch bei dieser Qualifikation nur an Wachsamkeit in eine Richtung. Aber sogar gute Schildwachen sind umgekommen, weil sie nur in eine Richtung bestrebt waren. Können

 [Russisches Original. Seite 52.]


wir den ganzen Reichtum der Natur schätzen, wenn unser Auge nicht an Beweglichkeit gewohnt ist?

 

       101. Wo es Hass gibt, da gibt es keine Rechtfertigung. Ich rufe zum Wohlwollen und nicht zur Schwäche auf. Man kann für den Dienst des Lichts allem entsagen, doch der gute Wille muss im Feuer getestet werden. Dies muss mit den Saiten des Herzens begriffen werden. Doch begegnet ihr einem Tiger, so denkt nicht daran, ihm zu helfen; es gibt eine Grenze der Abscheulichkeit.

 

       102. Der Gedanke eignet in seiner Zeit- und Raumlosigkeit der Feinstofflichen Welt, doch auch in diesem Aufbau müssen noch unerforschte Möglichkeiten erkannt werden. Der feurige Gedanke dringt tiefer ein als jener der Feinstofflichen Welt; weshalb der feurige Gedanke die höhere Schöpfung wahrheitsgetreuer offenbart.

       Bei Aufmerksamkeit kann jeder diese beiden Schichten des Gedankens unterscheiden. Bei der gewohnten Denkrichtung wird uns oft ein Strom bewusst, ein sogenannter zweiter Gedanke, der den ersten erhellt und verstärkt. Das ist keine Spaltung des Denkens, sondern im Gegenteil ein Zeichen dafür, dass die inneren Zentren mitzuwirken beginnen.

       Dieser flammende Prozess hat in der indischen Metaphysik eine besondere Bezeichnung, doch wir wollen auf dieser nicht beharren, denn es würde zu Streitgesprächen und westlichen Beweisführungen kommen. Solche Streitgespräche sind nicht von Nutzen - alles, was notwendig ist, ist einfach an die Tatsache zu erinnern, dass Denken mit der Feurigen Welt zusammenhängt.

       Sogar Kinder rufen aus: „Es dämmerte mir“ oder „Es ging mir ein Licht auf!“ So werden die Augenblicke richtiger und plötzlicher Entscheidungen bezeichnet! Man denke daran, wie Frau Kowalewskaja[13] mathematische Aufgaben löste. Solch feuriger Zustand ist für die Verbindung mit

 [Russisches Original. Seite 53.]


der Feurigen Welt charakteristisch.

       Ihr wisst, dass es über die feinstofflichen Gedanken hinaus tiefgründige Gedanken gibt, die manchmal von Gedanken der Feinstofflichen Welt schwierig zu trennen sind. Beim gegenwärtigen Zustand unseres Planeten ist dies unmöglich. Allein die Erfahrung dieser zweifachen Gedankenrichtung sollte uns die Teilung der Welten bewusst werden lassen.

 

       103. Gewiss, wir befassen uns manchmal mit fernen Erinnerungen, aber es kann auch Fälle feuriger Erleuchtung geben. So war es in dem Fall, an den ihr euch erinnert habt. Die Feurige Welt übermittelt uns Blitze der Erleuchtung, ähnlich der groben Blitze eines Gewitters. Genauso wie ein Gewitter die Erde mit gereinigtem Prana versorgt, ergießen sich ständig die Einwirkungen der Feurigen Welt.

       Es ist schade, dass es so wenige Empfänger gibt, doch ginge man dazu über, das Bewusstsein im Verkehr mit der Feurigen Welt zu üben, könnte sich solch ein Empfänger ganz natürlich behaupten. Doch das Einfachste für alle Welten ist, mit der Hierarchie fest verankert zu sein.

 

       104. Grausamkeit ist der Tod des Herzens. Tote Herzen erfüllen die Welt mit Verwesung.

 

       105. Wer die Schichten des Gedankens unterscheiden kann, wird auch die verschiedenen Arten der Tätigkeit wahrnehmen. Zuerst scheint die ganze Tätigkeit auf dem irdischen Plan vor sich zu gehen. Später, inmitten sogenannter Träume, trennt sich das Gefühlswissen ab, als wäre es eine unabhängige Tätigkeit, die nicht nur auf dem irdischen Plan vor sich geht. So kommt die erste Erkenntnis, dass andere Welten in unser Dasein treten.

       Dann können in vollem Wachzustand

 [Russisches Original. Seite 54.]


kurze Abwesenheiten beobachtet werden, die mit keinerlei Krankheiten in Zusammenhang stehen. So lässt sich die Verbindung der Welten und unsere Teilnahme an ihnen noch gründlicher erforschen.

       Es fällt dem Bewusstsein nicht leicht, sich die unsichtbaren Welten vorzustellen; wegen unserer dichten Hülle erkennen wir nur schwer alle die Möglichkeiten, die außerhalb unseres Sehvermögens liegen. Man sollte sich daran gewöhnen, an die wirklich existierenden Welten in ihrer Ganzheit zu denken.

       Die Feinstoffliche Welt ist nicht nur unser Zustand, sie ist nämlich eine ganze Welt mit ihren eigenen Möglichkeiten und Hindernissen. Das Leben in der Feinstofflichen Welt ist von dem irdischen nicht weit entfernt, es verläuft jedoch auf einer anderen Ebene. Alles, was man sich erarbeitet hat, geht dort nicht verloren, im Gegenteil, die Früchte der Arbeit vermehren sich. Wenn es jedoch hier schwer fällt, ein klares Bewusstsein zu bewahren, so ist dies dort noch schwerer, weil man einer Menge Ordnungen der Evolution begegnet, die uns neu sind.

       Daher muss man besonders das Gebot beachten, ein klares Bewusstsein zu bewahren. Dies wird als wahre Synthese bezeichnet. Und wenn Bewusstsein für die Feinstoffliche Welt so sehr nötig ist, wie dringend nötig ist es dann für die Feurige Welt!

 

       106. Der Schmelzmeister beriet den neuen Arbeiter, wie er sich dem feurigen Schmelzofen zu nähern habe. Doch das einzige Interesse des Arbeiters galt der chemischen Zusammensetzung der Flamme. Der Meister sagte zu ihm:

       „Du wirst lebendig verbrennen, bevor du die Flamme erreichst. Die Kenntnis der chemischen Formel wird dich nicht retten. Lass mich dir die richtige Kleidung anlegen, wechsle dein Schuhwerk, schütze deine Augen und achte auf die richtige Atmung. Zuerst beachte alle plötzlichen Übergänge und Schwankungen von Hitze und Kälte. Ich kann die feurigste Arbeit für dich anziehend gestalten. Du wirst die Blitze und

 [Russisches Original. Seite 55.]


das Leuchten der Feuer lieb gewinnen. Die Anspannung der Flamme wird für dich kein Schrecken, sondern das Beben der Ekstase sein, und die richtige Aufnahme des Feuers wird dein Wesen stärken.“

       Diesen Rat kann man jedem erteilen, der über die Feurige Welt nachzudenken beginnt. Am Anfang lasst uns völlig ergeben sein und jenen Grad der Liebe pflegen, die wie ein unauslöschliches Licht wirkt. Die irdische Welt beruht auf Arbeit mit der Hand, doch an die Gedankenschöpfung heranzutreten ist weit anziehender.

 

       107. Ein chinesischer Philosoph, der die furchtbaren Erscheinungen der niederen Schichten der Feinstofflichen Welt kannte, beschloss, ihre Eindrücke abzutöten. Zu diesem Zweck füllte er sein Schlafzimmer mit den hässlichsten Bildern. Er hoffte, dass ihm inmitten dieser abstoßenden Masken nichts Schlimmeres widerfahren könne.

       Solche Methoden sind unwürdig, obwohl sie bei den Menschen in dieser oder anderer Form beliebt sind. Wir hingegen lehren, das Auge für das Abstoßende unempfänglich zu machen. Außerdem ist es unmöglich, sich die ganze Skala der durch menschliche Laster geschaffenen Abscheulichkeiten vorzustellen. Sogar hier in der irdischen Welt sind wir oft entsetzt über unmenschliche Gesichter, doch stellen wir uns die Erscheinungen vor, in die sich diese verwandeln, wenn sie ihr wahres Wesen enthüllen!

       Und hier erleben auch Wir oft die Angriffe dieser finsteren Wesenheiten. Sie versuchen, alles für sie Gefährliche zu vernichten. Sie versuchen, einen im Schlaf zu schwächen, um bei gestörtem Gleichgewicht leichter zu verletzen.

       Man sollte diese finsteren Ausgeburten nicht als abergläubische Phantasie betrachten. Jeder Wissenschaftler muss die Tiefe der Perspektive des Seins erkennen. Der Wissenschaftler hat die Unberechenbarkeit von Kleinstorganismen erfasst, er hat die Gebeine

 [Russisches Original. Seite 56.]


von Riesentieren gesehen, und er kann noch mehr erkennen, wenn er in die unermesslichen Weiten der Höhlen des Himalaja eindringt.

       So misst der Wissenschaftler ins Unbegrenzte und berechnet unendliche Größen durch einfache mathematische Lösungen. Das heißt, dass gerade der Wissenschaftler die unendliche Zahl der feurigen Gebilde zugeben muss. Doch man muss seine Vorstellung von groben arithmetischen Nullen her auf die Unbegrenztheit richten und sich daran erinnern, dass es keine Leere gibt.

 

       108. Bittet Urusvati, über die Vielfalt der von ihr gesehenen Feuer zu berichten. Mögen alle diese Strahlen, Sterne, feurige Lotusse, Blumen und alle anderen Erscheinungen der Feurigen Welt leben und sich bestätigen. Es ist unmöglich, mit irdischen Bezeichnungen die Beschaffenheit dieser feurigen Visionen zu beschreiben.

       Wie eine Schau hinter bestimmte Grenzen enthüllt sich der Feurige Bereich. Er kann weder zeitlich festgelegt noch kann die Ursache dieses unerwarteten Ereignisses festgestellt werden, denn das Feurige Element befindet sich völlig jenseits irdischer Dimensionen.

       Aber wenn wir ihn, sowohl in seinen gröberen als auch in seinen höchst feinstofflichen Erscheinungen, sehen können, bedeutet das, dass sogar unser fleischliches Wesen die höhere Sphäre vorwegnehmen kann. Ein Feuriges Sichanschließen ist unvergesslich, wenn es einmal erlebt wurde. So lasst uns Mut fassen für den Aufstieg.

 

       109. Dreidimensionalität ist die Fesseln des Dämonen, wie jemand sagte. Wirklich, der, welcher das menschliche Bewusstsein an drei Dimensionen fesselte, war ein echter Kerkermeister. Wie konnte es möglich sein, die andere schöne, höhere Dimension zu verheimlichen?!

       Die ersten Fragen der Kinder gehen oft über die herkömmlichen

 [Russisches Original. Seite 57.]


Beschränkungen hinaus. Die Weisheit des Altertums hat nie auf drei Dimensionen beharrt. Erst mit der allmählichen Verrohung der Menschheit hat sich diese Beschränkung des Verstandes bemächtigt.

       Es ist bemerkenswert, dass sich die Menschen beim Erlöschen des Lichts ihres Herzens mit Beschränkungen zu befassen beginnen. Man kann zahlreiche historische Beispiele über diese Selbsterniedrigung anführen. Doch das menschliche Bewusstsein will die Grundlagen der Selbstvervollkommnung nicht begreifen. So sucht es die wertvollsten Möglichkeiten zu verbergen.

 

       110. Das Erkennen feuriger Einwirkungen ist nach den Sinnen eingeteilt.

       Der erste Eindruck erfolgt durch das Sehvermögen mit seiner ganzen feurigen Verschiedenartigkeit; dann folgt der Gehörsinn, der Sphärenmusik, Glocken und die Klänge der Natur erfasst. Dann kommt die Verfeinerung des Tastgefühls mit den Empfindungen von Rhythmus, Hitze und Kälte. Das Schwierigste von allem ist der Geruchs- und der Geschmackssinn.

       Jedoch Urusvati kann einen Menschen auf weite Entfernung riechen. Urusvati kennt nun auch etwas anderes, sehr Schwieriges, den Geschmack eines in der Feinstofflichen Welt vorhandenen Metalls wahrzunehmen, was bereits von einer außergewöhnlichen Feinstofflichkeit zeugt.

       Doch man sollte nicht nur die Kraft besitzen, solche Sinneswahrnehmungen zu erkennen, man sollte sie beachten. Solches Erkennen ist sehr selten, doch wenn man die dreidimensionale Grenze überschreitet, ist es erreichbar.

 

       111. Wenn man sich der Feurigen Welt annähern will, muss man sich die Eigenschaft der Standhaftigkeit fest zu eigen machen. Diese ist im Zusammenhang mit der Beweglichkeit keine leicht zu erreichende Eigenschaft. Die Eigenschaft besagt weder, dass man nur an ein und derselben Brotrinde nagen, noch in derselben Mausefalle hin und her huschen soll. Es ist nicht leicht, diese

 [Russisches Original. Seite 58.]


Eigenschaften im Geiste zu bestätigen, solange die dreidimensionalen Grenzen nicht aufgegeben werden.

 

       112. Es wurde richtig beobachtet, das der Organismus drei Jahre benötigt, um sich von Fleischnahrung auf vegetarische Kost umzustellen. Wenn für rein physische Bedingungen solch eine Frist verstreichen muss, so ist für die Verwandlung des Bewusstseins keine geringere Frist erforderlich, wenn nicht karmische Bedingungen besondere Möglichkeiten vorsehen.

       Das Bewusstsein verwandeln heißt, eine besondere Welt betreten; es heißt, eine besondere Bewertung allen Geschehens zu erlangen; es heißt, voranzuschreiten, ohne zurückzublicken; es heißt, alles Klagen zu unterlassen und guten Willen zu erwerben.

       Scheint es nicht seltsam, dass man den Termin für das Essen in eine Reihe mit dem ethischen Begriff des Wohlwollens stellen muss? Aber zum Glück wird darin jeder Arzt für uns eintreten, weil guter Wille das beste Mittel für die Verdauung ist. Die Menschen lieben es, wenn geistige Grundlagen mit Ratschlägen für die Ernährung unterstützt werden.

 

       113. Ein Prinzip ermöglicht es, uns von den aufeinander folgenden Stufen desselben ordnungsgemäßen Vorgangs eine Vorstellung zu bilden. Jeder lernt schwimmen, sobald er das Element in seinem Bewusstsein bezwingt. Diesem Prinzip folgend, vermag ein Mensch auf dem Wasser zu liegen und mit einer bestimmten Übung auf dem Wasser zu sitzen. Weiter fortschreitend, kann der Yogi auf dem Wasser stehen.

       Allerdings sind solches Stehen sowie die Levitation bereits feurige Tätigkeiten. Ihr kennt Levitation, und ihr erinnert euch, welch feuriger Anspannung es zuvor bedurfte. Aber Levitation ist nicht so schwierig, denn

 [Russisches Original. Seite 59.]


das Element Feuer ist dem der Luft verwandt.

       Doch bei dem geringsten Zweifel wird der Mensch, trotz aller körperlichen Vollkommenheit, augenblicks untergehen oder niederfallen. Der Reflex des Zweifels ist der schlagendste.

 

       114. Das Umherschwärmen finsteren Wesenheiten sollte euch nicht überraschen. Ein Löwe in eurem Blumengarten würde zweifellos das Haus in Aufruhr versetzen. Für die Finsteren seid ihr dieser Löwe in ihrem Hinterhof. Das Züchten ihrer Disteln kostete sie keine geringe Anstrengung, und dann plötzlich erscheint ein ungeladener Löwe! Freilich, manchmal sind alle diese Mühen des Menschenhasses zu bedauern. Und dennoch ist die Abwesenheit von Zweifel stärker als alle finsteren Fallen.

 

       115. Vor den menschlichen Augen vollziehen sich viele geistige Tätigkeiten mit physiologischen Auswirkungen, jedoch die Menschen wollen sie nicht bemerken. Auch beim Besuch der Feinstofflichen Welt, wo diese Erscheinungen weit ausgeprägter sind, kann man das gleiche beobachten. Die Auflösung des Astralkörpers hängt von einer feurigen Berührung ab.

       Nähert sich ein feuriges Wesen bestimmten Schichten der Feinstofflichen Welt, kann man Zeuge einer auffallenden Erscheinung sein. Die feurige Substanz ist ein sogenannter Prüfstein. Einige feinstofflicher Körper verstärken ihre feurige Eigenschaft, sobald sie berührt werden, während sich andere augenblicks auflösen. Dieser Prozess geht sehr schnell vor sich, wie es beim Feuer eben ist. So gibt es neben einer Reihe bemerkenswerter Aufstiege verdiente Rückschläge.

       Nicht nur in der Feurigen Sphäre können feurige Eigenschaften zutage treten, sondern auch bei feurigen irdischen Inkarnationen. Man sollte sich allmählich

 [Russisches Original. Seite 60.]


mit dem Gedanken vertraut machen, dass es sogar hier auf Erden Erscheinungen der höchsten feurigen Eigenschaften geben kann. Man sollte dies nicht nur deshalb zugeben, weil es unbestreitbar ist, sondern auch wegen der Mannigfaltigkeit der Erscheinungen der Natur.

       Manche können nicht zugeben, dass der ausgetretene feinstoffliche Körper eine rein physische Tätigkeit, wie Schreiben, ausführen kann, aber ihr wisst, dass dies möglich ist, und Ich brauche euch davon nicht zu überzeugen. Natürlich, für solch eine Tätigkeit ist feurige Energie erforderlich.

 

       116. Um die feurige Energie, die wir der Abkürzung halber Agni nennen werden, zu lenken, bedarf es der Anstrengung. Diese Anstrengung ist in Wirklichkeit weder physischer oder gar feinstofflicher Art.

       Im Osten verstehen die Menschen diese blitzschnelle Eigenschaft. In der westlichen Sprache gibt es für diesen äußerst feinstofflichen Begriff überhaupt keine Bezeichnung. Deshalb ist es so schwierig, über die Feurige Welt zu sprechen. Auch in den östlichen Sprachen scheint dieser Begriff manchmal als überholt, weil er für das derzeitige Bewusstsein ungeeignet ist. Deshalb wurden viele Zeichen des Tao[14] zu einer äußeren Darstellung herabgewürdigt.

 

       117. Wie viele erhabene Gespräche werden geführt! Welche Fülle von Zeichen Höheren Wissens ergießt sich in das menschliche Leben und wird wie Schalen verschmäht! Wer denkt denn mutig an das Morgen? Im Gegenteil, das Morgen bleibt für gewöhnlich eine Brutstätte des Schreckens, in die das Bewusstsein versinkt. Die Wunder eines jeden Tages müssen beachtet werden.

       Lasst uns von der Wiege an den Pfad des Vertrauens und der Selbstvervollkommnung wandeln.

 

       118. Der Pfad des guten Willens sollte wirklich erweitert werden.

 [Russisches Original. Seite 61.]


Er hat sich als das Wesentliche unseres Wesens bestätigt. Vergessen wir diesen Talisman nicht einmal für eine Stunde. Er ist wie der euch bekannte wundervolle Stein. Vergessen wir die Eigenschaft des Steines nicht, und bestätigen wir ihn als unser Banner.

 

       119. Alles, was Lebenskraft besitzt, sollte willkommen geheißen werden. Man sollte jeden Funken willkommen heißen, aus ihm erwächst Feuer. Daher seid guten Willens!

 

       120. Alkoholismus und Opium sind abnorme Versuche, sich der Feurigen Welt zu nähern. Wenn Samadhi eine natürliche Erscheinung des Höheren Feuers ist, dann ist die Flamme des Alkohols der Zerstörer des Feuers. Gewiss, Narkotika erwecken Illusionen einer feurigen Annäherung, aber in Wirklichkeit werden sie für lange Zeit zu Hindernissen für die Beherrschung der wahren Energie Agni.

       Nichts bringt später, in der Feinstofflichen Welt, solches Elend wie diese unnatürliche Versuche, ohne entsprechende Reinigung Feuer zu erwecken. Man kann sich vorstellen, dass in der Feinstofflichen Welt ein Trinker nicht nur durch das Verlangen nach Alkohol gequält wird, sondern noch mehr unter dem auf unnatürliche Art in Erscheinung getretenen Feuer leidet, das anstatt ihn zu stärken, die Gewebe frühzeitig verzehrt.

       Ganz anders vollzieht sich die Verbrennung des feinstofflichen Körpers beim Übergang in die Feurige Welt; er flammt auf wie eine abgetragene Hülle, begleitet von einem befreienden Gefühl. Doch wie alles in der Natur, muss sich dies nur in Übereinstimmung mit dem grundlegenden Gesetz vollziehen, ohne jedwede Gewalt.

 

       121. Gewalt ist eine Geißel der Menschheit. Sie

 [Russisches Original. Seite 62.]


entspringt der Unwissenheit, denn sogar ein Mensch, der wenig nachdenkt, fühlt angesichts des Unnatürlichen Entsetzen in seinem Herzen.

       Von jedwedem offenbaren Entsetzen wollen wir uns der Freundlichkeit zuwenden. Obwohl Wir nicht müde werden, über die Freundlichkeit zu sprechen, ist das dennoch für viele die letzte Möglichkeit, sie zu erkennen. Beachtet das Wort L e t z t e.

 

       122. Sogar bei physischen Krankheiten sucht nach einer psychischen Ursache. Die Völker haben über diese Einflüsse viele Aussprüche ersonnen; sie sagen „Des Herzens wegen hat sich das Auge getrübt“, oder „Vor Anstrengung verlor er seine Zähne“, oder „Vom Denken hat sich seine Brust gespalten“ - so denken die Menschen über die Hauptursache der Krankheit. Und ein besonnener Arzt erkennt, wie schwierig ein geistiger Zustand zu heilen ist. Es kann bestätigt werden, dass jede Krankheit schneller vorübergeht, wenn sie keine psychische Ursache hat.

       Die gleichen Völker schrieben dem Feuer verschiedene heilende Eigenschaften zu. Sogar Einschnitte mit glühendem Metall wurden vorgenommen. So wurde die feurige Unschädlichmachung sogar im urtümlichen Bewusstsein bestätigt.

 

       123. Der Zustand der Erleuchtung wird „feurige Hilfe“ genannt. Diesem Bewusstseinszustand sollte man sich mit allen verfeinerten Gefühlen nähern.

       In der Tat, man wird bemerken, dass Ich manchmal fast über das gleiche spreche, aber dieses „fast“ umfasst eine vollständige Windung der Spirale. Wenn ihr alle diese „fast“ vergleicht, so könnt ihr die Aufschichtungen des Bewusstseins erkennen. Es ist nicht ganz leicht, sich den Rhythmus dieser individuell verschiedenen

 [Russisches Original. Seite 63.]


Schichten zu eigen zu machen.

       Jedoch durch viele Beobachtungen wird man begreifen, welch feinstoffliche Substanz unser Bewusstsein ist. In der Tat, Ich betone die Verfeinerung der Aufschichtungen des Bewusstseins. Die Menschen stellen sich Feuer oft als etwas Ungestümes, etwas Unfassbares, fast Schreckliches vor; damit pflanzen sie selbst feuriges Unkraut. „Wie der Ruf, so die Antwort“.

 

       124. Es ist nicht leicht, vom Staub der Zwietracht getrübte Augen zu heilen. Ein Benetzen mit wahrer Freundlichkeit ist das erste Hilfsmittel. Beachtet, dass dies auch für viele andere Leiden gilt.

 

       125. Die Lage in der Welt ist schwierig; überall gibt es eine Art Erstarrung. Die Menschen verschanzen sich im Moor, während als Mahnung vor dem Kommenden ganze Berge bersten.

 

       126. Anstelle des Diplodokus[15] hüpfen Kängurus; anstelle des Pterosauriers[16] fliegen Fledermäuse; anstelle des Drachens huschen Eidechsen. Was bedeutet das? Kann es Degeneration sein? In Wirklichkeit ist es nur eine Anpassung. Ähnlich wäre die Keule des Herkules heute nur eine Museumsseltenheit.

       So sollte auch im Leben Evolution nicht als das Ballen der Faust, sondern als Verdichtung des Geistes verstanden werden. Wenden wir uns vom Schwingen der Keule einem neuen Verstehen des Alltagslebens zu. Das Element Feuer ist erhaben, jedoch dies muss sogar im Alltagsgebrauch erfahren werden. Es ist nicht richtig, Helden nur in eine Toga zu kleiden und sie anderer Gewänder zu berauben. Man sollte Evolution vom Leben, inmitten des Lebens und für das Leben annehmen.

       Die Schönheit der Evolution ist keine Abstraktion, denn jene Abstraktion ist ein Trugschluss. Man muss sich dieser Anerkennung der Evolution als Lebenskraft genau erinnern;

 [Russisches Original. Seite 64.]


so werden wir den schwierigsten Formeln näher kommen, in denen der Buchstabe AUM keine Inschrift, sondern der Ausdruck des höchsten Bestandteils sein wird. Lasst uns unser Bewusstsein in diese Richtung schulen.

 

       127. Man sollte nicht glauben, dass es für Krankheiten, die tausenderlei Ursachen haben können, eine Universalarznei geben kann. Es können eigene therapeutische Abteilungen errichtet werden, die zum Teil der beträchtlichen Anzahl von Krankheitsursachen entsprechen. So muss verstanden werden, dass es ein Universalmittel nicht geben kann, weil der Ursprung von Krankheiten gänzlich verschieden ist.

       Ebenso ist es bei den Yogasystemen unmöglich, ein Verfahren für alle anzuwenden. Und dennoch werden bei Vorträgen und Gesprächen häufig allgemeine Methoden erwähnt, und die Anwesenden irren sich, wenn sie denken, dass das Rezept für alle dasselbe sei.

       Nur eine sehr aufmerksame Untersuchung des Geisteszustandes des Gesprächspartners wird die richtige Richtung für Weisungen zeigen. Es scheint sehr primitiv zu sein, die Verschiedenheit der Organismen, insbesondere der Zustände des Geistes, in Betracht zu ziehen, aber die Menschen lieben Allheilmittel so sehr. Doch es gibt nur ein Allheilmittel - die Hebung des Bewusstseins!

 

       128. Viele Tiere leben bis zu dreihundert Jahre. Aber sollte ein Mittel zur Verlängerung ihres Lebens gefunden werden, wenn auch nur um fünf Jahre, wäre das für die Evolution von keinem Nutzen. Das Leben des Geistes ist die Grundlage der Evolution.

 

       129. Wenn nun über feurige Wirbelstürme gesprochen wird, werden viele den Sinn missverstehen, während andere meinen werden,

 [Russisches Original. Seite 65.]


wir bezögen uns auf grobe elektrische Erscheinungen. Dennoch sollte man über diese feinstofflich-feurige Wirkung gründlich nachdenken.

       Ihr habt gerade gesehen, dass bloß ein Kratzer feuriges Brennen verursachte. Solch eine Erscheinung rührt nicht von einer physischen Infektion her. Ein feuriger Wirbelsturm berührte das verletzte Gewebe. Es können ähnliche, den äußeren feurigen Anspannungen entsprechende Erscheinungen beobachtet werden.

       Das verletzte Gewebe mit sämtlichen Nervenenden dient gleichsam als Magnet für feurige Wellen. In der Tat, Menschen, die eine starke Herzenergie besitzen, können die Wellen angespannten Feuers stärker anziehen.

       Deshalb empfehle Ich in solchen Fällen feuchte Umschläge, aber keine alkoholischen Präparate. Bei der Anspannung des Feuers muss Alkohol gemieden werden, der die feurigen Wellen konzentriert. Viele Trinker könnten einen lehrreichen Beweis über feurige Wellen liefern, die solche Leiden verursachen!

       Natürlich spreche Ich jetzt nicht von den Nervenbränden, die nur wenige bemerkt haben. Auf keinen Fall dürfen in solch angespannter Zeit die feurigen Wirbelstürme übersehen werden.

 

       130. Die gleichen Wirbelstürme und Spiralen werden durch unordentliche Bestrebungen umgebender Menschen geschaffen, wenngleich nicht in böser Absicht. Auch ihr kennt die Wirkungen des Strebens inkarnierter und feinstofflicher Körper. Sie erkennen nicht, dass sie in ihrer Anspannung beinahe zu Vampiren werden.

       Außerdem muss man die Sendungen des Intellekts von jenen des Herzens unterscheiden. Das öftere Erwähnen eines Namens hat fast keinen Einfluss, doch eine vom Herzen kommende Sendung kann durch ihr quälendes Streben

 [Russisches Original. Seite 66.]


wie eine unterdrückende Spirale wirken. Es kann wirklich gesagt werden: „Unterdrückt nicht, selbst wenn es zu eurem Besten ist.“

 

       131. Bei Sendungen guter Gedanken muss man sich die Blitzartigkeit dieser Pfeile zu eigen machen. Dafür sollte man das Bewusstsein nicht für längere Zeit belasten, vielmehr ist es nützlich, diesen Pfeil auszusenden. Der feurige Dynamo arbeitet wie Licht im ganzen Raum. Man muss sich an diese Arbeit gewöhnen, wenn der Kontakt mit der Hierarchie dauerhaft ist.

       Sieht man einen schwarzen Stern, so deutet das auf eine sehr große Gefahr hin. In allem können solche Zeichen gegeben werden. Ein niederes Bewusstsein erkennt nicht alle Erschütterungen, aber ein entwickeltes Bewusstsein versteht die Bedeutung des Aufrührens der Gewässer durch die Schwerter der Engel.

 

       132. Zu Unrecht sprechen westliche Ärzte von der Schwierigkeit, mit Uns zusammenzuarbeiten. Wir waren nie gegen experimentelle Methoden. Im Gegenteil, wir heißen jedes vorurteilslose Handeln willkommen.

       Wir billigen es, wenn ein Mitglied der Britischen Medizinischen Gesellschaft von sorgfältigen Forschungsmethoden spricht. Wir sind bereit, dem russischen Wissenschaftler bei seiner Arbeit über die Immunisierung und Unsterblichkeit zu helfen. Wir freuen Uns, wenn der japanische Chirurg sich astrologischer Daten bedient. Wir bieten dem lettischen Arzt[17] beim Erforschen der Anzeichen in den Augen bei Besessenheit Unsere Hilfe an. Wir sind bereit, jedem zu helfen und freuen Uns mit jedem.

       In der Tat, Wir bestehen unablässig auf Beobachtungen, und Wir verweisen in jeder Hinsicht auf Aufmerksamkeit. Wir sprechen über Wirklichkeit; Wir bestätigen die Sinnwidrigkeit der Abstraktion. So ist es Unser Wunsch, dass Ärzte und Wissenschaftler des Westens Unsere Mitarbeit gerecht erwägen.

 [Russisches Original. Seite 67.]


       Man muss begreifen, dass die Zeit gekommen ist, durch Ablegen der Hüllen die Fakten zu klären. Es ist Zeit einzusehen, dass in den abgesonderten Hinterhöfen noch viel Aberglauben heranwächst. So gehört es zum Aberglauben, alles zu verurteilen, was „nicht von einem selbst ist“. Die Freiheit des Denkens wird in der Tat die Zierde wahren Wissens sein.

 

       133. Ist es nicht notwendig, jedes Mal wenn ihr euch versammelt, um über Feuer zu sprechen, an die Freiheit des Denkens zu erinnern? Muss man nicht um Gerechtigkeit bitten, wenn ihr euch auf Erkenntnis bezieht? Ruft ihr etwa nicht ein mitleidiges Lächeln hervor, wenn ihr die Unsichtbare Feurige Welt erwähnt?

 

       134. Im grobstofflichen Zustand ist die Feurige Welt, mit seltenen Ausnahmen, unsichtbar, doch in der Feinstofflichen Welt kann ein feuriger Nebel gefühlt werden. Freilich, wenn sich ihm niedere Wesenheiten nähern, empfinden sie ein besonderes Schmerzgefühl, wie vor dem Unerreichbaren. Den niederen Wesenheiten erscheinen die Söhne des Feurigen Nebels, als wären sie mit Feurigen Strahlen ausgerüstet, die nichts anderes sind als die Ausstrahlungen ihrer Gliedmaßen.

       Es ist notwendig, dass sich der herkömmliche Begriff Nebel in den eines wohlgebauten feurigen Weltalls verwandelt, doch dafür muss das Bewusstsein umgewandelt werden. Wie viele Erschütterungen müssen erfahren werden, damit der Aspekt des Daseins das Bewusstsein in völlige Furchtlosigkeit erhebt! Man muss sich von der Furcht vor dem Nebel befreien und sollte durch aufrichtiges Denken und sich entfaltendes Vorstellungsvermögen über die Ungeheuer des Aberglaubens hinweg voranschreiten.

 

       135. Gedankenschöpfung und Suggestion* sind völlig

 [Russisches Original. Seite 68.]


verschieden, wenngleich sich beide auf feurige Erscheinungen beziehen. Suggestion ist ein Erzwingen des Feuers, während Gedankenschöpfung eine Erscheinung des grundlegenden Gesetzes ist.

       Als Wir mit einem bestimmten Sahib[18] darüber sprachen, sein Heim mit Unserer Aura zu sättigen, hatten Wir natürlich Gedankenschöpfung und keine Suggestion im Sinn, die Wir gern den unbedeutenden Hypnotiseuren überlassen.

       Gedankenschöpfung ist weit stärker als jede Suggestion. Suggestion ist vor allem vergänglich; sie wirkt auf die Aura ein und schafft Karma, während Gedankenschöpfung die Aura sättigt und die selbständige Tätigkeit nicht hemmt. In der Tat, der von Gedankenschöpfung erfüllte Raum sammelt die feurige Macht.

       Die Unverletzlichkeit von Karma bleibt eine der feinsten Bedingungen überhaupt. Es ist eine schwierige Aufgabe, zu geben, zu helfen und gar zu führen, ohne die Persönlichkeit zu verletzen. Jeder steht vor dieser Entscheidung.

       Die Gedankenschöpfung, frei von Ichsucht, weist den Weg aus diesen Labyrinthen. Güte, Herzlichkeit und Zusammenarbeit leisten ebenfalls Hilfe, doch der Nebel der Unstetigkeit ist ein besonders schlechter Führer.

 

       136. Unflätige Reden und Streit finden schon das Lob der Finsternis. Der tödliche Dolch steckt nicht im Gürtel, sondern ist die spitze Zunge. Es fragt sich, wann verstanden wird, dass sowohl das Gesprochene als auch das Gedachte untilgbar sind. Jeder, der an das Gute denkt, kann sich darüber freuen, aber es gilt auch das Umgekehrte.[19]

 

       137. Fügt dem Schreiben an den lettischen Augenarzt[20] hinzu: Er darf bei den Beobachtungen der Augen der Besessenen die Tatsache nicht außer acht lassen, dass sich ein festgestelltes Symptom ändern kann. Bei Annäherung von feuriger Energie verschwindet

 [Russisches Original. Seite 69.]


das Symptom scheinbar. Der Besitzergreifer kann zu rasen beginnen oder ausziehen und dabei das Symptom mitnehmen. Deshalb sollte die Untersuchung zuerst ohne Übertragung von feuriger Energie durchgeführt werden, da der Besitzergreifer sonst ausgetrieben wird. Solch eine Tat ist an sich ausgezeichnet, obliegt aber nicht dem Augenarzt.

       Die gleiche Reaktion wird manchmal bei Hautkrankheiten beobachtet, die sich unter dem Einfluss von feuriger Energie verändern und sogar verschwinden. Wir wollen nicht vergessen, dass sich Besessenheit manchmal in Hautkrankheiten oder in Gesichtskrämpfen äußert. Jedoch der lettische Augenarzt verdient Lob, denn es ist nicht leicht, die Kristalle des braunen Gases wahrzunehmen.

 

       138. Wenden wir uns zum letzten Mal der Freundlichkeit als Lebensgrundlage zu. Freundlichkeit ist keine rote oder weiße Schminke der Bosheit. Freundlichkeit ist keine Verschleierung. Freundlichkeit ist keine Maske des Verrats. Freundlichkeit ist keine leutselige Grimasse. Freundlichkeit muss als ein vom Herzen kommendes Gefühl verstanden werden, frei von Scheinheiligkeit.

       Es gibt viele Irrtümer in Bezug auf den Begriff Freundlichkeit, denn die Menschen haben sich daran gewöhnt, sich sogar selbst zu täuschen. Doch da die Eigenschaft der Freundlichkeit für die Feurige Welt unerlässlich ist, muss sie echt sein.

       Feuer duldet vor allem kein Schwanken. Daher muss man die Eigenschaft der Freundlichkeit in ihrer Ganzheit verstehen. Freundlichkeit sollte nicht als eine Art Errungenschaft angesehen werden. Man sollte die Eigenschaft der Freundlichkeit nicht lobpreisen, denn sie untrennbar von der Erweiterung des Bewusstseins.

       Wie kann man sich die Verwandlung des Feurigen Nebels in

 [Russisches Original. Seite 70.]


eine schöne heile Welt vorstellen, ohne die Kraft aufzubringen, seine Gedanken von kleinen Splittern zu reinigen?! Sein wir uns bewusst, wie unbedeutend diese Splitter sind! Und es ist nicht schwierig, sich von ihnen zu befreien; man muss sie nur im Bewusstsein aufspüren.

       Seien wir nicht besorgt, wenn die Menschen im allgemeinen Freundlichkeit nicht erwidern können, sie ist in jedem von uns zur Genüge vorhanden; nehmen wir deshalb das gleiche von anderen an. Doch verstehen wir diese feurige Eigenschaft nicht als schwachen Willen, Unterwürfigkeit oder bedauerliche Scheinheiligkeit!

 

       139. Wieder wurde auf die niederen Schichten der Feinstofflichen Welt hingewiesen, um sich noch einmal davon zu überzeugen, wie nahe und wie ähnlich sie den Schichten der physischen Welt sind.

       Es ist bedauerlich, dass die Menschen so unvorbereitet in die Feinstoffliche Welt eintreten; sie bringen ihre niederen Gewohnheiten mit und sie vergeuden ihre Gedankenkräfte für unvollkommene Formen.

       Die Gedankenschöpfung ist in der Feinstofflichen Welt auf allen Gebieten entwickelt. Es ist schwierig, sich auch nur vorzustellen, für welche Trugbilder diese wertvolle Kraft verausgabt wird! Man sollte den Menschen raten, sich daran zu gewöhnen, zumindest ein wenig an das Schöne zu denken, um hässliche Erscheinungen zu vermeiden. Es gibt viele herrliche Schöpfungen und beachtenswerte Naturerscheinungen, man muss sie aber bemerken.

       Ein finsterer Gemütszustand ist die Quelle allen Missgeschicks. Sogar die niederen Schichten der Feinstofflichen Welt unterscheiden sich in der Deutlichkeit der Trugbilder. Doch wo Streben vorhanden ist, da gibt es keine verworrenen Träume, und alle Einzelheiten werden klar eingeprägt. Doch welche Gefahr besteht, wenn das Streben gemein oder banal ist!

 

       140. Die Wissenschaft hat bereits das Vorhandensein besonderer Organismen festgestellt, die ohne Empfangsgeräte ferne

 [Russisches Original. Seite 71.]


Rundfunkstationen hören können. In der Tat, diese Erscheinung eines feurigen Zustandes enthüllt Wege zur Anerkennung der Möglichkeit des Gedankenempfanges auf Entfernung. Wird das Gesetz der Tonwellen verstanden, kann man dieses Prinzip ergründen.

       Es ist gut, dass sogar die derzeitige furchtsame Wissenschaft die Offensichtlichkeit solch natürlicher Möglichkeiten zugibt. Doch es ist nicht gut, dass sich die Wissenschaft nicht der Mühe unterzieht, solche Individuen zu untersuchen. Man kann die Erklärung vernehmen, dass „mit Ausnahme dieser phänomenalen Fähigkeit der Organismus völlig normal sei.“ Das lässt auf eine äußerst unwissende Beobachtung schließen. Das heißt, der Arzt untersuchte solch einen phänomenalen Menschen genauso nachlässig wie einen Rekruten vor einem Marsch. Wir wollen den Arzt nicht kränken, denn oft verfügt er nicht über keinen Raum, wo er die nötige Beobachtung vornehmen kann.

       In der Tat, die Lebensbedingungen erschweren alle feinstofflichen Arbeiten. Versucht bei Forschungsinstituten anzuklopfen, und ihr werdet einem völlig feindlichen Strom von Bedingungen begegnen, welche die Fähigkeit eines Suchenden übersteigen. Es ist notwendig, diese Sachlage zu ändern, denn wo wäre es sonst möglich, verschiedene Erscheinungen zu erforschen, die eine feurige Grundlage haben?

        Bemüht euch, die Mittel zu finden, notwendige Erscheinungen zu erforschen, und ihr werdet sehen, wie feindselig eure Zuhörer sein werden; sie werden euch an die Inquisition erinnern. Als ob es nicht ihre Aufgabe wäre, dem äußerst Nützlichen zu dienen, sondern Möglichkeiten zunichte zu machen! So war es, so ist es, und die Menschen wünschen, dass es immer so bleibe. Wäre es anders, gäbe es kein Harmagedon.

       Man sollte aus vollem Herzen begreifen, wie viele feinstofflichste Bedingungen es gibt, welche

 [Russisches Original. Seite 72.]


die wichtigen Veränderungen des ganzen Lebens bestimmen können. Jedoch wie notwendig ist es, anzuklopfen, auszuharren und sich dem Spott auszusetzen, um das zu enthüllen, was gewissermaßen für alle offen steht. Golgatha wird durch Unverständnis und Unwissenheit errichtet.

 

       141. Sogar ein Wilder kann im Flugzeug fliegen, glauben wir jedoch nicht, dass es früher besser war. Ich zeigte euch ein Bild vom Dreißigjährigen Krieg, damit ihr begreifen könnt, dass sogar in verhältnismäßig fortgeschrittenen Ländern Rohheit und Unwissenheit herrschten. Man könnte Aufzeichnungen vom gebildeten Rom, von Ägypten und Babylon anführen, die das Herz schaudern ließen. Vor allem müssen daher alle diejenigen anklopfen, die in Zukunft schauen.

       Ebenso muss man sich daran gewöhnen, die Hierarchie nicht zu überlasten und einander nicht zu verletzen. Ich habe euch aufgerufen, Verstehen dieses Gesetzes zu bekunden, aber oft sind die Ohren so taub!

 

       142. Ein Dämon beschloss, einen heiligen Eremiten in eine hilflose Lage zu versetzen. Zu diesem Zweck stahl er einige der heiligsten Gegenstände und bot sie dem Einsiedler mit den Worten an: „Willst du diese annehmen?“ Der Dämon hoffte, der Eremit werde die Geschenke nicht annehmen und die heiligen Gegenstände auf diese Weise verraten; nähme er sie jedoch an, würde er mit dem Dämon gemeinsame Sache machen.

       Als dieser abscheuliche Besucher seinen Vorschlag unterbreitete, tat der Eremit weder das eine noch das andere. Er erhob sich entrüstet, befahl mit der ganzen Kraft seines Geistes dem Dämon, die Gegenstände auf den Boden zu stellen, und sagte: „Finsterer Geist, du wirst diese Gegenstände nicht behalten, du wirst vernichtet verschwinden, denn mein Befehl kommt von Oben!“

       So

 [Russisches Original. Seite 73.]


müssen die Finsteren vertrieben werden, und ist die Bestimmtheit durch die Hierarchie gestärkt, vermag keine finstere Kraft die Flamme des Geistes zu hemmen. Erachten wir diese Legenden nicht als unnötig. Die Dämonen haben vielerlei Gestalt, und jeder Arbeiter des Lichts ist Angriffen ausgesetzt.

 

       143. Kopfschmerzen können viele Ursachen haben, aber sie können auch daher rühren, dass Gedankensendungen von irgendwoher nicht empfangen werden; dies kann auch wie Nadelstiche im Herzen verspürt werden. Daher bin Ich besorgt, dass dieser Schaden nicht aufkommt.

       Unmerklich bildet sich bei manchen Menschen der Brauch der Verneinung, und es ist gleichsam ihre Gewohnheit, gekränkt zu sein. Aufgrund dieser Verirrungen machen sich die Menschen für Gedankensendungen unempfänglich. In diesem Zustand prallt infolge behindernder Verstimmung der gütigste Gedanke ab. Darüber hinaus kann der Gedanke zurückkehren und dem Sender Schaden zufügen.

       Man sollte jeden bitten, keinen Schaden zu verursachen. Außerdem ist das Gefühl des Gekränktseins äußerst kleinlich und wird von einem unterentwickelten Bewusstsein genährt. So gibt es im Alltagsleben den Brauch des Gekränktseins. Es muss erkannt und wie ein äußerst schädliches Insekt verjagt werden. Kleinliche irdische Gefühle verwandeln sich in eine Feurige Gehenna[21].

 

       144. Vieles schweift vor allem dort umher, wo es einen Magneten gibt. Der Lehrer warnt, dass heutzutage die ungewöhnlichsten Zusammenstöße erwartet werden können, da die Schichten der Feinstofflichen Welt äußerst überfüllt sind. Die Leute haben sich entschlossen, die Feinstoffliche Welt mit großen Menschenmengen anzufüllen, die vor ihrer Zeit ankommen[22]. Niemand dachte daran, welche Folgen das für die Menschen selbst hat. Man kann unmöglich ungestraft Millionen Menschen hinschlachten, ohne ein äußerst schwieriges Karma heraufzubeschwören;

 [Russisches Original. Seite 74.]


selbst wenn dieses Karma kein persönliches ist, so ist es umso schlimmer, weil es das Karma von Völkern und des ganzen Planeten verstärkt.

       Was über Friedensstifter gesagt wurde, ist umso wahrer, da dank ihnen eine richtige Einstellung zur Zukunft aufkommt. Die niederen Schichten der Feinstofflichen Welt dürfen nicht mit den Schrecken von unvollendetem Karma angefüllt werden. Man sollte nicht glauben, dies hätte auf den Zustand des Planeten keine Auswirkung. Doch die Hauptursache ist, dass man an die Feinstoffliche Welt überhaupt nicht denkt. Schrecklich ist die Absonderung; in der Tat, die finstere Kraft jubelt über jede Entfremdung.

 

       145. Beachten wir jede Regung. Unser Organismus weist auf viele Tatsachen hin, welche die Feinstoffliche und die physische Welt betreffen. Man kann bemerken, wie sehr ein Flug in die Feinstoffliche Welt das Bewusstsein verändert. Es wird gleichsam durchsiebt, und sogar unsere vertrauten Formeln bleiben bei dem irdischen Bewusstsein. Diese Beobachtung ist sehr schwierig zu begreifen. Umso mehr freue Ich Mich, wenn jemand dies nicht nur bemerkt, sondern sich auch des Gefühls erinnert, wie ihm sogar eine vertraute Formel entglitt.

       Das besagt nicht, dass ein bereits entwickeltes Bewusstsein in der Feinstofflichen Welt verloren geht; es erweist sich sogar als klarer, aber es ist, als gelangte es durch ein feines Sieb, das die übriggebliebene feinstoffliche Substanz verwandelt. Aber diese Beobachtung bedarf einer gut entwickelten Scharfsicht.

       Ihr tut auch gut daran, euch Augenblicke der Entrückung zu merken. Mit der Zeit werdet ihr erkennen, wo es eurer Gegenwart bedurfte. Nicht allein in der Feinstofflichen Welt, sondern auch hier auf Erden gehen der Austausch und die Unterstützung des Bewusstseins vor sich. Ihr könnt sicher sein, dass, sobald sich die Entrückung immer und immer wieder einstellt, dies bedeutet, dass ihr von großen Ereignissen erfahren werdet; von Zusammenstößen,

 [Russisches Original. Seite 75.]


bei denen Bewusstseine verwirrt werden und der Hilfe bedürfen. Es ist wirklich notwendig, diese Augenblicke der Mitarbeit zu beachten. Um ihre Nahestehenden zu retten, nehmen die Menschen manchmal Zuflucht zur Blutübertragung; sollten sie denn ihren Nahestehenden nicht feuriges Bewusstsein spenden?

 

       146. Ebenso sollte man es lernen, Arbeit nicht unproduktiv aufzuwenden. Gedankliche Verworrenheit veranlasst die Menschen, wichtige Überlegungen außer acht zu lassen.

       Beachtet, wie zwei euch zugegangene Briefe des wesentlichen Inhaltes entbehrten; Ich tadle nicht so sehr die Schreiber als jene, die sie verwirrten. Solch eine Missachtung des Wesentlichen ist schon ein nicht wiedergutzumachender Schaden.

       Wer das Bewusstsein seines Mitmenschen verwirrt, ist ein Verführer. Er bereitet sich selbst keine Freude, im Gegenteil, sein Leben wird verfinstert, denn sein Bewusstsein ist vom Wesentlichen abgeschweift.

       Das Wesentliche zu erkennen und auf dem Pfad zu ihm zu bleiben, bedeutet, zum Sieg voranzuschreiten. Doch sich in einen Abgrund von Ungewissheit zu stürzen, heißt das nicht, ein Stein um den Hals seines Nächsten zu sein?

 

       147. Dem Wesentlichen und dem Staub auf der Schwelle gerecht zu werden, ist jene Erfahrung, die ein jeder klar vor sich haben muss. Niemand hat das Recht, ein Herz zu durchbohren oder Kopfschmerzen zu verursachen, während unersetzliche Schätze vorbeiziehen! Die Menschen halten das, was sie nicht bemerken, nicht für unersetzlich.

 

       148. Man kann ein geschlossenes, unbekanntes Buch lesen. Ihr habt dies gesehen. Man kann nach Wunsch wissen, wie spät es ist, indem man mental einen Blick auf die Uhr wirft. So kann man das Raumfeuer veranlassen, alle Hindernisse zu beseitigen.

 [Russisches Original. Seite 76.]


       Die Menschen nennen diese Erscheinung Hellsehen, doch richtiger ist es, sie feurige Erleuchtung zu nennen. Man kann jedoch bemerken, dass diese feurige Möglichkeit nicht immer die gleiche ist. Ebenso kann sich zeigen, dass große Erschütterungen diese Fähigkeit genauso verstärken wie völlige Ruhe.

       Doch gibt es einen gewissen Zwischenzustand des Geistes, der unser Bewusstsein wie eine Wolke einhüllt - dies ist die Verwirrung des Geistes. Es ist die gleiche Unstetigkeit, welche die Wolke des Zweifels aufkommen lässt. Die Klarheit des Empfangs verblasst nicht allein infolge der Verwirrung des Empfängers selbst, sondern auch durch jene in seiner Nähe und die durch Karma an ihn Gebundenen.

 

       149. Sobald man die Aura wird photographieren können, wird man eine bedeutsame Erscheinung feststellen können. Die Aura weist bei völliger Ruhe die gleiche Intensität auf wie bei großer Erschütterung. Andererseits jedoch erinnern die Wellen der dazwischen liegenden Einwirkungen an das Schütteln eines staubigen Sackes.

       Das ist der Grund, warum Ich euch vor den kleinen Schwankungen und Zwistigkeiten so sehr behüte. Man kann sich die grauen Flecken der Zwistigkeiten vorstellen, die wie ein Vorhang das Licht der Möglichkeiten verhüllen

 

       150. Man darf die Arbeit des Feuers nicht als etwas Psychisches ansehen. Erachtet Feuer als etwas Physisches. Es wird für das Durchschnittsbewusstsein leichter sein, auf diese Weise zu denken.

 

       151. Schlaf kann die gegensätzlichsten Gründe haben, wie gegensätzliche Auren gleich sein können. Er kann ein nebeliger Ruhezustand sein, oder er kann angespannte Arbeit des feinstofflichen Körpers bedeuten.

       Wenn neben nächtlichem Schlaf auch während des Tages

 [Russisches Original. Seite 77.]


Entrückung erforderlich ist, so heißt das, dass die Arbeit groß ist. Oft ist diese unmerkliche Arbeit von weltweiter Bedeutung.

       Die Regierungen wünschten sich bestimmt ganz besonders solche Mitarbeiter, aber infolge der menschlichen Unzulänglichkeiten verstehen sie es gar nicht, sie zu finden. Ergibt sich jedoch solche eine Möglichkeit, ergreift sie tierische Angst, und sie erklären: „Sehr gefährliche Leute!“

       So ist jeder Begriff, der die Grenzen der gröbsten materiellen Herkömmlichkeit übersteigt, von einer tierischen Angst begleitet. Man muss sich mit der Tatsache trösten, dass es immer so war.

 

       152. Wer immer sich nicht an die Bedingungen der Lehre des Wissens halten kann, lebt in Angst. Man muss die Aura der Angst sehen, um zu verstehen, wie unsinnig dieses Gefühl ist. Solch eine Aura ist nicht nur aufgewühlt, sondern wie gefroren erstarrt, und der Schwingungen beraubt hängt sie gleich dem Joch eines Verbrechers.

       Man sollte sich dem Photographieren der Ausstrahlungen zuwenden. Sogar phosphoreszierende Fische können leicht photographiert werden.

 

       153. Der Frage der Geburt, die mit der Feurigen Welt eng zusammenhängt, werden wir uns später zuwenden. Doch jetzt werde Ich auf die Frage über das Licht in der Feinstofflichen Welt antworten. Gewiss, das Transzendentale des Zustands vermittelt dem ganzen Welteninhalt einen entsprechenden Aspekt. Als ihr Dokyud* besuchtet, habt ihr genügend Licht wahrgenommen. Doch bestimmte Bereiche der Feinstofflichen Welt fallen wegen ihres Zwielichts auf.

       Das Licht ist in uns selbst, und wir erschließen ihm den Weg. So haben auch die Bewohner der Feinstofflichen Welt, die das Licht ersehnen, daran keinen Mangel. Die Spießbürger, denen das Bedürfnis nach Licht fremd ist, verweilen im Zwielicht.

       Das weist auf die unbeschränkte Gedankenschöpfung hin. Jene

 [Russisches Original. Seite 78.]


Sonne, die wir auf Erden unter einem einzigen Aspekt wahrnehmen, kann sich unter der Macht der Gedankenschöpfung in viele Zustände verwandeln. Wer das Licht herbeisehnt, verschafft ihm Zutritt, doch wer ins Zwielicht des Gedankens versinkt, erhält das, worauf er sich beschränkt.

       Deshalb sprechen Wir so oft über die Klarheit des Bewusstseins, über die Unbeschränktheit des Gedankens und über das Erfassen. Solch eine Angleichung des Organismus an die Zukunft zeitigt die wünschenswertesten Resultate. Wie viele Bewohner der Feinstofflichen Welt betrachten den umgebenden Feurigen Nebel und bedauern betrübt etwas, das verloren ging!

 

       154. Wenn Ich sage, dass die Feinde des Guten eine Niederlage erleiden werden, denke Ich an die Wirklichkeit. Man kann sehen, wie Menschen, welche die Verbindung mit der Hierarchie eingebüßt haben, ihre Stellung verlieren und in Vergessenheit geraten. Ihr habt gesehen, wie man abgleiten kann, nicht durch das Schwert des Engels, sondern durch die Entscheidung des Volkes.

       So geschieht es, wenn das schon Nahe, bereits Gegebene, nicht angenommen wird. Man darf nicht warten, bis der Bote sich vom Klopfen die Hand wundschlägt, man muss das Herzverstehen rechtzeitig aufbieten. Die Fäden zur Hierarchie können nicht ungestraft gelöst werden. Die Wolken ziehen unseretwegen auf! So beachtet diese feurigen Zeichen im Leben.

 

       155. Bei großer feuriger Anspannung sollte man sich vor Hautverletzungen hüten. Eine feurige Verbindung unnatürlicher Art verursacht besonderes Brennen. Dieses Phänomen kann für Ärzte von Interesse sein. Und sogar Kratzwunden sollten von der geistigen Seite her betrachtet werden. Psychische Energie ist tätig, doch die besondere feurige Anspannung muss in Betracht gezogen werden. Ebenso erfolgt jeder Vulkanausbruch

 [Russisches Original. Seite 79.]


infolge besonderer Druckverhältnisse. Die Erscheinung feuriger Anspannungen äußert sich in vielen Lebensphasen. Wieder erhoben sich wie feurige Geschwüre neue Inseln im Stillen Ozean.

 

       156. Mit Bedauern beobachten Wir, wie sehr eine grausame Tat viele schon vorbereitete Erscheinungen zunichtemacht. Über solche Verschwendungssucht kann man sich nur wundern!

 

       157. Wonach sollen wir streben, nach dem Endlichen oder nach dem Unendlichen? Der Aufenthalt auf der Erde ist von kurzer Dauer; befristet sind auch die Feinstoffliche Welt und die Welt der Gedanken; doch außerhalb zeitlicher Begrenzungen besteht die Feurige Welt, das heißt, dass man zu ihr streben sollte.

       In den Welten mit begrenztem Aufenthalt wird die feurige Rüstung erworben. Die irdische Welt ist wie eine Sackgasse - entweder Aufstieg oder Vernichtung. Sogar die Feinstoffliche Welt wird einen strebsamen Geist nicht zufriedenstellen; alle anderen Leben sind nur Vorbereitungen für die allumfassende Feurige Welt. Einen schwachen Geist erschreckt die Weite der Feurigen Welt, doch Geister, die für den Aufstieg geboren sind, können frohlocken.

       Die physischen Formen sind schön, aber die Sphärenmusik ist unvergleichlich. Doch über diese feinstoffliche Erleuchtung erhebt sich die Feurige Herrlichkeit! Das Ozon hier auf Erden erscheint als ein Bote von Oben, doch es ist die gröbste Erscheinung der Atmosphäre. Das irdische Himmelblau ist erhaben, doch verglichen mit der feurigen Strahlung ist es wie Wolle.

       So können jene, welche die Feurige Welt betraten, die Erdenluft nicht atmen. Nirwana ist wahrhaftig feuriger Aufstieg. In jeder Lehre finden wir ein Symbol dieses feurigen Aufstiegs. Sergius* empfing das feurige Sakrament. So wird anschaulich das Zeichen

 [Russisches Original. Seite 80.]


höherer Möglichkeiten gegeben.

       Es kommt die Zeit, und sie ist schon nahe, in der die Menschen es nicht verstehen werden, die feurigen Möglichkeiten anzunehmen. In ihrer Verwirrung werden sie vergessen, dass ihnen feuriges Sichanschließen bestimmt ist. Anstatt von der Kraft des Feuers erfüllt zu sein, werden sie sich auf Widerstand verlegen. Deshalb wiederhole Ich die Notwendigkeit des Feurigen Sichanschließens und erinnere daran.

       Viele gefährliche chemische Zusammensetzungen werden Bestürzung hervorrufen. Gerade die Überfüllung der Feinstofflichen Welt weist darauf hin, wie krank der Planet ist. Da diese Gefahr sichtbar wurde, ist es Unsere Pflicht, zu warnen.

 

       158. Psychische Energie, anders gesagt feurige Energie oder Agni, kommt in jedem Lebewesen zum Ausdruck. Jeder Mensch kann in sich grobstoffliche, feinstoffliche und feurige Elemente unterscheiden. Wo immer wir die Erscheinung der psychischen Energie fühlen, dort gibt es schon den feurigen Bereich. Aus diesen Bruchstücken kann sich eine ganze feurige Weltvorstellung bilden. Jeder kann bei aufmerksamer Beobachtung der Reflexe seines Wesens viele Wesenszüge des feurigen Bereiches wahrnehmen.

       Dies sollte beachtet werden; denn auf solche Weise betrachten wir die Feurige Welt nicht mehr als etwas Abstraktes. Solch eine Vorstellung über die Feurige Welt ist besonders schädlich, weil die ganzen abstrakten Deutungen nicht der Evolution dienen.

 

       159. Wir können in unseren Eigenschaften die Merkmale der Feinstofflichen Welt erkennen; sie werden nicht immer mit der psychischen Energie zusammenhängen. Doch viele Erinnerungen, viele Abneigungen und Zuneigungen können Produkte der Feinstofflichen Welt sein. Ebenso

 [Russisches Original. Seite 81.]


können sich Erinnerungen an irgendwelche Personen oder Orte, die man zuvor nie gesehen hat, als nicht von der physischen Welt erweisen.

 

       160. Ebenso kann man anhand einzelner Fakten die Feinstoffliche Welt wie eine ganze Weltanschauung erkennen; doch dafür bedarf es der Aufmerksamkeit oder vielmehr jener Verfeinerung, die man Kultur nennt.

 

       161. Ihr habt richtig bemerkt, dass inneres Unwohlbefinden besonders verderblich ist. Man kann alle Prozesse gewinnen, man kann neuen Freunden begegnen, aber innere Zersetzung kann den besten Freund verjagen. Pfefferstaub reizt jeden zum Niesen. Genauso kann sich Imperil* verbreiten. Ihr habt es des öfteren erlebt, wie neue Umstände eintraten, die jedoch bewältigt werden mussten.

       So muss man ein für alle Mal die Ansteckung durch Imperil begreifen! Es ist unzulässig, sich der Zersetzung gegenüber leichtfertig zu verhalten! Dieser Prozess wirkt ansteckend wie Lepra. Es kann entweder Stärkung einsetzen oder Zersetzung, eine dritte Möglichkeiten gibt es nicht.

       Eine Stärkung zu erzwingen, kann nicht befürwortet werden. Man kann niemanden durch Zwang von Lepra retten. Man kann niemanden durch Gewalt von Imperil fernhalten.

       Freundlichkeit ist nicht Gewalt. Wachstum des Herzens kommt nicht von der Knute, und der Garten der Schönheit kann nur durch schöne Taten wachsen. Eine Beleidigung der Hierarchie ist nicht wiedergutzumachen.

 

       162. Ein Sadhu[23] wies auf eine Mangofrucht und sagte: „Hier gibt es drei Welten - erstens die Haut, die wertlos ist; dann das Fruchtfleisch, das vergänglich, jedoch nahrhaft ist; und schließlich der Kern, der in Ewigkeit bewahrt werden kann.“ Die Haut ist dünn, das Fruchtfleisch ist schon substantieller, und mächtig ist der Kern.

       Das Ei bietet dieselbe Analogie:

 [Russisches Original. Seite 82.]


Die Schale ist vergänglich, das Eiweiß ist nahrhaft, obgleich nicht für lange; und dann der feurige Dotter.

       Der Mensch stellt die Synthese aller Naturreiche dar, außerdem ist das Symbol der drei Welten überall sichtbar. So ist der Brauch, an einem Festtag gefärbte Eier zu tauschen, ein uraltes Symbol. Die Menschen wollten einander an den Pfad der drei Welten erinnern, an den Pfad des Aufstiegs und der Auferstehung. Vergessen wir daher nicht, dass der Pfad sogar durch einfache Gegenstände gekennzeichnet wurde.

 

       163. Völlig begreiflich ist der Wunsch, zu erfahren, warum uns beim Besuch der Feinstofflichen Welt die Vielfarbigkeit der Auren nicht erstaunt. Fürs erste transportiert das Bewusstsein viele Eindrücke, doch maßgebend ist, dass es dort eine synthetische Harmonie gibt. Man kann in der Tat den Grad der Erleuchtung erkennen, und die Strahlung selbst kann, genauso wie in der grobstofflichen Welt, gedanklich hervorgerufen werden.

       Es wäre unerträglich, wenn die ganze Feinstoffliche Welt in vielfarbigen Regenbogen erbebte. Sogar auf Erden kann der Regenbogen manchmal aufreizend sein. Doch die Feinstoffliche Welt leuchtet wirklich in völliger Harmonie. Wir sprechen nicht von den niederen Schichten, in denen keine Harmonie anzutreffen ist.

 

       164. Ebenso sollte man sich die Wesenheiten der Feurigen Welt nicht ständig von Feuerzungen umgeben vorstellen. Feuer kann sich kristallisieren, doch seinen gewöhnlichen Zustand kann man als Licht charakterisieren. Diese Mitteilungen sind einfach, doch es ist gut, sie zu erwähnen, um die üblichen Missverständnisse zu vermeiden.

 

       165. Die feurige Aura kann als echtes

 [Russisches Original. Seite 83.]


Merkmal der Feurigen Welt betrachtet werden. Wir müssen uns an die Tatsache gewöhnen, dass wir inmitten des Lebens auf Zeichen dieser Anspannungen stoßen. Grobe Beispiele sind der Zitteraal und andere Tiere, die Elektrizität abgeben. Doch es gibt wirklich einige Menschen, die, abgesehen davon, dass sie über Elektrizität verfügen, eine solche Ladung dieser Energie in sich haben, dass sie bei Berührung Schläge und Funken auslösen. Das ist nicht Besonderes, doch es ist lehrreich zu beobachten, wie die Grundenergie gespeichert ist.

 

       166. Es sollte daran erinnert werden, wie genau jeder Hinweis von Urusvati ist, und auch daran, dass jedes ihrer Gefühle eine Grundlage hat. In den Gefühlen werden nicht nur feurige Eruptionen und Erdbeben, sondern sogar ferne Wirbelstürme registriert; und diese Wahrnehmungen sind unfehlbar; denn das feurige Bewusstsein berührt alles feinfühlig; auch gibt es keine Irrtümer im Beurteilen von Menschen; denn dem feurigen Bewusstsein offenbart jeder sein Wesen.

 

       167. Wo ist jener kleine Wurm, der den Hebel der Ereignisse bewegen kann? Wo ist der kleine Wurm, der bereits Zusammengefügtes auflösen kann? Man braucht nach keinem Berg von Gutem suchen, er kann sich als Sandkorn offenbaren. Man sollte nicht nur vor einer schwarzen Wolke Schutz suchen. Übel schleicht sich leichter ein als der kleinste Wurm. Unter allen Umständen ist es notwendig, auch kleine Maßstäbe anzulegen. Das Atom ist klein, aber es enthält viele Geschicke.

       So nähern wir uns dem Feuer, und die Grenzlinie zwischen Brandwunden und behaglicher Wärme für den Frierenden ist schmal. Ich bemühe Mich, euch mit allen Vergleichen Kenntnis über die Feinstofflichkeit des feurigen Elements zu vermitteln.

 

       168. Die Antipoden von Feuer sind Erde und Wasser. Leider sind diese beiden Elemente zu greifbar und

 [Russisches Original. Seite 84.]


entfernen so von der feurigen Wahrnehmung. Deshalb ist es für die Menschen so schwierig zu begreifen, dass Feuer sich in keinem beständigen Zustand befindet, es ist ewig entweder in Evolution oder in Involution, und beide Bewegungen unterliegen dem Gesetz der Progression.

 

       169. Wieder einmal sehen wir uns einer Reihe bedrohlicher Ereignisse gegenüber. Wieder erinnere Ich euch an das Löwenherz. Ich spreche nicht von Fehlschlägen, weil ernste Ereignisse folgenreich sind. Seid über die Spannung und über besondere, wechselnde Wellen nicht erstaunt. Man muss um das Auftreten von Rhythmusstörung wissen. Wo immer alles gut verläuft, werdet ihr kaum beteuern, dass ihr an Mir, der einzigen Stütze, festhaltet.

        Befolgt Meine Weisungen auf das Genaueste. Genauigkeit ist wichtig, denn kleine Risse sind sehr gefährlich. Man muss durchhalten mit dem Löwenherz.

       Glauben wir nicht, die Feinde seien schwach, denn sie sind stark; jedoch Ich spreche nicht, um euch zu ängstigen, sondern nur, um das Löwenherz zu festigen.

 

       170. Einst ergriff ein Herrscher nach einer Ratsversammlung eine Tonvase und zertrümmerte sie vor den Augen aller. Als man ihn nach dem Sinn dieses Tuns fragte, sagte er: „Ich gemahne euch an das, was nicht wiedergutzumachen ist.“ Wenn wir den einfachsten Gegenstand zerbrechen, verstehen wir, dass dies nicht wiedergutzumachen ist, doch noch weniger sind gedankliche Taten wiedergutzumachen!

       Wir haben uns daran gewöhnt, uns mit groben Begriffen zu umgeben, und sie haben alle höheren Begriffe verdrängt. Dächten Herrscher öfter daran, dass gedankliche Beschlüsse nicht wiedergutzumachen sind, sie würden viele Missgeschicke verhüten.

       Ein des geistigen Prinzips der Selbstvervollkommnung unkundiger Herrscher

 [Russisches Original. Seite 85.]


kann die vielen ihm anvertrauten Bewusstseine nicht führen. Ein Herrscher ist ein lebendiges Beispiel. Ein Herrscher ist ein Gestalter der Wege in allen Welten. Er schafft die Grundlage für Wohlstand, doch es wird nicht allein Wohlstand auf der materiellen Ebene sein. So wird der kein wahrer Herrscher sein, für den Feuer nur am Ende eines Zündholzes existiert. Seine Größe wird seiner Vorstellung gleichen.

 

       171. Das Bedürfnis nach feuriger Erkenntnis wird, genauso wie die Vorstellung, im Bereich aufgespeicherter Lebenserfahrungen liegen. In der Tat, die Erinnerung an die Feurige Welt ist unvergleichlich seltener als feinstoffliche Eindrücke. Oft finden die Menschen für feurige Eindrücke keine Worte. Oft denken die Menschen nicht mit ihren Gedanken, sondern beschränken ihr Denken auf die herkömmlichen Worte anderer und führen auf diese Weise tote Worte in den unermesslichen Bereich des Gedankens ein.

 

       172. Der Orkan, die Wirbelwinde und ähnliche Zerstörungen erinnern an irreparabel zerbrochene Vasen. Deshalb muss man sein Denken mit der Hierarchie vereinen. Nur so wird die Erde nicht unter den Füßen versinken.

       Ich bestätige, dass die irdische Grundlage allmählich endgültig ihren Sinn verliert. Die Menschen werden begreifen, wie sehr die Zustände der Welt sie zu den nächsten Stufen treiben!

 

       173. Das Herz, der Kelch und der Solarplexus sind wahrlich kosmische Thermometer. Man muss die Spannung in der Welt begreifen, deshalb spreche Ich über das Bewahren der Freundlichkeit, als die Grundlage guter Gesundheit. Man muss begreifen, wie sehr das Herz der Freundlichkeit bedarf. Es gibt viele schwarze Sternchen, als wären sie Zeichen des Angriffs der Finsternis.

 [Russisches Original. Seite 86.]


       174. Jener Übergangszustand, der uns mit der Hierarchie verbindet, wird der „Funke der Weisheit“ genannt. Das ist weder Leere noch Teilnahmslosigkeit noch Gewalt, sondern ein vollbewusstes Öffnen des Herzens.

 

       175. Was besonders wichtig ist, das wird im Denken gewöhnlich völlig vernachlässigt. Die realsten Umstände werden nicht erfasst. Die Menschen wollen nicht bemerken, wie ihre Fähigkeit schwindet, Empfindungen jenseits des Physischen zu bemerken. Indes kann man sogar bei gewöhnlichem Husten, Gähnen oder Niesen einen Augenblick eines besonderen Zustandes jenseits des Physischen wahrnehmen.

       Wir wollen gar keine weiteren, noch komplizierteren Anspannungen aufzählen, doch wer immer das vorher erwähnte Gefühl hatte, sich jenseits des physischen Zustandes zu befinden, kann bereits beginnen, Erscheinungen der anderen Ebenen zu sammeln.

 

       176. Ihr seht euch der Anspannung des Zentrums der Synthese - des Kehlkopfs - gegenüber. Man muss begreifen, wie viele verschiedene Anspannungen sich vereinen müssen, um auf das Zentrum der Synthese zu schlagen. Zu dieser Anspannung muss man sich sehr vorsichtig verhalten, denn sie wirkt auf das Herz. In solch einem Zustand sollte man die Kehlkopfmuskeln, wenigstens von außen her, schützen und sie nicht durch Sprechen anstrengen.

 

       177. Gönnt sich ein Archat Erholung? Ihr wisst bereits, dass Wechsel der Arbeit Erholung bedeutet, doch die wahre Erholung eines Archaten ist der Gedanke an das Schöne. Inmitten verschiedenartiger Arbeiten ist der Gedanke an das Schöne eine Brücke, eine Macht und ein Strom der Freundlichkeit.

       Wägen wir einen bösen Gedanken und einen guten, und wir werden uns davon überzeugen, dass der schöne Gedanke mächtiger ist. Untersuchen wir verschiedene Gedanken organisch,

 [Russisches Original. Seite 87.]


und wir werden feststellen, dass ein schöner Gedanke eine Schatzkammer der Gesundheit ist!

       Im schönen Denken schaut ein Archat die Leiter des Aufstiegs. In diesem wirksamen Denken besteht die Erholung des Archaten. Worin sonst können wir eine Quelle der Freundlichkeit finden? So können wir daran denken, wenn wir besonders bedrückt sind.

       Wenn sich überall die Riegel der Ichsucht schließen, wenn Feuer in der Finsternis verlöschen, ist dann nicht die Zeit, über das Schöne nachzudenken? Wir erwarten ein Wunder, wir sind bemüht, aus dem Kerker auszubrechen, doch die Leiter des Archaten besteht nur im Schönen.

       Beschmutzen, schmälern wir diesen Pfad nicht! Nur damit werden wir das anziehen, was so wundervoll erscheint. Und liegt das Wunder nicht im unlösbaren Band mit der Hierarchie? Dieses Band birgt die ganze Physik, Mechanik und Chemie sowie das Allheilmittel für alles. Mit ein wenig Bestrebung kann man anscheinend alle Hindernisse beseitigen, doch die Erfüllung dieser Bedingung ist für die Menschen ungeheuer schwierig! Warum haben sie die Flügel der Schönheit beschnitten?

 

       178. Nur durch bewusstes Streben kann die menschliche Evolution voranschreiten. Erwägt ihr besondere Maßnahmen für die Evolution, so ist es notwendig, die ganze Mitarbeit aufzubieten. Ein Lehrer sagt dem Schüler: „Du wirst die Aufgabe nicht lösen, solange du nicht den Wunsch hegst, sie zu lösen.“ So muss man auch im Leben den Wunsch hegen, sich frei in Richtung Evolution zu bewegen.

       Jeder verstehe das auf seine Weise, doch eine positive Bewegung birgt zumindest eine kleine Möglichkeit. Eine gedankliche Bewegung gehört bereits dem feurigen Bereich an.

 

       179. Träume sind von vielen Seiten untersucht worden, dennoch bleibt das, was von größter Bedeutung ist, gewöhnlich unbeachtet. Nächtlicher Lärm, schlechte Verdauung, Gereiztheit

 [Russisches Original. Seite 88.]


und viele oberflächliche Einflüsse werden nicht übersehen, dagegen werden alle Widerspiegelungen der Feinstofflichen Welt, alle Wirkungen der Gedanken auf Entfernung und schließlich alle Hierarchischen Warnungen sowie die feurigen Empfindungen außer acht gelassen.

       Man muss ein äußerst verkümmertes Vorstellungs- und Wahrnehmungsvermögen haben, um diese Grundlagen der Träume nicht zu beachten. Nicht nur richtete der Materialist richtete seine Aufmerksamkeit bloß auf die oberflächlichen Gegebenheiten der Träume, sondern dieser Beobachter war auch von beschränkter Natur. Materialismus kann als Streben nach Wirklichkeit betrachtet werden, doch weder nach Herabsetzung noch nach Beschränkungen.

       Das Träumen hat während des irdischen Lebens eine überaus große Bedeutung. Fast die Hälfte des Lebens wird in Verbindung mit der Feinstofflichen, ja sogar mit der Feurigen Welt verbracht. Einem Zustand, der dem Wachsein gleichkommt, sollte man Achtung zollen.

       Man kann nicht Überessen als die wichtigste Erwägung hinstellen. Man muss gewissenhaft und nicht geringschätzig an die vorher erwähnten vier Grundlagen denken. So wird man vieles wahrnehmen, was lehrreich und schön ist.

 

       180. Hierarchische Träume können an vieles, was sich bereits im Raum gebildet hat, erinnern. Wenn es daher notwendig ist, an das Bedürfnis zu erinnern, alle Angaben zu sammeln, kann (…) ein suchender Mensch gesehen werden. Vergessen wir nicht, dass der Hinweis immer sehr behutsam erfolgt, um Karma nicht zu verletzen.

 

       181. Oft ist es notwendig, an sich bereits gestaltende Ereignisse zu erinnern. Das ist keine Ermutigung, sondern die Wirklichkeit. Die Menschen werden viel häufiger geführt als sie denken. Aber noch häufiger denken sie überhaupt nicht,

 [Russisches Original. Seite 89.]


da sie von einem Strom von Vorurteilen fortgerissen werden. Dennoch können Wir eine Vision oder einen Traum immer dorthin senden, wo es um das allgemeine Wohl geht. Gegenwärtig benötigt die Welt ganz besonders solche Hinweise, sonst könnte die Verwirrung der Geister den Hauptweg verschließen.

 

       182. Die Verwirrung der Geister hindert die Menschen, an die Feurige Welt zu denken. Der entstellte Materialismus hat tatsächlich das Denken von der Materie - als Quelle des Lichts - abgelenkt. Der Geist wurde zurückgewiesen und die Materie vergessen, übrig blieb der Basar!

       Die Menschen halten das Gesagte für eine Übertreibung, doch hier ein einfaches Beispiel: Entsendet einen Boten mit einer Bitte nach Gutem und einen mit der Bitte nach Bösem und vergleicht die Ergebnisse. Wenn ihr die Antworten prüft, werdet ihr begreifen, warum Eile vonnöten ist.

 

       183. Seelenlose Wesen sind allen bekannt. Das ist kein Symbol, sondern eine chemische Realität. Man könnte fragen, inkarnieren diese Menschen in diesem beklagenswerten Zustand? Die Frage zeugt von Mangel an Grundwissen. Niemand kann ohne einen Vorrat an feuriger Energie inkarnieren. Ohne die Fackel Agni betritt niemand die physische Welt. Agni findet in verschwenderischer Weise seinen Ausdruck in allen Wundern der Natur.

       Um Agni zu verschwenden ist es durchaus nicht nötig, gewaltige Verbrechen zu begehen. Wir wissen zur Genüge aus verschiedenen Lehren, dass sogar Räuber sich bekehrten. Agni wird meist im Alltagsleben verschwendet, wenn der Geist schlummert. Durch unbedeutende Tätigkeiten wird die Aufspeicherung von Agni unterbunden. Man muss begreifen, dass die Segnung des Agni natürlich wächst, aber wenn Finsternis den Vervollkommnungsprozess verdeckt, dann schwindet das Feuer unmerklich vom unwürdigen Empfänger, obwohl es chemisch

 [Russisches Original. Seite 90.]


nachgewiesen werden kann.

       Herrlich ist das Gesetz der ewigen Bewegung, ob Evolution oder Involution. Herrlich ist das Gesetz, das jedem inkarnierten Wesen die Möglichkeit bietet, Agni ewiglich in sich zu haben - als Licht in der Finsternis. Herrlich ist das Gesetz, das ungeachtet des Karma, jedem Wanderer Licht spendet. Herrlich ist das Gesetz, nach dem in einem schon vom siebenten Lebensjahr an das Wachstum des feurigen Gartens beginnt. Mögen diese ersten Blüten auch klein sein, mögen sie in ganz winzigen Gedanken erblühen, sie werden ein wahrer Beginn der künftigen Denkrichtung sein. Wie viele herrliche Gedanken werden im Herzen eines Siebenjährigen geboren, solange die vagen Bildnisse der Feinstofflichen Welt aus dem Gehirn und dem Herzen noch nicht geschwunden sind!

       Verschwendung kann auch dann einsetzen, wenn der Boden der Pflanze sich als verrottet erweist. Im Falle solcher Erschöpfung kann man viel helfen oder, wie bereits vor langem gesagt wurde, Feuer spenden. Dieses Spenden findet selbst in kleinsten Handlungen statt. So habe Ich bereits dreimal an Brosamen erinnert. Aus diesen Funken erwachsen riesige Feuer.

 

       184. Stellt euch seelenlose Menschen nicht als Ungeheuer vor. Auf verschiedenen Gebieten erlangen sie sogar eine mechanische Vorrangstellung, doch das Feuer hat sie verlassen und ihre Werke verfinsterten.

 

       185. Gewiss, jedem steht es frei, sein Schicksal zu bestimmen, ja sogar seine endgültige Auflösung. Doch seelenlose Wesen sind sehr ansteckend und schädigend. In solch einem erloschenen Zustand tritt leicht Besessenheit ein. Erachtet es nicht als Übertreibung, dass fast die Hälfte der Bevölkerung des Planeten

 [Russisches Original. Seite 91.]


dieser Gefahr ausgesetzt ist. Freilich, die Grade sind unterschiedlich, jedoch sobald die Zersetzung einsetzt, schreitet sie rasch voran.

       Das gleiche kann man bei vergangenen Kulturen beobachten. Die Feuer des Geistes erloschen wie rauchige Scheiterhaufen, und jeder Rauch ist giftig, wenn keine nützliche Substanz beigemengt wird.

 

       186. Die Berührung mit der Feurigen Welt bietet nicht nur für künftige Leben Nutzen, sondern auch für das gegenwärtige.

       Nicht umsonst wurde gesagt, dass ein feuriger Wunsch erfüllt wird. Betrachten wir das nicht als geheime, trügerische Vermutung, nehmen wir es als Wirklichkeit an. Feuriges Denken kristallisiert die entsprechenden Sphären dermaßen, dass der Gedanke an sich schon eine Verwirklichung ist.

       In der Tat, rechnen wir nicht mit irdischen Fristen, denn die räumlichen Feuer sind zeitlos. Teilen wir das Leben nicht, denn das Leben ist ewig.

       Doch der feurige Wunsch wird erfüllt werden. So gestalteten sich viele aufgezeigte Bildnisse bereits in beständigen Speichern. Betrachten wir diese feurigen Wünsche in vollem Bewusstsein, und seien wir nicht oberflächlich, wenn wir uns mit diesem Wesen des Daseins befassen.

 

       187. Oftmals habe Ich vom Schaden des Trennens gesprochen. Wenn das Leben ewig ist, wenn wir einander nicht durch herkömmliche Töne, sondern durch etwas jenseits der Sprache verstehen, dann sind wir verpflichtet, diese Kraft in Richtung Vereinigung anzuwenden. Wer trennt, hat Unrecht. Wer Trennung duldet, hat Unrecht. Es ist richtig, dass jene die Besten sind, die zusammenhalten.

       Es ist nicht die Zeit, nach Art der Höhlenbewohner mit erwählten Arbeitern zu prangen. Alle, der ganzen Linie der Hierarchie entlang, sind Arbeiter, möge nur niemand die Erfüllung der feurigen Wünsche verhindern.

 [Russisches Original. Seite 92.]


       188. Sogar für eine einfache Untersuchung durch Strahlen schreibt der Arzt eine besondere Diät vor. Jedoch um wie viel feiner ist die Berührung mit dem Feurigen Bereich.

       Man muss sich nicht nur durch Ernährung vorbereiten, sondern auch durch andere äußere und innere Mittel. Die Bedingungen der Ernährung sind nicht kompliziert. Die Hauptsache ist, Blut zu meiden, denn es ist ein Element, das dem verfeinerten Organismus ungeeignete Emanationen zuführt. Doch sogar im äußersten Notfall kann Blut gemieden werden, indem man getrocknetes oder geräuchertes Fleisch zu sich nimmt.

       Ebenso sollte man sich bei der Einteilung von Getreide- und Pflanzennahrung vom Zustand seines Organismus leiten lassen. Selbst ohne Yoga-Kenntnisse kann jeder verstehen, dass jede Übertreibung schädlich ist. Jeder weiß, dass Rohkost sehr vitaminreich ist.

       Doch alle diese Bedingungen, ebenso übermäßiges Pranayama*, können nicht mit dem Erfassen des Herzens verglichen werden. Ihr selbst wisst, wie die Feuer aufblitzen und wie einen die schönsten Gedanken leiten. Vielleicht habt ihr des öfteren von Sadhu-Räubern gehört; und sie zählen gewiss sehr eifrig ihr Pranayama. Ihr habt auch von bestimmten Rischis* gehört, die nicht davor zurückschreckten, sogar unter den schwierigsten Bedingungen Menschen zu helfen. Es ist besonders empfehlenswert, sich an jedem Gedenktag der Aneignung des Feuers durch das Herz zu erinnern. Alle übrigen Bedingungen ergeben sich gemäß der Würde des Herzens.

       Das Herz wird sich nicht mit fremdem oder tierischem Blut anfüllen, denn die Eigenschaft des Herzens nimmt es nicht auf. Das feurige Herz wird nicht mit üblen Reden erstickt, weil dies seiner Natur widerspricht. So lasst uns das natürliche Entflammen der Feuer begrüßen und immer dazu beitragen.

 [Russisches Original. Seite 93.]


       189. Das Maß wird vom Herzen erkannt. Für den Ausdruck des Maßes sind Worte nutzlos. Dennoch kennt jedes entwickelte Herz das Maß jeder Anwendung.

 

       190. Die Neue Ära kann nur durch die Merkmale der Kultur aufgebaut werden. Deshalb wird Kultur als die einzige Verteidigung gegen den Verfall verkündet. Jetzt sollte man nur dieser Richtung entlang streben. Unser Befehl ist, keine Gelegenheit zu versäumen, die Menschen an die Kultur zu erinnern. Mögen die Menschen Uns für Fanatiker dieser Idee halten, aufhorchen und sich daran gewöhnen werden sie doch. So führen Wir Denkmuster ein.

 

       191. Wir sprachen von Feierlichkeit, Freundlichkeit und Seelengröße - lasst uns das Quadrat mit Dankbarkeit vollenden. Vom Geringsten an leuchten die Funken der Dankbarkeit entlang der ganzen Hierarchie. Wertvoll sind diese Feuer!

 

       192. Sogar wenn jemand durch Zufall Gutes tut, lobt ihn. Spendet Lob für jede Krume Gutes. Für den, der in der Finsternis aufschreit, ist es gleichgültig, wer Licht bringt. Die Ausweitung des Gesichtsfeldes bedeutet Lichtbringen. Diese Tat ist für beide segensreich; für den Überbringer und den Lichtempfänger. Für den Überbringer bedeutet das Überbringen von Licht Erweiterung. Aus einer Flamme wurden zwei. Das heißt, Gutes wurde vollbracht.

 

       193. Das Gute in den Händen der Menschen ist wie die Ampel eines jeden Abends. Finsternis bricht an, doch die Ampel steht bereit, und eine erfahrene Hand entzündet sie. Doch wiederum sage Ich: Lobt jede gute Tat, sie ist eine Offenbarung von Seelengröße. Möge jeder Funke Gutes zu einer Flamme entfachen.

       Obwohl Gutes größtenteils zufällig getan wird,

 [Russisches Original. Seite 94.]


ist es dennoch gut. Es wäre zu viel, immer eine bewusst gute Tat zu fordern; möge die Finsternis sogar durch trübe Lichter zerstreut werden. Eine völlige Finsternis wird schon bei einem einzigen Lichtfunken nicht mehr dieselbe sein. Hinter dem Gedanken, dem Wort und der Tat steht schon Licht. So wird jeder, der den Lichtfunken zu finden vermag, schon ein heller Mitarbeiter sein.

 

       194. Beim Erkennen der Feurigen Welt muss man das Unbedeutende für immer vergessen, weil es nicht besteht. Wie ein Arzt beim Zusammenstellen eines Heilmittels nichts als unbedeutend erachtet, so ist auch das Stäubchen Schießpulver in einem Pulverturm von nicht geringer Wirkung. Wir verfeinern uns durch die Beispiele des Lebens.

       Welchen Nutzen hat Bildung, wenn das Gehirn listig und die Zunge verlogen bleibt? Man kann die Menschen nach der Verfeinerung des Herzens einteilen, aber nicht nach der Verlogenheit des Bewusstseins. Glaubt nicht, Verlogenheit des Bewusstseins hätte für die Feurige Welt keine Bedeutung. So kommen wir wieder von der Moral zur Chemie.

 

       195. Jeder Arzt wird euch sagen, dass ein Gemisch der besten Bestandteile oft sogar ein zerstörendes Ganzes ergeben kann. Auf allen Gebieten ist Mischen sehr gefährlich. Durch Mischen traten manchmal hässliche Komplikationen zutage. Wie vorsichtig muss man dem Pfad des Bewusstseins folgen, um seine Füße nicht auf verschiedenen Pfaden vorzufinden! Das Ziel des Lebens ist es, sich mit allen Bereicherungen des Bewusstseins in der Feurigen Welt vorzufinden.

 

       196. Man sollte nicht meinen, ein Archat könne in seinem Bewusstsein den Führenden Willen auch nur für einen Augenblick außer acht lassen. Er wird zum einfachen Sterblichen, wenn Er nicht immer feierlich den Kelch der Heldentat trägt. Die Macht Seines Herzens ermattet, sobald Er nicht mehr

 [Russisches Original. Seite 95.]


den Hierarchischen Faden in Seiner Hand spürt. In dieser Erkenntnis ewiger Wachsamkeit besteht die Einmaligkeit des Archaten.

       Wenn Ich von Wachsamkeit spreche, so lehre Ich euch die Grundlagen der Erkenntnis. Doch diese Feierlichkeit ist bei der Verwirrung der Atmosphäre nicht leicht. Es ist nicht leicht, bestrebt wachsam zu sein, wenn der Staub der Zersetzung umherwirbelt. Man kann nicht genau die gleichen Forderungen stellen, wenn die Feste[24] bebt.

       In der Tat, nur ein Archat kann in der Verwirrung die Menschheit retten.

 

       197. Die neue Rasse kann in verschiedenen Erdteilen geboren werden. Seid nicht erstaunt, wenn einzelne Offenbarungen an den unerwartetsten Orten zutage treten; denn auch Magnete werden auf die von der Menschheit unvermutetste Weise ausgelegt. Jedoch beim Auslegen von Magneten werden viele Umstände in Betracht gezogen. So ist das Netz der entstehenden Rasse bis in ferne Randgebiete verstreut. Doch ein Teil der Welt bestimmt das Schicksal des Jahrhunderts. Ich werde jenen Teil der Welt nicht nennen, doch die Geschichte der ganzen Entwicklung hat ihn hinreichend gekennzeichnet.

 

       198. Die Menschen erkennen nicht selten kleine Teile der Sphärenmusik, genauso wie sie die Schwingungsunterschiede des Lichts erkennen; und nur ein unrichtiges Verhalten allem gegenüber hindert sie, sich darauf zu konzentrieren. So beginnt der Teufelskreis der Unaufrichtigkeit. Die Erscheinung der Wirklichkeit wird der Kategorie des Unzulässigen zugeordnet.

       Es ist traurig ansehen zu müssen, wie Menschen sich ihrer besten Erscheinungen schämen. So verletzen sie nicht nur ihre eigene Bedeutung, sondern werden auch zu Schöpfern der Hässlichkeit

 [Russisches Original. Seite 96.]


in der Feinstofflichen Welt. Jene Menschen, welche die Wirklichkeit zurückgewiesen haben, tragen das ständige Brandmal einer Lüge.

 

       199. Man muss seinen Kopf in trügerische Herkömmlichkeit vergraben, um zu fürchten, sogar sich selbst gegenüber zu bekennen, was man sieht und hört. Es erfordert keine Sophisterei, um ehrlich und ohne Ichsucht das zu bewerten, was vor sich geht.

 

       200. Man sollte nicht vergessen, wie viele Steine auf den Pfad des Aufstiegs geworfen werden. Nur ein erfahrenes Bewusstsein wird angesichts eines Nebenpfades die Sicht nicht verlieren. Unaufhaltsames Streben muss auch die ganze Findigkeit umfassen. Manchmal geben Wahnsinnige in ihren Bestrebungen ein Beispiel von Findigkeit. Es scheint, als solle der Intellekt den Wanderer nicht aufhalten!

 

       201. Nicht allein durch Gesang und den Rhythmus der Musik wird Schwingung erzeugt, sondern auch durch jede Maschine, die mit feurigen Energien in Berührung kommt. So ist auch jede Anspannung, oder besser gesagt, Erschütterung ein Leiter der gleichen Erscheinung von Agni. Man muss sich daher angewöhnen, den Funken in jeder Anspannung herauszusuchen und zu erkennen.

       Es ist nicht nötig, den krankhaften Menschen, die Anstrengungen meiden, nachzueifern. Man sollte jede feurige Schwingung als reinigendes Prinzip begrüßen. Was gewöhnliche Menschen als ruhiges Leben verstehen, ist nicht als ein Erlöschen des Feuers. Sie haben sogar ganze Systeme ersonnen, um das Feuer von Kindheit an zu ersticken.

 

       202. Das Streben zum felsigen Pfad wird nicht äußerlich erworben, es wächst von innen her, allein über aufgespeicherte Erfahrung.

       Man muss die völlige Unanfechtbarkeit und Ewigkeit des Lebens kennen, um furchtlos voranzuschreiten. Man muss

 [Russisches Original. Seite 97.]


die Unzerstörbarkeit seines Wesens begreifen, um diesen Wert auf die Waage zu legen. Es kann nur ein unveränderlicher Wert angenommen werden; so werden wir es lernen, diesen Wert zu behüten und zu verwirklichen.

       Man darf nicht meinen, dass viele den Wert des Geistes beschädigen. So sei es. Denn wir tragen die Arche der Monade, wissend, dass ihre Erhebung der Welt von Nutzen sein wird.

 

       203. Das Neue kann für den Archaten nicht neu sein. So vieles hat sich vor Seinen Augen abgespielt. Es ist lehrreich zu beobachten, wie in verschiedenen Epochen das gleiche Wissen und die gleichen Entdeckungen nicht nur verschieden benannt werden, sondern auch in entgegengesetzter Weise ins Leben treten. So lassen sich viele wörtliche Widersprüche erklären.

 

       204. Tiefes Atemholen ist ein Zeichen besonderer Anspannung. Deshalb darf man eine Erschütterung nicht bloß als Missgeschick und Leid betrachten. Des öfteren habt ihr gehört, dass es vor einem epileptischen Anfall oder vor bestimmten anderen Krankheiten zu Augenblicken der Ekstase gekommen ist. Doch das ist bloß der Übergang des Bewusstseins in eine feurige Erscheinung. Daher würden Mönche und Sadhus dieses feurige Gefühl gegen keinen Schatz eintauschen.

 

       205. Das Wissen über Vitamine ist ein Zeichen des kommenden Zeitalters. Doch der physischen Substanz der Vitamine sollte man bewusst psychische Energie hinzufügen; und dann werden zahlreiche Fragen physischen und geistigen Heilens gelöst sein.

       So kann man anfangen, das Zusichnehmen von Vitaminen mit einem entsprechenden Gedanken zu begleiten. Sogar bei den einfachsten physischen Handlungen kann man die Einwirkung des Gedankens bemerken.

       Ein Beispiel: Man werfe einen Ball mit gleicher physischer Anstrengung,

 [Russisches Original. Seite 98.]


wird aber die Anstrengung von unterschiedlichen Gedanken begleitet, wird die dem Ball verliehene Kraft natürlich verschieden sein. Daraus ist zu ersehen, wie sehr wir sogar unsere gewöhnlichen Handlungen entweder hindern oder fördern können. Ähnliche Versuche müssen in den Schulen eingeführt werden, um an einfachen physischen Apparaten die Kraft des Gedankens zu demonstrieren.

       Die Vitamine selbst gehören dem Bereich der psychischen Energie an, anders ausgedrückt, sie gehören der feurigen Sphäre an, das heißt, dass ihre Verschmelzung mit einem feurigen Gedanken die mächtigste Verbindung ergibt.

 

       206. Unter den nützlichen Entdeckungen muss man jene des feurigen Bereiches erkennen. Ihre Wechselbeziehung kann zu sehr wertvollen Ergebnissen führen. Sie werden in Richtung neuer Verfeinerung führen und aufzeigen, wie viele nützliche Substanzen aus Unwissenheit aus dem Gebrauch verdrängt werden.

 

       207. Die Grundlage eines Gefühls ist seine Unbegrenztheit; so wird man verstehen, warum Ich davon spreche, dem Gefühl näher zu kommen und es ständig zu vertiefen. Bedenkt, dass die feurige Annäherung keine Grenzen kennt, sie übersteigt unsere Dimensionen!

       Solch ein Umstand muss völlig wissenschaftlich angenommen werden. Noch kürzlich behauptete man, das Atom wäre unteilbar, doch wie es sich erwies, ist diese Begrenzung nur relativ.

       So kann man sich dem Gedanken über die Unbegrenztheit anschließen. Doch wie wir bereits übereinkamen, ist Substanz Gefühl und umgekehrt. Beginnen wir also, Gefühl als Unbegrenztheit zu verstehen. Mit anderen Worten, das Gefühl führt zu den Feurigen Toren.

 

       208. Ihr seid erstaunt, dass vor dem Erdbeben

 [Russisches Original. Seite 99.]


Maßnahmen getroffen wurden, um Herzkrämpfe zu vermeiden. Lenkt nicht vor allem das Gefühl solche Telegraphie? Genau genommen, die Lebenssubstanz des Gefühlswissens erfordert keinen herkömmlichen Apparat. Doch ist es natürlich notwendig, diese Substanz wechselseitig zu nähren. Die Gedanken von Urusvati waren wirklich die beste Nahrung für diese Leitung.

 

       209. Wie könnte sich jemand die Wirklichkeit der Feurigen Welt vorstellen, wenn es ihm an Gefühlswissen fehlt? Aber diese Eigenschaft muss mit ganzer Hingabe gepflegt werden; diese Hingabe muss nämlich im Herzen sein, nicht auf dem Papier. Die Annahme der Feurigen Welt erfordert auch Mut, denn jeder unwissende Gedanke lehnt sich in erster Linie gegen die Feuer des Herzens auf.

 

       210. Die Tatsache, dass wenigstens einige den Sinn des Lebens verstehen und die Feurigen Welten anerkennen, tröstet Uns. Rechnet nirgends mit Massen, doch denkt zugleich an ganze Völker. Die Brennpunkte des Daseins treten auf unerforschlichen Wegen in Erscheinung.

 

       211. Ich begrüße es, wenn ihr die Erscheinung der psychischen Energie und der entsprechenden Drüsen sammelt. Dabei muss man die zeitliche Aufeinanderfolge der Mitteilungen beachten. In dieser Reihenfolge kann man den beabsichtigen Rhythmus erkennen. Es ist kein Zufall, dass verschiedenen Menschen in verschiedenen Ländern Hinweise gegeben werden. Der Wechsel der Wellen von Ost und West ist ebenfalls kein Zufall. Das vergessene Gebiet wird allmählich von neuem erobert werden.

       Wieder nähern wir uns den Grundlagen des Daseins. Gerade auf diese Weise werden wir das Leben wieder als einen Vorgang der Selbstvervollkommnung verstehen

 [Russisches Original. Seite 100.]


und sowohl die ethischen als auch die wirtschaftlichen Forderungen lösen.

       Daher ist es so wichtig, alle über psychische Energie gemachten Angaben aus verschiedenen Quellen sorgfältig zu sammeln, ohne sich durch ihre scheinbaren Widersprüche einschüchtern zu lassen. Nichts hat so viel Anlass zu Kontroversen gegeben wie die psychische Energie. Diese Blumen des Daseins können nur von einer geübten Hand gesammelt werden, eine andere könnte unter den Zeichen aller Zeitalter und Völker schwanken. Es gab kein Volk, das nicht von Agni geträumt hätte und dafür die besten Gleichklänge sammelte.

       Ein einseitiges Bewusstsein stolpert unvermeidlich über Dogmen und wird durch Sophisterei erschreckt. Jedoch Sophia ist nicht Sophisterei, und ein Versuch ist kein Vorurteil - so kann man eine brauchbare Sammlung anlegen.

 

       212. Ich begrüße es, dass das Kalachakra* jetzt zusammengestellt wird. Diese Feurige Lehre ist von Staub bedeckt, aber sie sollte verkündet werden. Nicht der Verstand, sondern die Weisheit gab diese Lehre. Sie sollte nicht den Händen unwissender Interpreten überlassen werden. Viele Wissensgebiete sind im Kalachakra vereint; nur ein unvoreingenommener Geist kann sich in diesen Aufschichtungen aller Welten auskennen.

 

       213. Ein Anschwellen und eine Empfindlichkeit der Drüsen ist besonders während der Schulzeit zu bemerken. Die Ärzte bemühen sich auf verschiedene Art, diese Erscheinungen nach innen zu vertreiben oder die Drüsen zu entfernen. Aber kaum jemand dachte darüber nach, dass die besondere Empfindlichkeit der Drüsen auf feurige Erscheinungen zurückzuführen ist, die durch eine neue Anspannung des Gehirns und des Herzens hervorgerufen werden. Weder Erkältung noch die stickige Atmosphäre der Wohnräume rufen die Anspannung der Drüsen hervor, sondern die neue Tätigkeit der feurigen Zentren. Eine ähnliche Anspannung

 [Russisches Original. Seite 101.]


äußert sich nicht selten auf der Hautoberfläche.

       Die Behandlung durch reine Luft verringert natürlich die Spannung, denn die feurige Eigenschaft des Prana stellt den unausgeglichenen Zustand der Drüsen wieder her, indem sie eine feurige Harmonie schafft. Doch jedes gewaltsame Entfernen eines feurigen Apparates hat zweifellos eine gewaltige Wirkung für die Zukunft, weil damit die Feinfühligkeit der Aufnahmefähigkeit vermindert wird.

 

       214. Im Altertum erachtete man es als nützlich, auf die Drüsen Wurzeln der Pflanzenfamilie Igniridaceae[25] aufzulegen, doch das ist eine sehr primitive Heilweise, denn die feurige Eigenschaft dieser Pflanzen kann nützlicher genutzt werden. Sie liefern einen wertvollen Extrakt zur Steigerung der feurigen Tätigkeit. Offensichtlich wollten die Alten Gleiches mit Gleichem heilen.

       Gut sind auch Wermut und Rosenöl, die beruhigend wirken, obgleich nicht so schnell. Gewiss, Pflanzen mit feurigen Eigenschaften bieten viele Anwendungsmöglichkeiten und zählen zu den kräftigenden Heilmitteln.

 

       215. Das Missgeschick der Menschen liegt darin, dass sie das Erste zu verschmähen und nach dem Zweiten zu greifen pflegen. Doch der Zutritt zu den höheren Energien verpflichtet, das Grundlegende zu verstehen.

 

       216. Es ist wichtig, an die Bewegung Verstandes zu erinnern, der, in die Ferne schweifend, Naheliegendes außer acht lässt. Bei der Verwirrung der Geister ist diese unentschuldbare Nachlässigkeit dem Naheliegenden gegenüber besonders sichtbar.

 

       217. Bei feuriger Anspannung ist es von besonderem Nutzen, zusammenzukommen und dem Feuer eine neue Richtung zu verleihen, doch sollten sich die Menschen nur treffen, wenn sie nicht gereizt sind.

 [Russisches Original. Seite 102.]


Auch Augenblicke des Schweigens sind wie Balsam der Ruhe, durch die ein nahe stehendes Herz gestützt werden kann.

 

       218. Natürlich, das rote Licht spendet keine Ruhe. Man muss bemerken, wie angespannt der Raum ist.

       Würden die Häupter der Regierung nur verstehen, dass kosmische Zustände eine bestimmte Bedeutung haben! Doch leider, sogar die wenigen astrologischen Leistungen sind von sinnwidrigen Auslegungen umgeben!

       Wie in allem, sollte man zum Einfachsten und Genauesten zurückkehren. Alle Lehren sind von willkürlichen Auslegungen durchtränkt. Man sollte die Vergangenheit so verstehen, wie es nur ein ehrlicher Historiker kann.

 

       219. Welcher der konventionellen Menschentypen zeugt von einem feurigen Herzen? Die gewohnte Denkart könnte dies von einem Sanguiniker oder im äußersten Fall von einem Choleriker annehmen, doch dies ist eine irrige Ansicht. Das feurige Herz ist seinem Wesen nach synthetisch und kann nicht völlig den konventionellen Einteilungen angepasst werden. Es kann nur bestätigt werden, dass der Hypochonder das feurige Wesen nicht widerspiegelt.

       So muss man sich das feurige Herz als ein allumfassendes Gefäß vorstellen. Die Feuer eines solchen Herzens werden auch nicht einheitlich sein. Wer kann Buddhi auf die blaue Flamme begrenzen? Man könnte fragen, welche Schattierung diese schwingende blaue Farbe besitzt? In jeder Skala wird es einen vom äußeren und inneren Chemismus abhängigen blauen Ton geben.

       So lasst uns auch Farbenblindheit nicht vergessen, die weitgehend entwickelt ist. So wird das feurige Herz in dem einem Gesetz den ganzen Reichtum finden, der der Herrlichkeit des Kosmos gebührt.

 [Russisches Original. Seite 103.]


       220. Lernen wir zu unterscheiden, dann werden wir großzügig. Keine beschränkte Person kann geistig reich werden, doch für die Farbenblindheit des Nächsten sollte man Mitgefühl aufbringen. Denn bis hinauf zu den höchsten Stufen unterliegt jeder solchen Verschiedenheiten. Verlangen wir nicht, dass alle Menschen gleich denken. Es ist gut, wenn sie zwischen Licht und Finsternis unterscheiden können. Doch feinstoffliche Schwingungen werden nicht leicht wahrgenommen.

 

       221. Das Feuer sollte vor allem beim Essen nicht anspannen. Nicht ohne Grund ziehen es manche Menschen vor, das Essen schweigend einzunehmen. In der Tat, über das ganze Alltagsleben sind notwendige Mitteilungen verstreut. Die Menschen nutzen selten heilsame Wahrheiten.

       So kaufen die Menschen zum Beispiel nicht nur gern viele Sachen, sondern sie verwenden sie auch gleich; sie vergessen, dass auf allen Sachen sehr komplexe Aufschichtungen vorhanden sind. Der alte Brauch, neue Sachen zu beräuchern, hatte einen offensichtlichen Grund. Jedoch dieser Brauch war nicht so sehr eine Vorkehrung gegen die physische als gegen die feinstofflichen Aufschichtungen mit allen ihren psychischen Wirkungen.

 

       222. Solange die Menschheit im Zustand des dichtphysischen Bewusstseins verharrt, können die Methoden herkömmlicher Experimentalmedizin kaum geändert werden. Erst wenn man das Bewusstsein zur psychischen Energie hinlenkt, kann der Sinnlosigkeit der Vivisektion Einhalt geboten werden. Versuche mit lebenden Pflanzen, im Verein mit der Anwendung der psychischen Energie, werden das Denken in eine neue Richtung leiten; doch auf jeden Fall findet jede Auflehnung gegen die Vivisektion bereits Unsere Billigung. Solche Proteste zeugen von der Kenntnis

 [Russisches Original. Seite 104.]


über die Erscheinungen der Feinstofflichen Welt und einem Verständnis dafür, dass Vivisektionen zu neuen Infektionsherden werden können.

       In Zukunft wird eine hinreichende Vorbeugung, zusammen mit der Anwendung der psychischen Energie, Krankheiten überhaupt nicht aufkommen lassen. Doch einstweilen müssen die Grausamkeiten der Vivisektion so weit wie möglich eingestellt und über die psychische Energie gesprochen werden. Durch solch stetige Mahnung wird die Energie selbst stärker hervortreten. Denn feuriges Denken ist auch ein Entzünden der Fackeln.

 

       223. Neues Denken bedeutet nicht, alles Alte zu verwerfen. In der Tat, es wird der beste Freund von allem bisher Entdeckten sein. Solches Denken weist eine unverstandene Formel nicht bloß deshalb ab, weil sie im Moment nicht klar erscheint. Unser Freund wird eine unklare Formel behutsam beiseitelegen. Oft steckt hinter der Unklarheit keine verborgene Errungenschaft, sondern sie ist auf eine Unzahl vergänglicher Spracheigentümlichkeiten zurückzuführen.

       Nicht jede Sprache bleibt erhalten, schon im Laufe eines Jahrhunderts ändert sich der Sinn der Ausdrucksweisen, was eine zunehmende Kompliziertheit der Denkart mit sich bringt. Bedauern wir nicht fließende Gewässer, aber vergessen wir nicht, dass wir mit neuen Augen auf alte Errungenschaften blicken. Eine große Zahl einzelner alter Bezeichnungen mag fremd erscheinen, weil sie fremden Mundarten eingefügt wurden und oft in der Aussprache entstellt werden.

       Im Altertum sangen die Menschen diese bedeutenden Wörter, um sie auswendig zu lernen, doch der Rhythmus ist als etwas Unnötiges verloren gegangen. Jedoch mit dem Verlust des Rhythmus haben die Menschen auch die Bedeutung der Schwingungen vergessen. Neues Denken vergisst die Grundgesetze nicht.

 [Russisches Original. Seite 105.]


       224. Sanftmütigkeit ist eine der feurigen Eigenschaften. Doch was haben die Menschen aus dieser Eigenschaft gemacht? Sanftmütigkeit birgt nicht Schlaffheit, sondern volle Gerechtigkeit. Das feurige Herz begreift genau, wie unzulässig Bosheit ist. Es kennt die Schöpfung, die Bosheit als unwürdiges Mittel ausschließt. Sanftmütigkeit empfindet auch Zweckmäßigkeit, das heißt, das höhere Maß an Gerechtigkeit.

       Über das Gerechtigkeitsgefühl haben Wir vieles gesagt, doch es ist so grundlegend, dass es bei jeder Erklärung bestätigt werden sollte. Was wird sonst das persönliche Gefühl ausgleichen, wenn von hinter einem Schirm des Blutes aus zum Licht aufgeblickt werden muss? Nicht ohne Grund sagen die Menschen von einem ungerechten Richter, dass seine Augen blutüberschwemmt sind.

       So müssen wir bei Gesprächen über feurige Einwirkungen die feurigen Ströme unserer Nervenzentren ständig regulieren. Jede Erwähnung des Feuers ruft schon eine gewisse Anspannung desselben hervor.

       Wer deshalb feurig denken will, der muss auch die feurige Verantwortung kennen. Solche Verantwortung ist äußerst schwerwiegend, denn sie schließt die gegensätzlichsten Keime mit ein. Denn von den unterirdischen Feuern bis zum höchsten Licht erstreckt sich ein weites Gebiet!

 

       225. Im Kampf kann es einen Augenblick der Erholung und der Verbundenheit geben. Ihr habt etwas wie prickelnde Ströme verspürt. Die Ströme sind nicht prickelnd, doch sie scheinen so infolge des Widerstandes, von dem die irdischen Schichten erfüllt sind. Diese Pfeile der Dämonen verdecken die Sonne. Wir müssen alle Energien verstärken, weshalb Verbundenheit besonders nötig ist.

 

       226. Bei der Gedankenübertragung geht die Schwierigkeit

 [Russisches Original. Seite 106.]


nicht so sehr vom Sender aus, als vom Empfang. Das Senden geht durch Anspannung des Herzens und des Willens vor sich, daher hängt es gänzlich vom Sender selbst ab. Doch der Empfänger befindet sich gewöhnlich in einem anderen Zustand. Er kann nicht nur gedanklich überlastet, sondern sein Gedanke und sein Bewusstsein können entrückt sein.

       Darüber hinaus können die unverhofftesten Ströme den Raum kreuzen und auf diese Weise einen Teil der Sendungen entstellen. Um dieses Hindernis wenigstens teilweise zu vermeiden, lehren Wir Umsicht und Wachsamkeit. Gewöhnt sich das Bewusstsein an diese Zustände, bleibt der Empfänger angespannt und geöffnet.

       Diese Methode steter Wachsamkeit ist nicht allein die Unsrige, sie wurde bereits im fernen Altertum angewendet. Jede Einweihung in die Mysterien umfasste die Frage: „Ist dein Ohr geöffnet?“ Solches Geöffnetsein weist vor allem auf die Fähigkeit hin, kühne Wachsamkeit aufrechtzuerhalten.

       Die Bedingung sich kreuzender Ströme wurde durch Streben zum Hierarchen vermieden, mit dem ein Kontakt hergestellt wurde. Natürlich es kann schädigende Versuche geben, die Ströme absichtlich zu unterbinden oder sich in sie einzumengen. Außer der bereits erwähnten Luftröhre kann man das Abhören durch gegenseitiges Streben vermeiden - das kommt einem Galvanisieren der Leitung gleich.

       So kann man allmählich viele nützliche Dinge erlangen. Darüber hinaus lasst uns nicht vergessen, dass diese Errungenschaften unausrottbar sind.

 

       227. Die Menschen dürfen nichts Verdorbenes in ihrem Hause halten. Gärung und abgestandenes Wasser ziehen unliebsame Wesenheiten an. Sobald man

 [Russisches Original. Seite 107.]


mit dem Photographieren von Wesenheiten der Feinstofflichen Welt mehr vertraut sein wird, wird es möglich sein, mit einem Film den Unterschied der Umgebung von einem Stück Käse, Fleisch und einer frischen Rose festzustellen.

       Abgesehen von logischen Argumenten kann man wirklich sehen, dass die von Fleisch angezogenen Gestalten abstoßend sind. Diese Liebhaber von Verwestem folgen dem für sie leckeren Gericht sogar bis zum Munde.

       Auch vor dem Photographieren von Auren kann man durch Aufnahmen von Gegenständen und ihrer Umgebung Erfahrung sammeln. Das Experiment erfordert wie immer Geduld und Ausdauer. Es sollte mit anschaulichen Gegenständen begonnen werden.

       Von den reinen Wohlgerüchen muss man der Rose den Vorzug geben, sie enthält ein sich sehr langsam verflüchtigendes Öl. Aber man sollte nicht vergessen, die Blumen vor ihrer Verwesung zu nehmen. Ich verweise auf Rosen, weil ihnen die meiste feurige Energie innewohnt. So stehen die Rosenliebhaber der feurigen Energie nahe.

       Die Wesenheiten, die sich von Verwestem nähren, meiden die Wohlgerüche feuriger Energie. Man muss diese Weisung ganz einfach und genauso wie eine Information aus der Arzneimittelkunde annehmen.

 

       228. Sowohl bei der Erforschung des Gewichtsverlustes als auch der Gewichtszunahme wird Handauflegen angewandt; das heißt, dass die Hände eine gewisse feurige Energie übertragen. Doch das ist nur eine gewisse feurige Stufe, die nächstfolgende ist die Übertragung derselben Energie durch den Blick, wobei die Frage der Entfernung zweitrangig ist. So kann man auf Entfernung das Gewicht eines Gegenstandes erhöhen oder verringern. Wäre das nicht eine wirklich angenehme Beschäftigung für einen Kaufmann?

       Deshalb ist es gut, dass beim derzeitigen Zustand der Menschheit das Inerscheinungtreten solcher Energien nicht alltäglich ist.

 [Russisches Original. Seite 108.]


Man könnte viele Experimente aufzeigen, die das irdische Alltagsleben erleichtern könnten; doch in der Tat, die Menschen würden sie anwenden, um die Zahl der Morde zu erhöhen.

       Indes klopfen die feurigen Energien an ihre Gefängnistüren. Die Frist naht, wo sie entweder vernünftig angewendet oder andernfalls als feurige Krankheiten oder kosmische Kataklysmen herniederströmen werden.

       Drei Auswege bieten sich der Menschheit. Es liegt an ihr, entsprechend ihrem Bewusstseinszustand einen beliebigen zu wählen. Wahlfreiheit wird immer gewährt.

       Niemand kann leugnen, dass vor der Weltkatastrophe viele Warnungen erteilt wurden. Sogar kurzsichtige Menschen bemerkten sie, aber Wahnsinn blendete die meisten. Dies trat vor den Augen der lebenden Generationen in Erscheinung, jedoch sie sind nicht einsichtiger geworden.

       Zehn Millionen Opfer füllten die Schichten der Feinstofflichen Welt. Die Menschen beteten fürs Morden, dachten aber nicht an die Sühne für die Verletzung der Daseinsgesetze! Anstatt vernünftigen Verstehens sind die Menschen erneut zu töten bereit; sie denken nicht daran, dass als natürliche Auswirkung des Naturgesetzes feurige Energien den Planeten überfluten werden. So muss man es im „Feurigen Buch“ für jene wenigen niederschreiben, die willens sind, an die Zukunft zu denken.

 

       229. Wenn gefragt wird: „Sind die Welten bewohnt?“ antwortet bejahend. Vom irdischen Gesichtspunkt aus ist natürlich nicht überall ein Verweilen möglich, doch im Wesentlichen sind die Welten bewohnt. Natürlich sind alle diese unterschiedlichen Evolutionsstufen für einander nicht immer zugänglich. Es wird jedoch kein großer Fehler sein, zu sagen, dass

 [Russisches Original. Seite 109.]


der ganze offenbarte Raum bewohnbar ist. Das Mikroskop weist auf Leben auf dem ganzen Planeten hin; dasselbe Gesetz wird auch im Raum befolgt.

       Wenden wir uns wieder dem Schaden des Tötens zu. Jede Explosion stört das Gleichgewicht vieler für uns unsichtbarer Wesenheiten. Nicht Millionen, sondern unzählige Milliarden nehmen Schaden durch Krieg. Man darf die ganzen atmosphärischen Störungen durch Gase und Explosionen nicht übersehen. Das ist nicht Okkultismus, sondern wissenschaftlich gesunder Menschenverstand. Daher möge die Menschheit an die Rückschläge denken!

 

       230. Der Gedanke an den Rückschlag oder an Karma sollte einen nicht entkräften, sondern im Gegenteil zu schönen Taten anregen.

 

       231. Wahrhaftig, Feuer ist ein Vereiniger. Wo das Feuer schwindet, tritt augenblicks Zersetzung ein. Es ist wahr, Zersetzung akkumuliert durch ihre Gärung neues Feuer, doch das stellt schon eine besondere Verbindung von Teilchen dar.

       Ähnlich sollte über jede Handlung nachgedacht werden. Es ist nicht unrichtig zu sagen, dass der Gedanke ohne Feuer Auflösung bewirkt.

       Wenn Ich über Einheit spreche, setze Ich auch feurige Verschmelzung voraus. Wie der Gießer die richtige Metallmenge für eine Figurengruppe kennt, so wirkt Feuer auf die Einheit der Menschen. Diese Vereinigung kann als die Schöpfung einer gigantischen Figur mit der ganzen Kraft eines Riesen dargestellt werden. Und wir müssen um die Bildung dieser Gemeinschaften des Geistes bestrebt sein. Betrachten wir sie nicht als künstliche Golems[26]. Das Ungeheuer Golem verblieb ohne das Feuer des Geistes, und deshalb zerstörte es sich selbst.

 [Russisches Original. Seite 110.]


       Der Geist ist ein feuertragender Magnet, und man kann ihm einen Teil der höheren Energien beifügen.

 

       232. Sie werden kommen - die Verlöscher; sie werden kommen - die Verderber; sie werden kommen - die Verleumder; sie werden kommen - die Gewaltigen der Finsternis.

       Bereits eingesetzte Zersetzung kann nicht aufgehalten werden. Doch der Weise blickt nicht zurück; denn er weiß, dass Feuer, sobald es herbeigerufen wurde, unversiegbar ist.

       Nicht ohne Grund beauftragte Ich euch, wiederholt über die Weisungen zu sprechen. Wiederholung an sich stärkt schon die Grundlage.

 

       233. Es ist wertlos, zu trödeln, wenn sich die Wolken zusammenballen. Ich erinnere euch daran, dass die Hauptgrundlage der einzige Anker ist. Es ist wertlos, sich umzuschauen, wenn der Weg über einen Abgrund führt. Man muss einfach zusammenkommen, um sich zu retten.

 

       234. Wenn wir alle Himmelskörper aufzählen, wenn wir alle nicht offenbarten Tiefen ermessen, werden wir damit die gegenwärtige Stunde nicht verbessern. Mit mutigem Herzen muss man die quälende Finsternis kennen, die naht, sobald die Feuer erlöschen.

       Nach der Meinung vieler ist Einheit ein unnötiger Anachronismus. Man meint, Individualität bliebe durch Uneinigkeit bewahrt - das ist die Logik der Finsternis.

       Jedoch manchmal finden die Menschen bei gefährlichen Epidemien Rettung, indem sie sich an einfache Mittel erinnern. So einfach sind die Mittel der Vereinigung. Das trifft die Finsternis sichtlich. Daher möge der Speer über dem Drachen nicht schlummern.

 

       235. Die feurige Verwirklichung vollzieht sich nicht in süßem Schlummer, sondern bei Sturm und Blitz. Wer es lernt, inmitten von Blitzen Ruhe zu fühlen, kann leicht über die Feurige Welt nachdenken. Es ist notwendig, an die Welt des Lichts zu denken. Gedanken sollten in ihre Höhen gesandt werden.

 [Russisches Original. Seite 111.]


       So kann man gedanklich nicht nur am irdischen Kampf, sondern auch am Kampf der Feinstofflichen Welt teilnehmen. Wahrhaftig, irdische Zerstörungen sind nichts im Vergleich zur Zerstörung der Feinstofflichen Welt. Eine Unzahl der besten Vorhaben verschwindet zusammen mit abscheulichen Anhäufungen.

       Zudem werden besonders jene Bewohner mit einbezogen, die Aktivität bekunden. Es gibt ihrer viele, sowohl in den niederen als auch in den höheren Schichten. Das eindringende Feuer wird von all jenen empfunden, die sich nicht an den feurigen Zustand gewöhnt haben.

       Wenn Ich daher rate, an die Feinstoffliche Welt zu denken, empfehle Ich etwas sehr Nützliches; und wenn Ich rate, an die Feurige Welt zu denken, empfehle Ich etwas Unerlässliches. Das Bejahen eines feurigen Gedankens ist bereits ein Erreichen von Unbesiegbarkeit. Wie die Glieder eines Panzerhemdes nach und nach zusammengefügt werden, so wächst unsichtbar allmählich das feurige Gefieder.

 

       236. Man kann sich einen Augenblick ohne die Elemente Erde, Wasser oder gar ohne Luft vorstellen, aber ein Augenblick ohne Feuer ist undenkbar. Außergewöhnlich ist der Aufbau, wenn das Fundamentalste unsichtbar bleibt, aber bereit ist, sich überall auf die einfachste Weise zu offenbaren. Die Wissenschaftler wollen das Element Feuer nicht voll annehmen, jedoch jede Teilung belastet bloß die Zukunft.

 

       237. Meint ihr nicht, wenn euch Wörter entfallen, es sei darauf zurückzuführen, dass ein beträchtlicher Teil eurer feurigen Energie anderswohin gerichtet ist? Es sollte einen nicht erstaunen, dass die feurige Energie stark verausgabt wird, wenn Menschen sich in verschiedenen Ländern befinden. Die feurige Substanz des Moschus kann

 [Russisches Original. Seite 112.]


diese Verausgabung schwer ausgleichen.

       Beim Gedanken an ferne Tätigkeit nimmt das Aussenden von Energie zu. Man kann verworren denken, wie in einem schläfrigen Zustand; durch diesen schwachen Druck wird kaum Energie erzeugt; doch die Gedankenkraft ist wie der Hebel einer Pumpe, und die Funktion des Pumpenkolbens wird eine ferne Errungenschaft erzeugen.

 

       238. Man muss verstehen, welch große Errungenschaft es ist, inmitten eines Angriffs das Gleichgewicht zu bewahre; Ich lobe dies.

 

       239. Der Mensch kann mittels seiner feurigen Natur unterirdische Erzvorkommen und Gewässer aufspüren. Diese Eigenschaft ist bereits aus dem Okkultismus in das Gebiet des Akzeptierten übergegangen. Da solch eine Anwendung feuriger Energie möglich ist, bedeutet das, dass es auch viele andere Erscheinungen von Agni geben kann. Verbindungen feuriger Energie mit Klang, Farbe oder anderen feurigen Bereichen des einen großen Fohat* bürgen für die Erneuerung der ganzen Weltvorstellung.

       Mögen die Menschen einfach den Strömen des feurigen Uruvela[27] nahen. Jedermann besitzt die feurige Energie bis zu einem bestimmten Grad. Die Anwendungen von Fohat sind vielfältig; nicht nur Menschen des feurigen Elements, sondern auch die den anderen Elementen Zugehörigen können aus dem Kelch des Fohat schöpfen.

       Wie Experimente mit der Wirkung von Gedanken auf Pflanzen beachtenswerte Ergebnisse zeitigen, so können auch Beobachtungen über die Wirkungen des Gedankens auf eine Flamme angestellt werden. Unter dem Strom eines feurigen Gedankens kann eine Flamme sich zu- oder abwenden. Die ägyptischen Mysterien wiesen auf die besondere Kraft eines Gedankens hin, die durch eine Flamme gesandt wird. Dieser Rat beruhte auf der Erkenntnis der Feurigkeit des Gedankens. So kann man die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Sphären von Fohat lenken.

 [Russisches Original. Seite 113.]


       240. Der eine schließt sich dem Feurigen Kelch an, der anderer schlürft einen Becher feurigen Weines. Der erstere ist im Geist entzückt, der zweite schaudert vor der Flamme und geht zugrunde. Der erstere kann sich unbegrenzt anschließen, der zweite erreicht rasch die Grenze der Vergiftung.

       Liegt die Lösung nicht im Geist? Die Qualität des Gedankens verwendet das Feuer für das Gute. Trunkenheit ist als Entstellung des heiligen Feuers betrüblich. Am allerwenigsten lässt sich Feuer mit Egoismus vereinbaren.

 

       241. Kann ein auf Erden Inkarnierter gedanklich in der Feinstofflichen Welt schaffen? Ja, besonders, wenn Agni tätig ist. Man kann Pflanzen züchten und veredeln; man kann Bauformen schaffen; man kann an einer Unzahl von Verbesserungen teilnehmen, vorausgesetzt, dass sie nicht hässlich sind.

       Urusvati hat einen von ihr gepflanzten Baum gesehen. So kann man aus schwachen, gebrechlichen Formen Starkes und Dauerhaftes schaffen.

       Auf diese Weise bereiten wir im irdischen Dasein die künftigen schönen Gärten. Der Gedanke schafft in seiner ganzen Aufbautätigkeit auch unser eigenes künftiges Glück. So erheben wir uns in Gedanken über die Grenzen der Erde hinaus.

 

       242. Licht aus Finsternis - diese Wahrheit erscheint weiterhin vielen als Paradoxon. Diese vielen haben nie das Licht wahrgenommen und begreifen nicht, dass Höheres Licht dem Sehvermögen nicht zugänglich ist, weder dem irdischen noch dem feinstofflichen; sogar seine Funken ermüden die Augen. H.[28] wurde von Wellen dieser Funken eingehüllt, und die Augen von Urusvati waren besonders ermüdet. H. bedurfte dieser Einhüllung, es war ein Experiment einer Gedankensendung auf große Entfernung. So übersenden Wir Weisungen, aber infolge verschiedener Spannungen wird vieles verstümmelt.

 [Russisches Original. Seite 114.]


       Es kann bestätigt werden, dass Gereiztheit eine Verzehnfachung der Energie erfordert, und solche Funkenbündel können einem den Kopf abtrennen. Wenn Ich euch deshalb rate, euch der Gereiztheit zu enthalten, bedeutet das, dass Wir die besten Ergebnisse suchen.

       Die Feurige Energie übersteigt jeden Glauben. Die Menschen widersetzen sich dieser Macht und richten damit viel Elend an. Die Erscheinung des Umhüllens mit feurigen Funken hat viele verschiedene Gründe. Der feurige Panzer schützt vor feindlichen Pfeilen.

 

       243. Man darf dem Feuer nicht mit eigensüchtigen Zielen nahen. Ein einfaches Gebet nach Vervollkommnung öffnet die besten Tore. Ebenso trägt einfaches, ehrliches Verhalten zur Erkenntnis der wahren Rhythmen des Kosmos bei. Eigensucht kann leicht den kosmischen Rhythmus verändern, doch das Band mit der Hierarchie führt zur Erkenntnis der Wahrheit.

       Die Erfahrung mit dem Schönen hält einen in den Grenzen dessen, was richtig ist. Wenn die irdische Welt so reich ist, wenn die Feinstoffliche Welt noch reicher ist, wenn die Feurige Welt so herrlich ist, dann bedarf es der Erfahrung im Schönen. Allein Schärfe der Beobachtung hilft Schönheit zu verwirklichen.

       Es ist ein Irrtum zu meinen, dass die vorübergehenden Methoden der Kunst die einzige Beurteilungsgrundlage bilden könnten. Wirklich, allein die Beobachtungsfähigkeit, die das dritte Auge nährt, bietet eine auch für die Feinstoffliche Welt geeignete, feste Grundlage für Schöpfung.

 

       244. Schöpfung in der Feinstofflichen Welt unterscheidet sich beträchtlich von den irdischen Bedingungen. Man ist gezwungen, sich an die so genannte Gedankenschöpfung zu gewöhnen. Freilich, der Gedanke kann in seinen Verwicklungen sehr verworrene und flimmernde Umrisse entstehen lassen. Stabile Formen sind nicht nur von der Willenskraft abhängig, sondern auch

 [Russisches Original. Seite 115.]


von früheren Beobachtungen.

       Wie aus Mineralien in einem feurigen Prozess harmonische Kristalle entstehen, so ist auch für Schöpfung Feurigkeit nötig. Sie wird, wie alles andere, allmählich gesammelt und gehört zu den untilgbaren Aufspeicherungen, deshalb ist es für sie nie zu spät.

 

       245. Ihr schätzt Auffassungsgabe bei den Mitarbeitern, genauso ist es in der ganzen Kette der Hierarchie. Wissen allein wird nicht die feurige Auffassungsgabe bieten, die durch viele Erfahrungen aufgespeichert wurde. Was in allen Lebenslagen möglich und was nicht möglich ist, kann nicht niedergeschrieben werden. Wissen allein ist eine tödliche Gefahr, doch seine Anwendung ist eine feurige Kunst.

       Deshalb schätzen Wir so sehr eine schnelle Auffassung, jenes Gefühlswissen, das einem eingibt, wann der Schlüssel im Schloss nicht umzudrehen ist. Wer solches Gefühlswissen aufgespeichert hat, der wird weder bewusst noch indirekt zum Verräter. Den Schlüssel auszuhändigen ohne Rücksicht auf das Bewusstsein bedeutet, Verrat zu üben.

       Weder List noch Fälschung zu bemerken heißt, nicht auffassungsfähig sein. Erst am nächsten Tag zu erkennen hat wenig Wert. Solche Erwägung hält einen am Abgrund nicht zurück, jedoch wie feinfühlig muss die Aufspeicherung der Auffassung sein! In jeder Schule muss die Aufspeicherung schnellen Denkens gelehrt werden; wie könnte man ohne sie die Flamme durchschreiten?

 

       246. Ihr habt darüber gelesen, dass bereits seit siebzehn Jahren täglich Erdbeben stattfinden - diese wissenschaftliche Mitteilung ist nicht ganz richtig. Bereits seit achtzehn Jahren bebt die Erde ununterbrochen.

 [Russisches Original. Seite 116.]


       Man muss alle Einzelheiten der Fristen der nahenden feurigen Entscheidungen bestätigen. Beim Ansteigen der Wellen der Erdbeben sollte man nämlich auf der Hut sein und überdenken, ob alles in Ordnung ist.

       Doch durch den seismographischen Anzeiger wird dem Zustand der Welt nicht geholfen. Sogar wenn einmal alle seismographischen Anzeiger bersten würden, wäre dies keine Hilfe, und außerdem, welche Zeitung würde dann über dieses Bersten berichten?!

       Mit einem Wort, von den Menschen geschaffenen Ereignisse sind von größerer Bedeutung als man meint. So zählt achtzehn Jahre zurück, und ihr werdet ein bedeutendes und äußerst abscheuliches Ereignis gewahren.

 

       247. Die Beben der Erde werden stärker; fragt jene, die einen doppelten Puls besitzen, wie sehr er anstieg. Zweifellos steigert und verstärkt sich alles, was mit der feurigen Energie in Beziehung steht. Die Menschen verstärken diese Bereiche durch ihre Lebens- und Denkweise.

       Nichts erregt das feurige Element so sehr wie unordentliches Denken. Früher hat man die Menschen wenigstens manchmal denken gelehrt. Nicht selten weckte das im Chor sprechen und Auswendiglernen der Lebensgesetze den Gedankenstrom. Doch das Aufkommen von Begierden und Ichsucht kann zu unordentlichem Denken führen. Inmitten dieser einzelnen Bruchstücke wird chaotische Raserei erzeugt. Warum Zerstörung heraufbeschwören?!

 

       248. Bei Experimenten mit Gedankenübertragung kann man beobachten, wie sehr der von außen kommende Gedanke am Gehirn abgleitet. Eine der Eigenschaft der feurigen Energie ist ihr Ungestüm im Einklang mit der Natur des Feuers. Deshalb ist es schwer, eine Mitteilung von außen im Gedächtnis zu behalten. Man sollte sich wegen dieser feurigen

 [Russisches Original. Seite 117.]


Angewohnheit nicht tadeln, muss aber die Eigenschaften des Feuers beachten.

       Auffassungsgabe ist natürlich eine Hilfe, jedoch unter irdischen Bedingungen kann man die feurigen Verbindungen nicht aufrechterhalten. Es ist nicht nur schwer, sich an von außen kommende Gedanken zu erinnern, sondern es ist auch schwer, bestimmte gleichzeitige Sendungen auseinanderzuhalten.

       Und auch in solch einem Fall ist der Faden zur Hierarchie eine Hilfe, denn ein einziges starkes Streben stimmt gleichsam den ganzen Akkord.

 

       249. Über einen Rischi wurde berichtet, dass er sogar bei der Erwähnung von Bösem Schmerz verspürte. Man sollte solch einen Rischi nicht als arbeitsscheu ansehen, sondern eher über seine Abwendung vom Bösen erstaunt sein.

       In der Tat, jeder, der das Feuer erkennt, empfindet Böses besonders stark als unmittelbaren Gegenpol seines Wesens. Man muss, Ich sage man muss, diesen Widerstand gegen das Böse, den Widersacher des Fortschritts, in sich entwickeln. Man muss, Ich sage man muss, diese Grenze erkennen, die den Fortschritt zum Guten der Evolution behindert.

       Man kann über die Verworrenheit solcher Grenzen hören, doch die Offenbarung des Feuers wird enthüllen, wo es Evolution gibt und wo die Gebrechlichkeit der Zersetzung. Die Feurige Welt ist ein wahres Symbol der ununterbrochenen Entwicklung.

 

       250. Wenn wir uns für einen Augenblick vorstellen, der Raum bestehe aus Schichten von Papier, und wir setzen ihn der Wirkung von Radio oder Fernsehen aus, dann werden wir auf jeder Schicht die Aufzeichnung finden, die sie durchdrungen hat; ganze Porträts werden auf den Schichten des Raumes abgebildet sein. Auf genau dieselbe Weise verbleiben auf den Akascha*-Schichten Abdrücke.

       Wir klagen manchmal gern darüber, dass wir längere Zeit nicht das sehen, was wir gern möchten, doch wir überlegen nicht,

 [Russisches Original. Seite 118.]


dass ein Bild aus verschiedenen Gründen nicht in den Raum eingeprägt werden darf. Nicht von Menschenhand geschaffene Bilder werden wie Papierblätter vom Wirbelwind davongetragen; weshalb man sich an den Gedanken gewöhnen muss, dass alles untilgbar ist. Nur so ist es möglich, sich zu seiner Umgebung wirklich vorsichtig und behutsam zu verhalten.

       Man darf nicht meinen, man könne dem Gesetz entfliehen, das sogar bei einfachen physischen Anwendungen erkennbar ist. Man kann sich leicht vorstellen, wie ein räumlich übermitteltes Porträt an jedem beliebigen Punkt der Übertragung abgefangen werden kann.

       Ihr wisst genug über physische Teraphime; dies bedeutet, dass es auch feinstoffliche Teraphime geben kann. Deshalb muss nicht nur im Heim, sondern auch im Raum alles Wertvolle behütet werden. Es können schützende Luftkanäle geschaffen werden, doch sie verzehren eine Menge Energie. Lernen wir es also, den wertvollen Begriff wirklich zu hüten.

 

       251. Jeder physische Apparat hat in der Feinstofflichen Welt sein völliges Ebenbild. Darüber hinaus kann leicht wahrgenommen werden, wie einfach es ist, die Kraft eines Apparates durch Erwecken von Agni zu steigern. So können viele Experimente, die sich als erfolglos erwiesen, erneut durchgeführt werden.

       Die Experimente Keely's[29] und sogar der Apparat Edison's[30] blieben für die Feinstoffliche Welt unvollendet, weil die Energie Agni nicht angewendet wurde; in dem einen Fall wegen Argwohn aus der Umgebung, im anderen wegen persönlichen Unglaubens. Es heißt, dass sogar eine Kerze nicht ohne Glauben angezündet wird.

 

       252. Es fällt den Menschen schwer zuzugeben, dass man von jedem Flug nicht zurückkehren könnte - so wenig stellen sie

 [Russisches Original. Seite 119.]


sich die Wirklichkeit vor.

       Es ist unerlässlich, in den Annalen der Alchemie und in den Chroniken die Vergangenheit zu studieren. Sobald Agni erfasst wurde, spiegelte sich dies in der Wissenschaft und auch in den Staatsangelegenheiten wider. Man darf nicht glauben, Agni sei nur ein Fabrikinspektor, es ist die treibende Kraft aller Gedanken der Menschheit. Es muss nicht nur gehütet, sondern auch wirklich geschätzt werden.

 

       253. Man sollte nicht glauben, die unheilvolle Lage der Menschheit könnte sich bessern, solange die Menschen nicht den drohenden Vulkan beachten und sich nicht der psychischen Energie zuwenden. Die Verlagerung des Golfstromes ist nur eines der vielen schlimmen Vorzeichen, viele andere, näherliegende können gefunden werden.

 

       254. Dem Bewusstseinsniveau seiner Zuhörer gemäß zu sprechen, bedeutet, schon auf einer höheren Stufe zu sein. Verschiedene Dogmen sind vor allem deshalb schädlich, weil sie eine starre Formel geben, ohne das Niveau des Bewusstseins zu berücksichtigen. Wie viele Verneinungen, wie viel Ärger und Verwirrung entstehen bloß infolge eines unterschiedlichen Bewusstseinsgrades! Und nicht nur der Grad, sondern auch die Verfassung des Bewusstseins ist oft der entscheidende Faktor.

       Über den Schaden der Gereiztheit, die das Bewusstsein trübt, wurde zur Genüge gesprochen, doch neben diesem Hauptfeind muss man an die kleinen Ablenkungen des Gedankens denken. Man muss sich angewöhnen, den Hauptgedanken des Daseins unverdunkelt zu tragen.

       So wird die wahre Evolution einsetzen, wenn die Lehrer es lernen, die Schüler in der Schule ihrem Bewusstsein gemäß zu behandeln. Es ist unmöglich, die Menschen bloß nach Alter oder Stand einzuteilen. Wir beobachten ständig, dass bestimmte Kinder sich der Sprache der Erwachsenen bedienen und dass ältere Menschen, manchmal

 [Russisches Original. Seite 120.]


in Regierungsstellen, nur kindliche Ausdrucke verstehen können. Das Himmelreich ist nicht für die letztgenannten Kinder! Das neue Bewusstsein kommt nicht von mechanischen Formeln.

       So muss man lernen, dem Bewusstsein des Zuhörers gemäß zu sprechen. Das ist nicht leicht, doch es ist eine gute Schulung der Auffassungsgabe. Darüber hinaus gehört auch das zu den feurigen Beschäftigungen.

 

       255. Die feurige Spannung des Raumes verursacht unausbleiblich besondere Müdigkeit der Augen. Man muss die Arbeit der Augen unterbrechen, und sie für die kurze Zeit schließen. Es können auch warme Kompressen gemacht werden, doch die Augen für kurze Zeit zu schließen, ist sehr nützlich.

       In der Epoche des Feuers ergeben sich viele neue Umstände. Man muss diese neuen Faktoren in allen Lebensumständen in Betracht ziehen. Der Hauptfehler besteht darin, die äußeren Bedingungen der Natur für etwas Unbewegliches zu halten. Freilich, für viele Generationen schien der Mond unverändert geblieben zu sein, aber dennoch konnte einmal an ihm eine substantielle Veränderung bemerkt werden.

       Eine Tischlampe kann einmal umfallen, jedoch diese Möglichkeit besteht immer. So darf man nicht vergessen, in Verbindung mit der Anspannung des feurigen Elements nützliche Vorbeugungsmaßnahmen zu treffen.

 

       256. Die Menschen sind immer darum besorgt, keine Lampe umzustoßen. In dieser Besorgtheit liegt eine gewisse Achtung vor dem Feuer. Furcht vor Feuer ist nur eine grobe Bestätigung der Achtung. Zweifellos haben die Menschen ein besonderes Gefühl der Achtung vor dem Element Feuer nicht eingebüßt.

 [Russisches Original. Seite 121.]


Das Inerscheinungtreten dieses wundervollen Elementes hat immer ein besonders erhebendes Gefühl bewirkt.

 

       257. Argwohn ist bereits eine Herausforderung. Es kann eine bewusste Herausforderung geben, doch die Herausforderungen durch Argwohn sind besonders chaotisch.

       Abgesehen von den Verwicklungen des Lebens führt Argwohn zur Empfindlichkeit für Ansteckung. Wie viele Epidemien breiten sich bloß durch Argwohn aus! Karmische Krankheitskeime werden durch Argwohn hervorgerufen.

       Die Grenzlinie zwischen Furcht und Argwohn ist fast nicht zu unterscheiden. Ein Wächter muss wachsam, darf jedoch nicht argwöhnisch sein. Durch Argwohn wird kein Gleichgewicht geschaffen. Mut sucht nach der Ursache, doch beargwöhnt nicht. Deshalb ist Argwohn vor allem Unwissenheit.

 

       258. Der Astrologie wird derzeit viel Aufmerksamkeit geschenkt. Auch die Wissenschaft nimmt schließlich die kosmischen Gesetze wahr. Doch man kann bemerken, dass sich sogar bei genauen Berechnungen oft Ungenauigkeiten ergeben. Man sollte wissen, worauf diese Schwankungen zurückzuführen sind. Wir dürfen nicht übersehen, dass der Planet gerade jetzt in schwere Schichten gehüllt ist; durch solch eine gesättigte Atmosphäre können chemische Strahlen gebrochen werden. Die Relativität von Schlussfolgerungen ergibt sich aus dieser nie dagewesenen Lage.

       Das gleiche kann auf anderen Gebieten beobachtet werden. Die Behauptung von der Haltlosigkeit aller Berechnungen rührt von der Unwilligkeit her, der Wirklichkeit Beachtung zu schenken. Die Menschen wollen alles ihrem eigenen Verstehen anpassen. Ihr habt einmal gesehen, wie sich die Menge ihren Weg ins Theater erzwang,

 [Russisches Original. Seite 122.]


obgleich die Bühne schon in Flammen stand. So ist es in allem.

       Es ist wahr, dass der abgeschlagene Kopf eines Hundes zu bellen vermag, doch der menschliche Geist verstummt. Solch eine Irrationalität und Mangel an Gleichgewicht herrschen! Die Zeit ist gefährlich; mit Recht überkommt einen Wehmut!

 

       259. Wahrlich, die Annäherung der Welten ist unumgänglich. Man sollte das Bewusstsein auf diese Unumgänglichkeit wenigstens ein klein wenig vorbereiten. Die Menschen müssen bereit sein, den verdichteten Körpern im Leben ohne erzwungene Magie zu begegnen; doch dafür muss man aufhören, das feurige Herz als Abstraktion anzusehen.

 

       260. Ich habe gerade einen Schüler Bechterews[31] beobachtet, der mit Gedankenübertragung auf Entfernung experimentierte, doch er konnte sogar die einfachste Bedingung nicht meistern. Er konnte Anspannung nicht von Gereiztheit unterscheiden, die seinen Apparat hemmte. Obwohl er meinte, sich anzuspannen, war er in Wirklichkeit nur durch die Befürchtung gereizt, das Experiment könnte misslingen. Während er theoretisch richtig dachte, konnte er seine Gefühle nicht auseinanderhalten.

       Darüber hinaus hindert Pseudo-Materialismus, der annimmt, dass unter allen Umständen alles für jeden geeignet sei. Sicherlich, das wird nach der Evolution von weiteren zwei Rassen möglich sein, aber jetzt kommt es einer Elefantenlast auf dem Rücken einer Küchenschabe gleich.

       Die Auffassung über die psychische Energie ist völlig verworren. Möge man sie auch als materialistischen Hammer bezeichnen, doch man möge sie wenigstens anerkennen. Die Benennung hat nichts zu sagen! Selbst wenn man viele Namen anführt, wird deshalb ihre Grobheit nicht verringert! Die zunehmende Vergröberung der psychischen Energie ist die schrecklichste Epidemie.

 [Russisches Original. Seite 123.]


       261. Im Altertum steckte man jemandem, den man hasste, heimlich eine winzige Natter zu, doch keiner Riesenschlange. Messt Böses nicht nach seiner Länge. Wahrhaftig, die winzige Natter entspricht dem Bösen mehr, da verhältnismäßig größere Zerstörung von ihr ausgeht. Verlassen wir uns nicht auf äußere Maße; Böses sucht über winzige Wesenheiten zu unterminieren.

       Ebenso beginnt der Zerfall mit dem Kleinsten. Man kann beobachten, dass sich das Wesen eines ganzen Volkes innerhalb einer Generation verändern kann. Wenn die Natter des Verrats ihr Nest baut, bedarf es keiner langen Zeitspanne. Es ist erstaunlich, wie vor unseren Augen die Würde eines ganzen Volkes zusammenbricht; doch der menschliche Geist erfasst ein solch auffallendes Ereignis meist nicht.

       Ein einziges zurückgewiesenes Wort könnte dafür der Grund gewesen sein, doch damit ging Verrat einher. Wenn wir uns die Ereignisse am Ende des achtzehnten und in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts ins Gedächtnis rufen, sind wir über die Ähnlichkeit mit einem kürzlichen Ereignis erstaunt. So ändert sich der Charakter ganzer Länder.

 

       262. Kürzlich konnte bemerkt werden, dass Menschen Radiowellen oft ohne Empfangsgerät empfangen. Obwohl dies für wissenschaftliche Beobachtungen von Nutzen sein kann, sind Wir andererseits über dieses Vermengen der Ströme nicht erfreut. Möge sich die Menschheit die Übertragung und den Empfang von Gedanken aneignen; doch es ist nicht nützlich, die feurige Substanz mit sich einmengenden gröberen Strömen zu vermengen.

       Wahrhaftig, solch eine Erscheinung weist darauf hin, wie sehr sich das feurige Element in der Menschheit schon kräftigte; doch es ist von keinem Nutzen, wenn es unerkannt in unerwünschte Bereiche einbricht.

 [Russisches Original. Seite 124.]


In der Tat, diese Einbrüche können solche Ausmaße annehmen, dass sie zerstörend werden. Ich bestätige, dass gerade durch solche Störungen feurige Epidemien entstehen können. Wenn Ich vom Gleichgewicht und von Zweckmäßigkeit spreche, so möchte Ich damit an die Harmonie des ganzen Lebens erinnern.

 

       263. Mit jedem Tag nimmt die Spannung in der Natur und bei den Menschen zu. So kann man sich vorstellen, was in den Tälern vor sich geht, wenn sogar auf den Höhen besondere Maßnahmen erforderlich sind. Wahrhaftig, es ist eine Zeit der Zerstörung, doch ihr kennt das Allheilmittel.

 

       264. „Ich selbst, ich selbst, ich selbst“, ruft das Kind, unwillig darüber, dass Erwachsene sich in seine Beschäftigung einmengen. Erinnern sich der Geist und das Herz bis zum siebenten Lebensjahr nicht zuweilen an das Vermächtnis, seine Errungenschaften selbständig auf Erden zu erreichen? Später trüben sich diese weisen Erinnerungen und kehren sich nicht selten ins Gegenteil. „Man möge für mich arbeiten - oben und unten!“ - so spricht der Mensch, der die Selbstvervollkommnung vergessen hat. Doch das Kind erinnert sich und verteidigt seine Selbständigkeit.

       Wenn ein anderes Kind flüstert: „Wie kann ich es fertigbringen, die Sache in die Hand zu nehmen?“, so ist es schon für neue Erfahrungen und Eroberungen des Geistes bereit. Doch es genügt nicht, wenn Kinder solche Worte aussprechen, sie müssen beachtet und geschätzt werden. Feurige Aufmerksamkeit sollte diese Rufe und Entschlüsse der Feinstofflichen Welt bemerken.

       Ein kleines Kind stellt fest: „Endlich bin ich geboren.“ In dieser Bestätigung des Strebens nach Inkarnation bekundet sich die Feinstoffliche Welt. Man kann viele Beispiele nennen, wo nicht nur kleine Kinder, sondern sogar Neugeborene unverhofft Worte von ungeheurer Bedeutung aussprachen

 [Russisches Original. Seite 125.]


und nachher in ihren normalen Zustand fielen. Man muss in sich ein feuriges Gedächtnis entwickeln und um seine Umgebung besorgt sein. So sammelt man die wertvollste Information.

 

       265. Wo immer sich die Wahrheit offenbart, wird sie als solche bestehen bleiben. Man muss alles aus sich vertreiben, was einen hindert, die Offenbarung in ihrer vollen Wirklichkeit anzunehmen. Zu solcher Ehrlichkeit muss man sich durchringen.

 

       266. Darüber, dass Feuer das höchste Element ist, sollte man nicht lachen. Unbesonnenes Gelächter sowie Scherze zersetzen nur das Bewusstsein. Schließlich übersieht man die Grenze, wo Feierlichkeit und Streben beginnen.

 

       267. Rufen wir uns verschiedene Beweise von Scharfblick bei Kindern ins Gedächtnis, so lässt sich das kaum auf eine mechanische Zelle zurückführen. Bei den Menschen schwindet erst später die Wahrnehmung sowohl ihrer Vergangenheit als auch ihrer Bestimmung. Wie oft sind Erwachsene von Kindern gerettet worden!

       Wie oft getrauten sich Kinder nicht, ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen! Falsche Schüchternheit wird durch die Hässlichkeit der Umgebung geschaffen. Ein verfeinerter und erhabener Geist erstarrt vor den eiternden Wunden der Vorurteile.

       Wie oft verbieten Erwachsene jegliche Improvisation und vergessen, dass diese der Gesang des Geistes ist! Mag die Technik auch unvollkommen sein, doch wie viele schöne Samen können durch solche Äußerungen des Herzens eingepflanzt werden!

 [Russisches Original. Seite 126.]


       268. Verschiedene Grimoires[32] sahen Klopfzeichen für Beschwörungen vor. Freilich, sogar solch niederen Formeln wohnt die Wahrheit inne, dass sich Elementale[33] auf rufende Klopfzeichen eher melden. Jedoch das Gesetz ist überall dasselbe. Ihr wisst, wie sehr Wir jedwede Magie ablehnen.

       Doch sogar bei der Hinwendung an die Hierarchie des Lichts liegt die Bedeutung im Anruf durch Gebet. Man sollte daran denken, dass sogar irdische Mächte unangesprochen nicht antworten. Genau ein solcher ganz stofflicher Strom bildet sich bei bewusstem Verkehr mit der Hierarchie.

       Man sollte nicht meinen, Feuer wäre bei solcher Anrufung unwesentlich; denn das lebendige Feuer ist der beste Läuterer. Doch wenn das Feuer des Herzens lodert, bedarf es keines Hilfsmittels.

 

       269. Allem liegt Wahlfreiheit zugrunde. Keinerlei Zwang sollte den Pfad versperren, doch es ist statthaft, jedem eine Fackel auf die lange Reise mitzugeben. Allein Aufklärung kann einem helfen, Wahlfreiheit zu begreifen, deshalb ist Aufklärung eine Verwirklichung des Daseins.

       In jeder Schule sollte von klein auf gelehrt werden, die Wirklichkeit mit dem Wesen des vom Schicksal bestimmten zu vereinen. Nur so können wir unser Dasein mit Selbstvervollkommnung verbinden.

       Wahlfreiheit, Aufklärung und Selbstvervollkommnung sind die Pfade des Feuers. Nur feurige Wesenheiten können selbständig diese Pfeiler des Aufstieges wahrnehmen. Doch jedermann muss durch diese Tore geführt werden, andernfalls entstehen verderbliche Störungen, die im Verein mit dem Chaos der Elemente den Planeten erschüttern. So gesellen sich

 [Russisches Original. Seite 127.]


zum Aufruhr der Elemente ungezügelte menschliche Verwirrungen hinzu. Ich erachte es als notwendig, immer wieder über die Verwirrungen zu sprechen, die alle evolutionären Keime vernichten.

 

       270. Der gerettete Mensch will in der Regel seinen Retter nicht kennen. Wer das Feuer empfangen hat, ist bestrebt, davonzueilen, ohne zu bedenken, dass Finsternis ihn verschlingen kann.

 

       271. Unter Wasser wird kein Feuer entfacht. Heldentat wird nicht im Treibhaus des Wohlstands errungen. Inmitten menschlicher Bürden fragen wir uns: Ist dies nicht schon eine Heldentat? Inmitten von Bedrückungen fragen wir uns: Drängen sie uns nicht zu den Toren der Heldentat? Inmitten von Explosionen fragen wir uns: Hatten wir nicht ausreichend Kraft, um uns zu erheben? So lasst uns jeder Erscheinung prüfen, ob sie zur Heldentat führt! So lasst uns auf alles achten, was uns zur Heldentat führt.

       Wer kann genau voraussehen, welcher Rückschlag neue Umstände herbeiführt? Aber ohne Schläge kommt eine Sache nicht voran. Diese Schläge auf die Materie werden „Herde der Heldentat“ genannt.

       Nur jene, die das Wesen des Schöpferischen verstehen, werden erkennen, dass das Gesagte nicht eine einfache Ermutigung, sondern nur eine Erinnerung an das Gesetz ist. Man kann aus dem Gesetz ein Unglück machen, doch richtig ist es, den von den Grundlagen des Seins ausgehenden Nutzen zu begreifen.

 

       272. Jede Aufnahme ist schon eine Annahme des Feuers. Die Anspannung von Energie ist die Umwandlung eines indifferenten Elements in aktive Schwingungen. Echte Aufnahme ist immer positiv, weil die feurige Energie dann unmittelbar wirkt.

       Jede ungesetzliche Abweichung und Zerstörung

 [Russisches Original. Seite 128.]


wecken das so genannte schwarze Feuer. Es hat eine eigentümliche Ähnlichkeit mit dem Venenblut. Venöser Aderlass hatte seine Berechtigung. Das schwarze Feuer konnte dadurch abgeschwächt werden.

       Glücklicherweise erfordert das Feuer des Lichts keine solch groben Maßnahmen. Je natürlicher sich das Feuer entzündet, desto segensreicher ist es. Daher die Schlussfolgerung, dass das Feuer der Liebe das vollkommenste ist.

       Ihr wollt den Hierarchen schützen, und ihr tut es weder aus Furcht noch aus Eigennutz, sondern aus Liebe. Liebe durch Furcht oder Eigennutz zu ersetzen, endet im schwarzen Feuer.

       Zum gleichen Ergebnis kommt es im Fall eines anderen unwürdigen Ersatzes. Jedes Feuer ist magnetisch, deshalb sollte man den Magnetismus des schwarzen Feuers sehr behutsam meiden. Er arbeitet die Teilchen der grobstofflichen Emanationen nicht um, sondern belastet im Gegenteil den Raum.

       Das kann besonders im Fall von Blutsverwandtschaft schädlich sein, wenn die grobstofflichen, nicht verbrannten Teilchen sich so leicht anziehen und bereits geschwächte Organe überanstrengen können. Es ist daher von keinem Nutzen, das schwarze Feuer zu entzünden.

 

       273. Die Zusammenarbeit der Menschen ist die wahre Gesellschaftswissenschaft. Die Beziehungen der Menschen untereinander, welche die Soziologie studiert, drücken nicht die Zusammenarbeit aus. Die Soziologen studieren nicht die geistigen Einwirkungen. Sie überlassen das der Psychologie. Doch diese Wissenschaft studiert in ihrer Oberflächlichkeit gewöhnlich einzelne Individuen, wogegen es notwendig erscheint, die Erscheinungen des Gemeinwesens zu studieren, denn der geistige Einfluss ist außerordentlich machtvoll, und seine Verbindung mit kosmischen Vorgängen führt zur Lösung vieler Probleme.

       Man sollte

 [Russisches Original. Seite 129.]


fleißig die Volksmengen vergleichen und es lernen, ihr Tun dem Resonator der Natur gegenüberzustellen. Man sollte diese mächtigen Faktoren nicht übersehen. Es genügt nicht, die Wirkung von Gewehrsalven zu kennen, das ist zu primitiv. Weit wichtiger ist es, die Wirkungen der Blicke der Menge oder ihre Ausrufe zu kennen. Man sollte erkennen, dass diese Wellen den ganzen feurigen Strömen entlang ferne Ufer erreichen. So kann man die Ursache vieler unerwarteter Ereignisse herausfinden, doch das erfordert Beobachtung.

 

       274. Wer würde glauben, dass der „Kelch“ eines Yogi sehr viele heilsame Ströme aussenden kann - für fern und nah? Diese Ausstrahlungen sind sehr schmerzhaft, wie von innen ausgehende Nadelstiche. Der „Kelch“ kann nicht umhin, seine Aufspeicherungen für das Wohl der Nächsten auszusenden. Es ist nicht weise, diese Sendungen von Segen als schmerzlos zu erachten.

       Wenn beide Prinzipien, das grobstoffliche und das feinstoffliche, wirken, muss es Anspannung geben. Doch der Geist ist bereit, diese Anspannungen zu bewältigen. Man muss wissen, dass solche Übertragungen die Feurige Welt stärken. Zusammenarbeit mit einem solchen Grad von Feuer ist nicht leicht!

 

       275. Man sollte den Prophezeiungen aus dem Volk Beachtung schenken, die kosmische Erscheinungen voraussagen. Sehr oft kann man auf richtige Angaben stoßen. Jedoch es können viele andere Umstände dazwischentreten.

 

       276. Sollte ein eiliger Wanderer nach der Zeit fragen, könnte ein Herz wohl kaum so grausam sein, ihn bewusst zu belügen. Dem reinen Streben wohnt feurige Überzeugung inne. In der Tat, Streben ist jene reine Kraft, die vor den Schlägen des Hasses bewahrt.

 [Russisches Original. Seite 130.]


Wenn Wir daher den erhabenen Begriff Agni aussprechen, wird damit Streben in seinem vollen Umfang verstanden.

       In der Vorstellung der Menschheit wächst die Feurige Welt gemeinsam mit der gedanklichen Heldentat. Doch versucht nicht, ein Herz, welches das Feuer nicht kennt, von der Feurigen Welt zu überzeugen. Solcher Zwang wird nur zum schwarzen Feuer führen. Könnten wir die Diener der Finsternis zählen, die durch verschiedene Zwänge geschaffen wurden, wir würden über die ungeheure Menge entsetzt sein.

       Man muss äußerstes Feingefühl besitzen, um zu wissen, wann der Schlüssel im Schloss das zweite und dritte Mal umgedreht werden kann. Weder Dogma noch Chemie können sagen, wann das heilige Wort „man kann“ ausgesprochen werden kann. Aber das Feuer des Herzens weiß, wann Karma und das Bewusstsein eines Bruders nicht überlastet werden; denn die Offenbarung von Agni darf nicht belasten.

 

       277. Jeder wird beipflichten, dass Bücher nicht zu viel einleitendes Material enthalten sollten. Doch sogar durchschnittliche Baumeister bejahen, dass die Baustelle zuerst gereinigt und das notwendige Material herbeigeschafft werden muss. Ihr selbst wisst, was es bedeutet, die Baustelle redlich zu säubern: man muss wahrhaftig Gestrüpp des Neides, des Zweifels und allerlei Kehricht ausmerzen. Man muss die ganze Auffassung und Seelengröße aufwenden, um sich unter der Last des Unkrauts nicht zu beugen. Natürlich werden sich alle Kräfte der Finsternis und der Unwissenheit besonders gegen das Feuer auflehnen.

       Deshalb wird jedes Buch über die aufeinander folgenden Lebensstufen nicht kurz gefasst sein. Der letzte Teil solch eines Buches möge getrennt erscheinen, sonst wird jeder das Ende vor dem Anfang lesen wollen. Diese Gewohnheit ist besonders den Dienern

 [Russisches Original. Seite 131.]


der Finsternis angenehm. So schaffen sie einen schwankenden Boden für die Schwächlinge.

 

       278. Ein Arzt sollte nicht überrascht sein, wenn er beobachtet, dass die Symptome der Besessenheit epidemische Ausmaße annehmen. Sie sind zahlreicher als sich der menschliche Verstand vorstellt. Überdies sind die Abarten der Besessenheit höchst verschieden. Sie reichen von einer fast unmerklichen Verschrobenheit bis zur Gewalttätigkeit.

       Ich lobe den Arzt, der einen Zusammenhang mit Geschlechtskrankheiten feststellte. Tatsächlich ist dies einer der Kanäle der Besessenheit. Man kann feststellen, dass die Mehrheit der an Geschlechtskrankheit Leidenden zu Besessenheit neigt. Jedoch in einem zeigt sich der Arzt zu optimistisch: Obwohl eine Geschlechtskrankheit den Eintritt der Besessenheit erleichtert, bedeutet ihre Heilung nicht die Austreibung des Besitzergreifers.

       So kann auch äußerste Gereiztheit einen Besitzergreifer einladen, doch man erwarte nicht, dass ihn das erste Lächeln vertreiben wird. Eine solche Beobachtung umfasst eine ganze Wissenschaft.

       Der Arzt hat Recht, wenn er nicht nur Irrenhäuser, sondern auch Gefängnisse besuchen will. Es wäre nicht unangebracht, die Börsen aufzusuchen, oder das Deck eines sich in Gefahr befindlichen Schiffes.

       Man kann chronische, sich hinziehende oder vorübergehende Symptome bemerken. Auch der Schweiß kann untersucht werden. Viele Merkmale werden dem Beobachter allmählich klar werden. Unter ihnen werden Einzelheiten der Feinstofflichen Welt aufgespürt werden.

       Eines jedoch bleibt unbestritten: die Austreibung des Besitzergreifens hängt nicht von physischen Methoden ab. Allein Agni, allein die reine Energie kann sich diesem menschlichen Elend widersetzen.

 [Russisches Original. Seite 132.]


       Ich wiederhole das Wort Elend, denn es ist dem Ausmaß der Seuche angemessen. Viele Ärzte werden Agni als Aberglauben betrachten und den Glauben an Besessenheit als Unwissenheit. Die Menschen schreiben ihre eigenen Eigenschaften so oft anderen zu; doch zugleich werden die bösen Geister aller Grade durch diese Untersuchungen beunruhigt.

 

       279. Öfter als einmal haben Wir auf die Erwünschtheit von Flügen in die Feinstoffliche Welt hingewiesen. Doch es können Umstände solcher Anspannung auftauchen, die Uns veranlassen, zur Vorsicht zu mahnen. Mit den besten Absichten können Flüge für manche unerträglich werden. Bei Rückkehr in den physischen Körper ist das feinstoffliche Wesen etwas geschwächt, und jeder boshafte Angriff kann Schaden anrichten.

 

       280. Der Arzt muss auch gewarnt werden, mit Besessenen vorsichtig zu sein. Wenn man sich einem Besessenen nähert, sollte man daran denken, sogar die Vermutung einer Besessenheit nicht zu stark zu hegen. Man darf nicht übersehen, dass ein Besitzergreifer, sobald er Verdacht schöpft, dass seine Anwesenheit entdeckt wurde, für Gedanken sehr empfänglich ist. Er kann seinen Groll darüber in verschiedener Weise kundtun.

       Durch Ausmerzen einer Besessenheit kann man sich viele Feinde schaffen; deshalb sollte man Beobachtungen anstellen, ohne dies persönlich öffentlich bekanntzumachen.

 

       281. Äußerst lehrreich unter den feurigen Erscheinungen sind die bei der Arbeit von den Fingerspitzen ausgehenden Strahlen. Um die schreibende Hand herum kann man Lichtwellen sehen. Darüber hinaus wechseln sie je nach dem Inhalt des Schreibens. So kann man eine äußerst wichtige Erscheinung beobachten: Die sichtbare Mitwirkung des Feuers und die Veränderung der Agni-Energie in Übereinstimmung mit dem inneren Wert der Arbeit.

 [Russisches Original. Seite 133.]


       Gewiss, ihr habt nicht nur Farbwellen bemerkt, sondern auch leuchtende Gebilde, die beim Lesen eines Buches zutage traten. Diese Boten des Lichts können sowohl von außen als auch von innen kommen, doch beide dienen als Beweis der Tätigkeit der feurigen Energie. Viele können diese Sterne sehen, doch sie verstehen es nicht, ihnen Aufmerksamkeit zuzuwenden.

       Das führt uns zu derselben Feststellung: Ein ungeordneter Ausbruch gleicht in seiner Bedeutung für das Ergebnis der Arbeit dem Schlaf. Allein konzentrierte Aufmerksamkeit und Ausdauer ohne sich entmutigen zu lassen führen zur Sichtbarkeit der offenbarten Gesetze. Möge niemand denken, die Möglichkeit sei nicht geboten worden, sondern eher, dass sie nicht angenommen wurde.

 

       282. Zweifellos besteht zwischen der arbeitenden Hand und dem „Kelch“ eine Verbindung, die durch ein Leuchten gekennzeichnet ist. Wird solch eine Verbindung wahrgenommen, kann man zu dieser Beobachtungsfähigkeit gratulieren.

       Gleichermaßen schätze Ich die Beobachtungen des Kampfes zwischen Licht und Finsternis; die Sterne des Lichts und jene der Finsternis sind völlig sichtbar und deuten auf eine kosmische Schlacht hin. Man kann voraussehen, dass im Lauf der Zeit für viele Erscheinungen eine astrochemische Grundlage gefunden wird. Und jede Aufzeichnung hierüber wird ein großer Dienst für die Zukunft sein.

 

       283. Sagt dem Arzt auch, dass nicht jede Besessenheit unbedingt von der Finsternis kommt. Es kann Beeinflussungen aus den mittleren Sphären geben, die nach Ansicht des Besitzergreifers auf das Gute gerichtet sind, obwohl keine besonders guten Resultate erzielt werden. Die Besitzergreifer sind solch niederen Grades, und die für sie erreichbaren Vehikel sind von keiner hohen Entwicklung, so dass es zur Spaltung des Denkens, Unausgeglichenheit und zum Verlust der Selbstbeherrschung kommt. Es gibt viele solche Menschen

 [Russisches Original. Seite 134.]


mit schwachem Willen; in Wirklichkeit schwächen einander zwei Willen.

       Solchen Menschen kann man nur helfen, indem man ihnen eine Arbeit zuteilt, die sie lieben, doch in sehr reichlichem Maße. Der Besitzergreifer wird verdrießlich, dass er bei solch konzentrierter Arbeit nicht in Erscheinung tritt, denn jeder Besitzergreifer ist bemüht, sein eigenes Ich zum Ausdruck zu bringen.

       So kann der Arzt verschiedene Arten von Besessenheit beobachten, doch im Prinzip sind solche Epidemien im menschlichen Entwicklungsprozess ganz unzulässig.

       Darüber hinaus hilft die Vorstellung des Guru sehr, sich vor Besessenheit zu schützen. Im Falle von Willensschwäche bietet der Lehrer seine überschüssige Kraft auf, um den fremden, feindlichen Einfluss zu verhindern. Natürlich, ein Lehrer mit einem hohen Bewusstsein kann feinfühlig feststellen, wann seine Hilfe nötig ist. In der Tat, solche Führung hat nichts mit Zwang zu tun.

 

       284. Feuriges Streben kann alle Diagnosen erleichtern, denn nichts vermag die feinstofflichen Grenzlinien besser festzustellen, für die es sogar keine wörtlichen Erklärungen gibt. Nicht ohne Grund heißt es, dass wir uns zur feurigen Höhe erheben sollten, wo es keiner Worte mehr bedarf.

 

       285. Es ist wirklich lehrreich, die feurigen Erschütterungen des Planeten zu beobachten, besonders wenn ihr die außergewöhnlichen Einflüsse kennt. Man kann auf die Bewegungen des Feuers genauso hinweisen, wie man die Gedanken der Menschen verfolgen kann.

 

       286. Der Agni Yogi ist nicht nur ein magnetisches Zentrum, sondern er verbessert auch den Gesundheitszustand eines Ortes. So nehmen der Raja Yogi und der Agni Yogi die Ströme des Raumes auf sich. Es ist keine Übertreibung, zu behaupten, dass Yoga die Gesundheit des Planeten wiederherstellt.

       Man muss

 [Russisches Original. Seite 135.]


sich beeilen, die Bedeutung der geistigen Vervollkommnung zu erkennen. Allein durch solche Erkenntnis kann man die anstrengende Aufgabe des Yogi erleichtern, bei der ihn jeder belasten, doch nur wenige ihm helfen können. Man sollte wenigstens die Stufe einfacher Achtung vor dem Ungewöhnlichen erlangen.

       Niemanden kümmert es, zu bedenken, wie leicht er durch seinen negativen, boshaften Angriff Leiden verursachen kann. Jeder unwissende Mensch kommt einem Diener der Finsternis gleich.

 

       287. Freilich, Harmagedon lässt nicht nach, denn auch die finstere Kraft selbst bringt manchmal eine Menge von neuen Listen hervor. Wir wollen wegen der vielen, vielen Angriffe nicht klagen. Es kann nicht anders sein. Die Fähigkeit, sich an Gefahren zu gewöhnen, ist eine starke Waffe gegen die Feinde. Wahrlich, jeden Augenblick sind die Menschen in Gefahr. Es ist eine große Illusion zu meinen, dass sich alles in Sicherheit wiegt. Maja* erscheint den Menschen in der Maske der Friedfertigkeit, doch gerade der Yogi fühlt, dass das Kreuz des Daseins unabänderlich aufrecht steht. Nur die Aufnahme des Kreuzes und der Aufstieg zum Berg, wo es sogar fünfbeinige Kälber gibt, nur solcher Mut wird einen über den Abgrund tragen.

       Vergessen wir nicht, dass Ich Vorsicht geboten habe, weil sie eine Eigenschaft des Mutes ist.

 

       288. Der Lehrer freut sich, wenn kollektive Arbeit möglich ist. Die Ablehnung kollektiver Arbeit bedeutet Unwissenheit. Nur eine erhabene Individualität wird in sich das Maß für kollektive Begriffe finden. Solange die Persönlichkeit die Gemeinschaftsarbeit scheut, ist sie noch keine Individualität und verharrt noch in erstickender Ichsucht. Allein die wahre Erkenntnis der Unzerstörbarkeit

 [Russisches Original. Seite 136.]


der Freiheit gestattet den Anschluss an das Kollektiv.

       Nur auf diesem wahren Weg gegenseitiger Achtung gelangen wir zu einträchtiger Arbeit, anders gesagt, zum Schaffen des Guten. An diesem Guten entzündet sich das Feuer des Herzens; daher ist jede einträchtige Arbeit so freudvoll. Solche Arbeit steigert die psychische Energie außerordentlich.

       Möge das Werk wenigstens aus kurzer gemeinsamer Arbeit bestehen; möge es auch am Anfang kurz sein, wenn es sich nur in völliger Eintracht und mit dem Wunsch nach Fortschritt vollzieht. Am Anfang ist infolge Mangels an Eintracht Ermüdung unvermeidlich, doch später wird die Gesamtheit kollektiver Kraft die Energie verzehnfachen. So kann man sogar in kleinen Zellen den Prototyp des weltweiten Fortschritts vorantreiben.

 

       289. Sonnenvögel steigen nicht zur Erde hernieder. In diesem Mythos wird auf die Trennung der Feurigen Welt von den irdischen Zuständen hingewiesen.

       Man kann sehen, dass die Menschen die feurige Natur seit alters besonders verehrten. In der Tat, mit welcher Sorgfalt muss man jede feurige Erscheinung betrachten! Inmitten des alltäglichsten Lebens kann man die Funken des höheren Feuers erkennen.

       Das bedeutet, dass um jeden solchen Funken eine gereinigte Atmosphäre entsteht, weshalb es besonders abscheulich ist, diese Lichtschimmer auszulöschen. Sie blitzen unerwartet auf, doch das Verlöschen solcher Lichter ruft besonders unausgeglichene Folgen hervor. Es ist wahr gesagt worden, dass es besser ist, nicht geboren zu sein, als die Abscheulichkeiten zu vermehren.

 

       290. Arbeit ist die beste Reinigung von allen Abscheulichkeiten. Arbeit schafft den mächtigen Faktor

 [Russisches Original. Seite 137.]


Schweiß, der sogar als Mittel zur Fortpflanzung des Menschen aufrückte[34]. Der Schweiß wurde sehr wenig erforscht; er wurde selten im Vergleich mit der Persönlichkeit des Menschen studiert und kaum in Bezug auf die verschiedenen Elemente. Sogar ein unerfahrener Beobachter wird die vielen verschiedenen Arten des Schweißes bemerken. Wirklich, es ist leicht zu bemerken, dass eine feurige Natur wenig Schweiß absondert, auf jeden Fall laugt sie ihn aus. Andererseits sind Naturen der Erde und des Wassers stark mit Schweiß gesättigt. So kann man bemerken, mit welcher Weisheit auf eine der frühesten Evolutionen der Menschheit hingewiesen wurde.

 

       291. Man sollte sich von den verschiedenen Stadien der menschlichen Evolution nicht abwenden. Von unserem Standpunkt aus mag vieles seltsam erscheinen, doch bedenken wir, dass sich alle Zustände relativ geändert haben. Dann gelangen wir zu einem, obwohl unbekannten, doch nicht sehr fremden Gesichtspunkt.

       Es ist trügerisch, sich das Leben in allen Welten mit unserem gegenwärtigen Verstehen vorzustellen. Wir vergessen sehr leicht das Gestern und stellen uns das Morgen nur wenig vor, so dass viele unserer Urteile den Herbstblättern gleichen.

       Es ist angebracht, seine Nichtigkeit gegenüber jedem kosmischen Gesetz zu fühlen. Jedoch für die Annäherung an die Feurige Welt werden feurige Flügel verliehen.

 

       292. Die Schwierigkeit besteht überall und immer darin, dass, sobald sich die Umstände etwas bessern, eine finstere Hand versucht, ihre zottigen Kugeln in den Weg zu werfen. Man kann genau sehen, wie kleine schädliche Risse erscheinen. Doch in einer Esse mit starkem Druck kann sogar einem kleinen Riss ein zerstörendes Gas entströmen. Man kann im Leben

 [Russisches Original. Seite 138.]


Zeuge von Experimenten höherer Chemie sein. Daher ist es so wichtig, zu beobachten.

 

       293. Heilen durch Suggestion wurde feuriges Streben genannt. Freilich, diese Heilmethode entwickelt sich jetzt immer mehr. Deshalb sollte man den durch unkundige Anwendung der feurigen Energie möglichen Schaden verhüten.

       Suggestion kann Schmerzen lindern, doch wenn jene, die Suggestion anwenden, den Ursprung der Krankheit nicht kennen, kann diese Suggestion mit schädlichen Narkotika verglichen werden. Anders ist es hingegen, wenn ein erfahrener Arzt Suggestion anwendet; er lindert nicht nur den Schmerzreflex, sondern verfolgt auch den Verlauf der Krankheit und kann den entsprechenden Organen suggerieren, ihre normale Funktion wieder aufzunehmen.

       Ein erfahrener Arzt wird auch die Astrologie nicht vernachlässigen. Man möge lachen, soviel man will, doch ein wissenschaftlich erstelltes Horoskop hilft bei der Ermittlung der Krankheit und ihrer Nebenumstände. Man sollte der Astrochemie volle Aufmerksamkeit zuwenden und die Macht der Suggestion verstehen.

       Wenn Suggestion sich der feurigen Energie bedient, wie tief und stark ist dann der durch Feuer ausgeübte Einfluss! Man muss die jetzt von Hypnotiseuren gebrauchte Gewohnheit beschränkter Befehle und Verbote aufgeben. Allein die Kenntnis des Organismus und aller Umstände erlaubt es dem Arzt, seinen Befehl allen betroffenen Teilen zuzusenden. Die geschwächten Organe können erheblich wiederhergestellt werden, wenn man sie auf das Feuer des Herzens ausrichtet und mit diesem koordiniert.

       Jeder Arzt muss in sich die Kraft der Suggestion entwickeln.

 

       294. Es ist ganz unsinnig, wenn ein Arzt

 [Russisches Original. Seite 139.]


einen unkundigen Hypnotiseur an den Kraken heranlässt. Eine grobe Kraft kann den Windungen der Krankheit nicht folgen. Es geht nicht darum, den Patienten einzuschläfern, sondern man muss alle Umstände vergleichen und die komplizierten Kanäle der Krankheit verfolgen.

       Jedes Wort, jeder Tonfall der Suggestion hat feurige Bedeutung. Deshalb kann nur ein erleuchteter Geist die Gesetze und Methoden der Suggestion erfassen. Nur solch ein Geist wird die ganze Verantwortung für das Einwirken der feurigen Energie erkennen.

 

       295. Ihr wisst, dass bei Suggestion weder Handbewegungen ausgeführt noch der Patient angestarrt werden sollte. Man soll dem Patienten gar nicht in die Augen sehen, sondern sich vom Herzen an das Herz wenden. Erst nachher sollte man seinen Willen vom Zentrum aus in die nötige Richtung lenken.

       Für den unter Suggestion stehenden Patienten ist es absolut zwecklos zu wissen, was vor sich geht. In der Tat, die Vorbereitung zur Suggestion ruft oft unerwünschten Widerstand hervor. Außerdem, obwohl der Patient glaubt, er wäre bereit, sich der Behandlung zu unterziehen, wird sich sein Manas gegen das Eindringen sträuben.

       Je länger sich die Bewusstseine anpassen, desto wirksamer wird die Suggestion sein. Das Experiment sollte jedoch nicht im Voraus bekannt gemacht werden; jede Heilung sollte unerwartet vor sich gehen.

       Doch die physischen Bedingungen müssen günstig sein. Die Temperatur sollte durchschnittlich, das heißt mäßig sein, damit weder Kälte noch Hitze zu Gereiztheit führen. Die Luft muss rein sein, und es ist ein leichter Duft von Rosen oder Eukalyptus im Raum zu empfehlen. Unauffällig sollte Vorsorge getroffen werden, dass sich der Patient möglichst bequem in einen Armstuhl lehnen kann. Ein Bett ist weniger geeignet.

 [Russisches Original. Seite 140.]


Alles Unvorhergesehene und Lärmende sollte ferngehalten werden, damit es zu keiner Erschütterung kommt.

       Man darf nicht vergessen, dass sich der feinstoffliche Körper während der Suggestion in einem Zustand außerordentlicher Anspannung befindet und den Leib zu verlassen sucht. Deshalb muss ihm dies äußerst vorsichtig verwehrt werden.

       Selbstverständlich dürfen die Befehle nicht mündlich, sondern nur gedanklich erteilt werden. Die westlichen Magnetiseure lachen über die Idee, Befehle gedanklich zu erteilen; sie sind der Meinung, dass Worte und Finger den Willen beherrschen könnten. Doch lassen wir ihnen diesen westlichen Irrtum.

       Bei manchen primitiven Stämmen versetzte man dem Patienten mit einer Keule einen Schlag auf die Stirn. Solch ein Akt machte den Willen ebenfalls gefügig. Doch wo es die Lehre vom Herzen und vom Feuer gibt, dort müssen die Methoden andere sein.

 

       296. Natürlich, es gibt Menschen, die einwenden werden, der Keulenschlag sei eine unverhohlene Methode und deshalb zulässig, während die feurige Einwirkung etwas Verborgenes und daher unstatthaft sei. Danach ist jeder, der an das Gute denkt, schon gefährlich, während der Mörder nur eine Widerspiegelung der Gesellschaftsordnung ist. Viele Menschen denken so und verhindern damit alles Feinstoffliche. Doch die Keule ist nicht mehr von Nutzen; die feinstofflichsten Lösungen und Achtung vor dem menschlichen Herzen sind notwendig.

 

       297. Zigeuner verwenden Arzneien mit einer Besprechung in dem Glauben, dass die Arznei nur auf diese Weise wirksam sei. Und so behaupten sich Unsere Überlieferungen aus dem Himalaja durch viele Generationen von Auswanderern.

       Freilich, wenn wir die Wirkung von Medizinen, die gern, mit jenen die mit Widerwillen genommen werden vergleichen,

 [Russisches Original. Seite 141.]


wird der Unterschied überraschend sein. Sogar die stärksten Medizinen können fast gegensätzliche Wirkungen hervorrufen, wenn sie von entsprechender Suggestion begleitet werden.

       Man kann ein bedeutendes Buch über die Relativität der physischen Einwirkungen schreiben. Man kann aus verschiedenen Bereichen Tatsachen sammeln, um zu beweisen, dass unter den entscheidenden Faktoren die physischen kaum wichtig sind. So sollte man Schritt um Schritt die Regungen des Agni verfolgen. Man braucht nicht sogleich in komplizierte Formeln einzudringen, sondern kann von den treffenden Beweisen des Alltags ausgehen.

       Wenn Kurpfuscher begreifen, worin das beherrschende Prinzip des Erfolgs liegt, sollte ein gelehrter Arzt die bestimmenden Faktoren sogar besser erkennen. Nur auf diesem Wege werden sich Vergangenheit und Zukunft treffen.

 

       298. Agni ist ewig! Die feurige Energie ist unvergänglich! Volkssprichwörter künden oft von ewigen Freuden und Leiden. Sehr wissenschaftlich wurde die Unausrottbarkeit der Freude und des Leides beobachtet, die in den Raum gesandt wurden. Viele tragen das Leid eines anderen, und viele greifen nach der ihnen nicht gebührenden Freude; so muss man immer an das ewige Säen denken.

       Wenn der Gedanke nicht kraftvoll ist, kann er von den Strömen des Raumes aufgesaugt werden; doch die Substanz des Leides, oder jene der Freude, ist fast so unzerstörbar wie das feurige Samenkorn.

       Es ist nützlich, den Raum mit Freude zu erfüllen, und sehr gefährlich, den Himmel mit Leid zu bedecken. Doch wo kann man den Hort der Freude finden? Sicherlich nicht auf dem Markt, sondern nahe dem Strahl des Lichts, beider Freude an der Hierarchie.

       Der Anstieg von Leid ist einer der Gründe

 [Russisches Original. Seite 142.]


für feurige Epidemien, doch sobald die Physiologie die Menschen über die schwächenden Folgen des Leides aufklärt, wird die Suche nach Freude einsetzen. Der Fels der Freude wird sich allmählich behaupten und als erhabene Feierlichkeit, als der heilsamste Faktor erkannt werden.

       Nicht ohne Grund haben Wir auf den Nutzen der Anwesenheit gesunder Menschen hingewiesen. Freude ist die Gesundheit des Geistes.

 

       299. Man muss die Fähigkeit entwickeln, eine fremde Stimmung zu verstehen. Das ist nicht Gedankenlesen, sondern Gefühlswissen vom Wesen des Nächsten. Es ist leichter, das Ferne zu beobachten, wenn man um das Naheliegende weiß. Viele stehen auf der Schwelle zu einem solchen Gefühlswissen, doch Verkrampfung in Ichsucht hält sie davon ab, ihre Umgebung zu verstehen.

 

       300. Wanderer für einen kurzen Moment - so nennt man jene, welche die höheren Pfade erkannt haben. Nur im Erkennen der Kürze des irdischen Pfades können wir die Erhabenheit der Unbegrenztheit begreifen und den Vervollkommnungsprozess des Geistes erlernen.

       Es gibt keine wie immer geartete Sicherheit, und die Illusion der Sicherheit ist ein sehr verhängnisvolles Trugbild. Jedoch ohne sich auf die irdische Welt zu stützen, sollte man jede Krume von ihr schätzen lernen.

       Möge uns jede Regung des Feuers an die Kraft erinnern, die das Gleichgewicht erhält. Wenn der Planet durch das innere Feuer ausgeglichen wird, wird auch jedes Individuum im Feuer des Herzens Halt finden.

 

       301. Lichtblitze vor geschlossenen Augen brauchen einen nicht zu überraschen. Die Propheten sprachen: „O Herr, ich sehe keine Finsternis!“ Das ist kein Symbol der Hingabe, sondern ein wissenschaftlicher Beweis des Entflammens der Zentren.

       Man findet ständig Hinweise auf dieses Licht. Nicht nur im Altertum sollte man nach diesem Licht suchen, sondern man sollte auch

 [Russisches Original. Seite 143.]


Blinde und Kinder darüber befragen. Ein Dichter könnte ein Lied darüber schreiben, wie sich der Himmel geschlossenen Augen enthüllt.

 

       302. Es ist nützlich, nicht nur zu verschiedenen Stunden, sondern auch bei verschiedenen kosmischen Anspannungen photographische Aufnahmen zu machen. Wann sonst könnte man die Flecken der absoluten Finsternis wahrnehmen, wenn nicht im Augenblick der Anspannung? Wann könnte man die komplexesten Einwirkung einfangen, wenn nicht bei Unausgeglichenheit der Elemente? Auf dem Film spiegelt sich unsere eigene Schwankung wider, aber man kann auch Abdrücke von verschiedenen feinstofflichen Erscheinungen festhalten.

       Man kann mit den einfachsten Zuständen beginnen, denn es ist notwendig, unter verschiedenen Umständen zu arbeiten.

 

       303. Zukunftsträume sind weit verbreitet. Zu Tausenden werden Prophezeiungen ausgestreut, und Menschen in verschiedenen Ländern gewöhnen sich an bestimmte Fristen. Auf diese Weise wird der Lauf der Evolution bestätigt. So werden auch die furchterregenden Fristen ins Gedächtnis gerufen.

       Vielleicht hat die Menschheit nie zuvor so ihr Los gezogen wie in diesen Tagen. Man kann die Willensfreiheit nicht mehr verletzen, als es derzeit geschieht. Ihr selbst seht, wie auf die ungewöhnlichste Weise an die Fristen erinnert wird, aber blind sind jene, die nicht sehen wollen.

       Ihr seht selbst auch, wie schwierig es ist, feierliche Einheit herzustellen, sogar als rettendes Heilmittel. Jedoch ihr seht auch, dass sehr viele Zerstörungen gemildert werden könnten. Da, wo ein Schlag hätte stattfinden sollen, gibt es nur eine leichte Erschütterung.

       Aber verharrt nicht im Glauben eines sicheren Daseins. Alles ist unbeständig, fest ist allein die Leiter der Hierarchie.

 [Russisches Original. Seite 144.]


       304. Die Menschen sprechen gern von Evolution und Involution, meiden es aber, diese Begriffe an sich selbst anzuwenden.

       Indem sie ihre eigene Evolution vernachlässigen, ziehen die Menschen ähnliche Anhänger aus der Feinstofflichen Welt herbei! Die Feinstoffliche Welt strebt wirklich zur irdischen, aber in voller Entsprechung. Würden also die Menschen zur Evolution streben, würden sie evolvierende Wesen anziehen. So läge die Verbesserung der Weltzustände in den Händen der Menschheit selbst.

       Auf diese Weise ruft jedes Streben zum Guten nicht nur in der Feinstofflichen, sondern auch in der Feurigen Welt Widerhall hervor. Käme solches Streben aus irgendeinem Grund nicht zum Ausdruck, bliebe es dennoch in vollem Ausmaß im Raum.

       Das Potential des Guten ist wie eine Lichtsäule. Ein Zimmermann, ein Schuhmacher oder ein Arzt können gleichermaßen an das Gute denken. Ausdauer und Standhaftigkeit im Guten bedeutet schon Sieg.

       Manche mögen den Aufenthalt in einem Aschram als Einsperrung in einen Kerker betrachten, aber für die Entwicklung des Geistes wird er der heilsamste aller Aufenthalte sein.

       Ihr wisst, die Zeit fliegt, und in diesem Flug gewöhnt man sich an die Unbegrenztheit.

 

       305. Gewiss, Energieabfluss kann sogar Schwindelgefühl verursachen, besonders wenn die Übertragungen auf weite Entfernungen durchgeführt werden; dann setzt eine Art Trägheit ein. Die Schwerkraft wird so stark empfunden, dass es besser ist, in diesem Zustand keine stehende Haltung einzunehmen.

 

       306. Im Alltagsleben kann man vieles wahrnehmen, was den Gepflogenheiten der Feinstofflichen und der Feurigen Welt eignet.

       Die Menschen können in zwei Typen eingeteilt werden: der eine hinterlässt nie Schmutz,

 [Russisches Original. Seite 145.]


und bereitet er sich für eine Reise vor, bringt er alles in Ordnung und reinigt alles, damit kein anderer mit dem Unrat belastet wird; der andere aber denkt nicht an die Folgen und hinterlässt Haufen von Schmutz. Ihr könnt sicher sein, dass der zweite der Feurigen Welt fernsteht. Ihr könnt ebenfalls sicher sein, dass der erstere feuriger Natur und ein Reiniger ist, wie das Feuer selbst.

       Man sollte auch die Art und Weise beachten, auf die ein Mensch an kleinen Raststätten vorübergeht. Wer seinen Auftrag kennt, der eilt dahin, obwohl er sich wohlwollend zu allem verhält, was ihm begegnet. Der andere bringt es fertig, bei jedem Anhalten Verwirrung zu stiften und die Umgebung zu stören. Der erstere ist erfahren, hat viele Inkarnationen durchschritten und versteht, dass ein Nachtlager nicht sein Vaterhaus ist. Der zweite kann wahre Werte nicht erkennen und wird auf seinem Weg bei jedem Basar anhalten.

       So offenbaren die Menschen ständig ihr Wesen. Nur ein erfahrener Wanderer weiß, dass das Nachtlager noch nicht der Bestimmungsort ist, und er begreift, dass mit Dingen, die der nachfolgenden Karawane nützlich sein können, behutsam umzugehen ist. Er wird nicht das ganze Brennholz aufbrauchen, sondern wird an die anderen denken. Er wird nicht den Brunnen verunreinigen, da er auch anderen von Nutzen ist.

       So kann man beobachten, wo Licht und wo Finsternis ist.

 

       307. Kann man sich vorstellen, dass Menschen nur daran denken, was nützlich ist? Natürlich kann man das, schädliche und ungeordnete Gedanken sind vor allem unnötig. Man kann sich nutzbringende Gedanken angewöhnen, und solch eine Übung wird die beste Vorbereitung auf die Feurige Welt sein. Die Gewohnheit, gute Gedanken zu hegen,

 [Russisches Original. Seite 146.]


wird nicht schnell erlangt; sie führt jedoch zur Feurigen Erkenntnis.

       So nähern wir uns der Feurigen Welt nicht, indem eine besondere Welt in Erscheinung tritt, sondern durch die Güte unserer täglichen Arbeit.

 

       308. Selbstvervollkommnung ist Licht, Genusssucht ist Finsternis. Man kann sein Leben so gestalten, dass jeder Tag ein Ende ist, aber man kann sein Leben so erleuchten, dass jede Stunde ein Anfang ist. So können wir unser irdisches Dasein sichtbar umgestalten. Nur auf diese Weise werden die Fragen der Zukunft und der Sinn der feurigen Vervollkommnung wahrnehmbar.

       Man sollte den Mut finden, sein Leben nach neuen Erkenntnissen zu ändern. Im großväterlichen Bett zu sterben, möge als mittelalterliche Auszeichnung gelten. Wir empfehlen sogar, diese Betten ins Museum zu tragen, was auch hygienischer wäre.

       Doch sollten wir das Morgen nicht durch gestrige Maßstäbe begrenzen; denn wie sonst könnten wir uns der Erkenntnis der Feurigen Welt nähern, die unsere Großväter für Höllenfeuer hielten? Jetzt hingegen, wo man dem Licht und der Herrlichkeit des Feuers das Gebührende gibt, können wir ein geistig sehr reiches Morgen haben.

 

       309. Zwei Wochen habt ihr die unterirdischen Erschütterungen gespürt. Stellt euch vor, dass sich die Erde in einen beweglichen Zustand verwandelt. Keine menschliche Findigkeit kann die Elemente aufhalten, aber wenn ihr eine klare Vorstellung von der Feinstofflichen und der Feurigen Welt habt, kann keine irdische Erschütterung das unveräußerliche strahlende Morgen verhüllen.

 

       310. Aus dem Osten kommt der Weiße Adler, so enthüllen Wir ein neues Bewusstsein. Ohne den Osten ist nichts möglich.

 [Russisches Original. Seite 147.]


Die Menschheitsgeschichte ist entweder vom Osten oder wegen des Ostens geschaffen worden. Man kann sich die Unermesslichkeit des kulturellen Aufbaus nicht vorstellen, dessen Tempel so gewaltig ist.

 

       311. Ratet den jungen Wissenschaftlern, aus den ältesten Lehren alles über das Feuer zu sammeln. Mögen die Puranas Indiens, die Fragmente der Lehren Ägyptens, Chaldäas, Chinas, Persiens und unbedingt alle Lehren der klassischen Philosophie nicht übersehen werden. Natürlich auch nicht die Bibel, die Kabbala und die Lehren Christi - sie alle werden reichhaltiges Material liefern. Ebenso lassen sich die Bestätigungen der neuesten Zeit zu den wertvollsten Erklärungen von Agni hinzufügen. Solch eine Zusammenfassung ist nie gemacht worden. Aber kann man in die Zukunft schreiten, ohne die Zeichen von Jahrtausenden gesammelt zu haben?

 

       312. Beweise durch die neuesten Forschungen sollten geschätzt werden. Wenn die Menschen beginnen, in die höchsten Schichten aufzusteigen und in die unterirdischen Höhlen einzudringen, kann man Schlussfolgerungen im Sinne einer Synthese erhoffen. Lasst die Wirkungen der niederen Schichten der Atmosphäre nicht unbeachtet.

       Man sollte nämlich die gesamte Relativität in Betracht ziehen, welche die Schlussfolgerungen nur bereichern kann. Es ist notwendig, dass wir inmitten dieser ganzen Relativität sogar für halbverbrannte Schlacke Verwendung finden. Wo auch immer das Feuer tätig war, kann alles wertvolle Beobachtungen bieten.

 

       313. Ohne das feurige Element studiert zu haben, kann sich niemand eine richtige Meinung über die Kosmogonie[35] bilden. Das käme dem Unterfangen eines Architekten gleich, einen Steinbau zu errichten, ohne das Wesen des Steins und die Festigkeit des Baumaterials studiert zu haben.

 [Russisches Original. Seite 148.]


Aber der gegenwärtige Geisteszustand ist von der rettenden Synthese sehr weit entfernt.

 

       314. Die unterirdische Spannung ist nicht vorüber. Es ist Uns gelungen, die Erschütterungen in leichte Beben aufzulösen. Im Allgemeinen sollte man an diese Strategie, das Böse aufzuspalten, denken. Oft ist es unmöglich, die zusammengeballte Spannung des Bösen zu verhindern. Dann bleibt nur noch die Möglichkeit, diese Spannung der Finsternis aufzuspalten.

 

       315. Die chinesische Methode der Heilung durch Akupunktur der entsprechenden Zentren, von der ihr kürzlich gelesen habt, ist kein Heilen, sondern nur eine vorübergehende Einwirkung. Die alten Ägypter erzielten die gleiche Wirkung durch Druck auf die entsprechenden Zentren. Und sogar die jetzt üblichen Schröpfgläser und heißen Breiumschläge gehören zu denselben Ergänzungsmitteln. So sollte man im ganzen Leben Gereiztheit durch entsprechende Ergänzungsmittel ausschalten.

       Die Lehre des alten China berichtet auch über den Heilungsprozess durch Steigerung der Lebenskraft. Gerade China schätzte Ginseng und längeres Einnehmen von Moschus. Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn sich die neueste medizinische Forschung den Aspekten der höheren Lebenskraft zuwendet. Ebenso kann man die Feurigkeit der Erscheinungen der Lebenskraft wahrnehmen.

       Mögen die besten Ärzte den feurigen Ursprung der pflanzlichen und tierischen Lebensspender erkennen lernen. Solche Experimente sollten nicht hinausgeschoben werden; wenn feurige Epidemien drohen, lasst uns nicht vergessen, dass Gleiches mit Gleichem geheilt wird.

 

       316. Warum wundert man sich, dass die Enthüllung einer Vision gedämpftes Licht erfordert? Es ist ganz klar, dass grelles

 [Russisches Original. Seite 149.]


Licht das Ansteigen des inneren Lichts nicht zulässt. Jedoch allein das Streben nach Selbstvervollkommnung bietet eine feste Grundlage. Deshalb waren in den alten Zeiten die Einweihungen in die Mysterien mit einem längeren Verweilen im Dunkeln verbunden, bis das Auge durch seine innere Schau die Hindernisse der Dunkelheit bewältigte.

 

       317. Nicht allein die menschliche Arbeitslosigkeit entwickelt sich zu einer äußersten Gefahr, sondern auch die Arbeitslosigkeit der Natur muss schließlich Beachtung finden. Man braucht nur zu beachten, wie schnell blühende Vegetation durch tote Sandwüsten verdrängt wird. Der schleichende Tod auf der Erdkruste sollte als Selbstmord und nicht als Misswirtschaft bezeichnet werden. Sandwüsten, Gletscher und Erdrutsche sagen keine glänzende Zukunft voraus.

       Es ist unmöglich, das Heilen der Natur zu beschleunigen, selbst wenn sich die Menschen einer gesunden Denkrichtung zuwenden. Es wird Dekaden dauern, die Gesundheit der zerstörten Erdkruste wiederherzustellen.

       Aber für solch besonders segensreiche Maßnahmen bedarf es der menschlichen Zusammenarbeit. Aber gewahren wir Zeichen solch gemeinsamer Arbeit? Ist der menschliche Geist nicht von Zerstörung und Zwietracht beherrscht? Trifft nicht jedes Bemühen um die Einheit auf Gespött? Die Menschen wollen nicht an die Realität der Zukunft denken. Wir sprechen vom großen Agni, jedoch kaum tausend Gemüter wagen es, an seine Unaufschiebbarkeit zu denken.

 

       318. Man sollte den heranrückenden Ereignissen Beachtung schenken. Man sollte sich bewusst sein, dass die Menschheit in eine Periode ständiger Kriege eintritt. Solche Kriege sind sehr verschieden, aber ihr einziges Prinzip ist Feindschaft

 [Russisches Original. Seite 150.]


überall und in allem. Niemand denkt darüber nach, welch verheerender Weltenbrand geschaffen wird, wenn sich um den ganzen Planeten herum in einem Kreis der Zerstörung ziehen. Das ist die wahre Schlange, die weit verheerender ist als Lawinen und Gletscher. Glaubt nicht, das sei ein Schreckgespenst. Nein, jeder Tag liefert Beweise der Zerstörung. Der Koschej[36] schläft nicht, aber Leichtfertigkeit versucht, die Augen des einzelnen von dem Weltenbrand abzulenken.

 

       319. Waffenkriege, Handelskriege, Arbeitslosenkriege, Wissenskriege, Religionskriege - vielfältig sind die Kriege, und die irdischen Grenzen haben bereits ihre Bedeutung verloren! Das planetare Leben wird in unzählige Grenzen aufgeteilt.

 

       320. „Tausendblätter“ war der alte Name für einen Aufguss aus wilden Feldkräutern. Seine Bedeutung lag im Glauben, die Feldflora an sich sei schon ein umfassendes Allheilmittel. Gewiss, solch eine Verbindung von Pflanzenkräften ist sehr beachtenswert; denn wer sonst als die Natur kann besser harmonische Nachbarn zusammenstellen! Das Maß und die Anwendung liegen in den Händen des Menschen.

       Wahrlich, jede Symphonie der Pflanzenwelt erstaunt einen durch ihre Übereinstimmung. Die Schöpfung ist reich, sowohl äußerlich als auch innerlich, aber in der Regel verletzen die Menschen diesen kostbaren Schleier der Mutter der Welt. Der Ausplünderung wegen ziehen sie das knochige Grinsen eines Totenschädels im Sand vor.

       Die politische Wirtschaftlichkeit sollte auf dem Verstehen der Naturschätze und ihrer weisen Nutzung beruhen, sonst wird der Staat auf Sand bauen. So kann man in allem den goldenen Mittelweg, den wahren Pfad der Gerechtigkeit, studieren.

       Die Menschen

 [Russisches Original. Seite 151.]


sind selbst entsetzt, wenn eine Trennung der Uranfänge erfolgt. Sie werden durch Albinos aufgeschreckt, jedoch das ist nur eine Verletzung des feurigen Prinzips. Man kann Zeuge ähnlicher Zerstörungen in allen Naturreichen sein. Sie sind nicht nur eine Abscheulichkeit, sondern auch ansteckend und schaden einander. Man muss dauernd medizinischen Rat einholen, aber ist nicht das feurige Element eine mächtige Heilkraft? Feuer ist eine Bestätigung des Lebens.

 

       321. Man muss die Menschen dahin bringen, ihre eigenen Schätze zu erhalten. Die armseligste Person auf Erden ist oft ein planetarer Verschwender. Sobald die Neue Welt einzieht, wird sie Liebe zu den Naturschätzen offenbaren, und diese werden die beste Emulsion der Lebenssubstanz bieten.

       Viele werden aus den Städten in die Natur ziehen müssen, aber sicherlich nicht zu Sanddünen! In allen Teilen der Welt haben sich Sandmeere gebildet. Ähnlich ist das Bewusstsein der Menschheit in Körner der Bosheit zerbröckelt. Jede Wüste war einst eine Blumenwiese. Nicht die Natur, sondern der Mensch selbst rottete die Blumen aus. Möge der Gedanke an das Feuer die Menschen veranlassen, an Behutsamkeit zu denken.

 

       322. Viele möchten Einzelheiten über die Feinstoffliche Welt wissen, aber viele werden sehr bestürzt sein. Die Wahrnehmbarkeit der Feinstofflichen Welt ist relativ, sie hängt von der Entwicklung des Bewusstseins ab.

       Man kann vom Licht entzückt sein, oder man kann im Nebel umherirren. Man kann durch Willenskraft schöne Bauten errichten, oder man kann auf Kehrichthaufen verweilen. Man kann sich augenblicks die Sprache des Geistes aneignen, oder man kann taub und stumm bleiben.

       Jeder empfängt nach seinen Taten.

 [Russisches Original. Seite 152.]


Jeder empfindet seinem Bewusstsein gemäß. Die Feinstoffliche Welt ist ein Zustand wahrer Gerechtigkeit.

       Man kann bemerken, dass sogar ein einfältiges Bewusstsein vorankommt, wenn es in Liebe erleuchtet ist. Die geschäftlich gefärbten Emotionen der Erdbewohner bringen wenig der Liebe Vergleichbares mit. Liebe bleibt oft unerkannt. Aber in der Feinstofflichen Welt ist Liebe der Schlüssel für alle Schlösser.

       Für viele Menschen ist Vorstellung eine unerreichbare Abstraktion, aber in der Feinstofflichen Welt ist jedes Körnchen gespeicherter Vorstellung ein Pfad zu Möglichkeiten.

       Für Erdbewohner bilden Beleidigung, Bitternis und Rachsucht die Grundlagen für Galle und Leber; aber in der Feinstofflichen Welt fallen sogar für ein durchschnittliches Bewusstsein diese Schändlichkeiten ab wie nutzlose Hüllen. Deshalb beharren Wir nachdrücklich auf dem feurigen Bewusstsein, damit man sogleich in die höheren Sphären gelenkt wird. Man sollte wirklich mit den höchsten Mitteln nach feurigem Bewusstsein streben.

 

       323. Euer Urteil über die Notwendigkeit, aus den eiternden Städten auszuziehen und die Bevölkerung des Planeten gleichmäßig zu verteilen, ist richtig. Da die Menschheit grundsätzlich ein Feuerträger ist, wie kann man dann nicht verstehen, wie äußerst notwendig die weise Verteilung dieses Elementes ist? Man muss verstehen, dass die Krankheit des Planeten in hohem Grade vom menschlichen Gleichgewicht abhängt. Es geht nicht an, ungeheure Weiten zu verlassen und sich in brudermörderischer Überfüllung an infizierten und blutgetränkten Plätzen zusammenzurotten.

       Nicht ohne Grund schlugen die alten Führer ihre Zelte auf jungfräulichem Boden auf. Heute fördert die Wissenschaft selbst das normale Bevölkern freier Räume.

 [Russisches Original. Seite 153.]


Niemand wird vergessen oder ausgeschlossen werden, und die zur Mitarbeit aufgerufenen Kräfte der Natur werden den kranken Zustand der Erde neu beleben. Nur dann kann man hoffen, dass die Arbeit geschätzt wird und dass anstatt gedungenen Arbeitern Mitarbeiter geboren werden.

       Auch das menschliche Denken wird sich einer Erneuerung unterziehen, wenn der Brennpunkt des Gedankens auf eine gleichmäßige Verteilung der Arbeit über das ganze Antlitz der Erde gerichtet ist. Man sollte dies als Gewähr für die einzige Lösung betrachten. Andernfalls werden die Menschen nur das Joch abschütteln, ohne die in ihrem Herzen wohnende Wahrheit zu finden. Diese Wahrheit ist feurig!

 

       324. Sicherlich wird sich die Frage stellen, warum im Altertum die Gefahr der Überbevölkerung nicht auftrat. Erstens war die Bevölkerungszahl verhältnismäßig gering; darüber hinaus dürfen wir das Schicksal von Atlantis*, Babylon und anderen einst überfüllten Plätzen nicht außer acht lassen, die in Ruinen darniederliegen. Die Menschheit erinnert sich nur an einzelne dieser Grabstätten, aber die kosmischen Gesetze wurden öfter als einmal wirksam.

       Man sollte daher nicht erstaunt sein, dass durch die Verseuchung der niederen Schichten die kosmische Spannung ansteigt.

 

       325. Wenn wir über die Feurige Welt sprechen, sollten wir irdischen Lösungen nicht ausweichen. Der feurige Zustand übersteigt den irdischen so sehr, dass es des besten irdischen Gleichgewichts bedarf, um eine Vereinigung mit dem Feuer zu ermöglichen. Viele irdische Zustände müssen in Einklang gebracht werden, damit der Gedanke den feurigen Körper begreifen kann.

       Mögen die Priester wissenschaftlicher und die Wissenschaftler geistiger werden. Durch diese Bemühungen kann, wenngleich in bescheidenem Maße, ein wichtiger Pfeiler für die nötige Brücke errichtet werden. Der Begriff

 [Russisches Original. Seite 154.]


Brücke ist ein uraltes Vermächtnis, aber jetzt ist er gebieterisch geworden.

 

       326. Einige Aufwiegler hoffen, ihren Wohlstand zu festigen, indem sie ständig alles umstürzen. Diese Gedanken des Diebstahls und der Zerschlagung sind charakteristisch. Es ist völlig unzulässig, zu denken, man könnte zum Zweck von Diebstahl und Zerschlagung das feurige Element herbeiziehen. Ich wiederhole, das sind die Wege der Unwissenheit, die aufgegeben werden müssen.

       Jeder, der einen Baum fällt, möge augenblicks einen neu gepflanzten ersetzen. Der Gärtner möge mit der einen Hand ernten, mit der anderen säen. Die einfachsten Regeln gegen Diebstahl müssen in den ersten Stunden in der Schule gelehrt werden. Der Lehrer muss den Geist für die feurigsten Aneignungen vorbereiten. Nur durch ständige Bestätigung der Wege der Zukunft kann man die Krieger des Geistes vorbereiten.

 

       327. Jemand wollte etwas über die höheren Welten wissen, selbst aber lebte er wie ein Schwein. Aufwärtsstreben ist mit Untergraben der Wurzeln unvereinbar. Für Schweine der Schweinestall.

 

       328. Die Lehre muss vor allem nach oben lenken. So ist es leichter, vom Feuer zu sprechen, das als das Höchste verstanden werden muss. Es ist lehrreich, die kleinsten Kinder zu befragen, wie sie sich das Feuer vorstellen. Man kann die überraschendsten Antworten erhalten, aber diese werden voller Bedeutung sein. Nur Erwachsene ordnen dem Feuer eine sklavische Stellung zu.

 

       329. Kürze der Formeln ist das Geheiß des Feuers. Man sollte sich die heilige Kürze zu eigen machen. Man erachte sie nicht als leicht erreichbar. In ihr kommen

 [Russisches Original. Seite 155.]


Zweckdienlichkeit, Besorgtheit, Achtung und geschärfte Kraft zum Ausdruck. Keine weitschweifige Formel, sondern ihre Essenz wird ausgesandt. Man kann Macht in einem einzigen Wort konzentrieren und so die Wirkung vervielfachen. Nicht der Wasserfall, sondern der Blitz ist das Symbol des Befehls.

       Viel innere Arbeit ist erforderlich, um etwas höchst Knappes und Überzeugendes hervorzubringen. Daher bestanden alte Beschwörungen aus kurzen Anrufungen. Man kann solch einen Pfeil mit einer Geste der Hand begleiten. Solch eine Geste ist nicht wesentlich, aber für einen selbst kann sie ein starker Befehl sein.

 

       330. Musik ist für jedes feurige Säen notwendig. Man sollte gute Musik wählen, sie sammelt unsere Gefühle. Aber man sollte die Musik nicht geistesabwesend an seinen Ohren vorbeiziehen lassen. Oft sehen sich die Menschen einem großen Phänomen gegenüber, und dennoch verfehlen sie, das Lauteste zu hören und das Glänzendste wahrzunehmen. Die Menschen sondern sich oft völlig von ihrer Umgebung ab, aber es wird ihnen nicht klar, dass gerade diese Eigenschaft sehr wertvoll ist, wenn sie weise verstanden wird.

 

       331. Der Lehrer ist verpflichtet, die Beschaffenheit der Gedanken seines Schülers zu verfolgen. Nicht Bubenstreiche, sondern der Verlauf des Gedankens wird der Weg des Fortschritts sein. Dieses Verstehen der Gedanken anderer ist nicht übernatürlich, sondern wird aus vielen Bewegungen und Blicken abgeleitet. Schon bei geringer Aufmerksamkeit wird der Lehrer das Feuer der Augen wahrnehmen. Dieses Aufleuchten ist sehr bedeutsam und liefert dem weisen Arzt einen ganzen Bericht des inneren Zustandes.

 

       332. Man sollte nicht nur auf das Erscheinen des verdichteten [feinstofflichen] Körpers* warten, sondern sollte mit all seinen Kräften danach

 [Russisches Original. Seite 156.]


streben, sich der Feinstofflichen Welt bewusst zu werden. Die Feinstoffliche Welt sollte nicht nur erkannt werden, sondern wir müssen derart von Kühnheit erfüllt sein, dass wir zur Wahrnehmung der Feurigen Kräfte gelangen. Wir sollten mit dem Gedanken vertraut werden, dass es uns früher oder später beschieden ist, die Feurigen Ufer zu erreichen. Lernen wir es daher, das größte Netz auszuwerfen, um den besten Fang zu machen!

       Wahrlich, nicht nur in Träumen, sondern auch inmitten der Alltagsarbeit müssen wir unsere Gedanken zu den fernen feurigen Erscheinungen lenken. Andernfalls werden wir in der Feinstofflichen Welt noch Schwierigkeiten haben, das feurige Strahlen zu erkennen.

       Nicht nur das Auge, sondern auch das Bewusstsein muss sich an das Licht gewöhnen. Am meisten leiden die Menschen unter der Unfähigkeit, nach vorn zu streben. Ein beschränktes Bewusstsein schaut nur zurück, weshalb es oft beginnt, zurückzugehen. Das Himmelreich, das Feurige Reich, wird im Sturm genommen - diese Wahrheit wird seit langem verkündet, aber wir haben sie vergessen und haben jede kühne Bestrebung aufgegeben.

       Viele wertvolle Weisungen sind in Unordnung gebracht worden. Die Menschen haben den in Beziehung zur Hierarchie so nötigen Begriff der Demut entstellt. Die Menschen haben sich aus eigener Bequemlichkeit über ihn hinweggesetzt. Es wurde keine Untätigkeit geboten, denn man muss mit aller Kühnheit und Arbeit dem Herrlichen Feuer zustreben. Es gibt nichts auf Erden, das wert wäre, dafür die Feurige Welt aufzugeben.

 

       333. Alle irdischen Gefühle steigen umgewandelt in die Feurige Welt auf. Es existiert nicht nur eine geistige Sehfähigkeit und ein geistiger Gehörsinn, sondern auch der Geschmacksinn hat eine neue Bedeutung. Viele chemische Zusammensetzungen können ohne Geschmacksinn nicht erkannt werden und bei der Schöpfung werden alle

 [Russisches Original. Seite 157.]


Sinnesorgane als Maße der Wechselbeziehungen benötigt.

       Deshalb ist es notwendig, bereits auf Erden die Sinne zu verfeinern. Um seinen Geschmacksinn zu verfeinern, lebte ein gewisser Einsiedler nur von Blättern und Kräutern. Fragte ihn ein Vorübergehender nach dem Grund, antwortete er: „Um dich noch mehr lieben zu können.“ So ist jede Verfeinerung nützlich für die Erkenntnis der Grundlagen.

 

       334. Lasst uns über die Feinstoffliche und die Feurige Welt so sprechen, als wären wir dort gewesen. Mögen all diese Gespräche auch besonderem Spott ausgesetzt sein, dessen ungeachtet wird es Bewusstseine geben, die in diese Richtung streben. So werden wir jene ausfindig machen, deren Herz bebend von der Feurigen Welt, der Welt der Schönheit, flüstert.

 

       335. Kann die Erkenntnis der Zukunft als Hexerei betrachtet werden? Kann Erkenntnis des Unausweichlichen Magie sein? Jede Religion, als Verbindung mit dem Höchsten, findet Worte über den unbeschreiblichen Übergang in die Feinstoffliche Welt. Das irdische Bewusstsein behält gleichwohl alle Gefühle bei, die man in der Feinstofflichen Welt vorfindet, obgleich in umgewandelter Form.

       Der genaue Augenblick des Übergangs in die Feinstoffliche Welt ist von einem Schwindelgefühl begleitet, wie bei einer Ohnmacht oder am Beginn eines epileptischen Anfalls.

       Die darauf folgenden Gefühle hängen ganz von der Vorbereitung des Bewusstseins oder vielmehr des feurigen Egos ab. Ist das Bewusstsein trüb oder düster, können die Sinne nicht in den neuen Zustand übergeleitet werden. In diesem Fall tritt eine Art Vergessenheit oder schlaftrunkenes Umherirren ein. Dieser Zustand ist unangenehm.

       Ich spreche allerdings nicht von dem düsteren Zustand der Verbrecher und der moralisch Entarteten - ihre Qual ist unbeschreiblich! Aber hier ist es besser, von den leuchtenden Möglichkeiten zu sprechen.

 [Russisches Original. Seite 158.]


       Wenn Agni durch Wissen oder heldenmütiges Gefühl im Leben erweckt wurde, vollzieht sich die große Umwandlung beim Hinübergehen augenblicklich. Wie eine wahre Fackel weist Agni den Weg; es trägt uns wie leuchtendes Helium empor in die uns bestimmte Sphäre.

       Wenn auch im irdischen Leben unsichtbar, wird Agni in der Feinstofflichen Welt zum leitenden Prinzip. Es erleuchtet nicht nur den Weg in der Feinstofflichen Welt, sondern dient auch als Leitung zu Feurigen Wesenheiten.

       Ohne Agni ist es unmöglich, das Licht der Feurigen Welt zu empfangen. Mangel an offenbartem Feuer macht die umherirrenden Geister blind. Mit dem Feuer sehen wir, und mit der Flamme steigen wir auf. Es gibt keine anderen Antriebskräfte, deshalb wohl denen, die das Feuer erkennen!

 

       336. Wenn jede Zelle ein ganzes Universum in sich birgt, dann ist jeder Mensch in Unbegrenztheit ein Urbild des Schöpfers. Wie notwendig ist es, den Heiligen Geist verehren zu lernen! Man kann Ihm die erhabensten Namen verleihen. Man kann sein Herz mit Ihm auch namenlos erfüllen, wenn alle Namen sich aus einem übervollen Kelch ergießen. Aber Schmähung ist unstatthaft; denn sie zerreißt den Faden des Lichts. Die Errichtung eines Lehrerstandes ist als natürlicher Schritt zum Begreifen von Agni notwendig.

 

       337. Warum erscheinen Feurige Wesenheiten den Erdbewohnern denn so selten? Auch dafür gibt es eine wissenschaftliche Erklärung. Der Erhabene sagte: „Rühre mich nicht an!“[37] So einfach wurde das Wesen des Verhältnisses zwischen der Feurigen und der irdischen Welt ausgedrückt.

       Für irdische Empfindungen gleicht die Feurige Welt einem mächtigen Dynamo. Der irdische Leib verbrennt

 [Russisches Original. Seite 159.]


bei Berührung mit einem Feurigen Wesen. Nicht nur eine direkte Berührung, sondern schon eine Annäherung kann das Herz eines Inkarnierten zum Stillstand bringen.

       In eine leicht entzündbare Wohnung darf man keine brennende Fackel hineintragen. Sogar jeder irdische Arzt weiß, wie viel elektrische Kraft ein menschliches Herz ertragen kann; die Intensität der feurigen Kräfte ist jedoch unvergleichlich höher als die der gewöhnlichen Elektrizität. Selbst Fohat kann nicht immer gesehen werden! Wie selten können dann erst Strahlende Gäste erscheinen!

       Undisziplinierte Menschen versuchen, entweder den Erschienenen zu berühren, oder sie erschrecken und werden dadurch vom Feuer verzehrt. Vergessen wir nicht, dass Furcht das Herz verbrennen kann. Sogar bei weißer Magie, bei lichten Beschwörungen, muss der Rufende einen Kreis um sich ziehen, um sich vor den feurigen Strömen abzuschirmen. Gewiss kann ein Herz, welches das Feuer erkennt, sich allmählich an es anschließen.

 

       338. Es ist schwierig, sich von der Erde aus der Feurigen Welt zuzuwenden. Doch ebenso schwierig ist es, sich aus der Feinstofflichen Welt den irdischen Sphären zu nähern!

       Dieses Eintauchen kann mit der Arbeit eines Tauchers verglichen werden. Wie der Taucher einen schweren Taucheranzug anlegen muss, um dem Druck des Meeres standzuhalten, so muss sich der der Erde Nahende in einen dichten Körper hüllen.

       Der Zustand des neugeborenen Kindes ist sehr weise geplant, weil es auf diese Weise die Erdenschwere allmählich annehmen kann. Mehr als eine Periode von sieben Jahren ist erforderlich, um das irdische Dasein zu meistern. Deshalb sollte man die Kinder sorgsam behüten.

 

       339. Die Finsteren schlafen nicht. Sie unterhalten mit ihrer Hierarchie eine weit stärkere Einheit

 [Russisches Original. Seite 160.]


als die sogenannten Krieger des Lichts. Die Finsteren wissen, dass ihre Rettung nur in der Finsternis liegt, doch die Glühwürmchen flattern meistens umher, diskutieren viel und lieben ihre Hierarchie nur wenig.

 

       340. Folgt Mir nach; strebt zu Mir, nur so könnt ihr die Zukunft verstehen. Was könnte man den Kräften des Lichts vorziehen?

       Man kann seinen Glauben bis zur Unanfechtbarkeit erneuern. Nutzlos ist der Glaube, der einen nicht in seinem ganzen Leben leitet.

       Ich habe auf die Länder verwiesen, die ihren Pfad verloren haben; die Maschine läuft noch, aber ohne Erneuerung des Bewusstseins hat das Dasein den Sinn verloren.

       Ein neues Bewusstsein kann nur vom Geist her kommen. Die neue Kraft kann sich nur durch Wissen über die Höheren Welten festigen. Die Aufspeicherung solchen Wissens wird das Leben stärken.

       Man kann das Wichtigste abweisen, wenn man versäumt, an die Zukunft zu denken! Man muss alle Übergänge als Verbesserung annehmen.

       Ein einziger Gedankenflug kann uns über den Abgrund tragen. Sogar das scheinbar Unausweichliche hängt von der Beschaffenheit des Gedankens ab. Die Bestätigung des Gedankens kann sogar die Wiederkehr zur Erde ändern.

       Die Feinstoffliche Welt wird allgemein als passiver Zustand angesehen, aber sie muss nicht bloß passiv, sie kann ebenso gut aktiv sein. Wenn es heißt: „Wie im Himmel, so auf Erden“, so besagt das, dass es auch dort Zustände für höhere Errungenschaften gibt.

       Wir sollten nicht nur mit mittleren Maßen messen. Wenn die Durchschnittsperiode zwischen Inkarnationen ungefähr siebenhundert Jahren beträgt, so kann es auch Zeitspannen von sieben oder gar drei Jahren geben. Selbst karmische Bedingungen unterliegen dem Hammer des Willens.

       Der Gedanke selbst ist der beste feurige Führer. Der Gedanke ist unvernichtbar! Sogar auf

 [Russisches Original. Seite 161.]


Erden verliert ein vom Glauben und Gedanken erfüllter Mensch an Gewicht. Der Gedanke führt auch zu den Höheren Welten.

       Hat der Mensch das Gleichgewicht verloren, braucht er einen Moment der Ruhe. Diese Ruhe dient der Sammlung des Willens. Ohne Willen gibt es auch keinen Glauben. So rüsten Wir die Menschen mit Waffen des Lichts aus.

 

       341. Aus der Feinstofflichen Welt sind irdische Umrisse für gewöhnlich nur trübe wahrnehmbar. Die Ursache liegt nicht allein in der Dichte der irdischen Atmosphäre, sondern auch am mangelnden Willen zu beobachten. Wer sehen will, kann sehen. Selbst in der irdischen Finsternis muss man die Sehkraft anstrengen, mit anderen Worten, den Gedanken auf die Sicht konzentrieren.

 

       342. Auf seinen Reisen sagte Apollonius von Tyana zu seinen Schülern: „Lasst uns hier verweilen. An diesem Ort gefällt es mir.“ Aus diesen Worten erkannten seine Schüler, dass an dieser Stelle ein Magnet verborgen war, oder dass der Lehrer einen Magneten vergraben wollte.

       Das Aufspüren von Magneten hängt mit dem besonderen Kraftstrom von Agni zusammen. Die Wissenschaft kann diese magnetischen Wellen im Laufe der Zeit erforschen, denn sie werden auch in Jahrhunderten nicht erschöpft sein. Gleich Meilensteinen wurden Magnete an Plätzen von besonderer Bedeutung ausgelegt.

       Wenn ein Pflüger etwas Heimaterde bei sich trägt, so erinnert das an den alten Brauch, als unwiderlegbares Zeichen eine Handvoll Erde darzubieten. Und jetzt wisst ihr auch, dass etwas Erde zum Gedenken überbracht wurde. Ihr Los ist nicht einfach, ein Böser wollte sie verstreuen, aber eine gütige Hand verbarg den Schatz absichtlich, und er blieb vergessen.

       Jedoch der dieser Gabe anhaftende Gedanke besteht und ist wirksamer als man meinen könnte: so lebt der Gedanke weiter. Ein durch Gedanken magnetisierter Gegenstand besitzt wirkliche Macht. So sollte man,

 [Russisches Original. Seite 162.]


ohne Aberglauben, sondern ganz wissenschaftlich, die Aufschichtungen der Gedanken studieren - sie sind die Arbeit des Feuers.

 

       343. Gesellschaften für Psychische Forschung[38] könnten von Bedeutung sein, doch sie beschränken sich auf die niederen Ebenen. Sie begnügen sich mit Nekromantie[39], obwohl sie die geistigen Lebensaspekte erneuern könnten.

       Wir verurteilen es nicht, wenn diese Gesellschaften mit dem Niederen und Unbedeutenden beginnen mussten, doch nach einem halben Jahrhundert sollte ein Streben zu den höheren Welten erkennbar sein. Jedoch das ist kaum sichtbar.

 

       344. Zuweilen ist es nützlich, ruhig dazusitzen und seinen Geist in die Unbegrenztheit zu lenken. Ein Schauer von den fernen Welten überkommt einen. Wir selbst müssen die Ströme herbeiziehen, sonst könnten sie vorübergleiten, ohne eine Spur zu hinterlassen.

       Der Gedanke ist ein Magnet, der positive Ströme anzieht, und er ist wie ein Schild, der negativen Strömen den Zutritt verweigert.

 

       345. Der Lehrer kann seinen Schüler fragen: „Was machst du, was wünschst du dir, was quält dich, was erfreuet dich?“ Diese Fragen besagen nicht, dass der Lehrer den Geisteszustand des Schülers nicht kennt. Im Gegenteil, mit vollem Wissen will der Lehrer erfahren, was der Schüler selbst für das wichtigste hält.

       Aus Mangel an Erfahrung mag der Schüler auf den unbedeutendsten aller Umstände hinweisen. Daher fragt der Lehrer nicht bloß aus Höflichkeit, sondern, um das Bewusstsein seines Schülers zu prüfen. Deshalb sollte man die Antworten an den Lehrer sorgfältig abwägen. Nicht die so genannten Annehmlichkeit, sondern die ständige Entwicklung des Bewusstseins ist das Anliegen des Lehrers.

 

       346. Der Schüler muss auch an die Teilbarkeit

 [Russisches Original. Seite 163.]


des Geistes denken. Er muss sein Bewusstsein so lenken, dass er im Geist die Anwesenheit des Lehrers erkennt. Jene, die sich die Nähe des Lehrers vorstellen, haben nicht ganz Unrecht. Das ist besser, als den Lehrer leichtfertig ganz zu vergessen.

       Jene, die Worte des Lehrers auswendig lernen, haben nicht ganz Unrecht. Auch in der Schule werden Textstellen auswendig gelernt, um das Gedächtnis zu stärken. Ebenso wird die Lehre, wenn sie im Herzen brennt, durch kurze unwiderrufliche Formeln gefestigt. Für manche ist es leichter, präzise Ausdrücke aufzunehmen.

       Hindert niemanden daran, den Pfad seines Karma zu beschreiten. Wenn individuelle Feuer sichtbar werden, ist es besser, keinen Zwang auszuüben.

 

       347. Einer wünscht den leichtesten Weg, ein anderer zieht den schwierigsten vor. Einer kann nicht reden, doch er steht fest auf der Wacht; ein anderer ist beredt und folgt dem Flug seiner Worte. Einige fühlen die wichtigsten Erscheinungen, doch es gibt andere, die es vorziehen, erfolglos zu bleiben.

       Endlos könnte man Unterschiede aufzählen, doch nur das Vorhandensein des Feuers des Herzens rechtfertigt die Eigenschaften der Persönlichkeit. So werden wir nie müde, über die Verschiedenartigkeit zu sprechen.

       Der Gärtner weiß, wie er seine Pflanzen zusammensetzen muss, sonst wäre er nicht der Meister des Gartens.

 

       348.[40] Es ist offensichtlich, dass die Menschen eine Veränderung der bestehenden Zustände wünschen. Ein Herrscher bat, einen zufriedenen Menschen zu suchen. Nach langem Suchen wurde schließlich einer gefunden - er war taub, stumm und blind.

 

       349.[41] Technokratie sollte als Winkelzug der Finsteren betrachtet werden. Die Finsteren lenkten die Menschen oft zu mechanischen Lösungen, in der Hoffnung, die Aufmerksamkeit der Menschheit zu fesseln, nur um sie von der Vergeistigung abzuhalten. Indes können die Lebensprobleme

 [Russisches Original. Seite 164.]


allein durch Erweiterung des Bewusstseins gelöst werden. Man kann sehen, wie leicht mechanische Hypothesen die Hoffnungen der Menschheit beherrschen. Bei den Alten war dies auch Maja, die durch den geringsten Anstoß gestört werden konnte.

 

       350. Gedankenhygiene muss sowohl auf der geistigen als auch auf der irdischen Ebene angewendet werden. Man sollte Experimente mit einem Denken durchführen, das durch feurige Medikamente gestärkt worden ist. Man sollte die Wirkung des Phosphors oder des Dunstes von Eukalyptus auf das Denken beachten. Man sollte prüfen, inwieweit Moschus das Denken verbessern kann. Alle Angaben für die verschiedenen Harzöle sollten gesammelt werden. Schließlich muss an alle der Feurigkeit nahestehenden Zusammensetzungen gedacht werden.

       Diese Experimente sollten mit Menschen mit einem starken feurigen Denken durchgeführt werden. Solche Experimente werden einen nicht nur an Vitamine erinnern, sondern auch an Agni.

       Die Anstrengungen der Ärzte, sich nicht nur auf innere Heilmittel zu konzentrieren, sondern auch auf die Wirkungen des Geruchssinns, werden die nötigen Ergebnisse zeitigen.

       Die Menschen sind ernsthaft krank. Die finsteren Kräfte bemühen sich, alle Arten von Narkotika unterzuschieben, aber die engen Grenzen des Lebens werden nicht durch Betäubung des Intellekts erweitert. Gerade jetzt ist geistige Wachsamkeit nötig. Man muss diese Wachsamkeit als einen den Menschen ziemenden Zustand liebgewinnen.

 

       351. Auf dem Planeten sind viele kleine Zirkel verstreut. Die schwarzen Logen wissen, was sie tun müssen. Die Diener des Lichts aber schaden einander oft sogar durch ihre Unordnung. Den schwarzen Logen nähern sich Fremde nicht, doch die Diener des Lichts sind aus Gutmütigkeit, besser gesagt Unwissenheit, oft bereit, den gefährlichsten Verräter aufzunehmen.

       Gleichgültigkeit, welche die besten Kräfte lähmt, muss vertrieben werden.

 [Russisches Original. Seite 165.]


Wahrlich, man wird nicht so sehr von Feinden entkräftet, wie durch Gleichgültigkeit der Freunde. Wie kann man Feurigkeit verstehen, wenn man träge und gleichgültig ist? Gleichgültigkeit widerspricht den Eigenschaften des Feuers. Vor der Bedrückung solch untätiger Menschen muss man sich in acht nehmen, obgleich man sie gelegentlich beschämen und in ihnen wenigstens Empörung hervorrufen kann. Tödliches Zurückziehen des Geistes ist ein Abschied vom Leben.

 

       352. Grämen wir uns nicht, wenn wir Gleichgültigkeit gewahren; sie beweist nur, dass es unstatthaft ist, in solch einer schändlichen Armseligkeit zu verharren.

       Wir stellen sogar in einer Stunde der Erschöpfung das Bemühen um die Einigkeit nicht ein. Manchmal gelingt es sogar nicht, einander ganz nahestehende Menschen zu einigen. Das macht nichts, mögen sie vorübergehend in getrennten Heimen bleiben; mögen sie bloß die Feuer nicht auslöschen. Daher muss man wachsam sein, damit die Feuer nicht verlöschen.

 

       353. Ein gewisser Guru blieb in seiner Höhle, ohne sich sehen zu lassen. Und als ihn seine Schüler baten, sich zu zeigen, antwortete er:

       „Toren, ist es nicht zu eurem Guten, wenn ich mich verborgen halte? Denn ich will durch mein Erscheinen unter euch keine Zwietracht aufkommen lassen. Doch nehmt ihr mich als einen an, der nicht existiert, werden eure Feuer vielleicht stärker lodern.“

       Sogar durch solche Mittel sorgt sich der Guru um das Entfachen der Feuer, damit das Herz entflammt wird.

 

       354. Sehr oft erhob sich die Frage, welcher Gedanke wirksamer sei, der ausgesprochene oder der unausgesprochene. Es mag tatsächlich scheinen, als könnte die Anwendung mündlicher Formeln Kraft verleihen. Durch Äußerlichkeiten beeindruckte Menschen stellen sich vor, dass ein Wortgefüge die Wirksamkeit des Gedankens verstärkt. Doch eine solche Bedingtheit

 [Russisches Original. Seite 166.]


wird dem Wesen nicht helfen.

       Der wortlose Gedanke ist weit mächtiger, in ihm offenbart sich ein viel reineres Stadium des Feuers. Man kann beobachten, dass ein unausgesprochener Gedanke von dem durch die Sprache befangenen Zustand völlig frei bleibt. Er nähert sich der feurigen Sprache und vermehrt so seine Kraft.

       Wir senden feurige Gedanken, sie werden feurig verstanden. Dieses Verstehen kann Gefühlswissen genannt, sein Ursprung aber kann als die Sprache des Feuers bezeichnet werden. Wir empfangen ein sogenanntes Funktelegramm aus der Feinstofflichen Welt, aber aus ihren höheren, feurigen Sphären.

       Die Feurige Welt ist vor allem in uns selbst, wenn wir nur ihre Wohnstätte erkennen.[42]

       So sollte man, wenn man zweifelt, ob man mit der Feurigen Welt verbunden sein kann, sich daran erinnern, dass sie überall gegenwärtig ist. Jedoch muss die Leitung über das Herz und nicht über das Gehirn hergestellt werden. Man kann dauernd mit der Feinstofflichen Welt Verbindung aufnehmen, aber die Feurige Welt erfordert eine besonders gute Verfassung. Wörtliche Hüllen werden uns der Feurigen Welt eher entfremden als uns an sie heranbringen.

 

       355. Rhythmus oder Melodie? Genau genommen ist es der Rhythmus, der Schwingungen schafft. Wie ihr wisst, besteht die Sphärenmusik aus Rhythmus. Das Feuer wohnt dem Rhythmus inne, aber nicht der unterstützenden Melodie. Es kann allerdings gute Zusammenklänge geben, wenn die Melodie zum Rhythmus wird. Man sollte die Verbindung von Rhythmus und Feuer gründlich verstehen.

 

       356. Zweifel ist der Haupteingang für die Finsteren. Wenn sich Zweifel zu regen beginnt, lässt das Feuer nach, und weit öffnen sich die Pforten für die schwarzen Einflüsterer.

       Man muss die Eintracht vermehren

 [Russisches Original. Seite 167.]


und sich sogar an einer Henne, die ein Ei legt, erfreuen können. So überflügeln wir den Feind im Großen und im Kleinen.

 

       357. Es gibt viele, die bestimmte Fragen stellen möchten, sich aber schämen.

       Zum Beispiel möchten sie gern wissen, ob durch eine Annäherung an die Feurige Welt ihre Gesundheit leidet. Als Antwort kann man an einen Wohltäter erinnern, der aus Furcht, er könnte in Berührung mit den Armen angesteckt werden, seine Almosen einstellte. Er war schließlich kein Wohltäter.

       Gleichfalls ist der kein Feuerträger, der die Feurige Welt fürchtet. Erachten wir daher die Feurige Welt als etwas Urtümliches, Unveräußerliches, das sich im Mut und in der Freude des Herzens offenbart.

 

       358. Pythagoras verbot seinen Schülern jedwede Spöttelei, weil sie vor allem die Feierlichkeit stört. Wer die Sonne mit einer Hymne begrüßt, bemerkt die kleinen Flecken nicht. Diesem Befehl wohnt die Bestätigung des Schönen inne. Möge den Finsteren das Schicksal des Spottes überlassen bleiben. Derjenigen, die Späße nötig haben, werden sich die Weisen nicht erinnern.

       Indem Pythagoras auf der Feierlichkeit der Hymne bestand, offenbarte er sich als Feuerträger. Nehmen wir uns ein Beispiel an solchen Feuerträgern, die ihren vorgezeichneten irdischen Pfad in Schönheit durchschritten haben.

 

       359. Man wird sagen: Man darf nicht streiten; man darf nicht spotten; man darf nicht verraten; man darf nicht verleumden; man darf nicht schlagen; man darf nicht hochmütig sein; man darf nicht seiner Ichsucht frönen; man darf nicht auf Vorrechte verweisen - was ist das für ein Leben?

       Fügen wir hinzu: Schmutz zu hinterlassen ist ebenfalls verboten, denn wer Schmutz hinterlässt, der wird ihn selbst wegräumen müssen.

 [Russisches Original. Seite 168.]


       360. Eine weitere Frage quält insgeheim gewisse Menschen. Sie möchten wissen: Hindert die Lehre das Lesen der Heiligen Schriften? Hier besteht kein Grund zur Besorgnis. Wir empfehlen, diese Bücher der Testamente[43] aufmerksam zu lesen. Wir lenken die Aufmerksamkeit der Menschen ständig auf die Notwendigkeit, sich mit den Büchern Genesis[44] vertraut zu machen. Wird darin nicht von der Feurigen Welt gesprochen? Darüber hinaus heißt es so schön und kurz: „Wir sterben nicht, sondern wandeln uns“, oder „Wie im Himmel, so auf Erden“. Solche Testamente konnten nur von einem Wissenden verkündet werden.

       Diese Heiligen Schriften bieten eine Fülle von Mitteilungen über die Erscheinungen des Feuers. Daher ist das eifrige Lesen dieser Testamente dringend nahezulegen.

       So können auch die Chroniken der Leben der Heiligen zum Verstehen der Feurigen Welt beitragen. Die Bestätigung dieser Erscheinungen über viele Jahrhunderte muss die suchenden Wissenschaftler inspirieren.

       Ich wiederhole: Es ist traurig, die Abwendung der Wissenschaft von den höchsten Grundlagen des Daseins zu beobachten. Wenn auch nur als Historiker sind die Wissenschaftler verpflichtet, sich gegenüber den Gesetzestafeln der Vergangenheit aufmerksam und achtungsvoll zu verhalten.

       Jedoch nicht nur Wissenschaftler, sondern sogar Künstler hegten die Vorstellung, die Konzentration auf die Schätze des heiligen Testamentes zu vermeiden. Als ob solches Wissen dem anderen Wissen nachstünde!

       Aber eines erstaunt, nämlich, dass jene, die Uns über die Heiligen Schriften fragen, trotz Unseres Rates keine Zeit finden, sie zu lesen. Wer im Herzen entflammt ist, wird dieses nicht aufschieben, auch wenn er keine Frage gestellt hat.

 

       361. Jene, die sich für längere Zeit im Voraus auf eine bestimmte Nahrung festlegen, handeln unklug. Da Nahrung Brennstoff bedeutet, hängt sie vor allem vom jeweiligen Bedarf ab. Doch

 [Russisches Original. Seite 169.]


dieser Bedarf richtet sich nach den kosmischen Strömen. Das Auftreten kosmischer Ströme kann einen fast der Notwendigkeit entheben, den Magen zu füllen, oder umgekehrt. Bei Spannung der Ströme ist Nahrungsaufnahme besonders schädlich. Sie kann Erkrankungen der Leber und Nieren oder Krämpfe des Darms verursachen.

 

       362. Ihr habt von der Epidemie des Hörens von Stimmen gelesen. Der Organismus wirkt wie ein Radioempfänger. Solch geschärfte Feinfühligkeit könnte von Nutzen sein, aber das Bedauerliche ist, dass das menschliche Bewusstsein weit zurückbleibt, während bestimmte genaue kosmische Fristen nahen. Deshalb gibt es anstatt eines segensreichen Ergebnisses ein schädliches, das Besessenheit fördert. Viele solcher Entartungen gibt es auch auf anderen Gebieten, wenn das Bewusstsein, von Mechanisierung abgewürgt, in Wahnsinn versinkt.

 

       363. In einer schwierigen Zeit ist eine feierliche Stimmung erforderlich. Man sollte nicht meinen, dass einen, weil man am Leben bleibt, die Zeit nicht berührt hätte. Man sollte weitsichtig sein.

 

       364. Man sollte erkennen, welche Eigenschaften durch Bewusstwerden der Feurigen Welt stärker in Erscheinung treten. Unter ihnen fällt Gerechtigkeit besonders auf. Man kann diese Eigenschaft nicht in Worte fassen, die, wenn sich Gefühlswissen bekundet, als die größte erachtet wird. Jenseits der irdischen Gesetze wissen die Gerechten, wo die Wahrheit liegt. In dieser Zeit, in der das Gesetz zu vielen Ungerechtigkeiten führt, weiß der, der sich der Feurigen Welt bewusst ist, wo die Wahrheit liegt; trotz des Augenscheinlichen fühlt er die Wirklichkeit.

       So verwandelt feuriges

 [Russisches Original. Seite 170.]


Bewusstsein das Leben. Auch feuriges Märtyrertum verleiht höheres Wissen. Auf diese Weise können wir auch andere unter dem feurigen Schauer aufkommende Eigenschaften des Geistes erkennen.

       Mäßigung ohne Feuer wird zu Dürftigkeit, aber der durch Feuer gespannte Goldene Pfad ist die beste Erklärung von Mäßigung. Ähnlich wird Mut ohne Feuer zu Unbesonnenheit, aber mit dem Feuer des Herzens strahlender Mut wird zu einer undurchdringlichen Mauer. In der Tat, Geduld, Mitleid und Freundschaft werden im feurigen Licht andere Farben annehmen.

       Aber der Lehrer kann den Grad der Feurigkeit nur nach der Tat und durch Prüfung feststellen. Worte sind für solche Feststellungen am wenigsten geeignet.

       Reinigen viele Worte die Schwellen der Gefängnisse? Aber es gibt wenige Kerkermeister, die sich rühmen könnten, gerecht zu sein.

       Wie viele Worte gibt es auch über Geduld! Jedoch der erste Fehlschlag schafft die unduldsamsten Kannibalen; man braucht allerdings nicht zu erklären, dass sich beredter Mut in große Feigheit kehrt. Aber wer sich dem Feuer nähern will, muss alle Antriebe beachten.

 

       365. Berge wissenschaftlicher Schlussfolgerungen türmen sich auf, doch es ist schwierig, Menschen zu finden, die von ihnen nicht gefesselt wären. Die griechischen Philosophen kannten diese gefesselten Seelen. Sie wussten, wie beschränkt der Mensch handeln kann, wenn er auf einem kleinen Stück Boden zurückgelassen wird.

       Er gleicht einem Storch auf einem Bein! Für einen Storch, der sein Nest auf einem bestimmten Baum kennt und auf einem Bein steht, wären solche Kämpfe schwierig. Aber das Wissen vom Feuer erfordert beide Beine - mit anderen Worten, beide Naturen.

 

       366. Ich besitze eine lange Liste von Menschen, die sich selber schaden.

 [Russisches Original. Seite 171.]


Wie kann man sie auf alle versäumten Gelegenheiten aufmerksam machen? Die geringste Verneinung kann ungeheure Folgen schaffen. Es kommt die Zeit, in der die Liste enthüllt wird, und das Erstaunen wird groß sein.

 

       367. Man sollte an schädliche Gegenstände erinnern. Die Menschen sind manchmal gewillt, einem zum Zweck der Beeinflussung von Menschen hergestellten Teraphim Bedeutung beizumessen. Doch schließlich haften vielen Gegenständen beeinflussende Ablagerungen an.

       Es gibt nicht wenige Gegenstände, die in einer verhassten Stunde, bei Müdigkeit, in Entsetzen oder in Verzweiflung hergestellt wurden; sie tragen diese Sendungen mit sich in die Welt. Fallen sie aber einem Besitzer in die Hände, der sich unter den gleichen astrochemischen Umständen befindet, werden sie in Übereinstimmung mit der Botschaft wirksam, mit der sie durchtränkt wurden.

       Die Soziologen bemühen sich, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Das ist richtig, aber zudem sollte das geistige Niveau der Schaffenden gehoben werden. Ganz gleich, ob sie große oder kleine Dinge herstellen, giftiger Speichel kann diese gleichermaßen durchdringen.

       Für natürlichen Magnetismus bedarf es keiner besonderen schwarzen Magie. Schwarzes Feuer erfüllt jedes böse Herz, lasst uns daher in Bezug auf Gegenstände sehr achtsam sein.

       Man mag sich daran erinnern, dass Apollonius[45] nie ihm unbekannte Gegenstände berührte. Er besah sie vorerst sorgfältig, insbesondere wenn sie alt waren. Als sich einer seiner Schüler einen Ring an den Finger stecken wollte, warnte ihn der Lehrer davor, Gift zu berühren. Im Ring verborgen wurde tödliches Gift entdeckt. Und Apollonius fügte hinzu: „Solches Gift ist weniger tödlich als Gift des Herzens.“

       Man sollte die Aussprüche der Weisen nicht als alte

 [Russisches Original. Seite 172.]


Symbole betrachten. Ihr Sinn ist oft wörtlich zu verstehen; sie müssen im Gedächtnis behalten und befolgt werden.

       Wir begeben uns in kein Geschäft, um mit Blattern infizierte Kleidung zu kaufen, doch diese Ansteckung ist nur ein Tausendstel der gegenwärtigen Verseuchung. Wie oft habe Ich festgestellt, dass die Gedankenaufspeicherungen weit giftiger sind als andere Gifte! Genauso untilgbar wie das auf einem Gefäß abgelagerte Feuer der Patina ist das die Oberfläche eines Gegenstandes durchdringende Feuer des Gedankens.

       Ein wertvoller Reiniger ist Eukalyptus, denn es enthält viel Feuer. Ebenso nützlich sind alle lebendigen Feuer. Rings um Feuerstellen ist viel Ansteckung vernichtet worden.

 

       368. Warum nehmen sogar in der Feinstofflichen Welt viele die Feurige Welt nicht wahr? Ihre Augen haben sich wenig angepasst. Sie haben während ihrer irdischen Inkarnation die Feurige Welt nicht beachtet; sie haben sie verhöhnt; sie lehnten alle höheren Feuer ab; sie weigerten sich, sie anzuerkennen, und schämten sich jedes Gedankens über die Grundlagen des Daseins.

       Mit solcher Verneinung gingen sie hinüber in die Feinstoffliche Welt. Konnten ihre Augen ein Leuchten wahrnehmen, das für ihr Bewusstsein nicht existiert?

       Jeder empfängt nach seinen Verdiensten. Und diese Verdienste sind nicht schwierig zu erlangen, wenn sie bloß nicht durch Verneinung vereitelt werden. Die Feinstoffliche Welt verleiht ihre Gaben dem Bewusstsein gemäß, doch wenn die Schnauze zu Boden gerichtet ist, wird da nicht ein Wildschwein die nächste Errungenschaft sein?

 

       369. Ihr habt für das Heilen des euch bekannten Falles von Tuberkulose eine ganz richtige Erklärung gefunden. Wirklich, viele Krankheiten, besonders bei Frauen, entstehen durch das Entflammen der Zentren. Aber dieser Brand kann gelöscht werden, indem das Bewusstsein in eine nutzbringende Richtung gelenkt wird. Es kann sein, dass das feurige Bewusstsein eine Zeitlang

 [Russisches Original. Seite 173.]


anklopfte, die Funken des Fohat aber in den Bereich des Kelches eindrangen, ohne genutzt worden zu sein. So beginnt der Zentrenbrand, und Tuberkulose ist das häufigste Resultat von nicht aufgenommenem Feuer.

       Die Aufnahme in das Bewusstsein bedeutet auch eine körperliche Aufnahme. Diese Verbindung des Bewusstseins mit dem Körper ist beispielsweise beim Feuer besonders bemerkenswert, das, wenn nicht erkannt, eine ganz sichtbare physische Zersetzung bewirkt.

       Deshalb ist es bei Krankheiten, besonders bei Erkältungen, nützlich, feuriges Pranayama zu üben. Diese Pranayama-Übung ist sehr einfach: gewöhnliches Einatmen durch die Nase und Ausatmen durch den Mund, wobei man das Prana zur kranken Stelle hinleitet. Doch um die Wirkung zu verstärken, sollte man bewusst daran denken, dass Raumfeuer eingeatmet und verbranntes Ur ausgeatmet wird.

       So ist wiederum Feuer das Heilmittel, und der Arzt kann den Zustand des Kranken noch dadurch erleichtern, dass er ihm klarlegt, wie einfach es ist, die Grundenergie anzuziehen. Glücklicherweise stärkt das Kranksein die Neigung zum Glauben, und ein Schwerkranker wird die Wahrheit über das Feuer bereitwilliger annehmen.

 

       370. Der Zustand des Krankseins steigert die Arbeit des Geistes. Der Arzt kann in vielem erfolgreich einen Rat erteilen, der einen guten Verlauf der Krankheit ermöglichen und das geistige Bewusstsein stärken wird. Es ist sehr wichtig, einen bestimmten Geisteszustand zu stärken. Zu diesem Zweck wurden bei Ritualen und Beschwörungen bestimmte Ausrufe angewandt, um gleichsam den Moment des Herabströmens der Kraft zu betonen.

 

       371. Die verstärkte Aufnahme von Feuer erfordert eine gewisse Ruhe. Man kann die höhere Energie nicht auf einem tobenden Vulkan in sich aufnehmen. Deshalb muss man die Worte Salomons bestätigen: „Auch das wird vorübergehen!“

 [Russisches Original. Seite 174.]


       372. Der Starrkrampf fällt unter die feurigen Erkrankungen. Man kann bestätigen, dass sich solch eine Seuche genauso ausbreiten kann wie Krebs. Der Zustand kann sich in Bergluft bessern, aber vor allem ist es notwendig, feurige Energie in sich aufzunehmen.

       Jede Erschütterung kann entweder Krebs oder Starrkrampf auslösen; das beweist, dass der Organismus in seinem Fundament so sehr aus dem Gleichgewicht geraten ist, dass die geringste Erschütterung, zur Krankheit führt, indem sie alle Pforten öffnet.

       Der war ein großer Arzt, der vom Schatz des Bewusstseins sprach.

       Man sollte dringend eine feurige Prophylaxe einleiten. Heute hört man von Krebs, morgen vielleicht von Starrkrampf, übermorgen von Kehlkopfkrämpfen, dann von Beulenpest, hernach von einer neuen Gehirnkrankheit. So erdröhnt ein wahrer Schreckenschor, während die Menschen über die Ursache nachdenken. Sie würden sie allerdings lieber dem Gasolin[46] zuschreiben als der Einwirkung des von ihnen weder verstandenen noch angenommenen Feuers.

 

       373. Das feurige Verstehen der Besessenheit wird „Urumiya“ genannt. Nicht allein der Mensch besitzt dieses Gefühlwissen; auch bestimmte den Menschen umgebende Tiere fühlen diesen furchtbaren Zustand.

       Pferde und Hunde empfinden die Nähe besessener Personen besonders stark und wehren sich gegen sie. Im alten China gab es eine besonders hoch geschätzte, sehr feinfühlige Hunderasse, die sich für das Aufspüren von Besessenen als nützlich erwies. In früheren Zeiten war es auch Sitte, den Gästen die Pferde und Hunde vorzuführen, um gleichzeitig die Reaktion der Tiere zu beobachten. Viele Boten gingen durch diese Prüfung.

       Man sollte beachten, dass auch Katzen Besessenheit spüren, aber gewöhnlich gerade umgekehrt.

 [Russisches Original. Seite 175.]


Besessenheit versetzt sie in einen Zustand der Freude. Wenn beispielsweise eine Katze einen Besessenen oder seine mächtige Gegenwart wittert, versteckt sie sich nicht, sondern läuft fröhlich miauend umher, während ein Hund auffährt und sich zu verstecken sucht, oder solch eine Person angreift.

       Nicht allein zum Schutz sollte man „Urumiya“ in sich entwickeln, sondern auch zu dem Zweck, den besitzergreifenden Geist auszutreiben. Häufig übt ein einfaches Gespräch über die Bedeutung des Agni einen Einfluss auf den besetzenden Quälgeist aus. Da er das Feuer fürchtet, gerät er allein durch die Erwähnung der feurigen Energie in Zorn und sieht sich veranlasst, auszuziehen.

 

       374. „U[ru]miya“ gehört auch zur Wissenschaft des Feuers. Die Fähigkeit, das Feuer zu lenken, liegt nicht auf dem Gebiet der Mechanik, sondern in der Erkenntnis der höheren Energie, die durch Erfahrung in der Feinstofflichen Welt erworben wird.

       Ein neuer Pfeil wird nicht durch einen mündlichen Befehl fliegen; er bedarf des Feuers, für das kein Raum existiert. Freilich, sogar mächtige Pfeile können vom schwarzen Feuer abgewehrt werden, wenn es zu einem Zusammentreffen von Taten kommt. Dann ist es gut, entweder zu warten, oder sich zu verteidigen.

 

       375. Das Geisteskorn und die Teilbarkeit des Geistes bieten eine Erklärung betreffend die Monade. Das Geisteskorn ist für das Leben unentbehrlich, aber die Teilbarkeit des Geistes ermöglicht sowohl eine Bereicherung als auch das Verschwenden der Monade.

       Man kann seinen Geist bewusst für das Gute der Welt teilen und seine Teile zur Heldentat aussenden; daraus ergibt sich nur Bereicherung.

       Unwissenheit aber kann den Schatz verschwenden und beim schlafenden Korn verharren; daraus resultiert Seelenlosigkeit. Wahrhaftig, die unwissenden Teile des Geistes können wie Besitzergreifer wirken, und dann wehe dem schlafenden Herzen!

 [Russisches Original. Seite 176.]


       Um wieder zur Teilbarkeit des Geistes zurückzukehren wollen wir uns merken, dass das Geisteskorn schlafen oder vor Munterkeit leuchten kann. Nur durch dieses Licht wird der Magnet des Herzens geschaffen, der die freigesetzten Teile des Geistes in seinen Schoß zieht.

       Es ist ein großer Unterschied zwischen Freisetzen und Verlieren. Daher möge man sich merken, dass das schlafende Geisteskorn, wenn es auch das Leben hervorruft, dennoch alle Eigenschaften der Seelenlosigkeit zulässt.

 

       376. Lasst uns auch den verwirrenden Begriff Gruppenseele endgültig klären. Der Geist des Gleichklanges kommt besonders stark in Tieren zum Ausdruck, bevor sich die Individualität verwirklicht. Doch es ist unrichtig, gleichklingende Seelen als Gruppenseelen zu bezeichnen. Übersetzungen und Kommentare haben diese Verwirrung angerichtet.

       Platos Begriff von den Zwillingsseelen war nicht nur der Wahrheit näher, sondern auch schön ausgedrückt. Lasst uns daher die irrige Bezeichnung Gruppenseele nicht anwenden; ersetzen wir sie durch die Bezeichnung geistigen Gleichklang

       Auch unter den Menschen erweist sich ein solcher Gleichklang als wertvolle Errungenschaft; sie baut die Individualität auf.

       Wir wollen nicht verkomplizieren, was leicht verständlich ist. Vor einer langen Reise ist es notwendig, sich nur mit dem Wichtigsten auszustatten. Es wäre verhängnisvoll, sich mit kunstvollen Spitzen zu belasten und den Schlüssel zu den Toren unseres Vaterhauses zu vergessen. Unser Vater braucht weder Spitzen noch Fransen. Denkt an die einfachsten Pfade des Lichtes Agni. Natürlich sollte man beim Lesen von Büchern die früheren Gedanken kennen, aber für die Zukunft stattet euch mit der Lampe Agni aus.

 

       377. Es gibt viele Verdichtungen, und man kann sich über Heldentat freuen lernen. Heldentat ist unmöglich in Niedergeschlagenheit. Niedergeschlagenheit ist Tod, sie ist wie ein durchlöcherter Geldbeutel!

 [Russisches Original. Seite 177.]


In Niedergeschlagenheit geht das Wertvollste verloren; und deshalb ist es richtig, Niedergeschlagenheit Tod zu nennen.

       Erwacht der Mensch aus dem Schlaf zur Arbeit, so öffnet er der Heldentat die Tür. Wenn wir dem Sieg entgegenschreiten, müssen wir die Feuer mit besonderer Leuchtkraft entzünden. Erinnert euch daran, besonders in Zeiten der Bedrückung daran. Sie ist nichts anderes als die Bogensehne für den Pfeil.

 

       378. Das reine Herz fühlt, wo es Anspannung gibt. Es wird ihm gelingen, die Bedrückung und die Feinde zu überwinden.

 

       379. Auch zu den kleinsten Kindern sollte man über die Feurige Welt sprechen. Aber zuerst sollte man ihnen sagen, dass es weder Leere noch Verlassenheit gibt. So kann man dem Thema Beschützer und Führer näherkommen. Kinder werden sich an den Gedanken gewöhnen, dass es nichts Verborgenes gibt. Solch eine Grundlage wird sie wirklich vor Furcht behüten.

       Es ist besonders schädlich, wenn Eltern aus Unwissenheit das Kind zu überzeugen suchen, sich nicht zu fürchten, weil es nichts gibt. Solche Saat der Verneinung kann das ganze Leben des Kindes verdunkeln und sein Bewusstsein schwächen. Das Kind weiß genau, dass überall etwas existiert.

       Es sieht viele Gestalten, sogar feurige. Es wird von unbekannten Kindern, die zum Spielen kommen, und von Erwachsenen besucht. Unwissende Ärzte werden diese Wahrnehmungsfähigkeit in Brom zu ertränken suchen, das heißt, ihre Flügel mit Blei beschweren. Aber Gifte werden nicht helfen! Nur feinfühlige Erklärung der Wirklichkeit wird den Kindern Gesundheit verleihen. Gleichermaßen sollte jedes Teilchen Wahrheit aufmerksam angehört werden.

       Der Lama sagt: „Man sollte jeden Tag beten, sonst ist es besser, überhaupt nicht zu beten.“ Und ihr wisst durch eure Grundsätze, dass es so ist. Wirklich, man sollte die höheren

 [Russisches Original. Seite 178.]


Schwingungen bewahren, indem man den verbindenden Rhythmus nicht verliert. Ihr kennt den Wert beständiger, rhythmischer Arbeit. Ihr wisst, wie sehr solch starker Antrieb die Tore erschließt.

 

       380. Man wird fragen: Wenn Hatha Yoga bestimmte körperliche Übungen erfordert, sind solche Bewegungen auch für andere Yogas erforderlich? Weder Archate noch Helden haben sie angewendet. Wahrlich, sie haben die Prüfungen des Geistes, die nicht nur den Körper bezwingen, sondern auch alle Übungen des Fleisches ersetzen. Nur die Anerkennung des Geistes kann alles andere ersetzen.

 

       381. Von den schwächeren Narkotika hütet euch besonders vor Brom. Es löscht die Feuer aus, doch es wird sehr oft in verschiedenen Zusammensetzungen angewendet. Baldrian hingegen entzündet die Feuer.

       Das Heilen mit Narkotika kommt dem Heilen mit Schlangengift gleich. Die Atlantier wandten Schlangengift an; doch man kann sich natürlich vorstellen, wie verhängnisvoll eine solche Behandlung oft war.

       Im Interesse der Volksgesundheit ist darauf zu achten, dass die Nahrungsmittel nicht verunreinigt werden. Überreifer Käse und andere Nahrungsmittel, die bereits vom Gift der Zersetzung befallen sind, dürfen nicht verwendet werden. Feuer braucht reines Brennmaterial.

 

       382. Ich verhehle nicht die Tatsache, dass der Druck gewaltig ist. Man könnte schweigen darüber, aber für den bereits gestählten Geist ist es besser, davon zu wissen und Gedanken für das Gute auszusenden. Wertlos ist die selbstzufriedene Scheinweisheit, die sagt: „Meine unbedeutenden Gedanken sind nutzlos.“ Jeder Gedanke, wenn er ein Gedanke ist, ist von Nutzen.

 

       383. Es ist schwierig, in sich die drei grundlegenden Naturen zu trennen. Sicherlich, die feurigen Bruchstücke könnten abgesondert werden.

 [Russisches Original. Seite 179.]


Soll das so sein? Nur das Eintauchen in die Finsternis des Chaos schiebt das ganze Feurige Bildnis beiseite. Der Gedanke an die drei Grundlagen kann die Vorstellung von den drei Körpern bereichern; doch es ist eine Sache, mit dem Denken zu beginnen und eine ganz andere, fortzufahren und sein Denken zu entwickeln.

       Der kosmische Aspekt des Seins scheint ein einfacher Gedanke zu sein, jedoch welch unablässige und fortlaufende Anstrengung muss geleistet werden, um ihm Schönheit zu verleihen.

       Im Zusammenhang mit Führung könnt ihr auf jeden Fall dieselbe Bedingung bemerken. Es genügt nicht, dem Schüler eine Richtung zu geben, man muss ihn auch zum Ziel führen.

       Kann man sogar im Haushalt sicher sein, dass ein Auftrag genau ausgeführt wird? Wie oft schickt sich ein Mensch an, einen Einkauf zu tätigen und kehrt ganz unerwartet mit leeren Taschen zurück! Ihr habt schon viele gesehen, die, nachdem sie vernünftig begannen, sich vom Pfade abwandten und alle ihre Errungenschaften in Brand steckten. Der Schaden solchen Verbrennens ist groß, nicht nur für sich selbst, sondern auch für jene, die karmisch mit einem verbunden sind.

       Man kann sich vorstellen, wie schrecklich es ist, ein bereits in sich aufgenommenes Körnchen Wahrheit abzuweisen! Solch ein zerstörerisches Losreißen rührt meist von unordentlichem Denken her.

       Solche Mitarbeiter sind sogar für Geschäftsaufträge wertlos. Sie ziehen aus, einen Turban zu kaufen und können ganz ohne Grund einen einzigen Pantoffel kaufen. Deshalb kann allein richtiges und standhaftes Denken die Finsternis des Chaos überwältigen.

 

       384. Möge uns jedes Schwanken beschämen! Wie gefährlich ist es für den Feuerträger, zu stolpern!

 

       385. Ein Flieger, der die äußerste Höhe des Fluges erreicht hat, ist dennoch nicht zufrieden;

 [Russisches Original. Seite 180.]


er beschließt, eine noch größere Aufgabe zu versuchen. Unzufriedenheit ist die Pforte zur Unbegrenztheit. Unzufriedenheit sollte in vollem Maße geschätzt werden. Vergnügen ist der Nachbar der Zufriedenheit, während Freude die Schwingen zur Unbegrenztheit sind.

       Die feurige Lehre muss jedes Entfachen der Feuer hüten und sich vor allen Auslöschern schützen. Zufriedenheit ist ein Zeichen von Mittelmäßigkeit und Unwissenheit. Nicht Zufriedenheit, sondern Freude an ewiger Arbeit ist das Los des Großen und Aufsteigenden.

       Heute mögen die Toren lachen, wenn Wir vom ewigen Aufstieg sprechen. Sogar das Grab wird den Toren vor Ewigkeit nicht verschonen. Nur ein kindisches Hirn könnte nicht begreifen, dass das irdische Kleid keine Vollendung ist.

       Die Feuer rufen auf zum Unnennbaren, und sogar der Blinde sieht diese Lichter. Versäumt nicht, die Blinden über die Feuer zu befragen. Manche von ihnen sehen feurige Zeichen und verstehen ihren Zusammenhang mit dem Herzen. So führen die Rufe der Unzufriedenheit zur Feurigen Welt.

 

       386. Unter den Verhütungsmitteln gegen Krebs und andere feurige Krankheiten kann man zu Baldrian raten. Ich spreche oft von diesem Stärkungs- und Verhütungsmittel, aber jede Prophylaxe muss systematisch sein, jeden Abend, ohne Unterlass, wie der tägliche Umlauf der Sonne.

 

       387. System und Rhythmus haben eine entscheidende Bedeutung. Aus Biographien kann man entnehmen, wie Rhythmus den Geist und das Feuer stärkte.

       Natürlich, gegenwärtig wird viel vom Rhythmus gesprochen, aber er wird im Leben nicht befolgt. Das Denken ist äußerst unordentlich und die Lebensführung ungeordnet.

 [Russisches Original. Seite 181.]


       Die Alten führten mit ihren Pranayama-Übungen einen bestimmten Rhythmus ein, doch jetzt wird alles zugelassen, und der Mensch ist der Sklave von allem. Der Yoga des Feuers sollte wieder an die Bedeutung des Menschen erinnern.

 

       388. Es ist sehr schlecht, vom schwarzen Feuer der Bosheit erfüllt in die Feinstoffliche Welt hinüberzugehen; dies endet in Blindheit. Neben Blindheit beraubt solche Bosheit der Verständigungsmittel, mit anderen Worten, der Sprache des Geistes.

       Wenn Wir von der Unzulässigkeit der Bosheit sprechen, geben Wir den besten Rat; denn Bosheit ist keine menschliche Eigenschaft, sie ist die niederste Form von Unwissenheit. Durch Bosheit sinkt der Mensch in einen tierischen Zustand, mit allen seinen Folgen.

       Wenn deshalb ein von Bosheit erfüllter Mensch in die Feinstoffliche Welt hinübergeht, wird es für ihn besonders schwierig sein, aufzusteigen. Wenn allerlei Leidenschaften den Aufstieg erschweren, brennt Bosheit wie rotglühendes Eisen alle Aufspeicherungen hinweg.

       Die Wesenheiten in den mittleren Sphären der Feinstofflichen Welt finden so lange nicht den Weg zur Läuterung, als sie ihre Blindheit nicht einen Bruchteil des zersplitterten geistigen Bewusstseins finden lässt. Der Rat über Gutwilligkeit muss oft für verschiedene Menschen wiederholt werden. Mögen ihn auch die Kinder hören.

 

       389. Gutwilligkeit ist nicht Willenlosigkeit. Sehr oft sagen sich die Menschen von einer Eigenschaft los und geben damit aber viele andere notwendige Eigenschaften auf. Man sollte mit schändlichen, veralteten Überresten nicht wertvolle Errungenschaften zunichtemachen. So ist Bosheit unwürdig, aber Entrüstung des Geistes ist jene Empörung der Elemente, die in den höchsten Testamenten aufscheint. Geistige Schlacht hat nichts mit Bosheit zu tun. So durchdringt Licht die Finsternis nicht durch Bosheit.

 [Russisches Original. Seite 182.]


       390. Blindheit in der Feinstofflichen Welt ist schrecklich. Stellt euch vor, in ein halbdunkles Haus zu treten, in dessen Ecken unkenntliche Gebilde lauern, alles verschwommen und von unklaren Flecken umgeben. Sogar dort, wo keine besonderen Ungeheuer vorhanden sind, wird der Blinde und Boshafte schreckliche Formen sehen. Wirklich, anstelle von Feurigen Wesenheiten wird er mit Mühe zwei oder drei Funken unterscheiden, die ihm nichts sagen.

       So sollte man sich, fern von irdischen Vorstellungen, zu den fernen Welten erheben.

 

       391. Die Menschen schaden sich oft selbst, weil sie sich sogar weigern, an die Feinstoffliche Welt zu denken, oder meinen, sie sei etwas Unbegreifliches. Man muss sich die Feinstoffliche Welt als den vollkommensten Zustand unserer erhabensten Gefühle vorstellen. Nur so kann man sich für einen besseren Aufenthalt in der Feinstofflichen Welt vorbereiten.

 

       392. Wenden wir uns erneut den Folgen der Bosheit zu. Wenn ein halbblinder Maulwurf in der Feinstofflichen Welt seinen Weg ertastet, kann er in Entladungen von Fohat geraten. Diese starken Entladungen sind wie Blitze und sehr schmerzhaft. Ihr habt die elektrische Rüstung der geistigen Schlacht gesehen.

       Das Streben der psychischen Energie lässt das ganze Wesen erbeben. Man kann einen solchen lebendigen Apparat weder berühren noch ihm gar nähertreten. In Übereinstimmung mit solcher Spannung wird die ganze umgebende Sphäre entladen.

       Vernichtung oder äußerste Qual werden jeden sich nähernden Finsteren zurückstoßen. So muss man erneut wiederholen, dass Bosheit in Finsternis stürzt, und Finsternis ist voller gefährlicher Überraschungen.

 [Russisches Original. Seite 183.]


       393. Manchmal bietet der Lehrer in der Stunde der Gefahr Schutz; indem er die Gefahr auf sich nimmt, verdeckt er gleichsam mit seinen Händen die angesammelte Finsternis. In solchen Stunden muss man besonders vorsichtig sein. Eine starke Anspannung ist nahe.

       Es ist gut, in dieser Zeit von besonderer Dankbarkeit gegenüber dem Lehrer erfüllt zu sein. Dieses Gefühl bewahrt in Verbindung mit Feierlichkeit vor allem Harmonie sowie die richtige Schwingung mit dem Lehrer.

       Der Schild des Lichts steht nicht immer zur Verfügung. Unwissenden meinen, die Welt sei verpflichtet, ihnen das Leben zu erhalten, doch die Vernünftigen wissen, wie schwierig es ist, aus dem Chaos aufzubauen, und tragen so ihren Stein zum Aufbau herbei.

 

       394. Nur der Tor gerät in Verzweiflung. Jede Stunde bringt ihre Lehre, und deshalb muss man für jede Erfahrung dankbar sein. Die Nacht erlaubt es, ferne Welten und weite Entfernungen zu beobachten. Ähnlich bietet jede Tagesstunde Beobachtungsmöglichkeiten. Für solche Aufspeicherungen muss man dankbar sein. Die Wissenschaft sucht die Lösung in den Drüsen, doch sie wagt es noch nicht, an die feurigen Energien zu denken.

 

       395. Man sollte die kosmischen Erscheinungen im Zusammenhang mit dem Leben auf Erden beobachten. Viele Ähnlichkeiten werden sichtbar. Ich lobe jene, die bemerken, was andere übersehen. Die gegenwärtige Zeit ist ernst.

       Man kann in verschiedenen Puranas[47] über Fristen lesen. Wie einige Wissenschaftler astronomische Finsternis und Erdbeben errechnen können, so können andere Wissenschaftler andere Fristen errechnen - der Übergang vom Kali Yuga* zum Satya Yuga* ist mit beträchtlicher Genauigkeit beschrieben und der Ernst der Zeit aufgezeigt worden.

 

       396. Wenn Ich auf die Wohltätigkeit der Dankbarkeit hinweise, will Ich damit nicht sagen, dass ihrer jemand bedarf, sondern, dass ihr der Chemismus der Seligkeit innewohnt.

 [Russisches Original. Seite 184.]


       Man muss den Chemismus verschiedener Gefühle untersuchen; solche Beobachtungen werden helfen, die psychische Energie zu finden. Nicht so sehr Vitamine, als die feurige Energie muss die Vorstellungskraft beschäftigen. Die Enthüllung des Wesens des menschlichen Daseins kann nicht als etwas Okkultes betrachtet werden! Man sollte viele Geister für diese Forschungen heranziehen, sie werden dabei auch andere wertvolle Eigentümlichkeiten der Gefühle beobachten.

       So sollte man zuerst die Richtung der Evolution feststellen. Es kann keine zwei Richtungen des Fortschritts geben. Es kann nur eine wahre Richtung geben, alle anderen Versuche werden nur in die Irre führen. Daran sollte man erinnern, da viele Individualität mit dem allgemeinen Stimulus der Epoche verwechseln. Wenn die gegebene Epoche die Macht der psychischen Energie im Bewusstsein stärken muss, kann keine Maschine den gebieterischen Fortschritt der Welt verdecken.

 

       397. Die Fähigkeit, die wahre Richtung zu erkennen. ist eine erhabene und feurige Eigenschaft. Man kann verstehen, dass solch eine Eigenschaft nicht leicht zu verwirklichen ist. Sie erfordert nicht nur das Gespräch, sondern auch das aufmerksamste Studium des Lebens.

       Niemand meint, vom tierischen Bewusstsein sogleich zum Gefühlwissen hinüberspringen zu können. Der tierische Instinkt ist der Keim des Gefühlswissens, aber die Kluft zwischen einem Hund, der seinen Herrn spürt, und einem Menschen, der die Feurige Welt kennt, ist gewaltig! Die Feurige Welt im irdischen Körper zu fühlen, bedeutet schon Erleuchtung.

 

       398. Ferner sollte es allgemein verstanden werden, wenn Ich von Vorsicht spreche. Das Gefährlichste ist,

 [Russisches Original. Seite 185.]


sich nur in eine Richtung zu begeben. Man kann zwar einen Beinbruch verhüten, sich aber das Genick brechen. Deshalb sind vorgefasste Meinungen äußerst schädlich. Die Menschen richten sich gern nach einer vorgefassten Entscheidung und berauben sich damit eines besseren Schicksals.

 

       399. Evolution ist selbständig und freiwillig, das ist das grundlegende Gesetz. Nicht nur die Grundelemente von Karma, sondern auch die Feurige Welt bilden eine Erscheinung bewusster Evolution. Man kann die Menschen nicht zwingen, geistig zu evolvieren. Ein schlummerndes Herz kann nicht zum Guten genötigt werden. Man kann aufzeigen, man kann Meilensteine setzen, aber das Bewusstsein brechen heißt, die Wurzel des künftigen Baumes abtöten.

       Millionen Jahre mögen lange erscheinen, aber es gibt weder Jahre noch Äonen. Die Menschen haben das Dasein in Sekunden aufgeteilt und sind zu Nullen abgesunken. Deshalb ist die Psychologie der Feinstofflichen Welt so wichtig, da es dort keiner Stunden bedarf und nur Ergebnisse vor Bedeutung sind.

       Die Menschen verhalten sich gegenüber den Weisungen der Lehre oft unwillig und fragen, warum das Buch nicht die endgültigen Formeln bringt? Aber solch eine Forderung zeugt von Unkenntnis der Grundlagen. Die Lehre weist die genaue Richtung und entzündet die Feuer auf dem ganzen Arbeitspfad. Nach diesen Leuchtfeuern kann man voranschreiten.

       Man kann bereits gereifte kosmische Lösungen finden. Man kann genaue Hinweise vernehmen, aber der Geist muss sie durch eigenen Willen in ein Mosaik zusammenfügen. Den Pfad bestätigen, das ist das Gebot des Großen Architekten. Wie in Legenden müssen wir unsere Ohren an den Boden legen, damit uns kein einziger Schritt und kein einziges Wispern entgeht.

       Obwohl die Menschen viel lesen, wenden sie nur wenig an. Jedoch die Fristen sind sehr nahe!

 [Russisches Original. Seite 186.]


       400. Die Menschen denken über Fristen nicht nach, sie verlassen sich auf den Mechanismus einer Uhr. Natürlich, der Kosmos ist von Mechanik erfüllt, doch den ersten Platz unter den Antreibern nimmt Agni ein.

 

       401. Derjenige, der sagte, dass Lichtblitze nichts anderes sind als gelenkte Gedanken, war der Wahrheit sehr nahe. In der Tat, räumliche Gedanken sind wie elektrische Entladungen und können beträchtliche Lichteffekte bewirken. Farbige Funken hängen auch von der Beschaffenheit der Energie ab, die diese Entladungen hervorruft. Wir können Gedanken projizieren, die nicht allein leuchtende Zeichen schaffen, sondern auch körperliche Empfindungen hervorrufen.

       Die Gedankenübertragung, die eine Empfindung auslöst, beweist nur, dass der Gedanke Energie ist. So sollte man sich von klein auf an die Gedankenenergie gewöhnen. Aber dazu muss die Schule von der Substanz des Geistes lehren.

       Man kann bemerken, wie sehr sich die Menschheit in den letzten Jahren vom geistigen Prinzip entfernt hat. Viele Bücher, welche die Menschen gerade auf das geistige Leben hinweisen sollten, erregten nicht einmal ihre Aufmerksamkeit. Aber so kann es nicht weiter gehen. Man muss die Menschen mit allen Mitteln an das Wesen des Geistes erinnern.

       Das Vorhandensein zahlreicher Sekten ist von keinem Nutzen, es führt die Menschen auf eine ziellose Wanderung.

       Das Charakteristische für Kali Yuga ist die völlige Aufteilung des Organismus in seine Bestandteile. Aber die Gesegnete Mutter steigt auf im Morgenrot, um diese verstreuten Teile des einen Seins zu sammeln. Die Mutter der Welt fesselt die Aufmerksamkeit der Völker und erwartet den Morgenstern.

 

       402. Durch das Unerwartete verkümmern alle menschlichen

 [Russisches Original. Seite 187.]


Sinne. Hören, Sehen, Geruchs- und Tastsinn schwinden. Doch das ist nicht die Folge von Furcht, sondern nur die Abwendung vom vorgefassten Pfad.

       Wahrhaftig, von allen Elementen liefert Feuer die größte Menge des Unerwarteten. Die Menschen beschränken ihr Bewusstsein bloß auf einige Formeln des Agni. Deshalb werden alle anderen Varianten des Elementes Feuer vom Bewusstsein einfach nicht erfasst. Das heißt, dass es noch vieles gibt, was aufgenommen werden muss, und so kann sich das Unerwartete in das Erwartete verwandeln. Man sollte sich ähnlich auch mit bisher unbekannten Lebenserscheinungen befassen.

       Man sollte sich geistig rüsten, damit einen in der Feinstofflichen Welt nichts überraschen kann. Viele hoffen, Verwandte und einen Führer zu treffen, sogar geistlose Filme haben öfter als einmal Eindrücke von solchen Begegnungen vermittelt.

       Aber in allen Welten ist es am besten, sich auf sein eigenes Bewusstsein und seine eigene Stärke zu verlassen. Deshalb sollte man alles ausschalten, was das beschränkte Bewusstsein erschüttern kann.

       Man muss sich davon befreien, vom Unerwarteten erschüttert zu werden. Es gibt zahlreiche unerwartete Begriffe, Formen und Zusammensetzungen, die das Bewusstsein schaudern lassen, aber je mehr wir zulassen und uns vorstellen, desto freier sind wir. Daher entwickelt eure Vorstellung in weltweitem Umfang.

       Die Menschen wollen es nicht glauben, dass das Unerwartete, mit anderen Worten Unkenntnis, Nervenlähmung hervorruft. Wenngleich diese sehr kurz sein mag, hemmt eine solche Reaktion die Tätigkeit des Feuers. Wo immer möglich, sollte man sich an den Begriff des Unerwarteten[48] gewöhnen. Diesen Rat sollte man sich besonders merken.

 

       403. Ein Mensch, der behauptet, dass die Religion sein Verstehen trübe,

 [Russisches Original. Seite 188.]


verleumdet die Religion und schmäht so den Geist. Selbstzufriedenheit ist keine Zierde.

 

       404. Vielleicht ist das siebente Vitamin Feuer. Es hat sich zur Genüge herausgestellt, dass reine Luft eine weit bessere Nahrung ist als Stadtluft. Aber unter Reinheit muss eine besonders feurige Sättigung verstanden werden. 

       Bergbewohner können längere Zeit ohne Nahrung leben und benötigen weniger Schlaf. Die Ernährung des Geistes oder Agni kann ihnen Sättigung gewähren, ohne dass schwere Nahrungsmittel erforderlich sind. Über die Nahrung durch Prana auf den Höhen sollten Studien angestellt werden.

 

       405. Die Idee, wenigstens eine halbe Stunde täglich dem Nachdenken zu widmen, ist gut. Ich meine nicht irgendeine besondere Konzentration. Es ist nützlich, über den besten Aspekt allen Geschehens nachzudenken. Sogar kleine, das Gute im Leben widerspiegelnde Zeichen bieten einen Lichtschimmer. Sie geben auch Anstoß zu Dankbarkeit und Freundlichkeit.

       Solche Feuer kommen einer Dosis Moschus gleich. Der Gedanke an das Gute ruft ein Streben der Nerven hervor. Auch die Nerven sollte man beschäftigen, aber nur Gutes wird die Nerven stärken.

 

       406. Das Magnetisieren von Wasser ist heute fast aufgegeben worden, doch es ist nicht lange her, als es sowohl für gute als auch böse Zwecke genutzt wurde. Der Sinn solchen Magnetisierens ist offensichtlich und weist nochmals auf die Feurigkeit solch eines Prozesses hin.

       Zum Unschädlichmachen unbekannter Getränke bedeckte man den Becher mit der Hand, weil man meinte, dass die Haut giftige Bestandteile anzeigen würde. Für das Magnetisieren verwendete man auch Eisen- und Lithiumwasser, alle Schwefelzusätze hingegen wurden gemieden.

 [Russisches Original. Seite 189.]


In den ältesten Schriften gibt es Hinweise auf Gedankenübertragung durch Wasser und Salböl. Milch wurde wegen ihrer organischen Aufbaustoffe für das Magnetisieren nicht benutzt. Das war ein Irrtum, denn Milch von gesunden Kühen ist gut geeignet. Doch in alten Zeiten fürchteten die Menschen die Tollwut und mieden es deshalb, Milch zu magnetisieren.

 

       407. Der Archat besitzt die Fähigkeit, seine Gefühle nicht abstumpfen zu lassen. Diese seltene Fähigkeit wird von ihm nur durch feurige Anspannung erworben. Das kann als unerschütterliche Askese bezeichnet werden. Askese zieht die Herzen der Menschen an.

       Der, von dem ihr kürzlich gelesen habt, kannte diese äußerste Verfeinerung der Gefühle. Jeder, der sich ihm nahte, fühlte die unerschöpfliche Frische seines Herzens. Diese dauernde Verfeinerung wird durch keine besondere Technik, sondern durch einfaches Öffnen des Herzens erreicht. Er bemitleidete sich selbst nie, und dieser Wesenszug kam nicht vom Verstand, sondern wurde seine zweite Natur.

       Jedoch wie viele Priester haben zufolge des tödlichen Einflusses der Alltagsgewohnheit ihre Aufspeicherung verloren!

       Die Alltagsgewohnheit ist der größte Prüfstein. Sie öffnet die Tore der Ewigkeit und bestätigt das Feuer.

 

       408. Der Große Architekt baut ewiglich. Es ist töricht, anzunehmen, gewisse Teile des Weltalls wären vollendet und verharrten in einem statischen Zustand. Der Ausdruck Evolution wird viel gebraucht, aber die Menschen stellen sich diesen Prozess in der Wirklichkeit überhaupt nicht vor.

       Man hat viel über den Aufbau der Gesellschaft diskutiert, aber immer hat man vermutet, die menschliche Gesellschaft bestehe aus etwas Unbeweglichem und Endgültigem. Die Legenden

 [Russisches Original. Seite 190.]


von der Sintflut und der Eiszeit werden fast bloß symbolisch betrachtet; und es ist unschicklich, gar von Atlantis zu sprechen, trotz der Zeugnisse der griechischen Schriftsteller.

       Man kann sehen, wie das menschliche Bewusstsein allem ausweicht, was seinen geschaffenen Wohlstand bedroht. Gleicherweise wird der Begriff Evolution in eine Abstraktion gekehrt, um das Bewusstsein des versteinerten Herzens nicht im geringsten zu stören.

       Aber ruft nicht jeder Horizont den Gedanken an ewige Bewegung hervor? Nur durch solch evolutionäre Vorstellungen vermag man die Schönheit des irdischen Pfades, als Heim für den, in sich aufzunehmen. Die Kürze des Pfades sollte einen nicht stören, im Gegenteil, sie sollte wie der Umlauf der Sonne Freude bereiten.

       Es ist dringend notwendig, zu erklären, wie sehr Evolution unaufhörlich in den Händen des Großen Architekten des Weltalls ruht. Man sollte fühlen, dass sich der Planet im Raum befindet, genauso wie die Seeleute wissen, dass sich der riesige Ozean unter ihrem Schiff befindet. Zuerst erschreckt es die Seeleute, dass sie über dem Abgrund schweben, doch Wirklichkeit und Erfahrung gewöhnen sie an diese Wahrheit.

       Jeder Bewohner des Planeten befindet sich auf dem gleichen Schiff - unter ihm ist der Abgrund. Die Seeleute können sich auf ihr Schiff und die wissenschaftlichen Berechnungen nicht völlig verlassen, wäre dem so, gäbe es keine Schiffbrüche.

       Die Astronomie kennt einige Himmelskörper, aber sie kennt den Ausgangspunkt der Kometen nicht und sieht die gigantischen Meteore nicht voraus. Erst wenn sie erscheinen, werden die Menschen in Kenntnis gesetzt. Die Zerstörung ganzer Welten wird manchmal bemerkt, geht jedoch öfter vor sich, ohne Aufmerksamkeit zu erwecken. Die Astronomie ist ein Nachtwächter! Aber wie steht es mit den Ereignissen am Tage? So bemerken wir nur

 [Russisches Original. Seite 191.]


annährend die Hälfte des Sichtbaren. So viel Unverhofftes bleibt dem schlafenden Herzen verborgen!

 

       409. Notiert alle ungewöhnlichen Ereignisse. Nur durch solche Aufzeichnungen können viele beachtenswerte Erscheinungen bewahrt bleiben; andernfalls gehen sie im Staub der Gleichgültigkeit unter. Was wäre, wenn eure Lieblingsbiographien nicht niedergeschrieben worden wären? Sie wären euch jetzt nicht bekannt, und viele Inspirationen wären in eurem Herzen nicht aufgeflammt.

       Somit schämt euch nicht, das kurz niederzuschreiben, was euch besonders wichtig erscheint. Wägt nicht ab, ob es klein oder groß ist, sondern beurteilt es nach der Ungewöhnlichkeit. In der Tat, Ungewöhnlichkeit wird viele Beobachtungen der Feurigen Welt liefern. Jeder Funke von ihr ist an sich bedeutend.

 

       410. Wer kann sich rühmen, das volle Maß des Strebens erreicht zu haben? Wahrlich, es gibt keinen solchen Toren. Jedes Herz begreift, wo der segensreiche Pfad feuriger Beschleunigung liegt. Man muss auf menschliche Art öfters an den gesegneten Andrang erinnern.

       Wie schön ist es, ständig entflammt zu sein! Es gibt keinen solch dunklen Kerker, den das Feuer des Herzens nicht zu erhellen vermag. Seid daher in Schönheit entflammt!

 

       411. Die Sprache des Geistes ist notwendig für die Feinstoffliche Welt. Ihr Wesen liegt in der feinstofflichen Natur, aber sogar im irdischen Zustand kann man sie sich aneignen. Solch eine Aneignung ist eine nützliche feurige Prüfung.

       Die Schule muss durch Vorgabe eines Wortes die Findigkeit der Schüler prüfen, und später stellt sich die Aufgabe, auf einen Blick zu verstehen. Das letztere Experiment wird der Feinstofflichen Welt am nächsten stehen.

       Zudem kann man die Relativität der Anrede entsprechend der Natur des Gesprächspartners entwickeln; und so verwendet jeder in seiner irdischen Unterhaltung

 [Russisches Original. Seite 192.]


die beste Sprache für seinen Gesprächspartner, indem er dessen Bewusstseinshöhe in Betracht zieht. Jeder Schullehrer weiß, wie verschieden er sich ausdrücken muss, um sich seine Schüler zu Freunden zu machen.

       Aber außerhalb der Schule lernt man in jedem Heim, die Gedanken der Hausherrin zu erkennen; so treten inmitten des Alltags Wesenszuge feinstofflicher Ordnung in Erscheinung. Man muss sie nur bemerken, in sie eindringen und diese Beobachtungen erweitern. Jedoch dafür sollte man mit Achtung vor der Zukunft erfüllt sein und den grundlegenden Faktor der Feinstofflichen Welt - Agni - liebgewinnen lernen. Ich bestehe auf dem Ausdruck „feurig liebgewinnen“, nur so kann man das für die Erde so schwierige Element in sich aufnehmen.

       Unsere Gespräche sollen in erster Linie zum Verstehen der Feinstofflichen Welt führen und, als ihre Apotheose, dem Leuchten der Feurigen Welt furchtlos näherbringen. Wir freuen Uns, wenn beim irdischen Aufenthalt die Dimensionen der Feinstofflichen Welt festgelegt werden. Dadurch bringen wir die Erde der Zusammenarbeit mit den fernen Welten näher, mit anderen Worten, wir nehmen am Evolutionsprozess teil.

 

       412. Heutzutage sind Verneinungen an der Tagesordnung, jedoch niemand wird furchtlos die Feinstoffliche Welt betreten, ohne sich durch Baden in der Sphäre des Gefühlswissens zu reinigen. Früher wäre eine solche Denkart poetisch genannt worden, und niemand hätte ihr die geringste Aufmerksamkeit geschenkt. Doch jetzt wird schon begriffen, dass die Formel Synthese eine große Hilfe sein wird.

       Zur Zeit eiligen Abschieds besteht das Lebewohl für die Wanderer nur aus einem dringenden Wort; deshalb senden Wir das Wort Agni.

 

       413. Gedanken können mit Pilzen im Wald verglichen werden; sie müssen gesammelt werden. Geht jemand Pilze sammeln, so wird er keine Nüsse suchen.

 [Russisches Original. Seite 193.]


       So muss man zu jeder Stunde wissen, was das nächstliegende ist. Lasst uns verschiedene Erscheinungen in uns aufnehmen, denken wir aber an das Nächstliegende, und finden wir den kürzesten Weg zu ihm - dieser wird der Adamant* sein.

 

       414. Ich bestätige, dass man seine ganze Kraft und seinen Mut sammeln sollte. In der ganzen Welt greifen die Kräfte der Finsternis an. Ist es möglich, dass die Kräfte guten Willens einander mit Fäusten bekämpfen?

       Die Herzschmerzen rühren wirklich von ausgesandten Gedanken her. Der Arzt kann es Verkrampfung der Schlagader nennen, ohne bestimmte wichtige äußere Gründe in Betracht zu ziehen. Kann man die Wirkungen feststellen, ohne die Ursachen zu kennen?

 

       415. Es wirklich schwierig zu verstehen, warum Personen, die demselben Ziel dienen, einander herabsetzen. Auch in kleinem Maß sollte Gefühlswissen entwickelt werden. Aber gegenseitige Herabsetzung ist eine der schädlichsten Sünden. Ich kenne dafür keine bessere Erklärung als Sünde, so verheerend ist das Vorgehen gegenseitiger Vernichtung.

       Man kann dies als eine bestimmte Art von Besessenheit deuten, aber Schande jenen, die sich in einen derart niederen Zustand herabließen, nachdem sie sich dem Wissen der Grundprinzipien näherten. Mögen die Herabsetzer und Vernichter über ihr eigenes Bewusstsein nachdenken. Sie sind von den Feuern des Herzens weit entfernt.

 

       416. „Schweigt, o Saiten, damit mich eine neue Melodie erreichen kann“ - heißt es in einer Hymne der griechischen Mysterien. Eine solche Erneuerung der Harmonie des Geistes ist keine Leere, wie es manchmal heißt. Das Herz öffnen bedeutet nicht, es zu leeren, im Gegenteil, wenn das Echo

 [Russisches Original. Seite 194.]


des letzten Klanges verhallt, möge sich das Streben des Geistes augenblicks zuspitzen, um eine erhabenere Harmonie aufzunehmen.

 

       417. Man sollte oft in die Stille gehen, um die Feuer zu stärken. Man kann sich einen astralen Wirbelwind vorstellen, der sogar die stärkste Flamme schwanken lässt. Dieser Angriff kommt nicht aus dem Innern der Flamme selbst, sondern von außen. Daher müssen wir sehr vorsichtig sein, denn der Druck ist groß.

 

       418. Die Menschen erleben oft einen Zustand unerklärlicher Begeisterung oder Bedrückung. Sie führen das eher auf ihren Magen zurück als zu erwägen, dass dies die Annäherung guter oder böser Kräfte ist. Jedoch diese Erscheinungen gibt es häufig, und sie können sehr stark sein.

       Die Menschen erleben oft eine Berührung oder einen stechenden Schmerz. Sie führen solche Erscheinungen auf Spinnweben oder Staub zurück, aber es kommt ihnen nicht in den Sinn, dass Wesenheiten der Feinstofflichen Welt sie berühren könnten.

       Ähnlich nehmen die Menschen oft Bewegungen und ein Rascheln wahr, denken aber an Mäuse oder Tausendfüßler, um alle Gedanken an Erscheinungen der fernen Welt von sich zu weisen.

       Dieselben Menschen klagen darüber, dass sich die Feinstoffliche Welt nicht offenbart. Aber die feinstofflichen Regungen gleichen eben keinen Hammerschlägen! Wie in allem anderen, sollte die Nähe der Feinstofflichen Welt anerkannt und furchtlos studiert werden. Wir dürfen das, dem wir gar keine Aufmerksamkeit schenken, nicht verurteilen.

       Sollten jedoch Menschen das Glück haben, ein feuriges Wesen zu schauen, werden sie zuerst an einen Dämon denken. So verdorben ist das derzeitige

 [Russisches Original. Seite 195.]


Bewusstsein! Solch krasse Unwissenheit wird als Skeptizismus, kritische Beurteilung, oder Gelehrsamkeit bezeichnet, dabei wäre es weit genauer, sie einfach Stumpfheit zu nennen.

 

       419. Die Vergeistigung des Gedankens ist wirklich eine feurige Eigenschaft. Sie gleicht dem Stählen einer Klinge, damit sie für den Kampf tauglich wird. Es ist eine Sache, einen flüchtigen Gedanken wahrzunehmen, der obwohl nützlich, das Bewusstsein nur streift und im Raum schnell zerstreut wird. Aber es hat eine weit tiefere Bedeutung, wenn der Gedanke vom Herzen fest erfasst wird. Man kann diesen Vorgang sogar vom rein physischen Gesichtspunkt her betrachten.

       Deshalb ist es nützlich, sich beim Empfang eines Gedankens folgenden Befehl zu erteilen: „Ich will diesen Gedanken meinem Herzen übertragen!“ Dieser Rat wird dem Anfänger im Denken viel Disziplin verleihen. Zudem bleibt alles, was immer im Herzen bewusst verwahrt wird, im „Kelch“.

 

       420. Funken und andere Lichterscheinungen schaffen einen großen Teil des mit der Feinstofflichen Welt verbindenden Gewebe. Wenn die feurige Anspannung stark ist, kann man sogar von Mund und Augen ausgehende Funkenströme sehen.

       Man könnte fragen, ob dies elektrische Phänomene sind. Die Antwort lautet: Es sind eher Fohat-Phänomene, welche die Energien der Feurigen Welt betreffen.

       So können jene, deren Augen und Ohren nicht mit dem Kehricht der Unwissenheit verstopft sind, nicht nur vieles aus der Feinstofflichen, sondern auch aus der Feurigen Welt wahrnehmen. Man darf nicht in Selbstunterschätzung denken, dass uns auf Erden die Feurige Welt unzugänglich wäre. Die Testamente berichten, dass sich bestimmte Menschen ohne besondere

 [Russisches Original. Seite 196.]


Gelehrsamkeit augenblicks und unmittelbar den Feurigsten Gipfeln näherten. Jede Religion stellt solches fest.

 

       421. Gelöbnisse unterschiedlichster Natur sind von verschiedenen Lehren gutgeheißen worden. Jedes Gelöbnis ist vom Standpunkt der Disziplin her äußerst nützlich. Für die Menschen ist es schwierig, daran zu glauben, wie notwendig solche Übungen in Disziplin für künftige Errungenschaften sind.

       Ein Gelöbnis verkürzt viele Pfade der Liederlichkeit. Mangelnde Urteilskraft und unverantwortliche Liederlichkeit haben in der Feinstofflichen Welt äußerst bedauerliche Folgen. Sie gleichen dem kindlichen Spiel mit dem Feuer. Man sollte stets die Gefahr der Liederlichkeit bedenken.

       Die Liederlichkeit erst in der Feinstofflichen Welt loswerden zu wollen, ist schwer und schmerzhaft. Es ist besser, sich hier durch verschiedene nützliche Gelöbnisse zu prüfen. Die Menschen befinden sich oft in einer lächerlichen Lage, wenn sie Gelöbnisse erst in Gefahr eiligst ablegen.

       Die Alten zeigten für Gelöbnisse im Namen des Höchsten mehr Verständnis; sie stärkten auf diese Weise ihren erhabenen und feierlichen Geisteszustand. Das war weder Aberglaube noch ein Handel mit den Höheren Kräften, sondern das zu neuer Freiheit führende Entzücken des Geistes.

 

       422. Zu Recht habt ihr euch an den nützlichen Brauch der Burmesen erinnert, Schwerkranke und Sterbende an ihre besten Taten zu erinnern. Sogar vom medizinischen Standpunkt aus sind solche Rückerinnerungen zweifellos segensreich.

       Geistig gesehen beweist das natürlich, wie viele weise Bräuche es noch unter den verschiedensten Völkern gibt. Die Bräuche entstammen einem tiefen Wissen. Sie

 [Russisches Original. Seite 197.]


zeugen von der Verbindung mit der anderen Welt und weisen lebhaft darauf hin, wie aufmerksam man die Bräuche der Völker beachten sollte.

 

       423. Solche weisen Erinnerungen werden auch in Gesängen bewahrt. Die Koreaner singen von drei Wanderern, die den Himmel schauten. Einer sah ihn körnig, der andere in Tropfen, und der dritte schaute ihn feurig. Aber die Augen des ersteren waren mit Staub verhüllt, der zweite war erstarrt, und der dritte besaß ein helles und warmes Nachtlager. So verstand das Volk die drei Naturen und schilderte sie weise. Einen Wanderer erschreckte der Feurige Himmel nicht, und Feuer beschützte ihn in der Finsternis.

       Irdische Fesseln trüben die Augen, und den Wanderer, der das Feuer nicht erkannt hat, macht die Feinstoffliche Welt schaudern.

 

       424. Der Mensch sollte nicht meinen, dass sich nirgendwo etwas ereignet hat, weil ihm während des Tages nichts zustieß. Im Gegenteil, wenn die Konstellationen ungünstig sind, können Skorpione unverhofft aus Löchern auftauchen. Ein Tiger kann brüllen, Skorpione aber können lautlos stechen. Wir wollen uns in Gedanken um den Lehrer sammeln.

 

       425. Man sollte sein ganzes Bewusstsein in die Zukunft lenken. Selten bringt jemand den Mut auf, nicht in die Vergangenheit zurückzuschauen. Wenn man einen kühnen Drang nach der Zukunft verspürt, beweist das, dass der Geist für feurige Erkenntnisse bereit ist.

       Nur solch ein erleuchtetes Bewusstsein wird seine Gedankenschöpfung auch in der Feinstofflichen Welt behalten. Nur solch unersättliche Gedankenschöpfung und das Streben nach fernen Flügen ermöglicht die feurige Annäherung.

       Der ganze Schrecken der finsteren Legionen kann angespanntes Streben in die Zukunft nicht besiegen. Mögen die Finsteren auch nahen, Licht wird seine führende Macht nicht verlieren.

 [Russisches Original. Seite 198.]


       So dienen nützliche Taten auch dazu, unseren Nächsten zu helfen. Man sollte diese segensreichen Ratschläge nicht als moralische Vorschriften außerhalb des Lebens betrachten. Sie stützen und lenken uns den kürzeren Pfad entlang.

 

       426. Die Fähigkeit, den Bereich der kriechenden Finsteren abzugrenzen, kann den furchtlosen Blick festigen helfen.

       Durch Wiederholen Meines Namens als Mantram kann man die Finsteren fernhalten. Hieraus können wir verstehen, warum die Menschheit für ausgesprochene Worte verantwortlich ist. Ein segensreicher Begriff führt einen ruhigen Zustand herbei, das bedeutet, ein gegenteiliger Begriff wird das Bestehende reizen, ärgern und herabsetzen.

       Die Menschen erfüllen die Welt mit boshaftesten Worten; werden sich daraus nicht Ströme des Bösen ergießen? Man muss die Achtung vor der  menschlichen Würde verloren haben, wenn man nicht erkennt, dass die Folgen bösen Redens schrecklich sind. Es wird dauernd gesagt, dass Böswilligkeit nach einem Jahrhundert Früchte trägt. Der Geschichtsschreiber kann die Ernte solch schwarzen Samens bezeugen.

 

       427. Nicht viele streben nach Unserem bewussten Leben, aber glücklicherweise ist es die Minderheit, die arbeitet. Daher wird Unsere Wohnstätte nicht von finsteren Massen gestört. Sie werden sagen, man hätte sie nicht belehrt - aber keiner von ihnen hat den Wunsch zu lernen, selbst wenn nur sieben Jahre erforderlich sind. Die Menschen verabscheuen lange Perioden, weil sie nicht an die Unbegrenztheit denken können.

 

       428. Eine Verleumdung ist besonders schädlich für die Verleumder selbst. An diese Wahrheit sollten die Menschen merken, die schlechten Gewohnheiten haben. Jeder Gedanke, welcher der Wirklichkeit entspricht, schafft eine Behausung für ein Elemental. Alles Würdige, Strenge und Lebendige sammelt sich

 [Russisches Original. Seite 199.]


um einen schöpferischen Gedanken und wird dessen Schöpfer wohlwollend unterstützen. Aber erfundene Verleumdungen ziehen umherirrende Elementale an, die über den Verleumder herfallen, da sie keine Lebensgrundlage finden.

       Wenn Ich daher die Menschen warne, nicht der Gemeinheit der Verleumdung zu erliegen, will Ich wiederum keinen moralischen Ratschlag erteilen, sondern auf die sehr schmerzlichen Folgen hinweisen. Es ist äußerst unangenehm, sich in der Feinstofflichen Welt unter tobenden Elementalen vorzufinden. Schrecklich ist solch ein von eigenen böswilligen Gedanken erfüllter Strudel. Alle diese Kreaturen klammern und hängen sich an und werden zu einem realen physischen Gewicht.

       Gedanken ziehen wie Energietropfen kleine Elementale an. Die Qualität dieser Keime des Geistes ist sehr verschieden: Abhängig von ihrem Wesen können die Gedanken von nahezu unwahrnehmbaren Keimen zu verschiedenen Erscheinungen werden, wenn sie vom Gedanken genährt werden. Sie können die Grundlage für Mineralien und sogar für Pflanzen bilden.

       Aber man muss sich besonders klar vorstellen, wie diese Gedanken, der Lebensgrundlage beraubt, die niederen Schichten der Erde verunreinigen. Obwohl Meteorstaub für das Auge unwahrnehmbar ist, verursacht er ergiebige Ablagerungen. Man kann sich daher vorstellen, wie ungeheuer und wie wesentlich der Gedankenstaub ist, da er eine Wirkung von Energie ist! Dieser Gedankenunrat verursacht die Krankheit des Planeten.

       Ihr Säer von Bösem und Verleumdung, könnt ihr begreifen, welch stickigen Kerker ihr euch bereitet? Böse Gedanken finden ihren Herrn. So ein finsterer Herr kann sich vor seinen Ausgeburten nicht verbergen. Trotz allem wird mancher

 [Russisches Original. Seite 200.]


dies wahrscheinlich eher als erfundenes Schreckbild betrachten als anzuerkennen, dass der Gedanke eine ewige Energie ist.

 

       429. Die Vernunft wurde sinnbildlich durch das Zeichen des Feuers dargestellt. Feuriges Denken ist das Herabsteigen des Wissens aus der Feurigen Welt. Solch ein Herabsteigen kennzeichnet die großen Epochen, die Tage der Mutter der Welt genannt werden. Selbst in der Geschichte der Erde lassen sich mehrere solcher Epochen nachweisen. Wird nicht die Zukunft zu solch einem Tag des Lichts, wenn die Menschen die Untauglichkeit des Bösen erkennen?

 

       430. Wegen der reinigenden Wirkung atmen manche Yogis Feuer ein. Das darf nicht wörtlich verstanden werden. Man kann Flammen nicht einatmen, aber feurige Ausstrahlungen sind nützlich.

       Für ein solches Einatmen wählt der Yogi einen stillen Platz und nimmt eine senkrechte Haltung der Wirbelsäule ein. Vor sich zündet der Yogi ein Feuer aus Deodarholz* an. Steht ihm kein Deodarholz zur Verfügung, nimmt er Balustengel[49] - alles so geschichtet, dass der Rauch von ihm abzieht. Dann vollführt der Yogi das übliche Pranayama, und achtet darauf, dass die Ausstrahlungen des Harzes seinen Atem erreichen.

       Die Übung bewirkt zweierlei: Erstens eine Reinigung des Körpers, zweitens das Stärken der Energie Agni. Nichts dient dem Entfachen von Agni so sehr wie die Eigenschaften des Deodar.

       Wie ihr wisst, können Insekten den starken Duft des Deodar-Harzes nicht aushalten. Ihr wisst auch, dass unvollkommene Wesenheiten sich dem Feuer dieses Holzes nicht nähern können.

       Deodare lieben gewöhnlich einen vulkanischen Boden, auf diese Weise zeigt sich eine bedeutende Verwandtschaft. Der vulkanische Boden mit seiner Vegetation sollte allgemein erforscht werden.

       Von den Yogis wird nicht nur das Einatmen von Feuer praktiziert,

 [Russisches Original. Seite 201.]


sondern auch Liegen auf Deodar-Brettern, so dass das Rückgrat mit dem Mark des Holzes in Berührung kommt.

       Verschiedene Berichte aus dem Altertum weisen darauf hin, wie eifrig die Menschen nach dem feurigen Element suchten. Es sind Experimente notwendig, um den Wert von Deodar zu verstehen. Man sollte auch an die Bedeutung des Feuers erinnern, um den vulkanischen Boden zu verstehen.

       In Südindien wurde zum feurigen Inhalieren auch Sandelholz verwendet.

 

       431. Man kann beobachten, dass sich Erscheinungen der Feinstofflichen und der Feurigen Welt unerwartet einstellen. Was heißt es dann, wenn wir in Erwartung oft eine Erscheinung gleichsam verhindern? Damit erweist sich der Unterschied zwischen den physischen und den feurigen Energien. Physische Energien unterliegen oft den so genannten Erwartungen. Sie beginnen in Zwangsvorstellungen zu verfallen und anstatt dienlich zu sein, trüben sie die Annäherung des Feinstofflichen. Durch ihren erwartungsvollen Willen beginnen die Menschen unwillkürlich, sogar die Form und den Ort ihrer Vision vorzuschreiben, und dabei kann es zu schädlichen Gegenströmen kommen.

 

       432. Man könnte auch fragen, warum Visionen mit besonderen Lebensmomenten zusammenfallen? Ist das auf eine Führung zurückzuführen, die vom Nahen der entscheidenden Stunde weiß, oder auf eine erhabene, geistige Verfassung, die zu sehen gestattet, was andernfalls ungesehen bliebe? Beides ist der Fall.

       Aber abgesehen von unserem Bewusstseinszustand, nähern sich bestimmte kosmische Ströme, welche die irdischen Schichten verwandeln. Sicherlich wirkt

 [Russisches Original. Seite 202.]


nicht nur astrale Chemismen auf uns ein, sondern auch eine bestimmte höhere Energie, deren Ursprung unbegrenzt ist. Neti, Neti - das Unnennbare, führt uns, und oft werden wir von der Höchsten Macht berührt.

 

       433. Wie kann man die Wahrheit der Lehre untersuchen? Eine Menge schöner Worte kann etwas Dürftiges verbergen, doch wir wissen, dass die Wahrheit keine Untersuchung scheut. Im Gegenteil, wenn man beobachtet, nähert sich die Wahrheit und glänzt.

       Daher kann man jedem Untersucher der Lehre raten: „Nähere dich mit ganzer Kraft, beobachte in vollem Maße, untersuche auf jedwede Weise, erkenne mit ganzem Mut, offenbare Unermüdlichkeit und sei von jedem Finden der Wahrheit entflammt.“

       Die Lehre kann nicht fehlerhaft sein. Sie kann von den Pfaden der Nützlichkeit und des Guten nicht abweichen.

       Man darf nicht nur Beteuerungen glauben. Glauben ist das im Feuer des Herzens erprobte Erkennen der Wahrheit.

       Die Lehre ist unbegrenzt, andernfalls gäbe es den ganzen Begriff Unbegrenztheit nicht.

       Man sollte nach der Wahrheit streben. Wahrheit weist nicht ab, sie lenkt. In der Lehre kann es keine entstellten Begriffe geben. Seht im Pfad der Lehre die Bestätigung dessen, was über allen Zweifel erhaben ist. Man sollte sich der Wahrheit nicht auf Irrwegen nähern.

Indem ihr jedes Wort, jede Behauptung und jedes Gebot prüft, schreitet voran. Ist die Lehre echt, wird jeder Schritt zu ihr erleuchten und erweitern. Geringschätzung, Verneinung und Demütigung sind schlechte Führer!

       Öfter werdet ihr die eitle Bemerkung eines Redners hören, dass allein die ihm bekannte Lehre wahr sei. Dann ist es angebracht, den Eitlen an die Erhabenheit der Unbegrenztheit zu erinnern,

 [Russisches Original. Seite 203.]


an die Millionen Jahre des irdischen Lebens, an die Milliarden Welten; er möge über die Unermesslichkeit der Wahrheit und über die ihr gebührende, vernünftige Erkenntnis nachdenken.

       Man könnte der Methode des Skeptizismus zustimmen, wenn sich nur etwas daraus ergäbe. In der Regel zernagt er das schöpferische Prinzip.

       Es ist ein unermüdlicher Geist notwendig, um in ständiger Erweiterung voranzuschreiten. Nur eine solche Erweiterung und ein solches Erfassen führen zu wahrer Demut gegenüber allem Unnötigen, dessen Relativität erkannt wird. So sagt dem, der die Lehre bezweifelt: „Prüfe sie, sei in deinem Herzen entflammt, und erweitere deinen Geist.“

 

       434. Die Erkenntnis des Kolliers der Lehre des Lichts bringt einen wertvollen Faden nach oben hervor. Mögen die Milliarden Welten die Verwirrten vor dem Untergang durch Verneinung bewahren.

 

       435. Das Ende des Kali Yuga ist von Falschheit und Finsternis erfüllt. Man muss das erkennen, um nicht seine Kraft zu verlieren. Man kann den finsteren Tagen nicht entfliehen, und allein die Kenntnis ihrer Ursache wird mit der Geduld wappnen, um sie zu durchleben.

       Die Menschen wollen den Pfad der Wahrheit nicht vereinfachen, und Hindernisse wie Technokratie dienen nur dazu, die finstere Kette der niederen Materie zu enthüllen. Lästerungen enthüllen in ihrer ganzen Schärfe, im Gegensatz zur Erkenntnis des Lichts, ebenfalls die Finsternis der Verneinung.

       Ihr habt in den Puranas über diese Anzeichen gelesen, deshalb kann auch die Erfüllung aller anderen Voraussagen erwartet werden. Wir alle müssen uns jetzt dem feurigen Element anpassen, auch das wird in den Puranas ausgesagt. Ich erachte die Zeit als gekommen, alle Menschen zum Verstehen des Seins aufzurufen.

 

       436. Woher rühren die Wellen plötzlicher Freude oder Wehmut? Diese werden als ursachenlos angesehen, während alles eine Ursache hat. Ich rate euch,

 [Russisches Original. Seite 204.]


über solche Wellen zu berichten, die andernfalls übersehen werden könnten. Jeder Mensch führt mit jeder Regung ein bedeutsames Experiment durch, aber er weist diese Blitze der Erkenntnis leichtfertig ab. Freude und Wehmut sind nicht ursachenlos, und die Berichte werden einen daran erinnern, wenn irdische Nachrichten diese Zustände bestätigen. Die feurige Post wird durch irdische Botschaften bestätigt.

       Gewiss, viele Ursachen, nicht allein irdische, sondern auch solche aus der Feinstofflichen Welt, kommen nicht zur Auswirkung, aber dennoch kann man eine bemerkenswerte Übereinstimmung von Ereignissen und Gefühlen wahrnehmen. So werden Erfahrungen gesammelt, die ein überzeugendes Ganzes bilden. Wahrlich, die größten Erfahrungen werden im Laboratorium des Lebens gesammelt.

 

       437. Lasst uns etwas über Besessenheit niederschreiben, und sagt es dem Arzt. Es kommen tatsächlich Fälle vor, in denen der Besitzergreifer den Besessenen dermaßen beherrscht, dass er ihn fast aus dem Körper drängt. Es kann auch Fälle geben, in denen der Besitzergreifer von der Lebenskraft seines Opfers derart gekräftigt wird, dass seine Austreibung den Tod des Opfers verursachen kann. Er hat sich der psychischen Energie des Besessenen dermaßen bemächtigt, dass dieser seine Lebensfähigkeit einbüßte.

       Darum müssen Austreibungen stets mit größter Vorsicht vorgenommen werden. Zuerst müssen die Nahrung und die psychische Energie des Patienten überwacht werden. Wird ein Verfall der Vitalität bemerkt, darf das geschwächte Herz nicht angestrengt werden. Am leichtesten erfolgt die Austreibung während eines Tobsuchtsanfalles. Die erweckte Energie hilft die eventuell eintretende Herzschwäche zu überwinden, die andernfalls in völligem Zusammenbruch enden könnte.

 [Russisches Original. Seite 205.]


       438. Wie in allem ist feurige Selbstdesinfektion die beste Prophylaxe. Gerade Feuer bewahrt vor Besessenheit. Gerade Agni ist ein Allheilmittel gegen Krebs, Tuberkulose und viele Krankheiten. Aber bevor sich die Menschen der Bedeutung von Agni bewusst werden, muss man zu pflanzlichen und mineralischen Hilfsmitteln greifen. Die einfachste, natürlichste und wesentlichste Eigenschaft eines jeden erweist sich als die am meisten vernachlässigte.

       Ihr wisst, wie jene, die sich der psychischen Energie erinnerten, vielen Krankheiten entgingen. Ihr habt es erlebt und euch davon überzeugt. Bei Annäherung der feurigen Energie ist es notwendig, dass sich die Menschen nicht schämen, das feurige Prinzip in sich selbst anzuerkennen. Das wird Agni wachsen lassen.

 

       439. Man kann sich gar nicht vorstellen, wohin die Menschheit künftig steuert, wenn sie sich nicht durch Feuer reinigt! Das Streben zur Feurigen Welt wird den ersten Schimmer von Agni bieten. Bei einem einzigen Gedanken an die Feurige Welt werden viele schändliche Taten wie Hüllen abfallen.

       Man kann durch keine äußeren Predigten jene Besserung der Gesundheit erreichen, die allein durch einen einzigen inneren Funken geschaffen wird. Aber es ist schwierig, das Bewusstsein einem höheren Maß entsprechend anzustoßen. Werden wir nicht müde, das Bewusstsein zu dieser ersten Erleuchtung anzutreiben, was folgt wird schon leichter sein.

 

       440. Die Darbietung des Feuers ist ein altes Symbol der Reinigung des Geistes. Das Geisteskorn selbst kann nicht befleckt werden, doch ein Schiff wird von Muscheln bewachsen, die seine Fahrt behindern.

       Die Feurige Mutter erkennt, wann es notwendig erscheint, das Samenkorn zu reinigen. Die neue Aussaat kann nur mit reinen Samenkörnern erfolgen. Wenn für den Sämann die Zeit naht, das Feld zu betreten, muss man helfen.

 [Russisches Original. Seite 206.]


       441. Die letzten Fristen werden oft von räumlichen Klängen begleitet. Dieses Klingen beweist nur, dass der Energiestrom einer Saite gleicht, die bei Berührung mit einem anderen Strom erklingt.

       Gewiss, ein solches Klingen weist auf Spannung hin. Bei einem solchen Klingen sollte man in erster Linie jedwedes belanglose Denken abweisen, um sich in voller Harmonie mit dem führenden Strom zu vereinen.

       Vielleicht rufen irdische Ereignisse solch eine Spannung hervor. Vielleicht nahen Ereignisse der Feinstofflichen Welt, und man muss bereit sein, sie anzunehmen. Doch öffnet sich das Ohr dem Klingen der fernen Leitungen, dann ist das Bewusstsein auch schon so weit erweitert, dass es die Ereignisse beurteilen kann. So schafft Agni und verwandelt alles Bestehende.

 

       442. Eine der schwierigsten Eigenschaften ist das, was nicht vom Schicksal bestimmt ist, nicht zu enthüllen, um keinen Schaden anzurichten. Lehrreich dafür ist das Beispiel des Aischylos[50]. Die Elemente fallen über jemanden her, der sie aus ihrem Zustand der Übereinstimmung drängte.

       Es ist unmöglich, solch einen leichtsinnigen Verräter zu retten. Ihr wisst, dass ähnlicher Verrat oft begangen wurde, im Kleinen wie im Großen; und das geschah oft nicht aus Bosheit, sondern aus Gedankenlosigkeit. Es ist einerlei, auf welche Weise der Käfig eines wilden Tieres geöffnet wird.

 

       443. Die schwierigste, aber unerlässlichste Disziplin umfasst die Tätigkeit für das Wohl der Welt. Es ist nicht leicht, sich selbst zu überwachen, um sich von selbstsüchtigen Gedanken und Handlungen zu befreien.

       Weiht sich die ganze Persönlichkeit jedoch der Welt, dann wird Disziplin nicht nur leicht, sondern gar nicht gefühlt. Einen Ausgangspunkt der Selbstverleugnung zu finden heißt, einen direkten

 [Russisches Original. Seite 207.]


Pfad zur feurigen Welt herzustellen. Die Behauptung der Persönlichkeit mit all ihrem astralen Chemismus ist keine ‚Selbstsucht, die das Streben zum Aufstieg erstickt. Selbstsucht gehört dem irdischen Reich an. In der Feurigen Welt besteht sie nicht. Ihre Überbleibsel wirken in der Feinstofflichen Welt wie Ketten.

       Es ist nicht schwierig zu erkennen, dass Selbstsucht nur im irdischen Zustand bestehen kann und für den feinstofflichen Aufstieg unanwendbar ist. Wenn Erdbe