Feurige  Welt  I

 

 

 

 

 

 

 

 [Russisches Original. Umschlag.]


 

 

 

 

 

Feurige Welt

 

 

 

1933

 

 

 

 

 

 

 [Russisches Original. Seite 3.]


 

 

 

 

Vorwort des Herausgebers der deutschen Ausgabe

 

 

Dieser Band wurde vollkommen neu aus dem russischen Original übersetzt.

 

Für Beiträge, die der Verbesserung der Übersetzung oder der Vertiefung des Verständnisses dienen, sind wir stets dankbar.

 

 

Hamburg, im November 2018

 

Agni Yoga Orden – Орден Агни Йога

 

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Hinweise zur Quellenlage und zu weiteren Textstellen

 

 

Ausführliche Hinweise zur Quellenlage enthält der Beitrag „Quellen“ in http://agni-yoga-forum.de/viewtopic.php?f=35&t=99  Darauf wird verwiesen.

 

 

Wir folgen, wie dort erläutert, bei der deutschen Übersetzung grundsätzlich der von Helena Roerich besorgten Pariser bzw. Rigaer russischen Erstausgabe. Änderungen oder Ergänzungen, die in der neuen, kritischen Ausgabe des Rigaer Verlages „Uguns“, in der englischen Ausgabe oder in den Büchern des Spirale-Verlages enthalten sind, werden am Ende des Buches unter „Weitere Textstellen“ mitgeteilt.

 

Sie sind im Text mit (…) gekennzeichnet.

 

Wenn es in einem Paragraphen mehrere ergänzende Textstellen gibt, sind diese unter „Weitere Textstellen“ ihrer Reihenfolge nach nummeriert: (1), (2) usw.

 

So bleibt der ursprünglich gedruckte Originaltext erhalten, bis eine allgemein anerkannte kritische Ausgabe vorliegt. Die Änderungen und Ergänzungen, die seriös erscheinen, werden trotzdem dem deutschen Leser zugänglich. Eine vollständige Erfassung aller Abweichungen in den anderen Ausgaben steht noch aus.

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

Agni Yoga

 

 

 

 

Feurige Welt

 

 

 

 

 

Teil Eins

 

 

 

 

 

 

 [Russisches Original. Seite 5.]


 

 

 

 

 

Zeichen des Agni Yoga

 

 

 

 

 

 [Russisches Original. Seite 7.]


 

 

 

 

 

       Ur ist die Wurzel des Lichts des Feuers. Seit unausdenklichen Zeiten hat dieses Strahlende Prinzip die Herzen vieler Völker angezogen.

       Wenden wir uns daher von den Testamenten der Vergangenheit den künftigen Errungenschaften zu.

 

 

 

 

 

 [Russisches Original. Seite 8.]


 

 

 

Feurige Welt

 

 

       1. Das Element Feuer, das allgegenwärtige, am meisten schöpferische und am meisten lebensspendende wird am wenigsten beachtet und geschätzt. Viele leere und unbedeutende Überlegungen beschäftigen das menschliche Bewusstsein, doch das Wunderbarste entgeht ihm. Die Menschen feilschen um Paisse[1] auf dem Basar, doch sie haben kein Verlangen danach, ihre Hände nach dem Schatz auszustrecken.

       Vieles, was über das Herz gesagt wurde, ist auch für die Feurige Welt anzuwenden, aber mit besonderer Zuspitzung. Feuer ist ungestüm wie die Macht der Struktur der Kristalle. Nicht zufällig wurden von Hellsehern Kugeln und Kristallsphären verwendet.

       Für die Läuterung des Bewusstseins bedarf es glühender Kohlen, die Regenbogenflamme bestätigt das Streben des Geistes. Viele Anwendungsarten der Arbeit des Feuers sind als die erstaunlichsten Daseinsbedingungen offenbar geworden. Angefangen von den für das offene Auge sichtbaren gewöhnlichen Lichtbildungen bis zu den vielschichtigen Feuern des Herzens führen alle uns in das Reich der Feurigen Welt.

 

       2. Bei der Beobachtung der feurigen Zeichen kann man bestimmte Unterteilungen der Menschen bemerken. Manche streben ewig und können ohne diese erhebenden Bewegungen nicht existieren – seid versichert, dass sie

 [Russisches Original. Seite 9.]


dem Element Feuer angehören. Sogar wenn sie irren, können sie nicht untätig bleiben. Beobachtet sie, und ihr werdet immer eine flammende Kraft finden. Doch sucht das schöpferische Feuer nicht in der Unbeweglichkeit der Erde, in den Wogen des Wassers oder in den Stürmen der Luft.

       Wir wollen die feurigen Menschen nicht besonders loben, doch es muss wahrhaftig gesagt werden, dass sie die Welt bewegen. Man sollte nicht vergessen, dass es diese Menschen in den sonstigen Konstellationen ganz und gar nicht leicht haben.

       Die Legende vom Feurigen Engel mit den versengten Flügeln ist gerechtfertigt. Wenn er herbeieilt, um die Welt zu retten, streifen seine phosphoreszierenden Flügel die Felsen der Erde, sie werden versengt und der Engel wird geschwächt. So zeigt sich der auffallende Unterschied zwischen der irdischen und der Feurigen Welt.

       Das irdische Auge, mag es auch äußerst fein sein, nimmt trotzdem für gewöhnlich die feinstofflichen Erscheinungen gar nicht auf. Die Feinstoffliche Welt wiederum nimmt die feurigen Bewohner nicht wahr, zu denen das flammende Herz einen führen kann. So kann man die Verehrung des Feuers verstehen.

       Zu den notwendigen menschlichen Bestrebungen gehört eine natürliche Offenbarung der Feurigen Welt. Von frühester Kindheit an tragen sie gleichsam einen Abglanz des Höchsten Feuers in sich. Es ist, als drängten diese Funken sie, sich von der Berührung mit den anderen Elementen zurückzuhalten; und auch diese lieben diese feurigen Blicke nicht. Doch ohne Berührung mit dem Feuer kann man den irdischen Pfad nicht durchschreiten; daher ist es besser, dessen Wesen zu kennen.

 

       3. Man muss darauf hinweisen, dass die Anspannung des Feuers auf alle Funktionen des Körpers einwirkt. Man darf nicht vergessen, dass gerade das Feuer des Raumes

 [Russisches Original. Seite 10.]


einerseits Wunden heilen, andererseits aber das Gewebe anspannen kann. Seien wir daher vorsichtig.

 

       4. Man könnte meinen, die Feurige Taufe* wäre bereits deutlich erklärt worden. Es wurde auf feurige Zungen über Menschenhäuptern hingewiesen[2], aber die Menschen wollen die Wirklichkeit nicht so annehmen, wie sie ist. Sie täuschen Verehrung der Heiligen Schriften vor, nehmen sie aber im Leben nicht an.

       Nicht alle könnten die nichtversengende Flamme annehmen und ruhig beobachten, wie ihr sie gesehen habt, obwohl sie völlig real und mit allen Eigenschaften des Feuers ausgestattet war, ausgenommen der des Versengens. Doch man muss ein offenes Herz haben, um der Flamme gegenüberzutreten.

       Die Menschen griffen nach der groben Erscheinung in Form von Elektrizität, doch ohne die feurigen Eigenschaften des menschlichen Organismus anzuwenden, können sie bei der Verfeinerung der Erscheinung nicht vorankommen. Der Morgen der Menschheit bricht an, sobald das Verstehen des Feuers ins Leben tritt.

 

       5. Wenn wir vom nichtversengenden Feuer sprechen, dürfen wir auch das brennende Feuer nicht vergessen. Wenn die Nonne stöhnt: „Ich brenne, ich brenne!“, weiß kein Arzt, wie man ihr Erleichterung verschaffen kann; er versucht sogar, kaltes Wasser anzuwenden, und vergisst, dass man Öl nicht mit Wasser überschwemmen kann. Feuer kann man nur mit Feuer löschen, mit anderen Worten, mit der Energie des Herzens, die bei sogenanntem Magnetismus abgesondert wird.

       Wir behandeln Entflammungen mit einem Strom; sie können in den verschiedensten Zentren auflodern. Doch die Hauptgefahr liegt natürlich nahe dem Herzen, dem Solarplexus und dem Kehlkopf. Diese Zentren, als die am meisten synthetischen, können den unerwartetsten Angriffen ausgesetzt sein.

       Wer auch nur einmal das innere

 [Russisches Original. Seite 11.]


Feuer erlebt hat, versteht die Gefahr eines Zentrenbrandes. Er weiß, welches schmerzhafte Leiden die hervorbrechende Flamme bereitet. Meist ist der Mensch dafür nicht verantwortlich, ausgenommen vielleicht bei Gereiztheit.

       Oft bricht der Brand durch unbedeutende Einwirkungen aus, und im Fall eines verfeinerten Zustandes aus kosmischen Gründen. Ermüdung des Herzens öffnet natürlich dem Feind die Tore. So kann sich das schöpferische Feuer in eine zerstörende Flamme verwandeln. Man muss sich das merken, weil die Brände klein beginnen.

       Man sollte auch bedenken, dass die feurige Energie Behutsamkeit erfordert. Es ist sehr böse, die feurige Energie eines anderen ohne Grund auszunutzen. Ein Archat* kann nie ein Vampir sein – das ist eine Grundlage des Lebens.

       Weise ist deshalb das Gesetz des ewigen Gebens. Es scheint, als hätten Opfer und Feuer nichts gemein, doch das Opfer wird in allen Testamenten als flammend bezeichnet.

 

       6. Man muss besondere Vorsicht walten lassen. Ihr könnt sehen, wie sich sogar die Moral eines Volkes ändert. So reagiert Unwissenheit auf den Druck der Atmosphäre. Man muss bemerken, dass Unwissenheit die Grundlagen der Finsternis klar bestätigt. Man kann sich vorstellen, wie ein unentwickeltes Hirn nachgibt, wenn das Herz schweigt. Die Moral der Völker sinkt wie ein verdorrter Apfelbaum. So ist die Gefahr feuriger Epidemien heute groß.

       Die Chaldäer[3] teilten alle Krankheiten nach den Elementen ein; und sie waren nicht weit von der Wahrheit entfernt, denn der Zustand sowohl des kosmischen als auch des menschlichen Organismus hängt hautsächlich von den Elementen und den Gestirnen ab.

 

       7. Bedenkt doch nur, dass jeder von uns

 [Russisches Original. Seite 12.]


das Eine für das gesamte Weltall unveränderliche Feuer in sich trägt. Niemand will sich vorstellen, dass der universelle Schatz in ihm ruht. Die Elemente sind nicht einheitlich im gesamten Kosmos; die Veränderung ihrer Eigenschaften erlaubt uns nicht, ihnen Einheitlichkeit zuzuschreiben. Doch das Feuer des Herzens verbindet allein durch seinen Magneten alle Weltstrukturen.

       Über diesen Vorzug muss man nachdenken. Man sollte diesen Schatz für die ganze Lebensweise anwenden. Es gibt auf der ganzen Welt nur ein Lichtfeuer.

       Wir können verstehen, dass Feuer auf allergrößte Entfernungen hin in Erscheinung tritt. Darin liegt nichts Übernatürliches oder Geheimnisvolles. Selbst ein kleiner Schüler hat bereits von dem allesdurchdringenden Feuer gehört, nur hat er dessen Anwendung noch nicht erkannt.

 

       8. Das Erscheinen von verschiedenen Feuern steht zum einheitlichen Wesen des Feuers nicht in Widerspruch. Nur der Rhythmus der Anspannung färbt die sichtbare Flamme von silbern über rotgolden bis zu intensivem rubinrot. Das intensive Rubinrot ist selten, denn nicht jedes Herz kann es ertragen.

 

       9. Um das Feuer es als den Weg der Hierarchie, der Liebe und des Mitleids zu empfangen und anzunehmen, muss man sich unwiderruflich mit seinem ganzen Herzen behaupten, nur so werden sich die kleinen Sterne in flammende Giganten verwandeln.

 

       10. Mögen auch beschränkte Zeiten gesegnet sein. Gerade in solchen Zeiten lernen wir, das Wichtige vom Nichtigen zu unterscheiden. In Tagen der Selbstzufriedenheit wird unsere Scharfsicht getrübt, doch diese Eigenschaft ist besonders nötig, wenn man sich den feurigen Sphären nähert. Daher sind Bedrücktheit und Anspannung so wertvoll, sie stärken nicht nur Scharfsicht und Bestrebtheit, sondern

 [Russisches Original. Seite 13.]


pressen auch neue Feuer aus unserem Innern hervor. Möge das Feuer der Tara* besonders nahe sein.

       Lieben wir daher das Unerwartete als Quelle neuer Freude. Wahrhaftig, das beste Feuer wird durch Freude entfacht. Daher sind beschränkte Zeiten nur für Unwissende ein Schrecken, für Wissende sind sie einfach eine Quelle von Ereignissen. Die Feuer bringen sogar entfernte Wirkungen nahe.

       Manchen wird das Gesagte als kalte Abstraktion erscheinen, aber das bedeutet, das sein Herz kalt und sein Feuer erloschen ist. Ihr kennt bereits die Glut des Herzens und versteht den unerwarteten Boten.

       Deshalb ist es so wichtig, den Herrschern nachzufolgen, man muss den finsteren Beschlüsse zuvorkommen. Nur das Feuer der Herrscher entfacht Wagemut. Daher muss man jedes Wort über die Herrscher schätzen. Mag es auch unwissentlich ausgesprochen werden, es birgt dennoch das Prana*der Kühnheit. Mögen Worte über die Herrscher in allen Teilen der Welt erklingen. Sie sind doch vor Heiligtümern entzündete Kerzen. Sie sind doch Ampeln[4] Lebendigen Feuers und ein Schutz vor Krankheiten.

       Feierlichkeit ist wie ein Schlüssel zum Schloss.

 

       11. Bei angespannten feurigen Erscheinungen kann man eine Grundeigenschaft des Feuers bemerken. Die umgebenden Gegenstände werden gleichsam durchsichtig. Ihr könnt dies bezeugen. Feuer verwandelt gleichsam alle feurigen Wesen und enthüllt die allem Bestehenden zugrunde liegende leuchtende Materie.

       Das gleiche kann man von dem Magneten eines feurigen Herzens sagen, er enthüllt auf seine Weise die feurige Natur all dessen, was sich ihm nähert. So kann man über das feurige Herz feurige Eigenschaften beobachten. Man muss ein solches Herz nur finden und

 [Russisches Original. Seite 14.]


es mit großer Vorsicht für dieses Experiment gebrauchen.

       Bei solchen Experimenten muss man daran denken, dass das Freilegen der leuchtenden Materie unter groben umgebenden Bedingungen äußerst gefährlich sein kann. Die Gefahr des vollkommenen Samadhi* ist von der gleichen Eigenschaft des Feuers abhängig.

       Widersetzt euch dennoch nicht den feurigen Erscheinungen, wenn sie das Herz nicht belasten. In den Jahren Harmagedons* sind die Erscheinungen allerdings höchst verworren, weil die Rhythmen des Raumfeuers und des unterirdischen Feuers gestört sind. Solche Rhythmusstörungen werden gewöhnlich nicht in Betracht gezogen, und dadurch wird die kosmische Verwirrung noch verstärkt.

 

       12. Die nahenden feurigen Wellen sind äußerst erschreckend, wenn man nichts über sie weiß und sie nicht mit den Feuern seines Herzens aufnimmt.

 

       13. Ihr habt von gewissen Kindern gehört, die durch feste Körper hindurch sehen können. Sucht die Lösung in der karmischen feurigen Natur. Das ist natürlich ein ganz eigenes physisches Phänomen, das gewöhnlich nicht zu höherer feuriger Erkenntnis führt.

       Hatha Yoga kräftigt einzelne Zentren, und man kann nur bedauern, dass diese teilweisen Anstrengungen nicht zu Raja Yoga und Agni Yoga führen. Daher sind physische und feurige Übungen nur schädlich, weil sie das umgebende Gleichgewicht stören.

       Feuer ist das höchste Element, und man muss sich ihm durch ein höheres Bewusstsein nähern. Nur über dieses höhere Bewusstsein kann man Feuer verstehen und liebgewinnen.

 

       14. „Blut, Blut“ schreit man in West und Ost.

 [Russisches Original. Seite 15.]


Nie dagewesene Zeiten! Das rettende Feuer verwandelt sich durch Unwissenheit in einen Verzehrer!

 

       15. „Umgib dich mit Feuer und werde unverletzlich“, so lautet ein uraltes Testament. Doch bei zunehmender Verrohung vergaßen die Menschen allmählich, auf welches Feuer die Weisen hingewiesen hatten. Feuer wurde zu einem physischen Begriff, und es traten magische Feuerzirkel in Erscheinung. So setzen die Menschen immer ihr eigenes Wesen herab.

       Natürlich ist jedes lebendige Feuer heilkräftig, doch kein Harz kann mit dem Feuer des Herzens verglichen werden. Man möge sich wenigstens an die Eigenschaft des irdischen Feuers erinnern, doch wahrhaftig, die Zeit ist gekommen, um wieder zu der ursprünglichen Quelle zurückzukehren; anders kann die Grenze nicht überschritten werden, an der sich die Menschheit bereits steht.

       Die Menschheit hat die irdischen Kräfte erschöpft und angespannt und die höhere Macht beunruhigt. Nur ein feuriges, erleuchtetes Bewusstsein kann die zerstörte Brücke des Aufstiegs wiederherstellen.

 

       16. Kann sich jemand, der dem feurigen Element angehört, in ein Wesen anderer Energie verwandeln? Unmöglich. Doch dafür kann jemand, der einem anderen Element angehört, sich in ein feuriges Wesen verwandeln, denn Feuer ist allgegenwärtig. Gewiss, diese Sprünge sind nicht leicht. Es bedarf großer geistiger Anspannung, um das Herz für die Vereinigung mit der höheren Energie umzuwandeln.

       Aber die Feurigen Tore sind nicht verschlossen: „Klopfet an, und es wird euch aufgetan“[5]. So rufen alle Lehren zur Feurigen Taufe auf.

 

       17. Das Wesen der feurigen Immunität wurde von Zoroaster* beschrieben. Er wies darauf hin, dass die Menschen aus jeder Pore der Haut feurige Strahlen hervorrufen können, die alle Schädlinge vernichten. Ein Mensch, der von einem Schutzpanzer umgeben ist, kann

 [Russisches Original. Seite 16.]


nicht angesteckt werden.

       Diese Anspannung kann man durch Einheit mit der Hierarchie verstärken. So wird das Herz zu einer Sonne, die alle Mikroben verbrennt.

 

       18. Selbstverständlich existieren Krebsbazillen; sie können vor allem vom Feuer des Herzens entdeckt und vernichtet werden. Wenn Mangel an psychischer Energie ihre Entwicklung fördert, vernichtet sie das Feuer des Herzens, dieser höchste Ausdruck des Bewusstseins.

       Natürlich kann alles, was durch die höhere Energie leicht verbrannt wird, bis zu einem gewissen Grad auch durch physisches Feuer gemildert werden. Die Wurzeln vieler Pflanzen enthalten bedeutende pflanzliche Feuer und können daher dort von Nutzen sein, wo die Feuer des Herzens noch nicht wirken.

 

       19. Ihr kennt bereits die Bedeutung des dreißigsten Lebensjahres für feurige Erscheinungen, doch man sollte den Organismus bis zum siebenten Lebensjahr besonders hüten. Bei Kindern, auch bei den höchstentwickelten, darf man der Natur niemals Gewalt antun – Feuer duldet keinen Zwang. Man muss verstehen, die Tür zu öffnen, doch jede Gewalt kann einen nicht wiedergutzumachenden Schaden anrichten. Andererseits sollte man das Streben eines Kindes nicht übermäßig erleichtern, da übertriebene Hilfe Schwächlinge schafft. Deshalb ist der Goldene Pfad geboten.

       Daher erfordert Feuer in allen seinen Erscheinungen eine vorsichtige Handhabung. Hellsehen und Hellhören sind ihrem Wesen nach Feuer-Sehen und Feuer-Hören. Feuer wird bei allen erhebenden Tätigkeiten als Mittler benötigt. Sechshundertmal sprachen Wir schon vom Herzen, und Wir sind auch bereit, sechshundertsechsundsechzigmal über die Bedeutung des Feuers zu sprechen, nur um zu bestätigen,

 [Russisches Original. Seite 17.]


dass Feuer eine Siegesleiter ist.

       Ohne sich dem Feuer zuzuwenden, können die Menschen nicht leben; sowohl in der irdischen als auch in der Feinstofflichen Welt wenden sie sich an die höhere Vermittlung. Doch Wir sprechen nicht von Feueranbetung; denn es wird Unwissende und Fanatiker geben, die versuchen werden, diese sinnlose Anklage zu erheben. Ich spreche von der höchsten Erkenntnis, die unseren feinstofflichen Körper in die Feurige Welt führen wird.

 

       20. Jeder Steuermann wird euch sagen, das Steuer nicht zu stark zu wenden. Doch man sollte noch viel mehr über das menschliche Bewusstsein sprechen; dieser Kristall bildet sich langsam, aber jeder Augenblick der Aufschichtung ist eine räumliche Freude.

       Einen Herzschlag hat jedermann, doch das feurige Wesen bemerkt man nur selten; deshalb sprechen Wir nicht immer über das Feuer, sondern nur dort, wo Feuer bereits aufgespeichert wurde.

 

       21. Das menschliche Auge nimmt die stärksten elektrischen Schwingungen nicht wahr. Das gleiche geht auch in Bezug auf feurige Abstufungen vor sich. Übrigens stört dieser Umstand immer die Lehre über das Feuer. Die geringeren Erscheinungen der feurigen Energien werden gespürt und daher zugegeben, aber höhere und feinere Erscheinungen bleiben für den gegenwärtigen Apparat und für ein Bewusstsein, das sich dem Element Feuer karmisch nicht näherte, unfassbar.

       Aber die Zeitgenossen geben die Unvollkommenheit des Apparates und erst recht ihre eigene Unerfahrenheit nicht gern zu. Dieses fehlende Zugeständnis wird zu einem großen Hindernis, und anstatt voranzukommen, muss wertvolle Zeit dafür aufgewendet werden, das Verständnis für die Natur des Feuers einzuprägen.

 [Russisches Original. Seite 18.]


       Jedoch bildet sich bei diesen Wiederholungen des Begriffs Feuer eine nützliche Aufspeicherung, die sich untilgbar dem Gehirn einprägt. Was auch immer geschieht, mögen jene, die nicht über das Herz empfangen können, jedenfalls über das Gehirn aufnehmen. Unsere Pflicht ist es, die kürzesten Wege vorzuschlagen, doch es wird sich auch die Geduld finden, um den längsten Wegen zu folgen.

       Die Hauptgrundlage ist Standhaftigkeit, wenn ihr selbst in eurem Herzen erkennt, dass es keinen anderen Weg gibt; deshalb wird die Feinstoffliche Welt nur durch Feuer erreicht. So besteht das Wissen unseres Wesens nicht allein in Wissen, sondern auch in Fühlen.

 

       22. Das Nichtempfinden der höheren Ströme des Feuers erinnert ein wenig an einen Priester, der sich im Lauf des Alltags an den Strom des Heiligtums gewöhnt. Es ist bekannt, dass Heilige oder von Feuerströmen erfasste erhabene Geister diese höchste Erscheinung nicht bemerkten.

       Natürlich bemerken jene, die in der Feinstofflichen Welt leben, ihre Besonderheit nicht; ebenso halten jene, die des Feuers teilhaftig werden, diesen Zustand nicht für außergewöhnlich. Ein Virtuose der Musik erachtet es nicht als außergewöhnlich, dass er schön spielt; das ist für ihn schon etwas Gewohntes. So senkt sich auch die Feurige Welt auf die irdischen Zustände hernieder, und jene, die sich an sie anschließen, verlieren das Gefühl der Besonderheit.

 

       23. Wenn wir uns den Erscheinungen des Feuers nähern, müssen wir verschiedene Stufen ins Auge fassen. Das sogenannte Durchschreiten von Feuer ist höchst unterschiedlich. Die niedersten Fakire reiben ihren Körper mit Asche mit Mineralstaub ein und erlangen so eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber Feuer. Natürlich kann diese rein körperliche äußere Wirkung von keinem Interesse sein.

       Yogis

 [Russisches Original. Seite 19.]


durchschreiten Feuer, indem sie als Gegenwirkung die Herzenergie hervorrufen. Dabei dringt das innere Feuer durch die Poren der Haut, und da es mächtiger ist als das irdische Feuer, bildet es einen starken Schutzpanzer.

       Solche Yogis können auch jene ohne Schaden durch Feuer geleiten, die ihnen nachzufolgen wünschen. Dabei dehnt der Yogi seine Energie auf die Nachfolger aus, wenn diese ihr Bewusstsein vollständig in das Herz des Yogi übertragen können. Diese Bedingung der völligen Übertragung des Bewusstseins in das Herz des Führers ist überhaupt charakteristisch für feurige Taten.

 

       24. Man wird sagen, dass sich Feuer als Element der Beobachtung entzieht. Antwortet: Es zeigt sich sogar mehr als andere Elemente. Sind Erde oder Wasser für den Menschen bei Beobachtung des Organismus etwa sichtbarer? Feuer zeigt sich leichter: Bei der Körpertemperatur, beim Puls und besonders in jenem Beben, das alle feurigen Erscheinungen begleitet.

       Dies ist kein Beben der Angst, sondern die Vereinigung mit dem Puls des Elementes. Ruft die Verbindung mit Erde oder Wasser etwa ein solches Beben hervor? Doch Feuer erzeugt sogar in geringem Ausmaß ein besonderes Gefühl. So möge man nicht von der Unerreichbarkeit des Raumfeuers sprechen.

 

       25. Es ist besonders wertvoll, in seinem Herzen den Verkehr[6] mit einem feurigen Wesen zu erfassen. Im Mittelalter hätte man natürlich die Flamme des Scheiterhaufens hinzugefügt. Doch sogar in jenen Zeiten konnten sich starke Menschen finden, die sich nicht fürchteten, von dem zu sprechen, was sie wahrgenommen und in sich gefühlt haben.

 

       26. Die Feurige Schlange,

 [Russisches Original. Seite 20.]


die sich in Form der Schlange des Moses[7] wie die arabischen Zahl Acht über dem „Kelch“ erhebt, kann die Anspannung des „Kelches“ anzeigen, denn der „Kelch“ ist mit Feuer gefüllt. Die Aufschichtungen und Ablagerungen im „Kelch“ stellen ein feuriges Produkt dar. So sind wir vor allem Feurige Wesen. Nur wenn wir davon überzeugt sind, beginnen wir, die sogenannten Feurigen Flügel auszubilden.

       Klopfen nicht feurige Tropfen bei euch an? Spannen nicht feurige Wellen den Rhythmus an? Möge jede Erinnerung an das Feuer der Sättigung mit Feierlichkeit dienen.

 

       27. Die Beobachtung von Menschen, welche die Struktur der Flamme lieben, bringt ständig neue Schlussfolgerungen hervor. Wenn wir uns dem Feuer nähern, beginnen wir, den Rhythmus der Energie zu erkennen, die alle Konstellationen schafft. Man sollte dieses Element mit vollem Verständnis liebgewinnen, mit anderen Worten, mit Gedanken, die dem Raum gehorsam sind.

       Wenn wir gern irdische Gnome bleiben möchten, möge daran erinnert werden, dass die besten Gnome dem Feuer dienen. So sollte man verstehen, dass sogar die niedersten Bewusstseine nach oben streben. Sogar in Märchen erscheinen Gnome, die ohne Hingabe an feurige Wesenheiten nicht leben können. So versuchten die Alten, dem Bewusstsein der Kinder feurige Vorstellungen einzuprägen. Die heutige Wissenschaft bietet durch die Kalorientheorie und die Astrochemie das gleiche Märchen vom Großen Feuer.

       Aber das Außerordentliche der feurigen Erscheinungen erlaubt es dem Durchschnittsmenschen noch nicht, den Begriff Feuer in sein Alltagsleben einzuführen, so dass Feuer in den Grenzen einer unerwünschten Abstraktion bleibt. Diese Beschränkung muss man aufgeben; Ich spreche als Arzt.

 [Russisches Original. Seite 21.]


       Ich bestätige, dass wir alle finsteren Abgründe überqueren werden, wenn wir dem Feuer dienen! Wenn sogar Flugzeuge ein besonderes Gas benötigen, wie weit nötiger ist dann die feinstofflichste Energie für die Erhebung des Geistes!

 

       28. Heldentaten und alle heroischen Taten sind ihrem Wesen nach feurige Taten. Die höhere Energie trägt die Menschen über den Abgrund.

       Man könnte fragen: „Nimmt die feurige Energie am Aufkommen von Verbrechen teil?“ Gewiss, die gleiche Energie kann ein blutiges Messer zücken; deshalb raten Wir, das Feuer des Segens nicht in eine Flamme der Vernichtung zu verwandeln. Abgesehen vom persönlichen Schaden, infiziert die zerstörende Flamme den umgebenden Raum. Darüber hinaus wird die Flamme des Übels durch die zersetzenden Wirbel der niederen Schichten entfacht.

       Seit langem heißt es, dass die Sünder das Feuer der Hölle selbst schüren. Die Menschen sind für das Ausmaß des Bösen selbst verantwortlich. Das gewaltige Ausmaß des Bösen wird gar nicht erkannt, weil die Menschen nicht erkennen wollen, woher die schrecklichen Brandwunden kommen.

       Ihr habt in verschiedenen Ländern verschiedene Vorstellungen über die Hölle gesehen. Wenn solche Formen auf der Erde verwirklicht werden, bestehen sie auch in der Feinstofflichen Welt. Wie sehr muss man daher auf Erden alles Hässliche vermeiden!

       Das Feuer des Segens schafft die herrlichsten Verwandlungen. So lasst uns tätige und segensreiche Schmiede sein. Die segensreichen Feuer werden von den Wirbelwinden der fernen Welten hoch empor getragen.

       Einst gab es die Feuerprobe. Dabei näherte sich der Prüfling dem Feuer, und das Feuer stieg bei Berührung mit der Wahrheit empor, doch die Unwahrheit verbog die Flamme. Bei allen ihren Unvollkommenheiten

 [Russisches Original. Seite 22.]


erinnerte diese Prüfung an die Möglichkeiten der Wirkung des Feuers.

 

       29. Ihr habt Unsere Apparate zum Zusammendrücken von Feuer[8] gesehen. Die ausbrechende Flamme zeigt einen ungeheuren Druck an. Die feurige Essenz steht unter dem Druck vieler Atmosphären; um sich zu entzünden, muss man die Masse des Drucks überwinden. Wenn sich die Flamme gebildet hat und ausbricht, bedeutet das, dass ihr Druck und ihre Macht außergewöhnlich sind.

 

       30. Wenn er sich jenseits der Grenzen der drei Dimensionen befindet, erschrickt sogar der kaltblütigste Mensch, wenn sein Herz für die nächste Erkenntnis nicht vorbereitet ist. Man kann nicht von einem Zustand in den anderen springen, ohne feurig gestählt zu sein.

       So ist es unmöglich, ohne rechtzeitige Verfeinerung des Herzens die Schönheit und Feierlichkeit der Feinstofflichen Welt aufzunehmen. Man kann vor den herrlichsten Kunstwerken verständnislos im Finsteren verweilen, doch die Finsternis befindet sich in uns selbst!

       Man kann das räumliche Feuer nur mit dem Feuer des Herzens entzünden. Es wurde oft gesagt, dass sich das Große Feuer durch unser Herz offenbart. Wer in Finsternis weilt, der möge sich deshalb nur selbst die Schuld geben. Aber es ist schrecklich, in der Finsternis der vierten Dimension zu weilen, denn ohne Erleuchtung durch das Feuer des Herzens verwandeln sich alle folgenden Dimensionen in schreckliche Grimassen.

 

       31. Natürlich entsprechen der Speichelfluss sowie verschiedene Schmerzen der Nervenzentren den verschiedenen Graden der kosmischen Perturbationen. Aber es erhebt sich die Frage: Sind diese Zeichen eine Widerspiegelung von kosmischen Ereignissen oder eine Zusammenarbeit

 [Russisches Original. Seite 23.]


mit den Weltenergien? Man muss das letztere anerkennen. Ein verfeinerter Mikrokosmos ist ein wahrer Mitarbeiter des Makrokosmos. Es wurde gesagt: „Abraham trat vor den Herrn.“[9] Verstehen wir dies als vollständige Zusammenarbeit. Aus dieser Vollständigkeit wird auch der Gehorsam gegenüber dem Daseinsgesetz geboren.

 

       32. Für ein verfeinertes Herz ist es schwer, in den niederen Schichten zu leben. Die Höhen helfen ein wenig, doch zwischen dem Herzen und seiner feurigen Heimat bestehen zu große Risse.

       Doch diese verunreinigten Schichten müsste es gar nicht geben. Die Menschen haben sie geschaffen und müssen sie bestrebt sein, sie zu reinigen. Künstliches Ozon ist nur von geringer Hilfe. Prana wird vom höchsten Feuer gereinigt, und nur diese Eigenschaft macht es schöpferisch.

       Jedoch bemüht euch, sogar in den Tälern und auf den Plätzen der Städte so tief wie möglich einzuatmen, bevor ihr eure Entscheidungen verkündet. Vielleicht wird euch bei diesem Einatmen über alle Schranken hinweg ein Pranateilchen des Segens erreichen. So wollen wir nirgends verzweifeln und überall eine letzte Anstrengung unternehmen. Man kann beobachten, wie aufrichtiges herzliches Einatmen gleichsam einen ungewöhnlich langen Posaunenruf bildet.

       So wollen wir nicht vergessen, dass die besten Erscheinungen des menschlichen Organismus nicht nur in ihren chemischen Reaktionen mächtig sind, sondern auch mit ihrer psychischen Kraft viele Schichten durchdringen. Lasst uns in keiner Weise den heiligen Mikrokosmos herabsetzen, der durch den Willen eines reinen Herzens erschaffen wurde.

 

       33. Mögen jene, die in Gedanken eilen können, nichts verschieben. Man muss sich daran gewöhnen, dass jeder

 [Russisches Original. Seite 24.]


Gedanke ein Verkehr mit dem Feuer ist. Daher ist es beschämend, einen unwissenden und unbedeutenden Gedanken zu hegen.

 

       34. Lasst uns wie jene sein, die den großen Advent erwartet; lauschen wir den Schritten und verstehen wir, dass unser Herz für die Hilfe für die Welt ausersehen ist. Lassen wir Verwirrung und Verneinung nicht zu, denn diese Eigenschaften wenden Feuerzungen gegen uns.

 

       35. Auf dem Großen Pfad ist es besser, verleumdet zu werden, als die Entscheidung der Herrscher zu stören. Lernen wir, uns darüber zu freuen, verleumdet zu werden, denn wir können keinen feurigen Pfad nennen ohne diese Teppiche der Verunglimpfung.

 

       36. Möge Meine Forderung nach Kampf niemanden verwirren. Jene, die auf der Stelle treten, sind Gefahren tausendmal mehr ausgesetzt als jene, die streben. Natürlich, möge das Streben im Herzen und in den Gedanken und nicht nur in den Füßen zu finden sein.

 

       37. Das sogenannte Wahrheitskraut gibt es wirklich. Eine Zusammensetzung aus sieben Pflanzen öffnet geschlossene Zentren, worauf der Mensch seine Gedanken ausspricht. Das ist kein Haschisch, sondern eines der ältesten Heilmittel.

       Ursprünglich ist es zur Krankheitsbestimmung verwendet worden; denn niemand kennt die Ursache dessen, was in seinem Inneren vor sich geht, besser als der Mensch selbst. Das innere Bewusstsein kann diese verborgenen Ursachen aber ohne eine besondere Einwirkung nicht enthüllen.

       Erst später verwendeten Regenten und Gerichte das Kraut als Mittel für ihre Ermittlungen und führten damit ein Element des Zwanges ein. Aber alles Erzwungene und Künstliche widerspricht der Grundlage des Daseins.

 

       38. Die Menschen beklagen sich oft über die Absonderung der Feinstofflichen

 [Russisches Original. Seite 25.]


Welt, die von der Erde aus nicht erreichbar sei. Die ayurvedische[10] Tradition hat jedoch gegen diese irdische Entfremdung vorgesorgt. Es gibt einen Pflanzenextrakt, der bei Einreiben in die Haut eine Annäherung an die Feinstofflichen Welt ermöglicht, indem er ihre Sichtbarkeit und Wahrnehmbarkeit erleichtert.

       Doch dafür ist ein völliges Loslösen des Bewusstseins von der Erde erforderlich. Darüber hinaus ist solch ein Zwang bei der Erneuerung der Welt unstatthaft. Wir wollen die Bedeutung des Herzens und des Feuers durch nichts herabsetzen. Benötigt man beim Flug des Geistes etwa kleine Wurzeln?

 

       39. Wenn wir alle Einzelheiten unseres Lebens sammeln, werden wir unzählige Beweise der Feinstofflichen Welt finden. Wir werden auch finden, dass in den meisten Fällen die Stimmen der Feinstofflichen Welt die Erde nicht erreichen, genauso wie unsere Stimme taube Ohren nicht erreicht. Dieser Vergleich ist nämlich zutreffend, wenn wir uns die Rufe der Feinstofflichen Welt vorstellen, welche die Erde nicht erreichen.

       Nichts kommt der Verzweiflung der Feinstofflichen Welt gleich, wenn ihre Warnungen das Ziel nicht erreichen. Die Feinstoffliche Welt will unserer Welt auf ihre Weise helfen. Wahre Zusammenarbeit kann aber nur durch Herzensbildung und Verstehen der Eigenschaft der Natur des Feuers zustande kommen.

 

       40. Ihr staunt über die vielen Hinweise in alten Arzneibüchern und verschiedenen überlieferten medizinischen Aufzeichnungen auf Mixturen, mit denen man den Organismus in einen transzendentalen Zustand versetzen kann. Ihr fühlt, dass dies weder Nekromantie[11] noch Zauberei ist, sondern ein eigenartiges Suchen nach der eigenen Zukunft ist.

       Daher ist klar, dass unsere fernen Vorfahren um die Zukunft viel mehr besorgt und bedacht waren als unsere derzeitigen Wissenschaftler.

 [Russisches Original. Seite 26.]


Für uns verbleibt die Zukunft entweder in die Grenzen des Höllenfeuers oder im Bereich einer elektrischen Erscheinung. Die mächtige lebensschaffende Kraft des Feuers wird nicht erkannt: Die glänzenden, strahlenden Erscheinungen werden nicht begriffen, und selbst die Hierarchie des Lichts wird als Trugbild oder Schreckgespenst angesehen. Sehr viele wollen der Zukunft ausweichen und ziehen es vor, sich als Staub zu bezeichnen. Dennoch erschaudern sogar Wissenschaftler bei der Frage, ob sie das Feuer durchschreiten wollen.

       Nichtsdestoweniger, wie viele Male wurden wir aus dem dreidimensionalen Zustand herausgeführt! Wenn wir in Gedanken versunken sind, bemerken wir dann etwa Zeit oder Temperatur? Wir bemerken die unzähligen Minuten überhaupt nicht, die in einem Augenblick verschmelzen oder sich in eine Ewigkeit verwandeln. Solche Erfahrungen macht man täglich, und jeder kann wunderbare Phänomene feststellen.

 

       41. Der Begriff Schambhala* ist mit feurigen Erscheinungen wirklich untrennbar verbunden. Ohne die Anwendung geläuterten Feuers ist es unmöglich, sich den höheren Begriffen zu nähern. In der ganzen Welt werden die Menschen unterteilt in jene, die Schambhala als das Höchste Maß erkennen, und jene, welche die Zukunft leugnen.

       Möge das Wort Schambhala nur wenigen bekannt sein. Jeder hat eine andere Sprache, aber das Herz ist eins. Jedem, der bereit ist, zum Licht zu schreiten, muss besorgte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Wir müssen mit dem Herzen jede auf das Gute erklingende Erscheinung umfassen. Doch nur unter der Flammenden Kuppel sind alle gleich.

 

       42. Ihr schreibt mit Rauch Worte in den Himmel; vielleicht ist euch nicht bekannt, dass die Chaldäer, wenn die Fristen nahten,

 [Russisches Original. Seite 27.]


auf ihren Zikkuraten[12] in den Raum schrieben. So wurde die Zusammenarbeit mit den Gestirnen hergestellt, und chemische Strahlen verstärkten eiligst die irdischen Entschlüsse. Und die Wissenschaftler prägten ihrerseits ihre Erkenntnisse in den Raum ein.

 

       43. Die Schwierigkeit bei der Erkenntnis hängen bis zu einem bestimmten Grad von den Unzulänglichkeiten der irdischen Sprache ab. Alle Symbole und höheren Begriffe sind bis zum Grad des Unsinns formelhaft geworden.

       Als der Mensch etwas bemerkte, das aus dem Rahmen des Alltäglichen herausragt, begann er undeutlich über etwas Ungewöhnliches in solchen Ausdrücken zu sprechen, die für seinen Mitmenschen das völlige Gegenteil bedeuteten. Hinzu kamen alle Anomalien des Sehens, Geschmacks und Hörens, was eine völlige Sprachverwirrung schuf.

       Als der Mensch versuchte, den höchsten Hierarchischen Begriff zum Ausdruck zu bringen, bemühte er sich, die besten Silben aneinanderzureihen, und erreichte bloß äußerste Verwirrung. Beachtet, dass jeder, der über einen transzendentalen Begriff spricht, auf die unerwartesten Auslegungen trifft.

       Die Menschen sprechen oft von ein und demselben, aber in solch unterschiedlichen Worten, dass keine Möglichkeit besteht, sie mit Worten zu versöhnen. Dann ermüdet euch nicht im Streit, sondern verharrt in herzlichem Schweigen. Lasst die feurige Energie arbeiten, sie vermag einen Zugang zu finden, selbst wenn es nur ein schmaler ist. So denkt unter allen Umständen daran, dass ihr über einen Vorrat der allesdurchdringenden Energie verfügt.

 

       44. Denkt auch daran, dass die feurige Energie unaufhörlich wächst und arbeitet, wenn das Herz entflammt ist. So ist es leichter, die bereits erwähnte Teilbarkeit des Geistes* zu verstehen. Eine Flamme ist ohne Verlust teilbar

 [Russisches Original. Seite 28.]


und erfordert weder Raum noch Zeit. Wenn man euch also in verschiedenen Ländern gleichzeitig sieht, braucht euch das nicht zu überraschen, dies ist bloß eine der Eigenschaften der feurigen Anspannung.

       Natürlich ruft diese feurige Anspannung einen Druck auf das Sonnengeflecht hervor. Man sollte sich vorstellen, wie sehr die Vereinigung des Feuers des Herzens mit dem Feuer des Raumes die Zentren anspannen muss.

 

       45. Arbeitet wie Bildhauer. Ihre Hände wissen, wie sie einen Stein anzufassen haben, um die Form nicht zu entstellen.

       Übrigens, jeder, der isst, weiß auch, wie viel Nahrung er benötigt. Eine Überfüllung des Magens wird sicherlich nicht das richtige Maß sein. Im Gegenteil, der Bedarf wird nicht nach irdischen Maßen erkannt. Das Feuer des Herzens gibt dem Bewusstsein das Zeichen. So möge man sich freuen, dass die richtigen Maße in der feurigen Führung zu finden sind.

       Ich denke an einen Teich für die Aufbewahrung der Schätze. Seit undenklichen Zeiten versenkte man ein Schatz in der Tiefe. Wir sehen auch, dass Errungenschaften in der Tiefe des Herzens verwahrt werden und wahrhaftig von Feuer umgeben sind.

 

       46. Die Berührung eines Bildhauers kann man mit Worten nicht beschreiben. Er selbst kann nicht sagen, warum er gerade diesen tiefen Schlag ausführte. Gleicherweise sollt ihr das Gefühlswissen mit der Wirklichkeit verbinden. Die Lehre erlaubt es, vieles als Wirklichkeit anzusehen, was gestern noch nicht erkannt wurde.

 

       47. Die Annäherung der Feinstofflichen Welt an die irdische ist eine der großen feurigen Aufgaben. Zu diesem Zweck wird unmerklich viel getan. Außerdem ist es aber notwendig, dieses Bewusstsein in den Gemütern des Volkes noch zu stärken. Man sollte die Wirklichkeit der Annäherung bestätigen und

 [Russisches Original. Seite 29.]


sie aus dem Bereich eines Märchens herausführen.

       Es genügt nicht, dass irgendwo schon Ergebnisse erzielt wurden. Vielmehr erfordert die geringste Vervollkommnung eine bewusste Annahme. Wenn dies sogar bei alltäglichen Entdeckungen bemerkbar ist, wie viel stärker wird es dann gefühlt, wenn der Mensch selbst betroffen ist. Es ist schwierig für den Menschen, selbst auf das Geringste  zu verzichten! Rar sind Helden, die ihr Blut für das Wohl ihres Nächsten vergießen, jedoch dieser innere Impuls erfüllt den Organismus mit neuen Kräften.

       Man sollte auch die Umwandlung des physischen Körpers als Heldentum verstehen. Das Bewusstsein, dass die Erfahrung einer solchen Annäherung bereits ausgezeichnete und greifbare Ergebnisse gezeitigt hat, muss als Ermutigung dienen.

       Die Menschen müssen sich daran gewöhnen, dass die Vervollkommnung der Daseinsbedingungen beschleunigt werden muss; das darf aber nicht Krämpfen gleichen. Im Gegenteil, die Menschen dürfen sich nicht mit überholten Bräuchen zufriedengeben; sie sollten lernen, sich am Neuen zu erfreuen. Die Freude über das Neue ist bereits Flügel zur Zukunft.

 

       48. Angemessenheit gegenüber dem Handeln der Mitarbeiter ist ebenfalls eine feurige Eigenschaft. Wenn jemand eine Lampe anzündet, will er nicht das Haus in Brand stecken. Im Gegenteil, jeder sucht für die Lampe einen sicheren Platz.

       Feurigkeit bedeutet nicht Wahnsinn. Es ist schrecklich, dauernd unwissende Gespräche über den chaotischen Zustand des Feuers mit anzuhören. Man muss verstehen, dass dieses Element die höchste Angemessenheit, gründliche Umsicht und Behutsamkeit erfordert.

       Vor allem verhält sich jeder Agni Yogi weise in der Einteilung der Materie. Er wird eher sparsam als verschwenderisch sein. Als treuer Hüter

 [Russisches Original. Seite 30.]


weiß er, dass die höchste Substanz durch erhabene Arbeit und Leid geläutert wird. Er weiß, dass jede Feurige Energie wie ein seltener Segen ist. Das Raumfeuer verlangt nach Offenbarung. Und er versteht, wie wertvoll das Auffinden einer solchen Gelegenheit ist. Nur dann kann ihm das Meer des Feuers anvertraut werden.

       Deshalb bitte Ich alle Mitarbeiter, äußerst umsichtig zu sein. So bewahren sie den Schatz, der im Herzen heranwächst. Es ist besser, ihn nicht in einen finsteren Abgrund zu streuen, wo jede Fackel für eine verderbliche Feuersbrunst genutzt wird. Die Säule der Angemessenheit muss auch im Feuer gewahrt werden.

 

       49. Niemand wird sich dem Feuer in Furcht nähern können. Niemand wird sich ihm mit Hass nähern können, denn Feuer ist Liebe!

 

       50. Jede Anstrengung kann auf dreierlei Weise ausgeführt werden: Äußerlich durch Muskelanspannung, äußerlich durch ein Nervenzentrum oder durch die feurige Energie des Herzens. Wenn die erste Anstrengung tierisch ist, so ist die zweite menschlich und die dritte eignet der Feinstofflichen Welt.

       Die dritte Anstrengung könnte viel öfter genutzt werden, wenn die Menschen die Begriffe Herz und Feuer bewusst anwenden würden. Aber leider entsteht diese Anspannung nur in Ausnahmefällen. Natürlich, wenn eine Mutter ihr Kind rettet, handelt sie jenseits der irdischen Bedingungen. Wenn sich ein Held der Rettung der Menschheit hingibt, vermehrt er seine Macht zehnfach, doch dieses unbewusste Entflammen kommt selten vor.

       Wir bemühen Uns um das beständige Vermehren der Kräfte durch das Bewusstsein der vom Schicksal bestimmten Kräfte. Es ist nicht

 [Russisches Original. Seite 31.]


so schwierig, das Bewusstsein zu entfachen und umzuwandeln, wenn ihm beständige Aufmerksamkeit geschenkt wird. Beständigkeit ist ebenfalls eine Eigenschaft des Feuers. Das Wesen des Feuers ist überall und unter allen Umständen das gleiche. Man kann Feuer nicht aus irgendwelchen Elementen, irgendwelchen Verbindungen zusammensetzen, man kann Feuer nur offenbaren.

       Ebenso kann man sich auch der Feurigen Welt nähern. Die gewaltigsten Verwandlungen vollziehen sich durch feurige Erscheinungen. Die irdische Welt wird nur durch Feuer verwandelt. Die Menschen glauben an das Licht des Feuers. Die Menschen erblinden um der Erde willen und erneuern sich durch Feuer.

       Man kann viele Beispiele dafür anführen, wie Feuer weltweite Umwälzungen bewirkte. Ohne die Offenbarung von Feuer könnt ihr den Pfad der Erneuerung nicht betreten. Viele werden bei dem bloßen Wort Erneuerung spotten, doch sogar die Schlange erneuert ihre Haut. So ist es besser, bewusst an die Feurige Welt heranzutreten.

 

       51. Es ist nicht erschreckend, dass die Meere ihr Bett verlagern. Sollten die Menschen nicht vor allem in Gedanken beweglich sein? Die Fähigkeit, das Sein in den Gedanken zu übertragen, wird ein Anschluss an die Feurige Welt sein.

 

       52. Man sollte sich daran gewöhnen, dass Schläfrigkeit viele mögliche Ursachen haben kann. Es ist weise zu verstehen, dass die Tätigkeit bestimmter Zentren besonders transzendental ist und physische Schläfrigkeit hervorrufen muss. Aber Wir wissen, wie bedeutsam der Zustand des Halbschlafes ist. Vertreibt Schläfrigkeit nicht.

 

       53. Ein nachdenklicher Arzt könnte in Bezug auf feurige Krankheiten die Frage stellen: „Sollte man feurige Krankheiten als ganz eigene Krankheiten bezeichnen,

 [Russisches Original. Seite 32.]


oder sind sie vielleicht ein Teil der Mehrheit der Krankheiten?“ Letzteres kommt der Wahrheit näher. Feuer kann alle Krankheiten verschlimmern, weshalb man den Bedingungen des feurigen Strebens große Beachtung schenken sollte.

       Dabei muss man daran erinnern, dass eine feurige Erscheinung nicht bloß durch Wasser oder Kälte gelindert werden kann, sondern vor allem durch psychische Energie, die dem Feuer überall widerstehen kann. Diese Energie kann als eine Art Feuerverdichtung überschüssiges Feuer aufsaugen. Daher muss man die Aufmerksamkeit wieder der psychischen Energie zuwenden, wenn wir über das Herz, die Feurige Welt und unsere Bestätigung der Existenz der Feinstofflichen Welt sprechen.

       Wenn ihr von Verbrennung durch inneres Feuer lest, so denkt an die Einwirkung der psychischen Energie. Sie kann auf dreierlei Weise in Erscheinung treten: Durch Autosuggestion, durch physische Untätigkeit oder durch höhere Einwirkung auf Entfernung.

       Doch die Ärzte vergessen oft, dass nicht die Mixtur, sondern irgendein äußerer Umstand hilft. Wir erinnern an den bemerkenswerten Fall, wo ein Arzt über mächtige psychische Energie verfügte, jedoch seine Erfolge hartnäckig der Medizin zuschrieb. Es lässt sich leicht ermessen, wie sehr sich dieser Nutzen vermehren würde, wenn der Arzt verstehen würde, worin seine Kraft besteht.

       Verwechselt die Herzenergie nur nicht mit äußerem Magnetismus und sogenannter Hypnose. Diese beiden Erscheinungen sind künstlich und deshalb vorübergehend. Die Herzenergie wird nicht gewaltsam angewendet, sondern wird durch den Kontakt mit dem Strom übertragen. Gelänge es dem Arzt und dem Patienten, sich vor allen physischen Einwirkungen

 [Russisches Original. Seite 33.]


gleichzeitig ihrer Herzenergie zu erinnern, könnte die Wirkung in vielen Fällen sofort nützlich und heilsam sein.

 

       54. Ich bitte, nicht zu vergessen, dass die Feurige Welt keinen Aufschub duldet. Sie im Bewusstsein zu bestätigen, ist schon ein Schritt der Annährung.

 

       55. Kann man im Weltgeschehen nicht die Offenbarung des Feuers wahrnehmen? Beachtet die Wechselbeziehungen der Völker, den Magnet der Ideen, die Verbreitung von Gedanken und alle Zeichen der öffentlichen Meinung. Dieses Aufleuchten der Flamme wird durch keine Kommunikationsmittel hervorgerufen, sondern durch etwas anderes, außerhalb Stehendes.

 

       56. Freude und Mut sind unerlässlich, doch ohne Feuer bilden sich diese Eigenschaften nicht. Der Verstand kann einen aller Freude berauben und so die Tore zur Zukunft verschließen.

       Doch eine feurige Weltanschauung fällt nicht vom Himmel, sie muss entdeckt werden. Mit dieser Entdeckungsmethode muss man in der Kindheit beginnen. Wir sehen, wie schon Kinder die schwierigsten Aufgaben des Geistes innerlich annehmen. Sogar alle Hindernisse, welche die Älteren ihnen in den Weg stellen, dienen bloß dazu, ihr Gefühlwissen zu kristallisieren.

       Doch Kristallisation ist eine feurige Tätigkeit. Die besten Kristallarten bilden sich durch Feuer. So bildet sich auch das unbezwingliche Herz durch feurige Einwirkung. Das ist durchaus kein Symbol, sondern eine rein laboratoriumsmäßige Schlussfolgerung. Jedoch wie fern stehen die Menschen den feurigen Erwägungen!

 

       57. Nicht allein über Feuer müssen wir nachdenken. Die Ereignisse drücken vorwärts wie eine Welle des Ozeans. Ihr versteht richtig, dass die finstere Kraft jedes segensreiche Beginnen umgibt.

       Wir bemerken, wie sich jede gewöhnliche

 [Russisches Original. Seite 34.]


Tätigkeit sogleich in Böses verwandelt. Daher sollte man alle Mücken des gestrigen Tages zurückstellen und alles Gewöhnliche durch das Ungewöhnlichste ersetzen. Für Ungewöhnlichkeit sollte man sogar eine Art Prämie aussetzen. Man sollte man von der alten Welt nichts Ungewöhnliches erhoffen. Jenseits der gewöhnlichen Zustände sollte man die unverhofftesten Winkel berühren. Daher freue Ich Mich, wenn neue Elemente berührt werden.

 

       58. Lungenpest in bestimmten Formen ist ein Anzeichen für eine feurige Epidemie. Sie suchte die Erde nicht nur einmal heim und bereitete das Bewusstsein auf mögliches Elend vor. Eine merkwürdige Hustenart, von der ihr gehört habt, ist dieser Krankheit nahe verwandt.

       Überall tritt sie auf, bei Kindern, Erwachsenen und sogar bei Tieren. Aber die Menschen wollen diese Vorstufe des schrecklichen Elends nicht wahrnehmen. Sie schreiben sie leichtfertigerweise den verschiedensten Krankheiten zu, nur um nicht an etwas Ungewöhnliches denken zu müssen. Alle auf diese Weise Erkrankten sollten isoliert und die Toten sofort verbrannt werden.

       Menschen, die ihre psychische Energie verloren haben, können dieser Ansteckung leicht erliegen. Sie kann sich durch verschiedene hinzukommende innere und äußere Umstände verschlimmern. Das Schwarzwerden oder Entzündungen der Haut deuten auf Pocken oder Scharlach hin. Die meisten feurigen Erscheinungen zeigen sich doch auf der Haut. Lernt es, diesen ungewöhnlichen Erscheinungen Beachtung zu schenken.

       Moschus* und heiße Milch mit Soda sind ein gutes Vorbeugungsmittel.

 [Russisches Original. Seite 35.]


Kalte Milch wird von den Geweben nicht aufgenommen, dagegen dringt heiße Milch mit Soda in die Zentren ein.

       Oft nehmen die Menschen an, Fieber sei durch Kälte zu heilen, doch die Reaktion auf Senfpflaster und heiße Kompressen bringt eine unerwartete Besserung. Wir lehnen Schröpfgläser und Blutegel entschieden ab, denn sie wirken auf das Herz und können schädlich sein.

       Wir entsenden oft Menschen zu den gefährlichsten Heldentaten, doch zugleich achten Wir auf ihre Gesundheit. Es ist unweise, eine nützliche Substanz zu zerstören.

 

       59. Feuer enthält Verständnis für Schönheit, es umgibt die Schöpfung und überträgt unvergängliche Dokumente in den Speicher des „Kelches“. Daher schätzen Wir diese unvergänglichen Errungenschaften mehr als alle jene, die vernichtet werden können. Helft deshalb dem menschlichen Denken, dem Unvergänglichen zuzustreben.

 

       60. Wer nicht zur Erneuerung des Denkens beiträgt, ist kein Freund der Neuen Welt. Oftmals habt ihr bemerkt, dass Verbesserung und Verfeinerung nach menschlichen Maßstäben unmerklich vor sich gehen. Es ist schwierig, jeden Schritt des Wachstums eines Pflanzenstengels festzustellen, doch die schöne Blüte unterscheidet sich sehr auffallend vom Samenkorn. Gleich erstaunlich sind menschliche Verwandlungen; gerade diese feurigen Blüten, die seltensten von allen, erhalten das Gleichgewicht der Welt.

 

       61. Es ist unmöglich, nicht zu bemerken, wie unerwartet sich die Rolle der Ereignisse abspult. Allein nur sie zu beobachten, schafft eine ganze Epoche des Feuers.

 

       62. Feuer muss leben. Untätigkeit ist unnatürlich für Feuer. Energie erzeugt Energien.

 [Russisches Original. Seite 36.]


       Besonders schädlich ist es, einen Menschen von seiner gewohnten Arbeit wegzureißen. Selbst bei niedriger Arbeit schafft der Mensch feurige Energie. Nehmt ihm die Arbeit, und er gerät unvermeidlich in Verfall, mit anderen Worten: Er verliert das Lebensfeuer. Man darf nicht den Begriff der Ruheständler einbürgern. Sie altern nicht wegen des Alters, sondern infolge des Erlöschens des Feuers.

       Glaubt nicht, dass das Erlöschen des Feuers für die Umgebung keinen Schaden verursacht. Der Schaden entsteht nämlich dadurch, dass der vom Feuer eingenommene Raum plötzlich der Verwesung zugänglich wird. Diese Verwesung des Lebens widerspricht dem Gesetz des Daseins. Im Gegenteil, die menschliche Gesellschaft sollte das Feuer in ihrer ganzen Umgebung aufrechterhalten.

       Das Feuer der Druiden erinnerte an die Aufrechterhaltung des Lebensfeuers. Man darf das Feuer nirgends auslöschen, nicht einmal im Kleinsten. Deshalb stört den Festtag des Geistes nicht, auch wenn ihr seine Sprache nicht versteht. Was ihr heute nicht versteht, wird euch morgen verständlich sein. Doch erloschenes Feuer kann nicht wieder die gleiche Anwendung finden.

 

       63. Ein Festtag des Geistes ist von allgemeinmenschlichem Wert, er ist ein aufgeschichteter Schatz. Möge niemand diesen verdienten Aufbau stören. Unter den unstatthaften Einmischungen in Karma* wird das Stören des Festtages des Geistes als sehr schwerwiegend angesehen. Andererseits ist ein der Feier gesandtes Lächeln die flammendste Blüte einer Gabe des Herzens.

 

       64. Man muss verstehen, wie schwierig es ist, die Ströme zu unterscheiden. Viele können die komplizierte Änderung der Ströme und Rhythmen nicht unterscheiden. Ich lobe Urusvati* sehr für ihre Aufmerksamkeit gegenüber den Strömen, nur so kann man Beobachtungen aufspeichern.

 [Russisches Original. Seite 37.]


       In zwei Jahren wird es möglich sein, einen der komplexesten Ströme zu übermitteln, der ohne frühere Aufspeicherungen nicht ausgehalten werden könnte.

 

       65. Der Strom der vergangenen Nacht zählt zu den höchst angespannten feurigen Einwirkungen, den sogenannten doppelten Pfeilen. Das frühere schwere Mahawan*[13] hatte auch eine Bedeutung für diese neue Anspannung. Es wird als besonderer Schutz gegen schwere Einwirkungen verliehen.

       So kann man sich feurig wappnen, wenn nur der Geist selbst eine solche Rüstung zulässt. Für das Erkennen der Feurigen Welt ist diese Zulassung nötig, denn man kann die Tore dort nicht öffnen, wo es Widerstand gibt.

 

       66. Auf den Feldern und Wäldern gibt es viele Feuer, doch die Menschen erachten selbst diese als etwas Übernatürliches. Das kann man nur durch Mangel an Vorstellung erklären.

 

       67. Abgesehen von Unserer Bestätigung bemerken die Menschen sogar selbst das Untergehen bestimmter Kontinente. Dem wird jedoch keine Beachtung geschenkt, auch aus Unwissenheit.

 

       68. Steht fest, steht fester als ein Fels. Das wunderbare Feuer wird durch die Standhaftigkeit des Geistes verstärkt.

 

       69. Die Beobachtungsfähigkeit ist eine der grundlegenden feurigen Eigenschaften, sie wird aber gar nicht leicht erreicht und speichert sich ebenso langsam auf wie das Bewusstsein.

       Ihr habt richtig bemerkt, dass das Bewusstsein im Leben gestärkt wird. Ebenso wird die Beobachtungsfähigkeit gestärkt. Es kann weder ein abstraktes Bewusstsein noch eine theoretische Beobachtungsfähigkeit geben.

       Doch die menschliche Zerstreutheit ist ungeheuerlich, sie schafft eine Art unwirkliche Welt. In ihrem

 [Russisches Original. Seite 38.]


Egoismus sehen die Menschen nur ihre eigenen Trugbilder. Bei einem solchen Umherirren kann von der Neuen Welt keine Rede sein; daher führt mit allen Mitteln die Beobachtungsfähigkeit in den Schulen ein, sogar für kleine Kinder. Eine der Beobachtungsfähigkeit gewidmete Stunde wird eine wahre Lektion für das Leben sein. Und für den Lehrer wird diese Stunde eine Lektion in Findigkeit sein.

       Beginnt mit der Verfeinerung der Beobachtungsfähigkeit bei den ganz alltäglichen Gegenständen. Es wäre ein Fehler, die Schüler schnell auf höhere Vorstellungen hinzulenken. Wenn ein Schüler zu Beginn imstande ist, den Alltag in einem Zimmer zu beobachten, ist das schon eine Errungenschaft. Für ein unachtsames Auge ist das nicht so leicht, wie es scheint.

       Nachher werden wir die Eindrücke durch eine Reihe von weiteren Experimenten beschleunigen. Wir schlagen dem Schüler vor, durch einen unbekannten Raum zu laufen und dennoch konzentriert zu beobachten. So kann man Blindheit aufdecken und das wahre Sehens stärken.

       Man muss ein Programm von Experimenten für alle Sinne zusammenstellen. So kommt feurige Tätigkeit in einer einfachen Übung zum Ausdruck. Kinder lieben solche Aufgaben sehr. Diese Übungen des Bewusstseins tragen in die höheren Sphären. Der gewöhnlichste Alltag wird zur Schwelle zum Kompliziertesten.

       Stellt euch die Begeisterung eines Kindes vor, wenn es ausruft: „Ich habe mehr gesehen!“ In diesem „mehr“ kann eine ganze Stufe enthalten sein. Mit dem gleichen freudigen Ausruf wird das erste wahrgenommene feurige Sternchen begrüßt werden. So beginnt wahre Beobachtungsfähigkeit.

 

       70. Flüge in die Feinstoffliche Welt können kompliziert sein, sogar ein erfahrenes Bewusstsein kann auf Schwierigkeiten stoßen.

 [Russisches Original. Seite 39.]


Heute widerfuhr Urusvati eine solche Schwierigkeit. Sie musste sich anstrengen, um chemische Schichten zu durchstoßen, die sich durch astrochemische Vereinigungen bilden.

       Die Tage um den Vollmond herum sind für Flüge ungünstig. Das sogenannte Mondglas kann hinderlich sein und erfordert eine sehr starke Beharrlichkeit.

 

       71. Jeder Hammerschlag erzeugt Feuer, aber auch jeder Schwertschlag bringt eine feurige Offenbarung hervor. Lasst uns die Arbeit des Hammers billigen und vor dem Erheben des Schwertes warnen. Lasst uns jede Berührung des Feuers erkennen. Nehmen wir jede Offenbarung des gewaltigen Elements mit äußerster Verantwortung an.

       Ein in Erscheinung getretenes Feuer kehrt nicht wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurück; es wird in einem besonderen Zustand unter den feurigen Erscheinungen bleiben. Es wird entweder lebenschaffend oder verderblich sein, entsprechend dem Auftrag dessen, der es aussendet.

       Deshalb bestätige Ich die Bedeutung des Feuers, dieses ständigen Weggefährten. Man sollte den Menschen die Bedeutung der Elemente mit den verschiedensten Mitteln einprägen. Sie haben vergessen, wie sehr ihr Leben mit Handlungen von höchster Verantwortlichkeit erfüllt ist. Worte und Gedanken erzeugen feurige Wirkungen, doch die Zunge fährt fort zu schwatzen und der Gedanke den Raum zu sticheln. Denkt über diese feurige Produktion nach!

       Brüstet euch nicht mit irgendwelchem toten Wissen, solange ihr fortfahrt, Schmähungen gegen das Höchste auszuspeien. Denkt daran, dass diese Schmähungen für immer an euch hängenbleiben werden. Die Welt erbebt von den Flammen der Bosheit. Ihre Erzeuger hoffen auf Untergang der anderen, aber sie selbst werden an Aussatz zugrundegehen.

 [Russisches Original. Seite 40.]


       72. Vor euch liegt wieder eine Erscheinung einer höheren Ordnung: Kundalini* regt sich von seinem Grund bis hinauf zum allerhöchsten Gelenk. Die Kehlkopfdrüsen sind stark entzündet, aber dieser physische Aspekt ist für die feurige Einwirkung unerlässlich. In diesem Zustand wirkt Kundalini auf weiteste Entfernung.

       Ihr erkennt, wie notwendig jetzt diese Einwirkung Urusvatis ist. Ohne diese feurige Tat wäre kein Sieg errungen worden.

       Die Schlacht ist nämlich schwierig, und die Angriffswellen mehren sich. Deshalb lasst uns sehr vorsichtig sein. Lasst uns aufmerksam sein, wohlwollend und sehr behutsam.

 

       73. Ton und Färbe zählen zu den hauptsächlichen feurigen Erscheinungen. So sind die Sphärenmusik und das Leuchten der Raumfeuer die höchsten Erscheinungen des Feuers. Daher ist es unmöglich, dauernd Sphärenklänge zu hören oder funkelnde Feuer wahrzunehmen. Solche häufigen Emotionen würden den irdischen zu sehr vom feurigen Körper trennen. So würde das für die Ewigkeit so notwendige Gleichgewicht nicht geschaffen werden.

       Freilich sollten wir unsere vier Körper im Bewusstsein trennen, damit ihre Funktionen aufgeteilt werden können.[14] Die Störung des Gleichgewichts führt zu einer vorzeitigen Zerstörung des niederen Körpers.

 

       74. Es gibt keinen Grund anzunehmen, die schwarze Magie verbreite sich gegenwärtig besonders in Tibet. Gewiss, sie hat sich dort sehr verstärkt, aber das ist nur ein Teil ihrer weltweiten Verbreitung. Man kann sich nicht vorstellen, wie sehr sich dieses schwarze Spinngewebe ausbreitet.

       Man kann sich die große Verschiedenheit der Beteiligten nicht vorstellen.

 [Russisches Original. Seite 41.]


Man kann nicht alle unerwarteten Konstellationen aufdecken, die sich gegenseitig unterstützen. Kann man sich damit abfinden, dass Staatsoberhäupter, Prälaten, Freimaurer, Meuterer, Richter, Verbrecher, Ärzte, Kranke und Gesunde alle auf dem gleichen schwarzen Feld tätig sind? Die Schwierigkeit, sie zu erkennen, liegt darin, dass man keine ganze Organisation aufzeigen kann; alles ist auf einzelnen Persönlichkeiten aufgebaut, welche die verschiedensten Werke eingebunden sind.

 

       75. Die Mitlieder schwarzer Logen erkennen einander genau. Es gibt wirklich offensichtliche Zeichen. Wenn ihr eine unmenschliche Grausamkeit bemerkt, seid sicher, dass dies ein Zeichen der Finsteren ist.

       Jede Lehre des Lichts ist vor allem eine Entwicklung der Menschlichkeit. Merkt euch dies gewiss, denn nie zuvor hatte die Welt diese Eigenschaft so nötig. Menschlichkeit ist das Tor zu allen anderen Welten. Menschlichkeit ist die Grundlage des Gefühlswissens. Menschlichkeit ist wunderschöne Flügel. Das Wesen der Menschlichkeit ist die Substanz des „Kelches“; wir wollen uns deshalb auf Erden vor allem in Menschlichkeit kleiden und sie als Panzer gegen die finsteren Kräfte erkennen. Eine feurige Erscheinung besucht das Herz durch Menschlichkeit.

       So verstehen wir erneut, wie nahe uns das Fernste ist. Wir erkennen einander auch durch Menschlichkeit. So wollen wir in dieser Stunde der Gefahr für das Dringendste arbeiten.

 

       76. Man kann den inneren Lotus sowohl in geöffnetem als auch in geschlossenem Zustand beobachten. Wenn eine schützende purpurne Aura erforderlich ist, kann man sehen, wie

 [Russisches Original. Seite 42.]


die Blätter des Lotus sich zusammenziehen und sich mit den Ablagerungen der Blutgefäße bedecken. Bei einer solchen Erscheinung versteht ein erfahrener Yogi, dass eine große Gefahr nahe ist. Wie sich in der Natur, lange vor Aufkommen dunkler Wolken, die Blumenblätter stärker der Sonne zuwenden, oder sich vor der Abenddämmerung unverzüglich zusammenfalten, so erkennt auch der Feurige Lotus* das Herannahen kosmischer Stürme.

       Bei der Entwicklung des Yoga aber kann man eine solche Anspannung auch beim äußeren Lotus beobachten. So nennt man die kreisförmige Rotation von Kundalini, welche die Hauptzentren berührt und gleichsam den äußeren Lotus des Schutzes bildet. Dieser besonderen Anspannung gehen für gewöhnlich Pfeile voraus, über die wir bereits gesprochen haben. Der äußere Lotus wird auch Panzer genannt. Wir verstehen seine Bildung nicht nur als Zeichen von Gefahr, sondern auch als das Erreichen eines Yoga-Grades.

 

       77. Die von euch wahrgenommene Entrückung hat natürlich keine physische, sondern eine yogische Bedeutung. Sie wurde durch die dringende Notwendigkeit hervorgerufen, ohne Verzögerung in fernen Ländern zu erscheinen. An einen solchen Aufruf sollte man sich gewöhnen, wenn alles ringsum so angespannt ist. Nur ein Blinder kann denken, dass es morgen wie gestern sein wird!

 

       78. Man kann beobachten, dass sich bestimmte Blumen am Abend nicht nur schließen, sondern sogar zu Boden senken; genauso ist es auch mit dem inneren Lotus.

 

       79. Es könnte gefragt werden, in welchem Verhältnis Unsere Lehre zu der von Uns bereits über Frau Blavatsky gegebenen steht. Antwortet: Jedem Jahrhundert wird nach der Offenbarung einer ausführlichen Darlegung ein abschließender Höhepunkt verliehen, der

 [Russisches Original. Seite 43.]


die Welt wirklich in Richtung Menschlichkeit voranbewegt. So schließt Unsere Lehre die „Geheimlehre“ von Frau Blavatsky mit ein. Ebenso war es, als die Weltweisheit der klassischen Epoche im Christentum kulminierte, und die Gebote Moses‘ waren der Gipfel des alten Ägyptens und Babylons.

       Man muss nur die Bedeutung der Grundlehren verstehen. Es ist wünschenswert, dass die Menschen Unsere Bücher nicht nur lesen, sondern sie ohne Verzug annehmen, denn Ich spreche kurz über das, was man sich unbedingt merken muss.

       Wenn Ich von der Notwendigkeit der Erfüllung Meiner Weisungen spreche, bitte Ich, sie mit äußerster Genauigkeit zu erfüllen. Ich kann klarer sehen, und ihr müsst lernen, der Weisung zu folgen, die euer Glück im Auge hat. Ein Mensch kam nur unter den Zug, weil er die Gleise betrat, doch wurde er vorher gewarnt und hätte das nicht tun sollen.

 

       80. Im Volk heißt es, dass vor einem Krieg oder einem Unglück Waldbrände sowie andere Feuersbrüste ausbrechen. Ob das immer zutrifft, ist gleichgültig, doch bedeutsam ist, dass der Volksglaube über die feurige Spannung vor weltweiten Erschütterungen urteilt.

       In der Volksweisheit nimmt Feuer einen bedeutenden Raum ein. Der Herr besucht das Volk im Feuer. Dasselbe Feurige Element wurde zum Höchsten Gericht erwählt. Die Vernichtung des Bösen vollzieht sich durch Feuer. Unglück wird von Bränden begleitet.

       So kann man im ganzen Verlauf des Denkens eines Volkes feurige Pfade wahrnehmen. Das Volk entzündet Ampeln und trägt Fackeln beim Gottesdienst. Im Volksverständnis ist das Element Feuer feierlich. So lasst uns nicht aus Aberglauben schöpfen, sondern aus dem Herzen des Volkes.

  [Russisches Original. Seite 44.]


       81. Aufrichtige Selbstvervollkommnung ist nicht Ichsucht, sondern hat weltweite Bedeutung. Der Gedanke an Besserung betrifft nicht nur einen selbst. Ein solcher Gedanken trägt eine Flamme in sich, die nötig ist, um viele Herzen zu entzünden. Wie Feuer, das an einen mit brennbarer Substanz angefüllten Ort gebracht wird, diese unfehlbar entzündet, so durchdringt ein feuriger Gedanke den Raum und zieht unvermeidlich suchende Herzen an.

 

       82. Groß ist die Verantwortung eines entflammten Herzens. Es übermittelt Rhythmen und Schwingungen der Hierarchie entlang. Deshalb sollten alle, die ein so angespanntes Herz umgeben, es nicht belasten. Dies muss man als eine Grundlage des Daseins verstehen.

 

       83. Die finsteren Kräfte haben den Planeten in einen solchen Zustand versetzt, dass keine irdische Lösung seinen herkömmlichen Wohlstand wiederherstellen kann. Niemand kann die irdischen Maßnahmen von gestern als für morgen geeignet ansehen.

       Daher muss die Menschheit erneut den Sinn ihres kurzzeitigen Aufenthalts im irdischen Zustand verstehen. Nur durch eine grundlegende Bestimmung seiner Existenz im Fleisch und durch das Verstehen der Feinstofflichen und der Feurigen Welt kann man sein Dasein festigen.

       Man sollte nicht glauben, das Trugbild des Geschäftemachens könne auch nur vorübergehend ein sicheres Dasein verbürgen. Das Leben wurde in ein Geschäft verwandelt, doch welcher Lehrer des Lebens war je ein Geschäftsmann? Ihr kennt das große Symbol der Vertreibung der Händler aus dem Tempel[15], doch ist nicht die Erde selbst ein Tempel? Ist nicht Maha Meru[16] der Fuß

  [Russisches Original. Seite 45.]


des Gipfels des Geistes? So kann man die Erdbewohner auf die ihnen bestimmten Gipfel hinweisen.

 

       84 Vergessen wir nicht, dass jeder Augenblick der Neuen Welt gehören muss.

       Beachtet, dass Wir beim Aufzählen der Welten scheinbar die Welt des Gedankens weggelassen haben, das ist kein Zufall. Die Gedankenwelt stellt die lebendige Verbindung zwischen der Feinstofflichen und der Feurigen Welt dar. Sie tritt auf als der nächste Antreiber zur Feurigen Welt.

       Ein Gedanke kann ohne Feuer nicht existieren, und das Feuer verwandelt sich in einen schöpferischen Gedanken. Die Erscheinung des Gedankens wird schon verstanden; lasst uns auch das Große Feuer – Oum[17] – erkennen!

 

       85. Man kann die Arbeit des Feuers an den unterschiedlichsten Erscheinungen unterscheiden. Heute nimmt man oft eine Kugel aus Bergkristall und konzentriert sich auf sie, um feinstoffliche Eindrücke hervorzurufen, aber das ist bereits eine spätere Form. Im antiken Osten wählte man einen Block Bergkristall aus und legte ihn auf ein abgedecktes Feuer. Dann belebte sich der Aufbau der feurigen Schöpfung und zog das räumliche Feuer herbei. So kann man bemerken, wie sehr die feurige Beobachtung des Altertums degeneriert ist.

 

       86. Man kann auch bemerken, wie stark sich bei gewissen Menschen Sachen abnutzen, während andere sie gleichsam erhalten. Manchmal heißt es fälschlich: „An ihm brennt alles“. In Wirklichkeit ist es gerade umgekehrt. Achtet auf Menschen, die erhaltend wirken, sie stehen dem Feuer nahe. Das Feurige Prinzip bewahrt nämlich die Dauerhaftigkeit der Dinge.

       Ich sprach bereits über die Einwirkung der psychischen Energie der Arbeiter auf die Qualität ihrer Produktion,

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auch darin wollen wir die Mitwirkung des Feuers suchen. Die psychische Energie offenbart feurig das Einströmen der räumlichen Feuer.

 

       87. Man kann die Feurige Lehre jedem Tag zugrunde legen. Solange wir in trügerischen Verlockungen umherirren, werden wir uns in der einzigen Lebensgrundlage nicht festigen und daher dem Aufstieg nicht näherkommen.

       Ich habe jene Umherirrenden im Sinn, die nicht nur ihren Pfad verlieren, sondern auch den Fortschritt ihrer Nächsten erschweren. Der Unschlüssige vergeudet nicht nur seine eigenen Schätze, sondern bestiehlt auch die anderen.

       Es ist entsetzlich zu sehen, wie der Zweifel allen feurigen Grundlagen widerspricht. Beachtet dabei, dass der Unschlüssige gewöhnlich nicht an sich selbst zweifelt, sondern gerade an den anderen, und genau dadurch ruft er Zersetzung hervor.

 

       88. Man sollte nicht meinen, dass nur karmische Bedingungen Unschlüssigkeit schaffen. Oft muss der Grund in Besessenheit* gesucht werden. Der Unschlüssige selbst glaubt, vorsichtig voranschreiten zu müssen, als ob diese Sorge ihn selbst betreffe! Die Vergangenheit vieler Unschlüssiger wäre lehrreich für die Schulen.

 

       89. In den Schulen sollte nicht nur über Helden gelesen werden. Einige Beispiele vom Schicksal namenloser Unschlüssiger sind auch am Platz. Die helle Flamme der Heldentat würde durch den Vergleich mit dem Schicksal der Auslöscher noch mehr erstrahlen.

 

       90. Zurückgewiesene Möglichkeiten können nicht nur vom moralischen, sondern auch vom chemischen Standpunkt aus erörtert werden. Wahrhaftig, wie soll man die Zerstörung einer bereits gebildeten Reaktion nennen, wenn die durch große und langwierige Arbeit gesammelte wertvolle feurige Energie

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unwissend zerstreut wird? Diese feurigen Teilchen jedoch, die für eine bestimmte Verbindung hervorgerufen wurden, bleiben für lange Zeit unharmonisch, und es erfordert doppelte Anstrengung, um sie wieder für den Aufbau verwenden zu können.

       Ich wiederhole, dass es unzulässig ist, den geistigen Festtag eines anderen zu stören. Es ist verbrecherisch, sich in ein bereits entfaltetes unversehrtes Bewusstsein einzumischen. Geht nicht Karma gerade aus diesen unvernünftigen Einbrüchen hervor? Zwang ist in den feurigen Bereichen besonders unzulässig.

 

       91. Sammeln wir gedanklich alle feurigen Annäherungen, prüfen wir die Anzeichen für Inspiration oder Erleuchtung. Wir werden identische Anzeichen finden, die auf eine gemeinsame Grundlage hinweisen, die außerhalb liegt. Und so muss es sein; das Feuer des Herzens kommt mit dem Raumfeuer in Berührung. Nur auf diese Weise geht die Erzeugung, oder richtiger gesagt, die Befruchtung der Gedankenschöpfung vor sich.

       Dabei muss man der Vielschichtigkeit des Apparates, der das Feuer berührt, höchste Achtung zollen. Die feinsten goldenen Nervengeflechte sind für das Auge fast unwahrnehmbar. Man muss mit dem dritten Auge in sie hineinschauen, um sich ihrer für immer zu erinnern und von Ehrfurcht vor ihnen durchdrungen zu sein.

 

       92. Das gesehene goldene Geflecht bildet die Grundlage des „Kelches“; man kann die Feinheit des inneren Apparates beurteilen. So kann Verfeinerung die Gedanken auf Rücksichtnahme unter menschlichen Wesen lenken. Man soll einander nicht beleidigen. Im Namen des Feuers soll man nicht beleidigen. Nicht jede Reparatur wird mit einem Hammer ausgeführt. Es sind auch sehr

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kleine Geräte und vorsichtige Berührungen erforderlich. Wieder eine alte, aber bisher kaum angewendete Wahrheit.

 

       93. Viele verstehen das Leuchten eines flammenden Herzens überhaupt nicht. Diejenigen jedoch, die diese Feuer der Erleuchtung schauten, wissen, wie lebendig diese Erscheinung ist. Der Feuerträger selbst bemerkt diese Augenblicke des Lichts, doch für die Anwesenden erlauben oder verhindern es viele Umstände, das nicht von Menschenhand geschaffene Feuer zu sehen.

       Ohne Zweifel wirken natürlich die Eigenschaften der Anwesenden auf die Eigenschaften der Erscheinungen selbst ein. Man kann sich leicht eine solche Unmenge von Auslöschern vorstellen, dass sogar ein Stern des Lichts bloß ein Flimmern ist. Doch manchmal entzündet ein ganz einfaches herrliches Herz eine neue Kraft des Feuerträgers.

       Neben menschlichen Einwirkungen und Bedingungen der Feinstofflichen Welt üben zahlreiche Naturerscheinungen Einfluss aus. So kann sich bei einem Gewitter das Leuchten verstärken, wenn die Menge an Elektrizität auch die inneren Feuer anspannt. Wasser von bestimmter mineralischer Beschaffenheit kann ebenfalls die Offenbarung des inneren Leuchtens begünstigen.

       Am schlimmsten ist natürlich die ungelüftete giftige Luft der Häuser. Gewiss, wenn sie eine Brutstätte von Krankheit sein kann, kann sie noch weit mehr die Ausstrahlungen des Herzens unterdrücken!

       Das Leuchten tritt häufiger auf, als man denkt, doch Vorurteil und Vernünftelei werden immer ihre eigenen Absichten haben. Das Unglück besteht darin, dass die Menschen nicht zu einem freien Urteil finden können. Die berüchtigte Befreiung, von der die Menschen so gern sprechen, wird vor allem keine Sklaverei der Meinungen sein.

 

       94. Wenn Ich dazu aufrufe: „Helft durch Gedanken!“, erweise Ich ein besonderes Vertrauen. Man kann nicht jeden bitten,

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durch Gedanken zu helfen. Man muss sich der Eigenschaften der Gedanken und der Konzentration der Herzenergie sicher sein. Solche auserlesenen Gedanken sind wie ein starkes Radio. Man muss es verstehen, seine ganze Hingabe aufzubringen und die Gedanken nicht mit nebensächlichen Gefühlen zu versperren. Ein Orkan ist notwendig, um die Botschaften zu überbringen, auch Standhaftigkeit äußerst notwendig.

       Es ist irrig anzunehmen, der Gedanke sei nur für den irdischen Plan wichtig; vielleicht ist er für die Feinstoffliche Welt sogar noch nötiger, um eine mächtige Zusammenarbeit zu schaffen. Bei der Anspannung der Welt kann man nämlich durch Gedanken Gleichgewicht herstellen.

 

       95. Die Einwirkungen der von euch bemerkten Ströme haben eine doppelte Bedeutung: Sie gleichen kosmische Stöße aus und verstärken die Kraft der Sendungen. Das ist eine sogenannte psycho-physische Therapie. Bei der Verdichtung der Finsternis sind solche starken Ströme nützlich.

 

       96. Die Heldentat sollte an jedem bedeutsamen Tag ein Gesprächsthema sein. Man sollte Heldentat als etwas verstehen, zu dem man aufgerufen ist, und nicht müde werden, über sie zu sprechen und an sie zu denken. Durch Herabsetzung der Heldentat wird Unglück erzeugt. Es ist, als trüge man ein großes Bild eines Tempels durch eine kleine Tür und zerbräche bei den Stößen die wertvollsten Verzierungen.

       Es ist gefährlich, an einem bedeutsamen Tag Klage zu führen. Wie kann man verständlich machen, dass ein solch grobes Vorgehen einem Hammerschlag auf die Saiten eines gestimmten Instruments gleicht? Ein Mensch, der die verderblichsten Aussprüche ausstößt, fügt wie ein Kind hinzu: „Der Himmel ist doch nicht eingestürzt!“ Er kann

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das Zerreißen der inneren Fäden nicht wahrnehmen, die nichts und niemand wieder zu verknüpfen vermag; so wird oft nicht wiedergutzumachender Schaden angerichtet.

       Doch jedes Herz, das die Feuer erkannt hat, wird den Begriff Heldentat bestätigen, denn ohne sie ist das Leben beschränkt und unmöglich. So lasst uns die Heldentat aller drei Welten auf uns nehmen.

 

       97. Schambhala offenbart sich in Zusammenhang mit den Vorstellungen eines Jahrhunderts in den verschiedensten Gestalten. Es ist richtig, alle Zyklen der Legenden Asiens zu studieren. So kann man auf die ältesten Lehren zurückgehen, die mit Sibirien in Zusammenhang stehen, dem unbekanntesten und archaischsten Teil des Kontinents.

       Der Zusammenhang zwischen den (…) Hieroglyphen und den Inschriften auf den Osterinseln ist nicht zu bezweifeln. So wird eine neue Verbindung der Völker enthüllt, die mit den ältesten Quellen vollkommen übereinstimmt. So seht ihr wieder einmal, wie die Chroniken die wahren historischen Fakten bewahrten, aber die Menschen nehmen sie nur schwer an.

       Ihr habt richtig bemerkt, dass die Fakten über Kalachakra* mit Schweigen übergangen wurden; das beruht nicht nur auf Unkenntnis, sondern auch auf Furcht, die Grundlagen zu berühren. Mit dem gleichem Schaudern meidet die Menschheit die Quellen des Wissens; dies bezieht sich auf alle Welten, und über die Feurige Welt schaudert man ebenfalls.

 

       98. Versucht, die Menschen nach Elementen einzuteilen. Nicht nur nach der Beschaffenheit des Blutes, sondern auch nach der Beschaffenheit der Nervensubstanz kann man eine direkte Reaktion entsprechend den Elementen bemerken.

 

       99. Bei jeder Krankheit kann man den Gedanken als Heilmittel oder Erleichterung anwenden, aber ein solcher Gedanke

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sollte die Krankheit mit ganzer Kraft, ohne Schwanken und ohne Verzögerung aus dem Organismus vertreiben. Wenn eine solche Macht jedoch fehlt, ist es besser, überhaupt nicht an die Krankheit zu denken und es dem niederen Manas* zu überlassen, den inneren Kampf zu führen.

       Am schädlichsten ist es, in Gedanken zu schwanken und sich einen Sieg der Krankheit vorzustellen. In solchen Fällen ist es besser, die Aufmerksamkeit des Patienten von seinem Zustand abzulenken. Wenn Menschen vom schlechten Ausgang ihrer Krankheit sprechen, ziehen sie ihn selbst herbei. Die einfachste Krankheit kann gefährliche Ausmaße annehmen, wenn sie vom Gedanken genährt wird. In den Krankenhäusern sollten Beobachtungen angestellt werden, inwieweit der Gedanke den Krankheitsprozess beeinflusst.

       Sogar das Heilen von Wunden hängt von der psychischen Energie ab. So kommen wir wieder zu demselben Feuer, das durch den Gedanken erzeugt wird. Alle Heilungen durch Strahlen, Wärmebehandlungen sowie die Anwendung von Licht erweisen sich als die gleichen feurigen Einwirkungen, die aber im Vergleich zur Macht des Gedankens schwach sind. Daher lautet der lebenswichtigste Rat: Entwickelt den feurigen Gedanken!

 

       100. Die Erwägung über die synthetische Bedeutung des irdischen Daseins ist richtig. Beim Erreichen der höheren Sphären der Feinstofflichen Welt muss man die ganze Kraft des Bewusstseins bewahren. Doch nur ein synthetisches Bewusstsein gibt diese Möglichkeit. Man sollte sich auch die schnellste Orientierung zu eigen machen, doch was außer der Synthese könnte dazu beitragen?

       Die Menschen sprechen von Wachsamkeit, verstehen jedoch unter dieser Eigenschaft nur Wachsamkeit in eine Richtung. Sogar gute Wachen sind jedoch umgekommen, weil sie nur in eine Richtung bestrebt waren. Können

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wir den ganzen Reichtum der Natur schätzen, wenn unser Auge keine Beweglichkeit erlangt hat?

 

       101. Wo es Hass gibt, kann es keine Rechtfertigung geben. Ich rufe zu Wohlwollen und nicht zu Schwäche auf. Man kann für den Dienst des Lichts alles hergeben, doch Wohlwollen muss im Feuer erprobt werden. Dies muss man mit den Saiten des Herzens verstehen. Doch wenn ihr einem Tiger begegnet, denkt nicht daran, ihm zu helfen; es gibt eine Grenze der Abscheulichkeit.

 

       102. Der Gedanke eignet in seiner Zeit- und Raumlosigkeit der Feinstofflichen Welt, doch auch bei diesem Aufbau muss man noch viel tiefere Möglichkeiten erkennen. Der feurige Gedanke dringt tiefer ein als jener der Feinstofflichen Welt, weshalb der feurige Gedanke die höhere Schöpfung wahrheitsgetreuer offenbart.

       Jedermann kann, wenn er aufmerksam ist, diese beiden Schichten des Gedankens unterscheiden. Bei gewöhnlichem Denken wird uns oft ein Strom bewusst, gleichsam ein zweiter Gedanke, der den ersten läutert und vertieft. Das ist keine Spaltung des Denkens, sondern im Gegenteil ein Anzeichen dafür, dass tiefere Zentren tatkräftig teilnehmen.

       Dieser flammende Prozess hat in der indischen Metaphysik eine besondere Bezeichnung, doch wir wollen darauf nicht eingehen, denn das führt zu Streit und westlicher Argumentation. Solche Diskussionen helfen nicht, wenn wir nur an die einfache Tatsache erinnern müssen, dass das Denken mit der Feurigen Welt verbunden ist.

       Sogar Kinder rufen aus: „Es dämmerte mir“ oder „Es ging mir ein Licht auf!“ So werden die Augenblicke richtiger und augenblicklicher Entscheidungen bezeichnet. Man denke daran, wie Frau Kowalewskaja[18] [mathematische] Aufgaben löste. Ein solcher feuriger, mit

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der Feurigen Welt verbundener Zustand ist charakteristisch.

       Ihr wisst, dass es oberhalb der feinstofflichen Gedanken tiefgründige Gedanken gibt, die manchmal von Gedanken der Feinstofflichen Welt schwierig zu trennen sind. Bei dem Zustand, in dem sich unser Planet befindet, ist dies unmöglich. Allein die Erfahrung dieser zweifachen Ordnung der Gedanken sollte uns veranlassen, uns die Teilung der Welten bewusst zu machen.

 

       103. Gewiss, wir haben manchmal mit fernen Erinnerungen zu tun, aber es kann auch Fälle feuriger Erleuchtung geben. So war es in dem Fall, an den ihr euch erinnert habt. Die Feurige Welt übermittelt uns Blitze der Erleuchtung, ganz genau wie es die grobe Erscheinung eines Gewitters tut. So wie Gewitter die Erde ständig mit einem Vorrat von gereinigtem Prana versorgen, schüttet auch die Feurige Welt beständig Wellen von Einwirkungen aus.

       Es ist schade, dass es so wenige Empfänger gibt, doch ginge man dazu über, das Bewusstsein im Verkehr mit der Feurigen Welt zu üben, könnte sich solch ein Empfänger auf natürliche Weise behaupten. Doch das Einfachste für alle Welten ist, sich fest an die Hierarchie anzuheften.

 

       104. Grausamkeit des Herzens ist der Tod des Herzens. Tote Herzen erfüllen die Welt mit Verwesung.

 

       105. Wenn man die Schichten des Gedankens unterscheiden kann, kann man auch die verschiedenen Arten der Tätigkeit spüren. Zuerst scheint die ganze Tätigkeit auf dem irdischen Plan vor sich zu gehen. Später, inmitten der sogenannten Träume, trennt sich das Gefühlswissen ab, als wäre es eine gesonderte Tätigkeit, die nicht nur auf dem irdischen Plan stattfindet. So bildet sich die erste Erkenntnis, dass auch andere Welten in unser Dasein treten.

       Dann können in vollem Wachzustand

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kurze Entrückungen bemerkt werden, die mit keinerlei Krankheiten zusammenhängen. So lässt sich die Verbindung der Welten und unsere Teilnahme an ihnen noch gründlicher verfolgen.

       Es fällt dem Bewusstsein nicht leicht, sich eine Vorstellung von den unsichtbaren Welten zu bilden; aufgrund unserer grobstofflichen Hülle erkennen wir nur schwer alle die Möglichkeiten, die außerhalb unseres Gesichtsfeldes liegen. Man sollte sich daran gewöhnen, an die ganzen Welten zu denken, die wirklich existieren.

       Die Feinstoffliche Welt ist nicht nur unser Zustand, sie stellt nämlich eine ganze Welt mit ihren eigenen Möglichkeiten und Hindernissen dar. Das Leben in der Feinstofflichen Welt ist vom irdischen nicht weit entfernt, es verläuft aber auf einer anderen Ebene. Alles, was man sich erarbeitet hat, geht dort nicht verloren, im Gegenteil vermehrt es sich. Wenn es jedoch hier schwer fällt, ein klares Bewusstsein zu bewahren, so ist dies dort noch schwerer, weil wir dort auf eine Menge Ordnungen der Evolution treffen, die uns neu sind.

       Daher muss man besonders das Gebot über die Klarheit des Bewusstseins bewahren. Dies drückt sich natürlich als eine wahre Synthese aus. Wenn aber das Bewusstsein für die Feinstoffliche Welt so nötig ist, wieviel notwendiger ist es dann für die Feurige Welt!

 

       106. Ein Schmelzmeister beriet einen neuen Arbeiter, wie er an den Schmelzofen herangehen solle. Doch der Arbeiter wollte unbedingt nur die chemische Zusammensetzung der Flamme kennenlernen. Der Meister sagte zu ihm:

       „Du wirst verbrennen, bevor du die Flamme erreichst. Die Kenntnis der chemischen Formel wird dich nicht retten. Erlaube, dass ich dich bekleide, deine Schuhe wechsle, deine Augen schütze und dir die richtige Atmung zeige. Zuerst merke dir alle Übergänge und Schwankungen von Hitze und Kälte.

       Ich kann die feurigste Arbeit für dich anziehend gestalten. Du wirst das Aufflammen und

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Leuchten der Feuer liebgewinnen. Bei der Anspannung der Flamme wirst du nicht in Entsetzen geraten, sondern vor Begeisterung erbeben, und das Feuer, richtig aufgenommen, wird dein Wesen stärken.“

       Diesen Rat kann man jedem erteilen, der über die Feurige Welt nachzudenken beginnt. Am Anfang wollen wir völlige Ergebenheit beitragen und jenen Grad der Liebe heranbilden, der wie ein unauslöschliches Licht wirkt. Wenn die irdische Welt auf Arbeit mit der Hand aufgebaut ist, so ist es anziehend, sich der Gedankenschöpfung zu nähern.

 

       107. Ein chinesischer Philosoph, der die furchtbaren Gesichter der niederen Schichten der Feinstofflichen Welt kannte, beschloss, ihre Eindrücke abzuschwächen. Zu diesem Zweck füllte er sein Schlafzimmer mit den schrecklichsten Bildern. Er hoffte, dass ihm inmitten dieser abstoßenden Masken nichts Schlimmeres widerfahren könne.

       Solche Methoden sind abscheulich, obwohl sie bei den Menschen in dieser oder anderer Form beliebt sind. Wir lehren im Gegenteil, das Auge für das Abstoßende unempfänglich zu machen. Außerdem ist es unmöglich, sich die ganze Skala der durch menschliche Laster geschaffenen Abscheulichkeiten vorzustellen. Sogar hier in der irdischen Welt sind wir oft entsetzt über unmenschliche Gesichter, doch man kann sich vorstellen, worein sie sich verwandeln, wenn sie ihr Wesen enthüllen!

       Auch Wir erfahren hier oft die Angriffe dieser finsteren Wesenheiten. Sie versuchen, alles für sie Gefährliche zu vernichten. Sie bemühen sich, einen im Schlaf zu schwächen, um einem umso leichter Schaden zuzufügen, indem sie die Störung des Gleichgewichts ausnutzen.

       Man sollte diese finsteren Ausgeburten nicht für Aberglauben halten. Jeder Wissenschaftler muss die Tiefe der Perspektive des Daseins verstehen. Er hat die Unzählbarkeit der Kleinorganismen erfasst; er hat die Gebeine

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von Riesentieren gesehen, und er kann noch mehr sehen, wenn er in die Tiefen der Höhlen des Himalaja hineinblickt.

       So ermisst der Wissenschaftler das Unendliche und berechnet unendliche Größen durch einfache mathematische Lösungen. Das heißt, dass gerade der Wissenschaftler die unbegrenzte Zahl feuriger Gebilde zugeben muss. So sollte man seine Vorstellung von den gröbsten arithmetischen Nullen aus in die Unbegrenztheit richten und sich daran erinnern, dass es keine Leere gibt.

 

       108. Bittet Urusvati, über die Vielfalt der Feuer zu berichten, die sie gesehen hat. Mögen alle diese Strahlen, Sterne, feurigen Lotusse*, Blumen und alle anderen Erscheinungen der Feurigen Welt leben und sich bestätigen. Es ist unmöglich, alle Eigenschaften dieser feurigen Visionen mit irdischen Worten zu beschreiben.

       Wie eine Erleuchtung jenseits gewisser Grenzen enthüllt sich der Feurige Bereich. Man kann ihn weder zeitlich festlegen noch die Ursache seiner Entstehung aufzeigen, denn das Feurige Element liegt zu sehr außerhalb der irdischen Dimensionen. Doch wenn wir es sowohl in seinen gröberen als auch in seinen höchst feinstofflichen Erscheinungen sehen können, bedeutet das, dass sogar unser fleischliches Wesen die höhere Sphäre vorwegnehmen kann. Des Feuers teilhaftig zu werden ist unvergesslich, selbst wenn es nur einmal stattgefunden hat. So lasst uns Mut fassen für den Aufstieg.

 

       109. Die drei Dimensionen sind die Fesseln eines Dämonen, wie jemand sagte. Derjenige, der das menschliche Bewusstsein an die drei Dimensionen fesselte, war tatsächlich ein echter Kerkermeister. Wie konnte es möglich sein, die andere schöne, höhere Dimension zu verbergen?!

       Mit ihren ersten Fragen streben Kinder oft über die Grenzen der herkömmlichen

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Beschränkungen hinaus. Die Weisheit des Altertums hat nie auf drei Dimensionen beharrt. Erst mit der Verrohung der Menschheit hat sich diese Beschränkung des Verstandes bemächtigt.

       Es ist bemerkenswert, dass sich die Menschen mit Beschränkungen zu befassen beginnen, wenn die Leuchten ihres Herzens erlöschen. Man kann zahlreiche historische Beispiele für diese Selbsterniedrigung anführen. Doch das menschliche Bewusstsein will die Grundlagen der Selbstvervollkommnung nicht verstehen. So sucht es die wertvollsten Möglichkeiten zu versperren.

 

       110. Die Erkenntnis von feurigen Einwirkungen ist nach den Sinnen eingeteilt:

       Der erste Eindruck erfolgt durch das Sehen mit seiner ganzen feurigen Verschiedenartigkeit; dann kommt das Gehör hinzu mit Sphärenmusik, Glocken und den Saiten der Natur. Dann kommt die Verfeinerung des Tastgefühls mit den Empfindungen von Rhythmus, Hitze und Kälte. Das schwierigste von allem ist der Geruchs- und der Geschmackssinn.

       Doch Urusvati weiß, was es heißt, den Geruch eines Menschen auf weite Entfernung zu spüren. Urusvati kennt nun auch etwas anderes, sehr schwieriges: Den Geschmack eines Metalls wahrzunehmen, das sich in der Feinstofflichen Welt befindet, bedeutet bereits eine außergewöhnlichen Verfeinerung.

       Man sollte aber nicht nur die Kraft besitzen, diese Einwirkungen zu unterscheiden, man muss auch verstehen, sie zu bemerken. Eine solche Unterscheidung ist sehr selten, doch wenn man die Grenze der drei Dimensionen überschreitet, ist es erreichbar.

 

       111. Wenn man sich der Feurigen Welt nähert, muss man sich die Eigenschaft der Beständigkeit sicher zu eigen machen. Diese Eigenschaft ist in Verbindung mit Beweglichkeit nicht leicht zu erreichen. Beide Eigenschaften zu besitzen bedeutet nicht, an derselben Rinde zu kauen oder in derselben Mausefalle hin und her zu laufen. Es ist nicht leicht, diese

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Eigenschaften im Geist zu verwirklichen, solange man die Begrenzung auf drei Dimensionen nicht überwunden hat.

 

       112. Es wurde richtig bemerkt, dass es etwa drei Jahre erfordert, um sich an vegetarische Kost anzupassen, wenn man vorher Fleisch gegessen hat. Wenn aber für rein physische Bedingungen eine solche Zeit erforderlich ist, so ist für die Verwandlung des Bewusstseins keine geringere Frist nötig, es sei denn, karmische Bedingungen eröffnen besondere Möglichkeiten.

       Das Bewusstsein verwandeln heißt, eine besondere Welt betreten; es heißt, eine besondere Bewertung allen Geschehens zu erlangen; es heißt, voranzuschreiten, ohne zurückzublicken; es heißt, alles Klagen zu unterlassen und zu Wohlwollen zu finden.

       Scheint es nicht seltsam, dass man den ethischen Begriff des Wohlwollens in eine Reihe mit dem Zeitraum für eine Umstellung der Ernährung stellen muss? Aber zum Glück wird uns dabei jeder Arzt unterstützen, denn Wohlwollen ist das beste Mittel für die Verdauung. Die Menschen lieben es, wenn die geistigen Grundlagen von Ratschlägen für die Ernährung unterstützt werden.

 

       113. Ein Prinzip ermöglicht es, uns von den aufeinander folgenden Stufen ein und desselben Ordnung eine Vorstellung zu bilden. Jeder Mensch kann schwimmen lernen, wenn er nur das Element in seinem Bewusstsein bezwingt. Nach demselben Prinzip kann der Mensch auf Wasser liegen und bei einer bestimmten Übung auf Wasser sitzen. Weiter fortschreitend, kann der Mensch als ein Yogi auf dem Wasser stehen.

       Natürlich ist ein solches Stehen ebenso wie Levitation bereits eine feurige Tätigkeit. Ihr kennt Levitation, und ihr erinnert euch, welch einer feurigen Anspannung es zuvor bedarf. Aber Levitation ist nicht so schwierig, denn

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das Element Feuer steht dem der Luft nahe.

       Doch beim geringsten Zweifel wird der Mensch, trotz aller körperlichen Vollkommenheit, augenblicks untergehen oder fallen. Der Reflex des Zweifels ist der schlagendste.

 

       114. Es sollte euch nicht überraschen, wenn finstere Wesenheiten um euch herumschwärmen. Ein Löwe in eurem Blumengarten würde zweifellos das Haus in Aufruhr versetzen. Für die Finsteren seid ihr dieser Löwe in ihrem Gemüsegarten. Sie haben nicht wenig Mühe aufgewandt, um ihre Disteln zu züchten, und plötzlich erscheint ein ungebetener Löwe. Freilich, manchmal sind alle diese Mühen des Menschenhasses zu bedauern. Und dennoch ist die Abwesenheit von Zweifel stärker als alle finsteren Fangnetze.

 

       115. Unter den menschlichen Augen vollziehen sich viele geistige Einwirkungen mit physiologischen Folgen, doch die Menschen wollen sie nicht bemerken. Dasselbe kann man erkennen, wenn man die Feinstoffliche Welt besucht, wo diese Erscheinungen noch viel ausgeprägter sind.

       Die Auflösung des Astralkörpers hängt von einer feurigen Berührung ab. Wenn sich ein feuriges Wesen bestimmten Schichten der Feinstofflichen Welt nähert, kann man eine auffallende Erscheinung wahrnehmen. Das feurige Wesen ist gleichsam ein Prüfstein. Durch die Berührung mit ihm verstärken einige feinstoffliche Körper ihre feurige Eigenschaft, doch andere lösen sich augenblicks auf. Dieser Prozess geht sehr schnell vor sich, wie es beim Feuer eben ist. So kann man eine Reihe auffallender Aufstiege und verdiente Abgänge einander gegenüberstellen.

       Feurige Eigenschaften können nicht nur in der Feurigen Sphäre auftreten, sondern sogar bei feurigen irdischen Inkarnationen. Man sollte sich allmählich

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mit dem Gedanken vertraut machen, dass es auch hier auf Erden Offenbarungen der höchsten feurigen Eigenschaften geben kann. Man sollte dies nicht nur deshalb zugeben, weil es unausweichlich ist, sondern auch wegen der Mannigfaltigkeit der Erscheinungen der Natur.

       Manche mögen nicht zugeben, dass der ausgetretene feinstoffliche Körper eine rein physische Tätigkeit, wie Schreiben, ausführen kann, aber ihr wisst, dass dies möglich ist, und Ich brauche euch davon nicht zu überzeugen. Natürlich, für eine solche Tätigkeit ist feurige Energie erforderlich.

 

       116. Um die feurige Energie zu lenken, die wir der Abkürzung halber Agni nennen wollen, bedarf es der Anstrengung. Diese Anstrengung ist natürlich nicht physischer und noch nicht einmal feinstofflicher Art.

       Im Osten verstehen die Menschen diese Blitzartigkeit. In der westlichen Sprache gibt es für diesen höchst feinstofflichen Begriff überhaupt keine Bezeichnung. Deshalb ist es so schwierig, über die Feurige Welt zu sprechen. Auch in den östlichen Sprachen stirbt dieser Begriff manchmal aus, weil er für das heutige Bewusstsein ungeeignet ist. Deshalb wurden viele Zeichen des Tao[19] zu einer äußeren Darstellung herabgesetzt.

 

       117. Wie viele erhabene Gespräche werden geführt! Welche Fülle von Zeichen Höheren Wissens ergießt sich in das menschliche Leben und wird verschmäht wie Schalen! Wer denkt denn mutig an den morgigen Tag? Im Gegenteil, der morgige Tag bleibt für gewöhnlich eine Brutstätte von Schrecken, in die das Bewusstsein versinkt. Man muss den Wundern eines jeden Tages Aufmerksamkeit schenken.

       Lasst uns von der Wiege an den ganzen Pfad des Vertrauens und der Selbstvervollkommnung wandeln.

 

       118. Man sollte gerade den Pfad des Wohlwollens vertiefen.

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Er ist gleichsam als das Wesen unseres Daseins bestätigt worden. Vergessen wir diesen Talisman nicht einmal für eine Stunde. Er ist wie der wunderbare Stein, von dem ihr wisst. Vergessen wir die Eigenschaft des Steines nicht und bestätigen wir ihn als unser Banner.

 

       119. Man sollte alles willkommen heißen, was Lebenskraft besitzt. Man sollte jeden Funken willkommen heißen, denn aus ihm erwächst Feuer. Also seid wohlwollend.

 

       120. Alkoholismus und Opium sind abnorme Versuche, sich der Feurigen Welt anzunähern. Wenn Samadhi eine natürliche Erscheinung des Höheren Feuers ist, dann ist die Flamme des Alkohols ein Zerstörer des Feuers. Es ist wahr, Narkotika rufen Illusionen einer feurigen Annäherung hervor, doch sie werden für lange Zeit zu Hindernissen für die Beherrschung der wahren Energie Agni.

       Nichts verursacht in der Feinstofflichen Welt ein solches Unglück wie diese widernatürliche Versuche, Feuer ohne entsprechende Reinigung hervorzurufen. Man kann sich vorstellen, dass ein Trinker in der Feinstofflichen Welt nicht nur durch das Verlangen nach Alkohol gequält wird, sondern noch mehr unter dem auf unnatürliche Art in Erscheinung getretenen Feuer leidet, das anstatt ihn zu stärken, die Gewebe vorzeitig verzehrt.

       Ganz anders vollzieht sich die Verbrennung des feinstofflichen Körpers beim Übergang in die Feurige Welt; er flammt auf wie eine unnütze Hülle, begleitet von einem Gefühl der Befreiung; doch wie alles in der Natur, muss sich dies nach dem grundlegenden Gesetz vollziehen und duldet keine Gewalt.

 

       121. Gewalt ist eine Geißel der Menschheit; sie

 [Russisches Original. Seite 62.]


entsteht aus Unwissenheit; denn sogar ein Mensch, der wenig nachdenkt, fühlt Entsetzen in seinem Herzen, wenn er Unnatürliches vor sich hat.

       Von allem Entsetzlichen wollen wir uns der Freundlichkeit zuwenden. Obwohl Wir nicht müde werden, immer wieder über die Freundlichkeit zu sprechen, ist dies dennoch für viele die letzte Möglichkeit, sie zu erkennen. Beachtet das Wort  l e t z t e.

 

       122. Sogar bei physischen Krankheiten sucht nach einer psychischen Ursache.

       Die Völker haben über diese Einflüsse viele Sprichwörter geschaffen, sie sagen „Wegen des Herzens hat sich das Auge getrübt“, oder „Vor Anstrengung hat er die Zähne verloren“, oder „Vom Denken hat sich die Brust gespalten“ – so erinnern die Völker an die Hauptursache der Krankheit.

       Und ein vernünftiger Arzt erkennt, wie schwer ein geistiger Zustand zu heilen ist. Man kann bestätigen, dass jede Krankheit schneller vorübergeht, wenn sie nicht durch eine psychische Ursache aufrechterhalten wird.

       Die gleichen Völker schrieben dem Feuer verschiedene heilende Eigenschaften zu. Sogar Einschnitte mit glühendem Metall wurden vorgenommen; so wurde eine feurige Unschädlichmachung sogar im urtümlichen Bewusstsein bestätigt.

 

       123. Feurige Hilfe, so wird der Zustand der Erleuchtung genannt. Diesem Bewusstseinszustand sollte man sich mit allen verfeinerten Gefühlen nähern.

       Natürlich wird man bemerken, dass Ich manchmal fast über das gleiche spreche, aber in diesem „fast“ ist eine vollständige Windung der Spirale enthalten. Wenn ihr alle diese „fast“ vergleicht, so könnt ihr die Aufschichtungen unseres Bewusstseins erkennen. Es ist gar nicht leicht, sich den Rhythmus dieser individuell verschiedenen

 [Russisches Original. Seite 63.]


Schichten zu eigen zu machen. Bei vielen Beobachtungen wird man jedoch verstehen, welch eine höchst feinstoffliche Substanz unser Bewusstsein ist. Ich betone gerade die Verfeinerung der Aufschichtungen des Bewusstseins.

       Die Menschen stellen sich oft vor, Feuer sei etwas Ungestümes, Unfassbares, fast Schreckliches; damit pflanzen sie selbst feuriges Unkraut. „Wie der Ruf, so die Antwort“.

 

       124. Es ist nicht leicht, vom Staub der Zwietracht getrübte Augen zu heilen. Ein Benetzen mit wahrer Freundlichkeit ist das erste Hilfsmittel. Dasselbe beobachtet man auch bei vielen anderen Erkrankungen.

 

       125. Die Lage in der Welt ist schwierig, überall gibt es Verknöcherung. Die Menschen verschanzen sich im Sumpf, während als Mahnung vor dem Kommenden ganze Berge bersten.

 

       126. Anstelle des Diplodokus[20] hüpfen Kängurus; anstelle des Pterosauriers[21] fliegen Fledermäuse; anstelle des Drachens gibt es Eidechsen. Was bedeutet das? Kann es Degeneration sein? Natürlich ist es nur Anpassung. Ebenso wäre die Keule des Herkules heute nur eine Museumsseltenheit.

       So sollte man auch im Leben Evolution nicht als Stärkerwerden der Faust, sondern als Verdichtung des Geistes verstehen. Man muss vom Schwingen der Keule zum Alltagsleben übergehen. Das Element Feuer ist erhaben, doch man muss es sogar im Alltagsgebrauch erforschen. Es ist nicht richtig, Helden in eine Toga zu kleiden und sie anderer Kleidungsstücke zu berauben. Man sollte Evolution vom Leben, inmitten des Lebens und für das Leben annehmen.

       Die Schönheit der Evolution ist nicht abstrakt, denn jede Abstraktion ist ein Irrtum. Man muss sich diese Anerkennung der Evolution als Lebenskraft genau merken –

 [Russisches Original. Seite 64.]


so werden wir zu den vielschichtigsten Formeln kommen, in denen der Buchstabe AUM keine Inschrift, sondern der Ausdruck des höchsten Bestandteils sein wird. Dafür wollen wir unser Bewusstsein üben.

 

       127. Man sollte nicht glauben, dass es für Krankheiten, die tausenderlei Ursachen haben können, eine Universalarznei geben kann. Man kann ganze Abteilungen von Heilarten zusammenstellen, die zum Teil der beträchtlichen Anzahl von Krankheitsursachen entsprechen. So muss man verstehen, dass es ein Universalmittel nicht geben kann, weil der Ursprung der Krankheiten gänzlich verschieden ist.

       Ebenso ist es bei den Yogaverfahren unmöglich, ein Verfahren für alle anzuwenden. Und dennoch werden bei Vorträgen und Gesprächen sehr oft allgemeine Verfahren erwähnt, und die Anwesenden irren sich, wenn sie denken, dass das Rezept für alle dasselbe sei.

       Nur eine sehr aufmerksame Besichtigung des Geisteszustandes eines Gesprächspartners wird den Weisungen die richtige Richtung geben. Die Erwägung der Verschiedenartigkeit der Organismen und insbesondere der Zustände des Geistes scheint sehr primitiv zu sein, aber die Menschheit liebt Allheilmittel so sehr. Doch es gibt nur ein Allheilmittel: ein erhabenes Bewusstsein!

 

       128. Viele Tiere leben bis zu dreihundert Jahre, doch wenn man ein Mittel fände, um ihr Leben zu verlängern, wenn auch nur um fünf weitere Jahre, wäre das für die Evolution ohne jeden Nutzen. Das Leben des Geistes ist die Grundlage der Evolution.

 

       129. Wenn wir über feurige Wirbelstürme sprechen, werden viele den Sinn überhaupt nicht verstehen, während andere

 [Russisches Original. Seite 65.]


das Gesagte auf grobe elektrische Erscheinungen beziehen. Dennoch sollte man über diese feinstofflich-feurige Wirkung gründlich nachdenken.

       Ihr habt gerade gesehen, wie ein Kratzer feuriges Brennen verursachte. Eine solche Erscheinung rührt nicht von einer physischen Ansteckung her. Ein feuriger Wirbelsturm berührte das zerrissene Gewebe. Man kann beobachten, wie ähnliche Erscheinungen den äußeren feurigen Anspannungen entsprechen. Das zerrissene Gewebe mit all seinen Nervenenden dient gleichsam als Magnet für feurige Wellen. Natürlich können die Menschen, die eine starke Herzenergie besitzen, die Wellen des angespannten Feuers stärker anziehen.

       Deshalb empfehle Ich in solchen Fällen feuchte Umschläge, aber keine alkoholischen Präparate. Bei Anspannung des Feuers muss man Alkohol meiden, der ebenfalls die feurigen Wellen konzentriert. Viele Trinker könnten lehrreiche Angaben über feurige Wellen machen, die solche Leiden verursachen!

       Natürlich spreche Ich jetzt nicht von Nervenbränden, die nur wenige beobachtet haben. So oder so dürfen in einer solchen angespannten Zeit die feurigen Wirbelstürme nicht vergessen werden.

 

       130. Die gleichen Wirbelstürme und Spiralen werden durch unordentliche Bestrebungen der Menschen der Umgebung geschaffen, selbst wenn sie keine bösen Absichten haben. Ihr wisst auch, was die Bestrebungen der grobstofflichen und der feinstofflichen Körper bedeuten. Sie bemerken nicht, dass sie in ihrer Anspannung beinahe zu Vampiren werden.

       Dabei muss man die Sendungen des Verstandes von jenen des Herzens unterscheiden. Das häufige Erwähnen eines Namens hat fast keinen Einfluss, doch eine vom Herzen kommende Sendung kann durch ihr sehnsüchtiges Bestreben

 [Russisches Original. Seite 66.]


wie eine erstickende Spirale wirken. Man kann wirklich sagen: „Erstickt nicht, selbst wenn es zu eurem Besten ist.“

 

       131. Bei Sendungen von guten Gedanken muss man sich die Blitzartigkeit dieser Pfeile aneignen. Dafür sollte man das Bewusstsein nicht für längere Zeit belasten, vielmehr ist es nützlich, diesen Pfeil herauszuschleudern. Der feurige Dynamo arbeitet wie Licht durch den ganzen Raum hindurch. Man muss sich an diese Arbeit gewöhnen, wenn der Kontakt mit der Hierarchie dauerhaft ist.

       Ein schwarzer Stern bedeutet eine sehr große Gefahr. So kann man für alles solche Zeichen geben. Ein kleines Bewusstsein nimmt nicht alle Erschütterungen auf, aber ein entwickeltes Bewusstsein versteht den Wert des Aufrührens von Gewässern durch die Schwerter der Engel.

 

       132. Zu Unrecht sprechen westliche Ärzte von der Schwierigkeit, mit Uns zusammenzuarbeiten. Wir waren nie gegen experimentelle Methoden. Im Gegenteil, wir heißen jedes vorurteilslose Handeln willkommen.

       Wir billigen es, wenn ein Mitglied der Britischen Medizinischen Gesellschaft von fehlerfreien Forschungsmethoden spricht.[22] Wir sind bereit, dem russischen Wissenschaftler bei seiner Arbeit über Immunisierung und Unsterblichkeit zu helfen.[23] Wir freuen Uns, wenn der japanische Chirurg astrologische Fristen anwendet. Wir leisten dem lettischen Arzt[24] Hilfe beim Erforschen der Anzeichen von Besessenheit in den Augen. Wir sind bereit, jedem zu helfen und Uns für jeden zu freuen.

       Wir fordern unablässig gerade Beobachtungen und lenken in jeder Hinsicht zu Aufmerksamkeit. Wir sprechen über die Wirklichkeit und bestätigen die Sinnwidrigkeit der Abstraktion. So ist es Unser Wunsch, dass die Ärzte und Wissenschaftler des Westens sich Unserer Mitarbeit gegenüber gerecht verhalten.

 [Russisches Original. Seite 67.]


       Man muss verstehen, dass die Zeit gekommen ist, die Fakten von den Folgen der Schalen zu reinigen. Es ist Zeit anzuerkennen, dass in den Gemüsegärten der Absonderung noch viel Aberglauben heranwächst. So gehört es zum Aberglauben, alles zu verurteilen, was nicht von einem selbst ist. Die Befreiung des Denkens wird nämlich eine Zierde des wahren Wissens sein.

 

       133. Ist es nicht notwendig, jedes Mal, wenn ihr euch versammelt, um über Feuer zu sprechen, an die Befreiung des Denkens zu erinnern? Muss man nicht um Gerechtigkeit bitten, wenn ihr euch auf Erkenntnis bezieht? Ruft ihr nicht ein mitleidiges Lächeln hervor, wenn ihr an die Unsichtbare Feurige Welt erinnert?

 

       134. Im grobstofflichen Zustand ist die Feurige Welt, mit seltenen Ausnahmen, unsichtbar, doch in der Feinstofflichen Welt kann ein feuriger Nebel gefühlt werden. Freilich, wenn niedere Wesenheiten sich ihm nähern, empfinden sie eine besondere Qual, wie vor etwas Unerreichbaren. Die Söhne des Feurigen Nebels erscheinen den niederen Wesenheiten, als wären sie mit Feurigen Strahlen ausgerüstet, die nichts anderes sind als die Ausstrahlungen ihrer Gliedmaßen.

       Der herkömmliche Begriff Nebel muss sich in ein wohlgebautes feuriges Weltall verwandelt, doch dafür muss man das Bewusstsein verwandeln. Wie viele Erschütterungen muss man erfahren, damit der Aspekt des Daseins das Bewusstsein in völlige Furchtlosigkeit erhebt! Man muss sich von der Furcht vor dem Nebel befreien und sollte durch ehrliches Denken und ein erarbeitetes Vorstellungsvermögen weiter als die Ungeheuer des Aberglaubens voranschreiten.

 

       135. Gedankenschöpfung und Suggestion* gehören einer völlig

 [Russisches Original. Seite 68.]


verschiedenen Ordnung an, wenngleich beide zu feurigen Erscheinungen in Beziehung stehen. Suggestion ist ein Erzwingen des Feuers, während Gedankenschöpfung eine Erscheinung des grundlegenden Gesetzes ist.

       Als Wir mit einem bestimmten Sahib[25] darüber sprachen, sein Heim mit Unserer Aura zu sättigen, hatten Wir natürlich Gedankenschöpfung und nicht Suggestion im Sinn, die Wir gern den kleinen Hypnotiseuren überlassen.

       Gedankenschöpfung ist viel stärker als jede Suggestion. Vor allem ist Suggestion vorübergehend; sie erschüttert die Aura und schafft Karma, während Gedankenschöpfung die Aura sättigt und selbständige Tätigkeit nicht stört. Der von Gedankenschöpfung gesättigte Raum konzentriert natürlich die feurige Macht.

       Eine der feinsten Bedingungen überhaupt bleibt die Unverletzlichkeit des Karma. Zu geben, zu helfen und sogar zu führen, ohne die Persönlichkeit zu verletzen, ist eine schwierige Aufgabe. Jeder steht vor dieser Entscheidung.

       Die Gedankenschöpfung, frei von Ichsucht, weist den Weg aus diesen Labyrinthen. Güte, Herzlichkeit und Zusammenarbeit leisten ebenfalls Hilfe, doch der Nebel des Schwankens ist ein besonders schlechter Berater.

 

       136. Unflätige Reden und Streit sind schon eine Lobpreisung der Finsternis. Der schreckliche Dolch steckt nicht im Gürtel, sondern auf der Spitze der Zunge. Einmal wird man verstehen müssen, dass sowohl das Gesprochene als auch das Gedachte unauslöschlich sind. Jeder, der an das Heil denkt, kann sich darüber freuen, aber es gilt auch das Umgekehrte.[26]

 

       137. Fügt dem Schreiben an den lettischen Augenarzt[27] hinzu: Er darf bei den Beobachtungen der Augen der Besessenen nicht außer acht lassen, dass sich ein wahrgenommenes Symptom ändern kann. Bei Annäherung von feuriger Energie kann

 [Russisches Original. Seite 69.]


das Symptom scheinbar verschwinden. Der Besitzergreifer kann entweder zu rasen beginnen oder ausziehen und dabei das Symptom mitnehmen. Deshalb sollte man die Untersuchung durchführen, ohne vorher feurige Energie zu senden, sonst verwandelt sich die Handlung in eine Austreibung des Besitzergreifers. Eine solche Tat ist an sich ausgezeichnet, liegt aber außerhalb des Fachgebiets eines Augenarztes.

       Die gleiche Einwirkung wird manchmal bei Hautkrankheiten beobachtet, die sich unter dem Einfluss von feuriger Energie verändern und sogar verschwinden. Wir wollen nicht vergessen, dass sich Besessenheit manchmal auf der Haut oder in Gesichtskrämpfen äußert. Der lettische Augenarzt verdient jedoch Lob, denn es ist nicht leicht, die Kristalle des braunen Gases wahrzunehmen.

 

       138. Wenden wir uns zum letzten Mal der Freundlichkeit als Lebensgrundlage zu. Freundlichkeit ist weder die rote noch die weiße Schminke der Bosheit. Freundlichkeit ist kein Schleier. Freundlichkeit ist nicht die Maske des Verrats. Freundlichkeit ist keine freundliche Grimasse. Man muss Freundlichkeit als ein ungeheucheltes, vom Herzen kommendes Gefühl verstehen.

       Es gibt viele Irrtümer in Bezug auf Freundlichkeit, denn die Menschen haben sich daran gewöhnt, auch sich selbst zu täuschen. Doch da die Eigenschaft der Freundlichkeit für die Feurige Welt notwendig ist, muss sie wahrhaft ehrlich sein.

       Feuer duldet vor allem kein Schwanken. Daher muss man die Eigenschaft der Freundlichkeit in ihrer Ganzheit verstehen. Man sollte Freundlichkeit nicht als eine Art Errungenschaft ansehen. Man sollte die Eigenschaft der Freundlichkeit nicht lobpreisen, denn sie ist untrennbar von der Erweiterung des Bewusstseins.

       Wie kann man sich die Verwandlung des Feurigen Nebels in

 [Russisches Original. Seite 70.]


eine schöne heile Welt vorstellen, ohne die Kraft aufzubringen, seine Gedanken von kleinen Splittern zu reinigen?! Sein wir uns bewusst, wie unbedeutend diese Splitter sind!! Und es ist nicht schwierig, sich von ihnen zu befreien; man muss sie nur im Bewusstsein aufspüren.

       Seien wir nicht besorgt, wenn die Menschen im allgemeinen nicht zur Freundlichkeit zurückfinden können; sie ist in jedem von uns zur Genüge vorhanden, nehmen wir deshalb das gleiche von anderen an. Doch wir wollen diese feurige Eigenschaft nicht zu Willenlosigkeit, Unterwürfigkeit oder beklagenswerter Heuchelei machen.

 

       139. Erneut wurde auf die niederen Schichten der Feinstofflichen Welt hingewiesen, um sich noch einmal davon zu überzeugen, wie nahe sie ähnlichen Schichten der grobstofflichen Welt sind.

       Es ist bedauerlich, dass die Menschen so unvorbereitet in die Feinstoffliche Welt eintreten; sie bringen ihre niederen Gewohnheiten mit und vergeuden ihre Gedankenkräfte für unvollkommene Formen.

       Die Gedankenschöpfung ist in der Feinstofflichen Welt auf allen Gebieten entwickelt. Es ist schwierig, sich auch nur vorzustellen, für welche Verirrungen diese wertvolle Macht verausgabt wird! Man sollte den Menschen raten, sich daran zu gewöhnen, zumindest ein wenig an das Schöne zu denken, um hässliche Erscheinungen zu vermeiden. Es gibt nicht wenige herrliche Schöpfungen und beachtenswerte Naturerscheinungen, man muss sie aber bemerken.

       Dieser finstere Zustand umfasst auch alles Unglück. Sogar die niederen Schichten der Feinstofflichen Welt unterscheiden sich in der Deutlichkeit der Illusionen. Wo Streben vorhanden ist, gibt es keine verworrenen Träume, sondern alle Einzelheiten sind klar ausgeprägt. Doch welche Gefahr besteht, wenn das Streben niederträchtig oder banal ist!

 

       140. Die Wissenschaft hat bereits das Vorhandensein besonderer Organismen festgestellt, die ohne Empfangsgeräte ferne

 [Russisches Original. Seite 71.]


Rundfunkstationen hören können. Natürlich eröffnet diese Erscheinung einer feurigen Ordnung auch Wege zur Anerkennung der Möglichkeit des Empfangs von Gedanken auf Entfernung. Wenn man das Gesetz der Tonwellen verstanden hat, sind alle Vertiefungen dieses Prinzips möglich.

       Es ist gut, dass sogar die derzeitige furchtsame Wissenschaft die Offensichtlichkeit solch natürlicher Möglichkeiten zugibt. Doch es ist nicht gut, dass sich die Wissenschaft nicht der Mühe unterzieht, solche Individuen zu untersuchen. Man kann hören: „Mit Ausnahme dieser phänomenalen Fähigkeit ist der Organismus völlig normal.“ Das ist eine äußerst unwissende Bemerkung. Das bedeutet, der Arzt untersuchte solch einen phänomenalen Menschen nicht besser als einen Rekruten vor dem Feldzug. Wir wollen den Arzt nicht kränken, denn oft verfügt er über keinen Raum, wo er die nötige Beobachtung vornehmen kann.

       In der Tat, die Lebensbedingungen erschweren alle feinstofflichen Arbeiten. Versucht bei Forschungsinstituten anzuklopfen, und ihr werdet einen völlig feindlichen Strom von Bedingungen antreffen, welche die Fähigkeit eines Suchenden übersteigen. Es ist notwendig, diese Sachlage zu ändern, denn wo wäre es sonst möglich, verschiedene Erscheinungen zu erforschen, die eine feurige Grundlage haben?

        Bemüht euch, Mittel zu finden, um die notwendigen Erscheinungen zu erforschen, und ihr werdet sehen, wie feindselig eure Zuhörer sein werden; sie werden euch an Inquisitoren erinnern. Es ist, als ob es ihre Aufgabe wäre, Möglichkeiten zunichte zu machen, statt dem äußerst Nützlichen zu dienen. So war es, so ist es, und die Menschen wünschen, dass es immer so bleibe. Wäre es anders, gäbe es kein Harmagedon.

       Man sollte aus vollem Herzen begreifen, wie viele feinstofflichste Bedingungen es gibt, welche

 [Russisches Original. Seite 72.]


bedeutende Veränderungen des ganzen Lebens verursachen können. Jedoch wie notwendig ist es, anzuklopfen, auszuharren und sich dem Spott auszusetzen, um das zu enthüllen, was eigentlich für alle offen daliegt. Golgatha[28] wird durch Unverständnis und Unwissenheit errichtet.

 

       141. Sogar ein Wilder kann im Flugzeug fliegen, glauben wir jedoch nicht, dass es früher einmal besser war. Ich zeigte euch ein Bild des Dreißigjährigen Krieges, um zu verstehen zu geben, dass sogar in verhältnismäßig entwickelten Ländern Rohheit und Unwissenheit herrschten. Man könnte Aufzeichnungen vom verfeinerten Rom, von Ägypten und Babylon anführen, die das Herz schaudern ließen. Vor allem müssen daher alle diejenigen anklopfen, die beginnen, die Zukunft erschauen.

       Ebenso muss man sich daran gewöhnen, die Hierarchie nicht zu belasten und einander nicht zu schädigen. Ich habe euch aufgerufen, Verständnis für dieses Gesetz zu bekunden, aber oft sind die Ohren so taub!

 

       142. Ein Dämon beschloss, einen heiligen Eremiten in eine ausweglose Lage zu versetzen. Zu diesem Zweck stahl er die heiligsten Gegenstände und brachte sie dem Einsiedler mit den Worten: „Willst du sie von mir annehmen?“ Der Dämon hoffte, der Eremit werde die Geschenke nicht annehmen und die heiligen Gegenstände auf diese Weise verraten; nähme er sie jedoch an, würde er mit dem Dämon gemeinsame Sache machen.

       Als dieser abscheuliche Gast seinen Vorschlag unterbreitete, tat der Eremit weder das eine noch das andere. Er erhob sich entrüstet, befahl mit der ganzen Kraft seines Geistes dem Dämon, die Gegenstände auf den Boden zu stellen, und sagte: „Finsterer Geist, du wirst diese Gegenstände nicht behalten, du wirst vernichtet verschwinden, denn mein Befehl kommt von Oben!“

       So

 [Russisches Original. Seite 73.]


muss man die Finsteren vertreiben, und ist die Bestimmtheit durch die Hierarchie gestärkt, vermag keine finstere Kraft die Flamme des Geistes aufzuhalten.

       Erachten wir diese Legenden nicht als unnötig. Dämonen haben vielerlei Gestalt, und jeder, der für das Licht arbeitet, ist Angriffen ausgesetzt.

 

       143. Kopfschmerzen können viele Ursachen haben, aber sie können auch daher rühren, dass von irgendwoher gesendete Gedanken nicht aufgenommen werden; dies kann sich auch als Nadelstiche im Herzen äußern. Daher bemühe Ich mich sehr, dass dieser Schaden nicht aufkommt.

       Unmerklich bildet sich bei manchen Menschen eine Routine der Verneinung und gleichsam die Gewohnheit, gekränkt zu sein. Aufgrund dieser Verirrungen machen sich die Menschen für Gedankensendungen undurchdringlich. Bei einem solchen Zustand prallt der beste Gedanke von der Sperre der Gekränktheit ab. Damit aber nicht genug kann der Gedanke zurückkehren und den Sender nur beschweren.

       Man sollte alle bitten, keinen Schaden zuzufügen. Außerdem ist das Gefühl der Gekränktheit äußerst kleinlich und wird von einem unentwickelten Bewusstsein gezüchtet. So herrscht im Alltagsleben die Routine der Gekränktheit. Man muss sie erkennen und wie ein äußerst schädliches Insekt verjagen. Kleinliche irdische Gefühle verwandeln sich in eine Feurige Gehenna[29].

 

       144. Vieles schweift vor allem dort umher, wo es einen Magneten gibt. Der Lehrer warnt, dass man heutzutage die seltsamsten Zusammenstöße erwarten kann, so überfüllt sind die Schichten der Feinstofflichen Welt. Die Leute haben sich entschlossen, die Feinstoffliche Welt mit großen Menschenmengen anzufüllen, die vor ihrer Zeit ankommen[30]. Niemand dachte darüber nach, welche Folgen das für die Menschen selbst hat. Man kann unmöglich ungestraft Millionen Menschen hinschlachten, ohne ein äußerst schweres Karma zu schaffen;

 [Russisches Original. Seite 74.]


selbst wenn dieses Karma kein persönliches ist, so ist es umso schlimmer, weil es das Karma von Ländern und des ganzen Planeten verstärkt.

       Was über Friedensstifter gesagt wurde, ist umso wahrer, da dank ihnen eine richtige Einstellung zur Zukunft aufkommt. Man darf die niederen Schichten der Feinstofflichen Welt nicht mit den Schrecken von unvollendetem Karma anfüllen. Man sollte nicht glauben, dies hätte auf den Zustand des Planeten keine Auswirkung. Doch der Hauptgrund ist, dass niemand an die Feinstoffliche Welt denkt. Das Schrecklichste ist die Absonderung, die finstere Kraft jubelt nämlich über jede Entfremdung.

 

       145. Beachten wir jede Regung. Unser Organismus weist auf viele Tatsachen hin, welche die Feinstoffliche und die grobstoffliche Welt betreffen.

       Man kann bemerken, wie sehr sich unser Bewusstsein bei einem Flug in die Feinstoffliche Welt verändert. Es wird gleichsam durchsiebt, und sogar unsere beliebten Formeln bleiben bei dem irdischen Bewusstsein. Diese Beobachtung ist sehr schwierig zu realisieren. Umso mehr freue Ich Mich, wenn jemand dies nicht nur bemerkt, sondern sich sogar an das Gefühl erinnert, wie ihm sogar eine vertraute Formel entschlüpfte.

       Das besagt nicht, dass ein bereits entwickeltes Bewusstsein in der Feinstofflichen Welt verlorengeht; es schärft sich sogar, aber es geht gleichsam durch ein feines Sieb hindurch, das die übriggebliebene feinstoffliche Substanz verwandelt. Aber für diese Beobachtung bedarf es einer gut entwickelten Scharfsicht.

       Ihr tut auch gut daran, euch Augenblicke der Entrückung zu merken. Mit der Zeit wird erkennbar werden, wo es eurer Gegenwart bedurfte. Nicht allein in der Feinstofflichen Welt, sondern auch hier auf Erden gehen ein Austausch und eine Hilfe unter Bewusstseinen vor sich. Ihr könnt sicher sein: Wenn sich die Entrückung häufig wiederholt, bedeutet dies, dass ihr von großen Ereignissen erfahrt, von Zusammenstößen,

 [Russisches Original. Seite 75.]


bei denen Bewusstseine verwirrt sind und der Hilfe bedürfen. Es ist notwendig, in der Lage zu sein, gerade diese Augenblicke der Mitarbeit zu bemerken. Um ihre Nächsten zu retten, nehmen die Menschen manchmal eine Blutübertragung vor; sollten sie dann nicht auch ihr feuriges Bewusstsein spenden, wenn ihre Nächsten in Verlegenheit sind?

 

       146. Ebenso muss man lernen, Arbeit nicht unproduktiv zu vergeuden. Gedankliche Verworrenheit veranlasst die Menschen, das Wichtigste zu vernachlässigen.

       Beachtet, wie zwei euch zugegangenen Briefen der wesentliche Inhalt fehlte. Ich tadle nicht so sehr die Schreiber als jene, welche die Verwirrung hervorgerufen haben. Eine solche Ablenkung vom Wesentlichen ist bereits ein nicht wiedergutzumachender Schaden.

       Wer das Bewusstsein seiner Nächsten verwirrt, ist ein Verführer. Er bereitet sich selbst keine Freude, sondern verfinstert im Gegenteil sein Leben, denn sein Bewusstsein ist vom Wesentlichen abgewichen.

       Das Wesentliche zu erkennen und auf dem Pfad zu ihm zu bleiben bedeutet, zum Sieg voranzuschreiten. Doch wenn man sich in einen Abgrund des Schwankens zu stürzen beginnt, heißt das nicht, ein Stein um den Hals seines Nächsten zu sein?

 

       147. Dem Wesentlichen und dem Staub auf der Schwelle gerecht zu werden, ist jene Erfahrung, die ein jeder deutlich vor sich haben muss. Niemand hat das Recht, ein Herz zu durchbohren oder Kopfschmerzen zu verursachen, während unersetzliche Schätze vorbeiziehen! Die Menschen halten das, was sie nicht bemerken, nicht für unersetzlich.

 

       148. Man kann ein geschlossenes, unbekanntes Buch lesen. Ihr habt dies gesehen. Man kann nach Wunsch wissen, wie spät es ist, indem man gedanklich einen Blick auf die Uhr wirft. So kann man das Raumfeuer veranlassen, alle Hindernisse zu beseitigen.

 [Russisches Original. Seite 76.]


       Die Menschen nennen diese Erscheinung Hellsehen, doch besser ist es, sie als feurige Erleuchtung zu bezeichnen. Man kann jedoch bemerken, dass diese feurige Möglichkeit nicht immer die gleiche ist. Ebenso kann man sich davon überzeugen, dass gewaltige Erschütterungen diese Fähigkeit genauso verstärken wie völlige Ruhe.

       Es gibt jedoch einen gewissen Zwischenzustand des Geistes, der unser Bewusstsein wie eine Wolke einhüllt: dies ist die Verwirrung des Geistes. Es ist das gleiche Schwanken, das die Finsternis des Zweifels erzeugt. Die Klarheit des Empfängers lässt nicht allein durch seine eigene Verwirrung nach, sondern auch durch die Verwirrung der Umgebenden und der durch Karma mit ihm Verbundenen.

 

       149. Sobald die Auraphotographie eingeführt worden ist, wird man eine bedeutsame Erscheinung wahrnehmen können. Die Aura weist bei völliger Ruhe die gleiche Anspannung auf wie bei großer Erschütterung. Dafür erinnern die Wellen mittelgroßer Einwirkungen an das Schütteln eines staubigen Sackes.

       Deshalb bewahre Ich euch so sehr vor kleinen Schwankungen und Zwistigkeiten. Man kann sich die grauen Flecken der Zwistigkeiten vorstellen, die wie ein Vorhang das Licht der Möglichkeiten verhüllen

 

       150. Man darf die Arbeit des Feuers nicht als etwas Psychisches ansehen. Betrachtet Feuer als etwas Physisches. Es wird für das Durchschnittsbewusstsein leichter sein, auf diese Weise zu denken.

 

       151. Schlaf kann die gegensätzlichsten Gründe haben, ebenso wie gegensätzliche Auren gleich sein können. Er kann ein nebeliger Ruhezustand sein, oder er kann angespannte Arbeit des feinstofflichen Körpers bedeuten.

       Wenn neben nächtlichem Schlaf auch während des Tages

 [Russisches Original. Seite 77.]


eine Entrückung erforderlich ist, heißt das, dass die Arbeit groß ist. Oft ist diese unmerkliche Arbeit von weltweiter Bedeutung.

       Die Regierungen wünschten sich sehr solche Mitarbeiter, aber infolge des menschlichen Zustandes verstehen sie es noch nicht einmal, sie heranzurufen. Ergibt sich jedoch eine solche Möglichkeit, ergreift sie tierische Angst und sie rufen aus: „Sehr gefährliche Leute!“

       So ist jeder Begriff, der die Grenzen der gröbsten materiellen Herkömmlichkeit übersteigt, von einer tierischen Angst begleitet. Man muss sich damit trösten, dass es immer so war.

 

       152. Wer immer mit den Bedingungen der Lehre der Erkenntnis nicht einverstanden ist, bleibt in Angst. Man muss die Aura der Angst sehen, um zu verstehen, wie unsinnig dieses Gefühl ist. Eine solche Aura schwankt nicht nur, sondern gerinnt wie erstarrt, und, der Schwingungen beraubt, hängt sie wie das Joch eines Verbrechers.

       Man sollte seine Aufmerksamkeit dem Photographieren der Ausstrahlungen zuwenden. Sogar phosphoreszierende Fische können leicht photographiert werden.

 

       153. Wir werden auf die Frage der Geburt noch einmal zurückkommen, die mit der Feurigen Welt eng zusammenhängt. Doch jetzt antworte Ich auf die Frage nach dem Licht in der Feinstofflichen Welt. Gewiss, das Transzendentale des Zustands vermittelt dem ganzen Welteninhalt einen entsprechenden Aspekt. Als ihr Dokyud* besuchtet, habt ihr genügend Licht wahrgenommen. Doch bestimmte Bereiche der Feinstofflichen Welt fallen wegen ihres Halbdunkels auf.

       Das Licht ist in uns selbst, und wir erschließen ihm den Weg. So haben auch die Bewohner der Feinstofflichen Welt, die das Licht ersehnen, daran keinen Mangel. Die Spießbürger, denen das Bedürfnis nach Licht fremd ist, verweilen im Halbdunkel.

       Das bezieht sich auf die unbeschränkte Gedankenschöpfung. Jene

 [Russisches Original. Seite 78.]


Sonne, die wir auf Erden unter einem einzigen Aspekt empfinden, kann sich unter der Macht der Gedankenschöpfung in viele Zustände verwandeln. Wer das Licht herbeisehnt, verschafft ihm Zutritt, doch wer in das Halbdunkel des Gedankens versinkt, erhält das, worauf er sich selbst beschränkt.

       Deshalb sprechen Wir so oft über die Klarheit des Bewusstseins, die Unbeschränktheit des Gedankens und das Erfassen. Eine solche Angleichung des Organismus an die Zukunft zeitigt die wünschenswertesten Resultate. Wie viele Bewohner der Feinstofflichen Welt blicken im Feurigen Nebel umher und bedauern dunkel etwas, das verloren ging.

 

       154. Wenn Ich sage, dass die Feinde des Guten eine Niederlage erleiden werden, habe Ich die Wirklichkeit im Auge. Man kann sehen, wie Menschen, welche die Verbindung mit der Hierarchie eingebüßt haben, ihre Stellung verlieren und in Vergessenheit geraten. Ihr habt gerade gesehen, wie man abgleiten kann, nicht durch das Schwert eines Engels, sondern durch die Entscheidung des Volkes.

       So geschieht es, wenn das schon Nahe, bereits Gegebene, nicht angenommen wird. Man darf nicht warten, bis der Bote sich vom Klopfen die Hand wundschlägt, man muss rechtzeitig das Herzverstehen hervorrufen. Man kann die Fäden zur Hierarchie nicht ungestraft durchschneiden. Die Wolken ziehen unseretwegen auf! So bemerkt diese feurigen Zeichen im Leben.

 

       155. In einer Zeit besonderer feuriger Anspannung sollte man Verletzungen des Hautgewebes vermeiden. Eine feurige Verbindung unnatürlicher Art verursacht ein besonderes Brennen. Dieses Phänomen sollte die Ärzte interessieren. Man sollte sich sogar Kratzwunden von der geistigen Seite her zuwenden. Die psychische Energie arbeitet, doch man muss die besondere feurige Anspannung in Betracht ziehen.

       Ebenso erfolgt jeder Vulkanausbruch

 [Russisches Original. Seite 79.]


infolge besonderen Drucks. Die Offenbarung feuriger Anspannungen geht in vielen Bereichen des Lebens vor sich. Wieder haben sich im Stillen Ozean neue Inseln wie feurige Geschwüre erhoben.

 

       156. Mit Bedauern beobachten Wir, wie Grausamkeit viele schon vorbereitete Erscheinungen zunichtemacht. Über eine solche Verschwendungssucht kann man sich nur wundern!

 

       157. Wonach sollen wir streben, nach dem Endlichen oder nach dem Unbegrenzten? Der Aufenthalt auf der Erde ist von kurzer Dauer; befristet sind auch die Feinstoffliche Welt und die Welt der Gedanken; doch außerhalb zeitlicher Begrenzungen besteht die Feurige Welt; das heißt, dass man zu ihr streben sollte.

       In den Welten mit begrenztem Aufenthalt wird die feurige Rüstung erworben. Die irdische Welt ist wie eine Sackgasse: entweder Aufstieg oder Vernichtung. Selbst die Feinstoffliche Welt wird einen bestrebten Geist nicht zufriedenstellen; alle anderen Leben sind nur Vorbereitungen für die allumfassende Feurige Welt. Ein schwacher Geist wird durch die Entfernung bis zur Feurigen Welt erschreckt, doch Geister, die für den Aufstieg geboren sind, können sich nur freuen.

       Die grobstofflichen Schönheiten sind herrlich, aber die Sphärenmusik ist unvergleichlich. Doch jenseits dieser feinstofflichen Erleuchtung stellt sich die Feurige Herrlichkeit dar! Das Ozon hier auf Erden erscheint als ein Bote von Oben, doch es ist die gröbste Erscheinung der Atmosphäre. Das irdische Azurblau ist erhaben, doch verglichen mit der feurigen Klarheit ist es wie Wolle.

       So können jene, welche in die Feurige Welt eingegangen sind, die Erdenluft nicht atmen. Nirwana ist nämlich ein feuriger Aufstieg. In jeder Lehre finden wir ein Symbol dieses feurigen Aufstiegs. Sergius* empfing das feurige Sakrament. So wird anschaulich das Zeichen

 [Russisches Original. Seite 80.]


höherer Möglichkeiten gegeben.

       Es kommt die Zeit, und sie ist schon nahe, in der die Menschen nicht wissen werden, wie sie die feurigen Möglichkeiten annehmen sollen. In ihrer Verwirrung werden sie vergessen, dass ihnen das feurige Sichanschließen bestimmt ist. Anstatt von der Kraft des Feuers erfüllt zu sein, werden sie sich auf Widerstand verlegen. Deshalb wiederhole Ich immer wieder und erinnere an die Notwendigkeit des Feurigen Sichanschließens.

       Viele gefährliche chemische Zusammensetzungen rufen Verwirrung hervor. Gerade die Überfüllung der Feinstofflichen Welt kann zeigen, wie krank der Planet ist. Da diese Gefahr offensichtlich wurde, ist es Unsere Pflicht, zu warnen.

 

       158. Die psychische Energie, anders gesagt feurige Energie oder Agni, kommt in jedem Lebewesen zum Ausdruck. Jeder Mensch kann in sich grobstoffliche, feinstoffliche und feurige Elemente unterscheiden. Dort, wo wir die Erscheinung der psychischen Energie spüren, ist schon der feurige Bereich. Aus diesen Bruchstücken kann man eine ganze feurige Weltvorstellung bilden. Jeder kann bei aufmerksamer Beobachtung der Reflexe seines Wesens viele Charakteristika des feurigen Alltags wahrnehmen.

       Dies sollte man beachten; denn auf diese Weise hören wir auf, die Feurige Welt als etwas Abstraktes zu betrachten. Ein solches Verständnis der Feurigen Welt ist besonders verhängnisvoll, weil die ganzen abstrakten Erklärungen nicht der Evolution dienen.

 

       159. Wir können in unseren Eigenschaften Züge der Feinstofflichen Welt erkennen; sie werden nicht immer mit der psychischen Energie zusammenhängen. Doch viele Erinnerungen sowie viele natürliche Abneigungen und Zuneigungen können Produkte der Feinstofflichen Welt sein. Ebenso

 [Russisches Original. Seite 81.]


können sich Erinnerungen an irgendwelche nie gesehenen Personen oder Orte als nicht von der grobstofflichen Welt erweisen.

 

       160. Ebenso kann man anhand einzelner Fakten die Feinstoffliche Welt wie eine ganze Weltanschauung erkennen; doch dafür bedarf es der Aufmerksamkeit, anders gesagt jener Verfeinerung, die man Kultur nennt.

 

       161. Ihr habt richtig bemerkt, dass gerade inneres Unwohlsein besonders verderblich ist. Man kann alle Prozesse gewinnen, man kann neuen Freunden begegnen, aber innere Zersetzung kann den besten Freund verjagen. Wenn Pfefferstaub in der Luft ist, beginnen alle zu niesen. Genauso kann sich Imperil* verbreiten. Ihr habt es des öfteren erlebt, wie neue Umstände eintraten, man muss ihnen jedoch begegnen können.

       So muss man endlich die Ansteckung durch Imperil begreifen! Man darf sich der Zersetzung gegenüber nicht leichtfertig verhalten! Dieser Prozess wird übertragen wie Lepra. Es kann entweder Stärkung oder Zersetzung geben, aber keinen dritten Zustand.

       Eine Stärkung zu erzwingen, ist nicht angeraten. Man kann niemanden zwangsweise von Lepra retten. Man kann niemanden zwangsweise von Imperil fernhalten.

       Freundlichkeit ist kein Zwang. Wachstum des Herzens kommt nicht von der Knute, vielmehr kann man den Garten der Schönheit nur durch schöne Taten wachsen lassen. Eine Beleidigung der Hierarchie ist nicht wiedergutzumachen.

 

       162. Ein Sadhu[31] wies auf eine Mangofrucht und sagte: „Hier gibt es drei Welten: Erstens die Haut, die wertlos ist; dann das Fruchtfleisch, das vergänglich, jedoch nahrhaft ist; und schließlich der Kern, der für die Ewigkeit bewahrt werden kann.“ Die Haut ist fein, das Fruchtfleisch ist schon substantieller, und mächtig ist der Kern.

       Dieselbe Analogie bietet

 [Russisches Original. Seite 82.]


das Ei: Die Schale ist vergänglich, das Eiweiß ist nahrhaft, obgleich nicht für lange; und dann gibt es den feurigen Dotter.

       Der Mensch stellt die Synthese aller Naturreiche dar, doch auch das Symbol der drei Welten ist überall sichtbar. So enthält der Brauch, an einem Festtag gefärbte Eier zu tauschen, ein uraltes Symbol. Die Menschen wollten einander an den Pfad der drei Welten erinnern, an den Pfad des Aufstiegs und der Auferstehung. Denken wir daher daran, dass der Pfad sogar auf einfachen Gegenständen eingeprägt ist.

 

       163. Völlig begreiflich ist der Wunsch zu erfahren, warum uns beim Besuch der Feinstofflichen Welt die Vielfarbigkeit der Auren nicht erstaunt. Zum einen transponiert[32] das Bewusstsein viele Eindrücke; die Hauptsache aber ist, dass es dort eine synthetische Harmonie gibt. Natürlich kann man den Grad der Erleuchtung erkennen, doch die Ausstrahlung selbst kann, genau wie in der grobstofflichen Welt, gedanklich hervorgerufen werden.

       Es wäre unerträglich, wenn die ganze Feinstoffliche Welt in bunt zusammengewürfelten Regenbogenfarben erbebte. Sogar auf Erden kann der Regenbogen manchmal aufreizend sein. Doch die Feinstoffliche Welt leuchtet wirklich in völliger Harmonie. Wir sprechen nicht von den niederen Schichten, in denen keine Harmonie anzutreffen ist.

 

       164. Ebenso sollte man nicht denken, in der Feurigen Welt seien die Wesenheiten ständig von Feuerzungen umgeben. Feuer kann sich kristallisieren, doch seinen gewöhnlichen Zustand kann man als Licht charakterisieren. Diese Mitteilungen sind einfach, doch es ist gut, sie zu erwähnen, um die üblichen Missverständnisse zu vermeiden.

 

       165. Eine feurige Aura kann man als echtes

 [Russisches Original. Seite 83.]


Anzeichen der Feurigen Welt betrachten. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass wir inmitten des Lebens auf Zeichen dieser Anspannungen stoßen. Grobe Beispiele sind der Zitteraal und andere mit Elektrizität geladene Tiere. Doch es gibt wirklich einige Menschen, die, abgesehen von ihrer Elektrisierung, solche Ladungen dieser Energie in sich tragen, dass sie bei Berührung Schläge und Funken abgeben. Das ist nicht Besonderes, doch es ist lehrreich zu beobachten, wie die Grundenergie gespeichert ist.

 

       166. Man muss daran erinnern, wie genau jeder Hinweis von Urusvati ist und dass jedes ihrer Gefühle eine Grundlage hat. Nicht nur feurige Eruptionen und Erdbeben, sondern sogar ferne Wirbelstürme zeigen sich in den Gefühlen; und diese Empfindungen sind unfehlbar, denn das feurige Bewusstsein berührt alles feinfühlig. Auch gibt es keine Irrtümer im Beurteilen von Menschen. So offenbart jeder dem feurigen Bewusstsein sein Wesen.

 

       167. Wo ist es, das Winzigste, das den Hebel der Ereignisse umkehrt? Wo ist es, das Winzigste, das bereits Zusammengefügtes auflöst? Man braucht keinen Berg des Heils suchen, es kann sich als Sandkörnchen offenbaren. Man sollte nicht nur vor einer schwarzen Wolke Schutz suchen. Übel kriecht leichter heran als ein kleiner Wurm. Unter allen Umständen ist es notwendig, auch kleine Maßstäbe anzulegen. Das Atom ist klein, aber es birgt viele Geschicke in sich.

       So nähern wir uns dem Feuer, und die Grenze zwischen dem angenehmen Erwärmen eines Frierenden und einer Verbrennung ist schmal. Ich bemühe Mich, mit vielen Vergleichen Verständnis für die Feinheit des feurigen Elements zu vermitteln.

 

       168. Die Antipoden des Feuers sind Erde und Wasser. Unglücklicherweise sind diese beiden Elemente zu spürbar und

 [Russisches Original. Seite 84.]


entfernen so von der feurigen Wahrnehmung. Deshalb fällt es den Menschen so schwer sich vorzustellen, dass Feuer sich in keinem beständigen Zustand befindet; es ist ewig entweder in Evolution oder in Involution, und beide Bewegungen unterliegen dem Gesetz der Progression.

 

       169. Wieder steht eine Reihe bedrohlicher Ereignisse vor uns. Wieder erinnere Ich an das Löwenherz. Ich spreche nicht von Misserfolgen, weil bedrohliche Ereignisse folgenreich sind. Seid über die Spannung und über besondere aufeinanderfolgende Wellen nicht erstaunt. Man muss die Unordnung des Rhythmus kennen. Dort, wo alles gut verläuft, werden Wir nicht wiederholen, dass ihr an Mir, der einzigen Stütze, festhalten sollt.

        Erfüllt Meine Weisungen auf das Genaueste; Genauigkeit ist das Wichtigste, denn kleine Risse sind sehr gefährlich. Man muss mit Hilfe des Löwenherzens durchhalten.

       Denken wir nicht, die Feinde seien schwach, denn sie sind stark; Ich spreche aber nicht, um euch zu betrüben, sondern nur, um das Löwenherz zu festigen.

 

       170. Einst ergriff ein Regent nach dem Staatsrat eine Tonvase und zertrümmerte sie vor aller Augen. Als man ihn nach der Bedeutung dieses Tuns fragte, sagte er: „Ich gemahne euch an das, was nicht wiedergutzumachen ist.“ Wenn wir den einfachsten Gegenstand zerbrechen, verstehen wir, dass dies nicht wiedergutzumachen ist, doch noch weniger sind gedankliche Taten wiedergutzumachen!

       Wir haben uns daran gewöhnt, uns mit groben Begriffen zu umgeben, und sie haben alle höheren Vorstellungen verdrängt. Dächten die Regenten öfter daran, dass gedankliche Entscheidungen nicht wiedergutzumachen sind, sie würden vielem Unglück vorbeugen.

       Ein Regent, der das geistige Prinzip der Selbstvervollkommnung nicht kennt,

 [Russisches Original. Seite 85.]


kann die vielen ihm anvertrauten Bewusstseine nicht führen. Ein Regent ist ein lebendiges Beispiel. Ein Regent ist ein Gestalter der Wege durch alle Welten. Er schafft die Grundlage für Wohlstand, doch es wird ein Wohlstand nicht allein auf der grobstofflichen Ebene sein. So wird der kein wahrer Regent sein, für den Feuer nur am Ende eines Zündholzes existiert. Seine Größe wird seinen Vorstellungen gleichen.

 

       171. Das Bedürfnis nach feuriger Erkenntnis wird, genau wie die Vorstellung, im Bereich der aufgespeicherten Erfahrungen liegen. Natürlich ist eine Erinnerung an die Feurige Welt unvergleichlich viel seltener als Eindrücke aus der Feinstofflichen Welt. Oft finden die Menschen keine Worte, um Eindrücke aus der Feurigen Welt auszudrücken.

       Gewöhnlich denken die Menschen nicht mit ihren Gedanken, sondern beschränken ihr Denken auf die herkömmlichen Worte anderer und führen auf diese Weise tote Worte in den unermesslichen Bereich des Gedankens ein.

 

       172. Ein Orkan, Wirbelwinde und Zerstörungen erinnern an irreparabel zerbrochene Vasen. Deshalb muss man sein Denken mit der Hierarchie vereinen. Nur so wird man die Erde nicht unter den Füßen verlieren.

       Ich bestätige, dass die irdische Grundlage allmählich ihren letzten Sinn verliert. Die Menschen werden begreifen, wie sehr die Bedingungen der Welt sie zu den nächsten Stufen treiben!

 

       173. Das Herz, der Kelch und der Solarplexus sind wahrlich kosmische Thermometer. Man muss verstehen, welche Anspannung in der Welt herrscht, deshalb spreche Ich über das Bewahren der Freundlichkeit, als die Grundlage guter Gesundheit. Man muss verstehen, wie dringend das Herz der Freundlichkeit bedarf. Es gibt viele schwarze Sternchen, wie vor einem Angriff der Finsternis.

 [Russisches Original. Seite 86.]


       174. Jener Übergangszustand, der uns mit der Hierarchie verbindet, wird der „Funke der Weisheit“ genannt. Das ist weder Leere noch Gleichgültigkeit noch Zwang, sondern ein volles bewusstes Öffnen des Herzens.

 

       175. Das, was besonders wichtig ist, wird beim Denken gewöhnlich völlig außer acht gelassen. So macht man die realsten Umstände unerfassbar. Die Menschen wollen nicht wahrhaben, wie ihre Möglichkeit schwindet, Empfindungen jenseits des Grobstofflichen zu bemerken. Indes kann man sogar bei gewöhnlichem Husten, Gähnen oder Niesen einen Augenblick eines besonderen nicht-grobstofflichen Zustandes bemerken.

       Wir wollen gar keine weiteren, noch komplizierteren Anspannungen aufzählen, doch wer das vorher erwähnte nicht-grobstofflichen Gefühl spürt, kann bereits beginnen, Erscheinungen der anderen Ebenen zu sammeln.

 

       176. Vor euch steht die Anspannung des Zentrums der Synthese, des Kehlkopfs; man muss verstehen, wie viele verschiedene Anspannungen sich vereinen müssen, um auf das Zentrum der Synthese zu schlagen. Gegenüber dieser Anspannung muss man sich sehr aufmerksam verhalten, denn sie wirkt auf das Herz. In einem solchen Zustand sollte man die Stimmbänder wenigstens von außen schützen und sie nicht durch Sprechen anstrengen.

 

       177. Erholt sich ein Archat etwa? Ihr wisst bereits, dass Erholung in einem Wechsel der Arbeit besteht, doch die wahre Erholung eines Archaten ist der Gedanke an das Schöne. Inmitten der vielfältigen Arbeiten ist der Gedanke an das Schöne eine Brücke, eine Macht und ein Strom der Freundlichkeit.

       Wägen wir einen Gedanken an das Böse und einen an das Heil und überzeugen wir uns davon, dass der schöne Gedanke mächtiger ist. Zerlegen wir verschiedene Gedanken organisch,

 [Russisches Original. Seite 87.]


und wir werden sehen, dass ein schöner Gedanke eine Schatzkammer der Gesundheit ist.

       Beim Denken an das Schöne schaut der Archat die Leiter des Aufstiegs. In diesem wirksamen Denken besteht die Erholung des Archaten. Worin sonst können wir eine Quelle der Freundlichkeit finden? Das sollten wir uns ins Gedächtnis rufen, wenn wir besonders bedrückt sind.

       Wenn sich überall die Fensterläden der Ichsucht schließen, wenn die Feuer in der Finsternis verlöschen, ist dann nicht die Zeit, um über das Schöne nachzudenken? Wir erwarten ein Wunder, wir sind bemüht, aus dem Kerker auszubrechen, doch die Leiter des Archaten besteht nur im Schönen.

       Wir wollen diesen Pfad nicht beschmutzen und nicht herabsetzen! Nur auf ihm werden wir das anziehen, was wunderbar erscheint. Und ist die unlösbare Verbindung mit der Hierarchie nicht ein Wunder? In dieser Verbindung liegt die ganze Physik, Mechanik und Chemie sowie das Allheilmittel für alles. Mir scheint, dass man mit ein wenig Bestrebung alle Hindernisse beiseiteschieben kann, doch die Erfüllung dieser Bedingung ist für die Menschen ungeheuer schwierig! Warum haben sie die Flügel der Schönheit abgeschnitten?

 

       178. Nur bei bewusstem Streben kann man die menschliche Evolution vorwärtsbringen. Wenn ihr an besondere Maßnahmen für die Evolution denkt, müsst ihr die ganze Mitarbeit aufbieten. Ein Lehrer sagt einem Schulkind: „Du wirst die Aufgabe nicht lösen, solange du nicht den Wunsch hegst, sie zu lösen.“ So muss man auch im Leben den Wunsch haben, sich frei in Richtung Evolution zu bewegen.

       Möge jeder das auf seine Weise verstehen, doch eine positive Bewegung birgt zumindest eine kleine Möglichkeit. Eine gedankliche Bewegung gehört bereits dem feurigen Bereich an.

 

       179. Träume sind von vielen Seiten untersucht worden, doch das Bedeutendste wird gewöhnlich außer acht gelassen. Nächtliches Pochen, schlechte Verdauung, Gereiztheit

 [Russisches Original. Seite 88.]


und viele oberflächliche Einflüsse werden nicht vergessen, dagegen werden alle Reflexe der Feinstofflichen Welt, alle Einwirkungen der Gedanken auf Entfernung und schließlich alle Hierarchischen Warnungen sowie die feurigen Empfindungen nicht beachtet.

       Man muss ein äußerst verkümmertes Vorstellungs- und Auffassungsvermögen haben, um diese Grundlagen von Träumen zu übersehen. Nicht nur richtete der Materialist seine Aufmerksamkeit bloß auf die oberflächlichen Fakten der Träume, sondern dieser Beobachter war auch von beschränkter Natur. Man kann Materialismus als Streben nach Wirklichkeit verstehen, doch weder nach Herabsetzung noch nach Beschränkung.

       Das Träumen hat im Lauf des grobstofflichen Lebens eine enorme Bedeutung. Fast die Hälfte des Lebens wird in Berührung mit der Feinstofflichen und sogar mit der Feurigen Welt verbracht. Vor einem Zustand, der dem Wachsein gleichkommt, sollte man Achtung haben.

       Man kann nicht Überessen als die wichtigste Erwägung hinstellen, man muss sich gewissenhaft und nicht geringschätzig an die vorher erwähnten vier Grundlagen erinnern. So kann man viel Lehrreiches und Schönes erkennen.

 

       180. Hierarchische Träume können an vieles erinnern, was sich bereits im Raum gebildet hat. Wenn man daher an die Notwendigkeit erinnern muss, alle Fakten zu sammeln, kann man (…) einen suchenden Menschen sehen. Vergessen wir nicht, dass eine Weisung immer sehr behutsam erfolgt, um Karma keinen Zwang anzutun.

 

       181. Man muss oft an sich bereits gestaltende Ereignisse erinnern. Das ist keine Ermutigung, sondern die Wirklichkeit. Die Menschen werden viel häufiger geführt, als sie denken. Aber noch häufiger denken sie überhaupt nicht,

 [Russisches Original. Seite 89.]


da sie von einem Strom von Vorurteilen fortgerissen werden. So kommen Wir nicht umhin, eine Vision oder einen Traum dorthin senden, wo das Wohl des Volkes berührt ist. Gegenwärtig benötigt die Welt solche Weisungen ganz besonders, sonst könnte die Verwirrung der Geister den Hauptweg verschließen.

 

       182. Die Verwirrung der Geister erlaubt der Menschheit nicht, an die Feurige Welt zu denken. Der entstellte Materialismus hat nämlich das Denken von der Materie, der Quelle des Lichts, abgelenkt. Der Geist wurde zurückgewiesen und die Materie vergessen – übrig blieb der Basar!

       Die Menschen halten das Gesagte für eine Übertreibung, doch hier ein einfaches Beispiel: Entsendet einen Boten mit einer Bitte nach Gutem und einen mit der Bitte nach Bösem und zählt die Antworten. Wenn ihr die Antworten gezählt habt, werdet ihr verstehen, warum Eile geboten ist.

 

       183. Seelenlose Wesen sind allen bekannt.[33] Das ist kein Symbol, sondern eine chemische Realität. Man könnte fragen: Inkarnieren diese Menschen in diesem beklagenswerten Zustand? Die Frage zeugt von Unkenntnis der Grundlagen. Niemand kann ohne einen Vorrat an feuriger Energie inkarnieren. Ohne die Fackel Agni betritt niemand die physische Welt. Die Verschwendung von Agni findet hier statt, inmitten aller Wunder der Natur.

       Um Agni zu verschwenden ist es durchaus nicht erforderlich, irgendwelche brutale Verbrechen zu begehen. Wir wissen zur Genüge aus verschiedenen Lehren, dass sogar Räuber Erfolg hatten. Agni wird meist im Alltagsleben und wenn der Geist dahindämmert verschwendet. Durch unbedeutende Tätigkeiten wird das Wachstum von Agni unterbunden. Man muss verstehen, dass der Segen des Agni natürlich wächst. Doch wenn die Finsternis den Vervollkommnungsprozess verdeckt, entweicht das Feuer unmerklich, aber chemisch

 [Russisches Original. Seite 90.]


nachweisbar aus dem ungeeigneten Behälter.

       Herrlich ist das Gesetz der ewigen Bewegung, ob Evolution oder Involution. Herrlich ist das Gesetz, das jedem inkarnierten Wesen die Möglichkeit bietet, das ewige Agni wie ein Licht in der Finsternis in sich zu tragen. Herrlich ist das Gesetz, das trotz des Karma, jedem Wanderer Licht zuteilwerden lässt. Herrlich ist das Gesetz, das nicht im Wege steht, dass schon vom siebenten Lebensjahr an der feurige Garten wächst.

       Mögen diese ersten Blüten auch klein sein. Mögen sie in ganz winzigen Vorhaben erblühen, dies wird ein wahrer Keim des zukünftigen Denkens sein. Wie viele herrliche Vorhaben werden im Herzen eines Siebenjährigen geboren, solange die vagen Bildnisse der Feinstofflichen Welt aus dem Gehirn und dem Herzen noch nicht geschwunden sind!

       Verschwendung kann auch dann einsetzen, wenn der Boden der Pflanze sich als verrottet erweist. Bei einem solchen Elend kann man viel helfen oder, wie bereits vor langem gesagt wurde, Feuer leihen. Diese Verleihung geht selbst bei den geringsten Handlungen vor sich. So habe Ich bereits dreimal an Krümel erinnert. Aus diesen Funken erwachsen gewaltige Feuer.

 

       184. Denkt nicht, seelenlose Menschen seien irgendwelche Ungeheuer. Auf verschiedenen Gebieten erlangen sie sogar eine mechanische Vorrangstellung, doch das Feuer hat sie verlassen und ihre Werke haben sich verfinstert.

 

       185. Gewiss, jeder gestaltet frei sein Schicksal, ja sogar seine endgültige Zersetzung. Doch seelenlose Wesen sind sehr ansteckend und schädlich. In einem solchen erloschenen Zustand tritt besonders leicht Besessenheit ein. Erachtet es nicht als Übertreibung, dass fast die Hälfte der Bevölkerung des Planeten

 [Russisches Original. Seite 91.]


dieser Gefahr ausgesetzt ist. Freilich, der Grad ist sehr unterschiedlich, doch sobald die Zersetzung einsetzt, schreitet sie rasch voran.

       Das gleiche kann man bei vergangenen Kulturen beobachten. Die Feuer des Geistes erloschen wie rauchige Scheiterhaufen, und jeder Rauch ist giftig, wenn keine nützliche Substanz beigegeben wird.

 

       186. Die Berührung mit der Feurigen Welt bietet einen Vorzug nicht nur für künftige Leben, sondern schon heute. Nicht ohne Grund wird gesagt, dass ein feuriger Wunsch erfüllt wird. Denken wir nicht, dies sei eine geheime, ausgedachte Vermutung, nehmen wir es als Wirklichkeit an. Feuriges Denken kristallisiert die entsprechenden Sphären dermaßen, dass der Gedanke an sich schon eine Verwirklichung ist.

       Natürlich werden wir nicht mit irdischen Fristen messen, denn die räumlichen Feuer sind zeitlos. Teilen wir die Leben nicht, denn das Leben ist ewig.

       Ein feuriger Wunsch wird aber erfüllt werden. So haben sich viele vorhergesagte Bildnisse bereits in beständigen Speichern geformt. Verhalten wir uns diesen feurigen Wünschen gegenüber ganz bewusst und seien wir nicht oberflächlich, wenn wir das Wesen des Daseins berühren.

 

       187. Schon oft habe Ich vom Schaden von Trennungen gesprochen. Wenn das Leben ewig ist, wenn wir einander nicht durch herkömmliche Töne, sondern durch etwas jenseits der Sprache verstehen, sind wir verpflichtet, diese Kraft für Vereinigung anzuwenden. Wer trennt, hat Unrecht. Wer Trennung zulässt, hat Unrecht. Es ist richtig, dass jene die Besten sind, die zusammenhalten.

       Es ist nicht die Zeit, sich nach Art der Höhlenbewohner als auserwählte Arbeiter darzustellen. Arbeiter sind alle, der ganzen Linie der Hierarchie entlang, möge nur niemand die Erfüllung der feurigen Wünsche hindern.

 [Russisches Original. Seite 92.]


       188. Sogar für eine einfache Untersuchung durch Strahlen schreibt der Arzt eine besondere Nahrung vor. Um wie viel feiner ist jedoch die Berührung mit dem Feurigen Bereich.

       Man muss sich nicht nur durch Ernährung vorbereiten, sondern auch durch andere äußere und innere Mittel. Die Bedingungen der Ernährung sind nicht kompliziert; die Hauptsache ist, Blut zu meiden, denn es ist ein Element, das Emanationen zuführt, die für einen verfeinerten Organismus ungeeignet sind. Doch sogar im äußersten Notfall kann Blut gemieden werden, indem man getrocknetes oder geräuchertes Fleisch zu sich nimmt.

       Ebenso sollte man sich bei der Einteilung von Getreide- und Pflanzennahrung vom Zustand seines Organismus leiten lassen. Selbst ohne Yoga-Kenntnisse kann jeder verstehen, dass Übermaß schädlich ist. Jeder weiß, dass Rohkost vitaminreich ist; doch alle diese Bedingungen, ebenso übermäßiges Pranayama*, sind unbedeutend im Vergleich mit dem Erfassen des Herzens.

       Ihr wisst selbst, wie die Feuer aufblitzen und wie einen die schönsten Gedanken leiten. Vielleicht habt ihr des öfteren von Sadhu-Räubern gehört, doch sie zählen wahrscheinlich sehr eifrig ihr Pranayama. Ebenso habt ihr natürlich von bestimmten Rischis* gehört, die nicht abließen, selbst unter unmöglichen Bedingungen den Menschen zu helfen.

       Gerade jeder Gedenktag ist dafür gut, sich an die Aneignung des Feuers durch das Herz zu erinnern. Alle übrigen Bedingungen ergeben sich gemäß der Würde des Herzens. Das Herz wird sich nicht mit fremdem oder tierischem Blut anfüllen, denn die Eigenschaft des Herzens nimmt es nicht auf. Das feurige Herz erstickt sich nicht mit üblen Reden, weil dies seiner Natur widerspricht. So lasst uns das natürliche Entflammen der Feuer begrüßen und immer dazu beitragen.

 [Russisches Original. Seite 93.]


       189. Das Maß wird vom Herzen erkannt. Worte sind für den Ausdruck des Maßes ungeeignet. Dennoch kennt jedes entwickelte Herz die Maße jeder Anwendung.

 

       190. Nur durch die Merkmale der Kultur kann man die Neue Epoche aufbauen. So wird Kultur als die einzige Selbstverteidigung gegen Zersetzung verkündet. Gegenwärtig kann man nur in diese Richtung streben. Unser Befehl ist, keine Gelegenheit zu versäumen, um die Menschen an die Kultur zu erinnern. Mögen die Menschen Uns für Fanatiker dieser Idee halten, aufhorchen und sich daran gewöhnen werden sie doch. So führen Wir Denkmuster ein.

 

       191. Wir sprachen von Feierlichkeit, Freundlichkeit und Seelengröße; lasst uns dieses Quadrat mit Dankbarkeit vollenden. Vom Kleinen an blitzen entlang der ganzen Hierarchie die Funken der Dankbarkeit. Wertvoll sind diese Feuer!

 

       192. Selbst wenn jemand zufällig Gutes tut, lobt ihn. Spendet Lob für jede Krume des Guten. Für den, der in der Finsternis aufschreit, ist es gleichgültig, wer Licht bringt. Die Ausweitung des Gesichtsfeldes bedeutet Lichtbringen. Diese Tat ist sowohl für den Überbringer als auch für den Empfänger des Lichtes nützlich. Das Überbringen von Licht bedeutet seine Verbreitung. Erst gab es eine Flamme, nun sind daraus schon zwei geworden, was bedeutet, dass Gutes vollbracht wurde.

 

       193. Das Gute in den Händen der Menschen ist wie die Ampel eines jeden Abends. Es wird finster, doch die Ampel steht bereit und eine erfahrene Hand ist da, um sie zu entzünden. Doch wiederum sage Ich: Lobt jede gute Tat, sie ist eine Offenbarung von Seelengröße. Möge jeder Funke Gutes zu einer Flamme entfacht werden.

       Möge das zufällig getane Gute zahlreich sein,

 [Russisches Original. Seite 94.]


ist es doch nichtsdestoweniger gut. Es ist zu viel verlangt, immer eine bewusst gute Tat zu fordern; mögen selbst trübe Lichter die Finsternis zerstreuen. Eine völlige Finsternis wird schon bei einem einzigen Lichtfunken nicht mehr dieselbe sein. Hinter dem Gedanken, dem Wort und der Tat steht bereits das Licht. So wird jeder, der den Lichtfunken zu finden vermag, schon ein heller Mitarbeiter sein.

 

       194. Beim Erkennen der Feurigen Welt muss man das Unbedeutende für immer vergessen, denn es besteht nicht. Wie ein Arzt beim Zusammenstellen eines Heilmittels nichts als unbedeutend erachtet, so ist auch ein Korn Schießpulver in einem Pulvermagazin von nicht geringer Wirkung. Wir verfeinern uns anhand der Beispiele des Daseins.

       Welchen Nutzen hat Bildung, wenn das Gehirn listig und die Sprache verlogen bleibt? Man kann die Menschen nach der Verfeinerung des Herzens einteilen, aber nicht nach der Verlogenheit des Bewusstseins. Glaubt nicht, Verlogenheit des Bewusstseins hätte für die Feurige Welt keine Bedeutung. So kommen wir wieder von der Moral zur Chemie.

 

       195. Jeder Arzt kann sagen, dass ein Gemisch der nützlichsten Bestandteile oft sogar ein verderbenbringendes Ganzes ergeben kann. Auf allen Gebieten ist Mischen sehr gefährlich. Durch Mischen ergeben sich hässliche Komplikationen. Wie vorsichtig muss man dem Pfad des Bewusstseins folgen, um seine Füße nicht auf verschiedenen Pfaden vorzufinden! Das Ziel des Lebens ist es, sich mit allen Aufspeicherungen des Bewusstseins in der Feurigen Welt einzufinden.

 

       196. Man sollte nicht meinen, ein Archat könne in seinem Bewusstsein den führenden Willen auch nur für einen Augenblick außer acht lassen. Er wird zum einfachen Sterblichen, wenn Er nicht immer feierlich den Kelch der Heldentat trägt. Die Macht Seines Herzens ermattet, sobald Er

 [Russisches Original. Seite 95.]


den Hierarchischen Faden nicht mehr in Seiner Hand spürt. In diesem Bewusstsein ewiger Wachsamkeit besteht die Besonderheit eines Archaten.

       Wenn Ich von Wachsamkeit spreche, lehre Ich euch die Grundlagen der Erkenntnis. Doch diese Feierlichkeit ist bei der Verwirrung der Atmosphäre nicht leicht. Es ist nicht leicht, bestrebt wachsam zu sein, wenn der Staub der Zersetzung aufwirbelt. Man kann nicht genau die gleichen Forderungen stellen, wenn die Feste[34] bebt. In der Tat, nur ein Archat kann in der Verwirrung die Menschheit retten.

 

       197. Die neue Rasse kann in verschiedenen Erdteilen geboren werden. Seid nicht erstaunt, wenn einzelne Offenbarungen an den unerwartetsten Orten zutage treten. Es wurden doch auch Magnete auf für die Menschheit ziemlich unerwartete Weise ausgelegt. Doch beim Auslegen von Magneten wurden viele Bedingungen in Betracht gezogen.

       So ist auch das Netz der entstehenden Rasse bis in ferne Randgebiete verstreut. Doch ein Teil der Welt bestimmt das Schicksal des Jahrhunderts. Ich werde diesen Teil der Welt nicht nennen, doch die Geschichte der ganzen Bewegung hat ihn hinreichend gekennzeichnet.

 

       198. Die Menschen erkennen nicht selten Teile der Sphärenmusik, genauso wie sie die Schwingungsunterschiede des Lichts erkennen, und nur ein falsches Verhalten allem Bestehenden gegenüber erlaubt ihnen nicht, sich darauf zu konzentrieren. So beginnt der Teufelskreis der Unaufrichtigkeit. Die Offenbarung der Wirklichkeit fällt in die Kategorie des Unzulässigen.

       Es ist traurig zu sehen, wie Menschen sich ihrer besten Offenbarungen schämen. Damit verletzen sie nicht nur ihre eigene Bedeutung, sondern bereiten auch die Verunstaltung

 [Russisches Original. Seite 96.]


der Feinstofflichen Welt vor. Jene Menschen, welche die Wirklichkeit zurückgewiesen haben, tragen dauerhafte Stigmata[35] der Lüge.

 

       199. Man muss seinen Kopf in trügerische Herkömmlichkeit vergraben, um zu fürchten, sogar sich selbst gegenüber einzugestehen, was man sieht und was man hört. Es erfordert keine Sophisterei, um ehrlich und ohne Ichsucht festzustellen, was vor sich geht.

 

       200. Man sollte nicht vergessen, wie viele Steine auf den Pfad des Aufstiegs geworfen werden. Nur ein erfahrenes Bewusstsein lässt das Vorhandensein eines Umgehungsweges nicht außer acht. Unaufhaltsames Streben muss auch die ganze Findigkeit erkennen. Manchmal geben Wahnsinnige in ihren Bestrebungen ein Beispiel von Findigkeit. Es scheint, als solle der Verstand den Wanderer nicht aufhalten!

 

       201. Nicht nur Gesang und der Rhythmus der Musik, sondern auch jede Maschine erzeugt eine Schwingung, die feurige Energien berührt. So ist auch jede Anspannung, oder besser gesagt, Erschütterung ein Leiter der gleichen Manifestationen von Agni. Man muss sich daher angewöhnen, den Funken in jeder Anspannung herauszusuchen und zu erkennen.

       Man sollte nicht nach dem Beispiel vor sich hindämmernder Menschen Anspannungen vermeiden. Man sollte jede feurige Schwingung als reinigendes Prinzip begrüßen. Ein ruhiges Leben, so wie es die gewöhnlichen Menschen verstehen, ist nichts anderes als das Auslöschen des Feuers. Sie haben sogar ganze Systeme ersonnen, um das Feuer von Kindheit an zu ersticken.

 

       202. Das Streben zum felsigen Pfad entsteht nicht äußerlich, es wächst von innen her, allein durch aufgespeicherte Erfahrung.

       Man muss die völlige Unanfechtbarkeit und Ewigkeit des Lebens kennen, um furchtlos voranzuschreiten. Man muss

 [Russisches Original. Seite 97.]


die Unzerstörbarkeit seines Wesens verstehen, um diesen Wert auf die Waage zu legen. Man kann nur einen unveränderlichen Wert annehmen; so werden wir lernen, diesen Wert zu behüten und zu verwirklichen.

       Man darf nicht meinen, dass viele den Wert des Geistes beschädigen, so sei es. Denn wir tragen die Arche der Monade und wissen, dass ihr Aufstieg für die Welt von Nutzen sein wird.

 

       203. Das Neue kann für einen Archaten nicht neu sein. So vieles hat sich Seinen Augen eingeprägt. Es ist lehrreich zu beobachten, wie das gleiche Wissen und die gleichen Entdeckungen in verschiedenen Epochen nicht nur verschieden benannt werden, sondern auch in völlig entgegengesetzter Weise ins Leben traten. So lassen sich viele wörtliche Widersprüche erklären.

 

       204. Tiefes Atemholen ist ein Anzeichen besonderer Anspannung. Deshalb darf man eine Erschütterung nicht bloß als Unglück und Leid betrachten. Des öfteren habt ihr von Augenblicken der Glückseligkeit vor einem epileptischen Anfall oder anderen Krankheiten gehört. Doch das ist bloß eine Übertragung des Bewusstseins in eine feurige Erscheinung. Daher würden Mönche und Sadhus dieses feurige Gefühl gegen keinen Schatz eintauschen.

 

       205. Das Wissen über Vitamine ist ein Zeichen des kommenden Zeitalters. Doch der physischen Natur der Vitamine sollte man bewusst psychische Energie hinzufügen, dann werden sich zahlreiche Fragen des physischen und geistigen Heilens lösten. So kann man anfangen, das Zusichnehmen von Vitaminen mit einem entsprechenden Gedanken zu begleiten. Man die Einwirkung des Gedankens sogar auf die einfachsten physischen Handlungen bemerken.

       Ein Beispiel: Man kann einen Ball mit gleicher physischer Anstrengung,

 [Russisches Original. Seite 98.]


aber begleitet von unterschiedlichen Gedanken werfen, dann wird die Kraft des Schlages natürlich verschieden sein. Daraus ist zu ersehen, wie sehr wir selbst sogar unsere gewöhnlichen Handlungen entweder hindern oder fördern. Ähnliche Versuche sollte man an den Schulen einführen, um an einfachen physischen Apparaten die Kraft des Gedankens zu demonstrieren.

       Die Vitamine selbst gehören dem Bereich der psychischen Energie an, anders ausgedrückt, sie gehören zur feurigen Sphäre, was heißt, dass ihre Vereinigung mit einem feurigen Gedanken die mächtigste Verbindung ergibt.

 

       206. Unter den nützlichen Entdeckungen muss man jene unterscheiden, die sich auf den feurigen Bereich beziehen. Ihre Verbindung kann zu höchst notwendigen Ergebnissen führen. Sie stoßen uns auf neue Verfeinerungen und zeigen auf, wie viele nützliche Substanzen aus Unwissenheit aus dem Gebrauch verdrängt werden.

 

       207. Die Grundlage eines Gefühls ist seine Unbegrenztheit; so kann man verstehen, wenn Ich von der Annäherung und ständigen Vertiefung eines Gefühls spreche. Bedenkt, dass die feurige Annäherung keine Grenzen kennt, sie liegt außerhalb unserer Dimensionen.

       Eine solche Situation muss man völlig wissenschaftlich annehmen. Noch kürzlich behauptete man, das Atom sei unteilbar, doch es erwies sich, dass auch diese Grenze bedingt ist. Auf diese Weise kann man sich dem Gedanken über die Unbegrenztheit anschließen.

       Doch wie wir bereits übereingekommen sind, ist Substanz Gefühl und umgekehrt. So führen wir Gefühl als Unbegrenztheit in das Verständnis ein. Mit anderen Worten, das Gefühl führt zu den Feurigen Toren.

 

       208. Ihr seid erstaunt, dass kurz vor dem Erdbeben

 [Russisches Original. Seite 99.]


Maßnahmen getroffen wurden, um Erbeben des Herzens zu verhindern. Lenkt nicht vor allem das Gefühl solche Telegraphen? Das heißt nichts anderes, als dass die lebendige Substanz des Gefühlswissens keines herkömmlichen Apparates bedarf. Doch ist es natürlich notwendig, diese Substanz wechselseitig zu nähren. Die Gedanken von Urusvati waren wirklich die beste Nahrung für diese Leitung.

 

       209. Wie kann sich jemand ohne Gefühlswissen die Wirklichkeit der Feurigen Welt vorstellen? Diese Eigenschaft muss man sich jedoch mit ganzer Hingabe anerziehen, und diese Hingabe muss gerade nicht auf dem Papier stehen, sondern sich im Herzen befinden. Die Annahme des Feurigen Plans beweist auch Mut, denn jeder unwissende Gedanke lehnt sich in erster Linie gegen die Feuer des Herzens auf.

 

       210. Es tröstet Uns, dass wenigstens einige den Sinn des Lebens verstehen und die Feurigen Welten anerkennen. Verlasst euch nirgends auf die Massen, doch habt zugleich  ganze Völker im Sinn. Das Auftreten der Knotenpunkte des Daseins erfolgt nicht nach gewöhnlichen Maßstäben.

 

       211. Ich billige es, wenn ihr die Erscheinung der psychischen Energie und der entsprechenden Mandeln sammelt. Dabei muss man seine Aufmerksamkeit der zeitlichen Aufeinanderfolge der Mitteilungen zuwenden. Bei dieser Reihenfolge kann man einen beabsichtigen Rhythmus erfassen. Es ist kein Zufall, dass verschiedenen Menschen in verschiedenen Ländern Hinweise gegeben werden. Die Aufeinanderfolge der Wellen von Ost und West ist ebenfalls kein Zufall. Das vergessene Gebiet wird allmählich von neuem erobert werden.

       Wieder kommen wir zu den Grundlagen des Daseins. Auf diese Weise werden wir das Leben nämlich wieder als Selbstvervollkommnung verstehen

 [Russisches Original. Seite 100.]


und sowohl die ethischen als auch die wirtschaftlichen Forderungen lösen.

       Daher ist es so wichtig, Fakten über psychische Energie aus verschiedenen Quellen sorgfältig zu sammeln, ohne sich durch ihre scheinbaren Widersprüche verwirren zu lassen. Nichts hat so viele Widersprüche hervorgerufen wie die psychische Energie. Diese Blumen des Daseins können nur von einer starken Hand gesammelt werden, sonst kann die Hand unter den Zeichen aller Zeitalter und Völker zittern. Es gab kein Volk, das nicht von Agni geträumt und dafür die besten Gleichklänge gesammelt hat.

       Ein einseitiges Bewusstsein stolpert unvermeidlich über Dogmen und wird durch Sophisterei erschreckt. Sophia[36] ist aber keine Sophisterei, und Erfahrung ist kein Vorurteil – so kann man eine nützliche Sammlung anlegen.

 

       212. Ich billige es, dass das Kalachakra* jetzt zusammengestellt wird. Diese Feurige Lehre ist von Staub bedeckt, sie sollte aber verkündet werden. Nicht der Verstand, sondern die Weisheit gab diese Lehre. Sie kann unmöglich den Händen unwissender Interpreten überlassen werden. Viele Wissensgebiete sind im Kalachakra vereint; nur ein unvoreingenommener Geist kann sich in diesen Aufschichtungen aller Welten zurechtfinden.

 

       213. Ein Anschwellen und eine Empfindlichkeit der Drüsen sind besonders während der Schulzeit zu bemerken. Die Ärzte bemühen sich auf verschiedene Art, diese Erscheinungen nach innen zu vertreiben oder die Drüsen zu entfernen. Aber kaum jemand dachte darüber nach, dass die besondere Empfindlichkeit der Drüsen von feurigen Erscheinungen abhängt, die durch eine neue Anspannung des Gehirns und des Herzens hervorgerufen werden. Weder Erkältung noch die stickige Atmosphäre der Wohnräume rufen die Anspannung der Drüsen hervor, sondern die neue Tätigkeit der feurigen Zentren. Eine ähnliche Anspannung

 [Russisches Original. Seite 101.]


wirkt sich nicht selten auf die Hautoberfläche aus.

       Eine Behandlung mit reiner Luft verringert natürlich die Spannung, denn die Feurigkeit des Prana überführt den unausgeglichenen Zustand der Drüsen in feurige Harmonie. Doch jedes gewaltsame Entfernen eines feurigen Apparates hat zweifellos eine große Wirkung für die Zukunft, weil damit die Feinfühligkeit der Aufnahmefähigkeit vermindert wird.

 

       214. Im Altertum galt es als nützlich, Wurzeln der Pflanzenfamilie Igniridaceae[37] auf die Drüsen aufzulegen, doch das ist eine sehr primitive Heilweise, denn die Feurigkeit dieser Pflanzen kann viel nützlicher angewendet werden. Sie können einen wertvollen Extrakt zur Steigerung der feurigen Tätigkeit liefern. Offensichtlich wollten die Alten Gleiches mit Gleichem heilen.

       Wermut ist auch gut, und auch Rosenöl kann beruhigend wirken, obgleich nicht so schnell. Tatsächlich kann man die Feurigkeit von Pflanzen auf vielerlei Weise anwenden, und man kann sie bei der Zusammenstellung stärkender Mitteln beifügen.

 

       215. Das Unglück der Menschen liegt gerade darin, dass sie es lieben, nach dem Zweiten zu greifen und das Erste zu vernachlässigen. Doch die Annäherung an höhere Energien verpflichtet dazu, das Grundlegende zu verstehen.

 

       216. Man muss auch an die Bewegungen Verstandes erinnern, der das Ferne ergreift und das Naheliegende übersieht. Bei der Verwirrung der Geister ist diese unentschuldbare Vernachlässigung des Naheliegenden besonders sichtbar.

 

       217. Bei einer feurigen Anspannung ist es besonders nützlich, zusammenzukommen und dem Feuer eine neue Richtung zu geben, doch man darf sich nur ohne Gereiztheit versammeln. Auch

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Augenblicke des Schweigens sind wie Balsam der Ruhe, wenn man ein nahestehendes Herz unterstützen kann.

 

       218. Rotes Licht wirkt gewiss nicht beruhigend. Man muss sehen, wie angespannt der Raum ist.

       Würden die Häupter der Regierung nur verstehen, dass die kosmischen Zustände eine bestimmte Bedeutung haben! Doch leider werden sogar die wenigen astrologischen Versuche von sinnwidrigen Auslegungen entstellt.

       Wie in allem, sollte man zum Einfachsten und Genauesten zurückkehren. Alle Lehren werden von willkürlichen Auslegungen überdeckt. Man sollte die Vergangenheit so verstehen, wie es nur ein ehrlicher Historiker kann.

 

       219. Welcher der konventionellen Menschentypen bringt ein feuriges Herz zum Ausdruck? Die gewöhnliche Denkweise könnte dies von einem Sanguiniker oder im äußersten Fall von einem Choleriker annehmen, doch dies ist eine Schlussfolgerung aus Unwissenheit. Ein feuriges Herz ist seinem Wesen nach synthetisch und passt nicht völlig in die konventionelle Einteilungen hinein. Man kann nur bestätigen, dass ein Hypochonder der Feurigkeit nicht entspricht.

       So muss man sich das feurige Herz als ein allumfassendes Gefäß vorstellen. Die Feuer eines solchen Herzens werden auch nicht gleichförmig sein. Wer kann Buddhi* auf die blaue Farbe begrenzen? Man könnte fragen: Von welcher Art ist diese vibrierende blaue Farbe? In jeder Skala gibt es ein blaues Licht in Abhängigkeit von dem äußeren und dem inneren Chemismus. So lasst uns auch die Farbenblindheit nicht vergessen, die weit entwickelt ist.

       So wird das feurige Herz in dem einem Gesetz den ganzen Reichtum finden, der der Herrlichkeit des Kosmos angemessen ist.

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       220. Lernen wir zu unterscheiden, dann werden wir großzügig. Keine beschränkte Person wird geistig reich werden. Man muss aber auch Mitleid mit der Farbenblindheit des Nachbarn haben. Jedermann bis hinauf zu den höchsten Stufen unterliegt doch solchen Verschiedenheiten.

       Verlangen wir nicht, dass alle Menschen gleich denken. Es ist gut, wenn sie unterscheiden, wo Licht ist und wo Finsternis. Doch feinstoffliche Schwingungen werden nicht leicht wahrgenommen.

 

       221. Besonders beim Essen sollte man das Feuer nicht anspannen. Nicht zufällig ziehen es manche Menschen vor, bei Tisch zu schweigen. So sind über das ganze Alltagsleben die notwendigen Mitteilungen verstreut. Die Menschen wenden die gesunden Ansichten selten an.

       So kaufen die Menschen zum Beispiel nicht nur gern viele Sachen, sondern verwenden sie auch gleich und vergessen dabei, dass jedes Ding sehr komplexe Aufschichtungen trägt. Der alte Brauch, jeden neuen Gegenstand zu beräuchern, hatte eine offensichtliche Grundlage. Nur hatte man dabei nicht so sehr die physische als vielmehr die feinstoffliche Aufschichtung mit allen ihren psychischen Wirkungen im Auge.

 

       222. Solange die Menschheit im körperlich-physischen Bewusstsein verharrt, kann man die Methoden der herkömmlichen experimentellen Medizin kaum ändern. Nur wenn man das Bewusstsein zur psychischen Energie hinlenkt, kann man die sinnlose Vivisektion begrenzen. Die Arbeit mit lebenden Pflanzen einerseits und die Anwendung der psychischen Energie andererseits werden das Denken in einen neuen Kanal lenken; doch auf jeden Fall findet jeder Widerspruch gegen die Vivisektion bereits Unsere Billigung. Solche Äußerungen zeugen von der Kenntnis

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der Erscheinungen der Feinstofflichen Welt und dem Verständnis dafür, dass solche Vivisektionen zu neuen Ansteckungsherden werden können.

       In Zukunft werden eine hinreichende Vorbeugung und die Fähigkeit, die psychische Energie anzuwenden, Krankheiten überhaupt nicht aufkommen lassen. Doch einstweilen muss man die Grausamkeiten der Vivisektion so weit wie möglich unterbinden und immer wieder über die psychische Energie sprechen. Bei einer solchen stetigen Mahnung wird die Energie selbst stärker in Erscheinung treten. Feuriges Denken ist doch auch ein Entzünden der Fackeln.

 

       223. Neues Denken bedeutet nicht, alles Alte zu verwerfen. Es wird der beste Freund von allem bisher Entdeckten sein. Ein solches Denken weist eine unverstandene Formel nicht bloß deshalb zurück, weil sie im Moment nicht klar erscheint. Unser Freund wird eine unklare Formel behutsam beiseitelegen. Oft steckt hinter der Unklarheit keine verborgene Errungenschaft, sondern sie ist auf eine Vielzahl vergänglicher Mundarten zurückzuführen.

       Nicht jede Sprache bleibt erhalten, schon im Lauf eines Jahrhunderts ändert sich der Sinn der Ausdrücke und zieht eine Komplizierung der Denkweise nach sich. Bedauern wir nicht fließende Gewässer, doch vergessen wir nicht, dass wir mit neuen Augen auf alte Errungenschaften blicken. Eine große Zahl einzelner alter Bezeichnungen mag fremd erscheinen, weil sie in fremde Mundarten eingefügt und oft verunstaltet ausgesprochen wurden.

       Im Altertum sang man diese bedeutenden Wörter, um sie auswendig zu lernen, doch der Rhythmus ist als etwas Unnötiges verlorengegangen. Die Menschen haben aber mit dem Verlust des Rhythmus auch die Bedeutung der Schwingungen vergessen. Das neue Denken vergisst die Grundgesetze nicht.

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       224. Gutherzigkeit ist eine der feurigen Eigenschaften. Doch was haben die Menschen aus diesem Zustand gemacht? Gutherzigkeit birgt nicht Schlaffheit, sondern volle Gerechtigkeit. Das feurige Herz begreift genau, wie unzulässig Bosheit ist. Es kennt die Schöpfung, die Bosheit als untaugliches Mittel ausschließt. Gutherzigkeit empfindet auch Zweckmäßigkeit, anders gesagt, das höhere Maß der Gerechtigkeit.

       Über das Gerechtigkeitsgefühl haben Wir vieles gesagt, doch es ist so grundlegend, dass man es bei jeder Erklärung bekräftigen sollte. Was sonst wird das persönliche Gefühl ausgleichen, wenn man von hinter einem Schirm des Blutes aus zum Licht aufblicken muss? Nicht zufällig sagen die Menschen von einem ungerechten Richter, seine Augen seien blutüberschwemmt.

       So müssen wir bei Gesprächen über feurige Reaktionen ständig die feurigen Ströme unserer Nervenzentren regulieren. Jede Erwähnung des Feuers ruft schon eine gewisse Anspannung desselben hervor.

       Wer feurig denken will, muss deshalb auch die feurige Verantwortung kennen. Eine solche Verantwortung ist äußerst schwerwiegend, denn sie schließt die gegensätzlichsten Keime in sich ein. Doch von den unterirdischen Feuern bis zum höchsten Licht ist es ein weites Gebiet!

 

       225. Im Kampf kann es einen Augenblick der Erholung und der Verbundenheit geben. Ihr habt etwas wie beißende Ströme verspürt. Nicht die Ströme selbst sind beißend, sondern der Widerstand, von dem die irdischen Schichten erfüllt sind. Diese Pfeile der Dämonen verdecken die Sonne. Wir müssen alle Energien verstärken, weshalb Verbundenheit besonders nötig ist.

 

       226. Bei einer Gedankenübertragung geht die Schwierigkeit

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nicht so sehr vom Sender aus, die Hauptsache ist vielmehr der Empfang. Das Senden geht durch Anspannung des Herzens und des Willens vor sich, daher hängt es gänzlich vom Sender selbst ab. Doch der Empfänger befindet sich gewöhnlich in einem anderen Zustand. Er kann nicht nur gedanklich überlastet, sondern sein Gedanke und sein Bewusstsein können abwesend sein.

       Darüber hinaus können die unverhofftesten Ströme den Raum kreuzen und auf diese Weise einen Teil der Sendungen entstellen. Um dieses Hindernis wenigstens teilweise zu vermeiden, lehren Wir Umsicht und Wachsamkeit. Wenn sich das Bewusstsein an diese Zustände gewöhnt, bleibt der Empfänger angespannt und geöffnet.

       Diese Methode steter Wachsamkeit ist nicht allein die Unsrige, sie wurde bereits im fernen Altertum angewendet. Jede Einweihung in die Mysterien umfasste die Frage: „Ist dein Ohr geöffnet?“ Ein solches Geöffnetsein bedeutet vor allem die Fähigkeit, scharfsichtig auf der Wacht zu sein.

       Die Bedingung sich kreuzender Ströme wurde durch Streben zum Hierarchen vermieden, zu dem ein Kontakt hergestellt wurde. Natürlich kann es schädigende Versuche mit der Absicht geben, die Ströme zu unterbrechen oder sich an sie anzuhängen. Außer der bereits erwähnten Luftröhre kann man Abhören durch gegenseitiges Streben vermeiden – das kommt einem Galvanisieren der Leitung gleich.

       So kann man allmählich viele nützliche Dinge erlangen. Dabei lasst uns nicht vergessen, dass diese Errungenschaften unzerstörbar sind.

 

       227. Die Menschen dürfen nichts Verdorbenes in ihren Häusern halten. Gärung und abgestandenes Wasser ziehen unerwünschte Wesenheiten an. Wenn sich

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das Photographieren von Wesenheiten der Feinstofflichen Welt entwickelt, wird es möglich sein, auf einem Film den Unterschied der Umgebung von einem Stück Käse, Fleisch oder einer frischen Rose festzustellen.

       Abgesehen von logischen Argumenten kann man sehen, dass die von Fleisch angezogenen Gestalten abstoßend sind. Diese Liebhaber von Verwestem begleiten das für sie leckere Gericht sogar bis zum Mund.

       Schon vor dem Photographieren von Auren kann man durch Aufnahmen von Gegenständen und ihrer Umgebung Erfahrung sammeln. Das Experiment erfordert wie immer Geduld und Ausdauer. Man sollte mit anschaulichen Gegenständen beginnen.

       Von den reinen Aromen muss man der Rose den Vorzug geben, sie enthält ein sehr haltbares Öl. Man sollte allerdings nicht vergessen, die Blumen vor ihrer Verwesung zu sammeln. Ich weise auf Rosen hin, weil sie die meiste feurige Energie enthalten. Auf diese Weise stehen Rosenliebhaber der feurigen Energie nahe.

       Wesenheiten, die sich von Verwestem nähren, meiden das Aroma der feurigen Energie. Man muss diese Weisung ganz einfach und genauso wie eine Information aus der Apotheke annehmen.

 

       228. Sowohl bei der Erforschung des Gewichtsverlustes als auch der Gewichtszunahme wird Handauflegen angewandt; das heißt, dass die Hände eine gewisse feurige Energie übertragen. Doch das ist nur eine gewisse feurige Stufe, die nächstfolgende ist die Übertragung derselben Energie durch den Blick, wobei die Frage der Entfernung zweitrangig ist. So kann man auf Entfernung das Gewicht eines Gegenstandes erhöhen oder verringern. Nicht wahr, das wäre doch eine angenehme Beschäftigung für einen Kaufmann?

       Deshalb ist es gut, dass beim derzeitigen Zustand der Menschheit solche Energien nicht oft in Erscheinung treten.

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Man könnte viele Experimente aufzeigen, die das irdische Alltagsleben einfach erleichtern könnten; doch die Menschen würden sie natürlich anwenden, um die Zahl der Morde zu erhöhen.

       Indes klopfen die feurigen Energien an ihre Gefängnistüren. Die Frist naht, wo sie entweder vernünftig angewendet oder als feurige Krankheiten oder kosmische Kataklysmen herniederströmen werden. Drei Auswege liegen vor der Menschheit. Es ist ihr überlassen, entsprechend ihrem Bewusstseinszustand einen beliebigen zu wählen. Wahlfreiheit wird immer gewährt.

       Niemand kann behaupten, vor der Katastrophe des Weltkrieges seien nicht viele Warnungen gegeben worden. Sogar sehr kurzsichtige Menschen bemerkten sie, aber der Wahnsinn blendete die meisten. Dies geschah unter den Augen der lebenden Generationen, doch die Umsicht hat nicht zugenommen.

       Zehn Millionen Opfer bedrückten die Schichten der Feinstofflichen Welt. Die Menschen beteten fürs Morden und dachten nicht daran, womit sie für die Verletzung des Daseinsgesetzes werden bezahlen müssen! Anstatt sich belehren zu lassen, sind die Menschen zu neuem Morden bereit; sie denken nicht daran, dass als natürliche Auswirkung des Gesetzes der Natur feurige Energien den Planeten überfluten werden. So muss man es im „Feurigen Buch“ für jene wenigen niederschreiben, die willens sind, an die Zukunft zu denken.

 

       229. Wenn gefragt wird: „Sind die Welten bewohnt?“ antwortet bejahend. Vom irdischen Gesichtspunkt aus ist ein Verweilen natürlich nicht überall möglich, doch die Welten als solche sind im Wesentlichen bewohnt. Natürlich sind alle diese verschiedenen Evolutionsstufen für einander nicht immer zugänglich. Es wird jedoch kein großer Fehler sein, zu sagen, dass

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alle offenbarten Räume bewohnbar sind. Das Mikroskop zeigt Leben über den ganzen Planeten hinweg; dasselbe Gesetz gilt auch im Raum.

       Wenden wir uns wieder dem Schaden des Tötens zu. Jede Explosion stört das Gleichgewicht vieler für uns unsichtbarer Wesenheiten. Nicht Millionen, sondern unzählige Milliarden nehmen Schaden durch Krieg. Man darf den ganzen atmosphärischen Aufruhr durch Gase und Explosionen nicht vergessen. Das ist kein Okkultismus, sondern wissenschaftlicher gesunder Menschenverstand. Daher möge die Menschheit die Rückschläge nicht vergessen.

 

       230. Der Gedanke an einen Rückschlag oder an Karma sollte einen nicht entkräften, sondern im Gegenteil zu schönen Taten anregen.

 

       231. Feuer ist wahrhaftig ein Vereiniger. Wo das Feuer schwindet, tritt augenblicks Zersetzung ein. Es ist wahr, Zersetzung akkumuliert durch ihre Gärung neues Feuer, doch das stellt schon eine besondere Verbindung von Teilchen dar. Ähnlich sollte man über jede Handlung nachdenken. Es ist nicht unrichtig zu sagen, dass die Vertreibung des Feuers aus dem Gedanken Zersetzung erzeugt.

       Wenn Ich über Einheit spreche, setze Ich auch feurige Verschmelzung voraus. Wie der Gießer die richtige Metallmenge für eine Figurengruppe kennt, so wirkt Feuer auf die Einheit der Menschen. Man kann diese Vereinigung als die Schöpfung einer gigantischen Figur mit der ganzen Macht eines Riesen darstellen. Und wir müssen nach der Bildung dieser Gemeinschaften des Geistes streben. Betrachten wir sie nicht als künstliche Golems[38]. Das Ungeheuer Golem blieb ohne das Feuer des Geistes, und deshalb zerstörte es sich selbst.

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       Der Geist ist ein feuertragender Magnet, und man kann ihm einen Teil der höheren Energien beifügen.

 

       232. Sie werden kommen, die Verlöscher; sie werden kommen, die Zersetzer; sie werden kommen, die Lästerer; sie werden kommen, die Finsteren aus der Finsternis.

       Man kann einer bereits eingesetzten Zersetzung nicht entgehen. Doch der Weise blickt nicht zurück; denn er weiß, dass Feuer unerschöpflich ist, sobald es herbeigerufen wurde.

       Nicht ohne Grund beauftragte Ich euch, wiederholt über die Weisungen zu sprechen. Wiederholung an sich stärkt schon die Grundlage.

 

       233. Es ist wertlos, zu trödeln, wenn dunkle Wolken sich zusammenballen. Ich erinnere daran, dass die Hauptgrundlage der einzige Anker ist. Es ist wertlos, sich umzuschauen, wenn der Weg über einen Abgrund führt. Man muss einfach zusammenkommen, um sich zu retten.

 

       234. Wenn wir alle Himmelskörper aufzählen, wenn wir die ganze nicht offenbarte Tiefe ermessen, werden wir damit die gegenwärtige Stunde nicht verbessern. Mit mutigem Herzen muss man die quälende Finsternis erkennen, die naht, sobald die Feuer erlöschen.

       Nach Meinung vieler ist Einheit ein unnötiges Relikt. Man meint, Individualität werde durch Uneinigkeit bewahrt – das ist die Logik der Finsternis.

       Manchmal finden die Menschen jedoch bei gefährlichen Epidemien Rettung, indem sie sich an einfache Mittel erinnern. Das Mittel der Einheit ist so einfach. Es besiegt offensichtlich die Finsternis. So möge der Speer über dem Drachen nicht schlummern.

 

       235. Die feurige Verwirklichung vollzieht sich nicht in süßem Dahindämmern, sondern bei Donner und Blitz. Wer es lernt, inmitten von Blitzen Ruhe zu fühlen, kann leicht über die Feurige Welt nachdenken. Es ist notwendig, an die Welt des Lichts zu denken. Man sollte Gedanken in ihre Höhen senden.

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       So kann man gedanklich nicht nur am irdischen Kampf, sondern auch am Kampf in der Feinstofflichen Welt teilnehmen. Wahrhaftig, die irdischen Zerstörungen sind nichts im Vergleich zur Zerstörung der Feinstofflichen Welt. Viele der besten Vorhaben zerfallen zusammen mit abscheulichen Anhäufungen; davon werden natürlich besonders jene Bewohner berührt, die Aktivität bekunden; von ihnen gibt es viele, sowohl in den niederen als auch in den höheren Schichten. Das eindringende Feuer wird von all jenen empfunden, die sich nicht an die Feurigkeit gewöhnt haben.

       Wenn Ich daher von dem Gedanken an die Feinstoffliche Welt spreche, rate Ich zu etwas sehr Nützlichem. Und wenn Ich von dem Gedanken an die Feurigen Welten spreche, rate Ich etwas Notwendiges. Die Bejahung des feurigen Gedankens bedeutet bereits, Unbesiegbarkeit zu erlangen. Wie die Schuppen eines Panzerhemdes nach und nach aneinandergereiht werden, so wächst unsichtbar das feurige Gefieder.

 

       236. Man kann sich einen Augenblick ohne die Elemente Erde, Wasser und sogar Luft vorstellen, aber keinen Augenblick ohne Feuer. Ungewöhnlich ist ein Aufbau, wenn das Grundlegendste unsichtbar bleibt, aber bereit ist, sich überall auf die allereinfachste Weise zu offenbaren. Die Wissenschaftler wollen das Element Feuer nicht in seinem vollen Umfang annehmen, jede Teilung erschwert aber nur die Zukunft.

 

       237. Meint ihr nicht, dass dann, wenn euch Wörter gleichsam entschlüpfen, ein beträchtlicher Teil eurer feurigen Energie weit in die Ferne strebt? Es sollte einen nicht erstaunen, dass die feurige Energie stark verausgabt wird, wenn Menschen sich in verschiedenen Ländern befinden. Die feurige Substanz des Moschus kann

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diese Verausgabung mit Mühe ausgleichen.

       Der Gedanke an ferne Tätigkeit verstärkt dieses Aussenden von Energie. Man kann verworren denken, wie in einem Dämmerzustand, und durch diesen schwachen Druck wird die Energie kaum angespannt; doch die Gedankenkraft ist wie der Hebel einer Pumpe, und die Sendung eines solchen Kolbens erzeugt eine ferne Errungenschaft.

 

       238. Man muss verstehen, welch große Errungenschaft es ist, inmitten eines Angriffs das Gleichgewicht zu bewahren, das lobe Ich.

 

       239. Der Mensch kann mittels seiner feurigen Natur unterirdische Erzvorkommen und Gewässer erkennen. Diese Eigenschaft ist bereits aus dem Okkultismus in das Gebiet des Akzeptierten übergegangen. Wenn eine solche Anwendung der feurigen Energie möglich ist, bedeutet das, dass es auch viele andere Erscheinungen von Agni geben kann. Verbindungen feuriger Energie mit Klang, Farbe oder anderen feurigen Zweigen des einen großen Fohat* bürgen für die Erneuerung der ganzen Weltvorstellung.

       Mögen die Menschen einfach den Strömen des feurigen Uruvela[39] nahen. Bei einem jeden findet sich feurige Energie. Die Anwendungen von Fohat sind vielfältig; nicht nur Menschen des feurigen Elements, sondern auch diejenigen, die zu anderen Elementen gehören, können aus dem Kelch des Fohat schöpfen.

       Wenn es beachtenswerte Experimente mit der Wirkung von Gedanken auf Pflanzen gibt, können auch Beobachtungen über die Einwirkung des Gedankens auf eine Flamme angestellt werden. Unter dem Strom eines feurigen Gedankens kann eine Flamme beginnen, sich zu nähern oder zu entfernen. Die ägyptischen Mysterien wiesen auf die besondere Kraft eines Gedankens hin, der durch eine Flamme gesandt wurde. Dieser Rat enthielt das Wissen um die Feurigkeit des Gedankens. So kann man die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Sphären des Fohat lenken.

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       240. Der eine empfängt die Kommunion aus einem Feurigen Kelch, der anderer schlürft einen Becher feurigen Weines. Der erstere ist im Geist entzückt, der zweite schaudert vor der Flamme und zerstört sich selbst. Der erstere kann unbegrenzt kommunizieren, der zweite erreicht rasch die Grenze der Vergiftung.

       Liegt die Lösung nicht im Geist? Die Qualität des Gedankens verwendet das Feuer für etwas Gutes. Trunkenheit ist als Entstellung des heiligen Feuers beklagenswert. Am allerwenigsten lässt sich Feuer mit Egoismus vereinbaren.

 

       241. Kann ein auf Erden Inkarnierter gedanklich in der Feinstofflichen Welt schaffen? Ja, besonders, wenn Agni tätig ist. Man kann Pflanzen anpflanzen und veredeln. Man kann bauliche Formen schaffen. Man kann an einer Vielzahl von Verbesserungen teilnehmen, wenn sie nur nicht hässlich sind. Urusvati hat einen von ihr gepflanzten Baum gesehen. So kann man aus schwachen, gebrechlichen Formen Starkes und Dauerhaftes schaffen.

       Auf diese Weise bereiten wir im irdischen Dasein die künftigen herrlichen Gärten. Der Gedanke schafft in seiner ganzen Aufbautätigkeit auch unser eigenes künftiges Glück. So gehen wir in Gedanken über die Grenzen der Erde hinaus.

 

       242. Licht entsteht aus Finsternis – diese Wahrheit erscheint weiterhin vielen als Paradoxon. Diese vielen haben nie das Licht wahrgenommen und verstehen nicht, dass das Höhere Licht dem Sehvermögen nicht zugänglich ist, weder dem irdischen noch dem feinstofflichen; seine Funken ermüden sogar die Augen.

       H.[40] wurde von Wellen dieser Funken eingehüllt, und Urusvatis Augen waren besonders ermüdet. Er bedurfte dieser Einhüllung, dies war die Vorführung einer Gedankensendung auf große Entfernung. So übersenden Wir Weisungen, aber infolge verschiedener Spannungen wird vieles verzerrt.

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       Man kann bestätigen, dass Gereiztheit eine Verzehnfachung der Energie erfordert, und solche Funkenbündel können einem den Kopf abtrennen. Wenn Ich euch deshalb rate, euch der Gereiztheit zu enthalten, bedeutet dies, dass Wir den besten Einfluss suchen.

       Die Feurige Energie erscheint unglaubwürdig. Die Menschen widersetzen sich dieser Macht und bringen damit viel Elend hervor. Die Einhüllung mit feurigen Funken hat viele verschiedene Gründe. Der feurige Panzer schützt vor feindlichen Pfeilen.

 

       243. Man darf an das Feuer nicht mit eigensüchtigen Zielen herangehen. Ein einfaches Gebet über Vervollkommnung öffnet die besten Tore. Ebenso hilft ein einfaches, aufrichtiges Verhalten, die wirklichen Rhythmen des Kosmos zu erkennen. Eigensucht kann leicht den kosmischen Rhythmus verändern, doch die Verbindung mit der Hierarchie führt zur Erkenntnis der Wahrheit.

       Die Erfahrung mit dem Schönen hält einen in den Grenzen dessen, was richtig ist. Wenn die irdische Welt so reich ist, wenn die Feinstoffliche Welt noch reicher ist und wenn die Feurige Welt so erhaben ist, bedarf es der Erfahrung mit dem Schönen. Allein die Schärfe der Beobachtungsfähigkeit hilft, Schönheit zu verwirklichen.

       Es ist ein Irrtum zu meinen, dass die vorübergehenden Methoden der Kunst die einzige Beurteilungsgrundlage bilden könnten. Nur die Beobachtungsfähigkeit, die das dritte Auge nährt, bietet nämlich eine feste Grundlage für Schöpfung, die auch für die Feinstoffliche Welt geeignet ist.

 

       244. Die Schöpfung in der Feinstofflichen Welt unterscheidet sich bedeutend von den irdischen Bedingungen. Man muss sich an die sogenannte Gedankenschöpfung gewöhnen. Freilich, der Gedanke kann in seinen Windungen sehr verworrene Vibrationen erzeugen. Feste Formen hängen nicht nur von der Willenskraft, sondern auch

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von früheren Beobachtungen ab.

       So wie Mineralien in einem feurigen Prozess wohlgeformte Kristalle erzeugen, ist auch für Schöpfung Feurigkeit nötig. Sie wird, wie alles andere, allmählich angesammelt und gehört zu den untilgbaren Aufspeicherungen, deshalb ist es für sie nie zu spät.

 

       245. Ihr schätzt Auffassungsgabe bei Mitarbeitern, ganz ebenso ist es entlang des ganzen Fadens der Hierarchie. Kein Wissen verleiht feurige Auffassungsgabe, die durch viele Erfahrungen aufgespeichert wird. Was in allen Lebenslagen möglich ist und was nicht, kann man nicht niederschreiben. Wissen allein ist nur eine tödliche Gefahr, seine Anwendung jedoch ist eine feurige Kunst.

       Deshalb schätzen Wir so sehr eine schnelle Auffassungsgabe, jenes Gefühlswissen, das einem eingibt, wann man den Schlüssel im Schloss nicht umdrehen sollte. Wer solches Gefühlswissen aufgespeichert hat, wird nicht zu einem Verräter, weder bewusst noch indirekt. Den Schlüssel auszuhändigen ohne Rücksicht auf das Bewusstsein bedeutet bereits, Verrat zu üben.

       Weder List noch Fälschung zu bemerken heißt, nicht auffassungsfähig zu sein. Eine Auffassungsgabe, die erst am nächsten Tag einsetzt, hat wenig Wert. Eine solche Auffassungsgabe hält einen am Abgrund nicht zurück, doch wie feinfühlig muss die Aufspeicherung der Auffassungsgabe sein! In jeder Schule muss man die Aufspeicherung schnellen Denkens lehren, wie könnte man ohne sie die Flamme durchschreiten?

 

       246. Ihr habt darüber gelesen, dass bereits seit siebzehn Jahren täglich Erdbeben stattfinden – diese wissenschaftliche Mitteilung ist nicht ganz genau. Bereits seit achtzehn Jahren befindet sich die Erde in einem ununterbrochenen Beben.

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       Man muss alle Einzelheiten der Fristen der nahenden feurigen Entscheidungen bestätigen. Beim Ansteigen der Wellen des Erdbebens sollte man nämlich auf der Hut sein und überdenken, ob alles in Ordnung ist.

       Doch durch den Anzeiger des Seismographen[41] wird dem Zustand der Welt nicht geholfen. Sogar wenn einmal alle seismographischen Anzeiger kaputtgehen würden, wäre dies keine Hilfe, und welche Zeitung würde über eine solche Panne berichten?!

       Mit einem Wort, die von den Menschen geschaffenen Ereignisse sind von größerer Bedeutung als man meint. So zählt achtzehn Jahre zurück, und ihr werdet ein bedeutendes und äußerst abscheuliches Ereignis gewahren.

 

       247. Die Beben der Erde werden stärker; und fragt jene, die einen doppelten Puls besitzen, wie sehr er anstieg. Zweifellos hat sich alles, was mit der feurigen Energie in Beziehung steht, verstärkt und angespannt. Die Menschen verstärken diese Bereiche durch ihre Lebens- und Denkweise.

       Nichts erregt das feurige Element so sehr wie unordentliches Denken. Früher hat man die Menschen wenigstens manchmal denken gelehrt. Nicht selten weckte das Skandieren[42] und Auswendiglernen der Lebensgesetze den Gedankenstrom. Doch das Erwecken von Begierden und Ichsucht kann zu zottigem Denken führen. Inmitten dieser bloßen Bruchstücke wird chaotische Raserei erzeugt. Warum Zerstörung heraufbeschwören?!

 

       248. Bei Experimenten mit Gedankenübertragung kann man beobachten, wie sehr ein von außen kommender Gedanke am Gehirn abgleitet. Eine der Eigenschaften der feurigen Energie ist ihr Ungestüm, das der Natur des Feuers entspricht. Aus diesem Grund ist es schwer, eine Mitteilung von außen im Gedächtnis zu behalten. Man sollte sich wegen dieser feurigen

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Angewohnheit nicht tadeln, muss aber die Eigenschaften des Feuers beobachten.

       Auffassungsgabe ist natürlich eine Hilfe, jedoch unter irdischen Bedingungen kann man die feurigen Berührungen nicht festhalten. Es ist nicht nur schwer, sich an von außen kommende Gedanken zu erinnern, sondern es ist auch schwer, viele gleichzeitige Sendungen auseinanderzuhalten.

       Auch in einem solchen Fall ist der Faden zur Hierarchie eine Hilfe, denn ein einziges starkes Streben stimmt gleichsam den ganzen Akkord.

 

       249. Über einen Rischi wurde berichtet, dass er sogar bei der Erwähnung von Bösem Schmerz verspürte. Man sollte einen solchen Rischi nicht als arbeitsscheu ansehen, sondern eher über seine Abwendung vom Bösen erstaunt sein.

       In der Tat, jeder, der das Feuer erkennt, empfindet das Böse besonders heftig als unmittelbaren Antipoden seines Daseins. Man muss, Ich sage man muss in sich diesen Widerstand gegen das Böse entwickeln, das sich als Widersacher des Fortschritts erweist. Man muss, Ich sage man muss diese Grenze erkennen, die den Fortschritt zum Guten der Evolution behindert.

       Man kann über die Kompliziertheit solcher Grenzen hören, doch die Offenbarung des Feuers wird anzeigen, wo es Evolution gibt und wo die Gebrechlichkeit der Zersetzung. Die Feurige Welt ist das wahre Symbol einer ununterbrochenen Entwicklung.

 

       250. Wenn wir uns für einen Augenblick vorstellen, der Raum bestehe aus Schichten von Papier, und wir setzen ihn der Wirkung von Radio oder Fernsehen aus, dann werden wir auf jeder Schicht eine Aufzeichnung finden, die sie durchdrungen hat; ganze Porträts werden auf den Schichten des Raumes abgebildet sein. Auf genau dieselbe Weise verbleiben auf den Akascha*-Schichten Abdrücke.

       Wir klagen manchmal gern darüber, dass wir längere Zeit nicht das sehen, was wir gern möchten, doch wir überlegen nicht,

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dass ein Bild aus verschiedenen Gründen nicht in den Raum eingeprägt werden darf. Nicht von Menschenhand geschaffene Bilder werden davongetragen wie Papierblätter im Wirbelwind; weshalb man sich an den Gedanken gewöhnen muss, dass alles untilgbar ist. Nur so ist es möglich, sich seiner Umgebung gegenüber wirklich behutsam und sorgsam zu verhalten.

       Man darf nicht meinen, man könne dem Gesetz entfliehen, das sogar bei einfachen physischen Einrichtungen zum Ausdruck kommt. Man kann sich leicht vorstellen, wie ein räumlich übermitteltes Porträt an jedem beliebigen Punkt des Übertragungsweges abgefangen werden kann.

       Ihr wisst genug über physische Teraphime; das bedeutet, dass es auch feinstoffliche Teraphime geben kann. Deshalb muss man nicht nur im Heim, sondern auch im Raum alles Wertvolle behüten. Es können schützende Luftkanäle geschaffen werden, doch sie verschlingen eine Menge Energie. Lernen wir es also, den wertvollen Begriff wirklich zu hüten.

 

       251. Jeder physische Apparat schafft eine völlige Analogie in der Feinstofflichen Welt. Dabei kann man leicht spüren, wie einfach es ist, die Kraft eines Apparates zu steigern, indem man Agni herbeiruft. So kann man viele Experimente, die sich als erfolglos erwiesen, erneut durchführen.

       Die Experimente Keelys[43] und sogar der Apparat Edisons[44] blieben für die Feinstoffliche Welt unvollendet, weil die Energie Agni nicht angewendet wurde; in dem einen Fall wegen Argwohn in der Umgebung, im anderen wegen persönlichen Misstrauens. Es heißt: Sogar eine Kerze lässt sich nicht ohne Vertrauen anzünden.

 

       252. Es fällt den Menschen schwer zuzugeben, dass man von jedem Flug nicht zurückkehren könnte – so wenig stellen sie

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sich die Wirklichkeit vor.

       Es ist unerlässlich, in den Annalen der Alchemie und in den Chroniken die Vergangenheit zu studieren. Sobald man ein Verständnis für Agni erlangt hatte, spiegelte sich dies sowohl in der Wissenschaft als auch in den Staatsangelegenheiten wider. Man darf nicht glauben, Agni sei nur ein Fabrikinspektor, es ist die treibende Kraft aller Gedanken der Menschheit. Man muss es nicht nur hüten, sondern geradezu liebgewinnen.

 

       253. Man darf nicht denken, die unheilvolle Lage der Menschheit könne sich bessern, solange sich die Menschen den drohenden Vulkan nicht ins Gedächtnis rufen und sich nicht der psychischen Energie zuwenden. Die Verlagerung des Golfstromes ist nur eines der vielen bedrohlichen Anzeichen, man kann viele andere, näherliegende finden.

 

       254. Dem Bewusstsein gemäß zu sprechen bedeutet, schon auf einer höheren Stufe zu sein. Die verschiedenen Dogmen sind besonders schädlich, weil sie eine starre Formel anbieten, ohne das Niveau des Bewusstseins zu berücksichtigen. Wie viele Verneinungen, wie viel Zorn und Verwirrung entstehen bloß durch den Grad des Bewusstseins! Und nicht nur der Grad, sondern auch die Verfassung des Bewusstseins ist oft entscheidend.

       Über den Schaden der Gereiztheit, die das Bewusstsein trübt, wurde zur Genüge gesprochen, doch neben diesem Hauptfeind muss man an all die kleinen Ablenkungen des Gedankens denken. Man muss sich angewöhnen, den Grundgedanken des Daseins unverdunkelt zu tragen.

       So wird die wahre Evolution einsetzen, wenn die Lehrer in der Schule den Umgang dem Bewusstsein gemäß verstehen. Es ist unmöglich, die Menschen bloß nach Alter oder Klassen einzuteilen. Wir beobachten ständig, dass einige Kinder der Sprache der Erwachsenen bedürfen und bejahrte Personen, manchmal

 [Russisches Original. Seite 120.]


in Regierungspositionen, nur kindliche Erwägungen verstehen können. Das Himmelreich ist nicht für solche Kinder! Das neue Bewusstsein kommt nicht von mechanischen Formeln.

       So muss man verstehen, dem Bewusstsein des Gesprächspartners gemäß zu sprechen. Das ist nicht leicht, aber eine hervorragende Übung der Auffassungsgabe. Dies gehört auch zu den feurigen Beschäftigungen.

 

       255. Die feurige Spannung des Raumes ruft unvermeidlich eine besondere Müdigkeit der Augen hervor. Man muss die Arbeit der Augen unterbrechen und sie für kurze Zeit schließen. Man kann auch warme Kompressen machen, doch es ist sehr nützlich, die Augen für kurze Zeit zu schließen.

       In der Epoche des Feuers entsteht eine Vielzahl neuer Bedingungen. Man muss diese neuen Faktoren in allen Lebensumständen in Betracht ziehen. Der Hauptfehler ist, dass die Menschen die äußeren Bedingungen der Natur für etwas Unbewegliches halten. Freilich, für viele Generationen schien der Mond unverändert zu bleiben, dennoch konnte einmal eine substantielle Veränderung an ihm bemerkt werden.

       Eine Lampe fällt einmal auf den Tisch, doch diese Möglichkeit wird immer vorausgesehen. So darf man eine nützliche Vorbeugung in Verbindung mit der Anspannung des feurigen Elements nicht vergessen.

 

       256. Die Menschen hüten sich immer davor, keine Lampe umzuwerfen. In dieser Besorgtheit liegt eine gewisse Achtung vor dem Feuer. Furcht vor einer Feuersbrunst ist nur eine grobe Bestätigung der Achtung. Man kann nicht bezweifeln, dass die Menschen das besondere Gefühl der Achtung vor dem Element Feuer nicht eingebüßt haben.

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Das Inerscheinungtreten dieses wunderbaren Elementes ist immer mit besonderer Begeisterung begrüßt worden.

 

       257. Argwohn ist bereits eine Herausforderung. Es kann eine bewusste Herausforderung geben, doch die Herausforderungen im Falle des Argwohns sind besonders chaotisch.

       Abgesehen von den Verwicklungen des Lebens führt Argwohn leicht zu Ansteckung. Wie viele Epidemien breiten sich bloß durch Argwohn aus! Karmische Krankheitskeime werden durch Argwohn hervorgerufen.

       Die Grenze zwischen Furcht und Argwohn ist kaum zu unterscheiden. Ein Wächter muss wachsam, aber nicht argwöhnisch sein. Durch Argwohn wird kein Gleichgewicht geschaffen. Mut sucht die Ursache, doch beargwöhnt nicht. Deshalb ist Argwohn vor allem Unwissenheit.

 

       258. Der Astrologie wird derzeit viel Aufmerksamkeit zuteil. Endlich nimmt auch die Wissenschaft die kosmischen Gesetze wahr. Doch man kann bemerken, dass sich sogar bei genauen Berechnungen oft Ungenauigkeit ergibt. Man muss wissen, woher diese Schwankungen kommen. Vergessen wir nicht, dass der Planet gerade jetzt in schwere Schichten gehüllt ist; durch eine solche gesättigte Atmosphäre können chemische Strahlen gebrochen werden. Aus dieser nie dagewesenen Lage ergibt sich die Relativität der Schlussfolgerungen.

       Das gleiche wird auch auf anderen Gebieten beobachtet. Die Behauptung von der Haltlosigkeit der Berechnungen des Altertums rührt von der Unwilligkeit her, der Wirklichkeit Beachtung zu schenken. Die Menschen wünschen, dass in ihrem Verständnis alles günstig sein möge. Ihr habt schon gesehen, wie die Menge ins Theater drängte,

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obgleich die Bühne schon in Flammen stand; so ist es in allem.

       Es ist wahr, der abgeschlagene Kopf eines Hundes bellt, der Geist des Menschen aber ist stumm. Solch eine Unvernunft und Mangel an Gleichgewicht herrschen! Die Zeit ist gefährlich; mit Recht spürt man Wehmut.

 

       259. Wahrlich, die Annäherung der Welten ist unumgänglich. Man sollte das Bewusstsein auf diese Notwendigkeit zumindest ein klein wenig vorbereiten. Die Menschen müssen die Bereitschaft zeigen, den verdichteten Körpern im Leben ohne erzwungene Magie zu begegnen; doch dafür muss man aufhören, das feurige Herz als Abstraktion anzusehen.

 

       260. Ich habe gerade beobachtet, wie ein Schüler Bechterews[45] mit Gedankenübertragung auf Entfernung experimentierte, er konnte aber die einfachste Bedingung nicht meistern. Er konnte Anspannung nicht von der Gereiztheit unterscheiden, die seinen Apparat hemmte. Während er meinte, sich anzuspannen, war er in Wirklichkeit nur durch die Annahme gereizt, dass nichts herauskommen werde. Während er theoretisch richtig dachte, konnte er seine Gefühle nicht auseinanderhalten.

       Darüber hinaus hindert der Pseudo-Materialismus, der annimmt, dass alles für jeden und unter allen Umständen geeignet sei. Sicherlich, das wird zwei Rassen später möglich sein, aber jetzt kommt es einer Elefantenlast auf dem Rücken einer Küchenschabe gleich.

       Das Verständnis der psychischen Energie ist verworren. Möge man sie auch als materialistischen Hammer bezeichnen, wenn man sie nur anerkennt. Auf die Benennung kommt es nicht an! Man kann viele Namen anführen, die Verrohung wird dadurch nichtweniger! Die Vergröberung der psychischen Energie ist die schrecklichste Epidemie.

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       261. Im Altertum steckte man jemandem, den man hasste, heimlich eine winzige Natter zu, doch keine Riesenschlange. Messt das Böse nicht nach seiner Länge. Die winzige Natter entspricht nämlich dem Bösen mehr, durch sie entsteht eine wirkliche Zerstörung. Verlassen wir uns nicht auf äußere Maße, das Böse unterminieren durch winzige Wesenheiten.

       Ebenso beginnt der Zerfall im Kleinen. Man kann beobachten, dass sich das Wesen eines ganzen Volkes innerhalb einer einzigen Generation verändern kann. Es bedarf keiner Jahrhunderte, wo die Natter des Verrats ihr Nest gebaut hat. Es ist erstaunlich, wie unter unseren Augen die Würde einer Nation zusammenbricht, doch der menschliche Geist erfasst ein solches auffallendes Ereignis gewöhnlich nicht.

       Ein einziges zurückgewiesenes Wort kann dafür der Grund gewesen sein, doch damit ging Verrat einher. Wenn wir uns die Vorgänge am Ende des achtzehnten und in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts ins Gedächtnis rufen, sind wir über die Ähnlichkeit mit einem kürzlichen Ereignis erstaunt. So ändert sich der Charakter ganzer Länder.

 

       262. Vieles konnte in letzter Zeit bemerkt werden, etwa wie Menschen beginnen, Radiowellen ohne Empfangsgerät zu empfangen. Einerseits ist dies für wissenschaftliche Beobachtungen scheinbar nützlich, andererseits sind Wir mit einem solchen Vermengen von Strömen nicht zufrieden. Möge die Menschheit sich die Übertragung und den Empfang von Gedanken aneignen. Es ist jedoch nicht nützlich, wenn die feurige Substanz sich mit gröberen Strömen vermischt.

       Es ist wahr, eine solche Erscheinung weist darauf hin, wie sehr das feurige Element in der Menschheit schon angespannt ist; doch es ist von keinem Nutzen, wenn es unerkannt in Bereiche einbricht, in die es nicht gehört.

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Solche Einbrüche können nämlich zerstörerisch wirken, wenn sie elementare Ausmaße annehmen. Ich bestätige, dass feurige Epidemien gerade durch solche Verwirrungen entstehen können. Wenn Ich von Gleichgewicht und Zweckmäßigkeit spreche, möchte Ich an die Harmonie des ganzen Lebens erinnern.

 

       263. Mit jedem Tag nimmt die Spannung in der Natur und unter den Menschen zu. So kann man sich vorstellen, was in den Tälern vor sich geht, wenn sogar auf den Höhen besondere Maßnahmen erforderlich sind. Wahrhaftig, es ist eine verworrene Zeit, doch ihr kennt das Allheilmittel.

 

       264. „Ich selbst, ich selbst, ich selbst“, ruft das Kind und lässt Erwachsene nicht zu seiner Beschäftigung zu. Erinnern sich der Geist und das Herz denn nicht bis zum siebenten Lebensjahr zuweilen an das Vermächtnis, seine Errungenschaften auf Erden selbständig zu erreichen? Später verblassen diese weisen Erinnerungen und kehren sich oft ins Gegenteil. „Möge man oben und unten für mich arbeiten“, so spricht der Mensch, der die Selbstvervollkommnung vergessen hat, doch das Kind erinnert sich und verteidigt seine Selbständigkeit.

       Wenn ein anderes Kind flüstert: „Wie kann ich es fertigbringen, die Sache in die Hand zu nehmen?“, ist es schon für neue Erfahrungen und Eroberungen des Geistes bereit. Doch solche Kinderworte werden nicht nur ausgesprochen, man muss sie auch bemerken und schätzen. Eine feurige Aufmerksamkeit kann diese Rufe und Entschlüsse der Feinstofflichen Welt bemerken.

       Ein kleines Kind stellt fest: „Endlich bin ich geboren.“ In dieser Bestätigung des Strebens nach Inkarnation bekundet sich die Feinstoffliche Welt. Man kann viele Beispiele dafür anführen, dass nicht nur kleine Kinder, sondern sogar Neugeborene unverhofft Worte von ungeheurer Bedeutung aussprachen

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und nachher wieder in ihren vorherigen Zustand versanken. Man muss in sich ein feuriges Gedächtnis und Besorgtheit um seine Umgebung entwickeln. So kann man die wertvoll­sten Informationen sammeln.

 

       265. Wo immer sich die Wahrheit offenbart, wird sie als solche bestehen bleiben. Man muss alles aus sich vertreiben, was einen hindert, die Offenbarung in ihrer ganzen Wirklichkeit anzunehmen. Zu einer solchen Ehrlichkeit muss man sich zwingen.

 

       266. Darüber, dass Feuer das höchste Element ist, sollte man nicht lachen. Kleine Späße und Scherze verleiten nur das Bewusstsein. Zu guter Letzt verliert der Mensch die Grenze, an der Feierlichkeit und Streben beginnen.

 

       267. Wenn wir uns verschiedene Manifestationen von Scharfblick bei Kindern ins Gedächtnis rufen, lässt sich das kaum auf eine mechanische Zelle zurückführen. Erst später verlieren die Menschen die Vorstellung sowohl ihrer Vergangenheit als auch ihrer Bestimmung. Wie oft haben Kinder Erwachsene gerettet, wie oft konnten Kinder sich nicht entschließen, über ihre Gefühle zu sprechen. Falsche Schüchternheit wird durch die Hässlichkeit der Umgebung geschaffen. Ein verfeinerter und erhabener Geist erstarrt vor den eiternden Auswüchsen der Vorurteile.

       Wie oft verbieten Erwachsene jegliche Improvisation und vergessen, dass diese der Gesang des Geistes ist. Wenn die Technik auch  nicht vollkommen ist, prägen sich dennoch viele schöne Samenkörner durch diese Rufe des Herzens ein.

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       268. Verschiedene Grimoires[46] sahen Klopfzeichen für Beschwörungen vor. Wirklich, sogar solche niederen Formeln enthalten die Wahrheit, dass sich Elementale[47] auf rufende Klopfzeichen eher melden, doch das Gesetz ist überall dasselbe. Ihr wisst, wie sehr Wir gegen jede Magie sind, doch sogar bei der Hinwendung an die Hierarchie des Lichts liegt die Bedeutung im Anruf durch Gebet. Man sollte daran denken, dass auch irdische Mächte unangesprochen nicht antworten. Genau ein solcher ganz stofflicher Strom bildet sich bei bewusstem Verkehr mit der Hierarchie.

       Man sollte nicht meinen, Feuer wäre bei einer solchen Anrufung unwesentlich, denn lebendiges Feuer ist doch das beste Reinigungsmittel. Wenn aber das Feuer des Herzens lodert, bedarf es keines Ersatzmittels.

       (…)

 

       269. Allem liegt Wahlfreiheit zugrunde. Keinerlei Zwang sollte den Pfad versperren, doch es ist statthaft, jedem eine Fackel auf die lange Reise mitzugeben. Allein Aufklärung kann einem helfen, Wahlfreiheit zu begreifen, deshalb ist Aufklärung eine Verwirklichung des Daseins. Jede Schule sollte von klein auf eine Aufklärung geben, welche die Wirklichkeit mit dem Wesen des vom Schicksal Bestimmten verbindet. Nur so können wir unser Dasein mit Selbstvervollkommnung verbinden.

       Wahlfreiheit, Aufklärung und Selbstvervollkommnung ist der Pfad des Feuers. Nur feurige Wesenheiten können selbständig diese Pfeiler des Aufstieges wahrnehmen. Man muss aber jedermann durch diese Tore führen, denn woher sonst kommen die zerstörerischen Verwirrungen, die zusammen mit dem Chaos der Elemente den Planeten erschüttern? So gesellen sich

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ungezügelte menschliche Verwirrungen dem Aufruhr der Elemente hinzu. Ich erachte es als notwendig, immer wieder über die Verwirrung zu sprechen, die alle evolutionären Keime vernichtet.

 

       270. Ein geretteter Mensch will gewöhnlich seinen Retter nicht kennenlernen. Wer das Feuer empfangen hat, ist bestrebt, davonzueilen, ohne zu bedenken, dass die Finsternis ihn verschlingen wird.

 

       271. Feuer wird nicht unter Wasser entzündet. Eine Heldentat wird nicht im Treibhaus des Wohlstands vollbracht. Inmitten der menschlichen Bürden fragen wir uns: Ist das nicht schon eine Heldentat? Inmitten der Bedrückungen fragen wir uns: Drängen sie uns nicht zu den Toren der Heldentat? Inmitten von Explosionen fragen wir uns: Hatten wir nicht ausreichend Kraft in uns selbst, um uns zu erheben? So lasst uns jede Erscheinung prüfen: Führt sie nicht zur Heldentat? So lasst uns auf alles achten, was uns vorwärtsbringt.

       Wer kann voraussehen, welcher Rückschlag gerade neue Umstände herbeiführt? Ohne Schläge aber kommt die Materie nicht in Bewegung. Diese Schläge auf die Materie werden „Herde der Heldentat“ genannt.

       Nur jene, welche die schöpferische Substanz verstehen, werden erkennen, dass das Gesagte nicht eine einfache Ermutigung, sondern nur eine Erinnerung an das Gesetz ist. Man kann aus dem Gesetz ein Unglück machen, doch richtig ist es, den von den Grundlagen des Daseins ausgehenden Nutzen zu begreifen.

 

       272. Jede Aufnahme ist schon eine Annahme des Feuers. Die Anspannung von Energie ist die Übertragung eines indifferenten Elements in aktive Schwingungen. Echte Aufnahme ist immer positiv, weil die feurige Energie dabei unmittelbar wirkt.

       Jede ungesetzliche Verzerrung und Zerstörung

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weckt das sogenannte schwarze Feuer. Es hat eine eigentümliche Ähnlichkeit mit dem Venenblut. Venöser Aderlass hatte seinen Grund. Das schwarze Feuer konnte dadurch abgeschwächt werden.

       Glücklicherweise ruft das helle Feuer keine solchen groben Einwirkungen hervor. Je natürlicher sich das Feuer entzündet, desto segensreicher ist es. Daher die Schlussfolgerung, dass das Feuer der Liebe das vollkommenste ist.

       Ihr wollt den Hierarchen schützen, und ihr tut dies weder aus Furcht noch um des Vorteils willen, sondern aus Liebe. Liebe durch Furcht oder Eigennutz zu ersetzen, endet in schwarzem Feuer. Das Gleiche wird bei anderen unwürdigen Ersatzmitteln geschehen. Jedes Feuer ist magnetisch, deshalb sollte man den Magnetismus des schwarzen Feuers so sehr meiden. Er arbeitet die Teilchen der grobstofflichen Emanationen nicht um, ganz im Gegenteil, und überlastet dadurch den Raum.

       Das kann besonders bei Blutsverwandtschaft schädlich sein, wenn die grobstofflichen, nicht verbrannten Teilchen sich so leicht anziehen und bereits geschwächte Organe belasten können; daher ist es nicht sinnvoll, das schwarze Feuer zu entzünden.

 

       273. Das Zusammenwirken der Menschen ist die wahre Gesellschaftswissenschaft. Die Beziehungen der Menschen untereinander, welche die Soziologie studiert, drücken nicht das Zusammenwirken aus. Die Soziologen beschäftigen sich nicht mit geistigen Einwirkungen. Das überlassen sie der Psychologie. Doch diese Wissenschaft befasst sich in ihrer ganzen Oberflächlichkeit gewöhnlich nur mit einzelnen Individuen. Indessen muss man die Erscheinungen des Gemeinwesens studieren, denn der geistige Einfluss ist ungewöhnlich machtvoll, und seine Berührung mit kosmischen Prozessen führt zur Lösung vieler Probleme.

       Man sollte

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fleißig die Volksmengen einander gegenüberstellen und imstande sein, ihr Tun mit dem Resonator der Natur zu vergleichen. Man darf diese mächtigen Faktoren nicht übersehen. Es genügt nicht, die Wirkung von Kanonensalven zu kennen, das ist zu primitiv. Viel wichtiger ist vielmehr, die Wirkung der Blicke der Menge oder ihre Ausrufe zu kennen. Man kann sich davon überzeugen, dass diese Wellen den ganzen feurigen Strömen entlang auf sehr ferne Ufer zurollen. So kann man viele unerwartete Ereignisse enträtseln, doch das erfordert Beobachtung.

 

       274. Wer glaubt, dass der „Kelch“ eines Yogi rettende Ströme für vieles nah und fern aussenden kann? Diese Ausstrahlungen sind sehr schmerzhaft, wie aus dem Wesen ausgehende Nadelstiche. Der „Kelch“ kann nicht umhin, seine Aufspeicherungen für das Wohl der Nächsten auszusenden. Es ist nicht weise zu denken, diese Sendungen von Segen seien schmerzlos.

       Wenn beide Naturen wirken, die grobstoffliche und die feinstoffliche, muss es einen Druck geben. Doch der Geist ist bereit, diese Anspannungen zu überwinden. Man muss verstehen, dass solche Sendungen die Feurige Welt stärken. Die Zusammenarbeit mit einem solchen Grad von Feuer ist nicht leicht!

 

       275. Man sollte den Prophezeiungen aus dem Volk sein Ohr leihen, die kosmische Erscheinungen berechnen. Sehr oft kann man bei ihnen richtige Berechnungen sehen. Doch es kann natürlich viele andere Bedingungen geben.

 

       276. Wenn ein eiliger Wanderer nach der Zeit fragt, wird sich kaum ein grausames Herz finden, das ihn bewusst belügt. Im Streben selbst ist eine feurige Überzeugung angelegt. Auch rettet gerade Streben vor den Schlägen des Hasses.

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Wenn Wir daher den erhabenen Begriff Agni aussprechen, verstehen wir bereits das ganze Streben.

       Die Feurige Welt wächst in der Vorstellung der Menschheit zusammen mit der gedanklichen Heldentat. Doch lasst euch nicht einfallen, ein Herz von der Feurigen Welt zu überzeugen, welches das Feuer nicht kennt. Ein solcher Zwang wird nur zum schwarzen Feuer führen. Wenn wir die Diener der Finsternis zusammenzählen, die durch verschiedene Zwänge geschaffen wurden, werden wir über die ungeheure Menge entsetzt sein.

       Man muss eine große Feinfühligkeit besitzen, um zu verstehen, wann man den Schlüssel zum zweiten und dritten Schloss umdrehen kann. Kein Dogma und keine Chemie können sagen, wann das heilige Wort „man kann“ ausgesprochen werden kann. Aber das Feuer des Herzens sagt uns, wann Karma und das Bewusstsein eines Bruders nicht belastet werden. Die Offenbarung von Agni darf doch nicht belasten.

 

       277. Niemand ist damit einverstanden, dass Bücher so viel einleitendes Material enthalten. Doch sogar gewöhnliche Baumeister stimmen zu, dass zuerst die Baustelle gereinigt und das notwendige Material herbeigeschafft werden muss. Ihr wisst selbst, was es bedeutet, die Baustelle zu säubern, wenn man das ganze Gestrüpp des Neides, des Zweifels und allerlei Schmutz wegschaffen muss. Man muss die ganze Auffassungsfähigkeit und Seelengröße aufwenden, um sich unter der Last des Unkrauts nicht zu beugen. Natürlich werden sich die ganze Finsternis und die Unwissenheit besonders gegen das Feuer auflehnen.

       Deshalb wird kein Buch über die aufeinanderfolgenden Lebensstufen kurz gefasst sein. Der letzte Teil eines solchen Buches möge gesondert erscheinen, sonst wird jeder das Ende vor dem Anfang lesen wollen. Diese Gewohnheit ist den Dienern

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der Finsternis sehr angenehm. So schaffen sie einen schwankenden Boden für Schwächlinge.

 

       278. Möge der Arzt nicht überrascht sein, wenn er bemerkt, dass die Symptome der Besessenheit einen epidemischen Charakter annehmen; sie sind zahlreicher als sich der menschliche Verstand vorstellen kann. Dabei sind die Abarten sehr verschieden: Sie reichen von einer fast unmerklichen Verschrobenheit bis zu Gewalttätigkeit.

       Ich lobe den Arzt, wenn er einen Zusammenhang mit Geschlechtskrankheiten bemerkt hat. Tatsächlich ist dies einer der Kanäle der Besessenheit. Man kann sagen, dass die Mehrheit der an Geschlechtskrankheit Leidenden zu Besessenheit neigt. Doch in einem zeigt sich der Arzt zu optimistisch: Eine Geschlechtskrankheit kann den Eintritt der Besessenheit erleichtern, doch ihre Heilung bedeutet nicht die Austreibung des Besitzergreifers.

       So kann auch äußerste Gereiztheit einen Besitzergreifer einladen, doch man darf nicht erwarten, dass das erste Lächeln ihn schon vertreiben wird. In einer solchen Beobachtung ist eine ganze Wissenschaft enthalten.

       Der Arzt hat Recht, wenn er nicht nur Irrenhäuser, sondern auch Gefängnisse besuchen will. Es kann nicht schaden, auch die Börse oder das Deck eines Schiffes aufzusuchen, das sich in Gefahr befindet.

       Man kann chronische, sich hinziehende oder kurzzeitige Symptome bemerken. Ebenso kann man den Schweiß beobachten. Allmählich werden sich dem Beobachter viele Eigentümlichkeiten zeigen. Unter ihnen werden sich Einzelheiten der Feinstofflichen Welt abzeichnen, doch eines steht fest: Die Austreibung des Besitzergreifers hängt nicht von physischen Einwirkungen ab. Allein Agni, allein die reine Energie kann sich diesem menschlichen Elend widersetzen.

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       Ich wiederhole das Wort Elend, denn es entspricht dem Ausmaß der Epidemie. Viele Ärzte bezeichnen Agni als Aberglauben und Besessenheit als Unwissenheit. So oft schreiben die Menschen ihre eigenen Eigenschaften anderen zu. Doch auch die Besitzergreifer aller Grade werden durch diese Untersuchungen beunruhigt.

 

       279. Öfter als einmal haben Wir auf die Erwünschtheit von Flügen in die Feinstoffliche Welt hingewiesen. Doch es können Bedingungen einer solchen Anspannung entstehen, dass Wir zur Vorsicht raten. Flüge mit den besten Zielen können für manchen hassenswert werden. Bei Rückkehr in den Körper ist das feinstoffliche Wesen etwas geschwächt, und jeder boshafte Angriff kann Schaden anrichten.

 

       280. Warnt den Arzt zur Vorsicht mit Besessenen. Wenn man sich einem Besessenen nähert, sollte man daran denken, noch nicht einmal die Weisungen betreffend Besessenheit im Kopf zu haben. Man darf nicht vergessen, dass ein Besitzergreifer sehr feinfühlig für Gedanken ist, sobald argwöhnt, dass seine Anwesenheit entdeckt wurde. Er kann seine Wut in sehr verschiedener Weise kundtun.

       Durch Ausmerzen einer Besessenheit kann man sich viele Feinde schaffen, deshalb sollte man Beobachtungen anstellen, ohne dies persönlich öffentlich bekanntzumachen.

 

       281. Unter den feurigen Erscheinungen ist das Leuchten der Finger bei der Arbeit äußerst lehrreich. Um die schreibende Hand herum kann man Lichtwellen sehen. Dabei hinaus verändern sie sich je nach dem Inhalt des Schreibens. So kann man eine sehr wichtige Erscheinung beobachten: Die Teilnahme des Feuers selbst an sichtbaren Erscheinungen und die Teilnahme der Agni-Energie in Abhängigkeit von dem inneren Wert der Arbeit.

 [Russisches Original. Seite 133.]


       Ihr habt eure Aufmerksamkeit natürlich nicht nur auf die Farbwellen, sondern auch auf die leuchtenden Gebilde gelenkt, die beim Lesen eines Buches entstehen. Diese Boten des Lichts können von außen und von innen kommen. Doch die einen wie die anderen dienen als Beweis für die Arbeit der feurigen Energie. Viele können diese Sterne sehen, verstehen es aber nicht, ihre Aufmerksamkeit zu konzentrieren.

       Das führt uns wieder zu demselben Punkt: Ein ungeordneter Ausbruch gleicht in seiner Bedeutung für das Ergebnis der Arbeit dem Schlaf. Allein konzentrierte Aufmerksamkeit und Beständigkeit ohne sich entmutigen zu lassen führen zur Sichtbarkeit der gesetzmäßigen Erscheinungen. Möge man nicht denken, es werde nichts gegeben; besser ist zu denken, dass nicht angenommen wurde.

 

       282. Zweifellos besteht zwischen der arbeitenden Hand und dem „Kelch“ eine Verbindung, die durch ein Leuchten gekennzeichnet ist. Wenn aber diese Verbindung bemerkt wird, kann man zu einer solchen Beobachtungsfähigkeit gratulieren.

       Gleichermaßen schätze Ich Beobachtungen über den Kampf zwischen Licht und Finsternis. Die Sterne des Lichts und der Finsternis sind völlig deutlich und bezeichnen eine kosmische Schlacht. Es ist vorauszusehen, dass man im Lauf der Zeit für viele Erscheinungen eine astrochemische Grundlage finden wird. Doch jede Aufzeichnung hierüber wird ein großer Dienst für die Zukunft sein.

 

       283. Sagt dem Arzt außerdem: Nicht alle Besessenheiten sind unbedingt finstere. Es kann Einwirkungen aus den mittleren Sphären geben, die nach Ansicht des Besitzergreifers auf das Gute gerichtet sind. Besonders guten Resultate werden aber nicht erzielt. Die Besitzergreifer sind solch niederen Grades und die ihnen zugänglichen Vehikel von keiner hohen Entwicklung, so dass es zu Spaltung des Denkens, Ungleichgewicht und Verlust der Selbstbeherrschung kommt. Es gibt viele solche Menschen

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die man willensschwach nennt; tatsächlich schwächen die beiden Willen einander gegenseitig.

       Solchen Menschen kann man nur helfen, indem man ihnen eine Arbeit gibt, die sie sich ausgesucht haben, doch in sehr reichlichem Maße. Bei konzentrierter Arbeit langweilt sich der Besitzergreifer, weil er nicht in Erscheinung tritt, denn jeder Besitzergreifer strebt danach, sein eigenes Ich zum Ausdruck zu bringen.

       So kann der Arzt verschiedene Arten von Besessenheit bemerken, doch im Prinzip sind solche Epidemien bei der Vervollkommnung der Menschheit ganz unzulässig.

       Unter anderem schützt der Begriff des Guru wirksam vor Besessenheit. Im Falle einer Schwächung des Willens gibt der Lehrer von seinem Vorrat ab, um dem fremden, finsteren Einfluss keine Möglichkeit zu geben, einzudringen. Natürlich kann der Lehrer mit seinem hohen Bewusstsein feinfühlig feststellen, wann seine Beteiligung nötig ist. Eine solche Führung hat natürlich mit Zwang nichts zu tun.

 

       284. Feuriges Streben kann alle Diagnosen erleichtern, denn nichts vermag die feinstofflichen Grenzlinien besser festzustellen, für die es nicht einmal wörtliche Definitionen gibt. Nicht ohne Grund heißt es: Erheben wir uns zur feurigen Höhe, wo es keiner Worte mehr bedarf.

 

       285. Es ist nämlich lehrreich, die feurigen Erschütterungen des Planeten zu beobachten, besonders wenn ihr die besonderen Einflüsse kennt. Man kann auf die Bewegungen des Feuers genauso hinweisen, wie man die Gedanken der Menschen verfolgen kann.

 

       286. Der Agni Yogi ist nicht nur ein magnetisches Zentrum, sondern er verbessert auch den Gesundheitszustand eines Ortes. So nehmen der Raja Yogi und der Agni Yogi die räumlichen Ströme auf sich. Es ist keine Übertreibung, zu sagen: Yoga stellt die Gesundheit des Planeten wieder her.

       Man muss

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eilig die Bedeutung der geistigen Vervollkommnung anerkennen. Allein durch ein solches Anerkennen kann man die schwere Aufgabe des Yogi erleichtern, bei der ihn jeder belasten, doch nur wenige ihm helfen können. Man sollte jedenfalls die Stufe der einfachen Achtung vor dem Ungewöhnlichen erreichen.

       Niemand will darüber nachdenken, wie leicht er durch seinen negativen, boshaften Angriff Leid verursachen kann. Jeder Unwissende kommt einem Diener der Finsternis gleich.

 

       287. Wahrhaftig, Harmagedon wird nicht schwächer, denn selbst die finstere Kraft bringt manchmal einen Vorrat neuer Raffiniertheiten hervor. Wir wollen über die vielen, vielen Angriffe nicht klagen, es kann nicht anders sein. Die Fähigkeit, sich an Gefahren zu gewöhnen, ist eine starke Waffe gegen Feinde. Wahrlich, in jedem Augenblick sind die Menschen in Gefahr. Es ist eine große Illusion zu denken, alles sei in Sicherheit.

       Maja* erscheint den Menschen unter dem Deckmantel der Beruhigung, doch gerade der Yogi fühlt, dass das Kreuz des Daseins unablässig aufrecht steht. Nur die Annahme des Kreuzes und der Aufstieg zum Berg, wo es sogar fünfbeinige Kälber gibt, nur ein solcher Mut wird einen über den Abgrund tragen. Vergessen wir nicht, dass Ich Vorsicht geboten habe, sie ist doch nur eine Eigenschaft des Mutes.

 

       288. Der Lehrer freut sich, wenn kollektive Arbeit möglich ist. Die Ablehnung kollektiver Arbeit bedeutet Unwissenheit. Nur eine hochstehende Individualität wird in sich das Maß für kollektive Begriffe finden. Solange die Persönlichkeit die Gemeinschaftsarbeit scheut, ist sie noch keine Individualität und verharrt noch in erstickender Ichsucht. Allein die wahre Erkenntnis der Unzerstörbarkeit

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der Freiheit gestattet den Anschluss an das Kollektiv.

       Nur auf diesem wahren Weg gegenseitiger Achtung gelangen wir zu einträchtiger Arbeit, anders gesagt, zum aktiven Guten. An diesem Guten entzündet sich das Feuer des Herzens, daher ist jede einträchtige Arbeit so freudvoll. Eine solche Arbeit steigert die psychische Energie außergewöhnlich.

       Möge die Arbeit wenigstens aus kurzer gemeinsamer Tätigkeit bestehen; möge sie auch am Anfang kurz sein, wenn sie sich nur in völliger Eintracht und mit dem Wunsch nach Fortschritt vollzieht. Am Anfang ist infolge Mangels an Eintracht Ermüdung unvermeidlich, doch später wird die Gesamtheit der kollektiven Kraft die Energie verzehnfachen. So kann man in kleinen Zellen einen Prototyp des weltweiten Fortschritts vorantreiben.

 

       289. Sonnenvögel steigen nicht auf die Erde nieder. In diesem Mythos wird auf die Trennung der Feurigen Welt von den irdischen Bedingungen hingewiesen.

       Man kann sehen, wie die Menschen sich seit alters her der feurigen Natur gegenüber mit besonderer Ehrfurcht verhielten. Wirklich, wie behutsam muss man sich gegenüber jeder feurigen Erscheinung verhalten.

       Inmitten des alltäglichsten Lebens kann man die Funken des höheren Feuers erkennen; das bedeutet, dass um einen jeden solchen Funken eine gereinigte Atmosphäre entsteht, weshalb es besonders abscheulich ist, diese Schimmer zu verdunkeln. Sie blitzen unerwartet auf, doch das Auslöschen solcher Lichter ruft besonders unausgeglichene Folgen hervor. Wie gesagt wurde: Es ist besser, nicht geboren zu werden, als die Abscheulichkeit zu vermehren.

 

       290. Arbeit dient als der beste Reiniger von allen Abscheulichkeiten. Arbeit erzeugt den mächtigen Faktor

 [Russisches Original. Seite 137.]


Schweiß, der sogar als Mittel zur Fortpflanzung des Menschen aufrückte[48]. Der Schweiß wurde wenig erforscht und mit der Persönlichkeit des Menschen verglichen. Er wurde kaum in Bezug auf die verschiedenen Elemente beobachtet.

       Sogar ein unerfahrener Beobachter bemerkt die verschiedenen Arten des Schweißes. Es ist tatsächlich leicht zu bemerken, dass eine feurige Natur wenig Schweiß absondert, auf jeden Fall laugt sie ihn aus. Andererseits sind Naturen der Erde und des Wassers stark mit Schweiß gesättigt. So kann man bemerken, wie weise auf eine der ersten Stufen der Evolution der Menschheit hingewiesen wurde.

 

       291. Man sollte sich von den verschiedenen Stadien der menschlichen Evolution nicht abwenden. Von unserem Standpunkt aus mag vieles seltsam erscheinen, doch wenn wir uns vorstellen, dass sich alle Bedingungen relativ geändert haben, gelangen wir zu einem zwar fremden aber nicht seltsamen Aspekt.

       Es ist falsch, sich das Leben in allen Welten mit unserem heutigen Verständnis vorzustellen. Wir vergessen so leicht das Gestern und stellen uns so wenig das Morgen vor, dass viele unserer Urteile nur Herbstblättern gleichen. Es ist richtig, die Nichtigkeit gegenüber jedem kosmischen Gesetz zu fühlen. Doch werden uns für die Annäherung an die Feurige Welt feurige Flügel verliehen.

 

       292. Immer und überall liegt eine besondere Schwierigkeit darin, dass eine finstere Hand versucht, ihre zottigen Kugeln in den Weg zu werfen, sobald sich die Umstände etwas bessern. Man kann klar sehen, wie kleine schädliche Risse auftreten. Doch bei einer Esse unter starkem Druck kann sogar ein kleiner Riss ein zerstörerisches Gas austreten lassen. Man kann im Leben

 [Russisches Original. Seite 138.]


Experimente mit höherer Chemie sehen. Daher ist es so wichtig, nur zu beobachten.

 

       293. Heilen durch Suggestion wurde feuriges Streben genannt. Gewiss, diese Heilmethode entwickelt sich jetzt mehr und weiter, deshalb sollte man möglichen Schaden durch unkundige Anwendung der feurigen Energie abwenden.

       Suggestion kann Schmerzen lindern, doch wenn jene, die Suggestion anwenden, den Ursprung der Krankheit nicht kennen, können sie ebenso schaden wie Narkotika. Eine andere Sache ist es, wenn ein erfahrener Arzt Suggestion anwendet; er lindert nicht nur den Schmerzreflex, sondern verfolgt auch den Verlauf der Krankheit und suggeriert den entsprechenden Organen, ihre normale Funktion wieder aufzunehmen.

       Ein erfahrener Arzt wird auch die Astrologie nicht vergessen. Man möge lachen, soviel es einem beliebt, doch ein wissenschaftlich erstelltes Horoskop hilft bei der Feststellung der Krankheit und ihrer Nebenumstände. Man sollte der Astrochemie volle Aufmerksamkeit zuwenden und die Macht der Suggestion verstehen.

       Wahrhaftig, wenn Suggestion sich der feurigen Energie bedient, wie tief und stark kann dann die Einwirkung des Feuers sein! Man muss sich die von Hypnotiseuren gebrauchten beschränkter Befehle und Verbote abgewöhnen. Allein die Kenntnis des Organismus und aller Umstände erlaubt es dem Arzt, gebieterisch allen beschädigte Wege zu verfolgen. Man kann vieles an den geschwächten Organen wiederherstellen, wenn man sie auf das Feuer des Herzens ausrichtet und mit diesem koordiniert. Jeder Arzt muss in sich die Kraft der Suggestion entwickeln.

 

       294. Besonders unsinnig ist es, wenn ein Arzt

 [Russisches Original. Seite 139.]


einen unwissenden Hypnotiseur an einen Kranken heranlässt. Eine grobe Kraft kann den Windungen der Krankheit nicht folgen. Es geht nicht darum, einzuschläfern, sondern man muss alle Bedingungen vergleichen und die komplizierten Kanäle der Krankheit verfolgen.

       Jedes Wort und jede Intonation der Suggestion hat eine feurige Bedeutung. So kann nur ein erleuchteter Geist die Gesetze und Wege der Suggestion erfassen. Nur ein solcher Geist wird die ganze Verantwortung für das Einwirken auf die feurige Energie erkennen.

 

       295. Ihr wisst, dass man bei Suggestion weder Handbewegungen machen noch die Augen aufreißen sollte. Im allgemeinen ist es noch nicht einmal nötig, in die Augen zu sehen, vielmehr sollte man sich vom Herzen an das Herz wenden. Dann sollte man seinen Willen vom Zentrum aus in die nötige Richtung lenken.

       Es ist überhaupt nicht nützlich, dass der zu Suggerierende weiß, was vor sich geht. Die Vorbereitungen zur Suggestion rufen nämlich oft unerwünschten Widerstand hervor. Dabei kann sich der zu Suggerierende vorstellen, er wäre für die Behandlung bereit, während sich sein Manas gegen das Eindringen wehrt.

       Je länger sich die Bewusstseine an einander angleichen, desto wirksamer ist die Suggestion. Man sollte das Experiment jedoch nicht ankündigen. Möge jede Heilung unerwartet vor sich gehen.

       Doch die physischen Bedingungen müssen günstig sein. Die Temperatur sollte durchschnittlich und mäßig sein, damit weder Kälte noch Hitze zu Gereiztheit führen. Die Luft muss rein sein, und es ist ein leichter Duft von Rosen oder Eukalyptus zu empfehlen. Unauffällig sollte man dafür sorgen, dass der Patient sich bequem in einen Lehnstuhl zurücklehnen kann. Ein Bett ist weniger geeignet.

 [Russisches Original. Seite 140.]


Ebenso sollte man alles Unvorhergesehene und Lärmende fernhalten, damit keine Erschütterung hervorgerufen wird.

       Man darf nicht vergessen, dass sich der feinstoffliche Körper während der Suggestion in einem Zustand höchster Anspannung befindet und versucht, sich abzusondern. Deshalb sollte man ihm so rücksichtsvoll wie möglich verwehren, den Leib zu verlassen.

       Natürlich werden alle Befehle nicht mündlich, sondern gedanklich erteilt. Die westlichen Magnetiseure lachen über gedankliche Befehle, sie denken, dass Worte und Finger den Willen unterwerfen können. Doch lassen wir ihnen diesen westlichen Irrtum.

       Einige primitive Stämme schlugen dem Kranken mit einer Keule auf die Stirn. Eine solche Einwirkung unterwarf den Willen ebenfalls. Doch wo es die Lehre vom Herzen und vom Feuer gibt, dort müssen die Methoden andere sein.

 

       296. Natürlich werden sich Menschen finden, die sagen, der Keulenschlag sei ein unverhohlenes Mittel und deshalb zulässig, während eine feurige Einwirkung etwas Verborgenes und daher unstatthaft sei. Danach ist jeder, der an das Gute denkt, schon ein gefährlicher Mensch, während der Mörder nur eine Widerspiegelung der Gesellschaftsordnung ist.

       Nicht wenige Menschen denken so und stehen damit allem Feinstofflichsten im Wege. Doch die Keule wird nicht mehr helfen, notwendig sind die feinstofflichsten Lösungen und Achtung vor dem menschlichen Herzen.

 

       297. Zigeuner geben Arzneien gewöhnlich mit einer Besprechung in dem Glauben, dass die Arznei nur auf diese Weise wirksam sei. Und so behaupten sich Unsere Traditionen aus dem Himalaja durch viele Generationen von Auswanderern.

       Wirklich, wenn wir die Wirkung von Medizinen vergleichen, die gern oder mit Widerwillen eingenommen werden,

 [Russisches Original. Seite 141.]


wird der Unterschied überraschend sein. Sogar die stärksten Medizinen können fast gegensätzliche Wirkungen hervorrufen, wenn sie von einer entsprechenden Suggestion begleitet werden.

       Man kann ein bedeutendes Buch über die Relativität materieller Einwirkungen schreiben. Man kann aus verschiedenen Bereichen Tatsachen sammeln, die beweisen, dass unter den entscheidenden Faktoren die physischen die unbedeutendsten sind. So sollte man Schritt für Schritt die Regungen des Agni verfolgen. Man braucht nicht sogleich auf komplizierte Formeln eingehen, sondern kann von den treffenden Beweisen des Alltags ausgehen.

       Wenn Kurpfuscher begreifen, worin das beherrschende Prinzip liegt, sollte ein gebildeter Arzt umso mehr die bestimmenden Faktoren erkennen. Auf diesem Wege werden sich Vergangenheit und Zukunft begegnen.

 

       298. Agni ist ewig, die feurige Energie ist unvergänglich! Volkssprichwörter erinnern oft an ewige Freuden und Leiden. Sehr wissenschaftlich wurde die Unausrottbarkeit der Freude und des Leids bemerkt, die in den Raum gesandt wurden. Viele tragen fremdes Leid und viele greifen nach einer ihnen nicht gebührenden Freude; so muss man immer an die ewige Aussaat denken.

       Ein Gedanke, der nicht kraftvoll ist, kann von den Strömen des Raumes verschlungen werden, doch die Substanz des Leides oder der Freude ist beinahe so unzerstörbar wie das feurige Samenkorn.

       Es ist nützlich, den Raum mit Freude zu sättigen, und sehr gefährlich, den Himmel mit Leid zu bedecken. Doch wo soll man einen Vorrat an Freude finden? Sicherlich nicht auf dem Markt, sondern beim Strahl des Lichts, bei der Freude an der Hierarchie.

       Der Anstieg des Leids ist einer der Gründe

 [Russisches Original. Seite 142.]


für feurige Epidemien, doch sobald die Physiologie die Menschen über die Bedeutung der Schwächung durch Leid aufklärt, wird die Suche nach Freude einsetzen. Der Fels der Freude wird sich allmählich behaupten und es wird das Gesündeste, eine erhabene Feierlichkeit einsetzen.

       Nicht ohne Grund haben Wir auf den Nutzen der Anwesenheit gesunder Menschen hingewiesen. Freude ist die Gesundheit des Geistes.

 

       299. Man muss die Fähigkeit entwickeln, eine fremde Stimmung zu verstehen. Das ist nicht Gedankenlesen, sondern Gefühlswissen vom Wesen des Nachbarn. Es ist leichter, das Ferne zu beobachten, wenn man das Naheliegende kennt. Viele stehen auf der Schwelle zu einem solchen Gefühlswissen, nur verkrampfte Ichsucht hindert sie, ihre Umgebung zu verstehen.

 

       300. Wanderer für einen kurzen Moment – so nennt man jene, welche die höheren Pfade erkannt haben. Nur durch die Erkenntnis der Kürze des hiesigen Pfades kann man die Erhabenheit der Unbegrenztheit begreifen und die Vervollkommnung des Geistes erlernen.

       Sicherheit existiert überhaupt nicht, und die Illusion der Sicherheit ist ein höchst verhängnisvolles Trugbild. Ohne sich auf die irdische Welt zu stützen, sollte man gleichwohl jede Krume von ihr schätzen.

       Möge jede Regung des Feuers uns an die Kraft erinnern, die das Gleichgewicht erhält. Wenn der Planet durch das innere Feuer im Gleichgewicht gehalten wird, wird auch jedes Wesen im Feuer des Herzens eine Stütze finden.

 

       301. Man sollte sich nicht über das Aufblitzen von Licht bei geschlossenen Augen wundern. Die Propheten sprachen: „Herr, ich sehe keine Finsternis!“ Das ist kein Symbol der Hingabe, sondern eine wissenschaftliche Offenbarung des Entflammens der Zentren.

       Man findet ständig Hinweise auf diese Lichter. Man sollte sie nicht nur im Altertum suchen, sondern kann auch

 [Russisches Original. Seite 143.]


Blinde und Kinder über sie befragen. Ein Dichter könnte ein Lied darüber schreiben, wie der Himmel sich geschlossenen Augen enthüllt.

 

       302. Es ist nützlich, photographische Aufnahmen nicht nur zu verschiedenen Stunden, sondern auch bei verschiedenen kosmischen Anspannungen zu machen. Wann sonst könnte man die Flecken der absoluten Finsternis auffangen, wenn nicht im Augenblick der Anspannung? Wann könnte man die komplexesten Aufnahmen machen, wenn nicht beim Gleichgewicht[49] der Elemente? Auf dem Film spiegelt sich unsere eigene Schwankung wider, aber man kann auch Abdrücke verschiedener feinstofflicher Erscheinungen erreichen.

       Man kann unter den einfachsten Bedingungen beginnen, denn man muss sich unter verschiedenen Umständen einarbeiten.

 

       303. Zukunftsträume sind weit verbreitet. Zu Tausenden werden Prophezeiungen ausgestreut, und Menschen in verschiedenen Ländern gewöhnen sich an bestimmte Fristen; so verwirklicht sich der Lauf der Evolution. So werden auch die drohenden Fristen ins Gedächtnis gerufen.

       Vielleicht hat die Menschheit nie zuvor so ihr Los gezogen wie in diesen Jahren. Man kann die Willensfreiheit nicht mehr unterdrücken, als es derzeit geschieht. Ihr selbst seht, wie in den seltsamsten Formen an die Fristen erinnert wird, aber blind sind jene, die nicht sehen wollen.

       Auch seht ihr selbst, wie schwer es ist, feierliche Einheit herzustellen, sogar als rettendes Heilmittel. Doch ihr seht auch selbst, wie sehr es gelingt, viele Zerstörungen zu mildern. Dort, wo ein Schlag hätte stattfinden sollen, gibt es nur einen leichten Stoß.

       Lasst euch aber nicht einfallen, es gäbe eine gesicherte Existenz. Alles schwankt, unerschütterlich ist allein die Leiter der Hierarchie.

 [Russisches Original. Seite 144.]


       304. Die Menschen sprechen gern von Evolution und Involution, vermeiden es aber, diese Überlegungen auf sich selbst zu übertragen.

       Indem sie ihre eigene Evolution vernachlässigen, ziehen die Menschen ähnliche Anhänger aus der Feinstofflichen Welt herbei. Die Feinstoffliche Welt strebt wirklich zur irdischen, aber in voller Entsprechung. Das bedeutet: Würde die Menschen zur Evolution streben, würden sie evolvierende Wesen anziehen. So läge die Verbesserung der Welt in den Händen der Menschheit selbst.

       So ruft jedes Streben zum Guten nicht nur in der Feinstofflichen, sondern auch in der Feurigen Welt einen Widerhall hervor. Wenn ein solches Streben aus irgendeinem Grund nicht zum Ausdruck kommt, bleibt es dennoch in vollem Ausmaß im Raum.

       Das Potential des Heils ist wie eine Säule des Lichts. Ein Zimmermann, ein Schuhmacher oder ein Arzt können gleichermaßen an das Heil denken. Ausdauer und Standhaftigkeit im Heil bedeuten schon eine Errungenschaft.

       Manchem erscheint der Aufenthalt in einem Aschram als Einsperrung in einem Kerker, aber für einen entwickelten Geist wird dies der heilsamste Aufenthalt sein.

       Ihr wisst, wie die Zeit fliegt, und bei diesem Flug gewöhnt ihr euch an die Unbegrenztheit.

 

       305. Gewiss, ein Abfluss von Energie kann sogar Schwindelgefühl hervorrufen, besonders wenn die Übertragungen in weite Fernen gehen; dann setzt eine eigene Art von Trägheit ein. Die Anziehungskraft wird so stark empfunden, dass es besser ist, keine stehende Haltung einzunehmen.

 

       306. Im Alltagsleben kann man vieles beobachten, was sich auf die Gepflogenheiten der Feinstofflichen und der Feurigen Welt bezieht.

       Man kann die Menschen in zwei Typen einteilen: Der eine hinterlässt niemals Schmutz. Wenn er

 [Russisches Original. Seite 145.]


sich auf eine Reise vorbereitet, bringt er alles in Ordnung und reinigt alles, um niemand anderen mit Unrat zu belasten. Der andere bedenkt keinerlei Folgen und hinterlässt Haufen von Schmutz. Ihr könnt sicher sein, dass der zweite der Feurigen Welt fernsteht. Ihr könnt ebenfalls sicher sein, dass der erstere feuriger Natur und ein Reiniger nach dem Beispiel des Feuers ist.

       Man sollte beobachten, wie ein Mensch an kleinen Haltepunkten vorübergeht. Der eine kennt seinen Auftrag und eilt weiter, obwohl er sich wohlwollend zu allem verhält, was ihm begegnet. Der andere bringt es fertig, aus jedem Halt etwas Zotteliges zu machen, das die Umgebung in Aufregung versetzt. Der erstere ist bereits erfahren, hat viele Inkarnationen durchschritten und versteht, dass ein Nachtlager noch nicht sein Vaterhaus ist. Der zweite kann die wahren Werte nicht unterscheiden und wird sich auf seinem Weg auf jedem Basar aufhalten lassen, an dem er zufällig vorüberkommt.

       So offenbaren die Menschen ständig ihre Natur. Nur ein erfahrener Wanderer weiß, dass das Nachtlager nicht sein Bestimmungsort ist, und versteht, wie behutsam man mit Dingen umzugehen hat, die für die nachfolgende Karawane nützlich sind. Er braucht nicht das ganze Brennholz auf, sondern denkt an die anderen. Er verunreinigt den Brunnen nicht, weil er von Nutzen ist – so kann man beobachten, wo Licht und wo Finsternis ist.

 

       307. Kann man sich vorstellen, dass Menschen nur an das Nützliche denken? Natürlich kann man das, und schädliche und ungeordnete Gedanken sind vor allem unnötig. Man kann sich nützliche Gedanken angewöhnen, und eine solche Übung wird die beste Vorbereitung auf die Feurige Welt sein. Die Gewohnheit, gute Gedanken zu hegen,

 [Russisches Original. Seite 146.]


wird nicht schnell erlangt, doch dafür führt sie zu feuriger Erkenntnis.

       So nähern wir uns der Feurigen Welt nicht, indem wir eine besondere Welt in Erscheinung treten lassen, sondern durch die Qualität unserer täglichen Arbeit.

 

       308. Selbstvervollkommnung ist Licht, Vergnügen ist Finsternis. Man kann sein Leben so gestalten, dass jeder Tag ein Ende ist, aber man kann sein Leben so erleuchten, dass jede Stunde ein Anfang ist. So können wir unser irdisches Dasein sichtbar umgestalten. Nur auf diese Weise werden die Fragen der Zukunft und das Bewusstsein der feurigen Vervollkommnung spürbar.

       Man sollte den Mut finden, sein Leben nach dem Maßstab der neuen Aufspeicherungen zu ändern. Im großväterlichen Bett zu sterben, möge als mittelalterliche Auszeichnung gelten. Wir empfehlen sogar, diese Betten ins Museum zu tragen, was auch hygienischer wäre.

       Doch sollten wir das Morgen nicht durch gestrige Maßstäbe begrenzen; denn wie sonst könnten wir uns der Erkenntnis der Feurigen Welt nähern, die unsere Großväter für das Höllenfeuer hielten!? Heute hingegen, wo man dem Licht und der Herrlichkeit des Feuers das Gebührende gibt, können wir ein geistig sehr reiches Morgen haben.

 

       309. Schon zwei Wochen habt ihr unterirdische Stöße gespürt. Stellt euch vor, dass sich die Erde in einen beweglichen Zustand verwandelt. Keine menschliche Findigkeit kann die Elemente aufhalten, aber wenn ihr eine klare Vorstellung von der Feinstofflichen und der Feurigen Welt habt, kann kein irdischer Krampf das unveräußerliche strahlende Morgen verhüllen.

 

       310. Aus dem Osten kommt der Weiße Adler[50], so enthüllen Wir ein neues Bewusstsein. Ohne den Osten ist nichts möglich.

 [Russisches Original. Seite 147.]


Die Menschheitsgeschichte ist entweder vom Osten oder wegen des Ostens geschaffen worden. Man kann sich die Ausmaße des Aufbaus der Kultur nicht vorstellen, deren Haus so erhaben ist.

 

       311. Ratet den jungen Wissenschaftlern, aus den ältesten Lehren alles zu sammeln, was das Feuer betrifft. Mögen auch die Puranas[51] Indiens, die Fragmente der Lehren Ägyptens, Chaldäas, Chinas und Persiens sowie unbedingt alle Testamente der klassischen Philosophie nicht vergessen werden. Natürlich bieten die Bibel, die Kabbala und die Testamente Christi reiches Material. Ebenso fügen die Bestätigungen der neuesten Zeit wertvolle Feststellungen über Agni hinzu.

       Ein solches Sammelwerk ist noch nie zusammengestellt worden. Aber kann man in die Zukunft schreiten, ohne die Zeichen von Jahrtausenden gesammelt zu haben?

 

       312. Man sollte die Ergebnisse der neuesten Forschungen schätzen. Wenn die Menschen beginnen, in die höchsten Schichten hinaufzufliegen und in unterirdische Höhlen hinabzusteigen, kann man Schlussfolgerungen im Sinne einer Synthese erwarten. Vernachlässigt die Beobachtungen über die Wirkungen der niederen Schichten der Atmosphäre nicht.

       Man sollte nämlich die gesamte Relativität in Betracht ziehen, welche die Schlussfolgerungen nur bereichern kann. Es ist notwendig, dass wir inmitten dieser ganzen Relativität sogar für halbverbrannte Schlacke Verwendung finden können. Wo auch immer das Feuer tätig war, kann alles wertvolle Beobachtungen beitragen.

 

       313. Niemand kann sich eine Meinung über die Kosmogonie[52] bilden, der das feurige Element nicht studiert hat. Das käme einem Baumeister gleich, der sich daran macht, einen Steinbau zu errichten, ohne den Stein und die Festigkeit des Materials studiert zu haben.

 [Russisches Original. Seite 148.]


Doch der gegenwärtige Geisteszustand ist so weit von der rettenden Synthese entfernt!

 

       314. Die unterirdische Spannung ist nicht vorüber. Es ist Uns gelungen, die Schläge in leichte Beben aufzulösen. Im Allgemeinen sollte man an sich an diese Taktik erinnern, das Böse zu zerstückeln. Oft ist es unmöglich, die zusammengeballte Spannung des Bösen zu vermeiden, dann bleibt nur noch übrig, die Spannung der Finsternis zu zerstückeln.

 

       315. Die von euch beobachtete chinesische Methode, durch Hineinstecken einer Nadel in die entsprechenden Zentren zu heilen[53], ist kein Heilen, sondern nur eine vorübergehende Einwirkung. Die alten Ägypter riefen die gleiche Wirkung durch Druck auf die entsprechenden Zentren hervor. Und die heutigen Schröpfgläser und heißen Umschläge gehören zu denselben Ergänzungsmitteln. So sollte man im ganzen Leben Gereiztheit durch entsprechende Ergänzungsmittel beseitigen.

       Die Lehre des alten China kannte auch den Prozess der Heilung durch Steigerung der Lebenskraft. China schätzte nämlich Ginseng und längeres Einnehmen von Moschus. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass der neuesten Medizin bekannt ist, wie sich die höhere Lebenskraft offenbart. Ebenso kann man die Feurigkeit der Erscheinungen der Lebenskraft wahrnehmen.

       Mögen die besten Ärzte verstehen, das feurige Prinzip der pflanzlichen und tierischen Lebensspender zu erkennen. Man soll solche Experimente nicht aufschieben; wenn feurige Epidemien drohen, lasst uns nicht vergessen, dass Gleiches mit Gleichem geheilt wird.

 

       316. Warum wundert man sich, dass die Entwicklung des Sehvermögens mäßiges Licht erfordert? Es ist verständlich, dass grelles

 [Russisches Original. Seite 149.]


Licht keine Stärkung des inneren Lichts ermöglicht. Doch nur dieses Streben nach Selbstvervollkommnung bietet eine feste Stütze. Deshalb waren im Altertum die Einweihungen in die Mysterien mit einem längeren Verweilen im Dunkeln verbunden, bis das Auge die Hindernisse der Dunkelheit durch seine innere Schau überwunden hatte.

 

       317. Nicht nur die Arbeitslosigkeit der Menschen entwickelt sich zu einer äußersten Gefahr, sondern auch die Arbeitslosigkeit der Natur muss endlich Beachtung finden. Man muss sich nur vorstellen, wie schnell blühende Vegetation durch tote Sandwüsten verdrängt wird. Dieses Absterben der Erdkruste sollte nicht als Misswirtschaft, sondern als Selbstmord bezeichnet werden. Sandwüsten, Gletscher und Erdrutsche sagen keine glänzende Zukunft voraus.

       Es ist ganz unmöglich, die Heilung der Natur zu beschleunigen, selbst wenn sich die Menschen einer gesunden Denkweise zuwenden würden. Es wird Dekaden dauern, die Gesundheit der zerstörten Erdkruste wiederherzustellen.

       Doch für solche besonders segensreiche Maßnahmen ist menschliche Zusammenarbeit unumgänglich. Sind aber Anzeichen einer solchen gemeinsamen Arbeit zu sehen? Beherrschen denn nicht Zerstörung und Zwietracht die Geister? Trifft nicht jeder Versuch, Einheit herzustellen, auf Gespött?

       Die Menschen wollen nicht an die Realität der Zukunft denken. Wir sprechen vom großen Agni, doch nur tausend Köpfe entschließen sich, darüber nachzudenken, wie unaufschiebbar es ist.

 

       318. Man sollte seine Aufmerksamkeit auf die heranrückenden Ereignisse richten. Man sollte verstehen, dass die Menschheit in eine Periode ständiger Kriege eintritt. Solche Kriege sind sehr verschieden, aber ihnen liegt ein einziges Prinzip zugrunde: Feindschaft

 [Russisches Original. Seite 150.]


überall und in allem.

       Niemand denkt darüber nach, welch ein verheerender Weltenbrand geschaffen wird, wenn Massen von Menschen einen verderbenbringenden Kreis um den ganzen Planeten herum ziehen. Das ist die Schlange selbst, sie ist schlimmer als Eis und Schnee. Glaubt nicht, das sei ein Schreckgespenst. Nein, jeder Tag liefert Beweise der Zerstörung. Der Koschej[54] schläft nicht, doch das Amüsement bemüht sich, die Augen von dem Weltenbrand abzulenken.

 

       319. Waffenkriege, Handelskriege, Arbeitslosenkriege, Wissenskriege, Religionskriege – vielfältig sind die Kriege, und die irdischen Grenzen haben bereits ihre Bedeutung verloren! Das planetare Leben ist in unzählige Grenzen aufgeteilt.

 

       320. „Tausendblätter“ war der alte Name für einen Aufguss aus wilden Wiesenkräutern. Sein Sinn lag in der Überzeugung, die Flora der Wiesen sei schon ein zusammengestelltes Allheilmittel. Gewiss, eine solche Verbindung von Pflanzenkräften ist sehr bedeutsam, denn wer kann besser als die Natur übereinstimmende Nachbarn zusammenstellen? Die Proportion und die Art der Anwendung bleiben in den Händen des Menschen.

       Wahrlich, jede Symphonie der Pflanzenwelt erstaunt durch ihre Übereinstimmung. Die Schöpfung ist reich, sowohl äußerlich als auch innerlich, doch gewöhnlich verletzen die Menschen grausam diesen kostbaren Schleier der Mutter der Welt. Der Ausplünderung wegen ziehen sie das Grinsen eines Skeletts im Sand vor.

       Die politische Ökonomie sollte auf dem Verstehen der Naturschätze und ihrer weisen Nutzung beruhen, sonst wird der Staat auf Sand bauen. So kann man in allem das goldene Gleichgewicht studieren, das auch der Pfad der Gerechtigkeit ist.

       Die Menschen

 [Russisches Original. Seite 151.]


sind selbst entsetzt, wenn eine Trennung der Grundlagen erfolgt. Sie erschrecken über Albinos, doch das ist nichts anderes als eine Verletzung der feurigen Grundlage. Man kann diese Verletzungen in allen Naturreichen sehen. Sie sind nicht nur abstoßend, sondern auch ansteckend und schaden einander. Man muss dauernd medizinischen Rat einholen, aber ist nicht das feurige Element eine mächtige Heilkraft? Feuer ist eine Bekräftigung des Lebens.

 

       321. Man muss die Menschen überzeugen, ihre eigenen Schätze zu erhalten. Der größte Geizhals auf Erden erweist sich oft als ein planetarer Verschwender. Die Neue Welt wird, wenn sie zustande kommt, Liebe zu den Naturschätzen offenbaren, und diese werden die beste Emulsion der Lebenssubstanz bieten.

       Man wird aus den Städten in die Natur ziehen müssen, aber doch nicht etwa in die Wüste?! In allen Teilen der Welt haben sich Sandmeere gebildet. Ebenso wurde das Bewusstsein der Menschheit in Körnchen der Bosheit zermalmt. Jede Wüste war einst eine blühende Wiese. Nicht die Natur, sondern der Mensch selbst hat die Blumen ausgerottet. Möge der Gedanke an das Feuer die Menschen veranlassen, sich der Behutsamkeit zu entsinnen.

 

       322. Viele möchten Einzelheiten über die Feinstoffliche Welt wissen, viele aber werden grausam bestürzt sein. Die ganze Wahrnehmbarkeit der Feinstofflichen Welt ist der Entwicklung des Bewusstseins gemäß relativ.

       Man kann vom Licht entzückt sein oder sich im Nebel wiederfinden. Man kann durch seinen Willen schöne Bauten errichten oder auf Kehrichthaufen verweilen. Man kann sich augenblicks die Sprache des Geistes aneignen oder taub und stumm bleiben.

       Jeder empfängt seinen Taten gemäß. Jeder

 [Russisches Original. Seite 152.]


erkennt seinem Bewusstsein gemäß. Die Feinstoffliche Welt ist ein Zustand wahrer Gerechtigkeit.

       Man kann sich davon überzeugen, dass sogar ein einfaches, aber von Liebe erleuchtetes Bewusstsein vorankommt. Für die Erdbewohner ist Liebe wenig auf ihre geschäftlichen Gefühle anwendbar. Sie bleibt oft unerkannt. Aber in der Feinstofflichen Welt ist die Liebe der Schlüssel zu allen Schlössern.

       Für viele Menschen ist Vorstellung eine unerreichbare Abstraktion, aber in der Feinstofflichen Welt ist jedes Körnchen gespeicherter Vorstellung der Weg zu den Möglichkeiten.

       Für Erdbewohner bilden Gekränktheit, Bitternis und Rachsucht die Grundlagen für Galle und Leber, aber in der Feinstofflichen Welt fallen sogar für ein durchschnittliches Bewusstsein diese Schändlichkeiten ab wie unbrauchbare Hüllen. Deshalb beharren Wir so nachdrücklich auf einem feurigen Bewusstsein, damit man sich sogleich in die höheren Sphären begeben kann. Man sollte wirklich mit den höchsten Mitteln nach feurigem Bewusstsein streben.

 

       323. Ihr urteilt richtig über die Notwendigkeit, aus den eiternden Städten auszuziehen und die Bevölkerung des Planeten gleichmäßig zu verteilen. Wenn die Menschheit ihrer Grundanlage nach ein Feuerträger ist, wie kann man dann nicht verstehen, wie äußerst notwendig die weise Verteilung dieses Elementes ist? Man muss verstehen, dass die Krankheit des Planeten in einem bedeutenden Grad vom menschlichen Gleichgewicht abhängt. Es geht nicht an, ungeheure Weiten zu verlassen, um sich in brudermörderischer Weise an von Eiter verseuchten und von Blut überströmten Orten zusammenzurotten.

       Nicht zufällig schlugen die alten Führer ihre Lager auf jungfräulichem Boden auf. Heute fördert selbst die Wissenschaft die normale Besiedelung freier Räume;

 [Russisches Original. Seite 153.]


Niemand wird ausgeschlossen oder ausgestoßen. Die Kräfte der Natur selbst, zur Mitarbeit aufgerufenen, werden den kranken Zustand der Erde genesen lassen. Nur so kann man hoffen, dass die Arbeit geschätzt wird und dass statt Söldnern Mitarbeiter geboren werden.

       Auch das Denken der Völker wird sich erneuern, wenn das Zentrum des Gedankens auf eine gleichmäßige Verteilung der Arbeit über das ganze Antlitz der Erde gerichtet ist. Man sollte dies als Gewähr, als die einzige Lösung ansehen, andernfalls werden die Menschen nur revoltieren, ohne die Wahrheit zu finden, die in ihren Herzen wohnt. Diese Wahrheit ist feurig!

 

       324. Man wird natürlich fragen: „Warum trat im Altertum die Gefahr der Überbevölkerung nicht auf?“. Erstens war die Bevölkerung verhältnismäßig wenig zahlreich. Darüber hinaus dürfen wir das Schicksal von Atlantis*, Babylon und all der anderen einst überfüllten Orten nicht vergessen, die heute in Trümmern liegen. Die Menschheit erinnerte sich nur an einzelne dieser Friedhöfe, aber die kosmischen Gesetze wurden öfter als einmal wirksam.

       Man sollte daher nicht darüber erstaunt sein, dass der kosmische Druck zusammen mit der Verseuchung der niederen Schichten ansteigt.

 

       325. Wenn wir über die Feurige Welt sprechen, sollten wir irdischen Lösungen nicht ausweichen. Der feurige Zustand steht so viel höher als der irdische, dass es des besten irdischen Gleichgewichts bedarf, um sich an das Feuer anschließen zu können. Man muss viele irdische Bedingungen in Einklang bringen, damit der Gedanke den feurigen Körper begreifen kann.

       Mögen die Priester ein wenig wissenschaftlicher und die Wissenschaftler ein wenig geistiger werden. Aus diesen Wünschen kann, wenngleich in bescheidenem Maße, ein bedeutender Pfeiler der notwendigen Brücke errichtet werden. Dieser Begriff

 [Russisches Original. Seite 154.]


Brücke ist ein uraltes Vermächtnis, aber jetzt ist er gebieterisch geworden.

 

       326. Einige Aufwiegler hoffen, ihren Wohlstand festigen zu können, indem sie ständig alles umstürzen. Diese Gedanken des Diebstahls und der Zerschlagung sind charakteristisch. Es ist unmöglich, auch nur zu denken, man könne das feurige Element zum Zweck von Diebstahl und Zerschlagung herbeiziehen! Ich wiederhole, dies ist das Vorgehen der Unwissenheit, das man sich abgewöhnen muss.

       Möge jemand, der einen Baum fällt, ihn sogleich durch einen neu gepflanzten ersetzen. Möge der Gärtner mit der einen Hand ernten, mit der anderen säen. Die einfache Regel, nicht zu stehlen, muss in den ersten Schulstunden gelehrt werden. Der Lehrer muss den Geist für die feurigsten Aneignungen vorbereiten. Nur durch ständige Bestätigung der Wege der Zukunft kann man die Geistkämpfer vorbereiten.

 

       327. Jemand wollte etwas über die höheren Welten wissen, lebte aber wie ein Schwein. Aufwärtsstreben ist mit Untergraben der Wurzeln unvereinbar. Für Schweine der Schweinestall.

 

       328. Die Lehre muss vor allem nach oben lenken. So ist es leichter, vom Feuer zu sprechen, das man als das Höchste verstehen muss. Es ist lehrreich, die kleinsten Kinder zu befragen, wie sie sich das Feuer vorstellen. Man kann die unerwartetsten Antworten erhalten, aber sie werden bedeutsam sein. Nur Erwachsene geben dem Feuer eine sklavische Stellung.

 

       329. Die Kürze der Formeln ist das Vermächtnis des Feuers. Man sollte sich an die heilige Kürze gewöhnen. Man sollte nicht denken, sie sei leicht erreichbar; in ihr drücken sich

 [Russisches Original. Seite 155.]


Zweckmäßigkeit, Behutsamkeit, Achtung und geschärfte Kraft aus. Keine weitschweifige Formel, sondern ihre Essenz wird ausgesandt. Man kann Macht in einem einzigen Wort konzentrieren, und die Wirkung wird umso stärker sein. Nicht der Strom, sondern der Blitz ist das Symbol des Befehls.

       Viel innere Arbeit ist erforderlich, um das Knappste und Überzeugendste hervorzubringen. Daher bestanden die alten Beschwörungen aus kurzen Anrufungen. Man kann diesen Pfeil mit einer Geste der Hand begleiten. Im Grunde ist eine solche Geste nicht nötig, aber für einen selbst kann sie ein starker Befehl sein.

 

       330. Für jede feurige Aussaat ist Musik notwendig. Man sollte gute Musik wählen, sie konzentriert unsere Gefühle. Aber man sollte die Musik nicht unaufmerksam an den Ohren vorüberziehen lassen.

       So oft haben die Menschen ein großes Phänomen vor sich, wenn sie das Lauteste nicht hören und das Deutlichste nicht sehen. Die Menschen sondern sich oft völlig von ihrer Umgebung ab, wollen aber nicht verstehen, dass gerade diese Eigenschaft sehr wertvoll ist, wenn sie weise erkannt wird.

 

       331. Der Lehrer ist verpflichtet, die Beschaffenheit der Gedanken seines Schülers zu verfolgen. Nicht Bubenstreiche, sondern der Verlauf des Gedankens ist der Weg des Fortschritts. Dieses Verstehen der Gedanken eines anderen ist nicht übernatürlich, sondern bildet sich aus vielen Bewegungen und Blicken. Schon bei geringer Aufmerksamkeit nimmt der Lehrer das Feuer der Augen wahr. Dieses Aufleuchten ist sehr bedeutsam und erzählt einem weisen Arzt die ganze Geschichte des inneren Zustandes.

 

       332. Man sollte nicht nur auf das Erscheinen des verdichteten [feinstofflichen] Körpers* warten, sondern mit all seinen Kräften danach

 [Russisches Original. Seite 156.]


streben, sich der Feinstofflichen Welt bewusst zu werden. Die Feinstoffliche Welt unterliegt nicht nur der Erkenntnis, sondern wir müssen uns derart mit Kühnheit erfüllen, dass wir zur Anschauung der Feurigen Kräfte gelangen. Wir sollten uns an den Gedanken gewöhnen, dass es uns früher oder später beschieden ist, an den Feurigen Ufern anzulegen. Lernen wir es daher, das weiteste Netz auszuwerfen, um den besten Fang zu machen.

       Wahrlich, nicht nur in Träumen, sondern auch inmitten der Alltagsarbeit müssen wir unsere Gedanken zu den fernen feurigen Erscheinungen lenken. Andernfalls wird es uns, wenn wir uns in der Feinstofflichen Welt befinden, schwer fallen, das feurige Strahlen zu erkennen. Man muss nicht nur das Auge, sondern mehr noch das Bewusstsein an das Licht gewöhnen.

       Die Menschen leiden besonders unter der Unfähigkeit, nach vorn zu streben. Ein beschränktes Bewusstsein schaut nur zurück, weshalb es oft beginnt, zurückzugehen. Das Himmelreich, das Feurige Reich, wird im Sturm genommen – diese Wahrheit wird seit langem verkündet, aber wir haben sie vergessen und jede kühne Bestrebung aufgegeben.

       Viele wertvolle Weisungen sind in Unordnung gebracht worden. Die Menschen haben den Begriff der Demut entstellt; er ist in Beziehung zur Hierarchie so notwendig, doch die Menschen haben ihn zu ihrer Bequemlichkeit zu einem Nichts gemacht. Es wurde nicht gesagt, dass man untätig bleiben soll, sondern man muss mit aller Kühnheit und Mühe dem Herrlichen Feuer zustreben. Es gibt nichts auf Erden, das wert wäre, dafür die Feurige Welt aufzugeben.

 

       333. Alle irdischen Gefühle steigen, wenn umgewandelt, in die Feurige Welt auf. Es existiert nicht nur eine geistige Seh- und Hörfähigkeit, sondern auch der Geschmacksinn hat eine neue Bestimmung. Ohne den Geschmacksinn kann man viele chemische Zusammensetzungen nicht erkennen, und bei schöpferischer Tätigkeit werden alle

 [Russisches Original. Seite 157.]


Sinne als Maße der Wechselbeziehungen benötigt.

       Deshalb ist es notwendig, bereits auf Erden die Sinne zu verfeinern. Um seinen Geschmacksinn zu verfeinern, bestand die tägliche Nahrung eines gewissen Einsiedlers aus Blättern und Kräutern. Fragte ihn ein Vorübergehender, warum er das täte, antwortete der Einsiedler: „Um dich mehr lieben zu können.“ So ist jede Verfeinerung nützlich für die Erkenntnis der Grundlagen.

 

       334. Lasst uns über die Feinstoffliche und die Feurige Welt so sprechen, als wären wir dort gewesen. Mögen gerade diese Gespräche auch besonderem Spott ausgesetzt sein, so werden sich doch Bewusstseine finden, die in dieselbe Richtung streben. So werden wir jene finden, denen das Herz bebend etwas von der Feurigen Welt, der Welt der Schönheit zuflüstert.

 

       335. Ist die Erkenntnis der Zukunft etwa Zauberei? Ist die Erkenntnis des Unausweichlichen etwa Magie? Jede Religion, als Verbindung mit dem Höchsten, findet Worte über den unbeschreiblichen Übergang in die Feinstoffliche Welt. Das irdische Bewusstsein bewahrt dennoch alle Gefühle, die man in der Feinstofflichen Welt vorfindet, obgleich in umgewandelter Form.

       Der Augenblick des Übergangs in die Feinstoffliche Welt selbst ist von einem Schwindelgefühl begleitet, ebenso wie bei einer Ohnmacht oder am Beginn eines epileptischen Anfalls.

       Die darauf folgenden Gefühle hängen ganz von der Vorbereitung des Bewusstseins, richtiger gesagt, vom feurigen Ego ab. Ist das Bewusstsein verdüstert oder trübe, können sich die Gefühle bei dem neuen Zustand nicht umwandeln. In diesem Fall tritt eine Art Vergessen oder schläfriges Umherirren ein. Dieser Zustand ist unangenehm.

       Natürlich spreche Ich nicht von dem düsteren Zustand der Verbrecher und Lasterhaften – das Wesen dieser Qualen ist unbeschreiblich! Aber hier ist es besser, von den leuchtenden Möglichkeiten zu sprechen.

 [Russisches Original. Seite 158.]


       Wenn also Agni zu Lebzeiten durch Wissen oder das Gefühl der Heldentat erweckt wurde, bewirkt es augenblicklich die große Transmutation. Wie eine wahre Fackel weist Agni die Richtung; wie leuchtendes Helium trägt es uns empor in die uns bestimmte Sphäre.

       Agni, das im irdischen Leben so unbemerkbar ist, wird in der Feinstofflichen Welt zum leitenden Prinzip. Es leuchtet nicht nur in der Feinstofflichen Welt, sondern dient auch als Leitung zu Feurigen Wesenheiten.

       Ohne Agni ist es unmöglich, das Licht der Feurigen Welt zu empfangen und seiner teilhaftig zu werden. Mangel an offenbartem Feuer macht die umherirrenden Geister blind. Mit dem Feuer sehen wir, und mit der Flamme steigen wir auf. Es gibt keine anderen Antriebskräfte, deshalb wohl denen, die das Feuer erkennen!

 

       336. Wenn jede Zelle ein ganzes Universum in sich birgt, ist jeder Mensch in Unbegrenztheit ein Urbild des Schöpfers. Wie notwendig ist es, den Heiligen Geist verehren zu lernen! Man kann Ihm die erhabensten Namen verleihen. Man kann sogar sein Herz ohne einen Namen mit Ihm erfüllen, wenn alle Namen sich wie aus einem übervollen Kelch ergießen. Aber Schmähung ist unstatthaft; denn sie zerreißt den Faden des Lichts.

       Die Errichtung eines Lehrerstandes ist als natürlicher Schritt zum Begreifen von Agni notwendig.

 

       337. Warum erscheinen Feurige Wesenheiten den Erdbewohnern so selten? Auch dafür gibt es eine wissenschaftliche Erklärung. Der Erhabene sagte: „Rühre mich nicht an!“[55] So einfach wurde das Wesen des Verhältnisses zwischen der Feurigen und der irdischen Welt ausgedrückt.

       Für irdische Empfindungen ist die Feurige Welt wie ein mächtiger Dynamo. Der irdische Leib verbrennt

 [Russisches Original. Seite 159.]


bei Berührung mit einem Feurigen Wesen. Nicht nur eine direkte Berührung, sondern schon seine Nähe kann das Herz eines Inkarnierten zum Stillstand bringen. In eine leicht entzündbare Wohnung darf man keine brennende Fackel hineintragen.

       Sogar ein irdischer Arzt weiß, wie viel elektrische Kraft ein menschliches Herz ertragen kann, doch die Anspannung der Feurigen Kräfte ist mit der gewöhnlichen Elektrizität nicht zu vergleichen. Selbst Fohat kann nicht immer gesehen werden. Wie selten können dann erst Strahlende Gäste erscheinen!

       Die Menschen sind undiszipliniert: Entweder versuchen sie, zu berühren, oder sie erschrecken und verbrennen gerade dadurch. Vergessen wir nicht, dass Furcht das Herz verbrennen kann. Sogar bei weißer Magie, bei lichten Beschwörungen, zieht der Fragende einen Kreis um sich herum, um sich vor den feurigen Strömen zu schützen. Natürlich kann ein Herz, welches das Feuer erkennt, seiner allmählich teilhaftig werden.

 

       338. Es ist schwierig, sich von der Erde aus der Feurigen Welt zuzuwenden. Doch ebenso schwierig ist es, sich aus der Feinstofflichen Welt den irdischen Sphären zu nähern. Dieses Eintauchen kann mit der Arbeit eines Tauchers verglichen werden. Wie der Taucher einen schweren Taucheranzug anlegen muss, um dem Druck des Meeres standzuhalten, so muss sich der zur Erde Kommende in einen dichten Körper hüllen.

       Der Zustand eines neugeborenen Kindes ist weise angelegt, denn es kann die Erdenschwere allmählich annehmen. Mehr als eine Periode von sieben Jahren ist erforderlich, um die irdische Existenz zu meistern. Deshalb sollte man Kinder so sorgsam behüten.

 

       339. Die Finsteren schlafen nicht. Sie sind mit ihrer Hierarchie eine weit stärker vereint

 [Russisches Original. Seite 160.]


als die sogenannten Krieger des Lichts. Die Finsteren wissen, dass ihre einzige Rettung in der Finsternis liegt, doch die Glühwürmchen irren viel umher, diskutieren viel und lieben ihre Hierarchie nur wenig.

 

       340. Folgt Mir nach; strebt zu Mir, nur so könnt ihr die Zukunft verstehen. Was könnte man den Kräften des Lichts vorziehen?

       Man kann seinen Glauben bis zur Unanfechtbarkeit erneuern. Unbrauchbar ist der Glaube, der einen nicht in seinem ganzen Leben leitet.

       Ich weise auf die Länder hin, die den Pfad verloren haben; die Maschine läuft noch, aber ohne Erneuerung des Bewusstseins hat das Leben keinen Sinn. Ein neues Bewusstsein kann nur vom Geist her kommen. Die neue Kraft kann sich nur durch das Wissen über die Höheren Welten festigen. Die Aufspeicherung solchen Wissens stärkt das Leben.

       Man kann das Notwendigste zurückweisen, wenn man versäumt, an die Zukunft zu denken! Man muss alle Übergänge als Verbesserung annehmen.

       Ein einziger Ausbruch des Gedankens trägt über den Abgrund hinweg. Sogar das scheinbar ganz Unausweichliche hängt von der Beschaffenheit des Gedankens ab. Die Verwirklichung eines Gedankens kann sogar die Wiederkehr zur Erde ändern.

       Die Feinstoffliche Welt wird gewöhnlich als ein passiver Zustand angesehen, aber sie muss nicht bloß passiv, sie kann auch aktiv sein. Wenn es heißt: „Wie im Himmel, so auf Erden“, bedeutet das, dass auch dort Bedingungen für höhere Errungenschaften existieren.

       Wir sollten nicht nur mit mittleren Maßstäben messen. Wenn die Durchschnittsperiode zwischen Inkarnationen ungefähr siebenhundert Jahren beträgt, so kann es auch Zeitspannen von sieben oder gar drei Jahren geben. Selbst karmische Bedingungen beugen sich dem Hammer des Willens.

       Der Gedanke selbst ist der beste feurige Hüter. Der Gedanke ist unverbrennbar! Ein Mensch, der vom Glaubens-Gedanken erfüllt ist,

 [Russisches Original. Seite 161.]


verliert sogar auf Erden an Gewicht. Der Gedanke führt auch zu den Höheren Welten.

       Ein Mensch, der das Gleichgewicht verloren hat, benötigt einen Moment der Ruhe. Diese Ruhe dient der Sammlung des Willens. Ohne Willen gibt es auch keinen Glauben. So rüsten Wir die Menschen mit Waffen des Lichts aus.

 

       341. Aus der Feinstofflichen Welt sind irdische Umrisse für gewöhnlich nur trübe wahrnehmbar. Der Grund liegt nicht allein in der Dichte der irdischen Atmosphäre, sondern auch im mangelnden Willen zu beobachten. Wer sehen will, der sieht. Selbst in der irdischen Finsternis muss man die Sehkraft anspannen, mit anderen Worten, den Gedanken in das Sehen hineinlegen.

 

       342. Auf seinen Reisen sagte Apollonius von Tyana[56] manchmal zu seinen Schülern: „Lasst uns hier verweilen. An diesem Ort gefällt es mir.“ Aus diesen Worten erkannten seine Schüler, dass hier ein Magnet ausgelegt war oder der Lehrer beabsichtigte, einen Magneten auszulegen.

       Die Empfindung, die Magneten hervorrufen, erkennt man an einem besonderen Strom, der mit der Kraft des Agni verbunden ist. Die Wissenschaft kann später diese magnetischen Wellen untersuchen, die im Laufe von Jahrhunderten nicht versiegen. Wie Meilensteine wurden Magnete an Orten von besonderer Bedeutung ausgelegt.

       Wenn ein Ackersmann etwas Heimaterde bei sich trägt, erinnert er gleichsam an den alten Brauch, als unbestreitbares Zeichen eine Handvoll Erde darzubieten. Und jetzt wisst ihr auch, dass etwas Erde zum Gedenken überbracht wurde.[57] Ihr Los ist nicht einfach, ein Böser wollte sie zerstreuen, aber eine gütige Hand verbarg den Schatz absichtlich, und er blieb vergessen; doch der Gedanke, der mit dieser Gabe verbunden ist, lebt und wirkt weiter, als man meinen könnte: so lebendig sind Gedanken.

       Ein durch Gedanken magnetisierter Gegenstand besitzt wirkliche Macht. So sollte man

 [Russisches Original. Seite 162.]


nicht abergläubisch, sondern ganz wissenschaftlich die Aufschichtungen von Gedanken studieren – dies ist doch die Arbeit des Feuers!

 

       343. Gesellschaften für Psychische Forschung[58] könnten von Bedeutung sein, doch sie beschränken sich auf die niederen Ebenen. Sie begnügen sich mit Nekromantie, obwohl sie die geistige Seite des Lebens erneuern könnten.

       Wir verurteilen es nicht, wenn diese Gesellschaften mit dem Niederen und Unbedeutenden beginnen mussten, doch nach einem halben Jahrhundert sollte ein Streben zu den höheren Welten zu finden sein, doch das ist kaum erkennbar.

 

       344. Zuweilen ist es nützlich, ruhig dazusitzen und den Geist in die Unbegrenztheit zu lenken: Das ist wie ein Schauer aus den fernen Welten. Wir selbst müssen die Ströme herbeiziehen, sonst könnten sie vorübergleiten, ohne eine Spur zu hinterlassen.

       Der Gedanke ist ein Magnet, der positive Ströme anzieht, und er ist wie ein Schild, der negativen Strömen den Zutritt verweigert.

 

       345. Der Führer kann seinen Schüler fragen: „Was machst du, was wünschst du, was quält dich, was erfreut dich?“ Diese Fragen besagen nicht, dass der Lehrer nicht weiß, was mit dem Schülers vor sich geht; im Gegenteil, bei vollem Wissen will der Lehrer erfahren, was genau der Schüler selbst für bedeutsam hält.

       Aus Mangel an Erfahrung mag der Schüler auf den unbedeutendsten aller Umstände hinweisen; daher fragt der Lehrer durchaus nicht aus Höflichkeit, sondern um das Bewusstsein des Schülers zu prüfen.

       Deshalb sollte man die Antworten an den Lehrer genau überlegen. Nicht sogenannte Höflichkeit, sondern die ständige Entwicklung des Bewusstseins ist die Pflicht des Führers.

 

       346. Der Schüler muss auch an die Teilbarkeit

 [Russisches Original. Seite 163.]


des Geistes denken. Er muss sein Bewusstsein so lenken, dass er im Geist die Anwesenheit des Lehrers erkennt. Jene, die sich die Nähe des Lehrers vorstellen, haben nicht ganz Unrecht. Das ist besser, als den Lehrer leichtfertig ganz zu vergessen.

       Jene, die Worte des Lehrers auswendig lernen, haben nicht ganz Unrecht. Auch in der Schule werden Texte gelernt, um das Gedächtnis zu stärken. Ebenso wird die Lehre, wenn sie im Herzen brennt, durch kurze unerschütterliche Formeln gefestigt. Manchen fällt es leichter, sich präzise Ausdrücke anzueignen.

       Hindert niemanden daran, den Weg seines Karma zu gehen. Es ist besser, dort keinen Zwang auszuüben, wo eigene Feuer vorhanden sind.

 

       347. Einer wünscht das Leichteste, ein anderer zieht das Schwierigste vor; einer kann nicht sprechen, steht aber fest auf der Wacht; einer findet Worte leicht und fliegt ihnen nach. Einer kann die wichtigste Erscheinung spüren, doch andere wünschen, erfolglos zu bleiben.

       Man kann diese Unterschiede endlos aufzählen, doch nur das Vorhandensein des Feuers des Herzens rechtfertigt die Eigenschaften der Persönlichkeit. So werden wir nie müde, über die Vielfältigkeit zu sprechen.

       Der Gärtner weiß, wie er seine Pflanzen zusammensetzen muss, deswegen ist er der Meister des Gartens.

 

       348.[59] Es ist offensichtlich, dass die Menschen eine Veränderung der bestehenden Zustände wünschen. Ein Herrscher bat, einen zufriedenen Menschen zu suchen. Nach langem Suchen wurde schließlich einer gefunden – er war taub, stumm und blind.

 

       349.[60] Man sollte Technokratie als Winkelzug der Finsteren betrachten. Die Finsteren lenkten die Menschen oft zu mechanischen Lösungen. Sie hofften, die Aufmerksamkeit der Menschheit zu fesseln, nur um sie vom geistigen Wachstum abzuhalten. Indessen kann man das Problem des Lebens

 [Russisches Original. Seite 164.]


nur durch eine Erweiterung des Bewusstseins lösen. Man kann sehen, wie leicht mechanische Hypothesen die Hoffnungen der Menschheit beherrschen. Bei den Alten war dies auch Maja, die durch den kleinsten Anstoß plötzlich unterbrochen werden konnte.

 

       350. Die Gedankenhygiene muss sowohl geistiger als auch irdischer Art sein. Man sollte Experimente mit einem Denken durchführen, das durch feurige Medikamente gestärkt worden ist. Man sollte die Aufmerksamkeit darauf lenken, wie Phosphor oder Dämpfe von Eukalyptus auf das Denken wirken. Man sollte prüfen, wieweit Moschus das Denken erhebt. Man sollte alle Angaben über die verschiedenen Harzöle sammeln. Mit einem Wort, man muss an alle Zusammensetzungen denken, die der Arbeit des Feuers am nächsten stehen.

       Man sollte diese Experimente mit Menschen mit einem starken feurigen Denken durchführen. Solche Experimente erinnern nicht nur an Vitamine, sondern auch an Agni.

       Die Anstrengungen der Ärzte, sich nicht nur auf innere Heilmittel zu konzentrieren, sondern auch auf die Wirkungen des Geruchssinns, werden die nötigen Ergebnisse zeitigen.

       Die Menschen sind ernsthaft krank. Die finsteren Kräfte bemühen sich, alle Arten von Narkotika unterzuschieben, aber die engen Grenzen des Lebens werden nicht durch Einschläferung des Intellekts erweitert. Heute ist geistige Wachsamkeit nötig. Man muss diese Wachsamkeit als einen dem Menschen geziemenden Zustand liebgewinnen.

 

       351. Auf dem Planeten sind viele kleine Kreise[61] verstreut. Die schwarzen Logen wissen, was sie zu tun haben, doch die Hellen schaden einander sogar oft durch ihre Unordnung. Ein Fremder nähert sich den schwarzen Logen nicht, doch die Hellen sind aus Gutmütigkeit, besser gesagt Unwissenheit, oft bereit, den gefährlichsten Verräter zu umarmen.

       Man muss die Gleichgültigkeit vertreiben, welche die besten Kräfte paralysiert.

 [Russisches Original. Seite 165.]


Wahrlich, man wird nicht so sehr von Feinden erschöpft, wie durch Gleichgültigkeit der Freunde! Wie kann man Feurigkeit verstehen, wenn man faul und gleichgültig ist? Die Eigenschaften des Feuers stehen der Gleichgültigkeit entgegen. Vor der Belastung durch untätige Menschen muss man sich in acht nehmen, doch man muss sie gelegentlich tadeln, um wenigstens Empörung hervorzurufen. Ein tödliches Sichzurückziehen des Geistes ist ein Verlassen des Lebens.

 

       352. Grämen wir uns nicht, wenn wir Gleichgültigkeit beobachten, sie beweist nur, dass man nicht in einer solchen beschämenden Armseligkeit verharren darf.

       Wir stellen sogar in einer Stunde der Erschöpfung die Arbeit an der Vereinigung nicht ein. Manchmal kann man noch nicht einmal einander ganz nahestehende Menschen zusammenführen. Das macht nichts, mögen sie zeitweilig in verschiedenen Häusern bleiben, wenn sie nur nicht das Feuer löschen. Daher muss man dafür sorgen, dass die Feuer nicht verlöschen.

 

       353. Ein gewisser Guru blieb in seiner Höhle, ohne sich sehen zu lassen. Als ihn seine Schüler baten, sich zu zeigen, antwortete er:

       „Toren, habe ich mich nicht gerade euretwegen verborgen gehalten? Denn ich will euch durch mein Erscheinen nicht auseinanderbringen. Wenn ihr mich als jemanden annehmt, der nicht existiert, werden eure Feuer vielleicht stärker entbrennen.“

       Sogar mit solchen Mittel sorgte der Guru für das Entfachen der Feuer, nur damit das Herz entflammt wird.

 

       354. Oft erhob sich die Frage: Welcher Gedanke ist stärker, der ausgesprochene oder der unausgesprochene? Gewiss, es scheint, als sei die Anwendung mündlicher Formeln stärker. Menschen, die durch Äußerlichkeiten angezogen werden, nehmen an, dass eine Fassung in Worte den Sinn besser bewahrt. Doch eine solche Bedingtheit

 [Russisches Original. Seite 166.]


hilft dem Wesentlichen nicht.

       Ein unausgesprochener Gedanke ist weit mächtiger, in ihm offenbart sich ein viel reineres Stadium des Feuers. Man kann bemerken, wie ein unausgesprochener Gedanke sich völlig von den beengenden Bedingungen der Sprache befreit. Er nähert sich der feurigen Sprache und vermehrt seine Macht.

       Wir senden feurige Gedanken, sie werden feurig verstanden. Man kann dieses Verständnis Gefühlswissen nennen, als seine Ursache aber kann man die Sprache des Feuers bezeichnen. Wir empfangen gleichsam eine Radiosendung aus der Feinstofflichen Welt, aber aus ihren Höheren, Feurigen Sphären.

       Die Feurige Welt ist vor allem in uns selbst, wenn wir nur ihre Wohnstätte erkennen würden.[62]

       Wenn man also zweifelt, ob man mit der Feurigen Welt verkehren kann, sollte man sich nur daran erinnern, dass sie in allem gegenwärtig ist. Jedoch muss man die Leitung über das Herz und nicht über das Gehirn herstellen. Man kann eine dauernde Verbindung mit der Feinstofflichen Welt finden, aber die Feurige Welt erfordert eine besonders gute Verfassung.

       Wörtliche Hüllen werden uns von der Feurigen Welt eher entfernen als an sie annähern.

 

       355. Rhythmus oder Melodie? Es ist eher der Rhythmus, der Schwingungen schafft. Wie ihr wisst, besteht die Sphärenmusik vor allem aus Rhythmus. Das Feuer liegt im Rhythmus, aber nicht im Gehalt der Melodie. Es kann natürlich glückliche Zusammentreffen geben, wenn Melodie sich in Rhythmus verwandelt. Man sollte die Verbindung des Rhythmus mit dem Feuer genau verstehen.

 

       356. Zweifel ist der Haupteingang für die Finsteren. Wenn sich Zweifel zu regen beginnt, erlischt das Feuer, und der Haupteingang öffnet sich für den schwarzen Einflüsterer.

       Man muss die Eintracht vermehren

 [Russisches Original. Seite 167.]


und sogar an einer Henne Freude finden, die ein Ei legt. So überflügeln wir den Feind im Großen wie im Kleinen.

 

       357. Viele wollen einige Fragen stellen, sind aber befangen. Zum Beispiel möchten sie gern wissen, ob durch eine Annäherung an die Feurige Welt ihre Gesundheit leidet. Man kann als Antwort darauf verweisen, wie ein Wohltäter seine Almosen einstellte, weil er fürchtete, er könnte durch die Berührung mit den Armen angesteckt werden. Natürlich war er kein wahrer Wohltäter.

       Gleichfalls ist der kein Feuerträger, der die Feurige Welt fürchtet. Erachten wir daher die Feurige Welt als etwas Urtümliches und Unveräußerliches, das sich im Mut und in der Freude des Herzens offenbart.

 

       358. Pythagoras verbot seinen Schülern zu spotten, weil dies vor allem die Feierlichkeit stört. Ein Mensch, der die Sonne mit einer Hymne begrüßt, kann die kleinen Flecken nicht bemerken. Dieser Befehl enthält die Verwirklichung des Schönen. Möge den Finsteren das Schicksal des Spottes bleiben. Diejenigen, die Späße nötig haben, bleiben den Weisen nicht in Erinnerung.

       Die Feierlichkeit der Hymnen offenbart Pythagoras als einen Feuerträger. Nehmen wir uns ein Beispiel an solchen Feuerträgern, die ihr irdisches Schicksal in Schönheit durchschritten haben.

 

       359. Man wird sagen: Man darf nicht streiten, man darf nicht spotten, man darf nicht verraten, man darf nicht verleumden, man darf nicht schlagen, man darf nicht hochmütig sein, man darf nicht seiner Ichsucht frönen, man darf nicht auf Vorrechte verweisen – was ist das für ein Leben?!

       Fügen wir hinzu: Schmutz zu hinterlassen ist ebenfalls verboten, denn wer Schmutz hinterlässt, wird ihn selbst wegräumen müssen.

 [Russisches Original. Seite 168.]


       360. Eine weitere Frage beunruhigt insgeheim gewisse Menschen. Sie möchten wissen, ob die Lehre das Lesen der Heiligen Schriften hindert. Beunruhigt euch nicht, denn Wir raten gerade, diese Bücher der Testamente[63] aufmerksam zu lesen. Wir lenken die Aufmerksamkeit der Menschen ständig auf die Notwendigkeit, sich mit den Büchern Genesis[64] vertraut zu machen. Wird in ihnen nicht die Feurige Welt erwähnt? Darüber hinaus heißt es so schön und kurz: „Wir sterben nicht, sondern wandeln uns“, oder „Wie im Himmel, so auf Erden“. Solche Testamente konnten nur von einem Wissenden verkündet werden!

       Diese Heiligen Schriften können eine Fülle von Kenntnissen über die Offenbarungen des Feuers vermitteln. Man muss also bitten, diese Testamente aufmerksam zu lesen.

       So können auch die Chroniken der Leben der Glaubenshelden zum Verstehen der Feurigen Welt beitragen. Die Bestätigung solcher Erscheinungen über viele Jahrhunderte hinweg muss die suchenden Wissenschaftler inspirieren.

       Ich wiederhole: Es ist traurig, die Abwendung der Wissenschaft von den höheren Grundlagen des Daseins zu beobachten. Wenn auch nur als Historiker sind die Wissenschaftler verpflichtet, sich gegenüber den Gesetzestafeln der Vergangenheit aufmerksam und achtungsvoll zu verhalten.

       Jedoch nicht nur Wissenschaftler, sondern sogar Künstler, die durch Vorstellungskraft wachsen, vermeiden es, sich auf die Schätze des heiligen Testamentes zu konzentrieren. Als ob dieses Wissen anderem Wissen nachstünde!

       Sonderbar ist aber, dass jene, die Uns über die Heiligen Schriften fragen, trotz Unseres Rates keine Zeit finden, sie zu lesen. Wer im Herzen entflammt ist, wird dieses nicht aufschieben, auch wenn er keine Frage gestellt hat.

 

       361. Jene, die sich für längere Zeit im Voraus auf eine bestimmte Nahrung festlegen, handeln unklug. Da Nahrung Brennstoff bedeutet, hängt sie vor allem vom jeweiligen Bedarf ab. Doch

 [Russisches Original. Seite 169.]


dieser Bedarf richtet sich nach den kosmischen Strömen. Das Auftreten kosmischer Ströme kann einen fast der Notwendigkeit entheben, den Magen zu füllen, oder umgekehrt. Bei einer Spannung der Ströme ist Nahrungsaufnahme besonders schädlich. Sie kann Erkrankungen der Leber und Nieren oder Darmkrämpfe hervorrufen.

 

       362. Ihr habt von einer Epidemie des Hörens von Stimmen gelesen. Der Organismus funktioniert wie ein Radioempfänger. Eine solche geschärfte Feinfühligkeit könnte nützlich sein, doch das Schlimme ist, dass das menschliche Bewusstsein weit zurückgeblieben ist, während einige genaue kosmische Fristen nahen.

       Auf diese Weise entsteht statt Nutzen Schaden, der Besessenheit fördert. Viele solcher Entartungen gibt es auch auf anderen Gebieten, wenn das Bewusstsein, von Mechanisierung erdrückt, in Wahnsinn versinkt.

 

       363. In einer schwierigen Zeit ist eine feierliche Stimmung erforderlich. Man sollte nicht meinen, weil man am Leben geblieben ist hätte einen diese Zeit nicht berührt. Man sollte weitsichtig sein.

 

       364. Man sollte untersuchen, welche Eigenschaften durch das Bewusstwerden der Feurigen Welt stärker in Erscheinung treten. Unter ihnen fällt die Gerechtigkeit besonders auf. Man kann diese Eigenschaft nicht in Worte fassen, die vom Gefühlswissen als die größte erachtet wird.

       Jenseits der irdischen Gesetze wissen die Gerechten, wo die Wahrheit liegt. In dieser Zeit, in der das Gesetz zu vielen Ungerechtigkeiten führt, weiß der Mensch, der die Feurigen Welt erkannt hat, wo die Wahrheit liegt; trotz des Augenscheinlichen fühlt er die Wirklichkeit.

       So verwandelt das feurige

 [Russisches Original. Seite 170.]


Bewusstsein das Leben. Sogar das feurige Märtyrertum verleiht höheres Wissen. Auf diese Weise können wir auch andere Eigenschaften des Geistes erkennen, die unter dem feurigen Schauer wachsen.

       Mäßigung ohne Feuer wird zu Dürftigkeit, aber der durch Feuer angespannte Goldene Pfad ist die beste Erklärung der Mäßigung. Ebenso ist Mut ohne Feuer Torheit. Aber der Mut, der mit dem Feuer des Herzens strahlt, wird zu einer undurchdringlichen Mauer. In der Tat, Geduld, Mitleid und Freundschaft nehmen im feurigen Licht eine andere Farbe an.

       Der Lehrer kann jedoch den Grad der Feurigkeit nur anhand der Tat und durch Prüfung feststellen. Worte sind für eine solche Überzeugung am wenigsten geeignet.

       Wie viele Worte reinigen die Schwellen der Gefängnisse, doch nur wenige Kerkermeister können sich rühmen, gerecht zu sein.

       Wie viele Worte gibt es auch über Geduld! Und der erste Fehlschlag bringt die unduldsamsten Menschenfresser hervor.

       Es lohnt sich natürlich nicht zu erklären, dass sich beredter Mut in große Feigheit verwandelt. Aber wer sich dem Feuer nähern will, muss alle Beweggründe beachten.

 

       365. Berge wissenschaftlicher Überlegungen türmen sich auf, doch es ist schwierig, ungebundene Menschen zu finden. Die griechischen Philosophen kannten diese gebundenen Seelen. Sie verstanden, wie beschränkt der Mensch handeln kann, wenn er auf einem kleinen Stück Boden zurückgelassen wird.

       Er gleicht einem Storch auf einem Bein! Solche Kämpfe sind schwierig für einen Storch; er kennt sein Nest auf einem bestimmten Baum und steht auf einem Bein. Aber das Wissen vom Feuer erfordert beide Beine, mit anderen Worten, beide Naturen.

 

       366. Ich besitze eine lange Liste von Menschen, die sich selbst schaden.

 [Russisches Original. Seite 171.]


Wie kann man sie auf alle versäumten Gelegenheiten aufmerksam machen? Die geringste Verneinung kann ungeheure Folgen verursachen. Es kommt die Zeit, in der Ich euch aus dieser Liste erzählen werde, und das Erstaunen wird groß sein.

 

       367. Man sollte an bedrohliche Gegenstände erinnern. Die Menschen sind noch bereit, Teraphimen einige Bedeutung beizumessen, die mit dem Ziel der Einwirkung hergestellt wurden. Doch schließlich haften vielen Gegenständen die Ablagerungen von Einwirkungen an.

       Nicht wenige Gegenstände wurden in einer Stunde des Hasses, der Müdigkeit, des Entsetzens oder der Verzweiflung hergestellt, sie tragen diese Sendungen in die Welt. Wenn sie einem Besitzer in die Hände fallen, der sich unter den gleichen astrochemischen Umständen befindet, werden sie gemäß der Weisung zu wirken beginnen, die in sie hineingelegt wurde.

       Soziologen bemühen sich, das Dasein der Arbeiter zu verbessern; das ist richtig, aber dabei sollte man die geistige Verfassung der Schaffenden heben. Ist es nicht gleichgültig, ob sie große oder kleine Dinge herstellen? Giftiger Speichel kann diese gleichermaßen sättigen.

       Für natürlichen Magnetismus bedarf es keiner besonderen schwarzen Kunst. Das schwarze Feuer erfüllt jedes böse Herz, lasst uns daher in Bezug auf Gegenstände sehr aufmerksam sein.

       Man mag sich daran erinnern, dass Apollonius[65] niemals unbekannte Gegenstände in die Hand nahm. Er besah sie zunächst aufmerksam, besonders wenn sie alt waren. Als sich ein Schüler einen Ring an den Finger stecken wollte, warnte der Lehrer, kein Gift anzulegen. Im Ring verborgen wurde tödliches Gift entdeckt. Apollonius fügte hinzu: „Ein solches Gift ist weniger tödlich als das Gift des Herzens.“

       Man sollte die Aussprüche der Weisen nicht als entfernte

 [Russisches Original. Seite 172.]


Symbole betrachten. Oft haben sie eine unmittelbare Bedeutung, die man sich merken und anwenden muss.

       Wir gehen in kein Geschäft, um mit Pocken infizierte Kleidung zu kaufen, doch diese Ansteckung ist nur ein Tausendstel einer Verseuchung! Wie oft habe Ich wiederholt, dass die Aufschichtungen von Gedanken viel stärker sind als Gifte. Wie Feuer eine Patina auf Gefäße aufträgt, so ist der Gedanke nicht abzuwaschen, der die Oberfläche eines Gegenstandes sättigt.

       Unter den Reinigern ist Eukalyptus nützlich, denn es enthält viel Feuer. Jedes lebendige Feuer ist ebenso nützlich. Rings um Feuerstellen ist viel Ansteckung vernichtet worden.

 

       368. Warum sieht man sogar in der Feinstofflichen Welt so wenig von der Feurigen Welt? Die Augen haben sich wenig angepasst. Im irdischen Zustand haben die Menschen die Feurigen Welt nicht beachtet; sie haben sie verspottet; sie haben alle höheren Feuer abgelehnt; sie wollten sie nicht erkennen und schämten sich jedes Gedankens über die Grundlagen des Daseins.

       Mit dieser Verneinung gingen sie in die Feinstoffliche Welt über. Können ihre Augen dann ein Leuchten wahrnehmen, das für ihr Bewusstsein nicht existiert?

       Jedem wird nach seinen Verdiensten zugemessen; und diese Verdienste sind nicht schwierig zu erlangen, wenn man sich nur nicht durch Verneinung verschmutzt. Die Feinstoffliche Welt bewilligt dem Bewusstsein gemäß, doch wenn die Schnauze zu Boden gerichtet ist, wird dann nicht ein Wildschwein die nächste Errungenschaft sein?

 

       369. Ihr erklärt den euch bekannten Fall der Heilung einer Tuberkulose ganz richtig. Viele Krankheiten, besonders bei Frauen, entstehen nämlich durch das Entflammen der Zentren. Aber ein solcher Brand kann gelöscht werden, indem man dem Bewusstsein eine nützliche Richtung gibt. Vielleicht hat das feurige Bewusstsein schon lange

 [Russisches Original. Seite 173.]


angeklopft, die Funken des Fohat aber sind in den Bereich des Kelches eingedrungen, ohne angewendet zu werden. So entsteht ein Zentrenbrand, und Tuberkulose ist besonders charakteristisch für nicht aufgenommenes Feuer.

       Aufnahme in das Bewusstsein bedeutet auch körperliche Assimilierung. Diese Verbindung des Bewusstseins mit dem Körper ist am Beispiel des Feuers besonders bemerkbar, das eine sichtbare physische Zersetzung hervorruft, wenn es nicht erkannt wird.

       Deshalb ist es bei Krankheiten, besonders bei Erkältungen, nützlich, feuriges Pranayama zu praktizieren. Dieses Pranayama ist ganz unkompliziert: Das bekannte Einatmen durch die Nase und Ausatmen durch den Mund, wobei man das Prana zu der erkrankten Stelle hinleitet. Doch um die Wirkung zu verstärken, sollte man im Bewusstsein bewahren, dass Raumfeuer eingeatmet und verbranntes Ur ausgeatmet wird.

       So ist wiederum Feuer das Heilmittel, und der Arzt kann dem Kranken Erleichterung verschaffen, wenn er ihm sagt, wie einfach es ist, die Grundenergie anzuziehen. Glücklicherweise stärkt eine Krankheit die Einstellung gegenüber dem Glauben, und ein Schwerkranker wird die Wahrheit über das Feuer leicht annehmen.

 

       370. Der Zustand des Krankseins verstärkt die Arbeit des Geistes. Der Arzt kann erfolgreich vieles raten, das einen guten Verlauf der Krankheit ermöglicht und das Bewusstsein des Geistes kräftigt. Es ist sehr wichtig, einen bestimmten Geisteszustand zu stärken. Zu diesem Zweck wurden bei Gottesdiensten und Beschwörungen bestimmte Schreie angewandt, um gleichsam den Moment des Herabströmens der Kraft zu betonen.

 

       371. Die verstärkte Aufnahme von Feuer erfordert eine gewisse Ruhe. Man kann die höhere Energie nicht aufnehmen, während man sich auf einem Vulkan befindet! Deshalb muss man die Worte Salomons verwirklichen: „Auch das wird vorübergehen!“

 [Russisches Original. Seite 174.]


       372. Die Epidemie des Starrkrampfs gehört zu den feurigen Erkrankungen. Man kann bestätigen, dass eine solche Seuche die Ausmaße von Krebs annehmen kann. Eine Erleichterung bietet die Luft der Berge, die Hauptbedingung aber ist die Aufnahme von feuriger Energie.

       Jeder Anstoß kann sowohl Krebs als auch Starrkrampf hervorrufen; das bedeutet, dass der Organismus in seinen Grundfesten nicht ausgeglichen ist, so dass selbst die geringste Erschütterung eine Krankheit hervorruft, indem sie alle Pforten öffnet.

       Der war ein großer Arzt, der vom Schatz des Bewusstseins sprach.

       Es ist sehr dringend, eine feurige Prophylaxe einzuführen. Heute hört man von Krebs, morgen von Starrkrampf, übermorgen von Kehlkopfkrämpfen, dann von Lungenpest und dann von einer neuen Gehirnkrankheit. So erschallt ein ganzer Chor der Schrecken, bis die Menschen über die Ursache nachdenken. Sie würden dies natürlich lieber dem Gasolin[66] zuschreiben als der Einwirkung des nicht verstandenen und nicht angenommenen Feuers.

 

       373. Das feurige Verstehen der Besessenheit wird „Urumiya“ genannt. Nicht nur Menschen können dieses Gefühlwissen besitzen, auch einige Tiere, die den Menschen nahestehen, spüren diesen furchtbaren Zustand.

       Besonders Pferde und Hunde erkennen und empören sich gegen die Annäherung besessener Personen. Im alten China gab es eine besondere, hoch geschätzte Hunderasse, die sehr feinfühlig sogenannte Besessene erkannte. In früheren Zeiten war es auch Sitte, Gästen die Pferde und Hunde vorzuführen. Dabei beobachtete man das Verhalten der Tiere. Viele Boten gingen durch diese Prüfung.

       Man sollte beachten, dass auch Katzen einen Besessenen spüren, aber gewöhnlich gerade umgekehrt.

 [Russisches Original. Seite 175.]


Besessenheit versetzt sie in einen Zustand der Freude. Wenn beispielsweise eine Katze einen Besessenen oder seine mächtige Gegenwart spürt, versteckt sie sich nicht, sondern läuft fröhlich miauend umher. Dagegen sträubt sich bei einem Hund das Fell und er versucht, sich zu verstecken oder sich auf einen solchen Menschen zu stürzen.

       Nicht allein zum Schutz sollte man „Urumiya“ in sich entwickeln, sondern auch zu dem Zweck, den Besitzergreifer auszutreiben. Oft wirkt ein einziges Gespräch über die Bedeutung von Agni auf den Besitzergreifer. Er fürchtet Feuer, daher zwingt ihn allein die Erwähnung der feurigen Energie zu wüten und dann auszuziehen.

 

       374. „Urumiya“ gehört auch zur Wissenschaft des Feuers. Die Fähigkeit, Feuer zu lenken, ist keine Mechanik, sondern die Erkenntnis der höheren Energie, die man durch Erfahrung in der Feinstofflichen Welt erwirbt.

       Ein neuer Pfeil fliegt nicht durch einen mündlichen Befehl; er bedarf des Feuers, für das der Raum nicht existiert. Freilich, sogar mächtige Pfeile können vom schwarzen Feuer abgewehrt werden, wenn es zu einem Zusammentreffen von Wirkungen kommt. Dann ist es besser, abzuwarten oder sich zu verteidigen.

 

       375. Das Geisteskorn und die Teilbarkeit des Geistes bieten eine Erklärung betreffend die Monade. Das Geisteskorn ist für das Leben unentbehrlich, doch die Teilbarkeit des Geistes ermöglicht sowohl eine Bereicherung als auch ein Verschwenden der Monade.

       Man kann seinen Geist bewusst zum Nutzen der Welt teilen und seine Teile zur Heldentat aussenden; daraus ergibt sich nur Bereicherung.

       Unwissenheit aber kann den Schatz verschwenden und beim schlafenden Korn verharren; daraus ergibt sich Seelenlosigkeit. Wahrhaftig, die unwissenden Teile des Geistes können wie Besitzergreifer wirken, und dann wehe dem schlafenden Herzen!

 [Russisches Original. Seite 176.]


       Um nicht wieder zur Teilbarkeit des Geistes zurückkehren zu müssen wollen wir uns merken, dass das Geisteskorn schlafen oder vor Munterkeit leuchten kann. Nur durch dieses Licht wird der Magnet des Herzens geschaffen, der die freigesetzten Teile des Geistes in seinen Schoß zieht.

       Es ist ein großer Unterschied zwischen Freisetzen und Verlieren. Daher möge man sich merken, dass das schlafende Geisteskorn, wenn es auch das Leben hervorruft, dennoch alle Eigenschaften der Seelenlosigkeit zulässt.

 

       376. Lasst uns auch dem verwirrenden Begriff Gruppenseele ein Ende bereiten. Der Geist des Gleichklanges kommt besonders stark in Tieren zum Ausdruck, wenn die Individualität noch nicht entstanden ist. Doch es ist unrichtig, gleichklingende Seelen als Gruppenseelen zu bezeichnen. Übersetzungen und Kommentare haben diese Verwirrung angerichtet.

       Platos Begriff der Zwillingsseele war nicht nur der Wahrheit näher, sondern drückte sie auch schön aus. Lasst uns daher die irrige Bezeichnung Gruppenseele nicht verwenden und ersetzen wir sie durch die Bezeichnung geistiger Gleichklang.[67]

       Auch unter den Menschen erweist sich ein solcher Gleichklang als wertvolle Errungenschaft; sie baut die Individualität auf.

       Wir wollen nicht verkomplizieren, was leicht verständlich ist. Vor einer langen Reise ist es notwendig, sich nur mit dem Wichtigsten zu versorgen. Es wäre bedauerlich, sich mit komplizierten Spitzen zu belasten und den Schlüssel zu den Toren des Vaterhauses zu vergessen. Unser Vater braucht weder Spitzen noch Fransen. Merkt euch die einfachsten Pfade des Lichtes Agni. Lest natürlich Bücher, denn man muss die Wege der früheren Gedanken kennen, aber für die Zukunft versorgt euch mit der Lampe Agni.

 

       377. Es gibt viele Verdichtungen, und man kann lernen, sich über eine Heldentat zu freuen. Eine Heldentat in Niedergeschlagenheit ist unmöglich. Niedergeschlagenheit ist Tod, sie ist wie ein durchlöcherter Geldbeutel! In

 [Russisches Original. Seite 177.]


Niedergeschlagenheit wird das Wertvollste verstreut, und man kann Niedergeschlagenheit Tod nennen.

       Wie der Mensch nach dem Schlaf zur Arbeit aufsteht, so öffnet er der Heldentat die Tür. Wir müssen die Feuer besonders hell entzünden, wenn wir zum Sieg schreiten. Erinnert euch daran, besonders in Zeiten der Bedrückung. Sie ist nichts anderes als die Bogensehne für den Pfeil.

 

       378. Ein reines Herz spürt, wo es Anspannung gibt. Es wird ihm gelingen, die Bedrückung und die Feinde zu überwinden.

 

       379. Selbst zu den kleinsten Kindern sollte man über die Feurige Welt sprechen. Aber vorher noch sollte man ihnen sagen, dass keine Leere existiert und es keine Einsamkeit gibt. Auf diese Weise kann man an das Thema Beschützer und Führer herangehen. Die Kinder werden lernen, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass es nichts Geheimes gibt. Eine solche Grundlage wird ihnen als wahrer Schutz vor Furcht dienen.

       Es ist besonders schädlich, wenn unwissende Eltern ein Kind davon zu überzeugen beginnen, sich nicht zu fürchten, weil da nichts ist. Eine solche Saat der Verneinung verdunkelt das ganze Leben des Kindes und bricht sein Bewusstsein. Das Kind weiß selbst genau, dass es überall etwas gibt.

       Es sieht viele Gestalten, sogar feurige. Unbekannte Kinder und Erwachsene kommen, um mit dem Kind zu spielen. Unwissende Ärzte beginnen, diese Wahrnehmungsfähigkeit mit Brom zu ertränken, als ob sie Flügel mit Blei versiegelten. Aber Gifte helfen nicht! Nur eine vernünftige Erklärung der Wirklichkeit macht die Kinder gesund. Ebenso sollte man jeden Fetzen Wahrheit aufmerksam anhören.

       Der Lama spricht: „Man sollte jeden Tag beten, sonst ist es besser, überhaupt nicht zu beten.“ Und ihr wisst nach euren Grundsätzen, dass es so ist. Wirklich, man sollte die höheren

 [Russisches Original. Seite 178.]


Schwingungen bewahren, ohne den verbindenden Rhythmus zu verlieren. Ihr kennt den Wert beständiger, rhythmischer Arbeit. Ihr wisst, wie sehr ein solcher Vorstoß die Tore öffnet.

 

       380. Man wird fragen: Wenn für Hatha Yoga bestimmte körperliche Übungen erfordert sind, sind diese Bewegungen auch für andere Yogas erforderlich? Weder Archate noch Glaubenshelden haben sie angewendet. Wahrlich, für sie sind die Prüfungen des Geistes, die nicht nur den Körper unterwerfen, sondern auch die Übungen des Fleisches ersetzen. Nur die Anerkennung des Geistes kann alles Übrige ersetzen.

 

       381. Unter den schwächeren Narkotika hütet euch besonders vor Brom. Es ist ein Auslöscher der Feuer, dennoch es wird sehr oft in verschiedenen Zusammensetzungen angewendet. Baldrian hingegen ist ein Entzünder der Feuer.

       Das Heilen mit Narkotika kommt dem Heilen mit Schlangengift gleich. Die Atlantier wandten Schlangengift an, doch man kann sich natürlich vorstellen, wie oft eine solche Behandlung tödlich war.

       Im Interesse der Volksgesundheit ist darauf zu achten, dass Nahrungsmittel nicht verunreinigt werden. Überreifer Käse und andere Nahrungsmittel, die bereits vom Gift der Zersetzung befallen sind, sind nicht notwendig. Feuer braucht reines Brennmaterial.

 

       382. Ich verhehle nicht, dass der Druck gewaltig ist. Man könnte darüber schweigen, doch wenn der Geist gestählt ist, ist es besser, davon zu wissen und Gedanken für das Heil auszusenden. Unbrauchbar ist die Scheinweisheit, die selbstzufrieden sagt: „Meine unbedeutenden Gedanken werden doch keinen Nutzen bringen.“ Jeder Gedanke ist notwendig, wenn er ein Gedanke ist.

 

       383. Es ist schwierig, seine drei grundlegenden Naturen zu trennen. Sicherlich, feurige Bruchstücke können abgesondert werden.

 [Russisches Original. Seite 179.]


Muss das so sein? Nur das Eintauchen in die Finsternis des Chaos schiebt das ganze Feurige Bildnis beiseite. Der Gedanke an die drei Grundlagen kann die Vorstellung von den drei Körpern bereichern; doch es ist eine Sache, mit dem Denken zu beginnen, und eine ganz andere, fortzufahren und sein Denken zu entwickeln.

       Der kosmische Aspekt des Seins scheint ein einfacher Gedanke zu sein, doch welche beharrliche und folgerichtige Anstrengung muss geleistet werden, um ihm Schönheit zu verleihen.

       Im Zusammenhang mit Führung kann man überall eine Bedingung bemerken. Es genügt nicht, dem Schüler eine Richtung zu geben, man muss ihn auch zum Ziel führen.

       Kann man sogar bei der Haushaltsführung sicher sein, dass ein Auftrag sorgfältig ausgeführt wird? Oft geht ein Mensch Einkaufen und kehrt unerwartet mit leeren Taschen zurück. Ihr habt schon viele Menschen gesehen, die vernünftig begannen und dann vom Pfad abwichen und alles Erworbene in Brand steckten. Der Schaden eines solchen Verbrennens ist groß, nicht nur für einen selbst, sondern auch für viele, mit denen man karmisch verbunden ist.

       Man kann sich vorstellen, wie schrecklich es ist, sich von einem Körnchen Wahrheit wieder loszusagen, das man sich bereits angeeignet hatte! Solche zerstörerische Loslösungen rühren meist von unordentlichem Denken her.

       Solche Mitarbeiter kann man nicht einmal auf den Markt schicken. Sie gehen aus dem Haus, um  einen Turban zu kaufen, und können unerwartet einen einzelnen Pantoffel kaufen. Deshalb kann allein richtiges und standhaftes Denken die Finsternis des Chaos bändigen.

 

       384. Schämen wir uns jedes Schwankens. Wie gefährlich ist es zu fallen, wenn man Feuer trägt!

 

       385. Ein Flieger, der die äußerste Höhe des Fluges erreicht hat, ist dennoch mit Unzufriedenheit erfüllt;

 [Russisches Original. Seite 180.]


er beschließt, eine noch größere Aufgabe zu versuchen. Unzufriedenheit ist die Pforte zur Unbegrenztheit. Man sollte Unzufriedenheit in vollem Maße schätzen. Vergnügen ist der Nachbar der Zufriedenheit, während Freude die Flügel der Unbegrenztheit ist.

       Die feurige Lehre muss jedes Entfachen der Feuer hüten und sich vor allen Auslöschern hüten. Zufriedenheit ist ein Zeichen von Nichtigkeit und Unwissenheit. Nicht Vergnügen, sondern Freude an ewiger Arbeit ist das Los des Großen und Aufsteigenden.

       Heute mögen die Toren lachen, Wir sprechen vom ewigen Aufstieg; noch nicht einmal das Grab wird den Toren vor der Ewigkeit retten. Es braucht schon eines kindischen Gehirns, um nicht zu begreifen, dass das irdische Kleid keine Vollendung ist.

       Die Feuer rufen auf zum Unbegreiflichen, und sogar Blinde sehen diese Lichter. Vergesst nicht, die Blinden über die Feuer zu befragen. Manche von ihnen sehen feurige Zeichen und verstehen ihre Verbindung mit dem Herzen. So führen die Rufe der Unzufriedenheit zur Feurigen Welt.

 

       386. Unter den Prophylaxemitteln gegen Krebs und andere feurige Krankheiten ratet zu Baldrian. Ich spreche oft von diesem kräftigenden und schützenden Mittel, aber jede Prophylaxe muss systematisch sein, jeden Abend, ohne Ausnahme, wie der tägliche Weg der Sonne!

 

       387. System und Rhythmus haben eine entscheidende Bedeutung. Aus Biographien erseht ihr, wie Rhythmus den Verstand und das Feuer stärkte.

       Gewiss, gegenwärtig wird viel vom Rhythmus gesprochen, aber er wird im Leben nicht genutzt. Das Denken ist äußerst unordentlich und das Leben ungeordnet.

 [Russisches Original. Seite 181.]


       Die Pranayama-Übungen der Alten führten einen bestimmten Rhythmus ein. Heutzutage jedoch ist alles erlaubt und der Mensch ist der Sklave von allem. Der Yoga des Feuers muss wieder an die Bedeutung des Menschen erinnern.

 

       388. Es ist sehr schlecht, vom schwarzen Feuer der Bosheit erfüllt in die Feinstoffliche Welt hinüberzugehen; dies bedeutet zu erblinden. Neben Blindheit beraubt eine solche Bosheit des Verständigungsmittels, mit anderen Worten, der Sprache des Geistes.

       Wenn Wir von der Unzulässigkeit von Bosheit sprechen, geben Wir den besten Rat. Bosheit ist doch keine menschliche Eigenschaft. Sie ist die niedrigste Form von Unwissenheit. Durch Bosheit sinkt der Mensch in einen tierischen Zustand herab, mit allen seinen Folgen.

       Wenn deshalb ein Mensch voller Bosheit in die Feinstoffliche Welt hinübergeht, wird es für ihn besonders schwierig sein, sich zu erheben. Wenn allerlei Leidenschaften den Aufstieg stören, brennt Bosheit wie rotglühendes Eisen alles Erworbene hinweg.

       Die Wesenheiten der mittleren Sphären der Feinstofflichen Welt werden so lange keinen Weg finden, ihre Läuterung zu vollenden, bis sie, die sich selbst bind gemacht haben, nicht einen Splitter ihres zerschlagenen geistigen Bewusstseins finden. Den Rat, nicht böse zu sein, muss man oft verschiedenen Menschen geben. Mögen ihn auch die Kinder hören.

 

       389. Nicht böse zu sein bedeutet nicht, willenlos zu sein. Wenn die Menschen eine Eigenschaft ablegen, verlieren sie oft mit ihr viele notwendige Eigenschaften. Man sollte beschämende Überreste nicht mit wertvollen Errungenschaften vermengen. So ist Bosheit unwürdig, aber Entrüstung des Geistes ist jene Empörung der Elemente, die sich in den höchsten Testamenten findet. Die geistige Schlacht hat nichts mit Bosheit zu tun. So durchdringt das Licht die Finsternis nicht durch Bosheit.

 [Russisches Original. Seite 182.]


       390. Blindheit in der Feinstofflichen Welt ist schrecklich. Stellt euch vor, dass ihr in ein halbdunkles Haus tretet, in dessen Ecken undeutliche Gestalten hausen, alle untereinander vermengt und von unklaren Flecken umgeben. Sogar dort, wo keine besonderen Ungeheuer vorhanden sind, wird der Blinde und Boshafte schreckliche Gestalten sehen. Gewiss wird er anstelle von Feurigen Wesenheiten mit Mühe zwei oder drei Funken unterscheiden, die ihm nichts sagen.

       So sollte man sich von den irdischen Vorstellungen in die fernen Welten versetzen.

 

       391. Die Menschen schaden sich oft selbst, weil sie sich sogar verbieten, an die Feinstoffliche Welt zu denken, oder meinen, sie sei etwas Unvorstellbares. Man muss sich die Feinstoffliche Welt als den vollkommensten Zustand unserer besten Gefühle vorstellen. Nur so kann man sich auf einen besseren Aufenthaltsort in der Feinstofflichen Welt vorbereiten.

 

       392. Wenden wir uns erneut den Folgen der Bosheit zu. Wenn ein halbblinder Maulwurf sich im Untergrund der Feinstofflichen Welt herumtreibt, kann er auf Entladungen von Fohat stoßen. Diese starken Entladungen sind wie Blitze und sehr schmerzhaft. Ihr habt die elektrische Rüstung der geistigen Schlacht gesehen.

       Das Streben der psychischen Energie erschüttert das ganze Wesen. Man darf einen solchen lebendigen Apparat weder berühren noch ihm gar nähertreten. Entsprechend einer solchen Spannung wird die ganze umgebende Sphäre geladen. Vernichtung oder äußerster Schmerz stoßen jeden Finsteren zurück, der sich nähert.

       So muss man erneut wiederholen, dass die Bosheit in der Finsternis versinkt, und die Finsternis ist voller unerwarteter Gefahren.

 [Russisches Original. Seite 183.]


       393. Manchmal bietet der Lehrer in der Stunde der Gefahr Schutz, indem er die Gefahr auf sich nimmt. Er bedeckt gleichsam mit seinen Händen die angesammelte Finsternis. In einer solchen Zeit muss man besondere Vorsicht walten lassen. Eine starke Anspannung ist nahe.

       Am besten ist es, in dieser Zeit eine besondere Dankbarkeit gegenüber dem Lehrer zu empfinden. Dieses Gefühl bewahrt in Verbindung mit Feierlichkeit am besten die Harmonie und die richtige Schwingung zusammen mit dem Lehrer.

       Der Schild des Lichts steht uns nicht immer zur Verfügung. Die Unwissenden meinen, die Welt sei verpflichtet, sie zu unterhalten; doch die Vernünftigen wissen, wie schwierig es ist, aus dem Chaos aufzubauen, und tragen ihren Stein zum Aufbau bei.

 

       394. Nur Unvernünftige fallen in Verzweiflung. Jede Stunde gibt uns eine Lehre, und deshalb muss man für jede Erfahrung dankbar sein. Die Nacht ermöglicht es, ferne Welten oder weite Entfernungen zu beobachten. Ebenso ist jede Stunde des Tages voller Beobachtungen. Für eine solche Aufspeicherung muss man dankbar sein. Die Wissenschaft sucht die Lösung in den Drüsen, wagt es aber noch nicht, an die feurigen Energien zu denken.

 

       395. Man soll kosmische Erscheinungen im Zusammenhang mit dem Leben auf Erden beobachten. Viele Vergleiche werden offensichtlich. (…) Die gegenwärtige Zeit ist ernst.

       Man kann in verschiedenen Puranas über Fristen lesen. Wenn einige Wissenschaftler Finsternisse und Erdbeben errechnen können, können andere Wissenschaftler andere Fristen errechnen: Der Übergang vom Kali Yuga* zum Satya Yuga* ist ziemlich genau beschrieben und die Schwere der Zeit aufgezeigt worden.

 

       396. Wenn Ich auf die Wohltätigkeit der Dankbarkeit hinweise, will Ich damit nicht sagen, dass irgendjemand ihrer bedarf; vielmehr enthält sie als solche den Chemismus des Segens.

 [Russisches Original. Seite 184.]


       Man muss den Chemismus der verschiedenen Gefühle untersuchen; solche Beobachtungen werden helfen, die psychische Energie zu finden. Nicht Vitamine, sondern die feurige Energie muss die Vorstellungskraft beschäftigen. Man darf die Enthüllung des Wesens des menschlichen Daseins nicht auf irgendeinen okkulten Platz verweisen! Man sollte viele Geister für diese Forschungen heranziehen, sie werden dabei auch andere wertvolle Eigentümlichkeiten der Gefühle beobachten.

       So muss man vor allem die Richtung der Evolution feststellen. Es kann keine zwei Richtungen des Fortschritts geben. Es kann nur eine wahre Richtung geben, alle anderen Versuche werden bloß in die Irre führen.

       Das sollte man sich merken, denn viele verwechseln Individualität mit dem allgemeinen Stimulus der Epoche. Wenn die gegebene Epoche die Macht der psychischen Energie im Bewusstsein stärken muss, kann keine Maschine den gebieterischen Fortschritt der Welt verdecken.

 

       397. Die Fähigkeit, die wahre Richtung zu erkennen. ist eine große feurige Eigenschaft. Man kann verstehen, dass eine solche Eigenschaft nicht leicht zu verwirklichen ist. Sie erfordert nicht nur Gespräche, sondern auch ein höchst aufmerksames Studium des Lebens.

       Niemand glaubt, dass man vom tierischen Bewusstsein sogleich zum Gefühlwissen hinüberspringen kann. Der tierische Instinkt ist der Keim des Gefühlswissens, aber die Kluft zwischen einem Hund, der seinen Herrn spürt, und einem Menschen, der die Feurige Welt kennt, ist gewaltig! Die Feurige Welt in der irdischen Hülle zu fühlen, ist schon eine Erleuchtung.

 

       398. Auch sollte man es in einem weiten Sinn verstehen, wenn Ich von Behutsamkeit spreche. Das Gefährlichste ist,

 [Russisches Original. Seite 185.]


nur in eine Richtung zu streben. Man kann zwar einen Beinbruch verhüten, sich aber das Genick brechen. Deshalb sind Vorurteile die schädlichsten Bestrebungen. Die Menschen richten sich gern nach einem vorgefassten Plan und verhindern damit ein besseres Schicksal.

 

       399. Evolution ist selbständig und freiwillig, das ist das grundlegende Gesetz. Nicht nur die Grundlagen des Karma, sondern auch die Feurige Welt stellen eine Offenbarung der bewussten Evolution dar. Man kann die Menschen nicht zwingen, geistig zu evolvieren. Man kann ein schlummerndes Herz nicht zum Heil nötigen. Man kann Hinweise geben, man kann Meilensteine setzen, aber das Bewusstsein brechen heißt, die Wurzel des künftigen Baumes abzutöten.

       Millionen Jahre mögen lange erscheinen, aber es gibt weder Jahre noch Jahrhunderte. Die Menschen haben das Dasein in Sekunden aufgeteilt und sind zu Nullen herabgesunken. Deshalb ist die Psychologie der Feinstofflichen Welt so wichtig, wo es keiner Stunden bedarf und nur Ergebnisse von Bedeutung sind.

       Die Menschen ärgern sich oft über die Testamente der Lehre und fragen, warum das Buch nicht die endgültigen Formeln bringt. Eine solche Forderung beweist jedoch die Unkenntnis der Grundlagen. Das Testament weist die genaue Richtung und entzündet die Feuer entlang dem ganzen Pfad der Arbeit. Nach diesen Feuern kann man voranschreiten.

       Man kann Lösungen finden, die bereits kosmisch gereift sind; man kann genaue Hinweise vernehmen, aber der Geist muss dieses Mosaik freiwillig zusammenfügen. Den Pfad verwirklichen ist das Testament des Großen Architekten. Wie in Legenden müssen wir unser Ohr an den Boden legen, damit uns kein einziger Schritt und kein einziges Wispern entgeht.

       Wir können jedoch viel lesen, aber wenig anwenden, während die Fristen so nah sind!

 [Russisches Original. Seite 186.]


       400. Die Menschen denken über Fristen nicht nach, sie verlassen sich auf den Mechanismus der Uhren. Natürlich, der Kosmos ist von Mechanik erfüllt, doch den ersten Platz unter den Antreibern nimmt Agni ein.

 

       401. Derjenige, der sagte, dass Lichtblitze nichts anderes sind als gelenkte Gedanken, war nicht sehr weit von der Wahrheit entfernt. In der Tat, räumliche Gedanken sind wie elektrische Entladungen und können beträchtliche Lichteffekte bewirken. Farbige Funken hängen auch von der Qualität der Energie ab, die diese Entladungen hervorruft.

       Wir können Gedanken aussenden, die nicht allein leuchtende Zeichen schaffen, sondern auch körperliche Empfindungen hervorrufen können. Das Prinzip der Transmutation eines Gedankens in eine Empfindung beweist nur, dass der Gedanke Energie ist. So sollte man sich von klein auf an die Gedankenenergie gewöhnen. Aber dazu muss die Schule die Substanz des Geistes lehren.

       Man kann sehen, wie sehr die Menschheit sich in den letzten Jahren vom geistigen Prinzip entfernt. Viele Bücher, welche die Menschen gerade zum geistigen Leben hinlenken sollten, entgingen im Gegenteil ihrer Aufmerksamkeit. So kann es aber nicht weitergehen. Man muss mit allen Mitteln an das Wesen des Geistes erinnern.

       Das Vorhandensein zahlreicher Sekten hilft nicht und führt die Menschen zu ziellosem Umherirren.

       Das Charakteristische für Kali Yuga ist die völlige Aufteilung des Organismus in seine Bestandteile. Aber die Gesegnete Mutter steht im Morgenrot auf, um diese verstreuten Teile des einen Wesens zu sammeln. Die Mutter der Welt zieht die Aufmerksamkeit der Völker auf sich und erwartet den Morgenstern.

 

       402. Durch das Unerwartete verkümmern alle menschlichen

 [Russisches Original. Seite 187.]


Sinne. Hören, Sehen, Geruchs- und Tastsinn gehen verloren. Doch das ist nicht die Folge von Furcht, sondern nur die Wendung eines vorgefassten Pfades.

       Von allen Elementen liefert natürlich das Feuer die größte Menge des Unerwarteten. Die Menschen beschränken ihr Bewusstsein durch nur wenige Formeln des Agni. Deshalb werden alle anderen Abarten des Elementes Feuer vom Bewusstsein einfach nicht erfasst. Das heißt: Man muss noch vieles aufnehmen und so das Unerwartete zu Erwartetem machen. So sollte man auch mit allen übrigen Lebenserscheinungen verfahren.

       Ihr müsst euch geistig rüsten, damit euch in der Feinstofflichen Welt nichts überraschen kann. Viele hoffen, Verwandte und einen Führer zu treffen. Sogar geistlose Filme haben öfter als einmal Eindrücke von solchen Begegnungen vermittelt. Es ist jedoch in allen Welten am besten, sich auf sein eigenes Bewusstsein und seine eigene Stärke zu verlassen. Deshalb sollte man alles ausschalten, was ein beschränktes Bewusstsein überraschen kann.

       Man muss sich von der Erschütterung durch das Unerwartete befreien. Was gibt es nicht alles an unerwarteten Begriffen, Gebilden und Konstellationen, die das Bewusstsein zusammenzucken lassen, doch je mehr wir zulassen und uns vorstellen, desto weniger gebunden sind wir. Also entwickelt eure Vorstellung zu einer weltumfassenden Anschauung!

       Die Menschen wollen nicht verstehen, dass das Unerwartete, mit anderen Worten die Unwissenheit, eine Paralyse der Nerven hervorruft. Selbst wenn diese nur sehr kurz sein mag, unterbindet eine solche Einwirkung dennoch die Arbeit des Feuers. Wo immer möglich, sollte man sich an den Begriff des Erwarteten[68] gewöhnen. Diesen Rat sollte man sich besonders merken.

 

       403. Ein Mensch, der behauptet, dass die Religion seine Erkenntnis behindert,

 [Russisches Original. Seite 188.]


verleumdet die Religion und schmäht dadurch den Geist. Selbstzufriedenheit ist in keiner Weise eine Zierde.

 

       404. Vielleicht ist das siebente Vitamin Feuer. Es ist bereits genügend deutlich darauf hingewiesen worden, dass reine Luft eine viel essentiellere Nahrung bietet ist als Stadtluft. Aber unter Reinheit muss man eine besonders feurige Sättigung verstehen.

       Bergbewohner können längere Zeit ohne Nahrung leben und benötigen keinen Schlaf. Die Ernährung des Geistes oder Agni kann ihnen Sättigung verschaffen, ohne dass schwere Nahrungsmittel erforderlich sind. Möge man Beobachtungen über die Nahrung durch Prana auf den Höhen anstellen.

 

       405. Der Gedanke, wenigstens eine halbe Stunde täglich dem Nachdenken zu widmen, ist gut. Ich spreche nicht über irgendeine besondere Konzentration. Es ist nützlich, über das Beste von all dem nachzudenken, was vor sich geht. Selbst kleine Zeichen des Besten im Leben bieten einen Lichtschimmer. Sie erzeugen auch einen Zufluss von Dankbarkeit und Freundlichkeit.

       Solche Feuer kommen der Einnahme von Moschus gleich. Der Gedanke an das Beste erzeugt ein Streben der Nerven. Auch den Nerven sollte man Arbeit geben, aber nur das Gute stärkt die Nerven.

 

       406. Das Magnetisieren von Wasser ist heute fast aufgegeben worden, noch vor kurzem aber wurde es sowohl für helle als auch für finstere Zwecke genutzt. Der Sinn eines solchen Magnetisierens ist klar und weist nochmals auf die Feurigkeit eines solchen Prozesses hin.

       Zum Unschädlichmachen unbekannter Getränke bedeckte man den Becher mit der Hand, weil man meinte, dass die Haut giftige Bestandteile anzeigen würde. Für das Magnetisieren verwendete man auch Eisen- und Lithiumwasser, alle Schwefelzusätze hingegen wurden gemieden.

 [Russisches Original. Seite 189.]


       Eine Bestätigung der Gedankenübertragung durch Wasser und Salböl findet sich bereits in den ältesten Schriften. Milch wurde wegen ihrer organischen Bestandteile nicht zum Magnetisieren benutzt; das war ein Irrtum, denn Milch von gesunden Kühen ist sehr gut geeignet. Doch in alten Zeiten fürchtete man Tollwut und zog es vor, das Magnetisieren von Milch zu vermeiden.

 

       407. Ein Archat besitzt die Fähigkeit, seine Sinne nicht abstumpfen zu lassen. Er erlangt diese schwierige Fähigkeit nur durch feurige Anspannung. Das kann man als steinerne Askese bezeichnen. Askese zieht die Herzen der Menschen an.

       Der, von dem ihr gestern gelesen habt, kannte diese große Schärfung der Sinne. Jeder, der sich ihm näherte, fand eine unverwelkliche Frische des Herzens. Diese ständige Schärfung wird durch keine besondere Technik, sondern durch einfaches Öffnen des Herzens erreicht. Er bemitleidete sich selbst nie, und diese Eigenschaft war nicht intellektuell, sondern wurde zu seiner Natur.

       Wie viele Priester haben aber durch die Abstumpfung des Alltags das Aufgespeicherte verloren. Der Alltag ist ein großer Prüfstein. Er öffnet die Tore der Ewigkeit und verwirklicht das Feuer.

 

       408. Der Große Architekt baut ewiglich. Es ist töricht anzunehmen, gewisse Teile des Weltalls seien vollendet und befänden sich in einem statischen Zustand. Der Ausdruck Evolution wird viel gebraucht, aber die Menschen stellen sich diesen Prozess in der Wirklichkeit überhaupt nicht vor.

       Man hat viel über den Aufbau der Gesellschaft diskutiert, aber immer hat man vermutet, die menschliche Gesellschaft lebe in einem unbeweglichen und vollendeten Zustand. Die Geschichten

 [Russisches Original. Seite 190.]


von der Sintflut und der Eiszeit werden fast als bloß symbolisch betrachtet. Über Atlantis wird für gewöhnlich noch nicht einmal gesprochen, trotz der Zeugnisse der griechischen Schriftsteller.

       Man kann sehen, wie das menschliche Bewusstsein allem ausweicht, was sein geschaffenes Wohlbefinden bedroht. So wird auch der Begriff Evolution als solcher zu einer Abstraktion und beunruhigt das Bewusstsein des versteinerten Herzens nicht im geringsten.

       Aber ruft nicht jeder Horizont Gedanken an ewige Bewegung hervor? Nur in diesen evolutionären Vorstellungen kann man die Schönheit des irdischen Pfades als Aufenthaltsort für den Aufstieg annehmen. Die Kürze des Pfades sollte einen nicht verwirren, sondern im Gegenteil wie der Umlauf der Sonne erfreuen.

       Es ist notwendig, schleunigst zu erklären, wie sehr die Evolution beständig in den Händen des Architekten des Weltalls liegt. Man sollte fühlen, wie sich der Planet im Raum befindet; genauso wie Seeleute wissen, dass sich unter dem Boden ihres Schiffes der riesige Ozean befindet. Zuerst erschreckt dieses Gefühl des Abgrundes die Seeleute sehr, doch die Wirklichkeit und ihre Erfahrung gewöhnen sie an diese Wahrheit.

       Jeder Bewohner des Planeten befindet sich auf einem ebensolchen Schiff, unter ihm ist der Abgrund. Die Seeleute können sich auf ihr Schiff und die wissenschaftlichen Berechnungen nicht völlig verlassen, sonst gäbe es keine Schiffbrüche.

       Die Astronomie kennt wenige Himmelskörper, aber sie kennt den Ausgangspunkt der Kometen nicht, sieht die gigantischen Meteore nicht voraus und benachrichtigt die Menschen erst, wenn sie offensichtlich werden. Der Untergang ganzer Welten wird manchmal bemerkt, geht jedoch öfter vor sich, ohne Aufmerksamkeit zu erregen. Die Astronomie ist ein Nachtwächter! Wie viele Ereignisse gehen aber am Tage vor sich? So können wir nur

 [Russisches Original. Seite 191.]


ungefähr die Hälfte des Sichtbaren beobachten. Wie viel Unerwartetes bleibt dem schlafenden Herzen verborgen!

 

       409. Notiert alle besonderen Ereignisse. Nur Aufzeichnungen bewahren viele bedeutsame Erscheinungen; andernfalls gehen sie in der Dämmerung der Gleichgültigkeit unter. Stellt euch vor, eure Lieblingsbiographien wären nicht geschrieben worden; sie wären euch jetzt nicht bekannt, und viele Inspirationen wären nicht in eurem Herzen aufgeflammt.

       Also schämt euch nicht, wenn auch nur kurz das niederzuschreiben, was euch besonders erscheint. Wägt nicht ab, ob es klein oder groß ist, sondern urteilt nach der Ungewöhnlichkeit. Das Ungewöhnliche ermöglicht nämlich viele Beobachtungen der Feurigen Welt. Jeder ihrer Funken ist schon ungewöhnlich.

 

       410. Wer kann sich rühmen, das volle Maß des Strebens erreicht zu haben? Wahrlich, es gibt keinen solchen Toren. Jedes Herz versteht, wo der segensreiche Pfad der feurigen Beschleunigung liegt. Man muss auf menschliche Art öfters an den wohltuenden Vorstoß erinnern.

       Wie herrlich ist es, ständig entflammt zu sein! Es gibt keinen solchen dunklen Kerker, in dem das Feuer des Herzens nicht leuchten könnte! Glüht also vor Schönheit!

 

       411. Die Sprache des Geistes ist lebensnotwendig für die Feinstoffliche Welt. Ihr Wesen liegt in der feinstofflichen Natur, dennoch kann man sie sich auch im irdischen Zustand aneignen. Solch eine Aneignung ist eine nützliche feurige Prüfung.

       Die Schule muss die Findigkeit der Schüler erkennen, indem sie eine Aufgabe mit nur einem einzigen Wort und später mit nur einem einzigen Blick stellt. Das letztere Experiment wird der Feinstofflichen Welt am nächsten stehen.

       Außerdem kann man die Relativität der Anrede entsprechend der Natur des Gesprächspartners entwickeln, und so verwendet jeder bei einer irdischen Unterhaltung

 [Russisches Original. Seite 192.]


die für seinen Gesprächspartner beste Sprache, indem er dessen Bewusstsein berücksichtigt. Jeder Schullehrer weiß, wie mannigfaltig seine Sprache sein muss, um sich seine Schüler zu Freunden zu machen.

       Aber außerhalb der Schule versteht man in jedem Heim, die Ansichten der Hausherrin zu unterscheiden, so treten mitten im gewöhnlichen Leben die Besonderheiten einer feinstofflichen Ordnung in Erscheinung. Man muss sie nur bemerken, vertiefen und erweitern. Doch dafür muss man von Achtung vor der Zukunft erfüllt sein und den Hauptfaktor der Feinstofflichen Welt, Agni, liebgewinnen. Ich bestehe auf dem Ausdruck „feurig liebgewinnen“, nur so kann man sich dieses für die Erde so schwierige Element aneignen.

       Unsere Gespräche müssen vor allem zum Verständnis der Feinstofflichen Welt führen und, als ihre Apotheose, dem Leuchten der Feurigen Welt furchtlos näherbringen. Wir freuen Uns, wenn sich während des irdischen Aufenthalts die Dimensionen der Feinstofflichen Welt herausbilden. Dadurch bringen wir die Erde der Zusammenarbeit mit den fernen Welten näher. Mit anderen Worten, wir nehmen an der Evolution teil.

 

       412. Heutzutage sind Verneinungen an der Tagesordnung, doch niemand wird furchtlos die Feinstoffliche Welt betreten, ohne sich durch Baden in der Sphäre des Gefühlswissens zu reinigen. Vor nicht langer Zeit wäre eine solche Denkweise poetisch genannt worden, und niemand hätte ihr die Aufmerksamkeit geschenkt. Doch jetzt wird schon begriffen, dass eine Formel der Synthese uns weiterhilft.

       Bei einer eiligen Abreise besteht das Geleitwort für die Reisenden nur aus dem einen Wort, das sie am meisten benötigen, so senden Wir das Wort Agni.

 

       413. Gedanken sind wie Pilze im Wald, man muss sie sammeln. Geht jemand in die Pilze, sucht er keine Nüsse – so muss man

 [Russisches Original. Seite 193.]


zu jeder Stunde wissen, was das Notwendigste ist. Lasst uns verschiedene Erscheinungen in uns aufnehmen, denken wir aber an das Notwendige, und finden wir einen kurzen Weg zu ihm – dieser wird Adamant* sein.

 

       414. Ich bestätige, dass man jetzt Kraft und Mut sammeln muss. In der ganzen Welt gehen die Kräfte der Finsternis zum Angriff über. Ist es möglich, dass die guten Kräfte einander mit Fäusten bekämpfen?!

       Herzschmerzen rühren natürlich von gesandten Gedanken her. Der Arzt kann dies Verkrampfung der Aorta nennen, ohne bestimmte wichtige äußere Ursachen in Betracht zu ziehen. Aber kann man denn nur die Wirkungen betrachten, ohne die Ursachen festzustellen?

       (…)

 

       415. Es wirklich schwierig zu verstehen, warum Personen, die demselben Ziel dienen, einander herabsetzen. Das Gefühlswissen muss entwickelt werden, selbst in einem geringen Maß. Aber gegenseitige Herabsetzung stellt eine der beschämendsten Sünden dar. Ich kenne keine bessere Bezeichnung dafür als Sünde, so zerstörerisch ist die Arbeit der gegenseitigen Vernichtung.

       Man kann dies mit einer bestimmten Art von Besessenheit erklären, aber Schande jenen, die sich in einen derart niederen Zustand herablassen, nachdem sie sich dem Wissen der Grundprinzipien genähert haben. Mögen die Herabsetzer und Zerstörer über ihr eigenes Bewusstsein nachdenken. Sie sind von den Feuern des Herzens weit entfernt.

 

       416. „Schweigt, o Saiten, damit eine neue Harmonie mich erreichen kann“, so heißt es in einer Hymne der griechischen Mysterien. Eine solche Erneuerung der Harmonie des Geistes ist keine Leere, wie es manchmal heißt. Das Herz öffnen bedeutet nicht, es zu leeren, im Gegenteil, wenn der Klang

 [Russisches Original. Seite 194.]


des letzten Akkordes verhallt, möge sich das Streben des Geistes augenblicks zuspitzen, um eine erhabenere Harmonie aufzunehmen.

 

       417. Man sollte oft die Stille schätzen, welche die Feuer stärken kann. Man kann sich einen astralen Wirbelwind vorstellen, der sogar die stärkste Flamme zum Schwanken bringt. Dieses Schwanken kommt nicht aus der Flamme selbst, sondern von außen. Daher müssen wir sehr vorsichtig sein, denn der Druck ist groß.

 

       418. Die Menschen spüren oft einen Zustand unerklärlicher Begeisterung oder Bedrückung. Sie führen das eher auf ihren Magen zurück als zu erwägen, dass dies die Annäherung guter oder finsterer Kräfte ist. Diese Erscheinungen gibt es aber häufig und sehr stark.

       Die Menschen spüren oft eine Berührung oder Stiche. Sie schreiben solche Erscheinungen Spinnweben oder Staub zu, aber es kommt ihnen nicht in den Sinn, dass Wesenheiten der Feinstofflichen Welt sie berühren könnten.

       Ähnlich hören die Menschen oft Bewegungen und ein Rascheln, denken aber an Mäuse oder Tausendfüßler, bloß um alle Gedanken an Erscheinungen der fernen Welt von sich zu weisen.

       Dieselben Menschen klagen darüber, dass sich die Feinstoffliche Welt nicht offenbart. Aber feinstoffliche Regungen gleichen eben keinen Hammerschlägen! Wie in allem anderen, sollte die Nähe der Feinstofflichen Welt zugelassen und furchtlos studiert werden. Wir dürfen etwas nicht verurteilen, wenn wir uns noch nicht einmal die Mühe gemacht haben, ihm Aufmerksamkeit zu schenken.

       Wenn aber Menschen das Glück haben, ein feuriges Wesen zu sehen, denken sie vor allem an einen Dämon. So verdorben ist das heutige

 [Russisches Original. Seite 195.]


Bewusstsein. Eine solche Armseligkeit wird als Skeptizismus, Kritik oder Gelehrsamkeit bezeichnet, dabei liegt es näher, sie Stumpfsinn zu nennen.

 

       419. Die Vergeistigung des Gedankens ist eine wahre feurige Eigenschaft. Sie gleicht dem Stählen einer Klinge, damit sie für den Kampf tauglich wird. Eine Sache ist ein flüchtiger Gedanke, der obwohl nützlich, das Bewusstsein nur streift und im Raum schnell zerstreut wird. Eine andere Bedeutung aber hat ein Gedanke, der fest im Herzen ruht. Man kann diesen Prozess sogar vom rein physischen Gesichtspunkt aus betrachten.

       Deshalb ist es nützlich, bei der Entstehung eines Gedankens sich selbst die Weisung zu erteilen: „Ich will diesen Gedanken ins Herz hineinlegen!“ Eine solche Weisung wird dem Anfänger im Denken viel Disziplin verleihen. Zudem bleibt das, was bewusst im Herzen bewahrt wird, im „Kelch“.

 

       420. Funken und andere Lichterscheinungen schaffen viel von dem Gewebe, das mit der Feinstofflichen Welt verbindet. Wenn die feurige Anspannung stark ist, kann man sogar ganze von Mund und Augen ausgehende Funkenströme sehen.

       So könnte man fragen: Sind das nicht elektrische Phänomene? Man muss sagen, dass es eher Fohat-Phänomene sind, welche die Energien der Feurigen Welt betreffen.

       So können jene, deren Augen und Ohren nicht durch Unwissenheit verschmutzt sind, vieles beobachten, nicht nur aus der Feinstofflichen, sondern auch aus der Feurigen Welt. Man darf nicht in Selbstunterschätzung denken, dass die Feurige Welt uns Irdischen unzugänglich wäre. Die Testamente sagen, dass sich ungelehrte Menschen

 [Russisches Original. Seite 196.]


unverhofft und unmittelbar den Feurigsten Gipfeln näherten. Jede Religion übermittelt ähnliche Feststellungen.

 

       421. Gelöbnisse unterschiedlichster Natur wurden von verschiedenen Lehren gutgeheißen. Jedes Gelöbnis ist vom Standpunkt der Disziplin aus äußerst nützlich. Es fällt den Menschen schwer zu glauben, wie notwendig solche Übungen in Disziplin für künftige Errungenschaften sind.

       Ein Gelöbnis verkürzt viele Pfade der Liederlichkeit. Eine solche gleichgültige, verantwortungslose Liederlichkeit verursacht in der Feinstofflichen Welt äußerst bedauerliche Folgen. Sie gleichen dem kindlichen Spiel mit dem Feuer. Man sollte stets die Gefahr der Liederlichkeit bedenken.

       Es ist schwer und schmerzhaft, erst in der Feinstofflichen Welt damit zu beginnen, sich Liederlichkeit abzugewöhnen. Es ist besser, sich hier durch verschiedene nützliche Gelöbnisse zu prüfen. Die Menschen geraten oft in eine lächerliche Lage, wenn sie erst in Gefahr angestrengt Gelöbnisse ablegen.

       Die Alten verstanden es besser, wenn sie Gelöbnisse zur Ehre des Höchsten ablegten und dadurch ihren erhabenen und feierlichen Geisteszustand stärkten. Das war weder Aberglaube noch ein Handel mit den Höheren Kräften, sondern ein Ausbruch des Geistes, der zu einer neuen Befreiung führte.

 

       422. Zu Recht habt ihr euch an den nützlichen Brauch der Burmesen erinnert, Schwerkranke und Sterbende an ihre besten Taten zu erinnern. Sogar vom medizinischen Standpunkt aus haben solche Rückerinnerungen zweifellos eine wohltuende Bedeutung.

       Geistig gesehen beweist das natürlich, wie viele weise Bräuche es noch unter den verschiedensten Völkern gibt. Solche Bräuche entstammen einem tiefen Wissen. Sie

 [Russisches Original. Seite 197.]


zeugen von der Verbindung mit der anderen Welt und weisen lebhaft darauf hin, wie aufmerksam man sich gegenüber den Bräuchen der Völker verhalten sollte.

 

       423. Solche weisen Erinnerungen werden auch in Gesängen bewahrt. Die Koreaner singen davon, wie drei Wanderer den Himmel schauten. Einer sah ihn körnig, der andere in Tropfen, und der dritte schaute ihn feurig. Aber die Augen des ersteren waren verunreinigt, der zweite war erkaltet, doch der dritte besaß ein helles und warmes Nachtlager. So verstand das Volk die drei Naturen und charakterisierte sie weise. Einen Wanderer erschreckte der Feurige Himmel nicht, und das Feuer beschützte ihn in der Finsternis.

       Irdische Fesseln haben die Augen verunreinigt, und die Feinstoffliche Welt lässt den Wanderer erschauern, der das Feuer nicht erkannt hat.

 

       424. Ein Mensch, der den Tag durchlebt, sollte nicht meinen, dass sich nirgendwo etwas ereignet hat. Im Gegenteil, wenn die Sternkonstellationen schwierig sind, können Skorpione unverhofft aus Löchern hervorkriechen. Ein Tiger kann brüllen, Skorpione aber können lautlos stechen. Wir wollen uns in Gedanken um den Lehrer sammeln.

 

       425. Man sollte sein ganzes Bewusstsein in die Zukunft übertragen. Selten findet jemand in sich den Mut anzuerkennen, dass eine Zurückwendung in die Vergangenheit nicht wünschenswert ist. Wenn man den kühnen Drang nach der Zukunft verspürt, zeigt das, dass der Geist für feurige Erkenntnisse bereit ist.

       Nur ein solches erleuchtetes Bewusstsein wird seinen gedanklichen Aufbau auch in der Feinstofflichen Welt fortsetzen. Nur eine solche unaufhaltsame gedankliche Schöpfung und das Streben nach fernen Flügen ermöglichen eine feurige Annäherung.

       Der ganze Schrecken der finsteren Kräfte kann das angespannte Streben in die Zukunft nicht überwinden. Mögen die Finsteren kommen, das Licht wird seine führende Bedeutung nicht verlieren.

 [Russisches Original. Seite 198.]


       So dienen nützliche Taten auch dazu, unseren Nächsten zu helfen. Man sollte diese segensreichen Ratschläge nicht als eine Moral außerhalb des Lebens betrachten. Sie stützen uns, indem sie uns auf kurze Wege senden.

 

       426. Die Fähigkeit, den Kreis der kriechenden Finsteren zu umreißen, hilft, den furchtlosen Blick zu festigen.

       Es ist möglich, die Finsteren nicht an sich heranzulassen, indem man Meinen Namen als Mantram wiederholt. So verstehen wir, warum die Menschheit für ausgesprochene Worte verantwortlich ist. Ein segensreicher Begriff führt einen ruhigen Zustand herbei; das bedeutet, ein gegenteiliger Begriff wird das Bestehende reizen, beunruhigen und herabsetzen.

       Die Menschen erfüllen die Welt mit den boshaftesten Worten; werden sich aus ihnen nicht Ströme des Bösen ergießen? Man muss die Achtung vor der  menschlichen Würde verloren haben, wenn man nicht zugibt, dass die Folgen bösen Redens schrecklich sind. Es wird immer wieder gesagt, dass ein Verbrechen nach einem Jahrhundert Früchte hervorbringt. Der Historiker kann das Aufgehen solcher schwarzer Samen bezeugen.

 

       427. Nicht viele streben nach Unserem bewussten Leben, aber glücklicherweise ist es die Minderheit, die schafft. Daher wird Unsere Wohnstätte nicht von finsteren Massen gestört. Sie werden sagen, man habe sie nicht belehrt, doch keiner von ihnen hat den Wunsch zu lernen, selbst wenn nur sieben Jahre erforderlich sind. Die Menschen wollen von langen Zeitspannen nichts wissen, weil sie es nicht verstehen, über die Unbegrenztheit nachzudenken.

 

       428. Eine Verleumdung ist für die Verleumder selbst besonders schädlich. Diese Wahrheit sollten die Menschen sich merken, die schlechten Gewohnheiten haben. Jeder Gedanke, welcher der Wirklichkeit entspricht, schafft eine Behausung für ein Elemental. Alles Würdige, Strenge und Lebendige sammelt sich

 [Russisches Original. Seite 199.]


um einen schöpferischen Gedanken und wird dessen Schöpfer wohlwollend unterstützen. Aber erfundene Verleumdungen rufen umherirrende Elementale herbei, die über den Verleumder herfallen, da sie keine Lebensgrundlage finden.

       Wenn Ich daher die Menschen warne, sich nicht der Abscheulichkeit der Verleumdung hinzugeben, gebe Ich wiederum keinen moralischen Ratschlag, sondern weise auf die sehr schmerzlichen Folgen hin. Es ist unangenehm, sich in der Feinstofflichen Welt unter tobenden Elementalen vorzufinden. Schrecklich ist ein solcher von den eigenen böswilligen Gedankenfetzen erfüllter Strudel. Alle diese Kreaturen klammern und hängen sich an und erlangen ein reales physisches Gewicht.

       Gedanken ziehen wie Energietropfen kleine Elementale zu sich heran. Die Qualität dieser Keime des Geistes ist sehr verschieden: Abhängig von ihrem Wesen können die Gedanken von nahezu unwahrnehmbaren Keimen zu verschiedenen Erscheinungen werden, wenn sie vom Gedanken genährt werden. Sie können die Grundlage für Mineralien und sogar für Pflanzen bilden.

       Aber man muss sich besonders klar vorstellen, wie diese Gedanken, die der Lebensgrundlage beraubt sind, die niederen Schichten der Erde verunreinigen können. Meteorstaub ist für das Auge unwahrnehmbar, verursacht aber sehr erhebliche Ablagerungen. Man kann sich daher vorstellen, wie ungeheuer der Gedankenstaub ist, und, da er eine Wirkung von Energie ist, wie bedeutend! Die Folgen dieses Gedankenunrats verursachen die Krankheit des Planeten.

       Ihr Säer von Bösem und Verleumdung, könnt ihr begreifen, welch einen stickigen Kerker ihr euch selbst bereitet?! Böse Gedanken finden ihren Herrn. So ein finsterer Herr kann sich vor seinen Ausgeburten nicht verbergen. Trotz allem wird mancher

 [Russisches Original. Seite 200.]


dies für ein erfundenes Schreckgespenst halten, denn er erkennt nicht an, dass der Gedanke eine ewige Energie ist.

 

       429. Die Vernunft wurde durch das Zeichen des Feuers dargestellt. Feuriges Denken ist das Herabsteigen von Wissen aus der Feurigen Welt. Ein solches Herabsteigen kennzeichnet die großen Epochen, die Tage der Mutter der Welt genannt werden. Selbst in der Geschichte der Erde lassen sich mehrere solche Epochen nachweisen. Wird nicht die Zukunft zu einem solchen Tag des Lichts, wenn die Menschen die Untauglichkeit des Bösen verstehen?!

 

       430. Einatmen von Feuer wird von einigen Yogis angewandt und hat eine reinigende Wirkung. Man darf das nicht wörtlich verstehen. Man kann Flammen nicht einatmen, aber feurige Emanationen sind nützlich.

       Für ein solches Einatmen suchte sich der Yogi einen ruhigen Ort und nahm eine senkrechte Haltung der Wirbelsäule ein. Vor sich zündete der Yogi ein Feuer aus Deodarholz* oder, wenn kein Deodar zur Verfügung stand, aus Balustengeln[69]an, aber so, dass der Rauch ihn nicht erreichte. Dann begann der Yogi das gewöhnliche Pranayama, aber so, dass die Ausstrahlungen des Harzes seinen Atem berührten.

       Dies hatte zwei Wirkungen: Erstens eine Reinigung des Körpers und zweitens eine Stärkung der Agni-Energie. Nichts dient dem Entfachen von Agni so sehr wie die Eigenschaften des Deodar.

       Wie ihr wisst, können Insekten die Kraft des Deodarharzes nicht aushalten. Ihr wisst auch, dass unvollkommene Wesenheiten sich dem Feuer dieses Holzes nicht nähern können.

       Gewöhnlich ist der Boden, den der Deodar für sein Wachstum bevorzugt, vulkanischer Natur, auf diese Weise ergibt sich eine bedeutende Erbfolge. Der vulkanische Boden und seine Vegetation verdienen überhaupt erforscht zu werden.

       Nicht nur Einatmen von Feuer wurde von Yogis angewandt,

 [Russisches Original. Seite 201.]


sondern auch Liegen auf Deodar-Brettern, so dass das Rückgrat mit dem Mark des Holzes in Berührung kam.

       Verschiedene Beobachtungen aus alter Zeit zeigen, wie eifrig die Menschen das feurige Element suchten. Es sind Experimente notwendig, um den Wert des Deodar zu verstehen. Man sollte auch an die Bedeutung des Feuers erinnern, um den vulkanischen Boden zu verstehen.

       In Südindien wurde zum Einatmen von Feuer auch Sandelholz verwendet.

 

       431. Man kann bemerken, dass die Erscheinungen der Feinstofflichen und der Feurigen Welt unerwartet eintreten. Was heißt es dann, wenn wir in Erwartung oft eine Erscheinung gleichsam verhindern? Damit erweist sich der Unterschied zwischen den physischen und den feurigen Energien.

       Physische Energien unterliegen oft den sogenannten Erwartungen. Sie beginnen in Zwangsvorstellungen zu verfallen und versperren, anstatt dienlich zu sein, die Annäherung von etwas Feinstofflichem. Durch ihren erwartungsvollen Willen beginnen die Menschen unwillkürlich, sogar die Form und den Ort der Vision vorzuschreiben, und dabei kann es zu unnützen Gegenströmen kommen.

 

       432. Man kann auch fragen: Warum fallen Visionen mit besonderen Lebensmomenten zusammen? Ist das auf eine Höhere Führung zurückzuführen, die weiß, wann die entscheidende Stunde naht, oder trägt unsere erhabene, geistige Verfassung dazu bei, die das zu sehen erlaubt, was ohne dies ungesehen bliebe? Beides ist der Fall.

       Abgesehen von unserem Zustand aber nähern sich kosmische Ströme, welche die irdischen Schichten verwandeln. Unzweifelhaft wirken

 [Russisches Original. Seite 202.]


nicht nur astrale Chemismen auf uns ein, sondern auch eine gewisse höhere Energie, deren Ursprung unbegrenzt ist. Neti, Neti[70]: Das Unnennbare führt, und oft werden wir von der Allerhöchsten Macht berührt.

 

       433. Wie kann man die Wahrheit der Lehre untersuchen? Eine Menge schöner Worte kann etwas Dürftiges verbergen, doch wir wissen, dass die Wahrheit keine Untersuchung scheut. Im Gegenteil, wenn man beobachtet, nähert sich die Wahrheit und glänzt.

       Daher kann man jedem Untersucher der Lehre raten: „Nähere dich mit ganzer Kraft, beobachte in vollem Maße, untersuche mit allen Mitteln, erkenne mit aller Kühnheit, offenbare Unermüdlichkeit und lasse dich von jedem Auffinden der Wahrheit entflammen.“

       Die Lehre kann nicht fehlerhaft sein. Sie kann von den Pfaden der Nützlichkeit und des Guten nicht abweichen.

       Man darf nicht nur Beteuerungen glauben. Glaube ist die durch das Feuer des Herzens erprobte Erkenntnis der Wahrheit.

       Die Lehre ist unbegrenzt, andernfalls gäbe es den ganzen Begriff Unbegrenztheit nicht.

       Man sollte nach der Wahrheit streben. Sie verneint nicht, sondern gibt Hinweise. In der Lehre kann es keine entstellten Begriffe geben. Seht es so, dass der Pfad der Lehre die Bestätigung des Unbezweifelbaren ist. Man sollte an die Wahrheit nicht auf dem Weg des Umherirrens herantreten.

       Man muss voranschreiten, indem man jedes Wort, jede Behauptung und jedes Gebot prüft. Wenn die Lehre wahr ist, wird jeder Schritt auf sie zu eine Erleuchtung und eine Erweiterung sein. Geringschätzung, Verneinung und Demütigung sind schlechte Führer!

       Öfter hört ihr die hochmütige Bemerkung eines Redners, dass allein die eine ihm bekannte Lehre wahr sei. Erinnert den Hochmütigen jedoch an die Erhabenheit der Unbegrenztheit,

 [Russisches Original. Seite 203.]


an die Millionen von Jahren des irdischen Daseins und an die Milliarden Welten; möge er darüber nachdenken, wie erhaben die Wahrheit ist und wie man richtig eine würdige Erkenntnis erlangt.

       Man könnte der Methode des Skeptizismus zustimmen, wenn nur etwas dabei herauskommen würde. Gewöhnlich zerfrisst er das schöpferische Prinzip.

       Es ist ein unermüdlicher Geist notwendig, um in ständiger Erweiterung voranzuschreiten. Nur eine solche Erweiterung und ein solches Erfassen führen zu wahrer Demut gegenüber allem Unnötigen, das durch dessen Relativität erkannt wird. So sagt dem, der die Lehre bezweifelt: „Prüfe sie, sei in deinem Herzen entflammt, und erweitere deinen Geist.“

 

       434. Die Erkenntnis der Perlenkette der Lehre des Lichts bringt einen wertvollen Faden nach oben hervor. Mögen die Milliarden Welten die Verwirrten vor dem Untergang durch Verneinung bewahren.

 

       435. Lüge und Finsternis erfüllen das Ende des Kali Yuga. Man muss das verstehen, um seine Kraft nicht zu verlieren. Man kann den finsteren Tagen nicht entfliehen, doch nur die Kenntnis ihrer Ursache wird die Geduld verleihen, sie zu durchleben.

       Die Menschen wollen den Pfad zur Wahrheit nicht vereinfachen. Doch Auftürmungen wie Technokratie zeigen nur die finsteren Ketten der niederen Materie an. Auch Lästerung in ihrer ganzen Raserei zeigt nur die Finsternis der Verneinung anstelle der lichtvollen Erkenntnis an.

       Ihr habt in den Puranas über diese Anzeichen gelesen, deshalb kann man auch die Erfüllung aller anderen Voraussagen erwarten. Wir alle müssen uns jetzt dem feurigen Element anpassen, davon sprechen auch die Puranas. Ich denke, dass man die Menschen zur Erkenntnis des Wesentlichen aufrufen kann.

 

       436. Woher kommen Anfälle von unerwarteter Freude oder Schwermut? Man bezeichnet sie als grundlos, während allem eine Ursache zugrunde liegt. Ich rate euch,

 [Russisches Original. Seite 204.]


solche Wellen aufzuschreiben, die andernfalls vergessen werden. Jeder Mensch führt mit jeder Regung ein bedeutsames Experiment durch, aber er weist diese Blitze der Erkenntnis nachlässig ab. Freude und Schwermut sind nicht grundlos, und die Aufzeichnungen können daran erinnern, wenn irdische Mitteilungen diese Stimmungen bestätigen. Die feurige Post wird von irdischen Botschaften bestätigt.

       Gewiss, viele Ursachen, nicht allein irdische, sondern auch solche aus der Feinstofflichen Welt, kommen nicht zur Auswirkung, dennoch kann man eine bedeutsame Entsprechung zwischen Ereignissen und Gefühlen wahrnehmen. So häufen sich Erfahrungen, die ein überzeugendes Ganzes bilden. Wahrlich, die größten Experimente wurden im Laboratorium des Lebens durchgeführt.

 

       437. Lasst uns etwas über Besessenheit niederschreiben und es dem Arzt sagen. Es kommen tatsächlich Fälle vor, in denen der Besitzergreifer den Körper des Besessenen so sehr beherrscht, dass er ihn fast verdrängt. Es kann auch Fälle geben, in denen der Besitzergreifer von der Lebenskraft des Besessenen derart gekräftigt wird, dass seine Austreibung zum Tod führt. Er hat sich der psychischen Energie des Besessenen dermaßen bemächtigt, dass dieser bei einer Befreiung seine Lebensfähigkeit verliert.

       Darum werden Austreibungen stets mit größter Vorsicht vorgenommen. Zuerst beobachtet man die Nahrung und die psychische Energie des Patienten. Wird ein Verfall bemerkt, darf man das geschwächte Herz nicht anstrengen.

       Gewöhnlich erfolgt die Austreibung am leichtesten während eines Tobsuchtsanfalles. Die erweckte Energie hilft eine mögliche Abnahme der Herztätigkeit zu überwinden, die in einem völligen Zusammenbruch enden könnte.

 [Russisches Original. Seite 205.]


       438. Wie in allem ist feurige Selbstdesinfektion die beste Prophylaxe. Feuer schützt nämlich vor Besessenheit. Agni ist nämlich ein Allheilmittel gegen Krebs, Tuberkulose und viele Krankheiten. Aber bis die Menschen sich die Bedeutung von Agni angeeignet haben, muss man zu pflanzlichen und mineralischen Einwirkungen greifen. Das Einfachste, das Natürlichste und das, was alle besitzen, erweist sich als das am meisten Vernachlässigte.

       Ihr wisst, wie viele Menschen, die sich der psychischen Energie erinnerten, vielen Krankheiten entgingen. Ihr habt es gesehen und euch davon überzeugt. Bei einer Annäherung feuriger Energien ist es notwendig, dass die Menschen sich nicht schämen, das feurige Prinzip in sich selbst anzuerkennen. Das wird Agni wachsen lassen.

 

       439. Man kann sich gar nicht vorstellen, wohin die Menschheit künftig steuert, wenn sie sich nicht durch Feuer reinigt! Das Streben zur Feurigen Welt wird die ersten Schimmer von Agni bieten. Bei einem einzigen Gedanken an die Feurige Welt werden viele schändliche Taten wie eine Schale abfallen.

       Man kann durch keine Predigten von außen jene Gesundung erreichen, die allein durch einen einzigen Funken von innen geschaffen wird. Aber es ist schwierig, das Bewusstsein einem höheren Maß entsprechend anzustoßen. Werden wir nicht müde, das Bewusstsein zu dieser ersten Erleuchtung anzutreiben, was folgt wird schon leichter sein.

 

       440. Das Darbringen von Feuer ist ein altes Symbol der Reinigung des Geistes. Das Geisteskorn selbst kann nicht beschmutzt werden, doch ein Schiff wird von Muscheln bewachsen, die seine Fahrt behindern.

       Die Feurige Mutter versteht, wann die Notwendigkeit eintritt, das Korn zu reinigen. Die neue Aussaat kann nur mit reinen Körnern erfolgen. Wenn für den Sämann die Zeit naht, das Feld zu betreten, muss man helfen.

 [Russisches Original. Seite 206.]


       441. Die letzten Fristen werden oft von räumlichen Klängen begleitet. Dieses Klingen beweist nur, dass der Energiestrom einer Saite gleicht, die erklingt, wenn sie auf einen Strom trifft.

       Gewiss, jedes solche Klingen zeigt eine Spannung an. Bei einem solchen Klingen sollte man vor allem alles unnötige fremde Denken verwerfen, um sich umso harmonischer mit dem führenden Strom zu vereinen.

       Vielleicht rufen die irdischen Ereignisse eine solche Spannung hervor; vielleicht nähern sich Ereignisse der Feinstofflichen Welt, und man muss bereit sein, sie anzunehmen. Doch wenn sich das Ohr dem Klingen der fernen Leitungen öffnet, ist auch das Bewusstsein schon so erweitert, dass es die Ereignisse beurteilen kann. So arbeitet Agni und verwandelt alles Bestehende.

 

       442. Eine der schwierigsten Eigenschaften ist, das nicht zu enthüllen, was nicht vom Schicksal bestimmt ist, und keinen Schaden anzurichten. Lehrreich dafür ist das Beispiel des Aischylos[71]. Die Elemente fallen über jemanden her, der sie aus dem Zustand der Übereinstimmung brachte. Es ist unmöglich, einen solchen leichtsinnigen Verräter zu retten. Ihr wisst, dass ähnlicher Verrat im Kleinen wie im Großen begangen wird, und oft nicht aus Bosheit, sondern aus Unvorsichtigkeit. Es ist einerlei, aus welchem Grund der Käfig eines wilden Tieres geöffnet wird.

 

       443. Die schwierigste, aber unerlässliche Disziplin umfasst die Tätigkeit für das Wohl der Welt. Es ist nicht leicht, sich selbst zu überwachen, um sich von selbstsüchtigen Gedanken und Handlungen zu befreien.

       Weiht sich die ganze Persönlichkeit jedoch der Welt, dann wird Disziplin nicht nur leicht, sondern gar nicht gefühlt. Einen Ausgangspunkt für Selbstverleugnung zu finden heißt, einen direkten

 [Russisches Original. Seite 207.]


Pfad zur feurigen Welt herzustellen. Die Behauptung der Persönlichkeit mit all ihrem astralen Chemismus ist keine Selbstsucht, die das Streben zum Aufstieg erstickt. Selbstsucht gehört dem irdischen Reich an. In der Feurigen Welt existiert sie nicht – ihre Überreste verbleiben in der Feinstofflichen Welt und sind wie schwere Ketten.

       Es ist nicht schwierig zu erkennen, wie die Bedeutung der Selbstsucht im irdischen Zustand endet; sie ist für den feinstofflichen Aufstieg unanwendbar. Wenn Erdbewohner in die Feinstoffliche Welt geraten, sind sie besonders darüber erstaunt, dass es in den höheren Sphären der Feinstofflichen Welt keine Selbstsucht gibt.

       Nichts anderes hilft, die irdischen Rechnungen abzuschließen, als die Befreiung von Selbstsucht. Das Bewusstsein der Feurigen Welt zeigt am einfachsten, wie nichtig die durch Egoismus verursachte Qual ist.

       Das Licht der Feurigen Welt wirkt wie ein starkes Desinfektionsmittel. In dieser Strahlung sind die Kristalle des Fohat derart konzentriert, dass jede Annäherung an diese Macht unsere psychische Energie reinigt. Ich denke, dass Selbstdisziplin für das Allgemeinwohl das nächstliegende Mittel für große Errungenschaften ist.

 

       444. Mögen die Peiniger denken, dass sie euch heftig quälen. Mögen sie sich an diesen Gedanken ergötzen, doch mögen sie manchmal daran denken, was es heißt, seinem Nächsten zu schaden. Es ist nicht leicht, solche Mühlsteine am Hals loszuwerden!

 

       445. Der Lehrer muss daran erinnern, dass jeder seine eigene Last trägt. Man kann nicht alle gleichstellen. Man kann nicht von allen die gleiche Schnelligkeit verlangen und muss jeden ermutigen, der seine Last zu tragen versteht. Das ist für den Lehrer nicht leicht, und niemand

 [Russisches Original. Seite 208.]


sollte denken, dass ein Archat sich erholt. Wenn wir uns den Fristen nähern, wie könnte man sich da angenehme Erholung im irdischen Verständnis vorstellen?

 

       446. Es ist richtig zu verstehen, dass eine Verbesserung des Chemismus der Gestirne geschaffene Ursachen nicht beseitigt. Man kann vieles gesät haben, doch der Blitz verbrennt nicht alle Keime. So solltet ihr euch weder vom Säen abwenden noch euch zu sehr aufstützen, wenn ihr schnell dahineilt. Die Fähigkeit voranzuschreiten ist eine Angewohnheit aus früheren Erfahrungen.

 

       447. Die Chakren, die feurigen Räder erinnern an die unzähligen Kreise der Entstehung und der Vollendung. Man kann sich vorstellen, dass das Gleichgewicht der Welten auf den feurigen Chakren beruht. Sie berühren sich, gehen ineinander über und bilden untrennbare Verbindungen.

       Ähnlich kann man sich vorstellen, wie die Chakren des Menschen seine feurige Natur bestimmen und das menschliche Wesen in die Gesamtheit der anderen feurigen Gebilde hineintragen.

       Die Menschen verfügen schon über Strahlen, die Fleisch nicht abbilden[72], genauso werden auch Strahlen entdeckt werden, welche die feurigen Zentren erfassen.

       Dabei wird man zeigen, wie die Chakren des Menschen den feurigen Gebilden des Raumes entsprechen. Die Gestalt des feurigen Menschen verschmilzt mit dem Rhythmus des Weltraumes. So kann man physisch zeigen, wie sehr alles Bestehende dem einen Gesetz des Rhythmus unterliegt.

       Für das Gelingen solcher aufschlussreicher Experimente ist es natürlich notwendig, die feurigen Chakren in sich zu entwickeln. Sie existieren potentiell in jedem Organismus, doch seelenlose Wesen

 [Russisches Original. Seite 209.]


können von den erloschenen Feuern nicht den geringsten Schimmer auf die Leinwand projizieren.

 

       448. Man sollte es nicht so verstehen, dass Handlungen als solche niedriger als das Gefühl der Liebe seien. Man muss streng zwischen rhythmischen und selbstsüchtigen Handlungen unterscheiden, die dem Rhythmus des Kosmos nicht entsprechen können. Selbstsucht ist Absonderung oder Auflehnung gegen Zusammenarbeit. Sogar große Geister unterschieden oft nicht, wo es Selbstsucht des Fleisches und wo es die Handlung einer großen Zusammenarbeit gab. Wie könnten bei Selbstsucht des Fleisches die Chakren strahlen?

 

       449. Ich bestätige, dass der Verkehr mit den mittleren Sphären der Feinstofflichen Welt unnötig ist. Sie werden durch verschiedene Erinnerungen nur gereizt und die irdischen Fluida stören sie. Darüber hinaus werden die Menschen von ihnen nichts lernen. Der Rhythmus des Raumes kommt in den höheren Sphären zum Ausdruck.

 

       450. Es ist schwierig, sich vorzustellen, dass inmitten einer solchen Schlacht Aufzeichnungen über die Feurige Welt ihren Platz haben können! Keine menschliche Vorstellung kann sich von dem Chaos der kosmischen Schlacht ein Bild machen! Die Dauer der Schlacht übersteigt die Kraft der menschlichen Natur. Die Menschen können noch nicht einmal in ihr Bewusstsein aufnehmen, dass oberhalb ihres Alltagslebens Zusammenstöße solcher mächtigen Energien stattfinden.

 

       451. Eine Annäherung feuriger und feinstofflicher Wesenheiten macht sich durch ein Erbeben des Herzens und ein Gefühl von Kälte oder Hitze bemerkbar. Wenn wir aber ständig von Wesenheiten der Feinstofflichen Welt umgeben sind, warum spüren wir sie dann nur gelegentlich?

       Dem liegen das Gesetz und die Beschaffenheit des Gedankens zugrunde. Wenn diese Wesenheiten auf uns zukommen,

 [Russisches Original. Seite 210.]


mit anderen Worten, wenn sie an uns denken, spüren wir sie nicht nur mit unseren feurigen Zentren, sondern sogar körperlich. Man spricht  von Haaren, die vor Schreck zu Berge stehen; das ist aber kein Schreck, sondern eine besondere Einwirkung einer Energie, die teilweise der Elektrizität ähnelt. Solch einem Gefühl liegt ebenfalls der Gedanke zugrunde. Keine besondere Suggestion, sondern die Beschaffenheit des Gedankens ruft diese Gefühle hervor.

       Sogar ein physischer Blick zwingt den Mensch, sich umzuschauen, wie viel stärker muss dann die feurige Energie der Höheren Welten wirken! Das heißt, wir haben erneut eine ganze Reihe nützlicher Experimente und Beobachtungen darüber vor uns, wie und auf welche Zentren die feurige Energie der Höheren Welt wirkt.

       Man sollte auch bemerken, dass man manchmal Kälte fühlt; spürt man nicht Ähnliches nahe einer in Betrieb befindlichen elektrischen Maschine? Die Wissenschaftler müssen dem Studium der äußeren Einwirkungen auf den Gedanken Aufmerksamkeit schenken.

 

       452. Nicht nur Gedanken selbst rufen physische Erscheinungen hervor, auch zugesandte kondensierte Energie bewirkt starke Reaktionen. Ihr kennt die Empfindungen von Lichterscheinungen genau. Das bedrückende Gefühl durch schwarze Sterne oder das beruhigende durch blaue sind völlig klar ausgedrückt. Ihr wisst auch, dass solche Gefühle nicht von euch ausgehen, sondern aus dem Raum empfangen werden.

       Die Welt des Gedankens ist das Vermögen der Zukunft. Untersuchungen des Gedankens werden auch zur psychischen Energie führen. Man kann von verschiedenen Gesichtspunkten aus mit den Beobachtungen beginnen, deshalb lenke Ich die Aufmerksamkeit auf verschiedene Zugänge zu dem einen Thema des lichttragenden Gedankens.

 

       453. Ein Yogi Indiens sagt zu einem Wissenschaftler,

 [Russisches Original. Seite 211.]


der sich mit der Frage der Selbsterhaltung beschäftigt: „Wahrlich, es ist höchste Zeit, die feurige Natur des Menschen zu studieren. Man sollte seit langem erkannt haben, dass nicht nur der Wille, sondern die feurige Energie den Menschen mit einem schützenden Schleier umgibt. Wahrlich, man sollte dies in Laboratorien erforschen, doch diese Laboratorien müssen sich von jenen unterscheiden, die sich mit der Düngung des Bodens befassen.“

       Es ist an der Zeit für die Wissenschaftler anzuerkennen, dass für feinstoffliche Experimente feinstoffliche Bedingungen erforderlich sind. Ebenso ist es an der Zeit anzuerkennen, dass diese Bedingungen nicht durch mechanische Desinfektionen geschaffen werden. Jedes Experiment verlangt eine geistige feurige Reinigung. Wahrlich, vieles gelingt in der Natur und in Tempeln, wo die Ausstrahlungen nicht so verunreinigt sind. Doch in beliebigen Laboratorien, in denen die Luft nicht immer frisch und der Staub voller giftiger Ablagerungen ist, kann nur wenig erreicht werden.

       Nicht ohne Grund fragten Heiler vor einer Heilung: „Glaubst du?“, und dann war das Resultat besonders erfolgreich. Doch der Heiler weckte nicht nur den Glauben, er musste auch die Feuer der Zentren entfachen. Sobald die feurigen Chakren zu rotieren begannen, ging eine bedeutende Reinigung vor sich.

       So möge der Arzt seine Aufmerksamkeit nicht nur auf den Willen, sondern auch auf die grundlegende psycho-feurigen Energie lenken. Er möge daran denken, dass die umgebende Atmosphäre eine gewaltige Bedeutung hat.

       Es scheint unwürdig zu sein, dies zu erwähnen, doch nach Millionen von Jahren des irdischen Daseins wenden die Menschen der Qualität ihrer Umgebung immer noch so wenig Aufmerksamkeit zu, wie sie dies wahrscheinlich zu Zeiten der Höhlenbewohner getan haben.

 

       454. Mehr als einmal wurden bei erfolgreichen Forschungsarbeiten

 [Russisches Original. Seite 212.]


die Bemühungen durch geringfügige Schwierigkeiten unterbunden. Unter diesen Schwierigkeiten hat der sogenannte Widerwille eine besondere Bedeutung. Er rührt von verschiedenen Bedingungen her, sowohl von äußeren als auch von karmischen. Es ist schwierig, dieses Gefühl mit Worten zu beschreiben, das gleichsam die feurigen Zentren schließt und sie dadurch der Kraft beraubt.

       Zweifellos ist Widerwille der Furcht verwandt. Aber für den Aufstieg muss man den Widerwillen überwinden. In den Mysterien gab es zur Überwindung dieses Widerwillens ein besonderes Ritual.

 

       455. Dann sagt auch noch, dass die Menschen nicht darüber erstaunt sein sollen, dass sie den letzten Stein selbst in das Mosaik einfügen müssen. Dieses Gesetz ist umso gerechter, als für gewöhnlich noch nicht einmal der Wunsch aufkommt, die ersten gegebenen Steine zusammenzufügen. Vieles wurde gegeben und vieles wird nicht angewendet.

       Es ist deutlich gesagt worden, dass viele mechanische Formeln der belebenden feurigen Energie bedürfen. Aber die Menschen nennen das nach wie vor Okkultismus und fürchten sich sogar, an solche Experimente zu denken.

 

       456. Gehen oder Sitzen auf dem Wasser sowie Durchschreiten von Feuer sind wunderbare Beweise für die Macht des Gedankens.

       Rufen wir uns ins Gedächtnis, wie auch nur Sitzen auf Wasser erreicht wird. Natürlich muss man den Körper durch strenge vegetarische Ernährung sowie durch Erhebung des Geistes reinigen, doch man muss auch schwimmen und auf dem Wasser liegen können, um sich umso stärker vor der Schlange des Zweifels zu schützen.

       Dann wählt der Yogi eine seichte, ruhige Wasserstelle und fertigt eine Art leichte Stütze aus Holz, auf die er sich so setzt, dass ihm das Wasser bis zum Gürtel reicht; dann vertieft er sich

 [Russisches Original. Seite 213.]


mit Hilfe des Rhythmus von Pranayama und erhebt sich in Gedanken zum Höchsten Unaussprechlichen. So kann er mehrere Tage zwischen Ausruhen und erneuter Annäherung an geistige Erhebung zubringen. Wenn der Gedanke sich von der irdischen Anziehung löst, verliert der menschliche Körper sein Gewicht; auf diese Weise erhebt sich der Yogi aus dem Wasser, und die hölzerne Stütze schwimmt davon.

       Wenn der Gedanken auf dieser Höhe bleibt, verbleibt auch die Lage des Körpers auf demselben Niveau. Dabei kann man leuchtende Ausstrahlungen des Körpers bemerken, die nach einer alten Redensart den Menschen an den Himmel anbinden.

       Der einzige entscheidende Faktor bei diesem Experiment ist die Qualität des Gedankens. Ein böser Mensch kann nicht auf dem Wasser zu sitzen, ebenso wenig kann man Immunität gegen Feuer ohne einen bestimmten Rhythmus und Erhebung erreichen.

       Wer vermag zu entscheiden, wie viel Zeit für die vorbereitende Disziplin des Körpers und des Geistes erforderlich ist, um solche Apotheosen[73] des Gedankens zu erlangen? Man muss sagen, dass die Grade der Geduld, Ausdauer und Entschlossenheit sich grenzenlos unterscheiden, und außerdem sind Einwirkungen der kosmischen Verhältnisse höchst notwendig. Ihr solltet nicht lachen, wenn ihr hört, dass um den Vollmond herum die Bedingungen viel günstiger sind.

 

       457. Es gibt eine Legende über die Prüfung durch schwere Umstände, in der aufgezeigt wird, wie die Menschen immer das Leichteste zu wählen suchen, während sich gerade dies als das Schwierigste erweist. Dafür werden sowohl lächerliche als auch tragische Fälle angeführt. Gerechterweise wird darauf hingewiesen, wie ein sehr kluger Mensch sich alle Einzelheiten einer leichten Errungenschaft aufzählte, aber nur jene vergaß,

 [Russisches Original. Seite 214.]


die sich als die schwierigste erwies.

       Mit dem Körper kann man weder dem Feuer noch dem Wasser entkommen. Man muss sich an den flammenden Gedanken erinnern.

 

       458. Wenn die Menschen sich so viel aneignen würden, sie gedanklich verlieren, könnten sie nur gewinnen! Aber die Finsternis lässt es nicht zu, dass die Vorstellung zu erblühen beginnt. Es ist aber schwierig, erst in der Feinstofflichen Welt an Vorstellung zu denken, dort müssen wir sie anwenden, nicht erst entstehen lassen.

 

       459. Man muss verstehen, dass jeder Erfolg auf der Qualität des Gedankens beruht. Man muss verstehen, dass Wir für Erfolg bürgen können, wenn der Gedanke zu Uns fliegt.

 

       460. Man sollte nicht darüber lachen, dass einige Yogis bei Levitation ein Schilfrohr oder eine Papyrusrolle verwenden. Natürlich kann man die gleichen Resultate auch ohne diese physischen Hilfsmittel erzielen. Wenn jedoch jemand, der sich in die Luft erhebt, eine Feder in der Hand benötigt, wollen wir ihn dieser kleinen Unterstützung nicht berauben; das Wesentliche liegt doch weder in der Feder noch in der Rolle, sondern im Gedanken, in der feurigen Energie. Es kann viele Symbole geben, die Energie hervorrufen, und jeder kann die nächstliegende Leitung suchen.

       So benötigen die Zigeuner entweder Wasser oder geschmolzenes Wachs, doch das Wesentliche ist ihre psychische Energie, die bei diesem Volk sehr stark ist. An ihnen kann man leicht lehrreiche Beobachtungen machen; leider muss man ihre Gewissenhaftigkeit streng überwachen. Häufig ist ein Anstieg von Energie, die eine atavistische Aufspeicherung ist, mit einem nicht hoch stehenden Bewusstsein verbunden; doch der Arzt und der Wissenschaftler müssen alle Möglichkeiten erforschen.

       Ähnlich können viele

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nordische Völker interessantes Material liefern, besonders in Norwegen, Karelien, Schottland und unter den Eskimos. Für den Wissenschaftler sind natürlich sogar urtümliche Schimmer dieser Energie brauchbar.

 

       461. Meteorische Mikroben sollten euch nicht überraschen. Die Feststellung, dass in allem Leben vorhanden ist, erweitert bloß den Horizont. Wenn eine Mikrobe aus dem Raum herbeifliegen kann, wie viele neue Beobachtungen sind dann zu erwarten! Die ganze Feurigkeit des Raumes ermöglicht neue Schlussfolgerungen über das Feuer als Lebenssubstanz. Man muss nur die Wissenschaftler bitten, in größerer Eintracht zu leben, damit wertvolle Beobachtungen nicht durch Feindschaft und Verneinung zerstreut werden.

 

       462. Warum ist es so schwierig, Beobachtungen aus verschiedenen Bereichen der Wissenschaft zu verbinden? Die Zeit naht, in der unter Wissenschaftlern verschiedener Gebiete der Wissenschaft völlige Übereinstimmung erforderlich sein wird.

       Es wird notwendig sein, Wiederentdeckungen alter Kulturen mit mechanischen und physischen Beobachtungen zu vereinen. Zusammen mit Skeletten von Riesen wird man Gegenstände finden, die eine ganz andersartige Beobachtung erfordern. Schließlich wird in Zusammenhang mit seltsamen Veränderungen unseres Planeten das alte Wissen über den Himmelskreis erforderlich sein.

       Um den Horizont der neuen Beobachter zu erweitern, bedarf es eines guten Einvernehmens.

 

       463. Wie kann man das uralte Ungleichgewicht von Hitze und Kälte erklären? Man sollte sich nicht scheuen, über feurige Wellen zu sprechen. So kann man erneut an die feurige Gefahr erinnern.

       Es gibt gegenwärtig Voraussagen, die aus ganz verschiedenen Richtungen auf

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die gleichen Fristen hinweisen. Es ist kein Zufall, dass Menschen, die einander fremd sind, die gleichen Worte auszusprechen beginnen. Jedoch sollte man nicht aus dem Tümpel der Verneinungen schöpfen.

 

       464. Sowohl Erstarrung als auch Widerwille müssen überwunden werden. Viele bemerken diese unheilvollen Weggefährten überhaupt nicht.

       Indessen kann man deutlich verfolgen, dass nicht nur irgendwelche unbekannte Gründe, sondern auch die scheinbar harmlosesten Alltagsgegenstände den Strom der feurigen Energie unterbinden. Nicht nur Widerwille, sondern auch eine gewisse unmerkliche Erstarrung hemmt die Anspannung der Arbeit.

       Der gewöhnlichste Gegenstand trübt gleichsam die Frische des Gehirns und des Herzens. Manchmal reißen uns das Muster eines Gewebes, der Rhythmus eines Liedes, das Aufblitzen eines Messers, das Klingen eines Metalls oder viele ähnliche fragmentarische Emotionen aus der gewöhnlichen Bestrebung heraus.

       Woher kommt diese Erstarrung? Wann und wo haben dieses Tönen und diese Lichtblitze stattgefunden, sind sie vielleicht entscheidend für unser Dasein?

       Verneinen wir die Aufspeicherungen der Vergangenheit nicht. Sie sind ein weiteres Beispiel aus früheren Leben. Man sollte diese Erinnerungen ganz nüchtern verstehen; man kann sie sogar als Übung der Beobachtungsfähigkeit notieren; man sollte sich aber mit diesen Bruchstücken der Vergangenheit geistig nicht belasten.

       Man kann auch auf Gegenstände stoßen, die zum Streben Antrieb geben; über solche Gefährten weit zurückliegender Pfade kann man sich freuen, aber auch sie dürfen unsere Aufmerksamkeit nicht zu lange fesseln.

       Vorwärts, vorwärts, immer nur vorwärts! Jede Erstarrung ist ein Verlust der fortschreitenden Bewegung. Wie oft wurde gesagt, dass Bewegung ein Schild gegen feindliche Pfeile ist, so schreitet feurig voran!

 [Russisches Original. Seite 217.]


       Möge euer Feuer den Weggefährten leuchten. Man sollte daran denken, dass wir durch den Gedanken leuchten müssen.

 

       465. Man sollte sich des Spottes, dieses schädlichsten Insektes, enthalten. Kein Spott wird verfehlen, auf uns selbst zurückzufallen. Der genaueste Bumerang ist die Erniedrigung seines Nächsten. Man kann sagen, dass das Feuer durch die Nähe zum Spott von einem staubigen Schleier bedeckt wird. Man muss sich über die Bedeutung von Schimpfen und Spott Rechenschaft ablegen. Spott gebiert Tod durch Steinigung. Und die Mutter des Spottes ist Gemeinheit.

 

       466. Ein massenhaft auftretendes Austrocknen der Kehle weist nicht nur auf eine Trockenheit der Atmosphäre hin, sondern auch auf eine feurige Spannung. Die Zeichen häufen sich, ihnen wird aber erstaunlich wenig Beachtung zuteil. Im Gegenteil, mit oberflächlicher Unwissenheit werden die seltsamsten Erklärungen über sie gegeben. Die Oberflächlichkeit dieser Erklärungen beweist nur, dass die Menschen in ihren Illusionen zu verharren und sich nicht mit der Wirklichkeit zu befassen wünschen.

 

       467. Wer stirbt, weil er darauf beharrt, dass es kein Leben nach dem Tod gibt, liefert wahrhaft ein typisches Beispiel dafür, wie selbsttätig die psychische Energie wirkt. Er erteilte sich den Befehl, nicht zu existieren, und erhält die Folgen seines Befehls. Es gibt viele ähnliche Fälle, doch niemand wendet seine Aufmerksamkeit diesen mächtigen Beispielen zu, die allgemein ersichtlich sind.

 

       468. Der Verlust der Zusammenarbeit macht die Menschen völlig hilflos. Der Verlust der Übereinstimmung des Rhythmus vereitelt alle Möglichkeiten für neue Fortschritte. Ihr seht selbst, welche Schwierigkeiten durch Uneinigkeit entstehen. Ein solcher Zustand ist sehr gefährlich!

 [Russisches Original. Seite 218.]


       469. Jeder, der sich der Feurigen Welt nähert, wird ihre Schönheit, ihr Licht und ihre Herrlichkeit bestätigen. Außerdem erweckt das besondere Entzücken ein Gefühl der Einheit. Das feurige Licht führt zu gegenseitiger Anziehung, mit anderen Worten, zur wahren Einheit.

       Im Gegensatz dazu führt das Fleisch zu jeglicher Art von Uneinigkeit. Diese Eigenschaft der grobstofflichen Welt verhindert es, auf dieser staubigen und nebeligen Oberfläche das Entzücken der Einheit zu umarmen. Deshalb sollte man seine Gedanken umso mehr auf die Feurige Welt richten, um sich das schon erschöpfte Gefühl der Einheit wieder anzuerziehen. Man muss gleichsam den Magneten wieder aufladen, der unverschlossen geblieben war. Sogar im täglichen Leben muss man mit einem Magneten umzugehen verstehen.

       Ebenso versinkt das Potential des Feuers, wenn es ungenutzt bleibt, in die Tiefen und wird unzugänglich. Man muss es durch die besten Erinnerungen und Vorstellungen von neuem hervorrufen. Wahrhaftig, die feurige Herrlichkeit bedarf einer geläuterten Vorstellung. Man sollte begreifen, dass die grobstofflichen Formen keine Vorstellung von der Feurigen Welt bieten können. Aber augenblickliche Erleuchtung kann für immer ein unaussprechliches Gefühl hinterlassen, das auf Einheit beruht.

 

       470. Man kann in allen Testamenten bemerken, wie unter gewöhnlichen irdischen Symbolen die erhabenen Begriffe der Feurigen Welt verborgen sind. Muss eine Stadt unbedingt irdisch sein, oder muss eine Kuh unbedingt an irdische Herden erinnern, oder muss Milch nur von irdischer Art sein, oder müssen Schlangen nur von der Erde sein?[74] Man kann viele solche Hinweise in allen Lehren finden.

 [Russisches Original. Seite 219.]


       Der Grund hierfür liegt sowohl in der Unbeschreiblichkeit der Begriffe der Feurigen Welt als auch darin, dass Schriftsteller und Leser die bedingten Bezeichnungen kannten, die im Lauf der Jahrhunderte vergessen wurden.

 

       471. Als die Menschen nach glänzenden Epochen den Schrecken des Fleisches verfielen, gerieten die besten Namen in Vergessenheit oder wurden auf andere Begriffe übertragen. Man sollte die irdischen Fehler nicht vergessen und aus diesen Beispielen Nutzen ziehen.

       Mechanische Begriffe sind dem Grunde nach der