Feurige  Welt  II

 

 

 

 

 

 

 

[Russisches Original. Umschlag.]


 

 

 

 

 

Feurige Welt

 

 

 

1934

 

 

 

 

 

 

[Russisches Original. Seite 3.]


 

 

Copyright

Alle Rechte, einschließlich

Übersetzungsrecht, sind vorbehalten

 

 

„AGNI JOGAS“ IZDEVUMS

 

 

[Russisches Original. Seite 4.]


 

 

 

 

 

 

 

Agni Yoga

 

 

 

Feurige Welt

 

 

 

Teil Zwei

 

 

 

[Russisches Original. Seite 5.]


 

 

 

 

 

      Gewöhnlich verstehen es die Menschen überhaupt nicht, die ihnen gegebene Lehre zu nutzen. Wenn sie eine scheinbar bekannte Mitteilung vernehmen, rufen sie hochmütig aus: „Wieder dasselbe, das allen bekannt ist!“ Sie bemühen sich nicht zu prüfen, inwieweit dieses Bekannte von ihnen erkannt und angewendet worden ist. Sie wollen nicht darüber nachdenken, dass die nützliche Lehre nicht um der Neuheit willen, sondern zur Gestaltung eines würdigen Lebens gegeben wird.

      Die Lehre des Lebens ist kein Sammelwerk unerhörter Utopien. Die Menschheit ist sehr alt, und im Lauf von Zeitaltern sind alle möglichen Funken der Weisheit über die Erde ausgegossen worden, doch jede Runde hat ihren Schlüssel. Wenn jemand den gegenwärtigen Schlüssel als ihm bekannt erkennen kann, möge er sich freuen und sich für eine ihm naheliegende Weisung bedanken.

      Das scheint einfach zu sein, doch in Wirklichkeit erweist es sich als sehr schwierig. Die Menschen lieben es, Neuigkeiten zu hören und Spielzeuge zu erhalten, doch wenige sind damit einverstanden, ihr Bewusstsein zu verfeinern.

[Russisches Original. Seite 7.]


      Es kann nicht sein, dass eines der Elemente in der Lehre nicht hervorgehoben wurde! So wurde auch das Feuer tausendmal erwähnt, doch jetzt ist die Erinnerung an das Feuer keine Wiederholung mehr, denn sie ist bereits eine Warnung vor Ereignissen, die das Schicksal des Planeten betreffen. Niemand kann sagen, er hätte sich in seinem Herzen für die Feurige Taufe* vorbereitet, obwohl die ältesten Lehren vor der unvermeidlichen Epoche des Feuers gewarnt haben.

[Russisches Original. Seite 8.]


 

 

 

 

Feurige Welt

 

 

Teil Zwei

 

 

      1. Nun wollen wir noch näher an die Untersuchung der Bedingungen der Feurigen Welt herangehen.

      Die Teilbarkeit des Geistes* kann eine Reihe von Fragen aufwerfen. Natürlich kann man darüber nachdenken, inwieweit der Chemismus der Himmelskörper auf die abgetrennten Teile des Geistes einwirkt. Bei fernen Flügen können die Teile des Geistes den verschiedensten Einflüssen ausgesetzt sein.

      Wahrhaftig, sogar die feurigen Körper können verschiedenen Einflüssen nicht ausweichen, doch ein offenes Bewusstsein wird immer helfen, die besseren Schwingungen zu finden.

      Vom irdischen Zustand (…)[1] her ist es aber schwierig, die abgetrennten Teile des Geistes zu steuern, deshalb passen sich diese Boten des Geistes meist selbst den örtlichen Bedingungen an. Deshalb können sie manchmal sehr deutlich und vernehmbar und manchmal in allen ihren Erscheinungen sehr nebelhaft sein.

      Ein solcher Zustand wird nicht vom Geist des Senders und auch nicht von dem des Empfängers geschaffen, sondern vom Chemismus der Ströme. Selbst die Feurigsten Wesenheiten sind den kosmischen Strömen ausgesetzt. Dies setzt ihre hochstehende Natur in keiner Weise herab, sondern erinnert nur an die unabänderlichen Gesetze. Man muss von der Herrlichkeit des Universums so sehr durchdrungen sein, dass man die Gesetze der Großen Himmelskörper anerkennt.

[Russisches Original. Seite 9.]


      Wenn wir die geschnitzten chinesischen Kugeln bestaunen, sollten wir uns vorstellen, welch einer gewaltigen Willensanspannung es zur Verdichtung der Massen für die Bildung von Himmelskörpern bedarf!

 

      2. Zu dem Bewusstsein zu kommen, die Errungenschaft der Anerkennung des Gesetzes nicht herabzusetzen, wird schon eine Freude des Geistes sein. Zu verstehen, wie die Großen Planetengeister Disziplin schätzen, wird schon eine Freude des Geistes sein. Das feurige Wesen in sich selbst zu erkennen, wird schon eine Freude des Geistes sein, doch dieses Wesens als äußerst große Verantwortung zu verstehen, wird schon Mut des Geistes sein. Ich bestätige, dass es für Uns keine größere Freude gibt als zu sehen, wie ihr diese Eigenschaften des Geistes annehmt.

      Ein feuriges Bewusstsein ist bereits der feinste Chemismus; es bekundet sich am stärksten in den interplanetaren Räumen. Dort, wo der physische Körper bereits erschöpft ist, beginnt der feurige Atem. Deshalb werden die Wesenheiten in zwei Typen eingeteilt: Die einen gedeihen in den Tiefen der niederen Schichten, die anderen sind zu den Gipfeln bestrebt.

 

      3. Feuriges Heilen durch ferne Ströme ist offensichtlich, doch die Menschen werden dies dennoch zu leugnen suchen. Die gröbste Form der Elektrizität wird angenommen, doch die Ströme höchster Spannung werden natürlich verlacht. Indessen konnten nützliche Menschen diese wohltuenden Schwingungen mehr als einmal spüren. Die seit langem aufgezeigten Rhythmen werden natürlich nicht ausgeschöpft, ebenso wenig wie viele andere Schwingungen, von stark erschütternden bis zu den feinsten.

[Russisches Original. Seite 10.]


      Ich möchte die Aufmerksamkeit nun auf einen sehr bedeutsamen Umstand lenken. Selbst bei diesen kosmischen Strömen hat der Wille des Menschen eine große Bedeutung. Wer diese Ströme nicht aufnehmen will, erfährt nur einen sehr mäßigen Grad der Einwirkung, aber gedankliche Aufnahme löst eine sehr schnelle Wirkung aus.

      Natürlich kann es auch einen dritten Umstand geben: Wenn die Verbindung mit der Hierarchie fest und bewusst ist, ist es sowohl für den Sender als auch für den Empfänger leicht, die besten Wirkungen zu erzielen. Nicht ohne Grund habe Ich auf diese beiderseitig entlastende Energie hingewiesen; sie hilft Energie sparen, und das ist gerade jetzt besonders wichtig, wo es so viele sich kreuzende Ströme gibt.

      Man kann sich leicht an Fälle erinnern, als unter der Einwirkung nützlicher Ströme der Empfänger hartnäckig wiederholte: „Mein Bett wird stark erschüttert, sicherlich von einem Erdbeben!“ Durch eine solche leichtfertige Ablehnung schwächen die Menschen oft die Einwirkung der wirksamsten Energien.

      Möge das feurige Heilen die Menschen zwingen, über Jene nachzudenken, die Ihre besten Kräfte zum Nutzen der Menschheit aufbieten.

 

      4. In der Feurigen Welt gibt es keine Schatten. Es ist nicht schwierig, sich das vorzustellen, wenn es sogar auf Erden möglich ist, die Lichtquellen entsprechend anzuordnen. Die Leuchtkraft aller Teile der Feurigen Welt erzeugt ein ununterbrochenes Leuchten.

      Ebenso ununterbrochen ist ein offenes Bewusstsein, denn es benötigt bereits keinen Schlaf mehr. Eine solche Anspannung ist möglich, wenn das innere Feuer mit dem kosmischen bereits völlig

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übereinstimmt, denn bei völliger Harmonie wird die Spannung schon nicht mehr gespürt.

      Ebenso ist es ist völlig richtig, die Sphärenmusik Gesang des Feuers zu nennen. Klingen denn die feurigen Schwingungen nicht zusammen? Und ist dieses Klingen nicht eine Ernährung durch Ausstrahlungen? Auf diese Weise klingen auch wir, wenn wir Agni den „Hüter der Tore“ nennen und die unbeschreibliche Verbindung verstehen.

      Man kann auch hier erklingen, wenn auch nur für einen Augenblick, dann werden alle irdischen Gewohnheiten unnötig. So muss man alle Funken der Feurigen Welt im Herzen verwirklichen. Mögen die irdischen Gewohnheiten durch die Feurige Wahrheit ersetzt werden.

 

      5. Lasst uns an den Mythos „Von der Entstehung der Berge“ erinnern.

      Als der Planetare Schöpfer an der Formung der Erde arbeitete, richtete Er Seine Aufmerksamkeit auf die Fruchtbarkeit der Ebenen, die den Menschen einen ruhigen Ackerbau ermöglichen konnten.

      Die Mutter der Welt* aber sagte: „Es ist wahr, die Menschen werden in den Ebenen Brot und Handel finden, wenn jedoch das Gold die Ebenen verunreinigt, wohin sollen sich dann die Reinen im Geist begeben, um sich zu stärken? Man möge ihnen entweder Flügel oder Berge geben, um sich vor dem Gold zu retten.“

      Und der Schöpfer antwortete: „Es ist zu früh, den Menschen Flügel zu geben, sie würden ihnen Tod und Verderben bringen, doch lasst uns ihnen Berge geben. Mögen einige sich auch vor ihnen fürchten, für andere werden sie die Rettung sein.“

      So unterscheiden sich die Menschen in solche der Ebenen und solche der Berge. Man muss sich jetzt dieser Mythen erinnern, welche die Verseuchung des Planeten vorausgesagt haben.

      In der Tat, warum erforscht man den Chemismus der Luft so wenig? Sogar mit irdischen Apparaten kann man die Verdichtung zerstörerischer Substanzen

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feststellen. Gewiss, diese Ströme können nicht immer aufgespürt werden, genau wie das Fotografieren der Feinstofflichen Welt nicht immer gelingen wird, doch mit Geduld kann man vieles feststellen. Die Feurige Welt ist für irdische Beobachtungen nicht leicht zugänglich.

 

      6. Lasst uns an den Mythos „Von der Entstehung des Blitzes“ erinnern.

      Die Mutter der Welt sagte zum Schöpfer: „Wenn die Erde sich in dunkle Schleier der Bosheit hüllt, wie werden die rettenden Tropfen des Segens durchdringen?“

      Und der Schöpfer antwortete: „Man kann Feuerströme sammeln, die jede beliebige Schicht der Finsternis zu durchdringen vermögen.“

      Die Mutter der Welt sagte: „Wahrhaftig, die Funken des Feuers Deines Geist können Rettung bringen, aber wer sammelt und bewahrt sie bei Bedarf?“

      Der Schöpfer antwortete: „Die Bäume und die Kräuter werden Meine Funken bewahren, doch wenn die Blätter abfallen, mögen der Deodar* und seine Schwestern das ganze Jahr hindurch ihre Aufspeicherungen des Feuers bewahren.“

      So spiegelt sich die Verbindung mit der Höheren Welt in verschiedenen Mythen wider. Überall wurde die Besorgtheit um die Menschheit und sämtliche Geschöpfe hervorgehoben. Die Priester des Altertums haben ebenfalls sorgsam über die gerechte Verteilung des schöpferischen Feuers gewacht.

      Heute kreuzt der Mensch ohne gehörige Überwachung Früchte und Pflanzen, man muss jedoch in langwierigen Experimenten beobachten, wie man die feurige Substanz am besten bewahren kann. Man darf sich nicht leichtfertig in die Schöpfung der Natur einmischen.

      Die besten Ratschläge können aus der Feurigen Welt gegeben werden, doch diesen Segen sollte man suchen.

 

      7. Jetzt seid ihr nicht mehr erstaunt, dass die Schlacht

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so lange andauert, denn die Erweiterung des Bewusstseins erweitert die Grenzen des Daseins.

      Es wäre nämlich leichtfertig anzunehmen, dass Er, der sich gegen das Licht auflehnte, ein Schwächling sei. Man muss sich vorstellen können, dass die Kräfte des Lichts nicht aus Schwäche dem Feind kein Ende bereiten, sondern aus dem Wunsch heraus, das Gleichgewicht des Planeten nicht vorzeitig zu stören.

      Nur wenige können sich vorstellen, dass die Macht des Schöpfers des Planeten auch mit den physischen Bedingungen rechnet. Man kann aber sehen, wie die harmonischen Schwingungen zerstört wurden und dass der Planet von Schüben von Hitze und Kälte erbebt. Deshalb rate Ich zum Gleichgewicht des Geistes. Dort, wo die Grundlage verletzt wird, bedarf es einer besonderen Gegenwart des Geistes.

      Sogar in allgemein verbreiteten Büchern lest ihr über Klimaveränderungen und über Umgestaltungen von Kontinenten und Strömen. Möge es darin auch viele Ungenauigkeiten geben, die Wissenschaft der Himmelskörper ist exakt. Man möge nicht denken, die Prophezeiungen seien falsch, denn sie kommen aus der Feurigen Welt.

 

      8. Agni Yoga erfordert besondere Findigkeit; er kann nicht durch die physische Mechanik bekundet werden, die in unterschiedlichen Graden bei anderen Yoga-Systemen in Erscheinung tritt.

      Ein Element wie das Feuer sollte, wie es scheint, den physischen Gesetzen nicht weniger unterworfen sein als die anderen Elemente. Aber das Wesen des Agni unterliegt derart feinstofflichen Gesetzen, dass es physisch nicht ausgedrückt werden kann.

      Deshalb muss man die ganze verfeinerte Findigkeit aufwenden, um den feurigen Zeichen zu folgen. Daher kann man wahrnehmen, wie oft von der Hierarchie Feuer gesendet werden, die Menschen jedoch versuchen nicht, sie aufzufangen und anzuwenden.

      Das feurige Gesetz liegt

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dem menschlichen Leben zugrunde: Empfängnis und Geburt sowie alle Vorgänge, die Agni unterliegen, rufen kein Erstaunen als die Offenbarung des Unnennbaren hervor. Man kann viel um mechanische Aufbauten umherirren, doch in die Zukunft schreiten kann man nur durch die Erkenntnis von Agni.

      Wenn ganze Kontinente sterben, wie kann man dann neue Wohnstätten ohne neue Energie finden? Es ist unumgänglich, das geistige Bewusstsein auf große irdische Umwälzungen vorzubereiten – dies im besten Fall; doch wenn wir uns der letzten Grenze erfüllt vom schwarzen Hass der Vergangenheit nähern, werden die Leute bloß Pulverkeller sein. So lasst uns findig über Agni nachdenken.

 

      9. Es ist nicht unnötig, den Menschen aufzuzeigen, dass sie aufgehört haben, fest an die Zukunft zu denken. Der Mythos vom Gold[2] wurde schon erwähnt; es wurde bereits von der Zeit gesprochen, in der der Gedanke an das Gold überhandnehmen und anzeigen wird, wie nah die Zeit des Feuers, des Antipoden des Goldes ist.

      Die Menschen haben oft über die feurige Zerstörung des Planeten gelesen. Schon vor zweitausend Jahren wurde darauf hingewiesen, dass Feuer die Erde verschlingen wird, und vor vielen Tausenden von Jahren warnten die Patriarchen die Menschheit vor dem feurigen Untergang.

      Die Wissenschaft hat vielen Zeichen keine Beachtung geschenkt. Niemand ist gewillt, in planetarem Maßstab zu denken. So haben Wir vor der bedrohlichen Zeit gesprochen. Man kann die letzte Stunde nicht versäumen.[3] Man kann Hilfe gewähren, doch Hass wird kein Heiler sein.

 

      10. Richtet eure Aufmerksamkeit auf die sogenannten Übergangszustände des Organismus. So erlaubt der Zustand zwischen Schlaf und Wachsein sehr bedeutsame Beobachtungen.

      Man kann bemerken,

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wie in das irdische Denken gleichsam Bruchstücke von Gedanken einer anderen Ordnung eindringen; die Gegenstände vibrieren irgendwie, und die irdische Betrachtung ändert sich. Wenige lassen den Gedanken zu, dass diese andere Ordnung der Betrachtung das Denken der Feinstofflichen, ja sogar der Feurigen Welt ist; nur wenn die offenbarte Welt schwindet, erwacht die Stimme der Feinstofflichen Welt.

      Bei verschiedenen Übergangszuständen kann man Blitze der Höheren Welten wahrnehmen. So sollte man besondere Klänge aufmerksam beachten.

      Unter irdischen Bedingungen sollte man sich nicht in diese Erscheinungen vertiefen, denn es ist vor allem Gleichgewicht erforderlich, doch im Gefäß eines erweiterten Bewusstseins müssen Erscheinungen aller drei Welten Platz finden; nur auf diese Weise werden wir zu einem Verständnis des feurigen Gedankens gelangen. Feuer als sichtbares Element behindert oft das Erkennen des feurigen Gedankens, die Erscheinung Agni ist aber kein Zündholz. Jede feurige Erscheinung spiegelt sich jedoch in erster Linie im Denkvorgang wider.

      Dabei wendet eure Aufmerksamkeit dem Ursprung des sichtbaren Feuers zu: Die leuchtende Energie ballt sich und wirbelt dermaßen, dass man sogar bei einem kleinen Feuer das Eindringen einer äußeren Energie bemerken kann. Den Augenblick der Vereinigung des inneren mit dem äußeren Feuer kann man wunderbar erklingend nennen.

 

      11. Manche Blinde spüren das Hereintragen des Feuers nicht durch Licht, sondern durch den Klang. Sie ziehen sogar das Erkennen durch Klang dem durch Wärme vor.

      Nicht nur mit Blinden, sondern auch an Menschen mit vollkommen verbundenen Augen kann man lehrreiche Experimente durchführen. Allerdings kann eine solche Binde ein Hindernis

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für die allgemeine Empfindsamkeit sein, weshalb die Aussagen der Blinden überzeugender sein werden. Umso mehr, als ihr Gehör gewöhnlich schärfer ist. Sie können bezeugen, dass sogar die Flamme einer Kerze klingt.

      Wir haben unsere Sinne in vieler Hinsicht stark verfeinert, doch der physische Verlust eines Sinnes schärft einen anderen. Sehende Menschen können den Gesang des Feuers in einem Ofen, einem Lagerfeuer und einer Feuersbrunst erfassen, mit andern Worten in der gröbsten Erscheinungsform. Dabei unterscheiden die Menschen nur selten den Klang des Feuers vom Knistern des Brennmaterials. Gleichwohl kann man den Klang des Feuers erkennen.

      Die alten Chinesen versuchten, den Klang des Feuers mit Streichinstrumenten wiederzugeben. Der Herrscher des Feuers musste in seinem Tempel von Feuerklängen begleitet werden. Ebenso musste der Herrscher des Wassers von gläsernen Instrumenten begleitet werden. Eine solche Verfeinerung ist jetzt natürlich vergessen, sie zeugte aber von großer Beobachtungfähigkeit für die Klänge der Natur. Es ist nützlich, sich jedenfalls jener Kulte zu erinnern, die auf feinsten Schwingungen beruhten.

      Wahrhaftig, nicht die kalte Vernunft, sondern das Beben des Herzens bringt der feurigen Verfeinerung näher. Dabei sollte die Grundlage nicht Feueranbetung, sondern die Verehrung von Agni sein, das der Ursprung der Verbindung mit der Höheren Welt ist.

 

      12. Ihr versteht, wie angespannt Wir sein können, wenn die Äußerung des Verstandes einem tobenden Feuer gleicht; doch Unsere Feinde hoffen auch auf die Grenzen der physischen Möglichkeiten, umso mehr muss man ihnen mit aller Geduld entgegentreten.

      Wahrhaftig, es ist schwierig,

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Glaubenskämpfer zu finden, die nicht an besonderen Krankheiten leiden. Sie haben oft gar nicht verstanden, warum sie solche Schmerzen zu erdulden hatten, doch auf dem kürzesten Pfad kann die feurige Spannung nicht vermieden werden. Kann es denn anders sein, wenn die Füße auf der Erde sind und der Kopf in der Feurigen Welt?!

 

      13. Man sollte nicht nur Unsere, sondern auch die Schwarze Bruderschaft beobachten. Es ist falsch, die finsteren Kräfte zu unterschätzen. Sehr oft kommt ihr Sieg infolge einer solchen Geringschätzung zustande. Die Menschen sagen sehr oft „Es lohnt sich nicht, auch nur an sie zu denken“. Man sollte aber an alles Existierende denken.

      Wenn sich die Menschen mit Recht vor Dieben und Mördern schützen, sollten sie sich umso mehr vor Mördern des Geistes hüten. Man sollte ihre Stärke richtig einschätzen, um ihnen besser entgegentreten zu können.

      Furchtlos besuchte Urusvati* die Finsteren, sie hat verschiedene ihrer Grade gesehen und in ihrer Kühnheit zu ihnen gesprochen. Es gibt wahrhaftig ein solches Maß an Mut, dass selbst die Macht der Finsternis verstummt. Tatsächlich ist es nicht möglich, die Finsteren zu überzeugen, doch man kann sie lähmen und beträchtlich schwächen, deshalb ist es so wichtig, sich der Finsternis aktiv zu widersetzen.

      Aus totem Staub wird nur Staub geboren. Zur Reinigung des Hauses versorgt man sich mit verschiedenen Besen; und findet man einen Skorpion im Haus, wird man ihn sofort entfernen.

      Urusvati hat eine geordnete Versammlung der Finsteren gesehen, und viele Versammlungen könnten von einer solchen Ordnung lernen. Urusvati sprach mit Recht als Unsere Abgesandte, und in einer solchen Bekräftigung liegt eine große Kraft. Man darf die Kraft nicht zurückhalten, wenn der Geist weiß, worin die Waffe besteht.

[Russisches Original. Seite 18.]


      Die Finsteren konferieren besonders eifrig, wenn sie sehen, dass die Ereignisse für ihren Herrscher nicht nützlich sind. Die Hellen Kräfte hindern sie daran, euch zu vernichten. Es scheint, als wäre es nicht schwierig, friedvolle Menschen zu vernichten, aber über allen finsteren Reichtümern besteht die Kraft des Geistes.

      Mit Recht sagte Urusvati zu ihnen: „Ihr haltet Satan für unbesiegbar, doch ich widersetze mich euch allen und spreche von seiner Niederlage.“ So kann man die Absichten der Finsteren und Unsere Macht kennen.

      Alle jene, die glauben, Visionen und Träume entstünden durch die Verdauung, können die wertvollsten Zeichen der Wirklichkeit leicht verschlafen. Nur jene, welche die Kräfte ihrer Gegner kennen, können auf einen Sieg hoffen. Welche Ordnung und Einigkeit muss man zeigen, um solch mächtiger Versammlungen Herr zu werden! Man muss den ganzen geistigen Mut aufbringen, um die kleinen Dinge zu beseitigen und zu unterbinden.

 

      14. Zur selben Zeit, wo der eine seine Seele für das Wohl der Welt opfert, sitzt der andere auf dem Wasser. Während der eine sein Herz zur Rettung seiner Nächsten darbietet, versinkt der andere in den Phänomenen der Feinstofflichen Welt.

      Die Glaubenskämpfer des Großen Dienstes sind frei von Psychismus[4], weil sie im Geist ständig zur Hierarchie bestrebt sind und ihr Herz auf den Schmerz der Welt erklingt. Psychismus ist ein Fenster zur Feinstofflichen Welt, doch der Lehrer sagt dem Schüler: „Wende dich nicht so oft dem Fenster zu, sondern schaue in das Buch des Lebens!“

      Psychismus erweist sich oft als eine schwächende Erscheinung, denn der Große Dienst liegt im Gefühlswissen. Daher hüten Wir uns vor Psychismus, vor dem Blick zurück ohne eine bestimmte Aufgabe und ohne Zukunft.

[Russisches Original. Seite 19.]


Geistig schwache Psychisten sind oft ein schmackhaftes Gericht für Satanisten.

      Gerade beim Großen Dienst ist das Verantwortungsgefühl groß, doch an diesen Kelch sollte man sich gewöhnen, weil es keinen kürzeren Weg gibt, als ihn zu leeren.

      Das Herz, das zur Hierarchie bestrebt ist, fühlt, wie notwendig und rettend der Kelch des Opfers ist! Für den einen ist er nur ein Gegenstand des Spottes und der Verurteilung, doch für einen anderen ist er ein kostbarer Schatz. Es ist Unser großer Wunsch, dass sich wahres Gefühlswissen entwickelt.

 

      15. Nichts kann so vom Pfad wegführen wie Zurückweisung des Gefühlswissens. Doch dieses beginnt mit der Hingabe an die Hierarchie. Allein wahre Hingabe hilft, das Gefühlswissen nicht durch persönlichen Egoismus zu beflecken. Allein Hingabe lehrt, die Weisungen des Lehrers nicht zu entstellen. Allein Hingabe erlaubt es, neue Kräfte zu finden. Ich werde nicht müde, über wahre Hingabe zu sprechen, weil die Menschen diesem Begriff oft den abscheulichsten Fanatismus unterschieben.

      So ist die Feurige Welt geboten.

 

      16. Wie im Himmel, so auf Erden. Die Grundlage des Daseins durchdringt wahrhaftig alles Bestehende. Gerade diese Grundlage sollte der Menschheit helfen, die Hierarchie der Unbegrenztheit zu verstehen.

      Wer will bezweifeln, dass in jedem irdischen Gegenstand jemandes Wille zum Ausdruck kommt? Ohne Willen kann man einen irdischen Gegenstand weder erschaffen noch in Bewegung setzen; so ist es auf Erden, und das heißt, so ist es auch in der Höheren Welt.

      Besonders sollte man einsehen, dass der Planet als die irdische Festung ebenso wie

[Russisches Original. Seite 20.]


ganze Systeme von Himmelskörpern des Impulses eines Willens bedürfen. Ein solcher Wille kann natürlich vor allem von einem erweiterten Bewusstsein verstanden werden, doch sogar der durchschnittliche menschliche Wille kann ein beispielhafter Mikrokosmos sein.

      Man sollte sich nicht in besondere Berechnungen einlassen, doch wenn man den menschlichen Willen bei höchster Anspannung als Maßeinheit nimmt, kann man die Kraft des Impulses des planetaren Willens berechnen. Man kann sich sogar in eine unzählige Menge von Nullen stürzen, um sich den Willensimpuls eines ganzen Systems vorzustellen. Eine solche Aufgabe wäre eine Einführung in die Erhabenheit des Unnennbaren.

      Daher sind Beobachtungen der Willenskraft so nützlich, wenn der Gedanke diese kosmische Energie in Bewegung setzt. Die Wohnstätte des Agni ist die Esse der Kosmischen Kraft.

      Man sollte sich bei der Berechnung der Erhabenheit nicht von den unzähligen Ziffern entmutigen lassen. Die Ziffern bestätigen nur unser Bewusstsein, doch das feurige Herz kann auch ohne Zahlen auf dem Pfad der Annahme der Erhabenheit dorthin streben, wo das Wort nichts bedeutet.

 

      17. Rhythmus ist der Erzeuger der Zusammenarbeit. Bereits im fernen Altertum verstanden die Menschen die Bedeutung rhythmischer Chorgesänge und musikalischer Bewegungen; so speicherte sich das Bewusstsein über die Triebkraft der gemeinschaftlichen Arbeit auf. Sie wussten bereits, dass Rhythmus gemeinschaftliche Feuer entzündete sowie Gereiztheit und Zwietracht vermeiden half. Er bestätigt gleiche Bestrebungen, weshalb Musik vor gemeinschaftlicher Arbeit ein Zeichen von Einigkeit ist.

      Es ist bedauerlich, dass die moderne Musik oft so unrhythmisch ist. Vielleicht dient sie als Ursprung vieler geistiger Geschwüre, doch die Frage der Harmonie ist ungewöhnlich kompliziert.

[Russisches Original. Seite 21.]


      Unrhythmik bedeutet Uneinigkeit; grober Rhythmus jedoch Abstumpfung. So wird nur ein feuriges Bewusstsein eine Verfeinerung des Rhythmus eingeben. Man kann über viele Dinge nachdenken, wird aber immer auf das feurige Verstehen zurückkommen.

      Die Wohnstätte des Agni wird nicht vom Verstand erschlossen, sondern durch die Harmonie des Rhythmus. Genauso wie manchmal ein Gefäß nicht mit Gewalt geöffnet werden kann, sondern durch Rhythmus. Allein der wahre Rhythmus bringt uns voran und bewahrt uns vor Verspätung. Indessen kennen wir den ganzen Schaden der Verspätung, sowohl in der Bewegung als auch im Geist.

      Man darf keinen gestörten Rhythmus haben, der manchmal zurückweicht und manchmal voranschreitet; so ergibt sich ein ungeheurer und nutzloser Energieverbrauch. Wer mit einem feurigen Rhythmus voranzuschreiten begann, wird nicht zurückweichen. Dieser Rhythmus bewahrt nämlich vor kummervollen Grübeleien und führt im Geist voran; beschränken wir daher die Bedeutung des Rhythmus nicht nur auf die äußere Bewegung, sondern führen wir ihn in das geistige Leben des Alltags ein.

 

      18. Die Menschen spüren manchmal, wie etwas in ihnen singt. Ein solcher Gesang ist niemals disharmonisch. Man kann es sehr schätzen, wenn solche Schwingungen unser Wesen anregen. In ihnen liegt ein Embryo der Heldentat.

 

      19. Die große Hitze ist nicht nur physische Wärme, sondern ein Chemismus, der sich bereits über dem Planeten verdichtet hat und sich als Vorbote der Feurigen Epoche erweist.

      Die Menschen messen solchen Zeichen keine Bedeutung bei, und doch liegt es vor allem an ihnen, die Lage zu verbessern. Das Böse ist ein Kondensator des schweren Chemismus. Die Menschen wollen nicht glauben, dass ihr inneres Laboratorium kosmische Bedeutung hat. Sie grübeln

[Russisches Original. Seite 22.]


über alle möglichen nutzlosen Dinge, aber über ihre eigene Bedeutung und Verantwortung wollen sie nicht nachdenken.

      Natürlich ist die chemische Hitze bisher noch vorübergehend und wird von Kälte abgelöst. Man kann sich vorstellen, was die Menschen sich selbst für das nächste Vierteljahrhundert bereiten! Noch ist Zeit, nachzudenken und die Atmosphäre wieder gesund zu machen.

 

      20. Es gibt viele Gründe, warum die Menschen die Feinstoffliche Welt und die Ausstrahlungen des Lichts fürchten. Sie fühlen in ihrem Wesen, dass in der Feinstofflichen Welt jede Absicht von einer deutlich sichtbaren Ausstrahlung begleitet ist, doch der Mensch selbst sieht seine eigene Ausstrahlung nicht. Wäre er von der guten Qualität seiner Gedanken fest überzeugt, hätte er nichts zu befürchten. Die meisten Gedanken sind jedoch sehr gewunden, und der Mensch, infolge seiner irdischen Gewohnheit zu zweifeln, täuscht sich sehr über die wahren Grundlagen des Denkens.

      Deshalb spreche Ich immer wieder von der Notwendigkeit des klaren Denkens. Man sollte von der Qualität seines Denkens so fest überzeugt sein, dass man sich in jedem Augenblick seines eigenen Lichtes sicher ist.

      Das vom Herzen bestätigte, beharrliche Streben zum Guten vervielfacht nur das wunderschöne Licht; neben seiner wesentlichen Eigenschaft bewirkt dieses Licht eine Reinigung des Raumes. In der Feinstofflichen Welt rufen solch wohltuende Ausstrahlungen in der Umgebung ein Lächeln hervor und tragen zur allgemeinen Freude bei. Festigt euch daher im Guten und denkt so, dass ihr euch vor niemandem zu schämen braucht.

      Haltet diese Worte nicht für eine Abstraktion. Die Feinstoffliche Welt bestätigt sie. Viele Bewohner der Feinstofflichen Welt bedauern, dass ihnen auf der Erde niemand von diesen deutlich sichtbaren Ausstrahlungen erzählt hat, die schön sein sollten.

[Russisches Original. Seite 23.]


      21. Viele würden gern bitten, sie zu belehren, wie sie in die Feinstoffliche Welt eintreten sollen, doch sie wissen nicht, wie sie fragen sollen, ohne lächerlich zu erscheinen.

      Doch mögen die Schriften sich in der Welt verbreiten, möge man sie heimlich lesen. Mögen sie des Tags verlacht und des Nachts gelesen werden. Man kann diese Irrtümer verzeihen, denn niemand gab diesen Menschen ein einfaches Geleitwort. Mancher erschreckte sie, ein anderer schläferte ihr Bewusstsein ein, ein dritter führte sie von der Wahrheit weg, doch niemand zeigte ihnen den schönen Übergang zu den Gipfeln des Daseins.

      Wir wollen keine Vorwürfe machen, doch gerade in letzter Zeit gab es besonders viel Verwirrung in der Welt. Es ist wahr, die Existenz der Feinstofflichen Welt hat sich im Bewusstsein etwas gestärkt, doch umso weniger wissen die Menschen, wie sie mit diesen Fakten umgehen und sie mit der Routine des Lebens in Einklang bringen sollen. Sie versuchen, schweigend an dem vorbeizugehen, was sich laut bemerkbar macht.

      So wollen wir uns sowohl am Morgen als auch am Abend mit dem Gedanken an den Übergang in die Schöne Welt vertraut machen. Möge er schön für uns sein.

 

      22. Raj-Agni – so wird das Feuer genannt, das ihr Enthusiasmus nennt. Es ist wirklich ein herrliches und mächtiges Feuer, das den ganzen umgebenden Raum reinigt. Von diesem Feuer wird der aufbauende Gedanke genährt. Im silbernen Licht des Feuers Raj-Agni wächst der Gedanke der Seelengröße. Aus derselben Quelle fließt die Hilfe für den Nächsten. Die von Raj-Agni strahlenden Flügel kennen keine Grenze und keine Beschränkungen.

      Glaubt nicht, dieses Feuer könnte in einem scheußlichen Herzen entfacht werden. Man muss in sich die Fähigkeit entfalten, die Quelle einer solchen Begeisterung hervorzurufen. Zuerst

[Russisches Original. Seite 24.]


müsst ihr zu der Überzeugung kommen, dass ihr das Herz für den Großen Dienst darbietet. Dann solltet ihr bedenken, dass der Ruhm der Werke nicht euch, sondern der Hierarchie des Lichts gebührt. Dann kann man von der Unbegrenztheit der Hierarchie verzückt werden und sich in der Heldentat stärken, die für alle Welten notwendig ist. So wird Raj-Agni nicht für einen selbst, sondern im Großen Dienst entfacht. Versteht, dass die Feurige Welt ohne dieses Feuer nicht bestehen kann.

 

      23. Bei Flügen in die Höhen können viele Experimente gemacht werden. Vielleicht verstehen die Forscher in der Tiefe ihrer Seele, dass die Höhen äußert notwendige Erkenntnisse vermitteln können.

      Sie müssen sich allerdings außer mit physischen Instrumenten auch mit psychischer Energie ausstatten, nur dann werden diese Experimente wirklich eine neue Vorstellung bieten. Die Erforscher der Höhen und Tiefen müssen psychisch vorbereitet sein. Nur bei einer solchen Verbindung wird auch die physische Seite die Arbeit eine besondere Bedeutung erlangen.

 

      24. Ihr handelt richtig, wenn ihr es den Menschen ermöglicht, selbst zu entscheiden. Man kann eine nützliche Richtung aufzeigen, doch jedweder Zwang ist schon gesetzwidrig. Vor allem darf man die Feuer nicht gewaltsam entfachen. Die Feurige Welt kann nur über das eigene Herz erreicht werden. Niemand wurde je gewaltsam in das Feurige Reich geführt. Die Menschen verstehen oft nicht, wo die Grenze des Zwangs liegt. Die einen streben nach Zwang, die anderen suchen sie – das eine wie das andere widerspricht der Natur des Feuers.

 

      25. Beachtet die Verdichtung der Atmosphäre; diese niederen dichten Schichten sind ungewöhnlich, und die Planetenkruste,

[Russisches Original. Seite 25.]


des Segens beraubt, stirbt tatsächlich ab. Man muss sich beeilen, einen neuen, reinen Zustand herzustellen.

 

      26. Man kann verschiedene Typen von Menschen beobachten, die sich ihrem Wesen nach unterscheiden. Die einen denken nicht an die Zukunft und es ist, als hätten sie alle ihre Vorhaben im irdischen Leben abgeschlossen; die anderen streben mit ganzem Geist voran; für sie stellt das irdische Leben überhaupt kein Ende dar. Selbst wenn sie nicht sehr verfeinert sind, spüren diese Menschen mit dem Herzen, dass alles vor ihnen liegt.

      Habt mit den letzteren zu tun, denn bei all ihren Fehlern sind sie dennoch in die Zukunft bestrebt und gehören so schon der Wahrheit an. Ihr wisst, dass Agni in den Herzen jener lebt, welche die Zukunft lieben. Selbst wenn sich ihr Agni noch nicht bekundet, ist sein Potential doch unerschöpflich.

      Ebenso betrachtet mitleidig jene Menschen als krank, welche die Zukunft nicht kennen. Und wirklich, ihre Aura wird nicht leuchten, denn sie ist des Glanzes der Materia Lucida* beraubt. Viele Menschen haben sich eine solche Beschränkung geschaffen, dass sie sich durch ihre trübe Nervensubstanz nicht offenbaren können. Wie Imperil* die Bewegung der feurigen Substanz hemmt, so trübt beschränktes Denken die kostbare Substanz. Diese Krankheiten kann man durch Suggestion* heilen.

 

      27. Wie gezeigt wurde, kann man auf Pflanzen einwirken. Doch dafür muss man sich mit großer Geduld wappnen, weil jeder atmosphärische Strom auf die Übertragung von feuriger Energie einwirken kann. Wer aber kann sich vorstellen, dass der kosmische Chemismus nicht auf den menschlichen Organismus einwirkt?!

[Russisches Original. Seite 26.]


      Es wurde aber richtig bemerkt, dass sich unter dem Druck der kosmischen Ströme sogar der Duft der Blumen verändern kann. Seid nicht erstaunt, dass die ganze Natur darauf anspricht, was der Mensch nicht bemerken will. Die Verfeinerung des Bewusstseins besteht vor allem in Aufmerksamkeit gegenüber der Umgebung.

 

      28. Salamander können als Wesen des niederen Feuers nicht sehr lichtvoll sein. Als Ich euch einen Salamander zeigte, wollte Ich euch eine Vorstellung von den Kreaturen der feurigen Tiefen vermitteln. Ich habe euch bereits die unterirdischen und unterseeischen Wesen gezeigt, doch man muss auch die Amplitude[5] des Feuers kennen. Man kann die ganze Verschiedenartigkeit der Feurigen Wesen besser verstehen, wenn man nicht nur die Höchsten, sondern auch die niedrigsten betrachtet.

 

      29. Gewiss, man kann die Milz operieren. Der Organismus kann physisch eine Zeitlang sogar ohne sie existieren, was aber eine rein physische Lösung sein wird. Bis jetzt haben sich die Menschen nicht um die Folgen für den feinstofflichen Körper gekümmert, indes muss ein Organ, das mit dem feinstofflichen Körper verbunden ist, sehr geschont, aber nicht zerstört werden.

      Das gleiche gilt für die Entfernung des Blinddarms. Der Mensch kann ohne ihn nicht nur leben, sondern setzt sogar Fett an, doch eine der Hauptfunktionen der psychischen Energie ist gestört. Der Blinddarm nimmt die psychischen Elemente der Nahrung auf. Mancher kann ohne solche Elemente leben, aber warum den Organismus solcher Helfer berauben?

      Gewiss, alle physischen Operationen am Herzen zeigen, wie fern die Ärzte den psychischen Problemen stehen; deshalb sollte man dringend alle

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physischen Operationen vermeiden, wenn dabei die für den feinstofflichen Körper geltenden Bedingungen nicht beachtet werden. Unvermeidbare Operationen sollten von einer entsprechenden Suggestion begleitet sein, damit die Teile des feinstofflichen Körpers die höchst notwendige Lage einnehmen können.

      Man sollte sich gedanklich mit dem feinstofflichen Körper in Verbindung setzen. Wenn der Gedanke durch Suggestion den feurigen Selbstschutz stärkt, kann man die Mehrzahl der Folgen vermeiden. Eines solchen Selbstschutzes bedarf es vor allem gegen Infektionen. Gelänge es, während der Operation die erforderlichen Prozesse zu suggerieren, würde die Hilfe des feinstofflichen Körpers zum erwünschten Resultat bedeutend beitragen. Solche Suggestionen können alle Funktionen des Organismus regeln, aber ohne diese Unterstützung ist es traurig zu sehen, wie die feinstofflichen Körper verstümmelt werden.

      Ein Chirurg im alten China bewirkte vor der Operation gewöhnlich den Austritt des feinstofflichen Körpers und erklärte dann durch Suggestion die neue Verwendung des Organs. Daher sollte man nicht nur die physischen Bedingungen in Betracht ziehen.

 

      30. Manche Menschen könnten denken: Wie leicht habe es die Herrscher, wenn Sie die Grenzen der irdischen Lasten überschritten haben! So spricht jemand, der das Ausmaß der Wirklichkeit nicht kennt. Es gilt nämlich: Wie auf Erden, so im Himmel. Die irdischen Lasten schwinden, doch es stellen sich unvergleichliche kosmische Sorgen ein. Wenn es auf Erden schwer ist, ist es im Himmel nämlich noch schwerer.

      Lassen wir die Augenblicke im Devachan* außer acht, in denen Illusion die morgige Mühe verbergen kann, doch das Wirken inmitten des Chaos kann nicht leicht sein. Ihr habt es schwer durch Finsternis und Chaos. An allen Wohnstätten ist es wegen

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der vielen Arten der Finsternis und des gleichen Chaos genauso schwer.

      Ihr aber spürt glücklicherweise nur die Angriffe des Chaos und seht seine finsteren Bewegungen nicht. Wahrhaftig, die Menschen haben es schwer infolge ihrer Unwissenheit und ihres Dienstes an der Finsternis, doch weit schwieriger ist es, wenn man die Bewegung der Materiemassen sieht, die sich in Chaos verwandeln. Wenn das zerstörende unterirdische Feuer die Erdkruste vorzeitig zu durchbrechen sucht oder Gasschichten den Raum vergiften, übersteigt die Schwierigkeit jedwede irdische Vorstellung.

      Nicht die Lasten, sondern allein Vergleiche helfen jetzt, über die Mühen zu sprechen. Die Unwissenden meinen doch, dass Gesänge und Harfen das Los der Himmelsbewohner seien. Diesen Irrtum muss man zerstreuen. Nirgends gibt es Hinweise darauf, dass es nur auf Erden schwierig ist, vielmehr muss man zum Vergleich sagen: Wenn hier Teufel ärgern, so bedroht den Erzengel der Satan selbst.

      So muss man die Tätigkeit und den immerwährenden Kampf mit dem Chaos verstehen. Man muss das als den einzigen Pfad anerkennen und es als Zeichen des Vertrauens des Schöpfers liebgewinnen.

 

      31. Man kann sich daran gewöhnen, dass jede Unserer Nachrichten etwas Notwendiges ist. Sei es ein einziges Wort oder ein einziger Buchstabe, wenn es gesandt wurde, bedeutet das, dass es nötig ist. Die Menschen selbst sprechen einen Befehl oft mit einem einzigen Wort aus, oft aber assoziieren sie ihn mit etwas Dauerhaftem. So kann man vom Wachtturm aus oft nur einen einzigen Buchstaben senden. Die volle Bedeutung gibt es nur in Unseren Telegrammen.

 

      32. Ein Wirbelwind entsteht nicht dort, wo es bereits tobt. Wir nehmen den Blitz wahr, wenn er durch Anspannung entsteht. So spüren Wir die Entstehung von Wirbelwinden.

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      Mögen die sie nicht bemerken, die sie nicht bemerken sollen. Möge der Lauf des Schicksals auch wie ein unterirdischer Strom sein, doch alle benachbarten Beispiele ziehen nicht ohne Folgen vorüber. Möge das vom Schicksal Bestimmte sich erfüllen.

 

      33.[6] Man muss lernen, geistige Menschen zu ermutigen. Gewiss, sie vollbringen Heldentaten des Geistes nicht aufgrund von Ermutigung, aber sie bedürfen dennoch einer Absicherung ihrer geistigen Richtung.

      Jeder Regent muss nicht allein die Kraft des Tadels kennen, er muss auch das Wohl der Ermutigung verstehen. Letzteres ist schwieriger, aber welcher Segen geht davon aus, wenn der Regent weiß, was jeder für das Erblühen seines Lotus benötigt.

      Es mag viele Einsiedler geben, aber ihre segensreiche Anspannung wird das Höchstmaß an Energie nicht erreichen, wenn die umgebenden Kräfte feindselig sind. Deshalb muss man das Herz bei seinem Streben nach Verständnis des Allerbesten stärken.

 

      34. Eine Mutter sprach mit ihrem Sohn zuweilen über die Bedeutung des Höchsten Segens und der ewigen Verbindung mit den Höheren Kräften. Eines Tages beobachtete der Junge sehr aufmerksam einen kleinen Vogel auf dem Fensterbrett und flüsterte seiner Mutter zu: „Er wacht auch darüber, dass ich nichts Hässliches sage.“ So kann der Gedanke an die erhabene Verbindung aufkommen.

 

      35. Zu Unrecht denkt der Wissenschaftler, dass die Substanz der Emanationen der Finger nur giftig sei. Dies hängt ganz vom geistigen Zustand ab. Das Imperil eines nervösen Beobachters ergibt natürlich giftige Ablagerungen, wenn er dem geistigen Zustand seines Organismus keine Aufmerksamkeit schenkt.

      Die Fähigkeit, die unterschiedlichen Nervenzustände

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zu erkennen, wird dem Wissenschaftler eine unvergleichliche Möglichkeit bieten. Sogar das Leuchten der Fingerspitzen ist doch verschieden. Und jedes Leuchten beruht auf Chemismus.

 

      36. Nach neuen Erschütterungen wird die Menschheit den Pfad der Zusammenarbeit betreten. Doch man kann sich vorstellen, was zwei feindliche Nachbarn durchstehen müssen, um an den beiderseitigen Nutzen zu denken. Die Bedrückung der einen bereitet den anderen nur Freude – das heißt, dass beide leiden müssen. Die Listen der Finsteren helfen den besonders Schlauen, sich zu schützen. Die Offenbarung von Gerechtigkeit ist sehr schwierig, wenn die Beweggründe nicht in Betracht gezogen werden.

 

      37. Die nächtliche Erscheinung hatte zwei Bedeutungen. Die erste zeigte, inwieweit Gedanken in der Feinstofflichen Welt Wirklichkeit werden, wenn sich das Bewusstsein erweitert. So rief der Gedanke an eine Zunahme der Größe augenblicklich ein Wachstum des feinstofflichen Körpers hervor. Ein solcher Umstand ist aber für den physischen Körper nicht nützlich, weshalb eine starke Einwirkung erzeugt wurde, um den feinstofflichen Körper einzurenken. Eine solche Einwirkung ist selten und ebenso selten ist eine solche Offenbarung des feinstofflichen Körpers, weshalb man sie aufschreiben sollte. Sie zeigt dem Empfinden, wie Gedanken in der Feinstofflichen Welt in Erfüllung gehen.

      Im irdischen Zustand ist die Gedankenschöpfung der Feinstofflichen Welt schwierig zu erkennen, aber bei einer bestimmten Stufe des Bewusstseins kann man das feinstoffliche Bewusstsein spüren und sogar in das physische Gehirn übertragen. Bei einer solchen Einwirkung muss man gleichsam bestimmte Zentren berühren, und eine solche Massage koordiniert die beiden Körper wieder.

      Man kann allmählich viele bedeutsame Erscheinungen bemerken. Natürlich findet bei der Rückkehr des feinstofflichen

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Körpers ein gewisses Ausatmen statt. Seinem Grad entsprechend zeigt es die Schnelligkeit der Rückkehr des feinstofflichen Körpers an. Bei einem starken Ausatmen kann man bestätigen, dass der Flug eilig war, doch eine solche Eile bringt gewöhnlich Müdigkeit mit sich.

      Ebenso habt ihr die Auswirkungen der Verbesserungen der Ströme richtig bemerkt, doch auch solche Beobachtungen sind nur einem feinen Bewusstsein zugänglich. Man kann sich nicht wenige Erklärungen dafür ausdenken, dass man einen höheren Strom nicht bemerkt, doch ein entwickeltes Bewusstsein sendet in einem solchen Fall seine Dankbarkeit in den Raum. Wahrhaftig, groß ist die Wirkung jedes Dankes! Die Menschen müssen dieses Gesetz als lebendige Verbindung mit den Höheren Welten annehmen.

 

      38. Jede Botschaft muss nicht nur wohltätig, sondern auch anziehend sein. Man kann beobachten, dass viele junge Leute nicht dem Weg ihrer Väter und Mütter folgen. Außer karmischen Gründen kann man bemerken, dass die Tätigkeiten der Älteren nicht anziehend sind.

      Das gleiche lässt sich in Bezug auf die Religionen beobachten. Religion, als die Verbindung mit der Höheren Welt, sollte vor allem anziehend sein. Furcht zieht nicht an, Zwang ist abstoßend, doch das Verständnis der Höheren Welt selbst muss hinreißend sein. Man kann sich über alles Höhere freuen. Noch nicht einmal ein Dummkopf wird sich vom Höchsten abwenden.

      Um das Höchste zu verdunkeln, muss man eine Reihe abstoßender Taten begehen. Wer diese Abscheulichen auch sein mögen, sie sind auf jeden Fall Gotteslästerer. Wenn sie das Herrliche verdunkeln, sind sie Diener der Finsternis.

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      Es geht nicht um Dogmen und Symbole, man kann das herrlichste Zeichen entehren. Wie soll man dann jene nennen, welche die Kleinen von der Wohnstätte Gottes abwenden? Schänder und Kerkermeister sind die, die das Gebet zum Höchsten entehren.

      Wurde etwa gesagt, dass man mit seinem Vater oder seiner Mutter nur mit deren Worten sprechen kann? So ist es auch beim Gebet zum Höchsten: Wer kann sein Herz zwingen, auf fremde Weise zu lobpreisen? Wer Gebete, Hymnen und Lieder verfasst hat, sang mit dem eigenen Herzen. Man darf den Geist nicht daran hindern, mit den eigenen Flügeln aufzusteigen. Wie und wohin fliegen die Flügellosen? Und wird jener, der auch nur die kleinste Feder abbricht, nicht dafür Rechenschaft ablegen müssen?

      Wenn es eines Gesanges bedarf, so ist es der Gesang des Herzens, und bei diesem Lied wird die ganze Schöpfung erklingen, jeder Gegenstand wird in das Lob des Allerhöchsten einstimmen. Wer seinem Nächsten hilft, das Lob noch anziehender zu gestalten, schafft Segen.

      Kein Dogma kann verbieten, mit dem Allerhöchsten Zwiesprache zu halten. Je schöner sie ist, desto näher wird Er sein. Wenn man der Hilfe bedarf, genügt der Ruf: „Hilf“! Doch auch für dieses einfache Wort ist Anziehungskraft nötig.

      Die Fanatiker, von denen ihr viel gehört habt, leiden gerade am Fehlen dieser Anziehungskraft. Wie viel Finsternis und Abstoßendes haben sie gesät!

      Gibt es eine Sprache, in der man nicht beten kann? Das Gebet des Geistes wird in allen Sprachen verwirklicht, gleicherweise kann auch das Herz in seiner eigenen Sprache singen, wenn nur Anziehungskraft erklingt.

 

      39. Gewiss, ihr hört, wie die Menschen

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über die Nutzlosigkeit des Gebetes klagen. Sie sagen: „Wozu Einsiedler und Klöster, wenn die Welt im Unglück versinkt?“ Doch niemand denkt darüber nach, was aus der Welt ohne Gebet würde!

      Deshalb sollte man alle Schmähungen der Taten des Geistes einstellen. Woher kommt denn das Gefühl der Verbindung mit dem Höchsten, wenn nicht vom Gebet? Mögen jene, die verurteilen, sich erinnern, ob ihr Herz nicht beim Ausdruck von Entzücken erbebte? Der Ausdruck des Geistes führte an die Möglichkeit der Errungenschaft heran. Man muss nämlich die Brücke zur Höheren Welt hüten.

 

      40. Außer dem Ausleihen von Energie gehören auch Anzeichen von Entrückung und Schwindelgefühle zu den feurigen Einwirkungen. Genauso sind neuralgische Epidemien und scheinbarer Rheumatismus nichts anderes als Offenbarungen der feurigen Zentren unter dem Druck des räumlichen Feuers. Die Menschen werden nicht so bald gewillt sein, diese Epidemien unter dem Zeichen des Feuers zu erforschen. Gewöhnlich lieben sie die Zergliederung, die Synthese hingegen fällt ihnen schwer.

      Indessen ist es bereits an der Zeit, die Aufmerksamkeit jeder Krankheit zuzuwenden, die der Suggestion unterliegt. Man muss sich eine klare Vorstellung von der Ursache machen, die körperliche Schmerzen bewirkt, doch unter dem Einfluss von Suggestion schwindet.

      Warum sind physische Empfindungen einem psychischem Einfluss unterworfen? Wir werden zu dem Schluss kommen, dass sich ein Element als der entscheidende Faktor erweist: Das Feuer, das sowohl den psychischen als auch den physischen Bereich durchdringt. Sogar Meningitis[7] unterliegt der Suggestion. Diese scheinbar unheilbare Verletzung weicht der Kraft des Feuers.

      Suggestion ist doch vor allem feurige Konzentration. Ein Mensch, der eine feurige

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Einwirkung auslöst, ruft damit eine Spannung der leidenden Organe hervor; deshalb sollte die Kraft der Suggestion stark entwickelt werden, doch auch über sie muss es eine staatliche Kontrolle geben. Ähnlich wie über die ägyptischen Priester, die das Recht zur Suggestion hatten, doch bei den Tempelzusammenkünften volle Rechenschaft ablegen mussten.

 

      41. Manche Kinder haben die Gewohnheit, in Momenten der Muße etwas zu zerschlagen. Manchmal kann man einen gewöhnlichen Teller zerschlagen, doch ein anderes Mal kann man aus der gleichen Regung heraus eine kostbare Schale zerstören. Man muss daher seine Gedanken dem Wichtigsten zuwenden und alle kleinen Handlungen beiseitelassen. Das Bestreben, Schaden zuzufügen, wenn er auch noch so klein ist, ist schon verbrecherisch. Gegenwärtig, wo wir an entscheidende Ereignisse herangetreten sind, ist nicht die Zeit, sich mit unbedeutenden Dingen zu beschäftigen. Man muss sich merken, dass eine äußerst entscheidendste Zeit angebrochen ist.

 

      42. Es ist durchaus nicht leicht, sich der Zukunft zuzuwenden. Es klingt einfach: Lassen wir die Vergangenheit hinter uns und wenden wir uns der Zukunft zu. Es ist beides, einfach und schön; doch wie werden wir die Scheiterhaufen der Vergangenheit entzünden, und wo werden wir die Feuer finden, welche die Zukunft erleuchten? Die Heldentat des Geistes wird uns sagen, wie wir diese Grenzen und Maßstäbe finden können. Wie aber kann man die Heldentat in das Alltagsleben hineinzwängen? Glücklicherweise ist jedes Herz bereits ein für Heldentat offenes Behältnis.

      Zu allen Zeiten unterteilte sich die Bevölkerung in Siedler und Nomaden. Die Nomaden wurden von der Macht des Suchens nach Errungenschaft vorwärts getrieben, sie hatten keinen eigenen Platz, aber für die Zukunft fanden sie die Kraft für Errungenschaften. Dieses Streben des Herzens ist in jedem menschlichen Leben eingelagert. Man muss unter

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den Resten der Macht der Heldentat diese edle Unruhe finden, die in die Zukunft führt, nur dann bleibt man nicht in den Netzen der Vergangenheit hängen.

      Ich sprach bereits davon, dass man in der Feinstofflichen Welt Erinnerungen meiden soll – sie sind wie Fesseln! Hingegen muss man sich schon hier das Streben in die Zukunft angewöhnen. Es wurde nicht gesagt, dass man die Vergangenheit nicht kennen sollte; gerade Wissen ist gesegnet, aber man darf nicht im Staub der Tschuren[8] steckenbleiben.

      Schreiten wir zu den neuen Welten voran, ohne zu vergessen und ohne uns zu beschränken. Die Freiheit des Bewusstseins erzeugt Helden. Die Disziplin des Geistes stärkt die Weisen, und nur Unwissende können die Zukunft als ein neues Bett verstehen. Am besten ist es, sich Bewegung und Flüge vorzustellen.

 

      43. Wenn wir uns über den Übergang in die Höhere Welt freuen, dann stellt auch der Übergang von Gegenständen der Schöpfung eine eigene Stufe dar. Doch sogar eine solche Zerstörung verwandelt sich in Nutzen. Es gibt das Martyrium des Menschen, der Tiere und der Pflanzen, und auch das Martyrium von Gegenständen. Der schnelle Pfad des Martyriums ist überall. Man kann diese Gegensätze[9] in allen Naturreichen beobachten. Derselbe Weg des Martyriums ist sowohl körperlich als auch geistig der kürzeste Pfad. Das Martyrium wird die „Feurige Brücke“ genannt.

      Während der Schlacht müssen aber alle Möglichkeiten genutzt werden. So nehmt ihr sowohl kleine als auch große Umstände wahr.

 

      44. Ich lenke auch aus physischen Gründen in die Zukunft. Man darf nicht vergessen, dass man in der Feinstofflichen Welt nicht nur Hitze, sondern auch Kälte empfinden kann; beide Empfindungen sind normalerweise nicht notwendig, sie entstehen durch das Mitbringen von nicht ausgelebten irdischen Teilchen. Das Streben

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in die Zukunft ist die beste Befreiung von der irdischen Schale. So kann man sich nochmals davon überzeugen, dass der Gedanke rein physische Folgen nach sich zieht.

      In der Feinstofflichen Welt ist es natürlich unumgänglich, sich von den irdischen Gefühlen zu befreien. Empfindet man sie noch, heißt das, dass irgendwelche Teilchen den Aufstieg zu behindern drohen. Die Feinstoffliche Welt in Harmonie lässt keine irdischen Gefühle zu, einfacher ausgedrückt, ihre Bewohner verschwenden ihre Energie nicht für solche Empfindungen, die auch im irdischen Zustand viele Lasten bereiten.

      Man kann das Bewusstsein auf die Befreiung von allerart unnötigen Überbleibseln vorbereiten. Auch auf Erden rufen die Menschen doch bei bestimmten Erinnerungen aus: „Es überlief mich heiß“, oder „Kälte durchdrang mein Herz“! Wenn aber ein Gedanke auf Erden eine fühlbare physische Reaktion auszulösen vermag, so muss diese sich in der Feinstofflichen Welt noch bedeutend verstärken.

      Nur die Zukunft kann doch von der Last der Empfindungen befreien, und es ist gar nicht so schwierig, sich das Denken an die Zukunft anzugewöhnen, wenn man sich das Streben zum Höchsten angeeignet hat.

      So bestätigt bei allen Taten den Nutzen des Verstehens der Zukunft. Die vielen Erinnerungen, Bedauern, Kränkungen und die anderen unnötigen Dinge der Vergangenheit stoßen bloß den Magnetismus der Zukunft zurück, der sich schon gebildet hat. Der Magnetismus der Zukunft ist ein gewaltiger Antreiber, und man muss ihn als völlig real verstehen.

 

      45. Gewiss, der Zyklus des Aquarius[10] wirkt bereits und lebt mit dem Ende des Fischezeitalters zusammen. Gewöhnlich zeigt sich die Grenze eines Zyklus sehr allmählich, und auf diese Weise verwirklicht sich die Harmonie des vor sich gehenden Evolutionsprozesses.

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Wenn man sich eine scharfe Grenze zwischen solchen ursprünglichen Faktoren vorstellt, könnten Zerstörung und Kataklysmen hervorgerufen werden.

      Und so hat der Aquarius schon eine bedeutende Umstellung des Bewusstseins gebracht, doch eine Steigerung könnte dort eine verderbliche Revolution auslösen, wo Aufbau nötig ist. Selbst ein unvorbereitetes Auge kann den Wechsel des Einflusses der Fische und des Aquarius bemerken. Man darf aber der Menschheit, in deren Bewusstsein diese Einwirkungen noch gar nicht eingegangen sind, nicht erlauben, sich aufzulehnen.

 

      46. Die irdische Welt ist ihrem Wesen nach der Feinstofflichen Welt entgegengesetzt, denn jeder chaotische Zustand bedroht den feinstofflichen Aufbau. Der gleiche Unterschied besteht zwischen der Feinstofflichen und der Feurigen Welt, denn die Ablagerungen der Feinstofflichen Welt liegen nicht in der Natur des Feuers. Daher stößt jeder feurige Gedanke sowohl in der feinstofflichen als auch in der irdischen Welt auf Widerstand.

      Doch diesen Zustand kann man nur durch feurige Anspannung überwinden; denn das Feuer des Geistes ist für das Verschlingen des Chaos und seine Umwandlung notwendig. Das Feuer wird nicht dahin gelenkt, wo der Verstand das Chaos zu überreden versucht. Das Feuer des Herzens durchdringt das Chaos und verwandelt es in eine nützliche Substanz. Das Laboratorium des Herzens ist stark, und selbst der Gedanke muss durch Feuer geläutert werden.

 

      47. Auf die Nutzung der psychischen Energie wurde in verschiedenen Schulen in unterschiedlicher Weise hingewiesen. Die einen schlugen vor, diese Energie ununterbrochen anzuspannen, während andere es vorzogen, diesen Strom durch Versenken der Energie in Untätigkeit zu unterbrechen.

      Ist

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das Bewusstsein entwickelt, unterscheiden sich die beiden Methoden ihrem Wesen nach nicht voneinander. Bei einem erhobenen Bewusstsein erhält die Energie ständig Impulse, und während sie untätig zu sein scheint, wurde sie nur in die Tiefen des Bewusstseins übertragen.

      Solche scheinbaren Gegensätze werden bei der „Beschäftigung des Verstandes“[11] offenbar. Die einen nehmen an, das Aussprechen bestimmter Worte sei notwendig, die anderen übertragen diese „Beschäftigung“ direkt in den Rhythmus des Herzens. Das eine wie das andere ist gleichermaßen nützlich, wenn der Geist schon erhoben ist.

      Bei der Erhebung des Geistes muss man auf eine gleichmäßige Erwärmung des Herzens achten. Man muss Erschütterungen vermeiden, da sie unnötig und schädlich sind.

      Man kann sich davon überzeugen, dass das Herz sich in einem ständigen Dienst an der Hierarchie befinden kann. Dabei verliert das Herz die Anteilnahme an allen Alltagsfragen nicht. Solche verwobenen Gegensätze ändern den Rhythmus des Herzens nicht. So richte Ich auch jetzt eure Aufmerksamkeit auf die allergewöhnlichsten Verhältnisse des Alltags, denn ein Führer muss sich mit jedem Vermittler des Lebens befassen.

 

      48.[12] Man könnte fragen: „Warum spreche Ich von einem Führer und nicht von einem Regenten?“

      Der Unterschied zwischen beiden ist gewaltig. Der Begriff Regent setzt das Vorhandensein sowie gleichsam die Leitung von etwas bereits Bestehendem voraus; doch der Führer offenbart in des Wortes genauer Bedeutung die Zukunft. Er hat nicht etwas bereits Aufgebautes übernommen, er führt, und jede seiner Taten drängt voran. Der Regent kennt das bereits Aufgebaute und Vollendete; doch der Führer hat nichts, was früher bereits verwirklicht wurde, und muss das Volk zum Berg der Vervollkommnung führen.

      Wenn die Last des Regenten groß ist, ist die Verantwortung des Führers noch größer; dafür errichten die Höchsten Mächte aber ihren Altar dort,

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wo es Anzeichen von Führerschaft gibt.

      Gerade der Führer muss unterscheiden, wo es Heuchelei und wo Aufrichtigkeit gibt. Die Tugend des Herzens unterscheidet sich sehr von erzwungener Liebedienerei. Der Führer besitzt die Kraft, diese Eigenschaft zu erkennen.

      Viele haben gelesen, wie David die Höchsten Mächte befragte; er nahm Zuflucht zu dieser Quelle, um unnötige Irrtümer zu vermeiden. Es gibt viele solcher Beispiele in der Geschichte verschiedener Volker. Jeder kennt sie. Man braucht sich noch nicht einmal in die alten Zeiten zu versenken, auch bei den jüngsten Ereignissen sind diese Zeichen des Verkehrs[13] und des Großen Dienstes sichtbar.

      Wir wissen aber auch, dass es für den Höheren Verkehr eines reinen Herzens bedarf. Nichts Unreines kann an diesem Verkehr teilnehmen, deshalb muss das Zeichen der Reinheit des Herzens das Symbol des Führers sein.

      Nicht nur in Taten, sondern auch in Gedanken birgt der Führer das Wohl des Volkes. Er weiß, dass er damit betraut wurde, den vollen Kelch zu überbringen; er verliert den Weg nicht durch Umherirren, er verschüttet den anvertrauten Kelch nicht – so ist der Begriff Führer ein Zeichen der Zukunft.

 

      49. Nützliches Lesen muss von einem Leuchten begleitet sein. Das Herz kann nicht anders, als auf die Freude des Geistes zu antworten. Je mehr sie benötigt werden, desto verschiedenartiger können die Zeichen sein.

 

      50.[14] Denkt daran, wie sehr die Menschen des Begriffs Führer bedürfen. Sie wünschen sich jemanden, der vor dem Höchsten für sie Bürge ist. Sie begreifen, dass man den Pfad nicht ohne Verbindung finden kann, doch sie wissen, dass der Führer erscheint. Nichts kann jemals den Führer hindern, wenn ihn keine irdischen Erscheinungen zurückhalten, die seinen Rückzug

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erfordern. Das reine Streben des Führers kann vor der Frist nicht unterbunden werden.

 

      51. Es ist nichts Neues, dass ein Erbeben des Schreckens im Nacken eine Zusammenziehung der Nerven der Haut hervorruft, doch die Menschen vergessen, dass die Nervensubstanz der Wirbelsäule zur Wiederherstellung des verwirrten Bewusstseins eine Art Pfeil aussendet. Man könnte glauben, das Zittern im Nacken sei ein Ausdruck des Schreckens, stattdessen ist es bloß ein schützender Pfeil.

 

      52. Es gibt nicht wenige Beben auf dem Planeten, der vulkanische Gürtel verschiebt sich beträchtlich. Wenn Sonnenflecken auf das irdische Geschehen einwirken, dann bewirken giftige Gase irdische Erschütterungen nicht weniger.

      Die Wirkungen von Erdbeben auf das Bewusstsein der Menschen werden zu wenig beobachtet. Nicht nur das Bewusstsein erbebt in der Nähe eines Erdbebens, sondern es wirkt sich auch im Raum wie eine starke Vergiftung aus.

      Nur Unwissende können sagen – „Was habe ich mit den Gasen in Chile oder in Sibirien zu tun?“ Nur Unwissende wollen nicht im Weltmaßstab denken, doch jeder, der bereits an die Feurige Welt denkt, versteht die Bedeutung der unterirdischen Gase und der Strahlen, die von außen kommen.

 

      53.[15] Ein undurchdringlicher Panzer kann aus Metall oder aus Seide bestehen, der allerbeste Panzer jedoch ist der feurige. Würde ein Führer auf dem ihm bestimmten Weg ohne feurigen Panzer voranschreiten? Wie sonst kann man alle Pfeile der Bosheit und Schwerter des Hasses abwenden? Doch viele Führer spürten selbst in ihrem irdischen Bewusstsein, dass der feurige Panzer sie schützte.

      Man kann ganze Bücher über den Magnetismus des vom Schicksal bestimmten Führers schreiben. Man kann bemerken, dass

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weder das Äußere noch die Stimme noch Reichtum, sondern etwas anderes die Völker überzeugt.

      Ich habe schon mehr als einmal über das Feuer des Herzens gesprochen. Dieser Panzer-Magnet zieht nämlich an und beschützt. Wie es heißt: „Ich werde alle Pfeile in meinem Schild auffangen.“ Doch man muss diesen Schild schmieden. Man kann diesen Schild nur von Oben offenbaren, doch wie viele Gedanken und Gespräche muss man vorausschicken, damit die Verbindung hergestellt und der feurige Panzer geschmiedet wird! Man darf keinen Tag und keine Stunde verlieren, um die Verbindung (…) lebendig und überall gegenwärtig zu gestalten.

      Fälschlich denken die Menschen, die Wissenschaft entferne von der Höheren Welt; sie kann irdische Bezeichnungen ändern, doch das Wesen des Dreieinigen bleibt die Grundlage.

      Umso mehr vermag der Führer sich vorzustellen, worin das Wesentliche besteht. Vielleicht spricht er das Unaussprechliche Wort nicht aus, aber er wird es in seinem Herzen fühlen. Dieses Wort hilft dem Führer, das Weltverstehen nicht zu verlieren, nur dieses wird ihm leicht den wunderbaren Panzer verleihen.

 

      54. Flammarion[16] spannt seine Gedanken dafür an, den feinstofflichen Körper eines Planeten zu schaffen. Und ein Planetenkörper wird tatsächlich durch Gedanken geschaffen; die Erzeugung eines Planeten geht jedoch nicht von der Feinstofflichen, sondern von der Feurigen Welt aus. Wenn das Feurige Korn schon gebildet ist, kann auch der Gedanke der Feinstofflichen Welt von Nutzen sein.

      Viele feurige Körner rotieren im Raum. Viele Himmelskörper sind in feinstofflicher Form schon vorhanden. Wahrhaftig, der Raum ist nicht nur angefüllt, sondern sogar überfüllt. So ist die Vernichtung von Welten, die jede Sekunde vor sich geht, bloß die faktische Erzeugung und Gestaltung neuer Körper. Es ist aber richtig zu verstehen, dass

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die Erzeugung eines feurigen Gedankens bedarf.

      Strebt zur Feurigen Welt, um an einer höheren Schöpfung teilzunehmen. Es ist ein Irrtum zu glauben, diese sei unzugänglich. Jedes entwickelte Bewusstsein sollte nämlich zur Freude der Schöpfung streben. Dieses Streben allein ist schon der Beginn der Zusammenarbeit.

      Möge der Gedanke Flammarions auch kein vollständiges Ergebnis zeitigen, so ist er doch weit, edel und verdient, dass man sich an ihm erfreut. Er strebte stets nach einer Erweiterung des Verständnisses, und so erlangten selbst seine Fehler eine nützliche Bedeutung; außerdem ließ er seinen Verstand nicht austrocknen und konnte die Erde jung verlassen. Während einige Unwissende in der Feinstofflichen Welt versuchen, an Mord zu denken, träumt der Wissenschaftler von einer herrlichen Schöpfung.

 

      55. Ein gegenteiliges Beispiel ist, wenn der Verstand durch das Nichtbegreifen der Lehre vertrocknete, dann kann man antworten:

      „Hört auf, an euren Kränkungen zu haften; ihr hättet lange genug euer Bewusstsein erweitern können; ihr hättet die himmlischen Welten beobachten und die Quelle der Lehren verstehen können, doch statt dessen habt ihr lieber irdische Kränkungen mit euch herumgetragen. Wozu habt ihr die Lehre und die Weisheit der Zeitalter, wenn eure Gedanken, statt sich auszuweiten, sich in Gekränktheit zusammengezogen haben? Niemand hat euch gekränkt, ihr selbst habt euch gekränkt.“

      So häufen sich in der Feinstofflichen Welt kleinliche Gedanken. Man kann es nur bedauern, dass so viel Energie für Streit und Herabsetzung verschwendet wird; wenn aber gefragt wird: Wie kann man herausfinden, inwieweit solche Gedanken für die Feinstoffliche Welt chemisch schädlich sind, kann man nur sagen: Klein, böse Gedanken erzeugen giftige Gase. Man darf nicht

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an sich denken, sondern daran, wie sehr die Menschen einander auch in der Feinstofflichen Welt schaden können. Doch jeder gute Gedanke und das Streben zum Schönen bringen schnell voran.

 

      56. Der Gedanke-Wille bleibt die einzige Grundlage alles Bestehenden; deshalb muss die Gedankenenergie so sorgfältig erforscht werden.

 

      57.[17] Ihr werdet Menschen begegnen, die sagen: „Hinweg mit Führern, hinweg mit Lehrern, hinweg mit Leitern!“ Wisst, dass sie Parasiten sind, die sich von Aufruhr und Zerfall nähren. Lüge und Verletzung liegen in der Natur von Parasiten. Sie sammeln insgeheim Reichtümer an und sind nicht abgeneigt, Luxus zu ernten; so sollte man alle unterscheiden: Jene, die ihrer Natur nach Erbauer und jene, die Zerstörer sind.

      So ist es recht, bei jenen zu verweilen, welche die Freude an der Arbeit kennen. Sie kennen auch die Führer und verehren den Lehrer, denn ihre Natur strebt nach Kooperation.

 

      58.[18] Wunder leben. Und es lohnt sich tatsächlich, ein Leben der Erkenntnis von Wundern zu führen. Viele bereite Konstellationen zerschlagen sich an dumpfen Verneinungen und schmachvoller Blindheit des Bewusstseins.

 

      59.[19] An Haupt- und Mittelschulen muss es für beide Geschlechter die gleiche Erziehung geben. Man kann einem Kind keine Spezialisierung aufdrängen, wenn es seine Fähigkeiten noch nicht zu erkennen vermag. Es ist ausreichend, an den höheren Schulen das Programm entsprechend den Begabungen einzuteilen. So kann man die Ausbildung derjenigen zusammenstellen, die ihre Anlagen noch nicht sofort zum Ausdruck bringen können.

      Es ist sehr wichtig, dass sich das Programm für die Geschlechter nicht unterscheidet.

[Russisches Original. Seite 44.]


Schon diese eine Bedingung wird ein äußerst schädliches Verhalten dem Geschlecht gegenüber beseitigen.

 

      60.[20] Aufgabe einer wahren Schule ist es, das Bewusstsein in die Zukunft zu lenken. Niemand will verstehen, dass die Übertragung des Bewusstseins in die Zukunft die Ausbildung eines führenden Magneten ist. Doch es geht darum, dass das Bewusstsein völlig in die Zukunft bestrebt sein muss. Viele meinen, man könne zuweilen an die Zukunft denken und sich danach wieder in der Vergangenheit baden. Man sollte nicht einzelne Gedanken der Zukunft widmen, sondern das Wesen des Bewusstseins auf den Schlüssel der Zukunft einstimmen.

      Man kann sich zu einer solchen Transformation nicht zwingen. Man kann sie nur erreichen, indem man die Zukunft liebgewinnt. Nicht viele lieben die Zukunft. Das Land der Arbeitsfreude, welche die Arbeitsqualität vervollkommnet, kann auf natürliche Weise in die Zukunft hinreißen. Die Pflicht des Führers ist es, das Volk in die Zukunft zu lenken.

 

      61.[21] An den Schulen muss die Kunst des Denkens entwickelt werden. Jede Kunst bedarf der Übung. Ebenso muss das Denken durch Übung gestärkt werden. Doch eine solche Vertiefung darf weder mühsam noch langweilig sein, weshalb der Lehrer eines solchen Faches wahrhaftig erleuchtet sein muss.

      Man kann sehen, dass das schrecklichste Elend in der Geschichte der Menschheit durch die Unfähigkeit zu denken entstanden ist. Man kann viele Beispiele dafür finden, dass missglücktes Denken und ungezügelte Gefühle ganze Völker in den Abgrund geführt haben. Andererseits haben Trägheit des Denkens und Schwerfälligkeit des Geistes bereits gebildete Möglichkeiten zunichte gemacht.

      Der Führer

[Russisches Original. Seite 45.]


muss selbst ein Beispiel für die ständige Erweiterung des Denkens geben, um der Vorausschau nahe zu kommen. Vorausschau entsteht natürlich durch Verkehr mit der Hierarchie. Doch der Verkehr selbst erfordert bewegliches Denken und klares Streben.

      Man darf die Kunst des Denkens nicht als okkulte Konzentration verstehen. Nichts Geheimnisvolles liegt in[22] der Kunst des Denkens und in der Verfeinerung des Bewusstseins. Allein die erhabene Eigenschaft der Gewissenhaftigkeit verwirklicht den Pfad des Denkers[23].

      Dabei sagt niemand, ein Denker sei ein besonderer Menschenschlag. Jedes Kind kann zum Denken hin gelenkt werden. Daher muss man die Kunst des Denkens als die Gesundheit des Volkes ansehen. (…)

 

      62.[24] Die evolutionären Weltvorgänge müssen an den Schulen sehr anziehend dargestellt werden. Ein Vaterland bildet sich aus Weltprozessen und muss einen völlig verursachten Platz und Bedeutung einnehmen. Jedermann muss den wahren Wert seines Vaterlandes kennen, es darf aber kein Baum sein, der in der Wüste wächst, es steht in Zusammenarbeit mit vielen Völkern.

      Auch der Glaube an die Höhere Gerechtigkeit ergibt sich aus der Kenntnis der Wirklichkeit. Mögen die Vorgänge in der Welt lebendige Interpreten finden. Man muss darum besorgt sein,[25] dass diese großen Völkerpfade nicht aus Unwissenheit entstellt werden.

 

      63.[26] Jede Vereinigung kann nur nach den Prinzipien der Kooperative zustande kommen. Man braucht nur Elemente der Eroberung, der Unterdrückung oder der Herabsetzung zulassen, und diese abscheulichen Schatten verwandeln sich früher oder später in zerstörende Ungeheuer.

[Russisches Original. Seite 46.]


      Deshalb kann kein Zwang in den Aufbau des Bollwerks eingehen. Man kann die Macht der Freude in Zusammenarbeit finden, doch eine solche Zusammenarbeit bedarf der Kunst des Denkens.

      Wer wird die Kräfte für produktive Arbeit einteilen? Nur der, der eine nützliche Zusammenarbeit vorschlagen kann. Er muss sich eine solche gemeinsame Arbeit vorstellen können, doch wie ihr wisst, muss man Vorstellungsvermögen ausbilden. Aufgabe jeder Schule ist es, begründetes Vorstellungsvermögen zu erschließen.

 

      64. Die Überlegung über Medien ist richtig, dass ihre Lymphe[27] eine mechanische Verbindung mit der Astralwelt ist, aber wie jede Mechanik schützt sie vor keinerlei Einfällen. Ebenfalls richtig ist zu verstehen, dass die Kräfte der Finsternis ihre ganze Findigkeit anspannen, um in den irdischen Sphären zu verbleiben.

 

      65. Selbst während des Tags kann man eine Art Entrückung bemerken. Diesen Zustand sollte man sehr aufmerksam betrachten. Er weist darauf hin, dass der feinstoffliche Körper zum Teil ausgetreten ist, um ferne Arbeiten zu verrichten.

      Man kann Schwindel und eine Anspannung des Glockenzentrums spüren. Das kommt daher, dass der feinstoffliche Körper nur zum Teil anwesend und einem besonderen Druck des feurigen Korns ausgesetzt ist.

      In diesem Zustand sollte man sich nicht anstrengen. Es ist nützlich, eine Zeitlang mit geschlossenen Augen ruhig dazusitzen. Man kann auch dem feinstofflichen Körper, der bei der Arbeit ist, gedanklich Ströme zusenden. Dabei sollte man sich weder hinsichtlich der Geographie noch der Entfernung Gewalt antun, sondern dem arbeitenden feinstofflichen Körper ein ruhiges Geleitwort senden;

[Russisches Original. Seite 47.]


man sollte sich nicht ermüden, wenn sich so viele Ströme anspannen. Nicht allein schwere Ströme ermüden, sondern auch eine verstärkte Sendung von Erfolg kann belastend sein.

      Schläge auf die Aura können ganz verschiedene Ursachen haben. Nicht zufällig bedeckten die alten Priester das Herz mit der linken Hand, gleichsam als Blitzableiter, denn die Finger werfen Schläge kräftig zurück.

 

      66. Man darf nicht meinen, die Klänge der fernen Welten seien etwas Unvorstellbares. Vor allem werden sie ertönen, weil ein Strom eine Schwingung erzeugt. Man sollte sich an solche Klänge gewöhnen.

      Man kann verstehen, dass die sogenannte Sphärenmusik ziemlich oft den Klängen der fernen Welten nahe kommt. In jedem Fall verbindet die Sphärenmusik schon die Welten, denn diese Schwingung erreicht ferne Planeten.

 

      67.[28] Man muss die Aufmerksamkeit auf die Anfänge der verschiedenen Epidemien richten. Das Auftreten der einen oder anderen Massenkrankheit spiegelt sich in den allgemeinen bewussten Kräften wider. Die Vergiftung dringt tiefer ein, als man denkt, artet aus und schafft neue Mikroben. Sowohl physische als auch psychische Epidemien sind sehr verderblich. Viele Degenerierungen ganzer Generationen gehen von solchen entarteten Mikroben aus.

 

      68. Überesst euch nicht, mit anderen Worten, seid vorsichtig mit der Nahrung.

      Krankheiten können sich besonders entwickeln, wenn das Auftreten schwieriger Ströme offensichtlich ist. Man kann auch Krankheiten von Pflanzen und Tieren beobachten, deren Heilung schwierig sein kann. So sollten nicht nur menschliche Krankheiten, sondern auch die Krankheiten der ganzen Welt die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler erregen.

 

[Russisches Original. Seite 48.]


      69.[29] Einige Insekten und Reptilien ziehen es vor, zugrunde zu gehen, lediglich um zu beißen und ihr Gift abzusondern. In genau derselben Weise sind die Diener der Finsternis bereit, die unangenehmsten Folgen auf sich zu nehmen, wenn sie nur giftiges Unheil stiften können. Man muss sich diese Urheber von Übel fest merken, die sich manchmal selbst nicht schonen, um eine böse Tat zu vollbringen.

      Man kann viele Beispiele dafür anführen, dass eine beabsichtigte Übeltat dem Übeltäter selbst von keinem Nutzen sein konnte, er sie aber gleichwohl unter der Suggestion finsterer Kräfte ausführte.

      Die Winkelzüge der Finsteren müssen offenbart werden. So findet man zum Beispiel in der Nähe bestimmter Orte manchmal Leichen irgendwelcher Menschen und Tieren. Die Finsteren wissen, dass zur Anziehung der Kräfte der niederen Sphären Zersetzung notwendig ist, und sie richten daher findig solche Herde der Verwirrung und der Zersetzung ein.

      Aus diesem Grund habe Ich seit langem den Rat gegeben, im Haus weder in Zersetzung übergegangene Fleischspeisen noch verfaulende Pflanzen noch abgestandenes Wasser aufzubewahren. Die Menschen wenden ihre Aufmerksamkeit selten diesen Tatsachen zu, die sogar von den heutigen Ärzten bestätigt werden.

 

      70.[30] Der Mensch muss ständig auf der Schwelle zur Zukunft stehen. Der Mensch ist in jedem Augenblick neu. Der Mensch kann sich nicht in der Vergangenheit verwirklichen, denn sie besteht nicht mehr. Der Mensch kann die Vergangenheit kennen, aber wehe ihm, wenn er die Maßnahmen der Vergangenheit anwenden will. Vergangenheit und Zukunft sind unvereinbar. Die Weisheit des Bewusstseins neuer Kombinationen vereinigt die Vergangenheit mit der Zukunft.

      Es ist nicht leicht, beständig und mutig zu erkennen, dass jeder Augenblick die Welten erneuert; doch aus dieser Quelle wird

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unerschöpflicher Mut geboren. Man kann einen Rat von Weisen einberufen, doch wer im Geist senil ist und sein Gesicht der Vergangenheit zuwendet, kann dort nicht hinzukommen. Das Licht der Zukunft ist das Licht der Hierarchie.

 

      71.[31] Bestechlichkeit muss mit allen Mitteln ausgemerzt werden, doch man darf sich nicht auf Strafmaßnahmen verlassen. Sie helfen wenig. Man muss im Ethikunterricht an den Schulen den Gedanken festigen, dass Bestechlichkeit der Würde des Menschen nicht entspricht. (…) Man sollte sehr aufmerksam beobachten, ob sich irgendwo Anzeichen dieser Verwesung offenbaren.

      Neben Bestechlichkeit ist Nichterfüllung der Pflicht nicht minder schmählich. Doch dieses Vergehen wird von so früher Kindheit an aufgesogen, dass eine Einwirkung nur von klein auf möglich ist. Mögen die Kinder an die Arbeit der Erwachsenen gewöhnt werden. Auf die Qualität der Arbeit wird auch das Bewusstsein der Pflicht folgen. Jedwede Nachlässigkeit, Vergesslichkeit und Nichterfüllung kann nur im eigenen Herzen verurteilt werden.

 

      72.[32] Gerade Mut wird durch die unzerreißbare Verbindung mit der Hierarchie geschaffen. Mut kann im Geisteskorn liegen, ohne jemals als Rüstung des Lichts in Erscheinung zu treten. Doch wenn unser Bewusstsein völlig in den Bereich übertragen ist, in dem es weder Furcht noch Niedergeschlagenheit gibt, sind wir unverletzlich durch das Schlechte. Wir müssen verstehen, wo unsere Stärke liegt, und dorthin eilen, ohne abzuschweifen. So kann man seinen Mut festigen.

 

      73.[33] Gewöhnlich irren sich die Menschen, indem sie in der Beschränktheit ihres Bewusstseins annehmen, ein Gegenstand könne nur in einer einzigen Gestalt existieren. Deshalb können sie sich nicht vorstellen, dass die Menschen in alten Zeiten

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die verschiedensten Energien nutzen konnten, sie aber ganz anders anwendeten. Die Menschen vergessen auch, dass sie beim Verlassen einer Behausung selbst viele Gegenstände vernichten.

      So haben auch die weisen Lehrer Maßnahmen getroffen, um rechtzeitig das zu verbergen, was nicht zu früh enthüllt werden darf. Dürfen denn neue Entdeckungen vorzeitig veröffentlicht werden? Durch solche eigenmächtigen Versuche könnten die Grundlagen erschüttert werden. Hat die Hierarchie an den Entdeckungen etwa keinen Anteil? Wisst ihr etwa nicht, dass viele Entdeckungen von Uns vernichtet wurden, weil sie unzeitgemäß und daher schädlich waren? Die Führende Hand kennt keine Ruhe beim Verfolgen der Leitung der Möglichkeiten für das Heil.

 

      74. Seit langem weiß man, dass die Menschen entweder persönlich oder in Gedanken miteinander bekannt werden können. Die letztere Verwirklichung ist auch gegenwärtig von Nutzen.

 

      75. Übermäßige Hitze und Feuer wüten und erinnern uns daran, dass es vor Kriegen und Erschütterungen Feuersbrünste gibt.

 

      76.[34] Wahrhaftig, Luxus muss den neuen Aufbau verlassen, umso mehr, als Luxus weder der Schönheit noch dem Wissen entspricht. Doch die Grenzen des Luxus sind gewunden. Man kann sie nicht durch ein einziges Gesetz festlegen. (…) Man muss jede Banalität völlig ausmerzen, die eine Begleiterscheinung des Luxus ist. (…)

 

      77.[35] Um die Erkenntnis der Schönheit wachsen zu lassen, sollte an den Schulen das Studium der Schönheit des Lebens eingeführt werden. In dieses Fach muss auch die Geschichte der Kunst und des Wissens eingehen, denn es darf nicht nur die Begriffe der Vergangenheit berühren,

[Russisches Original. Seite 51.]


sondern muss auch Hinweise auf zeitgenössische Errungenschaften beinhalten. Der Lehrer dieses Faches muss wahrhaft gebildet sein, um jeden Fanatismus zu vermeiden, der den Keim der Unwissenheit in sich trägt.

 

      78.[36] Die Welt lebt durch das Mysterium. Ebenso wie das Höchste Mysterium unenthüllbar ist. Ebenso wie es in jeder Anspannung ein Element des Mysteriums gibt. Die Menschen fühlen in ihrem Herzen die Grenze dieses Mysteriums und verstehen sie zu achten. Ein Mysterium darf man sich nicht ausdenken, sondern man muss es verehren, darin liegt die Rechtfertigung der menschlichen Persönlichkeit. (…)

 

      79. Man kann davor warnen, dass jede bewusste Berührung mit den Kräften der Feinstofflichen Welt gefährlich sein kann. Wenn feinstoffliche Wesen bei einem Erdbewohner Belehrung suchen, bedeutet das, dass ihre Ziele zweifelhaft sind, denn in der Feinstofflichen Welt ist es leicht, erhabene Belehrung zu erhalten.

 

      80.[37] Jenen, die sich die Idee des Führers nicht aneignen können, sagen wir: Jedes eurer Worte setzt den Vorrang von etwas oder jemandem voraus. Ihr merkt gar nicht, dass jede eurer Behauptungen sich auf etwas stützt, das ihr vorgefunden habt, das aber von jemand anderem aufgestellt wurde. Es gibt keinen Menschen, der ohne Belehrung ausgekommen wäre. Man darf sich nur nicht in seinem Herzen selbst erheben. Das Verstehen der Hierarchie wird helfen, die Erscheinung des Führers einzuführen, der in Bezug auf die Höheren kein Führer, sondern ein Nachfolger ist.

      Unter dem Einfluss der Unwissenheit suchen die Menschen manchmal, die Seile durchzuschlagen, doch jeder Seemann wird euch sagen, dass die Masten fallen, wenn die Elemente die menschlichen Kräfte überwältigen. Derselbe Seemann weiß, dass eine Seereise ohne Maste und Taue verhängnisvoll wäre.

[Russisches Original. Seite 52.]


Das heißt, man sollte durch Erziehung die Unausweichlichkeit der Hierarchie im ganzen Universum bestätigen.

 

      81. Beim Herannahen großer Fristen sind nie dagewesene Spannungen unvermeidlich. Das Lenken und Koordinieren von Ereignissen ist infolge der Vergiftung bestimmter Schichten der Atmosphäre übermäßig schwierig. Manche Ereignisse reifen wie Früchte unter den sengenden Strahlen der Sonne, andere jedoch verschimmeln wie bei feuchtem Wetter.

      Denkt daran, dass man die Fristen nicht verschieben kann, ein solcher Zwang kann kosmische Kataklysmen hervorrufen. Jeder muss seinen Kräften gemäß wirken und den Großen Dienst im Sinn behalten.

 

      82. Feurige Funken vom Feuerstein können an die Funken der Anspannung erinnern. In den entscheidenden Momenten der Schlacht kann es Schläge geben, die viele Funken erzeugen. Nahestehende können solche feurigen Ströme stärker spüren als andere, wenn sie in die Schlacht selbst hineingezogen werden. Wenn Ich zur Vorsicht rate, heißt das, dass es entweder starke Angriffe gibt oder dass die Schlacht selbst die Anspannung hervorruft.

      Die Angriffe wirken in erster Linie auf die entwickelten Zentren. Man kann solche Einwirkungen nicht vermeiden. Die Heiligen litten gerade unter solchen Anspannungen.

      Doch das Schwierigste hat auch seine glückliche Möglichkeit. Die Anspannung der Schlacht oder das Leiden unter Angriffen verfeinert die Zentren nämlich mehr als alles andere. Daher heißt jeder, der im Großen Dienst voranschreitet, diese Anspannungen als Flügel des Lichts willkommen.

      Man kann wahrnehmen, wie der obere Teil der Wirbelsäule unter dem Druck stöhnt; doch das wird die Bürde des Atlas[38]. genannt, des Trägers der irdischen Last. Man kann

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den Ärzten raten, den Zentren und dem Herzen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

 

      83. Jeder, der seinen Nächsten zur Feurigen Taufe aufruft, erweist sich schon als Teilnehmer am Großen Dienst. Jeder, der am Tragen des Kreuzes der Wahrheit teilnimmt, wird seine Kräfte nicht verlieren. Jeder, der die Nöte der Welt versteht, hat schon den Pfad des Aufstiegs verkürzt. Jeder, der die Bedeutung des Herzens als Wohnstätte von Agni erkennt, ist schon auf dem wahren Pfad.

 

      84.[39] Ein mündlicher Befehl verbleibt im Leben, auch wenn die Menschheit über Tausende von Schriftsprachen verfügt; dafür gibt es drei Gründe:

      Erstens: nicht immer kann ein Befehl schriftlich gegeben werden; zweitens: die Menschen bringen wenig Aufmerksamkeit auf, wenn sie sich auf Schriftliches verlassen; und drittens erfolgt die Offenbarung der Höchsten Testamente niemals schriftlich, deshalb übermitteln die Lippen die Höchsten Gebote von Herz zu Herz. (…) Eine solche einfache Überlegung muss dennoch erwähnt werden, denn wer die Hierarchie nicht kennt, wird die Heiligkeit eines Befehls nicht verstehen.

      Es bedarf vieler Belehrungen über die Naturgesetze, um die ganze Schönheit des Gesetzes der Anziehung zu verstehen, das der Hierarchie zugrunde liegt. Die Unwissenden verstehen nicht, wo Sklaverei und wo Freiheit liegt: Die erstere in der Finsternis und die letztere im Licht der Hierarchie.

 

      85.[40] Wahrhaftig, die Achtung vor dem Geist wird zunehmen. Wir müssen die Gottlosigkeit ausrotten. Es geht darum, dass es besser ist, jedenfalls Fragmente der Erkenntnis der Hierarchie zu bewahren, selbst wenn es nur in bedingter Form ist, als in den Abgrund des Chaos hinabgestürzt zu werden.

      Als die Menschen von

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der Unerreichbarkeit des Höchsten hörten, begannen sie, ganz allgemein alles Unsichtbare herunterzustürzen. Deshalb wird auf Meinen Befehl hin die Gottlosigkeit verfolgt, welche die Gestalt des unverhüllten Satanismus angenommen hat. Man kann diese Involution nicht länger dulden.[41]

 

      86.[42] (…) Viele Verbrecher werden sich unter Suggestion der Arbeit zuwenden. Genauso wie Trunksucht und andere Laster können auch die Krankheiten der Verbrechen durch einen Willensbefehl vollständig geheilt werden. Man darf auch nicht vergessen, dass viele Verbrechen unter dem Einfluss von Besessenheit* begangen werden. Das bedeutet: Solche Menschen sollte man heilen, aber nicht bestrafen.

      Gewiss, bei einer solchen Heilung ist verstärkte, systematische Arbeit von entscheidender Bedeutung, denn die Besitzergreifer hassen jede Arbeit. Sie versuchen, einen ins Chaos zu stürzen, doch das Wesen der Arbeit bedeutet bereits, etwas hervorzubringen. Man sollte sich nicht mit der Überlegung quälen, woher die starken Suggestionen kommen werden, es gibt ihrer viele, doch sie sind vereinzelt.

      Sobald ein Institut für Psychische Energie errichtet sein wird, wird es viele nützliche Mitarbeiter sammeln. Man sollte nicht vergessen, dass ein Institut für Astrologie für die Überprüfung von Daten ein guter Helfer wäre. Es ist nicht lange her, da schämten sich die Regierungen sowohl der Himmelskörper als auch der menschlichen Macht, doch die psychische Energie* muss die Aufmerksamkeit aufgeklärter Menschen auf sich ziehen.

 

      87. Die Menschen erinnern sich nicht zufällig an alte Prophezeiungen über Veränderungen des Horizontes. Die Störung des Gleichgewichts des Planeten ruft tatsächlich viele dreifache Manifestationen hervor. Es können nicht nur neue Himmelskörper sichtbar werden, es kann sich auch der ganz Chemismus

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der Gestirne verändern, und dies wird natürlich erschütternd auf die Erdbewohner einwirken.

      So bereiten sich bereits bedrohliche Ereignisse vor, während die Menschen sich mit Basaren und Jahrmärkten trösten. Deshalb muss man dringend immer wieder über die Lebendige Ethik sprechen. Die Heilige Ethik ist doch in eine närrische Etikette verwandelt und zu einem gedruckten Etikett gemacht worden.

 

      88. Die Wissenschaft über atmosphärische Einflüsse muss bedeutend umgewandelt werden. Selbst mit den gegenwärtigen Apparaten kann man unerklärliche Schwankungen, Beben und Sprünge bemerken, die den übrigen Anzeigen anscheinend nicht entsprechen. Solche Spuren astraler Wirbel lösen auf die Erde sehr bedeutende Folgen aus.

      Außerdem werden auf diese Weise die Beziehungen zur Feinstofflichen Welt bestätigt. In der Tat, unter den Spannungen der Feinstofflichen Welt kann es einen solchen Druck geben, dass ihr Widerhall sogar die offenbarte Materie erschüttert.

      Solche Wellen spiegeln sich in erster Linie in den feurigen Zentren wider. Ihr selbst konntet beobachten, dass die Zentren trotz des kühlen Wetters Anzeichen eines großen Drucks erkennen ließen. Man muss dies mit den Reaktionen ferner Ereignisse vergleichen, die ebenfalls Schwingungen starker Anspannungen hervorrufen.

      Die astralen Wirbel werden jedoch noch weniger bemerkt als Telepathie. Die Wissenschaftler wollen nicht zugeben, dass bei ihren physischen Überlegungen ein Faktor der jenseitigen Welt Bedeutung haben könnte. Doch die Einwirkung solcher Wirbel gleicht manchmal nahezu einem Blitzschlag.

      Ich will verheimliche nicht, dass man starke abkühlende Ströme anwenden muss, um die Einwirkung

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solcher Wirbel zunichte zu machen. Wir stehen auf der Wacht und sind bereit, Strahlen zu senden, doch der Druck der Ströme der Feinstofflichen Welt ist tatsächlich nie dagewesen. Man kämpft mit den Kräften der Finsternis und muss ein gutes Vorstellungsvermögen haben, um sich vorzustellen, wie gewaltig die Schlacht ist.

 

      89.[43] Der Führer muss ständig wachsam sein, damit niemand von ihm bedrückende Ausstrahlungen empfängt. Eine solche Wachsamkeit kann jedoch nur bei Hingabe an die Hierarchie erreicht werden, wenn die Verbindung in das Herz eingegangen ist.

      Aus dieser Quelle entsteht dann auch jene Freundlichkeit, welche die schwierigsten Tore öffnet. Man muss das Bildnis des Hierarchen vor sich haben, um in allen Fällen eine Grundlage der Freundlichkeit zu finden. Man muss das Feurige Schwert des Erzengels kennen, um die Grenze der Gerechtigkeit zu erkennen. Wer kann sagen, wann das ganze Maß der Freundlichkeit erschöpft ist? Nur der Hierarch allein kann eine solche Entscheidung auf sich nehmen. (…)

 

      90. Man darf verantwortliche Posten nicht mit verbitterten Menschen besetzen. Vor einer solchen Eigenschaft muss man sich sorgsam hüten, denn Verbitterung ist Beschränkung. Natürlich kann Beschränkung bis zu einem bestimmten Grad geheilt werden, ebenso wie Verbitterung. Beide Eigenschaften unterliegen der Suggestion, eine solche Umwandlung erfordert aber Zeit.

      Durch Verbitterung entsteht schrecklicher Schaden, sie legt sich wie ein unüberwindliches Hindernis auf alle Tätigkeiten eines Menschen, der von ihr befallenen ist.

 

      91. Bei Annäherung an die Feurige Welt muss man die Stufe des Zurückschlagens der finsteren Kräfte durch die Macht des Geistes durchschreiten. Ein aufsteigender Mensch fühlt

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den Angriff der ungezügelten Elemente viel tiefer. Er muss sich ohne magischen Zwang dem Angriff der Finsteren allein durch seinen Geist widersetzen. Diese Stufe wird in allen Lehren unter verschiedenen Bezeichnungen erwähnt. Man muss auf verschiedene listige Schliche vorbereitet sein, sollte aber nicht nach dem Beispiel der Unwissenden solchen unvermeidlichen Zusammenstößen ausweichen.

      Man kann daran erinnern, dass über allen Formeln die Kraft des Geistes steht. Man braucht sie nur über das Herz mit dem Hierarchen zu vereinen, um unverwundbar zu werden. Man sollte nicht denken, dass der Hierarchen einen im Stich lassen könnte, doch muss daran erinnert werden, dass auf einer bestimmten Stufe vor allem die selbständige Anwendung der eigenen Kräfte vorgeschlagen wird.

      So muss man bei jedem Angriff Mut zeigen und selbst dem schrecklichsten nicht ausweichen. Denkt daran, dass jedes Ergreifen der Flucht Schutzlosigkeit bedeutet. Sogar die jüngsten Eingeweihten wissen, dass man bei allem notwendigen Stellungswechsel das Gesicht dem Feind zuwenden muss. Das ist keine Magie, sondern nur die Erkenntnis der Kraft des Blickes.

 

      92. Man sollte daran denken, dass der Neue Himmel[44] sichtbar werden kann. Schon vor langem habe Ich gesagt, dass sich ein neuer Himmelskörper nähert, der aber der Beobachtung noch verborgen ist.[45]

      Jetzt darf man nicht vergessen, dass die von der Menschheit ausgestrahlte Energie für die richtige Bewegung des Planeten notwendig ist. Doch wird diese Energie vergiftet, schwächt sie das Sperrnetz* (…) und stört so das Gleichgewicht vieler Himmelskörper. Die Wellen der Schwingungen ändern sich und der Planet verliert einen Teil seines Selbstschutzes.

      So schafft sich die Menschheit ihr eigenes Schicksal selbst. Wenn aber die verderbliche

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Periode der sogenannten Gottlosigkeit herannaht, wird die Masse von Energie, die gewöhnlich in die höheren Schichten gesandt wird, zerschlagen und zum Material für braunes Gas.

 

      93. Die Menschheit will die Kraft ihrer Ausstrahlungen nicht verstehen. Sie spricht immer wieder trübe vom Ebenbild Gottes, versteht aber die Einheit der Energie aller Welten nicht. Die Bildung selbst einer nur schwachen Vereinigung von Energie kann eine Schutzwaffe für den Planeten bieten.

 

      94. Das Herz ist seiner vollen Bedeutung nach ein Transmutator und Kondensator. Oft sind diese Prozesse so stark, dass die menschlichen Kräfte nicht ausreichen können, um eine solche Anspannung zu fassen und auszuhalten.

      Von alters her stammt das Gebet über die Übertragung des Geistes an den Herren. Man muss diese Übertragung des Geistes wirklich verstehen. Wenn ihr eine unerträgliche Beklemmung des Herzens spürt, übertragt sie gedanklich dem Herrscher. Auf diese Weise schließt ihr euch im Herzen der Unversiegbaren Quelle der Hierarchie an. Eine solche Handlung kann besonders dann nötig sein, wenn die Anspannung des ganzen Planeten groß ist. Man soll sich auf die verschiedenartigsten kosmischen wie auch menschlichen Einwirkungen vorbereiten.

      Der Anschluss des Herzens an die Hierarchie geht ständig vor sich, doch zur Zeit weisen Wir auf besondere Fälle hin, in denen es erforderlich ist, das Herz durch besondere Klarheit des Bewusstseins mit der Hierarchie zu verbinden.

      Viele verstehen gar nicht, wie man das Herz durch den Gedanken stärken kann, weil für sie das Herz einfach nur ein physisches Organ ist. Doch wer Unsere Ströme gespürt hat, versteht die Bedeutung der Verbindung. Die Welt durchlebt eine solche Anspannung, dass es

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an der Zeit ist, an die Notwendigkeit der Bereitschaft für solche Anschlüsse zu erinnern.

      Die Feurige Welt muss in vollem Bewusstsein herbeigerufen werden. Notfalls kann man sich sogar mündlich an den Herrscher wenden. Es gibt doch auf allen Stufen der Hierarchie die gleiche Übertragung und denselben Anschluss. Und wie erhaben ist die Leiter dieser Unsichtbaren Hilfe!

 

      95. Viele können das Tempo der Ereignisse nicht anerkennen, und darunter verstehe Ich nicht solche nicht nur der Menschheit, sondern auch der Natur. Unerwartete heftige Klimaveränderungen erwecken nicht die Aufmerksamkeit der Menschen, doch solche Umstürze können nicht von der Geheimpolizei aufgehalten werden. Sie finden dennoch statt und wirken auf das Gehirn.

      Natürlich wissen Wir vom Leben von Ideen, denen keine Generation Einhalt gebieten kann, doch die Menschen glauben nicht an Ideen!

 

      96.[46] Die Erkenntnis der Höheren Kräfte wird weder in der Schule noch von außen vermittelt; sie lebt nämlich im Herzen und ist der Grundstein der Erinnerung an das Leben in der Feinstofflichen Welt. Man kann sagen: Seid gesegnet ihr, die ihr das Allerherrlichste im Herzen bewahrt habt! Die dunklen Wolken der Menschheit rühren daher, dass das Allernotwendigste vergessen wurde.

      Die Nacht wurde für die Erhebung des Geistes gegeben, doch die Menschen sagten in ihrer Unwissenheit: Der Schlaf ist dem Tod ähnlich. Es ist unsinnig, ein wundervolles Geheimnis mit Zersetzung zu vergleichen. Von klein auf sollte man immer wieder davon sprechen, dass Schlaf Zwiesprache mit den Engeln bedeutet. Erst wenn Worte nicht mehr notwendig sind, beginnt die Erkenntnis des Herzens.

 

      97.[47] Aufsicht muss sehr wachsam sein, doch sollte sie nicht als Zeichen von Misstrauen erscheinen.

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Man sollte Aufsicht in Zusammenarbeit und gegenseitige Information verwandeln.

      Maßnahmen des Vertrauens und Sorgfalt hinsichtlich der Qualität müssen von oben bis nach unten eingeführt werden. Viele nützliche Maßnahmen sind nur aus Hass gegenüber Aufsicht in Verruf gebracht und zunichte gemacht worden. Natürlich ist Unwissenheit die Ursache eines solchen Mangels an Zweckmäßigkeit.

      Sobald die Menschen in die Feinstoffliche und die Feurige Welt schauen, werden sie die ganze Unendlichkeit der Beziehungen begreifen. Wahrhaftig, wer steht außerhalb der Hierarchie? Nur Unwissende oder bewusste Betrüger können die Hierarchie unter verschiedenen Decknamen verschleiern. Doch sie selbst werden nicht die Freiheit der Hierarchie, sondern das Brandmal der Sklaverei tragen.

      Man muss sich von jedweder Habsucht und Sklaverei reinigen.[48] Von klein auf sollte man immer wieder über die Freiheit der Disziplin des Geistes sprechen. So kann man die volle Würde und Ehre erwecken. Ohne Ehre kann der Mensch doch nicht ehrlich sein. Man sollte nicht denken, dass Sklaverei von der Hierarchie gebilligt werden kann. Im Gegenteil, die Feurige Welt sucht keine Sklaven, sondern Mitarbeiter.

      Erachtet die Verfeinerung des Herzens als den Maßstab der Ehre. So werden wir nicht vergessen, dass gerade im gewöhnlichen alltäglichen Leben die Grundlagen der Größe der Welt gelegt werden.

 

      98.[49] Man muss um die Hierarchie besorgt sein. Die Hierarchie ist keine Obrigkeit, sondern eine Festung der Liebe. Nur aus Liebe wird jene Verehrung geboren, die Disziplin schafft. Aber nur wenige lieben den, der ihnen hilft; das bedeutet, die Unwissenheit ist groß.

 

      99. Wenn es schwierig ist, sich auf einen Gedanken zu konzentrieren, so ist es manchmal nicht leicht, sich von einem Gedanken zu befreien. Indessen muss auch diese Eigenschaft erworben werden.

      Die Ärzte

[Russisches Original. Seite 61.]


haben sich aufdrängende Gedanken festgestellt. Ein solcher Zustand kann nicht nur von Besessenheit, sondern auch von Unbeweglichkeit der Gehirnzentren herrühren. Man muss es verstehen, einen nutzlosen Gedanken gleichsam beiseite zu legen.

      Dazu kann man kleine Übungen durchführen: Sich selbst zwingen, einen Gedanken absichtlich aufzuschieben, als ob man das Gehirn massierte.

      Viele Menschen verstehen überhaupt nicht, worüber Wir sprechen; doch eine solche Unbeweglichkeit des Gehirns muss man durch verschiedene Aufgaben aufrütteln, so dass ein vorhergehender Gedanke in keiner Weise auf den nachfolgenden abfärbt. Eine solche Färbung beraubt gewöhnlich Neubildungen ihrer Genauigkeit.

 

      100. Wenn man sich aufdrängende Gedanken beobachtet, kann man wahrnehmen, dass sie gewöhnlich von höchst alltäglicher Art sind. Man kann sie als Produkt der Erde bezeichnen, doch trotz ihrer geringen Bedeutung suchen sie mit den erhabensten Ideen zu wetteifern. Man sollte sein Gehirn von diesen ungebetenen Gästen völlig reinigen.

      Gewiss, alles hat seine Zeit. Man kann alles erreichen, doch kleinen Nage-Würmern gelingt es, einen sehr starken Baum zu durchnagen. Sie lieben es besonders, den Anker des Vertrauens zu untergraben.

      Außer Zweifel kann man auch verhüllende Gedanken zulassen. Das Vertrauen zu verlieren ist furchtbar, dies kommt fast dem Verlust der Verbindung gleich. Wenn statt einer Verbindung plötzlich dumpfe Leere hereinbricht, ist das sicherlich ein Abgrund!

 

      101. Es ist richtig, alle verwesenden Substanzen aus dem Haus zu schaffen. Gleich schädlich wie sich zersetzendes Fleisch und abgestandenes Wasser sind faulende Früchte und verwelkte Blumen. Wenn jemand Maßnahmen ergreift, um abgestorbene

[Russisches Original. Seite 62.]


Blumen zu entfernen, kann man bemerken, dass sein Gefühlswissen leblose Pflanzen nicht allein im Namen der Schönheit entfernt, sondern auch weil er das Gesetz der Feinstofflichen Welt kennt.

      Da sich niedere Wesenheiten von Zersetztem nähren, begnügen sie sich in Ermangelung verfaulter Lebensmittel mit Pflanzen. Man kann denjenigen loben, dem der Geist das richtige Verhalten gegenüber der ganzen Umgebung eingibt.

 

      102. Dem Vertrauen entgegengesetzt ist Niedergeschlagenheit. Gerade Misstrauen gebiert diese schreckliche Viper. Doch Vertrauen erweckt die feurigsten, die göttlichsten Fähigkeiten des Geistes.

      In der Stunde des Vertrauens können sich Wesenheiten der Feurigen Welt den Menschen nähern, und das Wunder der Begeisterung schafft die schönsten Annäherungen.

      Man muss Vertrauen anerziehen, da die Menschen sonst in Leblosigkeit versinken. Vertrauen ist Gefühlswissen; es wird keinen Verrat geben, wenn wir wissen, wohin unser Streben gerichtet ist. Wir freuen Uns, wenn Wir uns einem Menschen nähern, der das Feuer des Vertrauens bewahrt. Viele herrliche Schöpfungen entstehen, wenn die Tore des Vertrauens, die durch Feuer gereinigten Tore offen stehen.

 

      103. Als Ich euch Städte aufzählte, in denen das Ritual der schwarzen Magie besonders entwickelt ist, wollte Ich nicht sagen, dass es dies an anderen Orten nicht gibt. Im Gegenteil, es gibt viele schwarze Logen, doch manche von ihnen geben sich ohne besondere Rituale dem Bösen als solchen hin. In jüngster Zeit kann man allerdings eine Wiederbelebung der ältesten schwarzen Messen wahrnehmen. Unter ihnen gibt es sehr schädliche, die durch ihren Rhythmus zerstörerisch sein können.

      Die schwarzen Logen begreifen gewöhnlich nicht, welchen kosmischen

[Russisches Original. Seite 63.]


Schaden sie anrichten. In ihrer Unwissenheit glauben sie, dass sie Böses nur in der gewünschten Richtung verursachen, in Wirklichkeit verletzen sie jedoch ganze Schichten der Atmosphäre.

      Vor allem gegenwärtig, da die feurige Zeit naht und schon viele Störungen des Gleichgewichts sichtbar sind, ist der durch finstere Beschwörungen angerichtete Schaden besonders schrecklich. Die Unwissenden wirken auch hier durch Zerstörung.

 

      104. Man muss die schwarzen Logen sehr vorsichtig zerstören. Es ist nicht so, dass sie nur als Oasen bestehen, vielmehr sickern sie in die scheinbar angesehensten Kreise ein. Deshalb ist es schwierig, das Böse auszurotten.

      Doch die Menschen, die sich auf der Seite des Lichts wähnen, helfen ungenügend, weil Vertrauen fehlt und nicht entwickelt wurde. Man kann Fälle direkten Verrats nennen, während die Menschen dies für Vertrauen hielten; so verwirrt sind die Begriffe.

 

      105.[50] Wenn ihr ein Haus betretet und auf dem Tisch des Hausherren eine Schlange bemerkt, was werdet ihr tun? Werdet ihr so lange überlegen, bis die Schlange euren Freund tötet, oder werdet ihr euch sofort entschließen, sie zu töten? Wir sagen: Rettet euren Nächsten vor dem Bösen. Vernebelt euren Kopf nicht mit Verwirrung, sondern handelt zum Wohl. Man darf einen Menschen und eine Schlange nicht auf die gleiche Stufe stellen. Man darf ein niederes Bewusstsein nicht mit dem Tempel des Bewusstseins gleichsetzen. Wenn wir aufhören zu unterscheiden, wo bleibt dann unsere Verantwortung der Welt gegenüber?

      Wer die Schlange rettet um den Freund zu verlieren, ist kein Held. Wer sich seiner Pflicht entzieht und dafür nach Worten der Entschuldigung sucht, ist kein Held. Wer nicht versteht, wo das Große und wo das Kleinen ist, ist kein Held.

[Russisches Original. Seite 64.]


Wer den Maßstab des Herzens verloren hat, ist kein Held. Der Führer kennt den Maßstab des Herzens und den feurigen Entschluss.

 

      106. Treten wir an das Schwierigste heran, an das, vor dem alle bisherigen Schwierigkeiten als segensreiche Stunden erscheinen. Das Schwierigste ist der Segen der Feurigen Welt. Dieser Eintritt ist so schwierig, dass es scheint, als könne noch nicht einmal unsere kleinste Zelle diese Welt des Entzückens ertragen. Es heißt, wenn alle Hüllen fallen und allein das Strahlen der Kühnheit verbleibt, durchschreitet das leuchtende Feuer die Tore, in die der Körper nicht eintreten kann. Doch um eine solche Kühnheit zu entfachen, lasst uns angesichts des Schwierigsten Entzücken bewahren.

      Deshalb denkt darüber nach, wie ihr euch das Dasein in der Feurigen Welt vorstellen möchtet. Wenn der Gedanke in der Feinstofflichen Welt ist tätig ist, ist er in der Feurigen Welt blitzschnell und löst sich von allen irdischen Maßstäben; dort ist das Siebente Licht[51].

 

      107. Das Siebente Licht ist das umfassendste, deshalb ist jedwedes irdische Erfassen schon ein Weg dorthin, wo jeder Geist strahlend leuchtet. Die Zerstörung des Erfassens und des Entzückens bildet das Haupthindernis für schnellen Fortschritt.

      Man muss die Existenz der Hierarchie der Welten lehren, die unbegrenzt ist. Mögen die Kinder wenigstens eine Andeutung der Schönheit der Unbegrenztheit erhalten. Zuerst wird das Wort ausgesprochen, doch nachher bildet sich der Begriff. Die Offenbarung der Feurigen Welt ist ein herrliches Entzücken.

 

      108. Die vollkommenste Maschine kann von dem kleinsten Steinchen angehalten werden; je feiner die Maschine, desto empfindlicher ist sie für jeden Fremdkörper.

      Trifft nicht das gleiche auch für

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das Herz zu? Deshalb soll man den Strom des Herzens so sehr hüten. Ist der Strom nach oben bestrebt, bemüht sich eine Vielzahl kleiner Sendungen, ihn zu unterbinden. Nicht nur bewusste und schädliche Sendungen, sondern auch chaotische Stäubchen suchen den emporsteigenden Strom aufzuhalten.

      Wenn wir jedoch davon wissen, wird unser Bewusstsein die ungebetenen Gäste nicht zulassen. Vom Kleinen bis zum Großen muss man auf der Hut sein, damit die Feinde den Faden nicht zertrennen. Schon geringes Misstrauen oder Bedauern verschiebt einen Grad des Stromes.

      Außerdem gibt es einen anderen Schaden. Wenn der Kontakt hergestellt ist, macht eine Abweichung von nur einem Grad auch den hohen Strom ungleichmäßig. Man muss verstehen, dass eine solche Störung von Strömen in vieler Hinsicht gefährlich ist. Alle Nervenzentren reagieren doch auf diese Ströme. Jedes Schwanken macht die Arbeit mehrerer Zentren zunichte. Deshalb muss man sich gegenüber den Strömen des Herzens sehr behutsam verhalten.

 

      109. Relativität wächst bis in Unbegrenztheit an – dasselbe Gesetz gilt auch für Wissen. Niemand in den Welten kann sich mit seinem Wissen zufriedengeben. Jeder Erwerb vergrößert progressiv das Bewusstsein des Nichtwissens. Der Kleinmütige mag sich vor der Unbegrenztheit des Wissens fürchten, doch wir wissen bereits, dass man diesem Gesetz nicht entrinnen kann, und bemühen uns täglich, uns an der Unbegrenztheit zu erfreuen.

 

      110. Freude an der Heldentat ist ein herrlicher Schild. Ihr wisst bereits, wie ihr durch Freude und Vertrauen Abgründe überschritten habt. Genauso muss man sich über die nächste herannahende Heldentat freuen. Nicht nur Mut,

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sondern besonders Freude macht euch unverwundbar. Sogar große Heldentaten wurden durch Freude und Vertrauen erleichtert.

 

      111. Zwischen der Feurigen und der irdischen Welt lässt sich ein schwacher Vergleich anstellen. Die Wesenheiten der Feurigen Welt ergreifen bei ihren seltenen Erscheinungen alle Maßnahmen, um das irdische Gleichgewicht nicht zu stören, und die irdischen Menschen treffen ihrerseits bei Annäherung solcher Wesenheiten ebenfalls Maßnahmen zum Schutz des Herzens. Indessen erträgt das Herz trotz aller Maßnahmen oft die feurige Spannung nicht, so dass die höheren Maßnahmen von oben und von unten diese Welten nicht verbinden können.

      Die höchst seltenen Fälle des Verkehrs können durch altes Karma* begründet sein, wenn während irdischer Leben eine lange segensreiche Zusammenarbeit bestand. Solche Zusammenarbeiten sind nützlich für die Ewigkeit. Die Begründung eines gemeinschaftlichen Lebens ist eine Stärkung der Zusammenarbeit. Wenn unser Blick in die Zukunft gerichtet ist, stellt jede segensreiche Zusammenarbeit eine weise Tat dar.

 

      112. Man kann den Willen durch ganz mechanische Mittel anspannen. Man kann dafür viele Beispiele und Vorschriften finden, doch Wir raten, die Stärkung des Willens aus dem Verkehr mit der Hierarchie zu schöpfen. Man kann sogar sagen, dass dies überhaupt das einzige Mittel für den Aufstieg des Geistes ist.

      Selbst der mechanische Pfad führt zum selben Ziel, doch über unnötigen Zeit- und Kraftaufwand. Der Verkehr mit der Hierarchie über das Herz befreit von Tantra und Magie. Natürlich, kleine fremde Behinderungen können dem Verkehr schaden, aber vergessen wir nicht, welchen Gefahren der Magier und der Tantriker ausgesetzt sind.

      Auf keinen Fall jedoch ist der Mensch weise,

[Russisches Original. Seite 67.]


der von seinem eigenen, abgesonderten Willen träumt; der Wille wächst und schwingt in den höheren Schatzkammern. Und wer um seinen eigenen Willen besorgt ist, ohne mit den Höheren Welten zu verkehren, befindet sich nicht auf dem rechten Pfad.

 

      113. Um die in Vergessenheit geratene Hierarchie wiederherzustellen, muss man ihre Zweckmäßigkeit annehmen, und zwar von allen Seiten her, vom Höchsten bis zum Niedersten. Auf diese Weise kann man den üblichen Irrtum der Menschen vermeiden, welche die Hierarchie scheinbar anerkennen, doch bei der geringsten Unbequemlichkeit für sich selbst sogleich wieder leugnen. Solche Übertretungen verhindern die Einbürgerung eines neuen Bewusstseins.

 

      114. Es wurde richtig bemerkt, dass Furcht die letzte Prüfung ist; wenn Gereiztheit, Zweifel und Versuchungen durchlebt wurden, bleiben die Schrecken der niederen Schichten. Doch wenn man den Verkehr mit der Hierarchie gestärkt hat, berühren diese abscheulichen Anblicke das Herz nicht mehr. Man kann sich sogar über die Versuche freuen, einem Schrecken einzuflößen, weil diese bereits an der letzten Grenze stattfinden.

 

      115. Wären die Menschen fähig, sich über die Beschaffenheit eines Tages Rechenschaft abzulegen, könnten sie vielen Schwierigkeiten entgehen.

      Gewiss ist Astrologie eine sehr exakte Wissenschaft, sie erfordert jedoch eine äußerst genaue Einstellung. Man kann sehen, dass die astrologischen Daten auf Ort und Zeit begrenzt sind. Das ist völlig begreiflich, wenn wir uns den Plan der sich kreuzenden Ströme vorstellen.

      So steht über allen bestehenden Ungenauigkeiten unserer astrologischen Deutungen der große Ratgeber – unser Herz. Diese beiden Quellen müssen vereint werden. Mögen die genauesten

[Russisches Original. Seite 68.]


Berechnungen der Astrologie mit dem Herzen verbunden werden. Das Herz wird in seiner lautlosen Sprache sagen, wo die Bedrängnis liegt, die auszuleben ist, oder die Freude, die man nutzen muss. Doch möge die Weisheit des Herzens sich nicht in Aberglauben verwandeln und die Tabelle des Astrologen nicht zu einem dürren Skelett werden. Viele kleine Umstände vibrieren im Raum, und nur das feurige Herz kann das unsichtbare Netz der Ursachen verstehen.

      Die Strahlen der Gestirne durchkreuzen Nationen, Geschlechter und Individuen. Man kann die Unabänderlichkeit des Chemismus der Gestirne[52] erkennen, doch die Zergliederung eines so unterschiedlichen Zusammenflusses muss sehr sorgfältig gedeutet werden.

      Das Herz hilft, es wird jedoch auch bei seinem Gefühlswissen von der Hierarchie geleitet. Mit Recht wenden die Menschen sich wieder dem Wissen der Astrologie zu, doch ohne ein feuriges Herz können sie in ein undurchdringliches Dickicht geraten. So lasst uns an das Herz denken, anders gesagt, an die Hierarchie.

 

      116. Wahrhaftig, die höchste Magie ist nichts vor dem Angesicht der Feurigen Welt. Man kann sich davon überzeugen, dass Magie mit den finsteren Kräften wetteifern kann, doch Feurige Wesenheiten sind selbst für die höhere Magie unerwartet.

      Ihr verehrt den Heiligen Sergius*, doch hat Er etwa jemals Magie zugelassen? Er hat sogar die „Beschäftigung des Verstandes“ nicht erlaubt und hatte dennoch flammende Visionen. Er ließ zur Erhebung des Herzens nur Arbeit zu. Darin übertraf Er viele geistige Pilger. Wir sprechen über das Herz, doch gerade Er fand die Kraft dieser Quelle. Sogar Schrecken widerstand Er nicht durch Beschwörungen, sondern durch das Gebet des Herzens.

[Russisches Original. Seite 69.]


      117. Die „Beschäftigung des Verstandes“ ist eine große Sache, doch nichts sollte begrenzt werden. Die Unbegrenztheit selbst weist auf das unerschöpfliche Licht hin.

      Man kann den Inhalt jeder menschlichen Zelle aufzählen und wird über die Unermesslichkeit des Raumes erstaunt sein. So sollte man sich der Quelle zuwenden, die sich auch vor der Unbegrenztheit selbst nicht fürchtet. Ein solcher Funke ist im Herzen eingelagert. Weder der Arzt noch der Baumeister noch der Wissenschaftler kommen ohne das Gefühlswissen des Herzens aus.

 

      118. Arbeit kann von viererlei Art sein: Arbeit mit Widerwillen, die zu Zersetzung führt; unbewusste Arbeit, die den Geist nicht stärkt; hingebungsvolle, liebevolle Arbeit, die eine segensreiche Ernte einbringt; und schließlich eine nicht bloß bewusste, sondern im Licht der Hierarchie geheiligte Arbeit.

      Ein Unwissender könnte vermuten, dass der ununterbrochene Verkehr mit der Hierarchie einen vom Streben zur Arbeit selbst ablenken könnte, doch im Gegenteil verleiht der ständige Verkehr mit der Hierarchie der Arbeit höchste Qualität. Nur die ewige Quelle vertieft die Bedeutung der Vervollkommnung. Man muss dieses flammende Maß der Arbeit festlegen. Die Annäherung an die Feurige Welt selbst erfordert als nächstliegende Stufe das Wissen um die irdische Arbeit. Wenige Arbeiter erkennen die Beschaffenheit ihrer Arbeit, doch wäre der Schaffende zur Hierarchie bestrebt, würde er augenblicks auf eine höhere Stufe rücken.

      Die Fähigkeit, der heiligen Hierarchie in seinem Herzen eine Wohnstätte zu errichten, ist auch „Beschäftigung des Verstandes“, doch eine solche Tat gelingt durch Arbeit. Wenn man die Zeit nicht allein für sich aufwendet, kann man sich bei der Arbeit an

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die Hierarchie anschließen.

      Möge der Herrscher im Herzen leben. Möge Er so unverzichtbar werden wie das Herz selbst. Möge der Atem den Namen des Herrschers ein- und ausatmen. Möge jeder Arbeitsrhythmus vom Namen des Herrschers erklingen. So muss jeder vorgehen können, der an die Feurige Welt denkt.

      Kann ich etwa den Herrscher belügen? Kann ich etwa vor dem Herrscher etwas verbergen? Kann ich etwa in Gegenwart des Herrschers selbst an Verrat denken? So möge jede Überlegung einen nur stärken und vor dem Übel des Kleinmuts und der Verfinsterung der Seele bewahren.

 

      119. Versteht es, jede Tat zu nutzen, um in eurer Umgebung Licht zu bringen, wo es finster ist. Wer wollte nicht erwachen, wenn abscheuliches Gebrüll das Gleichgewicht des Planeten stört?

      Man sollte sich daran erinnern, woher sich die Finsternis einschleicht. Zuerst löst das Erscheinen von Räubern einen Aufschrei aus, doch dann schützt der Mensch seine Arbeit und alles Schöne, das mit ihr zusammenhängt. Die Toten schweigen, doch sogar Schweigen kann Energie ansammeln.

 

      120. Wenn das Gefühl der Sklaverei sich als eine Schande der Welt erweist, muss man einen Epochenwechsel erwarten. Kann man sich denn vorstellen, dass die Erwartung Maitreyas* sich noch über vierhunderttausend Jahre hinziehen könnte? Worte haben mehr als einmal Irrtümer verursacht. Man kann sich nicht vorstellen, dass die Erde noch weitere Jahrtausende in Finsternis versunken bleibt. Man kann sich vorstellen, wie dann das Böse vorrückt, deshalb ist das wütendste Harmagedon* die Rettung.

      Die Weisen kommen nicht umhin, im Geist zu leiden.

 

      121. Die Welt ist nach schönen Prinzipien gebildet. Die Erklärung, der Welt zu entsagen, ist unrichtig. Der himmlischen Schönheit kann man nicht entsagen. Die ganze Welt ist

[Russisches Original. Seite 71.]


dem Menschen gegeben worden. Deshalb ist es richtiger, von der Entdeckung des Sinns der Dinge zu sprechen.

      Wenn eine Entsagung vor sich geht, betrifft sie äußerst entstellte Begriffe und die schädlichsten Taten, doch man darf diese abscheuliche Unwissenheit nicht unter dem herrlichen Begriff der Welt zusammenfassen!

      Die weltlichen Angelegenheiten müssen durchaus nicht unwürdig und beschämend sein. Hohe Bewusstseine haben sich große Mühe mit die Welt gegeben. Man darf ihnen nicht die Entstellungen der Unwissenheit zuschreiben!

      Beim Studium der Grundlagen der Feurigen Welt muss man vor allem Übereinstimmung über das Verständnis vieler Begriffe erzielen. Kann man denn Überessen, Ausschweifung, Diebstahl oder Verrat überhaupt als weltliche Angelegenheiten bezeichnen? Sie stehen sogar unter dem Verhalten der Tiere. Tiere kennen das erforderliche Maß, doch wenn der Mensch das rechte Maß vergaß, so deshalb, weil er die Welt verlassen hat und in die Finsternis versunken ist.

      Wer die Welt für wertlos hält, kann Rechtes nicht von Falschem unterscheiden. Wie könnte er das Feuer des Segens begreifen?! Er schaudert schon über die Möglichkeit, an die Feurige Welt zu denken. Raten wir den Freunden, allmählich die Welt vom Chaos zu unterscheiden. Raten wir den Freunden, ein Gespräch über das feurige Element als Gegenstand der allernächsten Entdeckungen zu beginnen.

 

      122. Die Flecken auf dem Saturn weisen nur auf kosmische Explosionen hin, die einen unerhörten Chemismus zur Erde senden. Es gibt viele ähnliche Erscheinungen, über welche die Wissenschaftler noch nicht einmal sprechen wollen. Die Kräfte des Raumes sind rastlos; man sollte nicht meinen, dass es schon morgen einen Kataklysmus geben wird, doch man kann

[Russisches Original. Seite 72.]


sich verstehen, welche neuen Chemismen sich dem kranken Planeten nähern.

 

      123. Die geistige Heldentat stellt sich den Kräften des Chaos entgegen. Man kann sogar frohlocken, wenn sich ein Anzeichen einer Heldentat nähert. Man kann sich freuen, wenn der Lehrer auf die Möglichkeit einer Heldentat hinweist.

 

      124. Die neuen planetaren Chemismen haben eine ungeheure Bedeutung. Man kann sich vorstellen, dass der Chemismus des Saturns eine bestimmte Art von Wesenheiten anzieht. Wer weiß, welche Strafe für jene vorbereitet wird, die Satan dienen? Ihr kennt seit langem die alte Legende über Satan[53]. Man muss bemerken, dass ihre [der Diener Satans] Wut sich bis zum Wahnsinn steigert. So ist er [der Fleck auf dem Saturn] für die einen bloß ein Fleck, für die anderen dagegen die Bestätigung der alten Legende. Viele Erscheinungen beziehen sich auf Harmagedon.

 

      125. Viele wertvolle Begriffe sind entstellt worden.

      Wenn Ich sage: „Sorgt euch nicht zu sehr um das Morgen“[54], heißt das nicht, dass Ich euch rate, ein Faulpelz zu sein. Man muss das ganze Denken in die Zukunft richten, man muss für die Zukunft arbeiten, doch die Sorge um die heilige Zukunft sollte man über die Hierarchie lenken. Dann wird die Sorge um das Morgen die gebührende Bedeutung erlangen.

      Furcht vor dem Morgen gleicht dem Amputieren von Händen und Füßen. Anstatt in die Zukunft zu fliegen, binden die Menschen sich durch Furcht und unterbinden ihre eigene Bewegung. Doch ohne die Hierarchie kann man tatsächlich so in Schrecken verfallen, als ertränke man in einem stürmischen Meer.

      Nur eine durch die Hierarchie geläuterte Sorge wird keine irdische sein, obgleich sie Tatkraft und Nützlichkeit bewahrt. Dabei ist eine solche geheiligte Nützlichkeit frei von jedwedem Eigennutz.

[Russisches Original. Seite 73.]


Die Nützlichkeit für das Gemeinwohl führt zum Verkehr mit der Hierarchie. Diese Beurteilung ist wiederum keine abstrakte Ethik, sondern der Pfad zur Feurigen Welt.

      Die Menschen sollten auch im irdischen Zustand jedes Samenkorn wählen, das zu einem Halm für den Faden des Verkehrs heranwächst. Für Feurige Wesenheiten ist es nicht leicht, in die irdischen Schichten einzudringen. Sollten wir nicht schon hier die dichten Hüllen mit unserem Bewusstsein durchstoßen? Es gibt viele Strebende, doch wenige werden von dem Gefühlswissen der Hierarchie gestärkt.

 

      126. Lasst uns darüber nachdenken, inwieweit Gehorsam bloß Zusammenarbeit bedeutet. Eine Zusammenarbeit, die bis zu den Höchsten Wohnstätten ausgedehnt wird, ist keine Last. Fanatiker werden wahrscheinlich in einem solchen unbegrenzten Streben Hochmut argwöhnen, doch der Kopf des Fanatikers berührt in der von ihm bevorzugten Lage dieselbe Große Unbegrenztheit. Daher sei den Fanatikern geraten, sich vor Aberglauben zu hüten. Lassen wir uns deshalb von keinen Stimmen verwirren, stärken wir uns an der Hierarchie, an dem lebendigsten Prinzip.

 

      127. Wir sprechen hier über das Höchste Prinzip, doch in der Welt werden jetzt Dinge der niedrigsten Ordnung geschaffen. So kann man den Wahnsinn ganzer Völker sehen. Gerade finden sechs Kriege statt, doch die Menschen nehmen sie nicht wahr. Gerade häuft sich das Böse wie ein Explosivstoff an, die Menschen aber bemerken den Vulkan nicht. Selbst kluge Regenten erschrecken vor diesen Erscheinungen nicht und meinen, dass alles schon irgendwie zu irgendetwas führen wird.

 

      128. In allem ist eine Erneuerung der Energien erforderlich. Die mächtigsten Erscheinungen bedürfen der höheren Ströme.

[Russisches Original. Seite 74.]


      Aufgabe der Schulen ist es, in den Schülern ein Verständnis für die Verbindung der Elemente zu entwickeln. Bisweilen dachte man, die Zusammensetzung der Luft sei überall dieselbe. Bis zum heutigen Tag denken die Menschen so, andernfalls hätten sie entsprechende Maßnahmen getroffen. Die Menschen trinken Wasser und sagen: Es ist einfach Wasser, und Feuer ist einfach Feuer. Doch selbst das Feuer kann vom Standpunkt der Feurigen Welt aus erforscht werden.

      Angefangen mit der Verschiedenartigkeit der elektrischen Erscheinungen kann man bis zum Leuchten von Gegenständen und Tieren gelangen. Bei einigen Fischarten kann man interessante Grade des Leuchtens finden. Wenn wir die Zusammensetzung dieses Leuchtens zu untersuchen beginnen, können wir neben den gewöhnlichen Prozessen etwas Unbeschreibliches sehen, besonders bei Wesen der Tiefsee. Bei diesen unter hohem Druck stehenden Organismen äußert sich eine der Eigenschaften des feinsten Feuers. So kann man an den Antipoden vergleichbare Fakten feststellen. Bei Luftverdünnungen und ätherischen Explosionen leuchten gleiche Differenzierungen von Fohat* auf.

      Die Wesen der mittleren Schichten können den Druck der Meerestiefen nicht aushalten, ebenso wenig können sie sich den ätherischen Schwingungen anpassen, gleichwohl werden erste Andeutungen von Beobachtungen bereits durchgeführt.

      Mit Wehmut haben Wir zwei Wissenschaftler beobachtet: Der eine stieg in die Tiefen, der andere in die Höhen. Beide hatten nützliche Aufgaben, doch keiner von ihnen hat die Erforschung des Grades des Feuers als Element in Betracht gezogen. Damit waren ihre Versuche natürlich unzulänglich. Bemerkenswert waren die Tiefen und noch mehr die Höhen. Doch der Grundgedanke des Strebens war richtig.

      Allmählich können Apparate erfunden werden, die ausreichend Schutz bieten, doch wenn man sich nicht

[Russisches Original. Seite 75.]


der Frage des räumlichen Feuers zuwendet, werden wieder wertvolle Möglichkeiten verloren gehen. Im feurigen Körper beobachten wir sehr vieles, dabei hilft uns allerdings die Hierarchie sehr. Doch es wäre äußerst angebracht, dass sich die Wissenschaftler der Frage des räumlichen Feuers zuwenden. Selbst wenn es nur andeutungsweise ist, würden sie auf den Druck des feurigen Elementes stoßen.

      Unsere Schüler ertragen diesen Druck durch vorbeugende Maßnahmen des Herzens; doch für die Massen bedarf es der Andeutungen von verschiedenen Seiten. Die Massen werden durch das feurige Element umkommen. Warum bemühen sie sich nicht, über dieses Element etwas zu erfahren?

 

      129. Ich rate nicht zu mittleren Maßen. Einen vorübergehenden Zustand als Vollendung hinzustellen, widerspräche der Evolution.

      Wenn ein Gebet über die Ruhe bei den Heiligen gesprochen wird, entspricht ein solches Maß weder dem einen noch dem anderen. Wisset, dass Ruhe bloß ein zeitlicher und außerdem ein mittlerer Zustand ist. Die sogenannten Heiligen haben keine Ruhe.

      Man kann sagen, dass der verwendete Ausdruck relativ ist, doch das Volk versteht unter Ruhe einen Zustand der Erholung. Wenn man aber zu den Menschen von der Anspannung in der Feurigen Welt spricht, würden nur sehr wenige ein solches Attribut eines höheren Zustandes begreifen.

      Wenn wir von einem Zustand dauernder Explosion bei höchster Anspannung sprechen, wird die Vorstellungskraft nicht genügen, um eine solche Anspannung anzuerkennen; also sagen wir: Nicht Anspannung, sondern Herrlichkeit!

      Der Pfad zu einer solchen Herrlichkeit führt über das Schöne. Wenn der Mensch in sich kein Streben zum Schönsten entfaltet, verschließt er seine Augen, doch das Höchste kann man weder schildern

[Russisches Original. Seite 76.]


noch sich ausdenken. Die Erscheinung des Herrlichen ist völlig unbegrenzt.

      Umso mehr wollen wir nicht bei den mittleren Maßen von Schlaf und Ruhe stehenbleiben. Ich bestätige, dass Ruhe das offenbarte Weltall nicht erschaffen hätte.

 

      130. Wer würde an einer Grube anklopfen, als wolle er durch die ganze Masse des Planeten hindurchgehen? Doch das Strahlen des Himmels muss sogar den verwirrtesten Verstand anziehen.

 

      131. Diejenigen, welche die Lehre lesen, mögen öfter ihr Verständnis überprüfen. Nicht nur die Anfänger, sondern alle müssen ihr Bewusstsein beobachten. Es heißt, dass das Bewusstsein eine Neigung zur Involution hat, aber das bedeutet bloß, dass das Bewusstsein, als feinstofflichste Substanz, immer genährt werden muss.

 

      132.[55] Die mächtigsten Avatare* tragen keine irdischen Auszeichnungen, sondern verwirklichen sich durch Geistschöpfung. Man sollte sich nicht darüber wundern, dass starke Geister von ihren Zeitgenossen nicht anerkannt werden; so soll es sein, denn ihre Maßnahmen betreffen die Zukunft, da die Niederlegung der Gesetze für einen Teil der Annäherung an die nächstfolgende Lebensstufe erfolgt.

      Rechnet damit, dass die Menschen niemals anerkennen können, dass die höchste Errungenschaft in der Entwicklung des Herzens besteht. Zusammenarbeit und Zusammenleben beruhen auf dem Herzen. Eine solche einfache Wahrheit kann nicht erkannt werden. Die Mechanisierung behindert das grundlegende Eindringen in die Feurige Welt.

 

      133.[56] Bestimmte Metalle verbinden sich leicht miteinander, andere hingegen stoßen einander ab. Man sollte diese Linien des Guten und des Bösen beobachten. Beide Seiten schaffen

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ganze zusammenhängende Ketten.

      Doch das Haupthindernis eines Staates besteht in der mechanischen Vermischung von gegensätzlichen Prinzipien, daraus ergibt sich eine vorzeitige Zersetzung. Das Herz und der Verkehr mit der Hierarchie werden sagen, welche Teile miteinander verbunden werden können.

      Der Mensch bedarf des Gleichgewichts zwischen Verstand und Herz. Zusammenarbeit ist eine Verwirklichung des Gleichgewichts. Die heilige Zahl des Pythagoras[57] ist das Gleichgewicht der Schönheit. Vieles von diesem Axiom ist für die gegenwärtige Zeit unanwendbar geworden. Es ist eine schwere Aufgabe, zu den Menschen über das Gleichgewicht zu sprechen.

 

      134.[58] Wettbewerb ist einer der schwierigsten Begriffe. Nur das feurige Herz versteht, wie viele Maßstäbe man dafür sowohl von der hellen als auch von der finsteren Seite anlegen kann. (…) Ein reines Verständnis für Vervollkommnung führt nicht[59] zu Wettbewerb. Dort, wo das Bewusstsein wild und ungezügelt ist, führt Wettbewerb zu gegenseitiger Zerstörung. Um den Wettbewerb herum nistet sich Neid ein. Er führt zu den raffiniertesten Verbrechen. Zusammenarbeit muss missverstandenen Wettbewerb ins Gleichgewicht bringen.

      Es ist nicht leicht, die Grenze vernünftigen Wettbewerbs für sich selbst zu erfassen. Das Wort Wettbewerb an sich ist schon gefährlich, in ihm kommt Eifersucht zum Ausdruck, anders gesagt, verdorbene Hingabe. Deshalb ist es besser, den Begriff Wettbewerb, wo immer möglich, durch den der Selbstvervollkommnung zu ersetzen.

      Viele Begriffe müssen von ihrem zeitgemäßen Verständnis her überprüft werden. Man muss anerkennen, dass eine richtige Geschichte der Religionen die Wurzeln vieler höchst entstellter Begriffen enthüllen würde. Man muss darauf achten, dass die Sprache der grundlegenden Begriffe wohlklingend und so bestimmt wie möglich

[Russisches Original. Seite 78.]


ist.

      Man kann die Sprache durch neue Definitionen bereichern, doch gedankenloses Pfeifen wird keinen Nutzen bringen. Jeder Buchstabe bedeutet nach seinem Klang eine Schwingung der Zentren. Es ist unsinnig, nutzlos den Gleichklang zu stören.

      Wendet eure Aufmerksamkeit dem Klang alter Ortsnamen zu. Die neuen Namen erzeugen nicht immer die gleiche nützliche Schwingung. Die alten Namen hatten eine uralte Bedeutung. Oft kann keine Philologie die von mächtigen Völkern gelegten Wurzeln nicht entdecken. Umso sorgfältiger müssen wir uns gegenüber einem unbekannten, aber unsere Herzen zum Klingen bringenden Erbe verhalten.

 

      135. Es sei an folgendes Märchen erinnert:

      Ein Denker überbrachte den Menschen ein wunderbares Heilmittel, man musste es aber in einem verschlossenen Kästchen tragen. Keiner der Menschen konnte sich entschließen, das Kästchen zu öffnen, denn weil sie ihrem Wesen nach urteilten, vermuteten sie darin Gift oder eine Viper.

      So kann man den schönsten Schatz darbieten, doch die Menschen werden ihn für Gift halten. Was bleibt ist, dass die Menschen einen Schatz in Empfang nehmen und dabei von Ängsten vor Unglück getrieben werden. Was soll man tun, wenn Satan das Misstrauen so fest eingeimpft hat?

 

      136. Wohl denen, die auch nur einmal darüber nachgedacht haben, welche Möglichkeiten ihnen für den Dienst gegeben wurden. Ein einziger solcher Gedanke öffnet schon die ersten Tore zur Feurigen Welt.

      Wer in seinem Stolz meint: „Nur ich selbst werde zum Ziel kommen“, nutzt die Möglichkeiten, um seiner Selbstsucht zu dienen. Welche Absonderung erklingt im Prahlen über sich selbst! Welche Einsamkeit ist der Kerker der Ichsucht!

      Wie freudvoll hingegen ist der Gedanke:

[Russisches Original. Seite 79.]


„Auch das kann ich Dir noch darbieten, Herrscher!“ Für eine solche Darbringung des Herzens gibt es keine Beschränkungen! Erhebt sich das Herz denn nicht, wenn es den Schatz der Darbringungen zu finden sucht? Die feinsten Gedanken umgeben ein solches Bittgebet. Die Darbringung des Herzens ist wirklich ein Gebet. Sie öffnet viele Tore.

      Nicht das Bewusstsein der eigenen Verdienste, sondern die gänzliche Darbringung seiner selbst hilft, die Schwelle zu überschreiten. Wenn die Darbringung vollständig ist, führt sie an allen schrecklichen Erscheinungen vorüber. Zu denen, die auf der Schwelle verweilen, kann man sagen: „Ich habe keine Zeit, euch anzusehen!“ So ist die Darbringung eine Erleichterung.

 

      137. Es ist wirklich unzulässig zu versuchen, Karma absichtlich oder zwangsweise zu ändern. Die Herren des Karma fügen jeden Zwang dem Kelch der Verurteilung hinzu, doch können Sie Karma dort erleichtern, wo Vervollkommnung und Darbringung ohne Berechnung erfolgen.

      So erleichtern wir uns den Pfad zur Feurigen Welt, wenn wir willens sind, so gut wie möglich zu handeln. Es liegt nicht an uns zu ermessen, was das Beste ist, doch der Herzenswunsch führt zu den leuchtenden Toren.

      Enthaltet euch jedes Gedankens an Selbstsucht und überlasst es dem Herzen, euch den kürzesten Weg entlang zu führen. Das Herz wurde als einzigartiger Magnet zur Feurigen Welt verliehen. Nicht ohne Grund sind sowohl auf der Erde als auch in der Feinstofflichen Welt viele Herzen bedrückt. Das Herz ist doch feuriger Natur und grämt sich über alle Hindernisse für die Wiedervereinigung mit seiner Heimat.

 

      138. Es ist richtig, sich vom Spiritismus fernzuhalten. Die Finsteren haben diesen Weg gewählt, damit das Böse durchdringt und ausgesät wird. Man kann alles in Lauterkeit überdenken, doch ein dunkles Bewusstsein findet in allem den Weg in die Verdunkelung.

[Russisches Original. Seite 80.]


      Vor allem jetzt ist es notwendig, alle unklaren Kanäle zu meiden. Man muss mit allem seinen Streben zum Licht gehen. Ich bestätige, dass es jetzt notwendig ist, sich durch das Herz zu stärken, denn die Zeit ist von Gift erfüllt.

 

      139. Wer würde schweigen, wenn Lästerungen geäußert werden? Jedes lebendige Herz wird doch sagen: „Wir sind nicht mit euch, Lästerer!“ Lästerung ist eine gefährliche Krankheit. Doch darin, dass sie eine Krankheit ist, darf man keine Rechtfertigung suchen. Und diese Krankheit ist äußerst schändlich. Wenn das Herz lebendig ist, wird es sich auf jede Weise einer Ansteckung durch Lästerung widersetzen. Man denke an den heldenhaften Widerstand selbst von Seiten der Kinder, wenn ihre Herzen rein waren.

      Gesegnet seid ihr, die ihr euch der Lästerung widersetzt!

 

      140. Es ist nicht nur notwendig anzuerkennen, dass es keine Leere gibt, sondern auch, das umgebende Leben zu verstehen. Das Verständnis für das Leben, das uns verbindendet und gegenseitig nährt, zeigt, wie allgegenwärtig die psychische Energie ist.

      An den kleinsten Beispielen, an unvollkommenen Mikroorganismen kann man eine erstaunliche Allanfüllung studieren. Alle möglichen Ströme, Strahlen und Chemismen durchdringen die Massen von Wesenheiten, und die psychische Energie hält sie nicht nur nicht zurück, sondern sie übermittelt sie weiter.

      Wenn wir von der reinsten Luft oder gar vom reinsten Prana* sprechen, setzen wir nichtsdestoweniger Allanfüllung voraus, und zwar die Anfüllung mit verschiedenen Spannungen. Eine solche physische Anfüllung wird zur Erkenntnis der Höheren Welten beitragen. Wahrhaftig, alles lebt und alles offenbart dieselbe Energie.

      In dieser primitiven Sachlage

[Russisches Original. Seite 81.]


ist die Transmutation alles Bestehenden enthalten. Tod wird zu einem Ortswechsel und Leben unvermeidlich zu einer Zusammenarbeit. Die ganze Annäherung an die Feurige Welt besteht in der Anwendung der entsprechenden Eigenschaften.

      Es ist traurig zu sehen, wie die Menschen sich beschränken und das Universum zu verstümmeln suchen. Vielleicht werden Überproduktion, Wettstreit und Entstellung des Sinns des Lebens die Menschheit in eine Sackgasse führen, und dann wird sie genötigt sein, nachzudenken. Denn wenn man alle Beschränkungen aufhebt, wird es damit auch zu einer Anerkennung der Höheren Welten kommen.

      Wenn Wir zur Feurigen Welt aufrufen, müssen Wir zu einem Vergleich mit Mikroorganismen Zuflucht nehmen und die Menschen auf diese Weise nötigen, über die Anfüllung mit ununterbrochenem Leben nachzudenken. Natürlich ist es leichter, über alle Mikroorganismen hinaus mit dem Herzen denken. Man muss zu einer solchen Lösung aufrufen.

 

      141.[60] Man kann beobachten, wie heftig die Menschen heutzutage dem Begriff des Führers widersprechen, ihn aber gleichzeitig glühend erwarten.

      Es ist lehrreich, den Zwiespalt der Prozesse des Gehirns und des Herzens zu beachten. Das Gehirn folgt der herkömmlichen Denkweise und wiederholt die vorgeplapperten Formeln. Doch das Herz, selbst wenn es schwach und unausgeglichen ist, bewahrt Körnchen der Wahrheit. Dort, wo das Gehirn in Verneinung Stärke findet, erbebt das Herz, wenn auch zaghaft, vor Freude über die Nähe einer Lösung.

      Menschen, die dem Aufbau widersprechen, haben gewöhnlich nichts anderes vorzuschlagen. Gerade solche Widersacher sind unter den ersten, die dem Führer folgen. Sie werden zwar flüstern, dass sie nicht einverstanden sind, doch die Weisung ziemlich genau

[Russisches Original. Seite 82.]


ausführen. Weniger aufgrund ihrer sklavischen Natur, als aufgrund der Arbeit ihres Herzens nehmen sie die Hierarchie an.

      Das zeigt, dass es im Augenblick der Gefahr notwendig ist, das Gleichgewicht in der Nähe einer starken Macht aufrechtzuerhalten. Deshalb möge sich der Führer von diesen gespenstischen Stimmen nicht verwirren lassen.

 

      142.[61] Warum gibt es so viele Prüfungen, wenn das Herz die geistige Verwandlung vollbringen kann? Die Antwort ist einfach: Das Herz wurde vernachlässigt und nicht im Leben angewandt. So müssen viele Menschen ihr Bewusstsein durch Prüfung verbessern.

      Wenn ihr Diener einstellt, werdet ihr entweder eine Prüfung ansetzen oder ihren Augen trauen. So kann auch das Herz in einem Blick überzeugend aufleuchten, doch der Verstand kann die Augen Öllämpchen aus Zinn gleichsetzen. Ratet daher bei jeder Gelegenheit zum Weg des strahlenden Blickes.

 

      143. Was ist Liebe zum Guten? Man muss verstehen, dass sie nicht nur das Vollbringen guter Taten umfasst, sondern auch die Fähigkeit, sich durch das Guten entzücken zu lassen. Die letztere Bedingung wird gewöhnlich nicht angenommen und bleibt unverstanden, man muss sie den Menschen einimpfen und anerziehen. Nur Entzücken durch das Gute bringt Herzenswärme hervor. Die Offenbarung der Liebe zum Guten enthüllt viele Einzelheiten des Guten, die anrührend in ihrem Wesen sind.

      Man kann nützliche Vergleiche übersehen, die das Herz verfeinern können. Eine solche Verfeinerung bewahrt vor dem Zufügen von Beleidigungen. Wer beleidigt, hat die Feurigen Tore schon verschlossen; er hat sich an der Menschenwürde vergriffen und sich auf diese Weise vor allem selbst herabgesetzt.

      Als Ich über die Feurige Welt sprach, war die Liebe zum Guten natürlich

[Russisches Original. Seite 83.]


eine feste Grundlage für den Aufstieg; und wie schön ist es, wenn man sich am Guten zu erfreuen versteht. Wie auserlesen ist es, die Blätter des Lotus des Guten zu erkennen! Auch Wir freuen Uns über jeden Ausdruck einer solchen Freude. Wie rein ist doch eine solche Freude am Guten! So möge sich jeder, der von der Feurigen Welt träumt, vor allem mit Liebe zum Guten ausstatten.

      Die Zeiten sind derart angespannt, dass Ich eine Weisung geben möchte: „Möge jeder, der beleidigt, sich selbst Vorwürfe machen; Wir aber werden ihn nicht schützen.“ Es gibt genug Komplikationen. Wir müssen die Energie gerecht zumessen. Möge jeder sein eigenes Herz fragen: Wo ist die Grenze der Beleidigung? Man darf die Kräfte nicht durch gegenseitige Kränkungen vergeuden.

 

      144. Die Entsprechung der Eigenschaften des Bewusstseins bietet die Möglichkeit, die Feurige Welt zu betreten. So muss neben Liebe zum Guten Abscheu vor dem Bösen vorhanden sein. Liebe zum Guten allein ist ohne Abscheu vor dem Bösen nicht wirksam.

      Abscheu vor dem Bösen ist eine höchst wirksame Eigenschaft, sie erweist sich als ein Prüfstein für das Böse. Der Verstand trägt nicht genügend dazu bei, das Böse zu erkennen. Es finden sich viele Überlegungen, in denen sich eine Viper verbirgt. Das Gefühl des Herzens der Abscheu vor dem Bösen jedoch irrt nicht. Die Nervenzentren erzittern bei einer Berührung mit dem finsteren Prinzip. Dieses Zeichen des Herzens darf man nicht missachten, und so bildet sich der Widerstand gegen das Böse.

      Man kann wahrnehmen, wie der Strom des Herzens die Rüstung der Ausstrahlungen augenblicklich stärkt. Zu einem solchen Krieger kann man sagen: „Wahrlich, Bruder, du ziehst zu Felde.“ Oder wie ein Einsiedler sagte, der sich mit einem Hund verglich, der ein wildes Tier wittert: „Obgleich das Auge noch nicht sieht

[Russisches Original. Seite 84.]


und das Ohr noch nicht hört, empfindet doch das Herz bereits und zieht zu Felde, denn für ein reines Herz ist das Böse unerträglich.“ Das Böse kann sich mit vielen Gewändern schmücken, doch keine Maske wird ein wachsames Herz täuschen. So lasst uns die für die Feurige Welt notwendigen Eigenschaften betrachten.

 

      145. Manchmal seht ihr euch selbst in einem genauen Ebenbild lebendig vor euch. Ein solches Gesicht zeigt, dass das Auge nur ein Mechanismus ist, das Sehen aber in den Nervenzentren vor sich geht. Eine solche Anspannung des Zentrums kann man ebenfalls als eine feurige Eigenschaft betrachten.

      In der Feurigen Welt gibt es ein Sehen des Geistes, die des Mechanismus’ der Augen nicht bedarf. Man kann das feurige Auge leichter beherrschen, wenn man bereits im irdischen Zustand Schimmer solcher geistigen Erleuchtungen hat.

 

      146. Die Erfüllung von Wünschen findet viel häufiger statt, als man denkt. Man muss allerdings diese Erfüllung anerkennen. Man muss gerade den Beginn einer solchen Regung spüren. Ich kenne viele Fälle, in denen Menschen den Beginn einer verheißenen Erfüllung grob unterbunden haben. Auch in dieser Beziehung kann man raten, Gereiztheit und Zweifel zu vermeiden. Wie die Wolken die Sonne verhüllen, so unterbricht Gereiztheit die Leitung des Herzens.

 

      147. In jedem Gegenstand sind neben vollkommenen auch chaotische Teilchen zu finden. In jeder Sache kann man entweder die vollkommenen oder die chaotischen Teilchen zur Tätigkeit hervorrufen. Neben magischen Hervorrufungen, gegen die Wir des Öfteren gesprochen haben, führt jeder Mensch durch die Herzenergie

[Russisches Original. Seite 85.]


ständig Hervorrufungen durch. Wenn ein Mensch an die Unbequemlichkeit eines Gegenstandes denkt, wird dieser tatsächlich unbequem. Denkt ein Mensch hingegen an einen schönen Gegenstand, beginnen dessen vollkommene Teilchen tätig zu werden.

      Unwissende Menschen schreiben eine solche Erscheinung der Autosuggestion zu, doch jene, die über die Natur der Dinge Bescheid wissen, verstehen dies als Magnetismus des Gedankens. Natürlich offenbart er sich in verschiedenen Graden, doch immer kann man bemerken, dass ein Gegenstand durch den menschlichen Gedanken gleichsam belebt wird. Der Mensch braucht diese natürliche Kraft nur zu erkennen, um sie in allen Lebenslagen segensreich anzuwenden.

      So gebieten Yogis ihren Schülern oft, mit Gegenständen zu sprechen. Worte sind Schiffe des Gedankens. Solange wir nicht gelernt haben, mit den Gegenständen umzugehen, werden wir die Kraft des Gedankens in der Feurigen Welt nicht verstehen. Betrachtet es als Glück, dass man sich auch im irdischen Zustand den richtigen Umgang mit Gegenständen angewöhnen kann.

      Ist es nicht herrlich, dass selbst die einfachsten Menschen die schönen Teilchen hervorrufen und den Fluss der chaotischen zum Stillstand bringen können? Man möge verstehen, dass auch unsere Sinne sich durch die Anerkennung des Lebens alles Bestehenden, an dem wir teilnehmen, schärfen.

 

      148. Erinnerungsgegenstände nehmen leicht die Bedeutung eines Talismans an. Auch Gedenktage stellen einen nützlichen Rhythmus her. Man muss verstehen, dass Erinnerungsgegenstände Wellen von Liebe hervorrufen und gleichsam eine Reinigung der Aura herbeiführen.

 

      149. Da der Mensch alles vergisst, vergisst er auch seine eigene Bestimmung.

      Nicht zufällig erinnert die Legende

[Russisches Original. Seite 86.]


an die Verwandlung in den tierischen Zustand. Dem Menschen sind viele Beispiele gegeben worden, damit er sich rechtzeitig in acht nehmen kann, aber nie zuvor gab es so viele Tier-Menschen wie heute. Und der äußere Deckmantel enthüllt bloß das innere Geschwür. Die Lehre ruft die Menschen auf, sich selbst zu helfen und ihre eigene Natur zu achten.

      Doch das tiefste, finsterste Geschwür gilt als anständig für jene, die an Satan glauben. Es ist  nicht möglich sich vorzustellen, wie viele Menschen sich satanischen Ritualen hingeben! Ganze Schulen sind mit der Verbreitung solcher verderblichen Vorhaben beschäftigt. Ich habe euch bereits viel über schreckliche Vorfälle berichtet, doch wenn Ich neue Verbrechen sehe, kann Ich nicht umhin, euch nochmals zu warnen.

      Wundert euch nicht über Schwindelgefühle und Kopfschmerzen; jedes Teilchen eurer Energie ist angespannt und wachsam, denn man muss sich vor vielen Geschossen hüten. Von den Finsteren wird eine nie dagewesene Nekromantie[62] angewandt, um die niedersten Geister hervorzurufen; die Folgen sind ihnen gleichgültig, sie müssen sich nur für eine Stunde stärken. Doch gewiss nähert sich der Rückschlag.

 

      150.[63] Man muss klar unterscheiden, mit wem genau man arbeiten kann, doch wenn die Auswahl der Mitarbeiter erfolgt ist, sollte man sie nicht an die Vergangenheit erinnern. Was kann nicht alles in der Vergangenheit geschehen sein. Gewöhnlich werden die Menschen von den Netzen der Vergangenheit verschleiert.[64] Sie hindert nämlich daran, sich gänzlich der Zukunft zuzuwenden. Und welche kleinen irdischen Steine der Vergangenheit hindern einen, den Pfad eiligst fortzusetzen! Man sollte sich aber an den eiligen Pfad gewöhnen, es gibt keinen anderen. Viele Unglückliche und Leidende zählen die Augenblicke und warten auf Hilfe. Ist es möglich, dass wir uns da nicht beeilen?

[Russisches Original. Seite 87.]


      151.[65] Man sollte zwischen Widerrede und einer besonderen Arbeitsweise streng unterscheiden. Wenn ein Linkshänder mit der linken Hand schafft, wird der Sinn seiner Errungenschaft zur Arbeit mit der rechten Hand nicht in Widerspruch stehen. Doch die Menschen sind durch herkömmliche Maßstäbe beschränkt, sie können noch nicht einmal in der heutigen Zeit verstehen, worin der Wert der Arbeit liegt, und jede ungewöhnliche Methode erregt bereits Misstrauen.

      Was für ein abscheuliches Gefühl ist Misstrauen, es hat mit der Feurigen Welt gar nichts gemein! Ein Anfall von Misstrauen stellt den Menschen unter das Tier, dem sein Instinkt bleibt, wohingegen Misstrauen alle Gefühle zerfrisst. Es ist in der Tat ein Überbleibsel aus den finstersten Zeiten. Glücklicherweise kann es durch Suggestion geheilt werden, doch man darf eine derartige Infektion nicht unterschätzen.

 

      152. Man muss den Pfad der Feurigen Welt liebgewinnen. Kein Streben wird helfen, wenn es nicht durch Liebe beschützt wird. Gerade das Feuer der Liebe steht doch nach seinem Chemismus der Feurigen Welt näher als alles andere. So wollen wir uns selbst an schwierigen Tagen darin üben, Leitungen der Liebe zu schaffen. Selten verstehen die Menschen, dass die Liebe ein wirksames feuriges Prinzip ist.

      Meistens vernachlässigen die Menschen die heilsamsten Eigenschaften der Liebe. Gerade durch diese Eigenschaften besiegt der Mensch alle Offenbarungen der Finsternis am leichtesten. Wir wollen keine Beispiele anführen, sondern bloß die Heilsamkeit der Liebe hervorheben. Die Menschen fühlen sich durch diese Heilkraft besonders angesprochen. Sie träumen von einem Lebenselixier, doch ihr armseliges Vorstellungsvermögen kann außer dem Leben auf der Erde nichts vorschlagen. So lasst uns nicht vergessen, dass Vorstellungsvermögen eine Eigenschaft der Feurigen Welt ist.

[Russisches Original. Seite 88.]


      153. Man kann nicht nur eine zeitweilige Entrückung, sondern auch andere Erscheinungen bemerken. Zum Beispiel: Ein Mensch legt sich mit einem bestimmten Gedanken schlafen und erwacht mit dessen Fortsetzung bei dem nächstfolgenden Wort. Das heißt, sein Geist war auf eine völlig andere Ebene entrückt und verband nachher sein irdisches Bewusstsein wieder mit dem bestimmten Wort. Das heißt, dass in der Feinstofflichen Welt eine völlig andere Ebene des Bewusstseins gebraucht wird. So muss es sein, wenn die Menschen auch dort das irdische Bewusstsein bewahren. Ein solches schwerfälliges Denken wird sogar schädlich sein.

      Stellt euch einen Menschen vor, der aus einem dunklen und stickigen Raum in einen wundervollen Garten hinaustritt. Wenn er bei einer solchen einschneidenden Veränderung nicht sein Denken erneuert, erweist er sich als höchst unempfindlich. Solche Persönlichkeiten findet man unter seelenlosen Menschen. Doch wie widerwärtig sind sie inmitten einer schönen, erhebenden Umgebung – wie ein Schmutzfleck!

      Doch sogar irdischer Schmutz ist schwierig zu entfernen; deshalb sind Wir bemüht, das Bewusstsein durch die Feinstoffliche Welt hindurch in die Feurige Welt zu übertragen. Oft geht eine solche Bestrebung über die Kräfte hinaus, doch sogar im schlimmsten Fall bringt sie einen in den Sphären der Feinstofflichen Welt voran.

      So fordern Händler einen hohen Preis, um wenigstens etwas zu erhalten, ein schwacher Trost! Um in der Feinstofflichen Welt ein wenig voranzukommen, möge das Bewusstsein sich in den Herrlichsten Garten hineinziehen lassen. Das ist Unsere Weisung – ohne kleine Maßstäbe.

 

      154. Ihr habt gelesen, dass die Alten beim Verkehr mit den Höheren Kräften ihren Kopf mit einem Umhang bedeckten, und ihr konntet hören, dass dieses Gewebe aus Wolle und von roter Farbe war.

[Russisches Original. Seite 89.]


Ebenso konntet ihr hören, dass die Ohren mit roter Watte verstopft wurden.

      Solche mechanischen Verfahren hatten ihre Bedeutung, sie dienten als Schutz gegen Strahlungen und kondensierten die Energie. Doch wir wollen dort keine Zuflucht zu mechanischen Verfahren nehmen, wo der ganze Sinn in der Zukunft liegt, im unmittelbaren Anschluss an die Hierarchie. Nur ein Herz, das in nichts als in Liebe gehüllt ist, verbindet uns mit den Höheren Kräften. Der Mantel der Liebe ist das heiligste Gewebe.

 

      155. Weiß ein Mensch, wann er seine beste Tat vollbringt? Weiß jemand, welches seiner Worte den größten Einfluss ausübte? Weiß jemand, welcher seiner Gedanken die höchsten Sphären erreichte? Niemand weiß dies. Vielleicht würde eine solche Kenntnis das Streben nach Entwicklung unterbrechen, denn sie könnte Stolz hervorrufen. Der Gedanke erreicht manchmal wirklich die Höheren Sphären und bleibt wie ein Tautropfen auf dem Altar. Doch der innere Wert eines solchen Gedankens kann nicht mit irdischen Maßstäben ermessen werden.

      Die Menschen vermeiden viel zu oft geringschätzig jene Gedanken, die den Höchsten Herzen Freude bereiten. So lasst uns die besten Gedanken in den Raum senden. Schmücken wir uns nicht selbst mit dem Bewusstsein unserer Flüge. Mögen sie wie die tägliche Nahrung das Herz für die Aufnahme der Feurigen Welt stärken.

 

      156. Was ist Hypochondrie[66]? Viele verwechseln sie mit Autosuggestion, doch die letztere ist nur die Folge der ersteren. Hypochondrie ist ihrem Wesen nach sehr ansteckend und zerstörerisch. Physiologisch kann sie als Zersetzung

[Russisches Original. Seite 90.]


der Herzenergie definiert werden. Ein solcher Prozess unterbricht die schützende Arbeit der Nervenzentren. Es geht nicht darum, dass Autosuggestion den Feind in die Festung hineinführt, sondern weit schlimmer, anstatt Widerstand zu leisten, öffnen die Verteidiger der Festung dem Feind die Tore.

      Dies ist schwer zu heilen, da Hypochondrie nicht immer der Suggestion unterliegt. Der Prozess der Zersetzung kann durch Suggestion nicht ausgefüllt werden. Man muss diese Wunde des Nervengewebes heilen. Dieses kann man nur durch Heldentaten der Nerven stärken. Das bedeutet, Hypochonder müssen mit den heftigsten und dabei völlig unerwarteten Einwirkungen konfrontiert werden, um eine unmittelbare Anspannung des Nervengewebes zu erzeugen. Eine solche Anspannung ist Gymnastik für die Nervenzentren.

      Ruhe und Überlastung der Nervenzentren sind nicht immer nützlich, ungeachtet der üblichen Ratschläge der gewöhnlichen Ärzte. Im Gegenteil, die alte Weisheit besagt: „Du hast Angst, daher wirst du doppelt erschreckt werden. Du hast aufgehört, dich zu fürchten, das heißt, du kannst die Feurigen Tore schauen.“

      Man darf Hypochondrie nicht mit Zweifel verwechseln. Natürlich sind beide Schwestern einer Mutter: der Unwissenheit. Hypochondrie ist der Prozess einer gewissen Denkart, während Zweifel ein finsteres Hindernis darstellt. Es ist schwierig zu sagen, welche Viper schädlicher ist. Man sollte sich von Hypochondrie, diesem sperrenden Hindernis für die Feurige Welt befreien.

      Denkt nicht, dass viele Definitionen synonym sind. Denkt über sie nach wie über verschiedene Aspekte. Wer weiß, welcher von ihnen das größte Fenster zur Erkenntnis von Ursache und Wirkung öffnet?

[Russisches Original. Seite 91.]


      157.[67] Tatsächlich, Grausamkeit muss ausgemerzt werden; nicht nur Grausamkeit in Taten, sondern auch Grausamkeit in Gedanken; letztere sind schlimmer als die Tat selbst. Vom Kindesalter an muss man die Keime der Grausamkeit mit staatlichen Maßnahmen unterbinden. Dieser Aussatz niederen Denkens muss als die unmenschlichste, stumpfsinnigste und bösartigste Finsternis gereinigt werden.

      Kinder sind so lange nicht grausam, bis sie die erste grausame Tat sehen; genau diese öffnet den Strom des finsteren Chaos. Nur wenige sind schon selbst bereit, dem Strom der Finsternis zu widerstehen. Eine solche Aufspeicherung des Bewusstseins ist selten. Man darf eine solche Errungenschaft nicht in jedermann vermuten; im Gegenteil sollte man Maßnahmen treffen, die der niedersten Stufe entsprechen.

      Auch werden wir nicht leblos das hohe Gebot „Du sollst nicht töten“ wiederholen! Wir werden vielmehr darüber nachdenken, wie am meisten getötet wird: mit der Hand, mit dem Wort oder mit dem Gedanken? Man muss daran denken, dass der Gedanke der Menschen zum Töten höchst bereit ist.

 

      158.[68] Ihr selbst wisst, dass der Pfad der Freundschaftlichkeit der sicherste ist. Erinnern wir uns, welchen Gefahren wir durch Freundschaftlichkeit entronnen sind. Vielleicht kennen wir die Grenzen und Ausmaße solcher Gefahren gar nicht. Das Herz aber bezeugt, dass gerade die Freundschaftlichkeit in den schwersten Stunden geholfen hat.

 

      159. Es ist richtig, die Eigenschaften der Substanz der Gedanken mit denen von Gasen zu vergleichen. Jedes Gas hat außer seinen bereits enthüllten Eigenschaften viele andere, die nicht mit physischen Apparaten erforscht werden können.

      Niemand wird zu behaupten wagen, dass die Wirkungen eines Gases verschwunden sind; man kann nur sagen, dass unsere Instrumente die Spuren der Gase nicht mehr registrieren. Doch

[Russisches Original. Seite 92.]


niemand kann sagen, in welchem Ausmaß das Gas den Raum verwandelt, in den es eindringt, und inwieweit es auf Lebewesen einwirkt. Ebenso wenig kann das Feld der Verbreitung der Gedanken bestimmt werden.

      Auch kann niemand physisch bestimmen, inwieweit der Gedanke auf das Leben einwirken kann. Es ist erstaunlich, dass das Leben von heftig verfluchten Personen manchmal gleichsam keiner Gefahr ausgesetzt ist. Dafür gibt es viele Gründe. Vielleicht ist ein solcher Mensch für das Karma eines ganzen Landes notwendig. Vielleicht ist der Gedanke nicht stark und nicht rhythmisch. Schließlich wird die Aufspeicherung des Gedankens vielleicht nicht heute, sondern erst morgen zu wirken beginnen. Auch in diesem Fall sind irdische Maße relativ.

      Der Gedanke wird vor allem durch mangelndes Verständnis des Karma geschwächt. Es bedarf vieler Anstrengungen, damit der Mensch das schöne Gesetz von Ursache und Wirkungen im Gedächtnis behält. Eines kann man raten: Lasse dich niemals von Ratschlägen des Bösen beeinflussen!

 

      160. Anhand von vielen Beispielen kann man verstehen, wie weise die Hierarchischen Kräfte des Fortschritts eingeteilt werden. Ihr seht selbst, wie ein von euch verehrter Tatmensch im Kloster verblieb, weil Seine geistigen Kräfte nahe dem Herd der Aufspeicherungen entflammten. Nur Unwissende glauben, dass Er bloß aus irdischen Erwägungen nicht selbst auf das Schlachtfeld hinausging.[69]

      Jeder, der eine Vorstellung von geistigen Kräften hat, wird sagen, dass gerade ihre bewusste Anwendung vernünftig ist. So lasst uns die Zweckmäßigkeit erkennen, sie ist unermesslich notwendig auf dem Pfad zur Feurigen Welt.

 

      161. Die Verehrung des Lehrers ist ein Heilmittel gegen alle Leiden. Wenn ihr ernsthaft krank seid, wendet euch dem Herrscher zu.

[Russisches Original. Seite 93.]


      162. Es fällt euch schwer, die Redewendung „Er wurde erfüllt“ zu übersetzen. Ihr habt Recht, in den dem Sanskrit fernstehenden Sprachen ist es nicht leicht, einige Begriffsbestimmungen zu finden, besonders in Bezug auf die Höhere Welt. Man müsste sagen: „Er wurde entflammt“ oder sogar „Er entbrannte“, um den Begriff Entzücken nicht herabzusetzen.

      Bei den Begriffsbestimmungen gibt es viele Missverständnisse. Ausdrücke des Strebens nach oben sind davon besonders betroffen; nur Menschen, die selbst bestrebt sind, können sie anwenden, doch ihrer gibt es wenige. Deshalb beginnen die Sprachen, sich grauen Begriffen zuzuwenden; sie vervollkommnen die mechanischen Ausdrücken, halten es aber nicht für nötig, den Gleichklang mit den Höheren Welten zu finden.

      Wendet eure Aufmerksamkeit den neu geprägten Worten zu. Wie gut kann man durch sie das Niveau des Bewusstseins abschätzen! Doch man sollte die Höheren Welten auch mit erlesenen Ausdrücken verehren, damit die Feurige Welt auch durch den irdischen Klang erstrahlen kann. So wollen wir die Jugend daran erinnern, Zeit zu finden, um im Denken nach oben voranzuschreiten. Aus der Qualität des Denkens wird auch das Wort geboren.

 

      163. Es sollte einen nicht betrüben, die Weisungen der Hierarchie auszuführen. Viele Früchte werden durch Betrübnis bitter.

      Man soll sich in vielem dem höheren Verständnis annähern. Zum Beispiel muss man das Gefühl der Entfernung überwinden. Für den Geist ist es tatsächlich nicht vorhanden, und wenn wir unser Bewusstsein in die geistige Sphäre versetzen, stellt sich auch unser Gefühl entsprechend um, mit anderen Worten, es erweitert sich. Gewiss, dabei verleiht auch der Verkehr mit der Hierarchie gleichsam einen neuen Notenschlüssel für

[Russisches Original. Seite 94.]


alle unsere Taten. So lasst uns näher sein, immer näher, damit sich keine Viper einschleichen kann.

 

      164. Beobachtet wie die Menschen sich im Denken und Handeln unterscheiden. Man sollte die Menschen nach ihren Werken beurteilen, muss aber bedenken, dass nur die Übereinstimmung von Denken, Wort und Tat sich bei der Annäherung an die Feurige Welt als Hilfe erweist. Man muss durch alle giftigen Gase dorthin durchdringen.

      Man muss so viel Bewusstsein aufschichten, um nicht vom Pfad abzuweichen. Viele Stimmen rufen und viele Verbote ertönen, doch man darf nicht zurückblicken, muss die eine Richtung kennen und darf das, was bestimmt ist, nicht eintauschen. So lasst uns dasselbe Gesetz im ganzen Leben anwenden. Wer meint, anders handeln zu können, irrt; im Großen wie im Kleinen gibt es nur ein Gesetz, einen Rhythmus. So wollen wir das Ziel ohne Betrübnis erreichen.

 

      165. Betrübnis ist eine Seuche der Welt. Sie wirkt auf die Leber und erzeugt bestimmte Bazillen, die sehr ansteckend sind. Wenn Kaiser Akbar* bei jemandem Betrübnis bemerkte, ließ er Musiker kommen, damit ein neuer Rhythmus die Ansteckung zunichtemache. So ist selbst eine physisch Einwirkung nützlich.

 

      166. Wenn man auf die Augen drückt oder sie reibt, erhält man Farben, die ganz grob an das Strahlen der Zentren erinnern. Wenn eine grobe Berührung ein sichtbares Leuchten erzeugen kann, kann die Berührung einer höheren Energie sicherlich schöne Farben des Geistes erbringen. Man muss anerkennen, dass vom Groben bis zum Höchsten alles mit räumlichem Feuer angefüllt ist. Man sollte lernen,

[Russisches Original. Seite 95.]


die Zugänglichkeit des Raumes bewusst anzunehmen. Jedoch sollte man sich an eine solche Anschlussfähigkeit gewöhnen.

      Vergessen wir nicht, dass die Offenbarungen des Altertums zur Verbesserung des Lebens und zur Verfeinerung des Bewusstseins gegeben wurden. So war die Verbindung mit den Höheren Welten unmittelbar, doch später kam es zu einer Abtrennung und es begann ein Suchen nach mechanischen Mitteln, um auf irgendeine Weise die Unterbrechung des Verkehrs zu verhindern.

      Man sollte bedenken, dass im Kali Yuga* solche Methoden unwirksam geworden sind und sogar ein Vermischen mit den niederen Schichten der Feinstofflichen Welt stattfand. Doch Satya Yuga* erfordert seinem ganzen Wesen nach den Verkehr mit den Höheren Welten. Deshalb sollte man sich, um sich auf Satya Yuga vorzubereiten, wieder dem unmittelbaren Verkehr mit den Höheren Welten zuwenden, indem man die wahre Ethik anwendet. Er ist für vorgesehene Entdeckungen notwendig, die einem tierischen Bewusstsein nicht gegeben werden können. Ich werde nicht müde, immer wieder darüber zu sprechen, denn jeder Herd der Erleuchtung des Geistes ist wichtig. Wo können denn die Wege zur Feurigen Welt liegen, wenn nicht in den Weisungen der Ethik?

      Hatha Yoga führt sicherlich nicht zur Feurigen Welt. Genug der Vorbereitungen, man sollte eiligst zu den Höheren Welten streben. Möge jede unserer Zellen Millionen und Abermillionen von Leitungen enthalten. Die feinstofflichsten Apparate wurden nicht für Schläfrigkeit[70] gegeben. Nicht des Zweifels wegen wurden derart gewaltige Zahlen errechnet. Sie erinnern doch an die Unbegrenztheit und die Anfüllung alles Bestehenden.

      So mögen die Gedanken über das Raumfeuer und über die Möglichkeiten unseres Wesens durchdringen. Satya Yuga kann sich nicht ohne Feurige Zeichen nähern.

[Russisches Original. Seite 96.]


      Vergessen wir nicht, dass zugleich mit dem Nahen von Satya Yuga die Zerstörung alle Maßnahmen zum Erhalt des Gleichgewichts übersteigt. Die Menschen ahnen nicht, wie sehr die irdischen Leitungen bereits gestört sind! Sie wollen nicht verstehen, dass diese kosmische Störung durch ihre Schuld erfolgt; sie betrachten sich als Lehrer des Wissens, doch das einfache Gesetz des Guten überzeugt sie nicht.

 

      167. Betrachtet zwei Steine: Sie sind in ihrem Urzustand, sie sind kalt, sie sind in ihrem unbedeutenden Leben erstarrt, und doch erzeugen sie Feuerfunken. Das Herz des Menschen ist nicht schlechter als ein Stein. Der Gedanke eines Menschen steht selbst bei seiner geringsten Offenbarung höher als ein Mineral.

      Ich spreche davon, weil es lehrreich ist zu beobachten, wie der Gedanke aus dem innersten Gedächtnis Feuerfunken hervorruft. Der zufälligste Gedanke ruft aus dem Speicher des Gedächtnisses ganze Gebilde hervor, ganze Epochen, an denen wir teilgenommen haben. Dies ist ein Prozess von ausgesprochen feurigem Gehalt. Ein Funke kann nämlich mit augenblicklicher Schnelligkeit entsprechende Teile aus den verwahrten Schätzen hervorholen. Man muss staunen, wie gut verwahrt die Schätze im „Kelch“ liegen – jederzeit bereit, hervorgeholt zu werden. Nur die feurige Energie kann so feinstofflich und schnell wirken.

      Alle feurigen irdischen Erscheinungen geben eine Vorstellung von der Anspannung der Feurigen Welt. Wenn hier auf Erden etwas durch Schnelligkeit und Entsprechung in Staunen versetzt, wie viel scharfsichtiger und schneller ist dann die Feurige Welt! Wenn die Menschen die Feurige Welt nicht vergessen, wird eine Annäherung zustande kommen. Denkt über den Zustand des Bewusstseins nach, wenn man erneut an so naheliegende

[Russisches Original. Seite 97.]


Grundpfeiler erinnern muss! Und dennoch wollen wir erinnern, dennoch wollen wir uns mit Geduld erfüllen. Es heißt: Die Verwirklichung der Wahrheit festigt die Brücke.

 

      168. Nahrung in der üblichen Menge ist überhaupt nicht erforderlich. Sehr weise wird gesagt, dass Essen eine Fessel des Teufels ist. Viele Generationen haben sich mit Gefräßigkeit belastet, deshalb erfordert der entgegengesetzte Prozess Behutsamkeit. Auf alle Fälle gehen mehr Menschen durch Überessen als an Hunger zugrunde. Bei allen Prozessen des Atavismus bedarf es eines allmählichen Übergangs. Man kann ihn nicht mit einem Schlag brechen, doch man kann darauf hinweisen, dass jedes unnötige Essen schädlich ist.

 

      169. Der Ruf des Herzens wird allgemein als abstrakter Begriff verstanden, Urusvati aber spricht so nicht, denn sie hat das Klingen des Herzens in seiner großen Anspannung gehört und gespürt. Es gibt tatsächlich ein solches Klingen, und in ihm drückt sich eine mächtige Energie aus. Die gefährlichsten Angriffe der Finsternis zerschellen an dieser Energieanspannung. Nur ist es nicht oft möglich, eine solche vernichtende Bestrebung zu erreichen.

      Das feurige Herz weiß, wann es erforderlich ist, die ganze psychische Energie aufzurufen. Vom Sonnengeflecht und vom „Kelch“ her konzentriert sich ein Strom mächtiger Energie. Vor einer solchen Entladung lösen sich die bösesten Sendungen auf. Wir freuen Uns immer beim Anblick eines solchen wachsamen Herzens. Der Angriff erfolgt doch immer unerwartet, und eine Sammlung der Kräfte ist nur bei großer Wachsamkeit möglich.

      Oft wird diese Wachsamkeit durch irgendeine Ermattung getrübt, die sehr charakteristisch für finstere Kräfte ist. Doch ein flammendes Herz

[Russisches Original. Seite 98.]


gibt solchen giftigen Chemismen nicht nach. Denkt aber daran, dass die bösen Kräfte doppelte, wiederholte Schläge senden, da sie ihre Wirkung auf unvorbereitete Organismen kennen.

      Verstärkt eure Wachsamkeit ganz besonders nach dem ersten Versuch.

 

      170. Viele meinen, dass wissenschaftliche Fakten sie vor kosmischen Erscheinungen schützen könnten. Sie erzählen euch vom Wissen über Verfinsterungen, sie wissen von Sonnenflecken, sogar von dem Erscheinen von Kometen und von unbekannten Strahlen, sie sind aber nicht imstande, vor dem Erscheinen von Meteoren zu warnen, die gigantische Ausmaße annehmen können. Doch wenn die Menschen von der Entdeckung riesiger Bruchstücke von räumlichen Körpern wissen, können sie sich auch deren verheerende Folgen vorstellen, und dann kann man an die feurigen Körper erinnern.

 

      171. Die Menschen beklagen sich, dass ihnen das Bild der Feurigen Welt nicht klar ist. Lasst uns nicht darauf beharren, wessen Fehler das ist. Schlagen wir ihnen vor, sich über die Feurige Welt ein Bild nach ihrer eigenen Vorstellung zu machen. Möge eine solche Vorstellung auch ärmlich und nebelhaft sein, doch möge sie wenigstens auf irgendeine Weise beginnen. Das kann man als Anfang nehmen, doch es ist schlimm, wenn nichts vorhanden ist, worauf sich aufbauen lässt. Außerdem steigert sich ein solcher Zustand der Gleichgültigkeit und zieht wie ein Stein alles andere zu Boden.

      Niemand kann die Grenzen des Bewusstseins eigenmächtig überdehnen. Der mittlere Weg ist vortrefflich, wenn er auch ein hoher ist; viele können aber den erhabenen Begriff des mittleren Weges überhaupt nicht verstehen und ersetzen ihn durch den Weg der Plattheit.

 

      172. Wegen der Unbeständigkeit ihres Denkens sehen die Menschen weder Freude noch Gefahr. Doch wir bitten sie,

[Russisches Original. Seite 99.]


immer darüber nachzudenken, wenn das Herz über Bedrohungen oder neue Freude flüstert.

      Man sollte sich auch nicht darüber wundern, dass sich die finsteren Kräfte den heiligsten Orten nähern können. Doch ihr habt eine solche Erscheinung bereits gesehen und wisst, dass Furchtlosigkeit die erste Bedingung dafür ist, jedem beliebigen Übel Einhalt zu gebieten.

      Doch seien wir ehrlich uns selbst gegenüber, um festzustellen, wo Angst herrschte und wo sie vertrieben wurde. Furcht ist eine Waffe der Finsteren.

 

      173. Man möge nicht glauben, dass man das Unsichtbare leugne kann.

      Es heißt, dass es keine Handlung gibt, die keine Folgen hat, doch das Gesagte bezieht sich besonders auf Verneinungen. Man mag sich oft fragen: Warum ist die Evolution der Welt so langsam? Verneinung erweist sich als eine der Hauptursachen, denn sie ist tödlich. Sie unterbindet genauso wie der Zweifel alle vorgesehenen Möglichkeiten. Die Menschen, die sich der Verneinung hingeben, müssen ihre Folgen ausleben. Verneinung ist nämlich wie ein Mühlstein am Hals. Darüber ist in der Lehre genug gesagt worden. Doch besonders jetzt ist die Erde mit Verneinungen verseucht.

      Möge die Mehrzahl der Menschen sich vorstellen, Verneinung sei nur vernünftige Kritik, aber kein Urteil – sie ist wie eine Klappe vor dem Ofenfeuer! Sie unterbindet, aber sie erhebt nicht.

      Nur eine Erweiterung des Bewusstseins kann einen Verneiner beschämen, doch gewöhnlich endet ein derart verknöcherter Zustand mit schwerer Erkrankung. Bei vielen Erkrankungen sollte sich der Arzt mit seinem Patienten vor der Behandlung aufmerksam unterhalten, um dessen Denkart zu ergründen. Jede durch Verneinung entstandene Krankheit zeigt

[Russisches Original. Seite 100.]


die Notwendigkeit der Suggestion, um den zerstörenden Vorgang zum Stillstand zu bringen.

      Man kann sich darüber lustig machen, dass die Behandlung von Krebs und Tuberkulose mit Suggestion beginnen muss. Natürlich werden Ärzte, die keine Suggestionskraft besitzen, in jeder Weise protestieren und höchst erzürnt sein zu hören, dass Krankheiten der Leber, des Magens, der Nieren, des Zahnfleisches sowie Rheumatismus sehr stark vom Zustand des Bewusstseins abhängig sind und in erster Linie eine Suggestion erfordern. Das bedeutet, dass man Suggestion und Autosuggestion ernst nehmen muss. Beide Prozesse sind bereits von feuriger Bedeutung. So bedeutet Verneinung Widerstand gegen die Feurige Welt.

 

      174. Nicht selten können Kinder besser über die Feurige Welt nachdenken. Versucht, sie zu solchen Vorstellungen zu ermutigen, doch wendet feines Verständnis an, denn sonst kann man sie entweder abwenden oder ihnen die eigene, persönliche Vorstellung aufdrängen. Mögen Kinder aus ihrer eigenen Schatzkammer schöpfen; sie ist immer bereit, die charakteristischsten Einzelheiten zu offenbaren.

      Die Wissenschaft kann von Kindern wertvolle Angaben erhalten, doch man nutzt sie wenig. Und wenn man über die Kinder herfällt, will man nicht verstehen, wie sehr man durch eine grobe Berührung verletzen kann.

 

      175. Die junge Generation ergibt sich zu oft der Grobheit. Eine solche Lage ist höchst beklagenswert, wenn es der Anspannung aller besten Kräfte bedarf. Es ist höchst notwendig zu wiederholen, dass jedwede Grobheit für die Evolution unzulässig ist. Wenn es so viele kosmische Gefahren gibt, muss der Gedanke verstehen, dass Grobheit Unwissenheit bedeutet.

 

[Russisches Original. Seite 101.]


      176. Wenn man die beklagenswerten Folgen der Verneinung beobachtet, sollte man gewisse Menschen nicht verurteilen, die in erste Linie ihre eigene Kraft anwenden, bevor sie die Hierarchie beunruhigen. Zuweilen mag es scheinen, als ob die Menschen aus Überheblichkeit handelten, während sie in Wirklichkeit von Verehrung für die Hierarchie erfüllt und vor allem bestrebt sind, ihre eigenen Kräfte anzuwenden, um jedes Teilchen der höheren Energie zu sparen.

      Sie sprechen noch nicht einmal den Namen des Lehrers aus und halten ihr Mantram geheim. Man sollte sich zu den verschiedenen Wegen der Verehrung sehr behutsam verhalten. Man sollte alles bejahen, was dem Licht zustrebt. Wir lehnen allein Verneinung ab.

      In der Tat, das ganze Dasein des Menschen, der denkt und von den feinstofflichsten Apparaten angefüllt ist, ist ein wahres Wunder, das es ohne Vergangenheit und folglich auch ohne Zukunft nicht geben kann.

      Die Feurige Welt ist die vom Schicksal bestimmte Zukunft. Wer wird auf dem Pfad stehenbleiben, wenn er die große Bestimmung kennt? Wer wird den verkörperten Zustand nicht achten, wenn er weiß, dass er zum Aufstieg verhilft? Wer wird die Feinstoffliche Welt geringschätzen, wenn er weiß, dass dort die Gedanken geprüft werden? So wurde unser kurzer Aufenthalt hier als das höchste Gut für einen raschen Fortschritt in die Feurige Welt gegeben.

      Auf irgendeine Weise sollte man die dringenden Lebensfragen mit den höchsten Beschlüssen vereinen. Wahrlich, das irdische Leben hat sich von den dringenden Erkenntnissen abgewandt.

      Die Menschen träumen davon, das hiesige Leben mechanisch zu verlängern, anstatt sich in freudiger Bereitschaft dem Ziel zu nähern. Der Lehrer soll das Bewusstsein des Schülers

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auf dem kürzesten Weg dem Erreichen der Feurigen Welt näherbringen. Der Lehrer unterstützt all das, was nützliche Bewusstseine – und sei es nur indirekt – annähern oder vereinigen kann, damit jede Tätigkeit das notwendige Maß an Annäherungsbedingungen in sich birgt.

 

      177. Beim Übergang in die Feinstoffliche Welt blitzen alle Arten des Eigentumsgefühls auf, das Menschen belastet, die durchaus nicht schlecht sind. Man sollte sich dieses Umstandes genau erinnern und sich in dem Bewusstsein festigen, dass irdisches Eigentum gar nicht existiert. Vieles ist über Eigentum gesagt worden, doch nur ein feuriger Zustand kann die Illusion eines solchen Eigentums aufzeigen. Nur wenn das Bewusstsein als unser einziger Besitz verbleibt, spüren wir die Freiheit des Aufstiegs.

      Es ist sehr schwierig, einen Aufstieg ins Gleichgewicht zu bringen, der über die mittleren Ebenen der Feinstofflichen Welt hinausgeht. Dort denken die Menschen gar nicht daran, sich von aller Art Besitz zu trennen, sie existieren gerade durch diese Anziehungen. Doch wenn eine höhere Erscheinung ihr Bewusstsein emporhebt, setzt ein ungeheurer Kampf ein.

      Deshalb sollte man sich bereits im irdischen Zustand klarmachen, wo die nutzlose Bürde liegt. Das sollte man nicht im Namen der Feinstofflichen sondern einer höheren Welt tun.

 

      178. Bisweilen erweckt es Erstaunen, dass die Zeichen aus der Feinstofflichen Welt so merkwürdig sind und des Nachdenkens und einer Deutung bedürfen. Der Grund dafür ist das Karmagesetz. Nachdenken und Deutung wecken nämlich bereits die selbständige Tätigkeit, und auf diese Weise erleichtern sie das Karma und schaffen keines. Das heißt, je stärker die Scharfsicht und die Findigkeit sind, desto leichter

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kann man die gegebenen Zeichen deuten.

      Die hohen Wesenheiten wollen auf vieles hinweisen, die Zerstreutheit der Menschen verhindert aber, dass diese wertvollen Ratschläge sie erreichen. Nicht nur aus der Feinstofflichen Welt, sondern auch im irdischen Dasein wurden Gleichnisse als Mittel eines indirekten Hinweises verwendet.

      Die Geschichte berichtet jedoch von vielen Fällen, in denen die dringendsten Ratschläge nicht angenommen wurden. Nicht ohne Grund wurde im Altertum die Aufmerksamkeit so stark entwickelt, es gab für sie sogar eine Art eigenes Lehrfach. Doch heute verstehen nur wenige die Bedeutung der Wachsamkeit; die anderen bedürfen der Führung durch schärfste und wiederholte Belehrungen, die auf das Karma eine Auswirkung haben müssen.

      Doch nur ein feuriges Herz begreift die verborgene Bedeutung feinstofflicher Zeichen. Mögen die Mitarbeiter verstehen, dass jedes Zeichen seine Bedeutung hat. So viele Hohe Wesenheiten senden flehentliche Bitten und hoffen, dass sie verstanden werden.

      Es gab ganze Epochen, in denen das feinstoffliche Verstehen sich festigte und schärfte, aber danach verdichtete sich wieder der blutige Nebel und die feinen Empfindungen wurden grob. Gegenwärtig gibt es viele vergebliche Versuche aus den besten Schichten der Feinstofflichen Welt, welche die Finsteren zunichte machen.

 

      179. Ich beauftrage euch zu bezeugen, dass die Feurige Welt mit allen ihren Daseinsmerkmalen besteht. Feurige Blüten zeichnen sich durch ihr Strahlen aus, doch im Aufbau kann man sie mit Rosen vergleichen; kleine Wirbelringe bilden gleichsam die Verbindung der Blumenblätter. Auch ihr Geruch kann wie verwandeltes Ozon den Duft von Nadelbäumen hervorrufen. So ist auch das Leuchten der Auren wie Wolkenbögen und die Strahlen sind wie Ströme und Wasserfälle;

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daher wird der Weise auch in irdischen Gestaltungen ähnliche höhere Formen finden. Er wird darin keine Erniedrigung des irdischen Daseins sehen, denn dessen Grundlage ist eine Energie, die in allem Existierenden ähnlich ist.

      Der Weise wird das genaue Ebenbild Gottes nicht in einem irdischen Körper suchen, denn nur der Feurige Körper wird die gleichen Funken wie die Höheren Wesenheiten bewahren. Sollte man nicht in den Schulen darauf hinweisen, worin wir Ebenbilder Gottes sind, um die alten Testamente zu rechtfertigen, aus denen die Menschen ein Gespött gemacht haben? Man muss überall den Höchsten Begriff reinigen.

      Man darf sich nicht fürchten, überall dort zu Hilfe zu eilen, wo es möglich ist, das Bewusstsein zu heben. Die Lehre benötigt Zeugen. Sie gibt allen Antwort, ohne Unterschied des Glaubens und der Nationalität. Möge über allem die eine Sonne scheinen. Auf wissenschaftlichem Weg ist es nicht schwer, über Einheit zu sprechen. Mögen schöne Vergleiche die unterschiedlichsten Elemente einander annähern.

 

      180. Verwechselt Müdigkeit nicht mit Anspannung. Beide Zustände können, trotz ihrer völligen Verschiedenheit, ähnliche Symptome aufweisen. Doch Müdigkeit muss durch einen Wechsel der Arbeit überwunden, während die Anspannung gerade vertieft werden muss. Es wäre ein Fehler sich zu erlauben, die Anspannung zu zerstreuen. Man muss diese Erscheinung der feurigen Macht wie eine kostbare Gabe nähren.

      Jede Anspannung ist bereits eine Schärfung des Bewusstseins. Jede Müdigkeit ist eine Abstumpfung, doch in beiden Fällen sollten wir nicht vergessen, Moschus* einzunehmen. Urusvati hat weise eine Verbindung von Moschus mit Soda und Baldrian zusammengestellt. Die ganz rasche Einnahme von Moschus mit Hilfe

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von Soda und die Verlängerung der Einwirkung durch Baldrian ist nämlich nützlich. Alle drei Ingredienzien sind feuriger Natur.

      Nicht ohne Grund wurde Soda in alten Zeiten als die Asche des göttlichen Feuers bezeichnet, und Sodahalden nannte man Lagerstätten der Devas[71]. Auch wirkt Baldrian besonders gut in Verbindung mit Moschus. Während Moschus das Feuer entzündet, erhält Baldrian es in einem statischen Zustand. Bei Müdigkeit wendet man dieses feurige Heilmittel an, um die Nervenzentren zu beleben, doch angespanntes Streben erfordert ein länger anhaltendes Brennen, um Ausbrüche und Stöße zu vermeiden.

      Doch über allen Lebensspendern steht der Verkehr mit der Hierarchie. Moschus kann versiegen, doch bei Verkehr mit der Hierarchie wird die Kraft nicht zögern, sich zu erneuern und einen unerschöpflichen Vorrat anzusammeln.

 

      181. Man soll mit dem Herzen neue Kreise von Schülern anziehen. Wir erachten nicht allein die direkte Übermittlung der Lehre als Errungenschaft, sondern auch die indirekte Sättigung des Raumes durch sie. Man sollte die Lehre nicht dort aufdrängen, wo es keinen Eingang gibt.

 

      182. Kann der Körper beschädigt werden? Wie im Himmel, so auf Erden. Das bedeutet, dass der feurige Körper ebenso beschädigt werden kann wie der irdische. Beobachtet den Vorgang einer Beschädigung des irdischen Körpers, und ihr werdet eine vollständige Analogie mit dem feinstofflichen und dem feurigen Körper erhalten.

      Beobachtet, wie ein Messer in den physischen Körper eindringt, wie es das Gewebe und den Blutkreislauf beschädigt; dann folgen örtliches Absterben und Zersetzung, doch die Lebensenergie behält die Oberhand und langsam setzt eine Heilung ein. Oft aber verbleiben eine örtliche Atrophie und

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für immer eine Narbe.

      Genau der gleiche Prozess geht beim feurigen Körper vor sich, doch an die Stelle des Messers tritt ein Gedanke und anstatt der Narbe eine Verdichtung der feurigen Energie. Doch die Heilung ist sehr langsam und erfordert den Abzug von Energie aus anderen Zentren.

      Jeder Organismus hat einen feurigen Körper, und solange er die Feurige Welt nicht erreicht hat, ist er Beschädigungen ausgesetzt. Nur wenn der feurige Körper geläutert wurde und in die räumliche feurige Esse strömt, wird er Beschädigungen nicht mehr ausgesetzt sein. Doch wahrlich, Ich sage euch, die Narben bleiben für lange Zeit.

      Ich bestätige, dass man den feurigen Körper sowohl von außen als auch von innen beschädigen kann. Selbstmord des grobstofflichen Körpers ist der Prototyp der Selbstverwundung des feurigen Körpers. So kann man in höchst irdischen Handlungen eine Entsprechung zu allen Zuständen erkennen.

 

      183. Vieles ist über das Leben in der Feinstofflichen Welt gesagt worden. Die Berichte scheinen sich oft zu widersprechen, doch ziehen wir wieder irdische Beispiele heran. Die Verschiedenartigkeit irdischer Situationen ist erstaunlich, nur unentwickelte Augen können die vielen feinstofflichsten Erscheinungen nicht erkennen.

      Wenn Wir von irdischen Situationen sprechen, haben Wir gewöhnlich nur gleichförmige Gruppen im Sinn, denn Wir können nicht den ganzen Komplex der willentlichen Schöpfung aufzählen. So werden Unsere Erklärungen vom Gesprächsthema und vom Bewusstsein Unserer Zuhörer abhängen. Ebenso werden sich unter den wahrheitsgetreuesten Schilderungen der Feinstofflichen Welt immer die am nächsten liegenden Gruppen finden, die Unseren Absichten entsprechen.

      So wollen wir die verschiedenartigen

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Angaben über die Feinstoffliche Welt nicht missbilligen. Wenn die irdische Welt erhaben ist, sind die Höheren Welten fortschreitend erhaben und verschiedenartig.

 

      184. In allem gibt es eine kreisende Bewegung. Wirbelringe gibt es nicht nur in der eng begrenzten physischen Welt, sondern auch in allen Gedankenformen. Man kann bemerken, wie sich der Kreis jeder Arbeit vollendet. Wir haben bereits geraten, die Arbeit zu wechseln, um die Kräfte zu erneuern.

      Solche Manwantaras* kann man sogar bei den kleinsten Arbeiten bemerken, sie haben die gleiche Bedeutung wie die Weltmanwantaras. So kann man neben den Kreisen der täglichen Arbeit das Inerscheinungtreten eines Kreises auch bei ganzen Tätigkeitsperioden wahrnehmen.

      Gerade das feurige Herz wird eingeben, wann ein solcher Kreis vollendet ist, damit eine neue Offenbarung in Angriff genommen werden kann. Man sollte die Vollendung nicht überbeanspruchen, doch noch schlimmer ist es, einen Kreis künstlich durch Zwang auf das Leben zu vollenden.

      So kann man in der Geschichte studieren, wie sich Kreise der Tätigkeit bilden. In solchen Wirbelringen drückt sich das feurige Prinzip aus. Man muss sich auf den gleichen Aufbau in der Feurigen Welt vorbereiten. Man sollte nicht glauben, die Feurige Welt sei schon ein vollendeter Zustand.

      Systeme von Welten, von denen wir nur einen winzigen Teil sehen, können eine Vorstellung von der unerschöpflichen Verschiedenartigkeit der Zustände geben. Von hier aus können wir diese Zustände nicht zergliedern, es ist aber nützlich, von ihnen zu träumen. Jeder Traum ist schon eine Erkenntnis.

 

      185. Das Unglück ist wirklich eingetreten. Die Menschen fragen: Worin besteht Gottes Zorn? Er besteht in dem Unglück, dass die Menschen sich von Gott abwandten, dass sie

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in Taten, in Gedanken oder in schweigender Angst zu Verrätern wurden. Wir wollen nicht alle Arten eines solchen Verrats aufzählen, er verseucht den Planeten und offenbart eine bestimmte Eigenschaft.

      Die Menschheit sollte sich über das hereinbrechende Unglück nicht wundern. Möge der Mensch nachsinnen: Hat er immer in Lauterkeit vor Gott gehandelt? Hat er sich immer der Lästerung enthalten, und konnte er sich von bösen Absichten lossagen?

      So können die Menschen nicht sagen, dass die Macht Gottes sich nicht offenbart. Er straft nicht, doch Er kann sich abwenden, und dann verwandelt sich Gold in verschlingendes Feuer! Dann verwandelt sich Gleichgewicht in Chaos, und die Macht der Erde kann sich erschöpfen.

      Überall gibt es viel Lästerung. Die Verspottung des Göttlichen Prinzips ist schrecklich! Die Menschen haben zu denken aufgehört, und selbst wenn sie in die Kirche gehen, ist das manchmal nicht besser, als wenn sie diese zerstören würden.

 

      186. Feurige Funken erleuchten auch Tiere. Dabei kann man ein bemerkenswertes Gesetz beobachten. Die Tiere empfangen besonders durch den Kontakt mit Menschen feurige Funken. Ebenso nährt auch der Mensch seinen feurigen Körper durch den Verkehr mit der Hierarchie. Man sollte in das Bewusstsein aufnehmen, wie logisch die Jakobsleiter ist; wie die Geschöpfe Zugang zu ihr finden können, wenn sie von rechtem Streben erfüllt sind.

      Der Gedanke an das Heil ist ein glücklicher Gedanke. Es gab nie einen Gedanken an das Heil, der nicht die besten Früchte gezeitigt hätte. Das Einsammeln der Früchte erfordert jedoch Fertigkeit und Arbeit. Manchmal ist das Ernten noch ermüdender als das Säen.

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      187. Wie gesagt wurde, geht jetzt auch in der Feinstofflichen Welt ein heftiger Kampf vor sich, der noch schrecklicher ist als der irdische. Man kann verstehen, dass eine Niederlage in der Feinstofflichen Welt unzulässig ist. Eine solche Niederlage würde die Kette der Welten unterbrechen und wäre für Satan höchst erwünscht. Deshalb stärkt die Lehre so sehr das Herz, um die Menschen wenigstens ein wenig auf Zusammenarbeit vorzubereiten.

 

      188.[72] Die Natur der Dinge muss als eines der wichtigsten Fächer gelehrt werden. Sie muss in ihrer ganzen Wirklichkeit schön beschrieben werden; die Kontinuität der Welten muss mit allen wissenschaftlichen Vergleichen veranschaulicht werden.

      Die Religion wird einer solchen Darstellung der Grundlagen nicht nur nicht widersprechen, sondern sie wird im Gegenteil mit ihren uralten Andeutungen behilflich sein. Das Studium der Natur der Dinge ist die Schwelle zum Verstehen der lebendigen Ethik. Man muss erkennen, warum Ehre, Würde und alle übrigen Eigenschaften der Menschlichkeit unerlässlich sind.

      Vom frühestmöglichen Alter an sollten die Kinder von der Feinstofflichen und der Feurigen Welt hören; sie müssen das Prinzip der Hierarchie und das des Guten verstehen. Je früher man sie an die Hierarchie und die übrigen Wahrheiten erinnert, desto leichter werden sie sich ihres früheren Wissens erinnern.

      Der Gottesbegriff wird in seiner ganzen Erhabenheit auf der Grundlage der Hierarchie geklärt. Nur so wird der Höchste Begriff kein Abstraktum bleiben und mit dem ganzen Dasein verschmelzen.

      Der Führer und die Regierung müssen verstehen, wodurch man die Erkenntnis der Höheren Vorstellung steigern kann. Es ist notwendig, dass die Schulen die gesamte Anziehungskraft aufbieten,

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die das Dasein in seiner ganzen Erhabenheit darstellt.

 

      189. Unter den feurigen Zeichen kann man die besondere Fähigkeit bemerken, benötigte Gegenstände aufzufinden. Man muss nur an sie denken, und sie werden gleichsam herbeigezogen und lassen sich finden. Bereits im Altertum hieß es: „Entzünde die Fackel des Herzens und finde das Benötigte.“ Das Symbol ist nur zu wahr, denn das Feuer des Herzens entzündet gleichsam das umgebende Feuer und schafft eine magnetische Anziehung.

      Auch in Büchern kann man finden, worum man gebeten hat, indem man es mit dem gleichen Feuer beleuchtet. Dabei gilt: Je mehr eine solche Fähigkeit bemerkt wird, desto mehr entwickelt sie sich. Das feurige Element liebt es, beachtet zu werden.

 

      190.[73] Gefahr ist eine Konzentration von Schwingungen der Anspannung. Die Menschen sind von vielen Gefahren umgeben, aber nur wenige von ihnen werden bemerkt. Wenn der Führer sagt: „Lebt mit der Gefahr“, könnte er auch sagen: „Bemerkt die Gefahren und seid auf diese Weise erfolgreich.“

      Man kann nicht ohne Gefahren leben, aber es ist herrlich, aus Gefahren einen Teppich der Heldentat zu weben. Der Führer weiß, dass er mit einem Auftrag betraut ist, und Gefahren werden bloß zu Antriebskräften, deshalb denkt der Führer gar nicht an Gefahren. Schon der Gedanke an Gefahr ist schädlich. Wenn wir an Gefahren denken, verstärken wir ihre Schwingungen und können damit das Gleichgewicht stören.

      Haushalten mit den Kräften darf nicht mit Furcht und Verwirrung verwechselt werden. Wir sind wachsam und vorsichtig, um den Auftrag besser auszuführen. Doch Gefahren können unsere Aufmerksamkeit nicht belasten.

      Der Lehrer sollte vor allem

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darauf bestehen, dass sich der Schüler von dem Gespenst der Gefahren befreit. Der Schüler muss immer daran denken, keinen Tropfen der höheren Energie nutzlos zu vergeuden.

      Der Gedanke an Gefahr greift viele unserer Zentren an und verzehrt in ungeordneter Weise kostbare Energie. Der Gedanke an Gefahr wirkt sich sogar auf die Qualität des Pulses aus, doch der Wunsch, einen Auftrag besser auszuführen, stärkt das Herz. Also lasst uns handeln, wie es am nützlichsten ist.

 

      191.[74] Beim Eintritt in das Mönchsleben wurde gewöhnlich auf alle Schwierigkeiten eines solchen Weges hingewiesen. Die einen sagen: alles ist leicht; andere warnen: alles ist schwer. Zu Menschen mit einem feurigem Herzen kann man sagen: alles ist leicht; doch bei einem gewöhnlichen Bewusstsein ist es besser, zu warnen: alles ist schwer.

      Wenn jemand bei der ersten Warnung vor den Schwierigkeiten davonläuft, wäre er ohnehin für beharrliche Arbeit ungeeignet. Man darf nicht Menschen aufnehmen, die offenkundig ungeeignet sind. Furcht vor Arbeit ist bereits Verrat.

 

      192.[75] Die alexandrinischen Philosophen pflegten zu sagen: „Tadele die Welt nicht, denn sie wurde durch einen erhabenen Gedanken erschaffen.“ Nicht die Schöpfung ist schuld, sondern unser Urteil über sie. Wir können unsere Gedanken sowohl zum Guten als auch zum Bösen aufschichten. Wir können aus dem gutartigsten Tier eine bösartige Kreatur machen. Grausamkeit auf der einen und Furcht auf der anderen Seite erfüllen mittels des Gedankens unser Bewusstsein. Wir senden Böses durch unseren Blick. Wir könnten eine nützliche Pflanze in eine höchst giftige und verderbenbringende verwandeln.

      Der Gedanke der alten Philosophen drang in die Religion ein. Clemens

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von Alexandrien[76] wusste, wie die Menschen selbst die erhabene Schöpfung herabsetzen. Auch heute können die Menschen beobachten, wie das Böse die harmlosesten Wesen verwandeln kann. In der Tat, jeder Tierbändiger wird bestätigen, wie oft ihm gerade das Gute bei seinem Handwerk hilft. Doch er weiß auch, dass es neben dem Guten verschiedene Schutzmaßnahmen geben muss, jede entsprechend dem Charakter des Tieres. Eine solche Wissenschaft kann man zweckmäßig nennen.

      Wir können die Welt nicht verurteilen, aber darüber nachdenken, warum das Böse in sie eindringen konnte. So werden[77] auch Schutzmaßnahmen nicht vom Bösen, sondern vom Guten ausgehen. Jedem Führer sei geraten, das Vermächtnis der alten Philosophen nicht zu vergessen.

 

      193.[78] Euch ist die Mittelmäßigkeit gewisser Personen zur Genüge bekannt. Was kann man tun, (…), wenn Mittelmäßigkeit sich in weiteste Kreise eingeschlichen hat? Jene scheinbaren Verfechter des Guten geben sich geistig der Mittelmäßigkeit hin. Man kann sehen, dass die Finsteren nicht oft an diesem Mangel leiden.

      Es gibt eine Geschichte, wie der Teufel einen Engel traf. Der Lichte sagte: „Bitter sind deine Diener.“ Doch der Teufel antwortete: „Meine sind bitter, dafür sind Deine sauer, wir müssen beide nach süßen suchen.“ Und der Engel senkte den Kopf, denn Er konnte nicht zeigen, wo jene sind, die noch nicht sauer geworden sind. So wurde es lange zuvor vom Volk bemerkt.

 

      194. Ihr werdet vielen wiederholt sagen müssen, dass Unsere Heilmittel gut sind als Ergänzung der psychischen Energie. Physische Heilmittel allein können das erwünschte Ergebnis nicht hervorbringen, doch die psychische

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Energie wird durch den Verkehr mit der Hierarchie gestärkt. So wird ein weiser Arzt vor allem darum besorgt sein zu erkennen, wie es um den Zustand der psychischen Energie bestellt ist und wie sie mit den Höheren Kräften in Einklang steht. Die Aufmerksamkeit ausschließlich den physischen Mitteln zuzuwenden, hat für die Zukunft keine Bedeutung.

      Wenn Wir bereits über die Feurige Welt sprechen bedeutet dies, dass die Zeit voranschreitet. Man darf nicht auf dem Niveau der Übergangszeit stehenbleiben, wenn alle Grundlagen des Daseins vergessen wurden.

      Ich bestätige, dass jeder Arzt seine Aufmerksamkeit auf sich selbst richten muss, um zu spüren, inwieweit er selbst bereit ist, sein Bewusstsein zu erneuern, sonst wird er keine Worte für jene finden, die zu ihm kommen. Er wird unfähig sein, die wirklichen Krankheitsursachen zu erforschen. Er wird seinen Einfluss nicht geltend machen können. Ich bestehe nicht darauf, dass jeder Arzt ein Hypnotiseur ist, doch er muss die geistige Welt des Patienten verstehen, um über das Wesentliche des Falles sprechen zu können.

      Die Lehre muss Wege erschließen und darf nicht bloß eine Apotheke sein. Mögen die Menschen die Möglichkeit haben, zu beobachten und zu entdecken, sonst wird es Einwirkungen auf das Karma geben.

 

      195. Es muss sich eine neue Überlieferung über die Bedeutung des Herzens bilden in einer Zeit, in der man sich am allerwenigsten um diese kümmert. Die Institutionen für das Studium des Herzens müssen damit beginnen, alles zu erkennen, was über dieses Zentrum des Daseins niedergeschrieben worden ist. Man sollte alle alten Kulte studieren, in denen das Wissen über das Herz seinen Platz hatte, und äußere Heilmittel allein sind hier keine Hilfe.

      Vergessen wir nicht, dass im Altertum zur Wiederbelebung eines stehengebliebenen Herzens Suggestion angewendet wurde. Es gibt viele

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Überlieferungen über Wiederbelebungen, die auf dieser Einwirkung beruhen. Natürlich sind ein starker und disziplinierter Wille sowie die notwendige Zeit erforderlich, um das erneute Einsetzen der Herztätigkeit zu bewirken.

      Man könnte fragen: Wie viele Minuten müssen verstreichen, bis man die Herztätigkeit wiederherstellen kann? Doch das wird äußerst verschieden sein, denn der tatsächliche Austritt des feinstofflichen Körpers erfolgt ganz individuell; dafür gibt es viele Gründe, sowohl im physischen Zustand als auch in der Beschaffenheit des feinstofflichen Körpers. Ein Arzt sollte diese verschiedenartigen Bedingungen verstehen.

 

      196. Die Körperbewegungen des Menschen müssen sinnvoll sein. Man muss Kinder nicht nur in Gymnastik und Rhythmus, sondern auch über den Sinn der Bewegungsökonomie unterrichten.

      Wenn die Menschen die Feurige Welt und die Ausstrahlungen verstehen, werden sie nicht sinnlos mit Armen und Beinen herumfuchteln, den Kopf schütteln und ohne Not hin und her schwanken. Wenn sie sich ihr aurisches Ei vorstellen würden, würden sie es nicht durch unnötiges Schwanken auf chaotische Weise verletzen. Wenn die Menschen sich eine Art Feuerring vorstellen, der sie tatsächlich[79] umgibt, werden sie nicht sinnlos ihre Hand verbrennen. Besonders unentschuldbar sind sogenannte nervöse Bewegungen. Sie weisen nämlich auf eine völlige Undiszipliniertheit des Willens hin.

      Jeder Arzt muss solche Gewohnheiten seiner Patienten beachten. Allein durch die Bewegungen eines Menschen kann man viele Krankheiten bestimmen. Man kann ihn von den abscheulichsten Angewohnheiten heilen, wenn man diese Bewegungen beobachtet und ihre Schädlichkeit für den feinstofflichen Körper aufzeigt. So kann der Arzt

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auch ohne physische Medikamente eine sehr nützliche Tätigkeit ausüben.

 

      197. Wer sagte, dass Moschus bloß ein Anregungsmittel sei? Er kann eine ausgleichende Bedeutung haben, indem er grundlegende Energien in Bewegung setzt. Man kann es bedauern, wenn solche vielfältigen, mächtigen Einwirkungen nur auf eine einzige Anwendung reduziert werden. Und je armseliger die Vorstellung ist, desto gröber ist die Mutmaßung.

      Dies bezieht sich auf viele aufgezeigte Mittel. Niemand denkt an die synthetische Bedeutung des Baldrians. Niemand will Pfefferminze als einen Freund des Lebens begreifen, der bereit ist, eine beruhigende Wirkung auf erregte Zentren auszuüben. Niemand will die Wirkung von Milch in Verbindung mit Soda beobachten. So weit ist das Beobachtungsfeld für offene Augen.

      Pfefferminze kann sogar als Zimmerpflanze Nutzen bringen, denn die Ausstrahlungen ihrer lebendigen Blätter sind höchst feinstofflich und natürlich, wie die der Rose. Dort, wo man Blumen halten kann, benötigt man keine Öle. So ist das Lebendigste und Natürlichste das Beste von allem. Lasst uns nicht vergessen, dass Pfefferminze und Rosen ausgezeichnete Desinfektionsmittel sind.

 

      198. Die Feurige Welt verlangt in erster Linie die Unterscheidung zwischen einer kleinen und einer großen Wahrheit. Nichts führt die Menschen so sehr vom Pfad ab wie eine kleine Wahrheit. Sie reißen kleine Bruchstücke heraus, ohne über das Vorausgehende und das Nachfolgende nachzudenken. Solche Bruchstücke sind nicht besser als jede beliebige Lüge, doch der Sinn der Feurigen Welt liegt in der Großen Wahrheit. Auf sie muss man sich mit allen Mitteln vorbereiten; man darf nicht annehmen, dass das Verstehen der Großen Wahrheit von selbst kommt.

      Man muss das Bewusstsein für

[Russisches Original. Seite 116.]


die Aufnahme solcher Dimensionen vorbereiten. Das ist gar nicht leicht. Man kann sehen, wie falsch die einfachsten Wörter verstanden werden. Es ist sogar schwierig, sich vorzustellen, wie sehr das gewöhnlichste Wort entstellt werden kann. Man muss aber die Prüfung so vieler unterschiedlicher Begriffe durchmachen.

      Nur die Annahme höherer Maßstäbe wird den Höheren Anruf: „Raj, Raj, Raj“[80] hervorrufen! Eine dreimalige Aufnahme kann zu den höheren Sphären führen. Raj kennt weder Rache noch Verurteilung. Raj ist voller Seelengröße, denn es strebt in die Zukunft. Raj will das Gute, denn es ist schöpferische Liebe. Ein solcher Maßstab bewahrt vor der kleinen Wahrheit, die nicht weit von Bosheit, Zweifel und Verurteilung entfernt ist. Wenn ihr also den Geist stählen wollt, könnt ihr das alte Mantram „Raj, Raj, Raj“ wiederholen!

 

      199. Wenn Ich an das alte Mantram erinnere, heißt das, dass man eine große Wahrheit offenbaren und nach großen Maßstäben handeln muss. Nicht Worte retten, sondern ihre Anwendung. So liegt keine kleine Wahrheit darin, dass es bereits eines großen Maßstabes bedarf. Und möge der Gedanke freudvoll stimmen, dass Raj schon ausgesprochen wurde!

 

      200.[81] Man kann von jedem beliebigen Pfad des Bösen zum Guten zurückkehren. Doch solche Möglichkeiten sind am besten bei den Aufgaben des Fortschritts sichtbar. Wahrhaftig, jedes Verweilen im Bösen entfernt einen mit fortschreitender Geschwindigkeit vom Guten. So kann man dorthin, wo man gestern vom Streitwagen des Bösen abspringen konnte, heute nicht mehr zurückkehren. Daran muss man jeden erinnern, der meint, man könne ebenso die Last des Bösen jederzeit abwerfen. Dessen Substanz ist sehr klebrig

[Russisches Original. Seite 117.]


und von den kleinen Wahrheiten überwuchert, über die bereits gesprochen wurde.

 

      201.[82] Die Menschen, die den Großen Dienst auf sich nehmen, können „Himmlische Steine“ genannt werden. Bei ihrem Streben erfüllen sie sich mit Licht. Sie durchdringen die niederen Schichten und bergen in ihrem Innern einen Diamant-Adamant*.

      Es ist jedoch nicht leicht, ein Diamant zu sein, und man muss sich im Licht behaupten, um die Finsternis zu überwinden. Der Große Dienst kennt keine Ruhe, durch ständiges Hintreten[83] wird der Geist gestärkt. Viele kleine irdische Wahrheiten muss man mit der Kuppel der Seelengröße überdecken. Man muss sich mit dem Licht umhüllen, das von der Hierarchie ausgeht, und sich die Feinstoffliche und die Feurige Welt als die Natur der Dinge aneignen.

      Von einer Grube aus kann man die Sonne nicht wahrnehmen, doch von einem Brunnen aus studiert man die Sterne. Auf dem Pfad des Dienstes können sich die unerwartetsten Dinge ereignen, doch der erfahrene Führer vergisst nicht, dass jeder weltliche Verlust im Raum ersetzt wird.

 

      202.[84] Nirgends denken die Menschen an die Lebendige Ethik. Sie meinen, nach den gewöhnlichen Maßstäben dahinleben zu können, doch mit jedem Tag wird klarer, dass man die Menschen nur durch einen Glauben retten kann, der allen Religionen übersteigt. Es gibt wenige mit einem solchen Glauben, wir wollen nicht Tausende aufzuzählen, wo es gerade einmal einige Dutzend gibt. Ungewöhnlich sind die Wege einer solchen Erkenntnis des Höchsten.

 

      203. Die drei Welten sind einander weit näher als man denkt. Man kann sehen, wie übereinstimmende Schwingungen Zusammenarbeit schaffen. Ihr wisst, dass bestimmte nahestehende Individuen aus der Feinstofflichen Welt beim gemeinsamen Werk mitwirken. Noch vor kurzem hätten sie wegen unterschiedlicher

[Russisches Original. Seite 118.]


Schwingungen dem gemeinsamen Ziel nicht dienen können, doch eure Schwingungen und ihre Bemühungen um Verkehr machen sie zu nützlichen Mitarbeitern. So entsteht gemeinsame nützliche Arbeit. Das ist umso nützlicher, als auch die Gegner ebensolche Mitarbeiter haben.

      Zweifellos ist es erfreulich, jede Bereicherung des Bewusstseins wahrzunehmen. Urusvati sah, dass die Atmosphäre anfangs trüb war und sich im Lauf der folgenden Zusammenkünfte aufhellte, und gestern sah Urusvati bereits bewusste Zusammenarbeit.

      Eine solche Erleuchtung erfolgt sehr schnell, jedoch ist dafür ein Aschram von Bedeutung. Wahrlich, Aschrams haben sowohl für die irdische als auch für die Feinstoffliche Welt Bedeutung. Man kann Aschrams als Magnete und Ozonerzeuger definieren.

      Die Erfüllung mit Herzenergie dient vielen als Leitung. Wenn Ich deshalb um eine geistig reine Atmosphäre besorgt bin, habe Ich ein sehr wichtiges Ergebnis im Sinn. Ohne geistige Aufspeicherungen hat der Befehl, alles auf sich zu nehmen, keinen Sinn. Er kann nur dort erteilt werden, wo es eine Verbindung des Herzens mit der Feinstofflichen und der Feurigen Welt gibt.

      Nur eine solche Verbindung kann in dem irdischen Kampf, der derzeit herrscht, diejenigen stärken, denen der Befehl gegeben wurde. Die Ströme sind zu verworren, um ihnen mit irdischen Kräften widerstehen zu können. Doch ihr kennt die Verbindung mit den beiden Welten. Bei diesem Verkehr finden sich nämlich die Kräfte, um den unverhofftesten Pfad zu durchschreiten.

      Geniert euch dabei nicht, auf euch aufzupassen, um nicht unnötig Energie zu verausgaben. Man darf sich durch nichts von der inneren Konzentration ablenken lassen. Die Angelegenheiten der ganzen Welt befinden sich in einem bedrohlichen Zustand.

 

      204. Man könnte fragen: Wie viele Male soll man die Lehre lesen? Antwortet darauf: Ihr dürft das, was ihr liebt, nicht

[Russisches Original. Seite 119.]


begrenzen. Man kann etwas auswendig lernen und dennoch wünschen, es noch einmal durchzulesen. Wenn wir etwas auswendig kennen, legen wir einen bestimmten Rhythmus fest, doch erneutes Durchlesen kann neue Erleuchtung bringen. Es wird nicht nur eine Vertiefung bewirken, eine neue Beleuchtung des Buches kann auch einen neuen Zugang eröffnen.

      Wenn Ich daher sage: Lest die Lehre sowohl am Morgen als auch am Abend, habe Ich die verschiedenen Zeitumstände im Blick. Das eine wird am Morgen bemerkt, etwas völlig anderes bei den abendlichen Feuern erkannt. Versteht dies wörtlich. Der Abendgedanke unterscheidet sich vom Morgengedanken.

      Man sollte beide vergleichen. So wie der Abendgedanke durch die Feuer der Öllampen erweitert wird, so erglänzt der Morgengedanke von der Berührung mit der Feinstofflichen Welt. Der Morgengedanke ist nicht nur infolge der Nachtruhe mächtig, sondern auch durch die Berührung mit feinstofflichen Energien. Der Abendgedanke jedoch zeichnet sich durch die völlige Verzückung aus, die dem lebendigen Feuer bekannt ist.

      Viele meinen, sie kennten die Lehre schon, sobald sie sie einmal gelesen haben. Doch die besten Gebote bleiben unangewendet, weil die Menschen nicht gewillt sind, ihre Vielfarbigkeit zu verstehen. So betrachtet den Kristall der Lehre sowohl in der Sonne als auch im Licht der Feuer.

 

      205.[85] Das Wort Chor wird für den Gleichklang von Stimmen gebraucht, doch es kann auch einen Chor von Energien, einen Chor der Herzen und einen Chor von Feuern geben. Die Lehre muss die Aufmerksamkeit auf das Prinzip des Chores lenken, welches das persönliche Prinzip überhaupt nicht beeinträchtigt. Man sollte eine solche Zusammenarbeit in sich entwickeln, um zur direkten Verstärkung der Möglichkeiten zu gelangen.

      So ist die Besorgtheit um das Prinzip des Chores mit dem Aufbau verbinden. Die Menschen können begreifen, dass ein Chor

[Russisches Original. Seite 120.]


verschiedenartige Mitwirkende erfordert. Nur sehr erfahrene Führer verstehen, warum auch Mitwirkende gebraucht werden, die zwar nicht sehr aktiv sind, jedoch ihre eigene Art von Harmonie einbringen können. Der Lehrer freut sich über jede Eigenart, in ihr bildet sich ein neuer Aspekt des Feuers.

 

      206.[86] Lasst uns betrachten, wie die Völker die Bedeutung des Wissens spüren können. Wir tragen dafür Sorge, dass die Offenbarung des Wissens auf einem ungewöhnlichen Weg voranschreiten kann, um das menschliche Vorstellungsvermögen in Erstaunen zu versetzen.

      Die Fähigkeit, die Vorstellung vergangener Inkarnationen zu erwecken, ist tatsächlich nicht leicht zu erwerben; nur ein gereinigtes Bewusstsein, das durch den Übergang nicht verwirrt wird, offenbart eine ununterbrochene Vorstellung, eine neue und unermüdliche.

 

      207. Die größten irdischen Kataklysmen wurden durch unterseeische Einbrüche ausgelöst. Vergessen wir nicht: Während Berggipfel eine Höhe von 30.000 Fuß erreichen, überschreiten unterseeische Schluchten dieses Maß sogar noch. Man kann sich einen Prozess in einer Entfernung von 70.000 Fuß vorstellen.

      Das Verschwinden von Seen ist nicht so gefährlich, doch es besteht die Gefahr eines Anstiegs des Meeresspiegels. Dieses Schicksal hat die Erde schon mehrmals durchlebt, doch die Menschen denken nicht in einem planetaren Maßstab. Gegenwärtig kann man eine gewisse Ähnlichkeit mit vergangenen Ereignissen bemerken.

      Das Ungleichgewicht zwischen Feuer und Wasser ist ein Gegenstand für tiefschürfende Beobachtung. Mancher denkt darüber nach und viele werden darüber lachen.

 

      208. Oft haben die Lehren davor gewarnt,

[Russisches Original. Seite 121.]


über die Toten zu urteilen. Unter den vielen Gründen dafür gibt es einen, der eng mit den irdischen Tätigkeiten zusammenhängt. Wir haben bereits über Mitarbeiter aus der Feinstofflichen Welt gesprochen. Von hier aus ist es schwer zu beurteilen, wer schon diese Fähigkeit zur Zusammenarbeit in sich entwickelt hat. Man kann sich vorstellen, wie ungerecht es wäre, einen solchen Mitarbeiter zu tadeln, denn die Verurteilung stößt natürlich ab. Es gibt viele solche Helfer, und man sollte sie schätzen. Wenn das Vorstellungsvermögen entwickelt ist, kann man eine solche Zusammenarbeit leicht ausbilden.

 

      209. Das Bild der heutigen Wirklichkeit ist immer weniger anziehend. Man muss die Zeiten, in denen es keine Lästerung gab, äußerst schätzen. Vergiftet diese Viper denn nicht die gegenwärtige Wirklichkeit?

      Es belastet Uns zu sehen, wie sinnlos die Menschen ihr Leben beschränken, ohne an das große Wunder zu denken, das jeder in sich trägt. Jedem wurde dieses Wunder zugemessen. Der Beutel des Herzens ist bei allen ein und derselbe – lege die Schätze dort hinein!

 

      210. Der Funke der Unsterblichkeit wird von einigen Menschen zu Recht in verschiedenen Zentren angesiedelt, jeder wird auf seine Weise Recht haben. Es ist wahr dass es in jedem Zentrum einen solchen Funken gibt, doch je nach den Bedingungen des Zeitalters können die Zentren ihre Bedeutung verändern. Nur das Herz bleibt unverändert, und nur der Kelch folgt dem Herzen in der Bedeutung, die übrigen Zentren und Drüsen können den kosmischen Strömen entsprechen. Die Menschen irren nicht nur in der Beurteilung der Zentren, denn sie lassen nirgends eine bewegliche Zweckmäßigkeit zu.

      Die Bedeutung der psychischen Energie ändert sich jedoch nicht nur den Epochen

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gemäß, sondern auch nach den Rassen, den Nationalitäten und sogar den Sippen; scheinbar geht dasselbe vor sich, indessen ist der Mensch durch andere Fühler mit dem Höchsten in Berührung gekommen.

      So kann man beobachten, wie mehrbeinige Insekten einige Beine verlieren, die Lebensfähigkeit aber nicht geringer wird. Sicherlich, bei einem feurigen Bewusstsein lässt sich ein solches Absterben von Zentren nicht beobachten. Das bedeutet, wir gelangen wieder zu der Feststellung, wie nützlich ein feuriges Bewusstsein ist. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass Feuer sowohl für die irdische als auch für die Feurige Welt von Nutzen ist.

      Man fragt: Welches Zentrum ist derzeit besonders wichtig? Jetzt ist die Zeit der Synthese, deshalb lasst uns alles vom Herzen selbst aus beginnen. Das Herz steht nämlich über allem. Deshalb mögen sich der Kehlkopf, der Kelch und das Sonnengeflecht nicht von der Führung des Herzens lösen. Der Kehlkopf ist das Instrument der Synthese, doch seine Umwandlung und Anwendung finden im Herzen statt.

 

      211. Ihr seht bereits, wie Tausende von Menschen durch einen einzigen Orkan umkommen. Zwingt denn das Auftreten bösartiger Stürme die Menschen nicht zum Nachdenken darüber, woher eine solche Unausgewogenheit kommt, dass nicht nur Orkane und Erdbeben, sondern auch Überschwemmungen höchste Ausmaße annehmen können?

      Man sagt tatsächlich, dass bereits Millionen von Menschen umgekommen sind. Doch das Bewusstsein verschlechtert sich mehr und mehr. Es wäre redlich, die Menschheit zu fragen, bei wie vielen Zehnmillionen Opfern sie eine Umwandlung des Bewusstseins in Betracht ziehen würde?!

 

      212. Es erfordert Mut, wenn sogar in der Atmosphäre eine nie dagewesene Spannung zu bemerken ist.

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      Man kann trotz der äußeren Kühle gleichsam eine gewisse Hitze verspüren. Sogar die Einwirkung kühler Ströme befreit nicht von der plötzlichen Empfindung innerer Hitze. Man muss bemerken, dass diese innere Hitze für die feurige Anspannung der Atmosphäre charakteristisch ist. So nehmen weder die Schultern noch der Kehlkopf noch Kundalini*, sondern das Herz die Ströme des äußeren Feuers auf.

 

      213.[87] Man sollte sich mit allen Mitteln das grundlegende Gesetz zu eigen machen, dass der Lehrer zwar die Richtung weist, jedoch keine Einzelheiten festlegt. Jeder muss sie bei der Arbeit suchen und finden. Besonders unklar ist das Verständnis, wie erhaben das Gesetz ist, das zum Finden strebt. Nicht nur jetzt, sondern auch in besseren Zeiten forderten die Menschen fertige, von ihnen aber nicht durchdachte Formeln.

      Wie lehrreich waren die Prüfungen, bei denen ein Schüler anhand eines Anfangsbuchstabens das ganze erforderliche Wort finden musste, doch nicht viele werden ein solches vereintes Bewusstsein suchen. Man muss darauf hinweisen, wie sehr ein solches Suchen auch die Führung stärkt.

      Der Lehrer ruft nicht zum fertigen Mahl, doch Er kennt Stellen im Wald, wo man reife Beeren sammeln kann. Zu dieser Stelle glücklicher Ernte ruft der Führer und bedauert es, wenn der Schüler es vorzieht, schmutzige Beeren auf dem Markt zu kaufen. So fließt Führung durch das Herz, wenn die besorgte Hand unmerklich auf den besten Pfad lenkt.

 

      214. Man muss lernen, keine Aufklärung zu fordern, wenn Ich in Symbolen spreche. Wenn es

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der Symbolsprache bedarf, bedeutet dies, dass jetzt die gewöhnlichen Kommunikationsmittel nutzlos wären. Dann sage Ich: Notiert das Symbol und behaltet es im Gedächtnis, bis die Stunde der Anwendung gekommen ist. Ebenso beachtet den Hinweis auf bestimmte Länder, was besagt, dass Unsere Aufmerksamkeit auf sie gerichtet ist.

      Solche Meilensteine sind eine Hilfe auf dem Pfad. So wird eine schreckliche Zeit von rettenden Feuern erfüllt, ohne das Karma zu belasten. Es ist nicht gut, wenn der Führer gezwungen ist, das Karma des Schülers zu erschweren. Man soll die rettenden Meilensteine liebgewinnen, die beim Nahen von Ereignissen im Herzen aufflammen.

 

      215. Über Symbole kann man sprechen und schreiben, daraus folgt aber nicht, dass der Lehrer das Symbol in die gewöhnliche Sprache übertragen muss. Wir kommen mit Warnungen nie zu spät, wenn sie notwendig sind. Ebenso werden bald die Namen von Ländern vor euch auftauchen, und ihr werdet gut verstehen, wie sehr Wir diese Ereignisse als notwendig und lehrreich erachten.

      Doch vergesst nur nicht, dass Urusvatis Herz auf einer hohen feurigen Stufe steht und sehr deutlich fühlt. Man kann erraten, dass Ereignisse unter Druck stehen, wenn Urusvatis Herz und Solarplexus so angespannt sind.

 

      216.[88] Oftmals haben Philosophen bestätigt, dass eine Versammlung von Menschen zulässig ist, wenn sie ein moralisches Ergebnis hat. Tatsächlich ist diese Wahrheit auch für unsere Zeit neu. Eine Zusammenkunft von Menschen endet gewöhnlich mit einer Entstellung der einfachsten Grundlagen.

      Betrachten wir die feinstoffliche und die feurige Umgebung solcher Zusammenkünfte vieler Menschen. Wir schauen und sind entsetzt: Die nicht übereinstimmenden Rhythmen gewähren nur niederen

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Wesenheiten Zutritt und verwandeln feurige Sendungen in versengendes Feuer. Wenn es für einen gutgesinnten (…) Besucher schwierig ist, sich seinen Weg durch eine tierische Masse zu bahnen, dann werden feinstoffliche Wesenheiten zurückgeworfen wie trockene Blätter in einem Wirbelwind.

      Man muss abwarten, bis in Lektionen über Psychologie Ratschläge über die Einwirkungen von Massen erteilt werden! Die Menschen möchten an der Leitung teilnehmen, ihren eigenen Willen aber wollen sie nicht erziehen.

 

      217. Ihr habt heute über physische Heilmittel geschrieben, doch für die Massen sind sogar Fässer mit der wertvollsten Substanz nutzlos. Man kann alle Ärzte der Welt bitten, mit der Mission der Vergeistigung des Herzens zu beginnen.

      Jeder Arzt hat zu verschiedenen Heimen Zutritt. Er sieht verschiedene Generationen und seine Worte werden aufmerksam angenommen. So kann er leicht physischen Ratschlägen die wertvollsten Belehrungen hinzufügen. Er hat das Recht, alle Einzelheiten der moralischen Verhältnisse im Haus zu erfahren. Er kann Ratschläge geben, welche die Bewohner veranlassen, über mehr als bloß die Verdauung nachzudenken; er kann Befehle erteilen, denn hinter ihm steht die Angst vor dem Tod. Der Arzt ist die heiligste Person in einem Haus, in dem es einen Kranken gibt. Und da sich die Menschheit um eine genügende Menge von Krankheiten sorgt, kann der Arzt viele wertvolle Warnungen erteilen.

      Wenn die Ärzte doch nur erleuchtet wären, doch zur Zeit gibt es von solchen nur wenige! Umso mehr schätzen Wir die erleuchteten Ärzte, sind sie doch immer bedroht, aus den Ärztevereinigungen ausgeschlossen zu werden. Überall, wo die Wahrheit ist, ist Heldentum nötig.

 

      218. Urusvati hat Unsere Feurige Arbeit gesehen und an ihr teilgenommen. So beobachten Wir

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die feurigen Anspannungen nicht nur, sondern kontrollieren sie auch. In verschiedenen Stockwerken Unseres Turmes sind Beobachtungszentren untergebracht. Es wurden viele Kräfte gesammelt, um einem feurigen Angriff zu widerstehen.

      Satan ist äußerst bemüht, der Erde ein Ende zu bereiten, um sich auf die Feinstoffliche Welt zu konzentrieren, die nicht auf die gleiche Weise wie die Erde vernichtet werden kann. So liefert der Herr der Erde diese jetzt dem Verrat aus. Er ist ein schlechter Herr, diese Natur hat er sich aber selbst anerzogen. Uns verursachte Er doppelte Arbeit, weil Wir auch noch die Feuer des Chaos bändigen müssen.

      Urusvati hat nicht wenige Apparate gesehen, doch über ihnen steht die psychische Energie, und deshalb schonen Wir sie jetzt so sehr.

 

      219. Sehr oft ergaben sich Missverständnisse infolge der Relativität von Begriffsbestimmungen, die sich im Laufe von Jahrhunderten geändert haben. Die ältesten Schriften erfuhren viele Änderungen, da sie durch die Hände fremdstämmiger Übersetzer gegangen sind. Das ist zur Genüge bekannt, wird aber nicht hinreichend in Betracht gezogen.

      Um den vollen Sinn zu erhalten, muss man sich derselben Quelle, der Hierarchie zuwenden. Wenn der Übersetzer und Ausleger in Verkehr mit der Hierarchie steht, wird sein relatives Verständnis zur rechten Zeit berichtigt werden.

      Es ist unmöglich, die heiligen Testamente mit schmutzigen Händen zu berühren. Alle Arten von Lästerung werden verurteilt, doch besonders abscheulich ist es, wenn ein Diener einer Religion lästert. Leider häufen sich solche Fälle. Unter den Dienern der Religionen gibt es nicht wenige wirkliche Atheisten. Können sie etwa über die Lebendige Ethik sprechen? Die Wahnsinnigen wollen noch nicht einmal über das künftige Leben

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nachdenken. Man kann sich all das Entsetzen in einer Versammlung vorstellen, an der Lästerer teilnehmen! Die Feurige Welt ist für sie ein Scherz.

      Mögen Unsere Freunde nicht versäumen, wo immer es möglich ist, über die Feurige Welt zu sprechen. Außer vom geistigen Standpunkt aus kann es doch auch einen wissenschaftlichen Zugang geben. Zudem mögen Unsere Freunde selbst öfter über die Feurige Welt nachdenken; solche Gedanken sind wie ein Gebet.

 

      220. Die feurige Arbeit ist natürlich voller Gefahren. Urusvati weiß bereits, wie die feurige Spannung wirkt. Weder im irdischen noch im feinstofflichen Körper kann man eine solche Spannung lange aushalten. Gerade deshalb richten Wir den Fokus des Wirbels auf Uns, damit der Pfeil der Entladung ein Zentrum der Spannung trifft. Diese Methode der Fokussierung wenden wir überall an, auf ihr beruht auch die Tactica Adversa*; aus ihr triefen die Schweißtropfen, von denen ihr wisst, doch in allem ist ein Zentrum besser als Zersplitterung.

      Die Apparate, die Urusvati gesehen hat, haben eine ungeheure Kraft; es sind Kondensatoren der feurigen Spannung. Daher stammt die Idee der Swastika[89]. Die Wissenschaftler müssen auf die alten Zeichen zurückgreifen, in ihnen finden sich Hinweise auf viele Unserer Instrumente.

      Bei einem solchen Teilproblem wie der Erde stellt das Chaos eine große Gefahr dar.

 

      221. Die Fäden des Geistes sind viel weiter gespannt als angenommen wird. Ich sage wiederholt: Schreibt, wenn auch nur kurz, die Empfindungen und Bestrebungen des Geistes nieder. Aus solchen Niederschriften kann man bedeutsame Schlussfolgerungen einander gegenüberstellen. Ebenso können die Ärzte von diesem wertvollen Material Gebrauch machen.

[Russisches Original. Seite 128.]


      Es mag sein, dass man solche Aufzeichnungen nicht immer miteinander vergleichen kann. Viele werden nicht sogleich übereinstimmen, doch selbst Einzelfälle können jemandem helfen, die psychische Energie zu erkennen. Dafür sind keine besonderen Vorlesungen an der Universität erforderlich.

      Die psychische Energie wirkt besonders frei, wenn der Mensch vom Streben des Herzens entflammt ist. Der Maßstab der psychischen Energie ist reines Streben. Nicht Magie, sondern reines, menschliches Streben wird eine wunderbare Welt entstehen lassen.

 

      222. Urusvati hat wieder an der feurigen Arbeit teilgenommen. Man kann spüren, wie das innere Feuer auch äußerlich in Erscheinung getreten ist. Es ist verständlich, dass jede Annäherung an das angespannte Element die physischen Organe belastet. Eine solche Hilfe können nur selbstlose Geister leisten.

      Man muss verstehen, dass die unerhörte Spannung auf die Verwirrung der Elemente hinweist. Man muss alle Kräfte sammeln, um den Gleichklang mit den Feurigen Kräften zu bewahren. Es gibt nämlich viele schwarze Sterne. Jeder Tag macht die Ereignisse nur noch komplizierter.

 

      223. Am meisten beunruhigt Mich das mangelnde Gleichgewicht der Welt. Die Besessenheit nimmt zu und es droht Wahnsinn. Viele Länder werden im wahrsten Sinn des Wortes von Wahnsinnigen regiert. Nie zuvor gab es eine derartige Besessenheit der Massen, und es ist unbegreiflich, dass die Wissenschaftler einem solchen Elend keine Beachtung schenken. Die Menschen begehen millionenfach Morde. Ist es möglich, dass niemand darüber nachdenkt, dass dies die Pflanzstätte der Besessenheit ist!?

 

      224. Unterscheidet zwei Arten der Erforschung von Gedanken. Jedermann weiß, dass bei klarem Denken zuweilen

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verworrene, verschwommene Gedankenformen auftreten. Die einen werden raten, dieses unklare, gleichsam befleckte Denken nicht zu beachten, andere jedoch werden auf die Erforschung solcher Gäste hinweisen.

      Es kann ein Fortschritt sein, solchen Gedankenformen Beachtung zu schenken; sie kommen von außen, umso weniger dürfen wir sie verwerfen. Wer weiß, vielleicht werden sie uns absichtlich zugesandt und sind unklar nur in Abhängigkeit von unserem eigenen Streben? Deshalb ist es besser, sich Mühe zu geben, keinen Gedanken zu verwerfen, nicht einmal einen flüchtigen. Wenn unser Herz entflammt ist, empfindet es rasch den Wert solcher Sendungen.

 

      225. Es ist ein Irrtum zu glauben, Entzündungen der Nase, der Kehle und der Lunge entstünden nur durch Erkältung. Solche Spannungen rühren auch von den Raumfeuern her. Nicht von ungefähr können Entzündungen der Nase und der Kehle durch Suggestion geheilt werden.

      Die gleiche Ursache liegt vielen Fällen sogenannten Heuschnupfens zugrunde, der ebenfalls nicht selten durch Suggestion geheilt werden kann. Auch viele Hautkrankheiten können auf die gleiche Weise geheilt werden. Oft haben Hautentzündungen nämlich keine äußeren Ursachen, sondern entstehen infolge der Unausgeglichenheit der feurigen Ströme.

      Es ist bedauerlich, dass die Ärzte diese Seite der menschlichen Leiden nicht beobachten. Sie erkennen nur gelegentlich nervliche Ursachen an, doch dann versuchen sie, diese mit Brom zu behandeln, während Suggestion ein besseres Ergebnis zeitigen könnte. Lasst uns nicht vergessen, dass Suggestion zuweilen auch zur schnellen Schließung von Wunden angewandt wurde, um die Mitarbeit des ganzen Organismus anzuregen.

      So sollte man bei einem Gespräch über

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die Feurige Welt manchmal auch die Entzündungen der Nase und der Kehle nicht vergessen. Man muss die Ärzte bitten, alle Methoden der Suggestion zu studieren.

 

      226. Träume verbinden uns mit der Feinstofflichen Welt, und auf die gleiche Weise muss es auch Entsprechungen in der Feinstofflichen in Bezug auf die Feurige Welt geben. Sie bestehen auf ihre eigene Art, doch nicht überall sind solche Berührungen mit der Feurigen Welt bewusst. Man muss über ein entwickeltes Bewusstsein verfügen, damit solche Samadhis* einen nicht blenden.

      Man muss sich bereits auf Erden auf die feurige Annäherung vorbereiten. Der Gedanke kann die Vorstellung vom Feuer völlig natürlich gestalten. Bei einer solchen einfachen und beständigen Vorstellung verwirklicht sich die Annäherung ohne irgendwelche Schwierigkeiten.

 

      227. Gedankenbeherrschung besteht nicht nur aus vertieftem und konzentriertem Denken, man muss auch wissen, wie man sich von unzeitigen und herabziehenden Gedanken befreit; so festigt sich der Gedanke, wenn wir ihn beherrschen. Es ist nicht leicht, sich von Gedanken zu befreien, die von außen zufliegen, und es ist schwierig, traurigen und belastenden Grübeleien zu entgehen. Doch ebenso sollte man fähig sein, einen Gedanken vorauszusenden und einen unnötigen zurückzulassen.

      Die Versklavung durch ihre eigenen Gedanken ist unter den Menschen gewöhnlich besonders entwickelt, und nichts behindert den Fortschritt so sehr wie bedrückende unbewegliche Gedanken. Am häufigsten werden solche schweren Gedanken von außen zugesandt, und viele Augen verfolgen in Bosheit und Erwartung, wie die Energie unterdrückt wird. Versteht es, diese Last unverzüglich zu vertreiben, sie ist doch

[Russisches Original. Seite 131.]


eine der schlimmsten Arten von Maja*. Es vergeht kein Tag, an dem sich Maja nicht verändert. So wollen wir uns doppelt bemühen, den Gedanken zu beherrschen.

 

      228.[90] Gewöhnlich bemerken die Menschen eine Wendung der Umstände nicht einmal. Gestern wurde eure Aufmerksamkeit darauf gelenkt, dass die Menschen nicht begreifen wollen, was sie selbst schaffen! Die Leiter wurde längst gefertigt, doch der Mensch stürzt sich gleichwohl ins Leere, weil er an eine frühere Leiter denkt.

      Es ist unmöglich, die Menschen von der Wirklichkeit zu überzeugen. Die einfachsten und schönsten Lösungen werden mit Schweigen übergangen und nur deshalb zurückgewiesen, weil man meint, dass irgendwo noch Großvaters Leiter steht. Sie existiert schon lange nicht mehr, doch das mittelmäßige Bewusstsein will eine solche Wirklichkeit nicht wahrhaben.

      Möge die Erhabenheit der Feurigen Welt die Menschen zu den Stufen der Wirklichkeit vorantreiben.

 

      229. Gutes Verhalten ist noch keine Annahme und kein ausgezeichnetes Verhalten. Man kann an ein altes Märchen erinnern: Ein Großvater stellte für seinen Enkel vor einer Seefahrt ein unsinkbares Gewebe her. Doch der Enkel bedeckte das Dach damit. Auf diese Weise ging er ruhig unter, als er Schiffbruch erlitt, und sein Großvater konnte ihm nicht helfen.

      Die Menschen satteln oft eine Kuh und wundern sich, dass andere sie auf Pferden überholen. Über einen derart nutzlosen Aufwand kann man nur bitter lächeln.

 

      230. Streben wird als wahrer Wert angesehen. Keiner von denen, die von Herzen bestrebt sind, wird vergessen. Das Wichtigste ist das eigene Bewusstsein der Reinheit des Strebens, doch es gibt wenige,

[Russisches Original. Seite 132.]


die reines Streben verwirklichen können.

      So kann man die Menschen nach ihrem Streben auswählen. Die Energie des reinen Strebens ist völlig gleichartig, und die Träger dieser Energie bilden wirklich einen weltweiten Körper. Sie können auf den verschiedensten Gebieten arbeiten, gleichwohl wird das Wesen der entfachten Energie dasselbe sein. Deshalb werden die Menschen nicht nach physischen Fachgebieten unterteilt, sondern nach der Anspannung des Strebens. Wisset, dass die verschiedenen Nationalitäten keine Bedeutung haben, für die feurige Substanz können weder Geschlecht noch Alter etwas bedeuten.

      Wo das Herz entflammt ist, suchen die Menschen Verkehr und Austausch, doch sie wissen nicht, wodurch sie miteinander in Verbindungen treten können; manchmal fürchten sie, einander zu verbrennen, und vergessen, dass gleiche Energien sich nicht gegenseitig gefährden.

 

      231. Man sollte sich angesichts der menschlichen Finsternis nicht übermäßig grämen. Würden Wir Uns dem Ausmaß dieser Finsternis entsprechend grämen, könnten Wir nicht existieren. Es ist traurig zu sehen, wie die Menschen ihren Pfad erschweren, doch die Jahrhunderte lehren einen, gegenüber den Eigenschaften der Unvollkommenheit Gelassenheit zu bewahren. Solche Eigenschaften sind natürlich besonders betrüblich, wenn die Zeit so kurz ist. Doch wir wollen uns der Hierarchie hingeben.

 

      232. Das Anschwellen und die Entzündung der Drüsen weisen auf den Widerstand gegen die finsteren Kräfte hin. Natürlich hilft die Entzündung der Drüsen und aller Gewebe dem Menschen ebenso wie einem Igel das Aufstellen der Stacheln. Ein solches Ausmaß der Anspannung darf einen nicht erstaunen, wenn jeder Tag von Wahnsinn erfüllt ist.

 

      233.[91] Der Führer grämt sich nicht über scheinbare Misserfolge, denn er weiß, dass die Menge des Guten jeden Abgrund füllen kann. Er spürt jede Abweichung vom Pfad, doch sie bietet ihm nur eine weitere Möglichkeit, ein neues Gebiet aufzusuchen. Ebenso wird das Gute in den Händen des Führers zu einer wirklichen Offenbarung des Lichts. Trost liegt nicht darin, dass kein Misserfolg möglich ist, sondern darin, dass jedes Erreichen von etwas Gutem einen neuen Erfolg bedeutet.

      Ich rate euch, die Zeichen der Finsternis nicht zu zählen, sie führen bloß ins Dunkle. Es gibt nur ein Licht, das Licht kann Maßstab und Stütze sein. Die Feurige Welt wurde durch Licht geschaffen, und der Gedanke ist ein Produkt des Feuers.

 

      234. Es ist nicht die Gehirnsubstanz, die denkt. Es ist an der Zeit anzuerkennen, dass der Gedanke in den feurigen Zentren geboren wird. Der Gedanke ist etwas Wägbares und Unsichtbares, doch man muss verstehen, dass ein Hebel keine Esse ist. Viele Wahrheiten klopfen an der Tür, doch nur das Denken an die feurigen Zentren kann zu richtigen Vorstellungen verhelfen.

 

      235.[92] Man sollte verfolgen, wie ganze Länder durch eine einzige unrichtige Vorstellung ins Wanken geraten können. Man kann sich nicht damit rechtfertigen, dass irgend jemand irgend etwas nicht wusste. Für gewöhnlich lässt sich der Beweis dafür finden, dass solches Wissen an alle Türen geklopft, auf allen Tischen gelegen hat und viele Male erwähnt wurde. Es ist ungerecht, Unaufmerksamkeit und die Unwilligkeit, tiefer nachzudenken, zu rechtfertigen.

      Neue Bedrückungen sind nichts anderes als ein nicht überzeugendes Verhalten des Führers. Oft kennt das Volk den eigentlichen Grund nicht, doch es spürt in seinem Herzen, dass etwas nicht Überzeugendes

[Russisches Original. Seite 134.]


vor sich geht. Der Führer muss sich vor allem davor hüten, etwas nicht Überzeugendes aufkommen zu lassen.

 

      236. Wir bestätigen, dass der Geist übervoll ist. Sich ganz mit Geist anfüllen heißt, in unmittelbaren Verkehr mit der Hierarchie zu treten. Alle Arten von magischen Mitteln, sogar die „Beschäftigung des Verstandes“ werden zum Höheren Verkehr versucht. Doch die neue Annäherung an das Höchste führt zum Vorbild der Glaubenshelden, die sich dem unmittelbaren Verkehr vor allem über das Herz näherten. Wir sehen Propheten und Glaubenshelden, die nicht in Ekstase verfielen, vielmehr war jedes ihrer Worte ein Wort des Testamentes.

      Wenn ihr Mich fragt: Welche Methoden sind unserer Zeit angemessen? sage Ich: Man muss sich auf einen unmittelbaren Verkehr vorbereiten. Alle herkömmlichen Maßnahmen sind an sich schon mittelmäßig. An Tagen, an denen die feurigen Energien angespannt sind, hilft nämlich dieses Feuer dem Herzen, das Höhere Gebot zu verstehen. Ein solches Gebot drückt sich mitten im Leben aus. Dann sagen Wir: Hört und befolgt!

      Jede Epoche hat ihren eigenen Ausdruck. Man sollte sich nicht an alte Methoden klammern, wenn man ein neues Verständnis anwenden kann. Selbst in den Alten Testamenten gab es Propheten, die immer vom Geist erfüllt waren. Erst viel später wurden Formeln, Zahlen und Rhythmen studiert. Andere jedoch meinten, dass solche Methoden an Beschwörungen grenzen und so das Höhere Prinzip herabsetzen.

      Besonders gegenwärtig, während einer Epidemie von Besessenheit, müssen die Menschen den Verkehr über das Herz suchen.

[Russisches Original. Seite 135.]


      237.[93] Der Entzug des Segens ist ein Akt des ältesten Patriarchats. Er ist weit entfernt von den späteren Verfluchungen. Die Verfluchung ist ein Produkt der Unwissenheit, während der uralte Akt den Abbruch der Verbindung mit der Hierarchie vorsah. Die Verbindung mit der Hierarchie ist ein wirklicher Segen mit allen seinen Auswirkungen.

      Die Unwissenden werden sagen: „Wir haben oft das Höchste geschmäht und dennoch leben wir; kein Feuer hat uns verbrannt und nichts bedroht uns.“ Dann lasst uns sie auf die öffentlichen Plätze führen, wo blinde Bettler im Schmutz umherkriechen, und ihnen sagen: „Das seid auch ihr.“[94] Dann lasst uns sie in Gefängnisse führen, in Bergwerke, zu Feuersbrünsten und Hinrichtungen und sagen: „Erkennt ihr euch selbst etwa nicht? Kaum wurde der Faden zum Höchsten durchtrennt, und ihr flogt schon in den Abgrund.“ Man muss keinen Schrecken einjagen, das Leben selbst ist voll von Beispielen solcher Schrecken. Denkt daran, dass der Druck des Feuers zwar unsichtbar ist, seinen Auswirkungen aber nichts entrinnen kann.

      So kann man sehen, wie sogar die Alten die Gerechtigkeit des Gesetzes verstanden haben und bereits wussten, dass eine Verletzung der Grundprinzipien so gewaltig und schrecklich ist, dass die Auswirkung nicht sofort eintreten kann.

 

      238. Die Feurige Sonne ist unsichtbar, ebenso wie die großen Himmelskörper unsichtbar sind.[95] Man sollte bereits in den Schulen erklären, wie unbedeutend unser Gesichtsfeld ist. Nur so kann man die Menschheit davon überzeugen, dass sie im Wesen des Herzens zwar göttlich, im Körper aber allen Beschränkungen unterworfen ist. Nur so werden bereits die Kinder erkennen, womit sie sich befassen müssen. Sie verstehen gar nicht, was sich in ihrer Brust befindet und ständig schlägt.

[Russisches Original. Seite 136.]


      239. Man kann zur Genüge spüren, wie sogar eine kleine finstere Wesenheit viele machtvolle Mitarbeiter um sich herum ansammeln kann. Man sollte keine Gelegenheit versäumen, um finstere Brutstätten auszurotten.

 

      240. Ein Bewusstsein, das zu Uns bestrebt ist, verfeinert sich unaufhörlich. Der Verfeinerungsprozess wird zum täglichen Gesetzbuch. Kann man sich vorstellen, dass die feinste Energie in ein Chaos verwandelt wird? Überall ist gesagt: „Wer zu Mir kommt, wird in Mir wohnen.“ Das muss man wörtlich verstehen. Die feinste Energie kann nicht in einen formlosen Zustand verwandelt werden, deshalb bin Ich so sehr um die Verfeinerung des Bewusstseins besorgt.

      Die Komplizierung infolge Grobheit beweist nur, dass die Herzenergie noch nicht jene Höhe erreicht hat, auf der sie nicht mehr vom Versinken in den Wellen des Chaos bedroht ist. Man muss die Verfeinerung beschleunigen. Jedes Geschwür beginnt mit der kleinsten Zersetzung des Gewebes. Ein Tropfen Harz vermag das kranke Gewebe zu heilen, doch einem vernachlässigten Geschwür kann selbst ein ganzer Kessel Harz nicht helfen.

      Schafft Verfeinerung inmitten des Lebens! Warum nur mit Worten, warum nur mit Blicken, wenn die Herzenergie gerade mit Gedanken vermehrt wird? Das Kostbarste wird nur für die Abgabe gesammelt. Wer würde nicht wirklich die beste Qualität geben wollen? Nur ein Betrüger wird versuchen, etwas Ungeeignetes anzubieten. Man muss seine Gedanken überwachen, um nur solche von höchster Qualität auszusenden. Ich spreche nicht abstrakt.

      Zusammen mit euch senden Wir Gedanken der Freundlichkeit, und

[Russisches Original. Seite 137.]


viel Unnützes wurde bereits abgewendet. So wurde ein Berg der Freundlichkeit geschaffen, auf dessen Gipfel man in die Ferne sehen kann. Man kann vielen zum Allheilmittel der Freundlichkeit raten. Wir werden nicht müde, immer wieder über dieses Heilmittel für Geist und Körper zu sprechen. Eines Tages werden auch die Ärzte Freundlichkeit als das stärkste Gegenmittel verordnen. Lasst uns nicht vergessen, dass Bosheit die Wirkung von Giften heranzieht, während Freundlichkeit ihnen widersteht.

 

      241. Das, was ihr Mir zuführt, wächst wie der beste Garten. Die Früchte reifen, man darf aber keine Würmer zulassen.

 

      242.[96] Man sollte nicht überrascht sein, wenn Wir einen Namen aussprechen und mit ihm den Raum füllen, um eine Nachricht zu übermitteln. Wir bekräftigen Unsere Beschlüsse im Raum. Wer die Verbindung mit der Hierarchie verstanden hat, muss lernen, dass die Entscheidung über die Welt vom Anfüllen des Raumes abhängt. Freilich, nicht allein die irdische Welt entscheidet, sondern die ganze Triade[97]. Daher scheitern sogar scheinbar ganz einvernehmliche irdische Beschlüsse, weil sie von den beiden Höheren Welten nicht angenommen wurden.

      Auch müssen die finsteren Kräfte manchmal benachrichtigt werden, denn ihr Wehklagen verstärkt bloß den Schall der Nachricht. Ein solcher Ruf ertönt in allen Welten und weckt neue Energien. Natürlich müssen jene, auf die sich solch eine Manifestation bezieht, vorsichtig sein, weil ein Wirbel auf sie gelenkt wurde.

 

      243.[98] Die Hauptgefahr liegt in der unglaublichen Divergenz der Bewusstseine. Während die einen fast an die Atomenergie heranreichen, haben andere noch nicht einmal

[Russisches Original. Seite 138.]


das Höhlendasein erreicht. Ein solcher Unterschied erzeugt eine Verwirrung der Ströme und erschwert den Fortschritt. Es ist leichter, Troglodyten[99] voranzubringen als derart verschiedenartige Massen. Deshalb sind der Fortschritt und die Erweiterung des Bewusstseins so kompliziert geworden.

 

      244. Der Duft des Deodar ist nicht nur angenehm, sondern hilft auch, den Atem zu beleben, und vertreibt finstere Wesenheiten. Viele Öle wirken reinigend, aber nicht alle haben Einfluss auf die Feinstoffliche Welt. Deodar ist in der Feinstofflichen Welt von Bedeutung und steht für gewöhnlich mit den Aufenthaltsorten der Rischis* in Zusammenhang. Sie wussten, dass Deodar die Eigenschaft besitzt, böse Wesenheiten zu vertreiben.

 

      245. Unsere Hilfe erstreckt sich in die Hauptrichtungen. Es wäre irrig zu denken, die alltäglichsten Einzelheiten könnten Unsere Energie herbeiziehen. Es ist wahr, Wir beschützen immer, es wäre aber töricht zu denken, dass jedes Niesen auf Unseren Befehl hin erfolgt. Man muss unterscheiden, wo es die Hauptströme des Lebens gibt, nur so kann man die Grundlagen des Höheren Verkehrs achten lernen. Genauso verhalten Wir Uns dem Höchsten gegenüber. Achtung für den Wert der Energie ist ein Zeichen für das Verstehen der Unbegrenztheit.

      Denkt gründlich über dies nach, heute erfordert die feurige Arbeit nämlich das Verständnis Unserer Grundlagen. Kann man die Waffe strecken, ehe der Schlag erfolgte? Kann man das eingestellte Fernrohr verschieben, ohne die Sicht zu beeinträchtigen? So ist auch besondere Sorgsamkeit erforderlich, wenn Wir die Zusammenarbeit enger gestalten.

      Beachtet, wie Ich die Bedingungen der gemeinsamen Arbeit allmählich vertiefe. Keine Wiederholung

[Russisches Original. Seite 139.]


ist fehl am Platz. Wir fordern das, was man den Kräften entsprechend verlangen kann. Wir betreten allmählich gefährliche Sphären, und nur so kann man einen Sieg erwarten.

 

      246. Der Wissenschaftler hat beinahe Recht, wenn er dem Chemismus eines Organismus Leben zuschreibt, doch er verliert den Kristall der psychischen Energie aus dem Blick. Natürlich ist diese feinste Substanz auch ein Chemismus eigener Art, nur der Zugang zu ihr ist ein besonderer.

      Unter vielen richtigen Schlussfolgerungen übersehen die Wissenschaftler gewöhnlich das Wichtigste; nicht so sehr des Widerspruchs wegen als aus dem Unvermögen, sich solche Begriffe vorzustellen. Ihr habt selbst zwei Ärzte gesehen, denen sich die größte Gelegenheit für unwiederholbare Beobachtungen bot. Ihr habt gesehen, wie sie diese Möglichkeiten nicht zu schätzen wussten und unverkennbar von der Hauptsache abschweiften, indem sie sinnlose Formeln stammelten. Zusammenarbeit beruht auf gegenseitiger Besorgtheit und Herzensarbeit.

 

      247. Diejenigen, die vom Großen Dienst nichts wissen, können sich über die Schwierigkeit einer solchen Heldentat sogar beschweren. Jene aber, die mit ihm schon in Berührung gekommen sind, können sich ein Dasein ohne ihn schon gar nicht mehr vorstellen. Es entsteht eine schreckliche Leere, wenn man seine Kräfte nicht für das Allgemeinwohl anwenden kann. Ohne Verkehr mit der Hierarchie starrt einen von allen Seiten eine schreckliche Finsternis an. Ohne den Großen Dienst verliert das Leben selbst, wie eine welkende Blüte, seinen Sinn.

      Die Feurige Welt ist nicht greifbar, und ihr Begriff selbst scheint statt anziehend bedrohlich zu sein. Gleichgewicht wird durch große Maßstäbe errichtet, doch die Verwirklichung des Schildes der Hierarchie erfolgt, nachdem man sich dem Großen Dienst geweiht hat.

      Der Geist entscheidet selbst über sein Schicksal. Der Geist bestimmt selbst

[Russisches Original. Seite 140.]


ohne Überredung sein Opfer. Das Ausmaß des Opfers wird im Herzen bestimmt. Niemand kann eine Ausweitung des Opfers veranlassen, doch große Freude entsteht über ein unvermindertes Opfer. Der Lehrer rät, die eigene Größe entsprechend dem vom Herzen freiwillig übernommenen Opfer zu erkennen. Wie erhaben ist das Gesetz eines solchen guten Willens, es bestimmt die Zukunft vom Kleinen zum Großen und bis zu großen Ereignissen!

 

      248. Lesen und selbst Auswendiglernen ohne Beteiligung des Herzens hilft wenig. Man kann sogar eine Tabelle zusammenstellen, die angibt, wie sehr die Beteiligung des Herzens das wahre Verständnis hervorruft. Möge man das nicht abstrakt verstehen. Die Beschaffenheit des Pulses zeigt auf, wie sehr die Beteiligung des Herzens zur Aufnahme beiträgt. Ein solches Verständnis bringt einen auch der Feurigen Welt näher.

      Es ist langweilig, sich ein Gemurmel anzuhören, dem die Herzlichkeit fehlt, besonders wenn die Anzahl der gedruckten Bücher ein erschreckendes Ausmaß erreicht. Selten sind Quantität und Qualität so sehr auseinandergegangen! Auch darin offenbart sich ein Anzeichen von Herzlosigkeit. Wir spornen jedes Lodern des Geistes an. Ein flammendes Herz ist eine Fackel der Feurigen Welt.

      Man sollte sich angewöhnen, sich in den Sinn des Gesagten zu versenken, dafür sind Übersetzungen in verschiedene Sprachen nützlich. Dabei drückt sich ein genaues Verstehen aus. Der Lehrer muss einen Begriff immer von verschiedenen Seiten beleuchten, so dass er alle Sphären des Bewusstseins des Schülers berührt.

      Es ist unmöglich, die Unabänderlichkeit vieler Begriffe beim ersten Lesen zu erfassen. Man muss sich ihnen wiederholt zuwenden, wie bereits gesagt, bei allen Farben des Morgens und des Abends. Auch die Nacht wird einen Strahl des Verstehens beitragen.

      Ihr habt selbst

[Russisches Original. Seite 141.]


gesehen, wie seltsam die Menschen das Gelesene beurteilen. Hören sie vom Messias, denken sie bloß: Ist er vielleicht ein Dämon? Lesen sie über das Herz, ängstigen sie sich: Ist das etwa Zauberei? Das heißt: Sowohl der Dämon als auch die Zauberei stehen ihnen nahe. Ein im Herzen reiner Mensch wird nicht zuerst an die Finsternis denken.

 

      249. Nicht Magie, sondern Inspiration von Gott ist in den alten Testamenten geboten worden. Als der Höhere Verkehr abzubrechen begann, verwendeten die Menschen von der irdischen Welt aus Magie als Mittel für einen erzwungenen Verkehr. Doch wie alles Erzwungene, endet Magie in den finstersten Erscheinungen. Die Grenzlinie zwischen schwarzer und weißer Magie ist in ihrer Kompliziertheit schwer zu erfassen. Deshalb sollte man auf dem Pfad der Zukunft von jedweder Magie Abstand nehmen.

      Man darf nicht vergessen, dass die alten Methoden der Magie mit anderen Lebensformen verbunden waren. Magie gründet doch auf einer genauen Erfüllung technischer Bedingungen, doch da alle Lebensformeln sich geändert haben, mussten sich auch alle magischen Wirkungen entsprechend ändern. Das ist der Grund, warum die derzeitige Magie in Nekromantie und andere niedere Erscheinungen versunken ist.

      Keiner, der die Mechanik der Formeln studiert, gibt sich keine Rechenschaft darüber ab, dass sie für eine vollkommen andere Verwendung niedergeschrieben wurden. Man vergisst außerdem völlig, dass alle Bedingungen und die höheren Formeln überhaupt nicht niedergeschrieben wurden; falls sie aber vermerkt wurden, dann in solchen Symbolen, dass ihr Sinn heute völlig verschleiert ist.

      Auf diese Weise führt das zeitgenössische Studium der Magie entweder zu sinnloser Scholastik[100]

[Russisches Original. Seite 142.]


oder es verfällt, indem es abwärts rollt, der schwarzen Messe. Deshalb sprechen Wir ein sehr notwendiges Wort aus, wenn wir von der Abschaffung der Magie reden. Möge sie den finsteren Nekromanten überlassen bleiben. Es gibt viel zu viel Besessenheit auf Erden.

      Der einzige Pfad zum Höheren Verkehr führt über das Herz. Keinerlei Zwang darf diesen feurigen Pfad beflecken. Können die Menschen wirklich meinen, die Beschwörung niederer Wesenheiten könne ungestraft bleiben?! Und was für eine Verbesserung des Lebens kann aus einer solchen Beschwörung hervorgehen? Niemand kann sagen, wo der Nutzen der Nekromantie liegt, und wo das Herz ist, das durch sie aufgestiegen wäre.

      Man muss sich dem kurzen und Höheren Pfad zuwenden, der Gesundheit des Geistes verleiht, und von dieser gelangt man zur Gesundheit des Körpers. Die Abschaffung der Magie wird sich als weißer Stein auf dem Pfad der Welt erweisen.

 

      250. Verzweiflung ist vor allem Unwissenheit. Ich sage das nicht zur Ermutigung, sondern für den Fortschritt. Viele schöne Aufbauten wurden durch unangebrachte Verzweiflung zunichte gemacht. Sie befällt einen Menschen immer am Vorabend einer vollendeten Errungenschaft, so als hätte jemand die Feuer zeitweilig ausgelöscht; doch der Schüler kennt einen solchen Schrecken nicht.

 

      251. Die Vertreibung der Magie ist keine Unterbindung der Erscheinung der Feinstofflichen Welt. Im Gegenteil, die Verbindung mit der Höheren Welt kann durch die Beseitigung jeglichen Zwangs nur verstärkt werden. Unwissender Zwang kann nämlich die Harmonie der Verbindungen stören. Die Natur widersetzt sich sowohl im Großen als auch im Kleinen jeglichem Zwang.

      Die wunderbaren Zugänge zur Feinstofflichen und zur Feurigen Welt zu studieren und zu erkennen, ist keine Magie.

[Russisches Original. Seite 143.]


Das Gebet des Herzens ist keine Magie. Das Streben des Geistes zum Licht ist keine Magie.

      Man muss sich vor jedweder Unwissenheit hüten, denn sie ist eine Quelle der Lüge, und Lüge ist die Schwelle zur Finsternis. Versteht es, in eurem Herzen die Wahrheit des Verkehrs mit dem Einen Licht zu finden.

      Schrecken erfüllt die Welt. Folgt nicht dem Pfad des Schreckens! Man kann sich an Beispielen aus früheren Zeiten stärken. Gerade die Glaubenskämpfer berührten die Feurige Welt mit dem Herzen – mit demselben Herzen, das allen gegeben ist. Die Fähigkeit, die Stimme des Herzens zu vernehmen, führt bereits zur Wahrheit.

 

      252. Ein Volkssprichwort ist ein Licht, das durchs Fenster dringt. Es hat keine unwahren Sprichwörter gegeben. Wertvoll sind die Ablagerungen der Weisheit. Doch heute steht einer große, verworrene Zeit vor uns. Man muss den ganzen Mut aufbringen, um für jeden ein Wort zu finden. Die Zeit des Erwachens der Völker ist gekommen.

 

      253. Nur ein erfahrenes Herz versteht nicht nur die Maja der Verzweiflung, sondern auch die der Begeisterung. Es ist nicht leicht aufzuzeigen, dass Begeisterung und Frohlocken in ihrem Chemismus von Verzweiflung nicht weit entfernt sind. Unbegründetes Frohlocken gleicht nicht der weisen Freude, wenn das ganze Herz mit dem Kosmos schwingt.

      Viele können das Verweilen auf der Erde in dauernder Anspannung überhaupt nicht aufnehmen. Doch diese kann man in bestimmte chemische Laboratorien schicken, wo der neu Angekommene gar nicht atmen kann, während die beständig dort Arbeitenden den Druck noch nicht einmal bemerken. Ein solches Beispiel muss davon überzeugen, dass man sich an ständige Wachsamkeit genauso gewöhnen kann wie an den Magneten der Anspannung. Wer den Fuß auf die Leiter des Aufstiegs gesetzt hat, für den ist

[Russisches Original. Seite 144.]


schon die Anfangsstufe schwer zu ertragen. So geht Maja in bewusste Erkenntnis der kosmischen Anspannung über.

 

      254. Wahrhaftig, viele wünschen jedes nützliche Beginnen zunichtezumachen. Es ist schwierig zu sagen, wer schädlicher ist, die Finsteren oder die Fanatiker. Oft ist das Herz der letzteren sogar noch unzugänglicher. Indem sie sich das Erbe anderer aneigneten, haben sie die erbarmungslosesten Bedrohungen gegenüber der ganzen Menschheit verwirklicht. Wundert euch nicht, wenn sie sich der besten Symbole bemächtigen, um sie zu entstellen. Fanatiker wurden nicht ohne Grund Entsteller genannt.

      Eine ihrer kennzeichnenden Eigenschaften ist der Mangel an Schönheitssinn. Aus Mangel an Schönheitssinn und nicht aus Bosheit können sie die schönsten Dinge schwärzen. Ein solcher Verfall ergibt gewiss eine sehr finstere Schicht, doch es gibt viele Fanatiker, und sie erschweren den Pfad des Wissens.

 

      255. Es heißt, ein Steinmetz solle nur Steine zusammenzufügen, doch wenn er einen Menschen retten kann, soll er das etwa nicht tun? Es gibt doch nicht nur Steine auf der Welt, sondern auch Herzen!

 

      256. Gebete enthalten oft den Appell „Schau auf mich“, oder „Wende Deinen Blick mir zu“. In solchen Worten drückt sich ein großes Wissen über die Bedeutung des Blickes aus. Ein Blick kann nämlich sogar die Zusammensetzung der Aura verändern. Nicht nur der Gedanke, sondern auch der ganze Chemismus des Blickes hat eine feurige Auswirkung. Jene, die das wissen, bitten die Höheren Kräfte, auf sie herabzublicken, denn in diesem magnetischen Chemismus ist ein allumfassender Segen enthalten.

      Lasst uns nicht vergessen, dass jeder Blick

[Russisches Original. Seite 145.]


des Menschen die entsprechend gleiche Bedeutung hat; je mehr der Blick von einem Gedanken begleitet ist, desto kraftvoller ist er. Dies ist keine direkte Suggestion; besser ist es, dies als Sättigung des Raumes zu bezeichnen, denn ein solcher Chemismus verbreitet sich viel weiter, als man annehmen kann.

      Man kann die Bedeutung des Blickes darstellen, sobald Ausstrahlungen photographiert werden. Dann wird man die Einwirkung sinnloser Blicke und von Gedankensendungen beobachten können. Es ist eine Freude zu sehen, wie tröstende Blicke die Aura heilen können. Und eine solche andauernde Einwirkung kann zu einer gewaltigen Verbesserung des ganzen Daseins führen.

      Lasst uns nicht vergessen, dass die Anwesenheit bestimmter Personen eine bedeutende Verbesserung der Aura einer ganzen Versammlung bewirkt. Man kann sie Leuchttürme der Rettung nennen; selbst wenn sie keine Energie aussenden, durchdringt ihr Od[101] dennoch die ganze Umgebung. Man sollte solche natürlichen Heiler äußerst schätzen.

 

      257. Jedwede Unterbindung der Zauberei ist eine gute Tat. Dies umso mehr, als eine solche Einwirkung sehr gefährlich ist. Man muss nicht nur Mut, sondern auch Geistesgegenwart besitzen, um in jedem Fall zu verstehen, wie man vorgehen muss. Vor allem muss man den magischen Zirkel zerstören. Doch eine solche Berührung erfordert eine noch größere feurige Anspannung, als sie vom Beschwörer angewandt wurde. Die Kenntnis der entsprechenden Kräfte wird durch Gefühlswissen erlangt.

      Man kann die stärkste Flamme nicht berühren, ohne verbrannt zu werden; doch wenn die feurige Energie die Oberhand gewinnt, wird es keine schlimmen Folgen geben.

[Russisches Original. Seite 146.]


      258. Ihr konntet hören, dass weise Menschen in einer Stunde der Gefahr manchmal „Freude, Freude!“ ausriefen. Dieser Ausruf konnte nicht nur eine Autosuggestion bedeuten. Sie wussten um die Schatzkammer der Freude und wollten aus dieser gleichsam die Entflammung ihrer Gefühle entnehmen, die für eine Heldentat nötig ist. Gespenster sind dort nicht nötig, wo eine heilige Verbindung mit der Hierarchie besteht. Man kann aus der Schatzkammer unversiegbare Kräfte entnehmen, doch sie sollten entflammt hervorgerufen werden. Niemand kann der Freude der Heldentat widerstehen.

      Man darf sich keinem Zwang unterwerfen, Freude jedoch ist Vollendung. So lasst uns sie großziehen wie kostbarste Blüten, und sie nicht durch den Verdacht herabsetzen, sie sei eine Illusion. Nein, wir wissen, wie Freude durch die Leitung Kundalini erklingt. Oft können wir nicht mit Worten erklären, von wo diese Freude als Vorbote auftaucht, doch sie besucht uns auf einem leichtbeschwingten Strahl der Hierarchie. Wer weiß, aus welcher Unbegrenztheit der Ruf zur Freude ertönt? Wer weiß, dass die Zeit zur Offenbarung der Freude schon gekommen ist? Doch das Gesetz ist unabänderlich, und deshalb ist Freude eine besondere Weisheit.

      Wie lange ist es her, dass dies schon gesagt wurde! Doch im Fortschritt der Spirale wird es real und verständlich. Ebenso wachsen das Herz, das Bewusstsein und die feurige Weisheit. Wir sehen nicht, wie das Gras wächst, doch wir spüren seine Spur. Ebenso verhält es sich auch mit der Freude der Heldentat.

 

      259. Ihr habt bereits von gewissen leeren Gräbern gehört.[102] Ihr habt von einem sehr alten Brauch gehört, wonach Scheintote durch andere [Leichname] ersetzt wurden. Man darf nicht vergessen, dass zu allen Zeiten viele

[Russisches Original. Seite 147.]


ungewöhnliche Taten vollbracht worden sind und nicht nur einmal ein Leben abgebrochen wurde. Die Menschen wurden der Geheimnisse des Daseins teilhaftig, und viele Namen wurden auf leere Gräber geschrieben! So werden abseits der eingefahrenen Wege der Geschichte unergründliche Heldentaten vollbracht.

      Man muss sich im Bewusstsein an vieles gewöhnen, das nicht in die irdischen Gesetze eingeht. Wer kann bestätigen, wie die Ereignisse zustande kommen? Man kann nur einige wenige äußere Zeichen bemerken, der wirkliche Lauf des Lebens aber ist in den staatlichen Annalen nicht verzeichnet. So staunen die Menschen, wenn sie eine Grabinschrift gelesen haben, dass der Scheintote zehn Jahre später wieder auftaucht und von vielen Menschen identifiziert wird.

      Natürlich ist es leicht, solchen unzweifelhaften Beweisen keine Beachtung zu schenken. Ehrliche Beobachter aber können glaubwürdige Fälle solcher Ereignisse sammeln. Es gibt nämlich eine Geschichte der inneren und eine der äußeren Welt. Das ist weder Zauberei noch Magie, sondern der Pfad der Höheren Welt.

 

      260. Gewöhnt euch an Meinen Rat, dass Ereignisse durch besondere Maßnahmen zustande kommen. Man sollte den Aufbau nicht durch Vorstellungen gewöhnlicher Freude oder gewöhnlichen Leides herabsetzen.

 

      261. Es ist ein Irrtum zu meinen, die Kräfte der Finsternis würden nur schwache Stellen angreifen. Sehr oft bedrängt das Chaos gerade die stärksten Festungen. Ebenso wütet die Brandung gegen Klippen stärker. Deshalb muss man alle Mauern schützen, sowohl die niedrigen als auch die hohen. Vergessen wir das nicht, denn die Menschen denken oft an die Verteidigung des Schwachen und lassen den Starken im Stich.

      Überall gibt es Einschüchterungen durch das Chaos und die Spannungen haben sich verdreifacht. Lest jedem,

[Russisches Original. Seite 148.]


der das Gefühl des Schutzes nicht schätzt, vom Niedergang großer Völker vor.

 

      262.[103] Ja, ja, ja, wenn sich die Menschen nicht der Hieroinspiration* zuwenden, wird es viel Verwirrung geben. Infolge der mechanistischen Weltanschauung sind Gleichgewicht und Entsprechung gestört. Schon vor einem halben Jahrhundert waren Wir über die übermäßige Zunahme des physischen Wissens besorgt. Tatsächlich ist in dieser Richtung viel erreicht worden, doch gleichzeitig ist das geistige Bewusstsein hinter dem physischen zurückgeblieben. Inmitten der Auftürmung von Formeln ist die Ethik verlorengegangen.

      Die Maschinen lenken den Menschen von der Kunst des Denkens ab. Jetzt gibt es genug Roboter! Für das Gleichgewicht der Welt ist das Herz erforderlich, in dieser Weisung liegt die dringend notwendige Rettung. Böser Wille bedrückt die irdische Aura.

 

      263.[104] Ein erfahrener Hausherr findet für jeden Abfall Verwendung. Der heutige Erbauer muss diese Heldentat auf sich nehmen. Sie ist besonders schwierig, denn es ist nicht leicht, Roboter zu verwenden, wenn bewusste Motiviertheit erforderlich ist.

 

      264. Viele werden niemals verstehen, dass ein Yogi überaus umsichtig sein muss, was seine Gesundheit betrifft. Aus Unwissenheit bilden sich viele ein, ein Yogi sei gesundheitlich gefeit und nichts könne ihm physisch widerfahren. Nach Meinung einiger verspürt er weder Kälte noch Hitze.

      Indes wird selbst ein Brückenpfeiler von den Wellen weit stärker unterspült als ein Sumpf. Der Sand des Sumpfes ist der Wasserbewegung nicht so sehr ausgesetzt wie ein Pfeiler, der gegen die Strömung aufgestellt ist.

      Wie unsinnig ist es daher zu glauben, ein Yogi

[Russisches Original. Seite 149.]


könne die starke Belastung durch Unwissenheit aushalten. Gewiss, er wird seine eigene Anspannung nicht zeigen, doch sie ist genauso stark wie das Feuer seines Herzens. Das einfache Gesetz der Entsprechung zeigt sich auch hier in seiner ganzen Kraft.

      Wenn man fragt, ob sich aus Druck nicht Widerstand entwickelt, so ist diese Frage nicht ohne Wahrheit. Umso mehr müssen wir unsere Kräfte bewahren, wenn wir wissen, wofür sie benötigt werden.

 

      265.[105] Seien wir bestrebt, das Notwendigste zu verstehen. Über den Grad der Notwendigkeit zu entscheiden, ist eine Eigenschaft des Führers. Man muss in der Lage sein, viele gleichzeitige Ansprüche in das Mosaik einer allgemeinen und folgerichtigen Ordnung einzuordnen. Weder Logik noch Verstand noch Formeln, sondern das Feuer des Herzens erhellt den Pfad eines solchen Zuges von Handlungen.

      Mit ganzem Herzen sollte man erkennen, wo ein genügender Durchgang ist, um nicht an den Nachbarn anzustoßen. Das Herz zeigt an, wann man den Druck nicht weiter erhöhen darf. Solche Prüfungen der Kräfte nennt man Flügel der Gerechtigkeit.

 

      266. Es gibt keine Leere, dennoch spüren die Menschen oft etwas Ähnliches wie Leere. Was kann ein solches belastendes Gefühl bedeuten? Es besteht natürlich nicht ohne Grund. Die Menschen vergiften mit ihrem Denken die Umgebung und verwandeln sie in Chaos. Das sogenannte Gefühl der Leere ist auch eine Empfindung des Chaos.

      Chaos an sich ist überhaupt keine Leere, es steht aber dem menschlichen Bewusstsein derart fern, dass seine Annäherung schon einen Verlust des führenden Prinzips darstellt. Ein solches tödliches Prinzip wird als Leere empfunden, die keine geringe Gefahr in sich birgt;

[Russisches Original. Seite 150.]


das Gleichgewicht wird gestört, und es kommen Selbstmord sowie verschiedene Wahnsinnstaten vor.

      Weder Leere noch Chaos, sondern das abscheuliche Denken der dummen Vergifter beschädigt die Atmosphäre. Dabei stecken sie die Umgebung an und treffen auf diese Weise ihre Nachbarn. Wahrhaftig, der Mensch kann nur bei einem bestimmten Denkniveau gemeinschaftsfähig werden.

 

      267. Seid nicht betrübt, wenn die Lehre den verschiedensten Quellen zugeschrieben wird, sogar einem Gesetzbuch ganz unbekannter Schreiber. Vielleicht wird sie euch selbst zugeschrieben, und ein solcher Umstand wird einer der besten sein. Man sollte diese Erfinder gar nicht verfolgen. Es gab auf der Welt nie Einstimmigkeit.

      Möge das getan werden, was von höchster Wichtigkeit ist. Mögen die Weisungen, die für die Verbesserung des Lebens notwendig sind, sich im Volk verbreiten. Seid auch nicht über jede Meinung betrübt. Wenn der Name der Bruderschaft nicht ausgesprochen werden soll, möge jeder seinem Bewusstsein gemäß aufnehmen. Gewiss, die Maßnahmen zur Übermittlung liegen jenseits des Verständnisses der Menschen. Doch alles wird so getan, wie es erforderlich ist.

 

      268. Es ist äußerst bedauerlich, dass die Menschen sich durch ständige Unzufriedenheit selbst schaden; auch ist diese Störung des Gleichgewichts weit in den Raum hinein schädlich. Man kann recht vernünftige Menschen sehen, die sich gleichwohl über das Schicksal beklagen. Selbst irdische Reichtümer helfen nicht, sie vor Unzufriedenheit zu bewahren. An geistige Reichtümer denken sie natürlich für gewöhnlich überhaupt nicht.

 

      269. Der unterschiedliche Ausdruck, den ihr auf Porträts beobachtet habt, gehört bereits in den Bereich der Hieroinspiration.

[Russisches Original. Seite 151.]


Bereits im fernen Altertum hat man diese geistige Durchdringung verstanden. Schon in Ägypten waren Porträts Vermittler für Kommunikation auf Entfernung. Ebenso sprechen Heiligenbilder auf geistige Kommunikation an. Doch dieses natürliche Phänomen sollte man nicht als Magie oder Zauberei, sondern als ein weiteres Körnchen Wissen verstehen.

      Niemand kann das Wissen des Geistes begrenzen oder seine Grenze umreißen. Niemand besitzt eine solche Vorstellung, um zu erkennen, wo die Größe der Energie unterbunden werden kann. Daher sollte man alle verstandenen Einzelheiten der verschiedenen Erscheinungen gewissenhaft vermerken.

      Man muss sich über jede solche Erkenntnis freuen. Diese feurigen Meilensteine führen doch zur Feurigen Welt. Das bedeutet, man sollte man auf solchen Pfaden große Aufmerksamkeit walten lassen. Man muss die Wirklichkeit nehmen, wie sie ist. Weder Misstrauen noch Verschlafenheit, sondern ein gutes Auge und ein offenes Herz führen zum Verständnis der neuen Erscheinungen der Feurigen Welt.

      Bemerkt, wie sehr sich der Ausdruck des Bildes veränderte, und später könnt ihr dies mit den Ereignissen vergleichen. Ihr müsst die Beobachtungen natürlich an Menschen anstellen, die für euch besondere Bedeutung haben und die ihr kennt. Solche Veränderungen des Ausdrucks wurden bei den Ägyptern der Spiegel der Seele genannt.

 

      270. Wer kann sagen, wo das Unaussprechliche beginnt? Wer wagt es, etwas zu ermessen, das nicht ausgesprochen werden kann? Doch das Herz weiß es und kann sich vor Schmähungen schützen. Man muss

[Russisches Original. Seite 152.]


einem solchen Zeichen des Herzens lauschen können. Man muss die Zeichen des Herzens beharrlich und geduldig erkennen.

      Man muss es verstehen, sich an die Hierarchie zu wenden. Man muss anerkennen, dass es keinen anderen Pfad gibt. Es heißt: Übergeben wir unseren Geist dem Herren, doch es heißt nicht: Überlasten wir den Herren.

 

      271. Fohatfunken weisen auf den Grad der Anspannung hin, es gibt nämlich in der ganzen Welt eine nie dagewesene Spannung. Ihr kennt den Grad der Zusammenstöße nicht und könnt ihn euch nicht vorstellen.

 

      272. Ihr habt Ringe gesehen, die in Abhängigkeit vom Zustand des Trägers und von den umgebenden Umständen die Farbe wechselten. Man konnte wahrnehmen, dass ihre verschiedenartige Färbung nicht von der Beschaffenheit des Metalls selbst abhängen konnte. Das bedeutet, dass sich auf dem Ring ein äußerer Chemismus abgelagert hat, doch auch der Chemismus kann ein solches Phänomen nicht ohne feurige Energie hervorbringen.

      Natürlich, sobald sich die Möglichkeit ergab, die äußere Einwirkung in das Herz zu übertragen, wurde das altertümliche Phänomen unnötig. Man könnte es vorführen, wie es in den ältesten Schriften erwähnt ist, doch man braucht dort keine Energie zu verausgaben, wo das Herz bereits den feurigen Pfad der Hieroinspiration betreten hat.

      Ebenso sollte man sich bei allen übrigen Offenbarungen von Energie sofort dem Höheren Verkehr zuwenden, sobald der Zustand des Organismus es erlaubt. Die Aufgabe des Lehrers besteht vor allem in der schnellen Erhebung in den Grad der Hieroinspiration.

 

      273. Man kann sehen, wie die feurige Energie alle anderen Energien übertrifft. Ich meine, dass keinerlei physische Energie ohne vorhergehenden feurigen Impuls in Erscheinung treten kann. Deshalb ist jede Annäherung

[Russisches Original. Seite 153.]


an die Feurige Welt bereits eine erwünschte und schwierige Tat.

 

      274. Übermäßige Magerkeit und Fettleibigkeit sind für den Aufstieg gleichermaßen schädlich. Sie vernichten beide die psychische Energie. Der mittlere Pfad sieht die besten Bedingungen vor. Die Menschen geben statt eines natürlichen Strebens den unverhältnismäßigen Extremen den Vorzug.

      Die Schöpfung des Kosmos duldet kein Ungleichgewicht. Sie weiß, dass das Chaos dem Andrang der Kräfte des Gleichgewichts weicht, dasselbe Gesetz muss aber in das ganze Leben eingeführt werden. Wir sind der Mikrokosmos und müssen uns allen Bedingungen des Makrokosmos unterwerfen. Über eine solche Lebensbedingung werden jedoch nur wenige Menschen sprechen. Deshalb erschüttert ein solcher Mangel an Entsprechung die Erde.

      Wir haben oft vor der Möglichkeit einer feurigen Epidemie gewarnt, sie hat schon begonnen. Die Ärzte haben sie natürlich nicht bemerkt; denn sie tritt in verschiedenen Formen in Erscheinung. Die Veränderung vieler Krankheitssymptome erregt keine Aufmerksamkeit.

      Das menschliche Urteil ist zu sehr an trügerische Formen gebunden, die von irgendjemandem zufällig gefunden wurden. Den Gesichtskreis zu ändern ist am schwierigsten, man sollte aber trotzdem daran erinnern, dass man seine Pflicht zu erfüllen hat.

      Oft senden Wir freundliche Gedanken dorthin, wo man sie nicht vermutet. Doch mit der Zeit bringt auch ein solches unerwartetes gutes Heilmittel Hilfe.

 

      275. Man kann staunen, wie sehr die Menschen selbst aus harmlosen Philosophien bloß Böses schöpfen. Man kann sich darüber wundern, wie niedrig ein Bewusstsein steht,

[Russisches Original. Seite 154.]


das nur Schlechtes aufnehmen kann. Haben die Menschen etwa vergessen, dass jede Philosophie vor allem das Böse verbietet?

 

      276. Das Höchste ist die Hieroinspiration, sie geleitet durch das ganze Leben. Dort, wo es die Flamme des Verkehrs gibt, bedarf es keiner Rituale. Man muss den Herd des Feuers hüten. Schon die Alten verstanden das Symbol der ununterbrochenen Fortdauer des Feuers. Man soll das Leben mit Entflammung erfüllen.

      Zuerst dachte der Mensch an sich, dann an andere, danach aber wurde sein Wirken von Nutzen für alles Bestehende. Er denkt nicht einmal mehr an den Nutzen, sondern atmet ihn und spendet Leben im Unermesslichen Raum.

 

      277. Nicht nur Santonin[106], sondern auch einige andere pflanzliche Substanzen helfen, Andeutungen der Aura zu sehen. Eine solche mechanische Einwirkung ist jedoch unerwünscht. Jedes Gift, das lange eingenommen wird, kann sich nur auf die Nervenzentren auswirken.

      Wenn wir vom feurigen Herzen sprechen, stellt sich die Erkenntnis der Ausstrahlungen ganz natürlich ein. Dabei ist es sehr richtig, die Qualität der Aura zu spüren. Viele Farbtöne zeigen sich doch stark vermischt, und die Sichtbarkeit allein führt noch nicht zum Verständnis ihres Wesens.

      So kann eine blaue Aura manchmal für eine unerwünschte gelbe Ausstrahlung anfällig sein, was ein grünliches Licht ergibt; doch eine solche Verbindung kann von einer reinen grünen Synthese unterschieden werden. Dasselbe kann mit violett geschehen, wenn hellrot sich annähert.

      So bedeutet die Sichtbarkeit allein wenig. Man muss das Wesen dessen, was vor sich geht, mit dem Herzen erspüren.

      So kann es zum Beispiel vorkommen, dass sich die Ausstrahlung infolge Krankheit trübt;

[Russisches Original. Seite 155.]


aber ein feuriges Bewusstsein wird begreifen, dass die Natur der Ausstrahlung nicht schlecht ist und sich nur wegen der zufälligen Krankheit vorübergehend verändert hat.

      Auch kann es geschehen, dass die Ausstrahlung für einen äußeren Einfluss anfällig ist, wie es bei Besessenheit geschieht. Auch hier wird nur ein feuriges Bewusstsein die wahre Ursache verstehen. Wenn Ich daher von zukünftigen Photographien der Aura spreche, darf man nicht vergessen, dass es auch dazu eines feurigen Gefühlswissens bedarf.

 

      278. Die Lehre muss vor allem Gerechtigkeit im Blick haben. Man sollte mit Fällen rechnen, bei denen die Mechanik des Offensichtlichen im Licht der feurigen Wirklichkeit betrachtet werden muss. Es gibt viele Fälle, bei denen man anhand von fernen Beispielen äußere Einflüsse beurteilen kann.

 

      279. Man kann allein durch Räuchern mit Deodar das Bewusstsein beträchtlich reinigen. Gleichfalls steht Morua[107] auf der Wacht und lässt viele unerwünschte Gäste nicht zu.

 

      280. Schätzt Menschen, die nicht nur reden, sondern auch handeln. Seid fähig, eine Tat zu verstehen.

      Die Schwierigkeiten der Zeit entstehen durch Desorganisation. Die Ursache dieser Desorganisation ist in ihrer Nichtigkeit lächerlich: Die Zusammenarbeit der Herzen ist vergessen worden. Wenn die Menschen zum Gebet zusammenkommen, vergessen sie, sich auf den Dienst einzustimmen. Indes ist eine solche Bedingung unerlässlich und leicht zu erreichen, dafür ist es nur notwendig, sich gegenseitig zu helfen.

      Eine ungewöhnliche Stimmung zu wahren bedeutet bereits, sich der Feurigen Welt zu nähern. Unter den Bedingungen des Lebens ist eine solche Stimmung nicht leicht, gerade sie darf aber nicht aufgegeben werden.

      Man sollte

[Russisches Original. Seite 156.]


einen Tempel mit nichts anderem als mit einem Gebet betreten. Im Gebet wird das Dasein erhoben und verbessert; deshalb müssen sowohl jedes Gebet als auch jede Erhebung besser sein als die vorhergehenden.

      Jede Stufe der Leiter des Geistes muss durchschritten werden. Wie erhaben ist die Leiter zur Feurigen Welt, die im Jahr 366 Tages- und 366 Nachtstufen hat! Jede Stufe unterscheidet sich von der anderen, und jede möge besser sein als die vorhergehende.

      Freude an der Lehre, wird das nicht die wahre Zierde einer Stufe sein? Jede Freude an der Lehre birgt schon eine neue Erkenntnis. Oft können wir diese Stufe, die mit Freude gegeben wurde, nicht mit Worten ausdrücken. Sie ist unbezweifelbar, und welcher Berg wird durch ein freudiges Gebet erklommen!

      Durch Freude werden Schmerzen gelindert, durch Freude gelingt die Arbeit. Niemand und nichts kann diese Freude behindern. So haben wir den Vorteil des Erfolges. Das gleiche kann man allen wünschen, denn auf der Leiter des Geistes gibt es kein Gedränge. Möge sich jeder über die Schönheit einer neuen Stufe freuen.

      Warum sollte jemand zurückgehen? Es ist doch schwierig und mühsam, das bereits Durchschrittene zu verlieren. Ein Sturz ist immer verhängnisvoll, selbst für den Körper. Man kann sich vorstellen, wie verderblich er für den Geist und das feurige Wesen ist.

      Berührung mit dem Feuer schafft bereits ein besonderes Gewebe, das aufsteigend auflodert und absteigend verascht wird. Die Leiter des Aufstiegs ist das Maß der Seelengröße, das bedeutet, Seelengröße kann täglich erlangt werden.

 

      281. Angst vor der Zukunft ist der Schrecken der Welt. Sie dringt unter verschiedenen Begriffen in das Leben ein.

[Russisches Original. Seite 157.]


      Sie zersetzt allmählich den Verstand und tötet das Herz. Eine solche Angst ist ihrer Natur nach falsch.

      Die Menschen wissen, dass keine ihrer Lebenslagen ewig ist; das heißt, es wird vernünftig sein, unverzüglich etwas für die Zukunft vorzubereiten. Doch amorphe[108] und unbewegliche Teile des Chaos fesseln das Bewusstsein an illusorische Orte. Man muss seine Erkenntnis der Wirklichkeit anspannen, um die Lüge der Maja zu erkennen und zu verstehen, dass die Wahrheit nur in der Zukunft liegt, wenn wir uns der Wohnstätte des Feuers nähern.

      Es ist unbeschreiblich, wie die Menschen ihre Angst vor der Zukunft zu verbergen suchen. Sie bemühen sich zu beweisen, dass nicht die Zukunft, sondern die Vergangenheit ihr Denken beschäftigen sollte. Schändlich meiden sie alles, was an den Fortschritt in die Zukunft erinnert.

      Sie vergessen, dass auf diese Weise eine verhängnisvolle Vergiftung des Raumes entsteht. Selbst an den reinsten Plätzen kann man Wellen dieses Giftes bemerken. Die Menschen vergifteten sich auch gegenseitig. Der heilsamste und schönste Gedanke jedoch ist der an die Zukunft. Er entspricht der Feurigen Welt.

 

      282. Für Hieroinspiration ist ein Strom nützlich, der „Siegel des Hierarchen“ genannt wird. Man kann ihn auf dem Scheitel spüren, er leuchtet wie ein weißer Strahl. Bei Kenntnis der Hieroinspiration kann man sich an diese Empfindung erinnern.

 

      283. Ein feinstofflicher Ton ähnelt der Sprache der Feinstofflichen Welt. Er wird ohne grobe irdische Schwingungen verstanden, ebenso wie die Sphärenmusik sich unseren feinstofflichen Schwingungen anschließt, und dann entsteht ein Gefühl für das Schöne.

 

[Russisches Original. Seite 158.]


      284. Die Menschen verstehen für gewöhnlich nicht, dass eine große Erscheinung noch fühlbarer ist als eine kleine. Für eine große Erscheinung ist nämlich noch mehr psychische Energie erforderlich; das bedeutet, dass jede Verdunkelung, Gereiztheit und Zweifel verderbenbringend sind. Wenn die Welt neue Zustände erwartet, muss man besondere Feinfühligkeit bekunden.

 

      285. Man sollte die Lehre in verschiedenen Zuständen lesen, denn die Wirkung wird nicht immer die gleiche sein. Bei Verwirrung des Verstandes verleiht die Lehre Ruhe, bei Kummer Trost und bei Zweifel Bestätigung; doch um die Wirklichkeit der Lehre in sich aufzunehmen, muss man seine zufälligen Gefühle überwinden, indem man in die Schatzkammer der Hierarchie eindringt. Die Lehre wurde nicht bloß des Trostes wegen gegeben, sondern für den Fortschritt auf der Leiter des Aufstiegs.

      Bei den besonderen Weltzuständen ist eine Vertiefung des Verständnisses natürlich besonders schwer. Die Welt erbebte des Öfteren an der Grenzlinie zwischen Technik und Geist. Gerade heute ist genau so eine Zeit, verschärft durch die Angriffe der finsteren Kräfte. Mannigfaltig ist der Markt des materiellen Mülls; man muss ihn vor allem bewerten, um neue Werte vorzuschlagen.

      So wird die Fähigkeit, die Bewertung im Bewusstsein zu verändern, bereits die Schwelle der Zukunft sein. Zulassung ist bereits Anerkennung, und die Menschheit hat viele finstere Gäste zugelassen. Solche Einladungen erschweren den Übergangszustand. Man muss das Herz bitten, seine Stimme für die Erneuerung der Welt zu erheben.

 

      286. Der Mensch ist gut, der Gutes schafft. Gutes schaffen ist eine Verbesserung der Zukunft. Man kann seinem Nächsten Gutes tun, um dessen Dasein zu verbessern. Man

[Russisches Original. Seite 159.]


kann ganze Völker durch eine heldenhafte Tat erheben. Man kann die nützlichsten Entdeckungen ins Leben einführen, welche die Zukunft verwandeln müssen. Schließlich kann man das Denken des Volkes verbessern, und darin wird die Synthese des Guten liegen.

      Wie schön ist gedankliche Schöpfung, die nicht auf Böses ausgerichtet ist. Wenn ein Volk das ganze Übel der Verurteilung begreift, erschließt es neue Tore zur Zukunft. Wie viel Zeit wird frei für Erkenntnis, für die Denkkunst und für das Schaffen des wahren Guten; dabei werden die besten Feuer des Herzens entfacht.

      Solche Feuer werden nicht beim Bösen entzündet. Dieses Gute rettet die Gesundheit und reinigt die Atmosphäre auf weite Entfernung hin. Es ist absurd zu denken, das Gute sei etwas Abstraktes oder ein Verdienst. Es ist die Rettung der Zukunft, denn ohne das Gute gibt es keine Verwirklichung des Aufstiegs. So ist jeder Gedanke an das Gute schon ein Lichtpfeil. Er hat schon irgendwo Uneinigkeit ausgemerzt, denn jedwede Uneinigkeit im Bösen ist ein Absturz ins Chaos. Deshalb lehrt, an das Gute zu denken!

 

      287. Wir hören oft von Schmerzen alter Wunden. Sie sind scheinbar verheilt, das physische Gewebe ist zusammengewachsen, doch gleichwohl setzen die Leiden sich fort. Man kann auch hören, dass in solchen Fällen nur Suggestion helfen kann. Wird denn der feinstoffliche Körper nicht schmerzen, wenn er beschädigt worden ist? Eine Wunde verheilt körperlich, doch der feinstoffliche Körper kann weiter Schmerz empfinden.

      Gewiss, wenn das Bewusstsein eines Menschen entwickelt ist, kann er durch seinen eigenen Befehl den feinstofflichen Körper zwingen zu gesunden. In anderen Fällen aber ist Suggestion erforderlich,

[Russisches Original. Seite 160.]


um im Einklang mit dem physischen Prozess auf den feinstofflichen Körper einzuwirken. So verbessern jene, die den Komplex des Organismus verstanden haben, den Zustand aller ihrer Körper.

 

      288. Die laufende Ereignisse weisen noch einmal auf die Bedeutung des Gedankens hin. Ihr seht schon, dass der Luxus schon erschüttert ist; ihr seht auch, dass die Magie verurteilt und das Denken auf die Hieroinspiration gelenkt wurde. Diese beiden Bedingungen sind für die Finsteren höchst verderblich. Ohne Luxus und Zauberei sind sie deutlich geschwächt.

      Es bleibt ihnen aber noch die dritte Bedingung, nämlich die Verwirrung schwacher Geister. Es ist höchst beklagenswert, dass schwache Geister die gesunden Grundlagen nicht aufnehmen. Ihre Unbeständigkeit verzehrt viel Energie; deshalb lenken Wir die Aufmerksamkeit auf das Wichtigste, um die Energie auf das Notwendige zu konzentrieren.

      Ihr habt von Unserem Banner gehört. Wahrhaftig, mögen jene es tragen, die dazu imstande sind. Hier und bei allem anderen lasst uns Duldsamkeit üben und die Finsteren zum Dienst zwingen.

 

      289. Gesegnet ist, wer in seinem Herzen augenblicks das Wesen der Hierarchie anerkennt. Wenn aber bei jemandem die Augen des Herzens verschlossen sind, weist ihn auf die Nachfolge im ganzen Dasein hin. Beginnt mit den Dingen des alltäglichen Lebens und schreitet fort zu den Fundamenten des Weltenaufbaus. Bleibt er für dieses Wissen taub, heißt das, dass er zur Finsternis gehört.

      Man muss daran erinnern, dass das Gesetz der Finsternis auf Verneinung beruht. Man darf nicht vergessen, dass es bei allen Völkern einen Sinn für die Nachfolge gab und sie so zur Hierarchie aufstiegen.

 

      290. Wahrhaftig, Ägypten war bis zur Zeit Salomons groß an Errungenschaften. Und es ist von besonderer Bedeutung, dass Buddha

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den Kelch aus Ägypten empfing[109]; so haben sich die Fundamente der Weisheit auf harmonische Weise zusammengefügt. Selbstverständlich hatten auch die Veden eine Verbindung zu früheren Rassen. Oft wachsen die Testamente auf evolutionäre Weise, manchmal aber wird der Vorgang infolge der Tiefe des Karma involutionär.

      Gleichwohl gab es die Nachfolge, gerade sie offenbarte das Gleichgewicht der Völker. Verneinung der Nachfolge ist Unwissenheit. Die ganze Lebensqualität, die ganze Erkenntnis des Pfades gründet auf der Nachfolge, dieser Ausdehnung in die Unbegrenztheit.

      Die Hierarchie selbst muss in ihrer Unbegrenztheit erkannt werden. Besonders oft stellt man die Hierarchie als begrenzt dar, und daher stammen alle Beschränkungen und Verkleinerungen. Die Größe der Hierarchie liegt in ihrer Unbegrenztheit.

 

      291. Es ist lobenswert, dass der Arzt die Spannung in den Ohren als eine feurige Erscheinung erkannt hat. Ebenso hätte er die Spannung in den Augen und das Pulsieren in den Gliedmaßen einschätzen können. Man kann viele neue Rhythmen bemerken, die den feurigen Energien vorausgehen. Es ist aber notwendig, dass die Ärzte gewisse Eigenschaften von Krankheiten zu bemerken beginnen.

 

      292. In den ursprünglichen Religionen wurde vor allem Furcht vor Gott gelehrt. So wurde ein Gefühl suggeriert, das für gewöhnlich in Auflehnung endet.

      Gewiss verspürt jeder, der mit der Höheren Welt in Berührung kommt, ein Beben, doch diese unvermeidliche Empfindung hat nichts mit Furcht gemein. Furcht ist eine Unterbrechung der schöpferischen Energie. Furcht ist Erstarrung und Hingabe an die Finsternis. Indessen muss Hinwendung zur Höheren Welt Begeisterung hervorrufen und

[Russisches Original. Seite 162.]


die Kräfte zum Ausdruck des Schönen verstärken. Solche Eigenschaften werden nicht durch Furcht, sondern durch Liebe geboren. Aus diesem Grund lehrt die höhere Religion nicht mehr Furcht, sondern Liebe. Nur auf diesem Weg können die Menschen sich an die Höhere Welt anbinden.

      Die Ketten der Furcht sind der Sklaverei eigen. Das Schaffen von Schönem ist aber keine Sklaverei, sondern Verehrung durch Liebe. Vergleichen wir, was mit Furcht und was mit Liebe getan wird. Der Schatz des Geistes stammt nicht aus dem Kerker der Furcht; deshalb raten wir den Menschen, zu lieben und sich durch das Gefühl der Hingabe zu stärken. Niemand kann einen schrecklichen Ort schützen, doch eine Heldentat wird im Namen der Liebe vollbracht. Wendet diesen Maßstab an die Tore der Feurigen Welt an.

 

      293.[110] Nicht ohne Grund empfahlen die Weisen des Altertums, sich mit Künsten oder Handwerk zu beschäftigen. Jeder musste an irgendeiner Handarbeit teilnehmen. Sie sahen darin ein Mittel zur Konzentration. Jeder spannte in seinem Streben nach Vervollkommnung den Willen und die Aufmerksamkeit an. Sogar an den wenigen auf uns gekommenen Gegenständen kann man die hohe Qualität des Handwerks erkennen.

      Gerade jetzt ist die Zeit gekommen, sich wieder der Qualität der Handarbeit zuzuwenden. Man darf keine geistige Beschränkung durch die Grenzen von Maschinen setzen.[111] Man sollte seine Zeit mit Handarbeit von solcher Qualität ausfüllen, die das Vorstellungsvermögen erneuert. Gerade Qualität und Vorstellungsvermögen sind auf den Stufen der feurigen Errungenschaft verbunden.

 

      294. Es ist besonders notwendig, die Quellen des Altertums zu verstehen. Wenn ihre Bedeutung enthüllt wird, wird es auch neue Entdeckungen geben. Man kann vieles finden, doch wildes

[Russisches Original. Seite 163.]


Denken darf die Schätze nicht berühren. Weisen wir die Vernunft der Evolution nicht zurück.

 

      295.[112] Das Übel des Unglaubens überschwemmt die Welt. Das ist das schlimmste Übel, denn es kämpft mit dem Wesen des Daseins. Es reizt sich selbst und macht in seiner Falschheit alle Möglichkeiten zunichte.

 

      296. Hieroinspiration steigt herab bei einer einzigen grundlegenden Bedingung. Weder Konzentration noch Willensbefehl, sondern Liebe zur Hierarchie bringt den unmittelbaren Verkehr hervor. Wir wissen nicht, wie man dieses führende Gesetz besser und genauer ausdrücken kann, als als einen Zustrom von Liebe. Deshalb ist es so zeitgemäß, sich von zwangsweiser Magie abzuwenden, um sich in seinem ganzen Wesen durch Liebe zu vertiefen. Folglich kann man sich durch das schönste Gefühl leicht dem Prinzip des Daseins nähern. Gerade inmitten der Zersetzung des Planeten muss man sich dem gesündesten Prinzip zuwenden.

      Was kann stärker vereinen als das Mantram „Ich liebe Dich, Herr!“ Auf einen solchen Ruf ist es leicht, einen Strahl der Erkenntnis zu empfangen. Merkt euch das!

 

      297.[113] Oft fragen die Menschen: Wie soll man mit den Testamenten der Verschiedenen verfahren? Oft entsprechen solche Verfügungen nicht den Überzeugungen der Vollstrecker. Man kann vorschlagen, alles zu erfüllen, ausgenommen brudermörderische Anweisungen. Man sollte kein fremdes Karma auf sich nehmen, umso weniger, als die Hinübergegangenen fortfahren, ihre Energie in der von ihnen eingeschlagenen Richtung zu entfalten. Es ist doch sehr schwer, eine Überzeugung zu ändern, die sich in der Feinstofflichen Welt fortsetzt. Daher ist die Erfüllung von Testamenten für die Harmonie der Ströme sehr nützlich.

[Russisches Original. Seite 164.]


      298. Wenn man unternehmen würde, ein Diagramm der irdischen Gewohnheiten zu erstellen, würde man eine eigentümliche Vorstellung vom Leben auf dem Planeten erhalten. Viele Gewohnheiten überleben Rassen und selbst ganze Perioden. Sogar eine Änderung aller Lebensverhältnisse hat keinen Einfluss auf die Gewohnheiten, die durch Starrsinn gebildet werden. Man kann staunen, wie alt und von den Gesellschaftsformen unabhängig verknöcherte Gewohnheiten sind.

      Deshalb spreche Ich so oft über die Fähigkeit, Gewohnheiten zu überwinden. Ein solcher Rat betrifft den Pfad zur Feurigen Welt.

 

      299.[114] Also, man kann überall drei Pfade wahrnehmen: Den leichten, den schweren und den schrecklichen.

      Der erste ergibt sich bei Erkenntnis aller erfolgreichen, nützlichen und guten Konstellationen.

      Der zweite, wenn bestimmte gute Konstellationen durch äußerst schädliche und zerstörerische Strukturen überdeckt werden. Ein solcher Pfad ist schwer und gleicht einem Lauf mit verbundenen Augen.

      Der dritte Pfad, wenn Unwissenheit in die Finsternis der Zersetzung zieht, ist wirklich schrecklich. Allerdings haben die Menschen bei einem solchen Schrecken nicht das Recht, andere zu beschuldigen, denn sie selbst haben ihre Augen und Ohren verschlossen. Sie haben Hilfe abgelehnt und Chaos in ihr Denken eingelassen. Möge der Erbauer also dem ersten Pfad folgen.

 

      300.[115] Kann das Licht ein Bündnis mit der Finsternis eingehen? Es müsste sich selbst auslöschen, um sich mit dem gegensätzlichen Prinzip zu verbinden. Möge ein Führer des Lichts nicht daran denken, Verlöscher und Gegner des Lichts in sein Lager aufzunehmen. Das Licht kann die Finsternis nicht vermehren, ebenso vermag auch die Finsternis das Licht nicht zu vermehren; das bedeutet, dass solche Bündnisse wider die Natur sind.

[Russisches Original. Seite 165.]


      301. Die Mitteilung über die Sprache der Gestirne muss sehr genau verstanden werden. Man kann die besten Konstellationen haben und sie dennoch nicht nutzen. Man kann aber auch den gefährlichsten Zeichen ausweichen, indem man eifriges Streben zur Hierarchie bekundet. Aus dieser Quelle kann man nützliche Errungenschaft schöpfen, die das Karma zu erleichtern vermag.

 

      302. Der Rat der Feurigen Welt ist, sowohl Licht als auch Finsternis sowie die Entsprechung zwischen den Gestirnen und Unserer Quelle zu verstehen. Wer Licht aus Finsternis zu erhalten hofft, ist zu bedauern. Er kann inmitten der Dunkelheit den Schatz nicht abwägen.

      Glaubt nicht, ein solcher Hinweis wäre abstrakt, im Gegenteil, jeder Tag ist voll von Bündnissen zwischen Licht und Finsternis. Wenn ihr einen solchen Verbündeten der Finsteren vorführt, wird niemand ihn spüren, nur ein Hund wird die Finsternis anknurren.

      Man kann sich irren, aber es ist unentschuldbar, nicht auf einen Rat zu hören. Wir stellen Unsere Gunst nicht ein, aber warum sich ohne Rettungsringe auf dem stürmischen Meer wiederfinden?

 

      303. Betrachten wir, wie jene kommen, die nur Neues fordern.

      Hier ist jemand, der nur fordert, aber noch nicht einmal die Harmonisierung der Zentren kennt – kann man ihm etwa etwas Neues geben? Hier ist jemand, dem es an Enthusiasmus fehlt – kann man ihm etwa etwas Neues geben? Hier ist jemand, der die Freude nicht kennt – kann man ihm etwa etwas Neues geben? Hier ist jemand, der sich nicht von Bosheit befreit hat – kann man ihm etwa etwas Neues geben? Hier ist jemand, der von Neid geschüttelt wird – kann man ihm etwa etwas Neues geben? Hier ist jemand, der vor Furcht erblasst – kann man ihm etwa etwas Neues geben? Hier ist jemand, der sich von der Wahrheit abgewandt hat – kann man ihm etwa etwas Neues geben?

[Russisches Original. Seite 166.]


Hier ist jemand, der gereizt und im Herzen tot ist – kann man ihm etwa etwas Neues geben?

      Viele kommen und fragen: „Wo ist denn das Neue? Wir sind bereit, es mit Füßen zu treten. Unser Denken ist bereit, es zu verneinen. Es ist unser Wunsch, das zu vernichten, was ihr sagt.“ Solche Worte erfüllen die Erde.

      Die Diener der Finsternis müssen lauschen, um zu verneinen, und sich nähern, um zu schmähen. Unterscheidet nach der Verneinung, sie hat sich bereits im Herzen der Diener der Finsternis eingenistet. Man muss oft aufzeigen, wenn sich die Kälte der Verneinung nähert.

 

      304. Die erste Bedingung des Erfolgs ist, die Essenz des Wissens nicht preiszugeben. Man muss in das Wesen seines Gesprächspartners eindringen, um sich nicht über seine Absichten zu täuschen. Man kann die Früchte eines solchen Verrats für viele Jahrhunderte aussäen, besonders, wenn wir das Leben der Feurigen Welt berühren.

      Mögen die Menschen verstehen, dass für Erkenntnis das Fluidum der Annahme notwendig ist. Abwendung, Vertreibung und Schmähung taugen nicht für die Pfade der Feurigen Welt.

 

      305. Viele Ereignisse füllen den Raum. Man kann sehen, wie einige von ihnen dorthin streben, wo es keine sichtbaren Möglichkeiten gibt. Ihr wisst bereits, dass sich die menschlichen Möglichkeiten von den kosmischen Möglichkeiten, denen man nachfolgen muss, unterscheiden. Auch wisst ihr, dass die Knoten der Ereignisse den Schleudermaschinen der Alten gleichen.

 

      306. Man könnte fragen: Worin besteht der Hauptschaden der schwarzen Magie? Muss es nicht außer dem persönlichen auch kosmischen Schaden geben? Genauso ist es. Das Vermengen der Elemente und das Herbeirufen von Teilen des Chaos ist der größte Schaden der niederen Beschwörungen. Man muss

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sich vorstellen, dass auf diese Weise Wesenheiten der niederen Schichten in für sie nicht vorgesehene Sphären Zutritt erhalten und fortfahren, weit in den Raum hinein Schaden anzurichten. Deshalb sind umfangreiche Maßnahmen erforderlich, um den ohnedies kranken Planeten zu schützen. Man sollte ganz allgemein von Magie Abstand nehmen.

 

      307. Man kann den Schaden der schwarzen Magie durch bewussten Widerstand in bedeutendem Maß abschwächen. Wenn unser Herz uns von einem Angriff benachrichtigt und schwarze Sternchen erscheinen, muss man sich ruhig und furchtlos an die Hierarchie wenden. Viele Angriffe werden sofort unterbunden. Es wäre aber ein Fehler, die natürlichen Herzen Zeichen nicht zu berücksichtigen.

 

      308. Worin liegt der wesentliche Nutzen des Aussendens von Gedanken? Neben der Nützlichkeit für gute Werke, deretwegen der Gedanke ausgesendet wird, liegt der Hauptnutzen darin, den Raum selbst durch das Gute zu stärken. Eine solche Sättigung des Raumes ist ein gewaltiger Schutz für die Gesundheit des Planeten.

      So kann man sich daran gewöhnen, mehrmals täglich gute Gedanken als räumliche Pfeile auszusenden. Die Gedanken können sowohl Einzelpersonen gelten als auch unpersönlich sein. Die Bekundung von Gutem ist hat einen großem Wert und geht im Raum nicht verloren.

 

      309. Auch jeder Wanderer kann den Raum mit nützlichen Verbindungen anfüllen. Selbst im Altertum gingen die Mitglieder einer Gemeinschaft nach Ablauf einer gewissen Frist für eine Zeitlang ihre getrennten Wege. Ein solches ausgespanntes fluidales Netz hat eine tiefe rettende Bedeutung.

[Russisches Original. Seite 168.]


      Man soll nicht bloß Gedanken, sondern auch psychische Energie auf weite Entfernung aussenden. Die Alten nannten ein solches fluidales Netz das Gewebe der Mutter der Welt. Wenn das Haupt der Gemeinschaft bekanntgab, dass die Frist zum Auszug gekommen sei, freuten sich die Mitarbeiter, denn das bedeutete, dass das Netz der psychischen Energie schon stark war.

 

      310. Alles Höhere befindet sich in ununterbrochener Tätigkeit. Die Offenbarung von Anziehungskraft ist der höheren Tätigkeit angemessen. So wollen wir unser Herz mit Anziehungskraft ausstatten. Nichts anderes entspricht der großen Tat. Man muss sich daran gewöhnen, die Anziehungskraft für das Allgemeinwohl zu verstehen; darin ist das Gesetz des Herzens enthalten. Auch alle physischen Gesetze werden durch anziehende Tätigkeit gestärkt.

 

      311. Bei höherer Tätigkeit gibt es nichts Abstoßendes, überlassen wir diese Eigenschaften den Elementen des Chaos. Begreifen wir, dass auch Elektrizität in ihrer positiven oder negativen Form nicht abstoßend ist, denn die Energie ist bereits von einer höheren Dimension. Die Lehre über Austausch und Zusammenarbeit ist nicht abstoßend. Ein abstoßender Gedanke ist bereits eine Grundlage der Begrenzung. Ein Gedanke der Nichtzulassung steht bereits im Widerspruch zur Feurigen Welt.

 

      312. Trotz ihrer Unsichtbarkeit lassen feurige Erscheinungen irdische Wesenheiten erbeben. Ströme und Strahlen der Feurigen Welt erschüttern sogar verfeinerte Wesen. Selbst eine unsichtbare Erscheinung ist für das Herz schon unerträglich. Wie stark wirkt sie dann,

[Russisches Original. Seite 169.]


wenn sie in einen sichtbaren Zustand versetzt wird, indem sie sich dem Gesetz des inkarnierten Seins annähert! Man muss diese Entsprechung gründlich erkennen. Sogar die stärksten Geister fielen in Ohnmacht, ergrauten, wurden blind oder taub und verloren die Beweglichkeit ihrer Glieder.

      Eine Erscheinung Feuriger Wesenheiten sollte unser Bewusstsein nicht zerstören. In naher Zukunft werden die Menschen ihren Körper durch ihr Bewusstsein an die Aufnahme höherer Energien gewöhnen. Auf diese Weise können die Menschen allmählich feurigen Epidemien widerstehen.

 

      313. Ein Lehrer wurde einst zum König gerufen, um weise Gespräche zu führen. Der Lehrer betrachtete den Herrscher aufmerksam und begann, von der Schönheit seiner Krone, vom Glanz ihrer Edelsteine und von dem erhabenen Symbol in dem Goldreif zu sprechen, das er mit einem anziehenden Magneten verglich. Zum Erstaunen der Schüler, die den Lehrer begleiteten, und zum Wohlgefallen des Herrschers beschränkte sich das Gespräch auf die Bedeutung der Krone.

      Als die Schüler den Lehrer nachher fragten, warum er zu dem König nicht über das Prinzip des Weltalls gesprochen habe, sagte der Lehrer: „Das Bewusstseinsniveau muss der Maßstab sein. Hätte ich über das Prinzip des Weltalls gesprochen, wäre der König im besten Fall in Langeweile verfallen und im schlimmsten in den Abgrund der Verzweiflung gestürzt. Das eine wie das andere wäre schädlich gewesen. Man konnte jedoch bemerken, dass für den König seine Krone der wertvollste Schatz ist, weshalb es nützlich war, sie emporzuheben und ihn an die Bedeutung der Krone der Welt zu erinnern.

      Habt immer das Beste im Blick, was euer Gesprächspartner besitzt. Selbst wenn es ein ganz gewöhnlicher Gegenstand ist, muss man gleichwohl

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dessen höchste Bedeutung finden. Nur so macht ihr euch anziehend und öffnet den Weg in die Zukunft. Untauglich, ja sogar verbrecherisch ist der Lehrer, der nicht gemäß dem Bewusstseinszustand seines Zuhörer spricht.“

      Wir wollen uns dieses Gleichnis besonders merken, wenn wir im Begriff sind, die Feurige Welt zu erwähnen. Jede hervorgerufene Beschimpfung des Höheren Prinzips schafft ein schweres Karma.

 

      314. Unerschütterlich ist, wer sich dem Höchsten hingab. Wenn es irgendein Schwanken gibt, bedeutet das, dass keine Vorstellung über das Höchste vorhanden ist. Ein Geist, der sich die Feurige Erhabenheit nicht vorzustellen vermag, kann nicht zum Höchsten aufsteigen. Wir wiederholen, dass jedwede Furcht vor dem Feuer bereits geistige Blindheit ist.

 

      315. Man muss verstehen, viele scheinbar verschiedenartige Begriffe zu verbinden. So stellen sich Hierarchie und selbständige Tätigkeit für jene, die sie nicht verstehen, als einander widersprechende Begriffe dar. Indessen erfordert Hierarchie gerade die Entwicklung selbständiger Tätigkeit.

      Wer selbständige Tätigkeit nicht versteht, kann sich der Hierarchie nicht nähern. Auf den Stufen des Aufstiegs sind selbständige Tätigkeit und Findigkeit die erste Bedingung. Mit der Hilfe der Hierarchie sollte man erst rechnen, wenn man sein ganzes selbständiges Können angespannt hat. Jeder weiß, dass entsprechend der erworbenen Erkenntnis die Annäherung an den Lehrer seltener wird, denn der Mensch erhebt sich auf die Stufe eines Mitarbeiters.

      Man muss verstehen, dass das Testament der selbständigen Tätigkeit bereits ein Zeichen des Vertrauens ist. Außerdem kann gerade ein vertrauenswürdiger Mitarbeiter die Hierarchie in voller Bewusstheit verehren. So können wir dem Höchsten durch

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selbständige Opfer helfen. Die Menschen haben dieses Testament nicht verstanden und begannen, Blutopfer darzubieten. Doch kann vergossenes Blut der Hierarchie etwa von Nutzen sein?

      Ein Austausch von Herzenergie stärkt die Zusammenarbeit, deshalb wird die Offenbarung der Hierarchie durch selbständige Tätigkeit der richtige Aufstieg zur Feurigen Welt sein.

 

      316. Wahrhaftig, man sollte die kosmischen Bedingungen mit Unseren Methoden verbinden. Wenn Wir also nachdrücklich die Abschaffung der Magie anordnen, wollen Wir auf natürlichem Wege helfen.

 

      317. Es ist gut, dass ihr die Entwicklung von Tätigkeit und Widerstand versteht. Wirklich, die Tätigkeiten weiten sich mit jedem Tag aus und beziehen neue Schichten mit ein.

      Ebenso ist es gut, dass ihr versteht, wie sehr der Fürst der Welt in allen Teilen der Erde Vorkehrungen für einen neuen Kampf trifft. Daher kann man jede Offenbarung von Hingabe schätzen. Es gibt zu wenig Hingabe in der Welt, man sollte jede Bekundung fördern.

 

      318. Bestimmt wird jemand fragen: „Wo sind die Worte über die Feurige Welt; die Lehre über die Ethik schildert uns nicht das Element Feuer?“ Solche Menschen werden nie begreifen, dass der erste Schritt zur Annäherung an die Feurige Welt die Aneignung der Lebensgrundlagen ist. Nur ein Unwissender verlangt nach der chemischen Zusammensetzung eines Feurigen Wesens. Doch ein verfeinertes Bewusstsein weiß, dass die psychische Energie zum Verständnis der Feurigen Welt führt. Nur das Herz gibt einem ein, wie man über einen glatten Felsen die Höhen erklimmen kann.

 

      319. Selbst unter den engsten Bedingungen kann man Erneuerung und Stärkung erlangen. Oft festigt sich

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eine Pflanze zwischen Steinen weit dauerhafter als in fetter Erde. Nur bedrängte Bedingungen führen die Wurzeln in die Spalten und kräftigen sie gegen Wirbelwinde.

      Ein Holzfäller fragt: „Warum schlug der Baum an einem so unzugänglichen Platz Wurzeln?“ Natürlich wegen des Holzfällers.

 

      320. Jedermann spürt eine innere Erleichterung, wenn er richtig handelt. Man kann dieses Gefühl als einen bewussten Reflex der Nervenzentren erklären, oder wie es heißt, als Gewissen, doch lasst uns auch die kosmischen Gründe eines solchen Zustands nicht vergessen.

      Rechtes Handeln erfolgt in Zusammenarbeit mit der Feurigen Welt, es ergibt sich das Entsprechende, und die feurigen Zentren des Organismus klingen mit dem erhabenen Gedanken des Raumes zusammen. So ist jedes rechte Handeln nicht nur für uns selbst segensreich, sondern erweist sich auch als räumliche Tat. Die Feurige Welt freut sich über rechtes Handeln.

 

      321. Die räumliche Verurteilung, die als Gegenwirkung auf nicht nützliche Taten folgt, nannte man „Zephiroth Herim“. Die Menschen, die diese Begriffsbestimmung festlegten, besaßen ein tiefes Wissen von der Verbindung des Feuers mit unserem Dasein. Sie verstanden, dass, außer bei Wirkung des Karmagesetzes, jede Handlung das feurige Element berührt. Sie kann ganze Spiralen des Aufbaus stören und so einen sofortigen Rückschlag herbeiführen. Deshalb hat die Theorie des Rückschlages außer ethischen Gründen auch eine vollkommen chemische Grundlage.

 

      322.[116] Der rechte Pfad ist deshalb gut, weil jede seiner Dimensionen schon nützlich ist. Man sollte noch nicht einmal darüber nachdenken,

[Russisches Original. Seite 173.]


wo die Grenze des Pfades liegt. Man kann sich in jeder beliebigen Dimension verbessern.

 

      323.[117] Ein Taucher trifft Vorbereitungen für die tiefste Wasserschicht. Er kümmert sich nicht um die obere Schicht, hingegen muss er den vollen Druck in den tieferen Schichten in Betracht ziehen. So muss man auch, wenn man sich den Völkern zuwendet, eine Vorstellung vom niedersten Bewusstsein haben. Jeder, der über die Feurige Welt nachdenkt, muss das Denken des halbtierischen Bewusstseins verstehen können.[118] Man sollte das Verständnis selbst des niedrigsten Bewusstseins nicht vernachlässigen. Im Gegenteil, man muss sich mit der ganzen Findigkeit versehen, um selbst noch im tierischen Gebrüll einen menschlichen Laut zu erhaschen. (…)

      Die Unfähigkeit, sich einem anderen Bewusstsein anzupassen, ist äußerst gefährlich. Wie viel Unglück ist durch unangebrachte Worte entstanden! Bekundet Findigkeit!

 

      324.[119] Ein Bote, der von seinen Verfolgern eingeholt wurde, stürzte sich mitsamt seinem Pferd an der breitesten Stelle des Flusses ins Wasser. Die Verfolger hielten an, in der Hoffnung, der Bote werde untergehen, doch er erreichte das andere Ufer. Um schneller voranzukommen, eilten die Verfolger zu einer engeren Stelle und versanken in der Strömung.

      Wahrlich, wo es eng ist, ist es gefährlich. Diese Überlegung sollte man überall anstellen. Nach dem Trugbild der Erleichterung zu suchen, führt nicht zur Heldentat. Das Schwierigste bietet den besten Zugang. Die Menschen wollen nicht verstehen, dass beharrliches Suchen bereits starke Energien wachruft. Streben wir deshalb nicht zum Engen, sondern bevorzugen wir das weite Prinzip.

 

      325. In der Tat, Feierlichkeit muss anerzogen werden. Die Fähigkeit, sein Gefühl

[Russisches Original. Seite 174.]


nach oben zu lenken, verleiht bereits Feierlichkeit und einen feurigen Strom. Das bedeutet: Wir sind von der Feurigen Welt nicht weit entfernt, wenn ein rettender Strahl erfühlt werden kann. Beharrlichkeit im Denken an die Feurige Welt verwandelt schon unsere Natur. Gewöhnlich spüren wir eine solche Verwandlung nicht.

      Nur bei verwickelten Ereignissen bemerken wir, dass wir uns ihnen gegenüber völlig anders verhalten. Beim Auseinanderbrechen der Welt werden wir empfinden, was wir bedauern und was uns freut.

 

      326. Bei der einfachsten Handarbeit und in der Musik kann man lehrreiche Erfahrungen sammeln. Manchmal wird bloß ein Finger nicht genau an der richtigen Stelle angelegt, und dadurch geht der ganze Ton verloren; dabei bedeutet eine solche falsche Anwendung überhaupt nicht, dass der Fehler nicht gutzumachen wäre.

      Die einen Zentren verbinden sich rasch, andere hingegen erfordern aus vielen Gründen eine länger währende Zusammenarbeit. Die Geduld, diese große Stütze des Erfolgs, wird bei solchen Anpassungen der Zentren geprüft. Oft dienen gerade die länger währenden Anpassungen dem Guten; sie verbinden nicht nur die Zentren, sondern vereinen gleichsam die Energie in Richtung Zukunft. So ist Geduld eine Zierde des Herzens. Wer immer in Geduld unerfahren ist, wird nicht wissen, wie er sich der Feurigen Welt anpassen kann.

 

      327.[120] Es wurde bereits gesagt, dass Lästerung abzulehnen ist, doch sollte man lernen, dass alle und jede Lästerung unzulässig ist. Manchmal befreien sich die Menschen von der Lästerung nur in einem engen Kreis von Begriffen, doch ihre Zungen äußern schwere Lästerungen in Bezug auf einen Nachbarn. Wer kann beurteilen, welche erhabenen

[Russisches Original. Seite 175.]


Herzensleitungen durch diese üblen Beschimpfungen verletzt werden? Deshalb muss Lästerung als unwürdige und schädliche Tat völlig aus dem Leben verbannt werden.

 

      328. Der Mensch kann sich nicht mit beiden Beinen gleichzeitig fortbewegen. Ein solcher Wechsel der Hebel bietet ein Beispiel für den Wechsel der Energien. Man muss sich besonders an den Wechsel der Tätigkeit der Zentren gewöhnen. Es können nicht alle Zentren gleichzeitig erklingen, ihr Fortschritt hängt gerade vom Wechsel der Tätigkeit ab.

      Das Schweigen eines Zentrums bedeutet aber nicht seinen Tod. Im Gegenteil, es erneuert sich wie ein schlafender Mensch durch den Verkehr mit den höheren Welten.

 

      329. Sogar in gewöhnlichen Briefen stößt man auf relative Ausdrücke, die nur von demjenigen verstanden werden, der in die Korrespondenz eingeweiht ist. Ebenso kann man sich auch bei Prophezeiungen über einige für uns unklare Ausdrücke wundern. Wenn wir uns aber die Zeit und alle Umstände der Prophezeiungen ins Gedächtnis rufen, können wir klar sehen, dass die Relativität der Ausdrücke nur für unsere Zeit besteht, denn die Jahrhunderte haben viele Begriffe und Ausdrücke geändert. Man soll sich mit Umsicht wappnen, um nicht der Unwissenheit anheimzufallen.

 

      330. Es heißt, die Wissenschaft der Gestirne sei genau, denn die Gestirne existieren. Doch vergessen wir dabei die Relativität nicht. Neben dem Chemismus der Strahlen der Gestirne selbst muss man verstehen, wie stark die Atmosphäre beim Durchgang von Himmelskörpern und Wellen kosmischen Staubes vibriert. Deshalb muss der Astrologe auch Astrophysiker und Astronom sein. Außerdem muss er die irdischen Bedingungen spüren,

[Russisches Original. Seite 176.]


die den Strahlen der Gestirne entgegenwirken. Nur bei Beachtung dieser Bedingungen werden sich seine Schlussfolgerungen von Irrtümern befreien.

 

      331. Sollten die Menschen alle Gefahren kennen, die sie umgeben? Man kann sich den Zustand eines Menschen vorstellen, der weiß, wie viele Skorpione und Schlangen sich in seiner Nähe befinden, oder wie viele tödliche Fliegen und Spinnen ihn umgeben – es ergibt sich eine bedauernswerte Lage. Besonders gefährlich ist es, wenn der Mensch diese Gefahren kennt und sie dadurch näher heranbringt.

      Deshalb ist das Gefühlswissen das Beste, das den sichersten Pfad entlang führt und nicht mit einer Vielzahl von unnötigen Überlastungen beschwert. Daher wird das feurige Prinzip, das dem Gefühlswissen innewohnt, die Flügel der Rettung genannt.

 

      332. Vergleicht das Feuer eines Schmelzofens mit den Flammen einer wütenden Feuersbrunst, vergleicht übereinstimmendes Wirken mit den Elementen des Chaos, und ihr werdet alle rettenden Rhythmen herbeirufen, um übereinstimmendes Wirken zu bekunden. Deshalb müssen die Schulen den Rhythmus der Übereinstimmung entwickeln. Wir haben des Öfteren an die Übereinstimmung bei gymnastischen Übungen erinnert.

      Nicht nur für den Krieg, sondern auch für geistige Verteidigung bedarf es der Disziplin der Massen. Man darf die Massen nicht zur Bestialität verleiten, doch Rhythmus bringt Übereinstimmung in Menschenansammlungen. Vergessen wir dabei die feurigen Beispiele nicht. Das feurige Prinzip lebt nämlich durch einen besonderen Rhythmus.

 

      333. Vorurteil sollte man sowohl im Großen als auch im Kleinen vermeiden. Viele Möglichkeiten sind durch Vorurteil unterbunden worden. Die feurige Energie ist nämlich für Vorurteil sehr empfindsam. Doch wenn man

[Russisches Original. Seite 177.]


diese Eigenschaft der Energie kennt, kann man mittels Suggestion entgegenwirken.

 

      334. Wahrhaftig, die Trennung der Kette der Welten ist schrecklich. Niemand denkt in kosmischem Maßstab, man sollte aber an die Pfade des feinstofflichen Fortschritts denken. Man sollte sich dauernd bewusst sein, dass der Gedanke sich unaufhörlich fortbewegt, wenn das Denken bewahrt wird. So wird auch die Einheit mit der Hierarchie uns nicht allein lassen, wenn wir voranschreiten.  

      Auf die Frage: „Werden wir im Stich gelassen?“, antworte Ich: „Wahrlich, das werden wir nicht, wenn das Herz fest mit der Hierarchie verbunden ist. Wir können in der Feinstofflichen Welt vorwärtsschreiten, wenn die Führende Hand nicht abgewiesen wird“.

 

      335.[121] Es wurde gesagt: Die Menschheit muss den Luxus aufgeben. Nicht ohne Grund haben die Menschen selbst diesen Begriff ausgesondert. Nichts sollte ihn ersetzen.

      Luxus ist nicht Schönheit,  nicht Geistigkeit, nicht Vervollkommnung, nicht Aufbau, nicht Heil und nicht Mitleid, kein guter Begriff kann ihn ersetzen. Luxus bedeutet die Zerstörung von Mitteln und Möglichkeiten. Luxus ist Zersetzung, denn jeder Aufbau ohne Rhythmus wird nur zu Zersetzung führen. Man kann zur Genüge sehen, dass der weltliche Luxus bereits erschüttert ist, doch man muss eine übereinstimmende Zusammenarbeit finden, um die Seuche des Luxus zu heilen.

      Die Selbstsucht wird einwenden, Luxus sei verdienter Überfluss. Man wird auch sagen, Luxus sei königlich. Das ist eine Verleumdung. Luxus war immer ein Zeichen des Verfalls und der Verdunkelung des Geistes.

      Die Ketten des Luxus sind auch für die Feinstoffliche Welt besonders schrecklich. Dort sind Fortschritt und

[Russisches Original. Seite 178.]


stetige Vervollkommnung des Gedankens erforderlich. Überladung führt nicht zu den nächsten Toren.

 

      336. Ein guter Gedanke ist die erste Grundlage einer guten Tat. Der Gedanke leuchtet vor der Tat auf, deshalb lasst uns die Gestalt des Guten nach den Feuern des Gedankens einschätzen. Glaube ohne Werke ist tot[122], ein solcher Glaube ist ein blindes Auferlegen, aber kein guter Gedanke.

      Auch ein finsterer Gedanke hat eine Ausstrahlung. Ihr kennt bereits die schwarzen Flecken mit roter Ausstrahlung und wisst, wie das Wetterleuchten des Lichts mit den finsteren Ausstrahlungen kämpft. Ein finsterer Gedanke führt zu den abnormsten Taten.

      Ein gewisser König befahl, ein Heiligenbild mit Hörnern aus Diamanten zu schmücken, um die Macht seiner Willkür zu zeigen. Ein gewisser Wahnsinniger schmückte seine Schuhe mit einem Heiligenbild; es schien aber, dass nichts geschah, denn er konnte die in der Feinstofflichen Welt vor sich gehende Zerstörung nicht sehen. Er überredete sich selbst in seinem Wahnsinn.

      Man kann das Unwägbare nicht mit irdischen Maßen messen.

 

      337. Wenn Hieroinspiration den Gedanken auf ein bestimmtes Land oder einen Ort lenkt, bedeutet dies, dass sich kosmisch Umstände von großer Bedeutung bilden. Vielleicht ist ein solches Empfinden des Ortes durch die irdische Lage der Dinge nicht erklärbar. Vielleicht befindet sich vom irdischen Gesichtspunkt aus ein solches Land in einem sehr wenig anziehenden Zustand, doch das höhere Gesetz bestimmt bereits den Ort einer besonderen Anspannung.

      Die irdischen Augen sehen noch nichts, doch die Hieroinspiration lenkt das Bewusstsein schon dahin, wo die Strahlung des Höheren Lichts vom Schicksal bestimmt wurde. So leuchtet für uns über dem Gefühlswissen die Hieroinspiration. Sie scheint

[Russisches Original. Seite 179.]


dem Sichtbaren oft zu widersprechen, doch sie spricht die Worte der Feurigen Welt. So ist es auch mit der Empfindung, von der heute gesprochen wurde. Hieroinspiration lenkt dorthin, wo der Gipfel schon leuchtet.

 

      338. Wir freuen Uns besonders, wenn jemand den Pfad erkennt, den er mit Unserer Hilfe zurückgelegt hat. Dies ist eines der Gefühle, die der Hierarchie am nächsten stehen. Man kann viele Zeichen des Verkehrs mit Uns feststellen. Eine jede solche Feststellung wird die Brücke in die Feurige Welt festigen.

 

      339. Jeder gute Gedanke ist ein mächtiger Hebel, sowohl für den Empfänger als auch für den Sender. Die Menschen bevorzugen Sendungen über irdische Gegenstände, erkennen aber nicht, dass irdische Sendungen sowohl zum Licht als auch zur Finsternis führen können.

      Die Wirkungen irdischer Sendungen hängen vom Niveau des Bewusstseins des Empfängers ab. Geistige Sendungen aber sind fehlerfrei. Ihr Weg führt nicht zur Finsternis, sie können aber, wenn sie verstanden werden, auf die irdischen Verhältnisse segensreich einwirken.

      Die Lehre geht besonders auf gedankliche Sendungen ein. Als feurige Tätigkeiten haben sie auch eine große Bedeutung für das Gleichgewicht des Raumfeuers. Die Lehre muss davor warnen, dass unordentliches Denken der Umgebung keinen Nutzen bringen kann.

      Wir müssen jedoch darauf bedacht sein, dass die Energie nicht eng in eine Richtung, sondern für die ganze Weite des Raumes genutzt wird. Vergessen wir nicht, dass Feuer als allgegenwärtiges Element gesandte Schwingungen augenblicklich überträgt. Und niemand kann die Ausbreitung solcher feinsten

[Russisches Original. Seite 180.]


Energien verhindern.

      Immer wieder muss man über den behutsamen Umgang mit Energien sprechen. Urteilen wir nicht wie Menschen, die nicht gewillt sind, über die Erdkruste hinaus zu denken. Wenn wir der Feurigen Welt zustreben, müssen wir die Anzeichen eines solchen Zustandes erkennen.

 

      340. Man soll auf jede Weise und mit ganzer Aufmerksamkeit alles aus dem Denken entfernen, was an das gewöhnliche Alltagsleben binden kann. Mittel und Möglichkeiten sollte man nicht im Alltag suchen. Ihr habt bemerkt, wie ungewöhnlich Wir aufgebaut haben. Jetzt muss man aber mit noch mehr Ungewöhnlichkeit überraschen. Betrachtet sie als Mittel zum Erfolg. Die Menschen sind in einen engen Raum eingetreten, man darf ihren Vorurteilen nicht folgen. Man muss sie von einer unerwarteten Seite aus besiegen.

 

      341.[123] Ein weiser Führer hört seinen Gesprächspartner vor allem an und äußert erst dann seine Meinung. Er hört ihm nicht nur zu, um das Wesen des Gedankens kennenzulernen, sondern auch, um die Sprache des Gesprächspartners zu verstehen. Die letztere Bedingung ist von nicht geringer Wichtigkeit. Es ist kein großer Gewinn, wenn nur der Gesetzgeber selbst seine Gesetze versteht. Es ist notwendig, dass die Daseinsgrundlagen für jeden nach seinem eigenen Verständnis erklingen.

      So gehört die Kunst, sich die Sprache des Gesprächspartners anzueignen, zur großen Erweiterung des Bewusstseins. Man eignet sie sich durch Hieroinspiration oder durch bewusste Verfeinerung der Aufmerksamkeit an. Darin liegt kein Hochmut, sondern im Gegenteil Teilnahme am Verständnis des Gesprächspartners. Viele nützliche Überlegungen werden durch einen eigentümlichen Ausdruck herabgesetzt, doch das feurige Auge erkennt diese Körner der Wahrheit.

 

      342. Man kann tatsächlich bemerken, dass

[Russisches Original. Seite 181.]


von ganz schlechten Menschen viel Nützliches vollbracht wird. Dafür gibt es viele Gründe, vor allem Karma; und dann die Mitwirkung der Hierarchie, die jede Gelegenheit nutzt, um eine nützliche Lage zu schaffen. Deshalb weise Ich oft auf gleichsam zufällige Menschen hin, und man sollte nicht erstaunt sein, wenn solche Menschen an sich unwesentlich sind. Sie können das beitragen, was bereits seit Jahrhunderten zum Senden vorbereitet war.

 

      343.[124] Der Gedanke, dass etwas unmöglich sei, entstammt schon dem finsteren Prinzip. Man muss jedwede Niedergeschlagenheit zunichtemachen, denn dieser Weg führt nicht zur Wahrheit. Die Menschen der verschiedensten Völker bringen Freude und Kummer auf dieselbe Weise zum Ausdruck. Das heißt, dass der Pfad zum Verstehen offen ist.

 

      344. Wie wird das Herz standhalten, wenn es alle geschaffenen Schrecken kennt? Wie wird das Herz schlagen, wenn es das Wehklagen so vieler Herzen vernimmt?

      Weder die Vergangenheit noch die Gegenwart werden ihm ermöglichen, den ganzen Druck der Welt zu bewältigen. Allein die Zukunft in ihrer ganzen Feurigkeit wird zu neuen Ufern hinübertragen. Nur wenn wir den Rettungsanker nach vorn auswerfen, können wir vorwärtskommen. Je weiter wir den Anker auswerfen, desto leichter und kräftiger werden wir unser Bewusstsein in die Feurige Welt übertragen. Um dieser Welt willen können wir das Bewusstsein verbessern, das Herz erleuchten und an das Gute denken. Nichts anderes kann den Menschen sicher durch all die Felder des Schreckens hindurchführen.

      Die Menschen verstehen die Menge des geschaffenen Unglücks nicht. Das Absterben der psychischen Energie macht die Menschen für die Wirklichkeit unempfindlich. Unempfindlichkeit für die Wirklichkeit ist

[Russisches Original. Seite 182.]


eine der schrecklichsten Epidemien. Die Menschen wenden sich vom Geschehen ab und glauben, auf diese Weise ein für den Körper angenehmes Dasein verlängern zu können.

      An die Zukunft verstehen sie überhaupt nicht zu denken. Doch ohne Zukunft sind Helden und Erneuerung undenkbar. Deshalb lasst uns bei jeder Gelegenheit auf die Feurige Welt, das Ziel des Daseins, hinweisen.

 

      345. Niemand weiß, ob jemand gestorben oder nur dahingegangen ist. Es gibt viele leere Grabstätten und viele Einäscherungen von Holz anstelle eines Körpers. Daher sollte man die Verbindung mit der Hierarchie als die Offenbarung eines Steuermannes verstehen. Wenn heute etwas unaussprechlich ist, möge man begreifen, dass das Steuer sich in Mächtigen Händen befindet.

 

      346. Es gibt zwei Arten von Menschen in der Welt. Für die einen zieht sich die Zeit unerträglich lange hin, für die anderen fliegt sie unvergleichlich schnell. Richtet eure Aufmerksamkeit auf die letzteren, in ihnen sind die Anzeichen der Feinstofflichen und der Feurigen Welt entwickelt. In ihnen sind die Möglichkeiten der Arbeit für die Ewigkeit entwickelt.

      Kann man sich ewige Arbeit vorstellen, wenn die Last der Zeit bleibt? Zum Glück kann man sich bereits während der physischen Existenz vom Druck der Zeit befreien. Es geht nicht nur um ständige Arbeit, sondern auch um eine solche Übertragung des Bewusstseins in die Zukunft, dass für komplizierte Gedanken nicht genügend Zeit bleibt.

 

      347. Es ist wundervoll, inmitten des irdischen Lebens Anzeichen der Feinstofflichen Welt wahrzunehmen. Wie ein Reiter auf seinem Weg anhält, um die Wegzeichen zu erkunden, so verfährt derjenige, der das zukünftige Leben im Herzen trägt. Allein der Begriff des Pfades ist dem irdischen Aufenthalt angemessen.

[Russisches Original. Seite 183.]


      348. Wer sät, wird ernten. Nichts kann das Gesetz der Gerechtigkeit ändern. Man kann es nach nicht-irdischen Maßstäben anwenden, doch die Saat muss der Stärke des Bewusstseins gemäß ausgelebt werden.

      Es ist beklagenswert, dass Menschen, die schon von Karma wissen, sich selbst gleichwohl ständig ein schädliches schaffen. Diese Menschen wenden, obwohl sie sich der Höheren Welten bewusst sind, trotzdem für alles irdische Maßstäbe an: Für die Zeit, für Empfindungen und für Absichten. Deshalb ist es oft so schwierig, im Rahmen des Möglichen das Karma zu erleichtern. Es ist so, als ob die Menschen allem entgegenwirken, was nützlich für sie ist.

 

      349. Es heißt, dass eine große Verwunderung darüber herrscht, dass Glück erzwungen wird. So hieß es im Altertum, doch auch heute hat sich das nicht verändert. Nur durch ständige Wiederholung kann man die Maße der Drei Welten bekräftigen.

 

      350.[125] Man darf die Grundlagen der Zusammenarbeit nicht einmal indirekt verletzen. Man sollte in den Begriff der Zusammenarbeit folgende Begriffe mit einbeziehen: Lehrerschaft, Führung sowie Achtung des Nächsten, seiner selbst und derer, die euch nachfolgen. Gerade jetzt ist es unmöglich, die Bedeutung der Zusammenarbeit als Mittel zur Erweiterung des Bewusstseins zu schmälern. Man muss Zusammenarbeit als Pfand für den allgemeinen Erfolg liebgewinnen.

 

      351. Bosheit, Zweifel, Misstrauen, Ungeduld, Faulheit und andere Eingebungen der Finsternis trennen die irdische Welt von den Höheren Sphären.

      Anstatt den Weg des Guten einzuschlagen, versuchen die Menschen, das Entzücken des Geistes durch verschiedene Narkotika zu ersetzen, die eine Illusion der jenseitigen Welt gewähren. Bemerkt, dass in vielen Religionen

[Russisches Original. Seite 184.]


durch spätere Ergänzungen sehr kunstvolle Zusammensetzungen von Narkotika eingeführt wurden, um das Bewusstsein künstlich über den irdischen Zustand zu erheben. Die Fehlerhaftigkeit solcher Gewaltmaßnahmen ist natürlich groß; sie bringen nicht nur die Welten einander nicht näher, sondern entfremden und verrohen im Gegenteil das Bewusstsein.

      Ebenso ist das irdische Leben von dauernden Vergiftungen erfüllt, mit denen die Menschen einander so liebevoll bewirten. Die Lehrer aller Zeiten lehrten die Menschheit den reinen Pfad des Geistes, um mit den Höheren Welten in Verbindung zu treten, doch nur wenige zogen den Pfad vor, den ihnen das Herz offenbarte. Besondere Aufmerksamkeit muss man der Befreiung von Giften schenken. Ein bedeutender Teil des Bodens ist bereits verseucht, ebenso wie die Bereiche über der Erde. Neben den Narkotika haben die Menschen viele schreckliche Substanzen erfunden, die anstatt Gesundung den geistigen Tod herbeiführen. Eine Unmenge von giftigen Ausdünstungen erstickt die Städte.

      Die Menschen denken an die Herstellung vieler Substanzen, die weit tödlicher sind als Narkotika. Narkotika schaden den Konsumenten selbst, tödliche Gase aber quälen alles, was lebt. Man kann Narkotika, aber auch diese mörderischen Erfindungen nicht streng genug verurteilen. Einstmals verfielen die Menschen aus illusorischem Entzücken in Fehler, heute aber schämen sie sich überhaupt nicht, den Intellekt und den Geist ihrer Nächsten zu töten, und bezeichnen diesen Mord als eine Errungenschaft der Wissenschaft.

 

      352. Man sollte jeder Erfindung der Wissenschaftler Aufmerksamkeit schenken. Die Wissenschaftler müssen vor allem

[Russisches Original. Seite 185.]


für die Unschädlichkeit einer neuen Substanz verantwortlich sein. Viele Metalle werden in den täglichen Gebrauch eingeführt, nicht nur in reinem Zustand, sondern auch in Zusammensetzungen. Indessen haben bereits in den ältesten Zeiten Legierungen die menschliche Aufmerksamkeit erregt. Wahrhaftig, viele nützliche Metalle rufen in Zusammensetzungen tödliche Wirkungen hervor.

      Wahrhaftig, in Zukunft wird das Wissen vielseitig sein!

 

      353. Zur Frage der Narkotika sollte man hinzufügen: Sie erfordern eine allmählich ansteigende Dosis. Wie wirkliche Fesseln der Finsternis bringen sie den Menschen in eine ausweglose Lage. Ein Sklave der Narkotika, selbst wenn er sich von ihnen lösen möchte, kann dies nicht tun, ohne sich selbst zu schaden. Die Steigerung der Dosis ist tödlich, doch auch die Loslösung kann tödlich sein.

      Gewiss kann eifrige Suggestion oder Autosuggestion einen rettenden Ausweg bieten. Doch gute Suggestion und die Finsternis der Betäubung wohnen für gewöhnlich nicht unter einem Dach.

 

      354.[126] Die Menschen können nicht an die Zukunft denken, weil sie gewöhnlich unter dem Bann der Illusion der Vergangenheit stehen. Stellen wir uns einen Menschen vor, der nach vielen Tagen eine unangenehme Nachricht über etwas erhält, das bereits lange vorher geschehen ist. Dieses Ereignis besteht bereits nicht mehr, der Mensch lebte schon eine lange Zeit nach dem Geschehen, und dennoch taucht er in der Vergangenheit ein und verliert die Verbindung mit der Zukunft.

      Es soll doch der Baum der Zukunft wachsen, man darf ihn nicht durch die Verwundung des Versinkens in die Vergangenheit fällen. An den Schulen muss man die Aufmerksamkeit auf das Studium der Zukunft lenken. Jeder Führer wird

[Russisches Original. Seite 186.]


in seinem Bereich an die Zukunft denken, sonst ist er kein Führer.

 

      355. Es wurde bereits erwähnt, dass manche Völker sich bei der Begrüßung beriechen. Man wird sagen: Welch eine hundeähnliche Sitte! Doch selbst in dieser Abnormität liegt eine Erinnerung an die psychische Energie, die angewendet wurde, als Menschen durch Beriechen, Berühren, Hören und Betrachten das Wesen eines Ankömmlings feststellten.

      Heute ist die Sitte des Händeschüttelns übriggeblieben, die von dem anderen seltsamen Verfahren nicht weit abweicht. Die Menschen haben den Magnetismus und die geistige Ansteckung vergessen. Sie sprechen so viel über Hygiene, verstehen aber nicht, dass eine Berührung eine Bedeutung hat. Besonders jetzt, bei der Anspannung der feurigen Energie, muss man sehr aufmerksam an jeden erzeugten Strom denken.

 

      356. Zu erkennen, dass die Lehre das Bewusstsein verwandelt, wird schon ein Verständnis des Wesentlichen bedeuten; doch um auf das Bewusstsein einzuwirken, sollte man immer wieder den Pfad der Hierarchie verwirklichen. Man muss sich vor dem Bild des Hierarchen ein würdiges Verhalten angewöhnen. So sage Ich: Man soll sich in unablässiges Gebet kleiden. Ein solches Gebet ist jetzt notwendig, wo die Erde durch Schrecken erschüttert wird.

 

      357. Aufbautätigkeit und Streben nach Sieg ist schon ein Bündnis mit dem Rhythmus der Höheren Welten.

      Jedem Samenkorn ist der Sieg eingelagert. Das Samenkorn ist seinem Wesen nach ewig. Es wechselt von einer Form in die andere, doch es bewahrt sein unausrottbares Wesen. Behütet und ehrt jedes Samenkorn, jedes Lebenskorn sehr, ihm wohnt die höchste feurige Energie inne.

[Russisches Original. Seite 187.]


      Selbst bei den glänzendsten wissenschaftlichen Forschungen werden die Menschen sie nicht finden. Sie wird mit feurigen Maßstäben gemessen, und nur ein feuriges Herz vermag den Puls des Lebenskorns zuweilen zu erfassen. Doch wenn wir davon sprechen, dass es unmöglich ist, das Lebenskorn mit irdischen Maßstäben zu entdecken, wollen wir gleichwohl die Wissenschaftler nicht betrüben, sie können beobachten. Die Wissenschaft vom Samenkorn kann großen Nutzen bringen.

      Auch sollte man sich damit zufriedengeben, dass die Entdeckung des Lebenskorns im grobstofflichen Zustand zur Vernichtung der Welt führen würde. Die Konstellationen des Gleichgewichts würden gestört, und keine irdischen Kräfte könnten sie wiederherstellen.

      Sobald die Menschen jedoch die Feinstoffliche Welt begreifen und die Lehre über die Feurige Welt annehmen, werden sie auf dem Weg zum Sieg über das Fleisch viele Stufen vorankommen.

 

      358. Die Hieroinspiration muss das ganze Leben erfüllen. Das soll kein Losreißen vom irdischen Dasein sein, vielmehr sollte die Hieroinspiration zum einzigen Ausdruck des Lebens werden. Wenn der Hierarch auf das Nahen des feurigen Bewusstseins hinweist, entspricht jedes geäußerte Wort und Gedanke dem höheren Entschluss. Man muss im Leben bemerken, wie richtig das Urteil wird und wie sich das fehlerfreie Verstehen entsprechend stärkt.

 

      359. Wahrhaftig, Hieroinspiration sagt: Die Schläfrigkeit eines Siegers ist die schrecklichste Zerstörung. Im Einklang mit dem Rhythmus erklingen und ihn nicht verwirklichen, ist eine Verletzung des Gesetzes. Ein Sieg muss ein wohlgestaltetes Gesetzbuch bringen. Ein Sieg ist kein Ausbruch, sondern ein Aufbau in voller Gesetzmäßigkeit. Beachtet das Gleichgewicht, das durch einen wahren Sieg hergestellt wird.

      Die Gefahr ist der Freund des Sieges.

[Russisches Original. Seite 188.]


Wenn ihr das heute nicht versteht, werdet ihr es morgen begreifen. Ein feuriges Herz wird durch Gefahren gestärkt. So wollen wir den Sieg des Guten in seiner ganzen Größe verstehen.

 

      360. Eine spiralförmige Struktur liegt allen Strömen zugrunde; im ganzen Dasein muss man den gleichen spiralförmigen Aufbau wahrnehmen. Nehmen wir als Beispiel die Erkenntnis der Lehre. Wer die Lehre nur einmal probiert hat, wird aus einem solchen Durchlesen keinen Nutzen ziehen. Nur bei wiederholtem Lesen kann man den spiralförmigen Aufbau bemerken. Die Lehre kehrt scheinbar zu denselben Themen zurück und berührt sie beinahe. Die Spirale des Stroms führt aber empor und trägt ein neues Korn des Bewusstseins in sich. Das feurige Bewusstsein verwirklicht unauslöschliche Erkenntnis.

 

      361. Einige Yogis meinen, die Sekretionen des Speichels und des Magensaftes seien reinigend und deshalb nützlich. Bis zu einem gewissen Grad haben sie Recht. Bei feuriger Anspannung ruft die Energie des Feuers eine Verdreifachung der Tätigkeit und der Absonderungen der Drüsen hervor. Auf diese Weise scheiden die Drüsen unter dem Druck des Feuers viele vergiftete Teile aus und führen sie ab. So kann die feurige Energie selbst bei kosmischen Krämpfen nützlich sein.

 

      362.[127] Die Unwissenden meinen, der Lichtstrahlende erscheine, um sich an der Finsternis zu rächen. Das Licht vernichtet die Finsternis aber gar nicht. Richtiger ist, dass Finsternis, die sich dem Licht nähert, zerschlagen und vernichtet wird. Es ist sehr wesentlich zu verstehen, dass die Finsternis sich selbst vernichtet, wenn sie sich dem Licht nähert. Das muss der Führer bedenken, wenn Unwissende von Rache sprechen.

 

      363. Auch die Vorstellung einer sofortigen Belohnung entspricht

[Russisches Original. Seite 189.]


der Unwissenheit. Wo sind denn die Stunden und Augenblicke der Ewigkeit, nach denen man die Teile der Flamme zumessen könnte? Es gibt dort kein geistiges Streben, wo man eine Forderung nach Belohnung sehen kann. Wer kann das Wirken von Karma behindern? Man muss den Verlauf des Karma als die Annäherung von Belohnung und von Möglichkeiten verstehen.

 

      364. Kriegerische Finsternis ist allen Völkern unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt. Letzten Endes bleibt Finsternis die schrecklichste Form von Avidya[128]. Sie ist aber sehr gefährlich, wenn sie zu wirken beginnt. Man muss sie in ihrer Tätigkeit bis zu ihrer letztendlichen Vernichtung mutig ertragen.

      Es heißt: Die Finsternis ist wie ein Teppich zur Feurigen Welt. Doch um der finsteren Unterlage rascher zu entrinnen, muss man im Herzen entflammt sein. So wird die Feurige Welt das Ziel des Sieges über die Finsternis sein. Wenn die Finsternis gefährlich ist, muss auch das Ziel groß sein.

 

      365. Trotz aller Errungenschaften der Wissenschaft fällt es den Menschen besonders schwer zu verstehen, dass der Raum vollkommen angefüllt ist. Sie sprechen von Mikroben, von Wesenheiten, die nicht zu erfassen sind, und dennoch ist es ihnen fast unmöglich, sich einen angefüllten Raum vorzustellen. Für sie ist es ein Märchen, wenn man sie daran erinnert, dass die sogenannte Luft mit Wesen verschiedener Entwicklungsstufen angefüllt ist.

      Ebenso schwer fällt es den Menschen sich vorzustellen, dass jeder seiner Atemzüge, jeder seiner Gedanken seine Umgebung verändert. Die einen verstärken und nähern sich, andere verbrennen oder werden von Wirbelströmen davongetragen. Der Mensch will nicht verstehen, dass ihm starke Energien verliehen worden sind. Er ist wahrhaftig der König der Natur und der Gebieter über unzählige

[Russisches Original. Seite 190.]


Legionen von Wesenheiten.

      Mit Hilfe starker Mikroskope kann man den Kindern an den Schulen manchmal zeigen, wie angefüllt der Raum ist. Sie müssen sich an die Einwirkung der psychischen Energie gewöhnen. Der Blick eines entwickelten Menschen wirkt auf Wesenheiten; selbst unter der Linse eines Mikroskops werden die kleinen Wesen unruhig und spüren die Ströme der Augen. Ist dies nicht der Keim des lebendigen und des toten Auges? Auf dem feurigen Pfad ist es notwendig sich vorzustellen, wie angefüllt der Raum ist.

 

      366. Besondere Verwirrung herrscht über die Frage des Darbringens von Opfern. Die Menschen sind bis zu einem solchen Wahnsinn gekommen, dass Menschenopfer zur Gewohnheit geworden sind.

      Doch kann man sich einen Gott vorstellen, der des Blutvergießens bedarf? In den grundlegenden Gesetzen wurde von Opfern gesprochen, erst später aber führten Irrtümer und geistiger Verfall die Menschen zu Blutopfern.

      An das Opfer wurde immer erinnert, doch was kann ein für den Höchsten Geist würdiges Opfer sein? Natürlich nur reinstes geistiges Streben. Eine solche Grundlage der Verbindung ist das beste Pfand für aufrichtige Verehrung. Ein solches Opfer ist die Lebensnotwendigkeit, die besten Blüten des Herzens auf dem Altar des Höchsten darzubieten.

      Doch bis zum heutigen Tag meinen die Menschen, der Splitter eines nutzlosen Steinchens könne wertvoller als die schöne Blume des Herzens sein. Und eine solche Überlegung ist auf den Wegen zur Feurigen Welt von großem Nutzen.

 

      367. Selbst auf einem mittleren Niveau wissen die Menschen

[Russisches Original. Seite 191.]


in einer zottigen und ungeordneten Art ziemlich viel. Es ist besonders gefährlich, dass die Menschen weniger den Gegenstand selbst und seine Bedeutung erfassen, sondern eher, von wem die Mitteilung stammt und die Gründe dafür. Auf diese Weise entsteht das äußerst schädliche Vorurteil. Doch sogar Wölfe können etwas beitragen! Auf einer langen Reise muss man viele Erwägungen anstellen. Auch diese Überlegung ist auf den Wegen zur Feurigen Welt von Nutzen.

 

      368. Wenn Ich sage: „Sei vorsichtig!“, heißt das, man muss die ganze Wachsamkeit des Geistes anspannen. Es ist nicht weise, nur in eine Richtung zu streben, dadurch kann man sich nur beschränken. Die Schlacht erfordert Wachsamkeit in allem.

      Die Krieger des Altertums sagten zum Feind: „Wenn du mich tötest, umso schlimmer für dich. Im Himmel ist das Schlachtfeld günstiger für mich, und dort werde ich dich niedermachen.“ Auf diese besondere Weise drückten die Alten die Ewigkeit des Lebens und Karma aus.

 

      369. „Wir sterben nicht, sondern wandeln uns“, wie kann man noch klarer über das ewige Leben sprechen? „Der weise Mensch kommt auf dem Höheren Pfad zu Mir“, so überzeugend wurde der Lebensweg vorgeschrieben.

      Ungerecht ist die Bemerkung, in den Testamenten wäre nichts vom Leben der Feurigen Welt erwähnt. Es gibt viele klare Hinweise, doch die Menschen umgehen sie. Kann das ständig lebendige Element Feuer etwa dem Begriff des Todes oder der Sterblichkeit entsprechen? So zu überlegen ist auf den Wegen zur Feurigen Welt von Nutzen.

 

      370. Der Wanderer erklärt, dass er zum Herrscher Selbst geht. Wahrhaftig, über einen solchen Entschluss staunen die Menschen, doch sie achten eine solche Festigkeit. Man soll sich das höchste Ziel setzen, nur dann erscheint der Weg

[Russisches Original. Seite 192.]


nicht abschreckend. Man muss sich im ganzen Dasein der höchsten Eigenschaft anschließen. Man muss die höchsten Maßstäbe anlegen, die allein der Höchsten Kräfte würdig sind. Nur eine geschulte und gestählte Vorstellung ermöglicht die Annäherung an die Feurige Welt. Und eine solche Überlegung ist auf den Wegen zur Feurigen Welt von Nutzen.

 

      371. Wenn wir den richtigen Pfad einschlagen, spüren wir die Kraft der Freude. Unser Herz freut sich, denn es fühlt, dass das Streben richtig ist. Es kann einen sehr betrüben, wenn man jenseits anwendbarer Vorhaben umherirrt. Doch wenn sich das Bewusstsein die Wahrheit vorstellt, füllt es sich mit Freude. Eine solche Freude wird bereits weise sein, denn sie beruht auf Hieroinspiration. Auch eine solche Überlegung wird auf den Wegen zur Feurigen Welt von Nutzen sein.

 

      372. Genauso wie ein nach vorn ausgeworfener Anker führt das Gefühl der Hieroinspiration auf den rechten Pfad. Ebenso richtig ist es, an neue Menschen zu denken. Wenn Tiger am Weg sitzen, ist es besser, diesen Weg nicht zu benutzen. Wahrhaftig, es gibt viele Wege, aber die Menschen fürchten sich sogar, an einen neuen Weg zu denken. Viele neue Menschen nahen und wachsen heran. Wenn also gestern noch keine neuen Menschen zu sehen waren, heißt das nicht, dass sie morgen nicht erscheinen werden.

 

      373. Auf dem feurigen Pfad strebt der Mensch gedanklich nach Beschleunigung. Viele irdische Hindernisse, Anziehungen und Verlockungen werden von den finsteren Kräften aufgestellt. Doch eines Tages versenkt sich der Mensch in Hieroinspiration und ruft aus: „Möge es schneller gehen!“ So eilt er mit erneuerten Kräften

[Russisches Original. Seite 193.]


und ohne zurückzublicken ungestüm zur Feurigen Welt. Auch eine solche Überlegung ist auf den Wegen zur Feurigen Welt von Nutzen.

 

      374. Man kann viele gute Taten vollbringen, sie dann aber mit einer einzigen Lästerung zudecken; diese wird Feuerauslöscher genannt, sie erzeugt eine schwarze Flamme und verschlingt die leuchtende Aura. Wiederholt den Freunden, dass die Grenzlinie zwischen Schmähung und Lästerung sehr fein ist. Man muss die Schmähung seines Nächsten aus dem Alltagsleben verbannen; dieser Irrtum öffnet doch den Zugang zur Lästerung auch des Höchsten. Wer Fassungsvermögen versteht, wird auch den kosmischen Schaden der Schmähung verstehen.

 

      375. Die Feurige Welt ist ebenso angefüllt wie die anderen Sphären. Ebenso vereinigen sich Wesenheiten von unterschiedlichen Evolutionsstufen aber feuriger Grade zur Zusammenarbeit. Während man im inkarnierten Zustand unter der Einwirkung des Chaos Zusammenarbeit fast nicht versteht, während es in der Feinstofflichen Welt Gruppenzusammenarbeit gibt, zeichnet sich die Feurige Welt durch vollständige Zusammenarbeit aus. Auch eine solche Überlegung ist auf den Wegen zur Feurigen Welt von Nutzen.

 

      376. Aus nützlichen Überlegungen bildet sich vollkommene Errungenschaft. Vor allem wird man sich für jedes chaotische Denken vor sich selbst schämen. Es wird unmöglich, allem Guten entgegenzuwirken, ganz gleich, wie es sich ausdrückt. Der Unterschied zwischen den Ausdrücken ist fein, und wir müssen ihn wie ein Spinngewebe im Licht betrachten. Es ist eine Freude, wenn man fähig ist, die Überlegung zu verfeinern.

 

      377. Absichtliche äußerliche asketische Praktiken

[Russisches Original. Seite 194.]


sind nichts anderes als Eitelkeit und Selbstverehrung. Denkt daran, dass ein von euch verehrter Heiliger von den Augen der Neuankommenden äußerlich nicht unterschieden werden konnte. So zeigte Er, dass das Äußere nicht der feurige Körper ist. Auch eine solche Überlegung ist auf dem Pfad zur Feurigen Welt von Nutzen.

 

      378. Die Erklärung vieler Erscheinungen, die mit magischen Praktiken verbunden sind, weist darauf hin, dass der Wille zwecklos verausgabt wurde. Wir besitzen eine lange Liste derer, welche die Elemente stören, ohne dem Allgemeinwohl zu nützen. Einige ersetzen künstliche Methoden durch gute Gedanken, doch viele erweisen sich bloß als Reizmittel für die Elemente.

      Indessen fügt eine solche Gesetzesüberschreitung nicht allein dem Menschen selbst Schaden zu, sondern stört auf weite Entfernungen auch die Harmonie des Raumes. Ein einfacher Bogenschütze im Wald kann nicht garantieren, dass sein Pfeil niemanden treffen wird. Auch eine solche Betrachtung ist auf dem Pfad zur Feurigen Welt von Nutzen.

 

      379. Einst ordnete Akbar im Staatsrat an, ihm das Gesetzbuch vorzulegen. Auf dem Buch zeigte sich ein kleiner Skorpion. Alle Ratsherren unterbrachen die Versammlung und starrten auf das kleine, giftige Insekt, bis die Diener es töteten. Akbar bemerkte: „Der winzigste Bösewicht kann die Beurteilung der Staatsgesetze unterbrechen“.

      Ebenso kann auch auf dem Pfad zur Feurigen Welt der unbedeutendste Umstand schaden. Nur das Herz kann den Grad des Gleichgewichts eingeben, der zwischen Streben und Vorsicht nötig ist.

      Wenn die Geister von Staatsmännern beim Anblick eines nichtigen Skorpions verstummen,

[Russisches Original. Seite 195.]


könnte eine Kobra eine Armee in die Flucht schlagen. Wenn im Herzen eines Kriegers nicht das Feuer des Glaubens und des Strebens brennt, kann eine Maus ihn erschrecken.

 

      380. Wahrhaftig, einen Gedanken zu unterbinden ist schwieriger, als ihn hervorzubringen. Zuerst stellt man den Versuch einer Hervorbringung des Gedankens an, dann wird er gestärkt und verdichtet, und erst danach kann man prüfen, ob man sich von dem Gedanken befreien kann; letzteres ist sogar physiologisch nicht leicht. Der Gedanke schafft eine besondere, feurige Substanz. Seine Kristallisation erfordert später eine Auflösung, und dieser Prozess erfordert neue feurige Energie.

      Sogenannte sich aufdrängende Gedanken sind das Ergebnis eines feurigen Aufflammens, das durch weitere Verfahren nicht ausgeglichen werden kann. Dem Gedanken gelang es, sich zu kristallisieren, die weitere feurige Energie jedoch ist versiegt.

      Deshalb wird die Befreiung von einem Gedanken als höchst notwendiger Anzeiger des richtigen Umgangs mit der feurigen Energie anerkannt. Wieviel Argwohn, wieviel Neid und wieviel Rache kann man ein Ende bereiten, indem man sich von sich aufdrängenden Gedanken befreit.

      Sich aufdrängende Gedanken richten auch im Raum wirkliches Unheil an. Es ist gut, wenn diese Gedanken auf eine selbstaufopfernde Heldentat gerichtet sind; wenn sie aber mit Schaden oder Zerstörung betreffen, ist es unwürdig, im Raum einen solchen Kanal zu graben.

      Oft werden sich aufdrängende Gedanken nicht laut mit bestimmten Worten ausgesprochen, was die Einwirkung durch Suggestion erschwert. Lernt man es, einen Gedanken loszuwerden, kann das beim Fortschreiten zur Feurigen Welt eine große Hilfe sein.

[Russisches Original. Seite 196.]


      381. Die Unfähigkeit, sich von sich aufdrängenden Gedanken zu befreien, kann in Bezug auf die Feinstoffliche Welt nicht unerhebliche Schwierigkeiten erzeugen. Stellen wir uns vor, dass irgendwelche unklaren, vielleicht sogar unangenehmen Verkörperungen aus der Feinstofflichen Welt in Erscheinung getreten sind, deren Bild die Vorstellungskraft verblüfft und einen Gedanken an sie erzeugt hat. Gerade die Substanz eines solchen Gedankens wird noch mehr dieser Wesenheiten anziehen und ihnen zur Verkörperung verhelfen. Der Gedanke ist doch Nahrung für sie.

      Gerade auf diese Weise bilden sich die sogenannten Gespenster. Sich aufdrängende Gedanken ermöglichen ihnen Verkörperung, und die Menschen können sich nicht von ihnen befreien, vor allem, weil sie sich nicht von ihren eigenen Gedanken befreien können.

 

      382. Die Beherrschung des Gedanken ist eine feurige Tätigkeit. Konzentration des Gedankens und seine Sendung ist eine feurige Tätigkeit. Doch eine noch weit stärkere feurige Energie ist erforderlich, um sich von einem Gedanken zu befreien.

      Wir haben von großen Glaubenskämpfern gelesen, die irdischen Luxus verachteten und sich von irdischen Auftürmungen befreiten, doch sie haben vor allem ihre eigenen Gedanken besiegt. Durch langwierige Prüfungen lernten sie, einen Gedanken hervorzurufen und sich wieder von ihm zu befreien.

      Wenn Wir von Beweglichkeit sprechen, muss man vor allem die Beweglichkeit des Gedankens im Blick haben. Und eine solche Überlegung ist auf dem Pfad zur Feurigen Welt von Nutzen.

 

      383. Ein Mensch, der nicht an das Höchste denkt, verwandelt sich in ein Kriechtier. Voranschreiten im Körper, Voranschreiten in Gedanken und Voranschreiten im Geist führt das Bewusstsein zur Feurigen Welt. Man muss um diese Fähigkeit der Fortbewegung besorgt sein,

[Russisches Original. Seite 197.]


um Unstillbarkeit des Verlangens und Beharrlichkeit für den Aufstieg zu erlangen.

      Noch nicht einmal in der mittleren Sphäre der Feinstofflichen Welt verstehen es die Bewohner, emporzustreben. Sie sind es nicht gewohnt, an ein solches Streben zu denken. Sie müssen lernen, ihr Bewusstsein umzustellen, doch das ist nicht leicht und hätte viel früher erreicht werden sollen. Daher raten Wir, über eine Eigenschaft nachzudenken, die auf dem Pfad zur Feurigen Welt von Nutzen ist.

 

      384. Vorbeugung ist in allen Fällen nützlich. Irdischen Krankheiten sollte vorgebeugt werden. Es ist unmöglich, den Menschen ein Allheilmittel zu bieten, wenn die Lebensverhältnisse nicht gereinigt werden. Die Menschen träumen von der Befreiung von Krebs, diesem geistigen Skorpion, aber sie unternehmen nichts, um seiner Entstehung vorzubeugen.

      Ihr wisst bereits, dass das euch gegebene Mittel eines der besten gegen Krebs ist, zusätzlich man muss sich aber auch vegetarisch ernähren und darf nicht zu den Reizmitteln Rauchen und Wein greifen. Ebenso muss man Imperil vertreiben, dann wird das aufgezeigte Mittel ein guter Schild sein.

      Doch die Menschen wollen sich für gewöhnlich nicht von all der zerstörerischen Unmäßigkeit lossagen und warten, bis der Skorpion sie verletzt. Ebenso verbreiten sich andere schreckliche Krankheiten, weil die finsteren Tore für sie offen gehalten werden.

 

      385. Bei Gedankenübertragung auf Entfernung wurde eine sehr bezeichnende Erscheinung bemerkt. Der Gedanke wird in einer Sprache gesandt und in einer anderen empfangen. Ist das nicht ein Beweis dafür, dass die psychische Energie nicht durch Worte und die Mittel des Gehirns wirkt, sondern gerade durch die feurige Energie des Herzens?!

      Auch muss man bemerken, dass der Gedanke nicht nur

[Russisches Original. Seite 198.]


in einer anderen Sprache ausgesprochen wird, sondern dass die Äußerungen aus dem Bewusstsein heraus die allergewöhnlichsten sind. Eine solche Verschiedenheit der Worte kann die Anerkennung der Gedankenübertragung von Seiten unerfahrener Beobachter oft behindern. Doch bemerkt, dass die Übersetzung von Gedanken dem Sinn und nicht dem Wortlaut gemäß erfolgt.

 

      386. Erbrechen und Ausscheidung werden von Yogis als Selbstschutz gegen eine Vergiftung anerkannt, die nicht nur von der Nahrung, sondern auch von feindlichen Strömen kommen kann. Zweifellos können solche Ströme einen Menschen treffen und wie eine physische Empfindung wirken.

 

      387. Oft stellen zufällige Erschütterungen die Sehkraft, das Gehör oder andere verlorengegangene Sinne wieder her. Bringt einen das nicht auf den Gedanken, dass der Kristall des Imperil sowie andere Ablagerungen aus dem Organismus hinausgetrieben werden? So bemüht euch zu verstehen, warum im Altertum zur Behandlung bestimmter Krankheiten und Lähmungen manchmal Erschütterungen angewendet wurden.

 

      388. Die Bedingtheit von Namen wird nur nach gründlichem Studium des Themas verstanden. Manchmal wird ein räumlicher Prozess gleichsam mit einem persönlichen Namen bezeichnet. Doch die menschliche Tätigkeit ist der feurigen Energie gleichgestellt. Wahrhaftig, beide Prozesse sind ihrem Wesen nach völlig untrennbar. Deshalb beschuldigen unwissende Verneiner die Lehren oft der Überladung mit heiligen Dingen, während sie gleichzeitig ihre eigene Rede mit überflüssigen, bedingten Verkürzungen und erfundenen Worten spicken.

 

      389. Geistige Trägheit ist ein sehr gewöhnlicher, hemmender Zustand. Man kann geistig höchst befähigte Menschen treffen,

[Russisches Original. Seite 199.]


die gleichzeitig aus purer Trägheit vollkommen rückwärtsgehen. Jedermann kann sehen, wie die besten Möglichkeiten bloß aus Denkträgheit vom Wirbelwind davongetragen werden. Eine solche Überlegung ist auf dem Pfad zur Feurigen Welt von Nutzen.

 

      390. Oftmals haben Wir auf den Verlust des Gleichgewichts in den Verhältnissen der Erde hingewiesen. Wenn die Menschen diesen sich mehrenden Wechseln von nie dagewesener Kälte und Hitze keine Beachtung schenken, werden sie wahrscheinlich bald einen feurigen Aufruhr erfahren müssen.

 

      391. Wenn die Menschen einen Raum durchschreiten, der mit elektrische Leitungen erfüllt ist, sind sie sehr vorsichtig. Wer aber empfindet alle Ströme des Raumes, die viel stärker sind als der Teil einer versklavten Energie?

      Wenn das feurige Herz sagt: Heute sind die Ströme schwer oder leicht, sollte man sich einem solchen Empfinden gegenüber sorgsam verhalten. Ein solches Gefühl ist völlig real, genauso real wie das Heilen durch Ströme auf weite Entfernungen. Nur wer die Einwirkung von Strömen auf Entfernung erfahren hat, versteht ihre Realität. Doch zu viele Menschen weisen diese Gefühle ab, vor allem aus geistiger Trägheit. Auch eine solche Überlegung ist auf dem Pfad zur Feurigen Welt von Nutzen.

 

      392. Ein bestimmter Klostervorsteher, der die Mönche auf die Reise schickte, gab ihnen die Worte mit auf den Weg: „Wieder verbreitet sich unser Kloster.“ Er wusste, dass dabei keine geistige Entfremdung eintreten kann und solche Bekräftigungen durch Reisen nur die Ausmaße des Klosters stärken. Denkt so, wenn ein Teil der Brüder einen neuen Weg antritt.

[Russisches Original. Seite 200.]


      393. Segen tropft in den Kelch der Herzensfreude. Wann kann es denn eine größere Freude geben, als bei Erfüllung eines Auftrags der Bruderschaft? Auf diese Weise müssen es sowohl diejenigen verstehen, die auf Reisen gehen, als auch jene, die zurückbleiben, um den Aschram zu hüten. Sehr wichtig ist der Lebensmut, der aus dem Segen erwächst.

 

      394. Nur ein Blinder sieht nicht, wie die Ereignisse dahineilen. Ihr habt von einer seltenen Konjunktion der Gestirne gelesen. Aber noch bedeutender ist der Chemismus, der bei einer so seltenen Erscheinung entsteht. Die Völker können die Qualität ihres Denkens ändern, doch noch nicht einmal seltenen Erscheinungen oder gar Phänomenen schenken sie Aufmerksamkeit.

 

      395. Karma ist Tätigkeit, anders kann man es nicht definieren. Andere meinen, man könne Karma als Wirkung definieren, doch das käme einer Vergeltung gleich und würde das Gesetz herabsetzen. Wer auf dem rechten Pfad wandert, wird sein Ziel erreichen. Jede Biegung führt vom geraden Pfad weg, und dann sprechen die Menschen von schwerem Karma.

      Wahrhaftig, wenn ein Wanderer sich im Gestrüpp verirrt hat, muss er viele Hindernisse überwinden, um seine ursprüngliche Tat fortzusetzen. Karma ist das Erzeugnis der Tat und es ist selbst Tätigkeit. Auch eine solche Überlegung ist auf dem Pfad zur Feurigen Welt von Nutzen.

 

      396. Der Schlaf erweist sich als Verkehr mit den Höheren Sphären. Der Schlaf beweist, dass die Menschen ohne diesen Verkehr nicht existieren können. Den Schlaf als körperliches Ausruhen zu erklären, ist höchst primitiv. Ohne Schlaf können die Menschen gewöhnlich nur sehr kurze Zeit leben,

[Russisches Original. Seite 201.]


dann fällt ihr Denken in einen höchst krankhaften Zustand; es erscheinen Halluzinationen, Erstarrung und andere Anzeichen eines unnatürlichen Daseins. Der Organismus strebt nach dem lebensspendenden Austausch, findet aber den ihm bestimmten Weg nicht.

      Wie Wir sagten, kann der Schlaf auf den Höhen kurz sein, wo die Ströme des Verkehrs besonders nahrhaft sein können. Die Menschen können sich an Begegnungen in höheren oder niederen Sphären erinnern. Der grobstoffliche Körper kann einen solchen Verkehr mit Wesen behindern, doch der Schlaf an sich ist ein Geschenk des ewigen Lebens. Auch eine solche Überlegung ist auf dem Pfad zur Feurigen Welt eine Hilfe.

 

      397. Die Konjunktion der Planeten Mond, Venus und Saturn ist wirklich selten. Gerade solch eine Konjunktion erzeugt einen Chemismus von außergewöhnlicher Kraft; daher möge man daran denken, dass Wir auf die Hilfe der Gestirne für Taten hingewiesen haben, die nützlich für die Welt sind.

 

      398. Die Menschen, die über die Feinstoffliche Welt hinaus zur Feurigen Welt streben, haben Recht. Wir erinnern beständig an die Feinstoffliche Welt, streben jedoch mit allen Mitteln zur Feurigen Welt. Ein Mensch, der in seinem Denken auf die Feurige Welt vorbereitet ist, wird sich auch in der Feinstofflichen Welt zu den Höheren Sphären erheben. Wir selbst erheben uns oder sinken ab, doch wenn unsere Gedanken sich der Feurigen Welt annähern, entsteht eine starke magnetische Anziehung. Und wenn unsere Gedanken mit der Hierarchie verschmolzen sind, wird die Brücke des großen Wagemuts Wirklichkeit.

 

      399. Wenn das feurige Herz spürt, dass irgendwo Schaden angerichtet wird, irrt es sich nicht. Das macht aber nichts,

[Russisches Original. Seite 202.]


denn der Schädling schadet vor allem sich selbst. Über Karma ist hinreichend gesprochen worden. Man muss sehen, wie sich persönlicher Schaden in räumliches Übel verwandelt.

 

      400. Das ewige Feuer erfüllt alle Körper und vereinigt sich durch sie mit der höheren feurigen Energie. Auf diese Weise wird der Universelle Saft umgearbeitet. Anders kann man diese geheimnisvolle, sich stets erneuernde Substanz nicht benennen. So dient alles Offenbarte der Erneuerung der Ewigen Substanz. Der Kreis ist das beste Bild für das Zusammenwirken von Energien.

 

      401. Zum Schlafen bedarf es einer gewissen Beruhigung. Ein solcher Übergangszustand zeigt, wie sehr unser Organismus beim Wechsel eines Zustandes besonderes Streben benötigt.

 

      402. Ihr habt bemerkt, dass Wir bestimmte Namen nicht wiederholen. Das hat verschiedene Gründe und hängt von verschiedenen Strömen ab. Man lässt auch einen Drachen nicht jeden Tag steigen.

 

      403. Manche Menschen schreiten in vollem Vertrauen in die Zukunft. Woher kann man ein solches unbezwingliches Vertrauen schöpfen? Vor allem aus dem Verkehr mit der Hierarchie. Doch auch das Verstehen der Gestirne stärkt das Bewusstsein. Darüber hinaus gibt es einen dritten, nicht minder bedeutsamen Umstand. Die drei Welten existieren natürlich in völliger Zusammenarbeit. Vieles auf Erden Begonnene geht aus den Höheren Welten hervor.

      Ihr kennt irdische Teraphime, ebensolche kann es Teraphime in der Feinstofflichen und in der Feurigen Welt geben. Nicht selten sind ganze Bauten

[Russisches Original. Seite 203.]


vor ihrer irdischen Verwirklichung in den Höheren Welten geschaffen worden. In den alten Testamenten kann man von Himmlischen Städten lesen; sie werden in Wirklichkeit tatsächlich in verschiedenen Sphären erbaut, und so wird eine magnetische Anziehung geschaffen.

      Oft ahnen die Menschen gar nicht, dass ihre Teraphime bereits in verschiedenen Formen bestehen. Manchmal nehmen Hellseher solche wirklichen Bilder wahr und übertragen irrtümlich das Gesehene auf die irdische Ebene, während die irdische Widerspiegelung erst später gebildet wird. Doch ein Empfinden ist unzweifelhaft, nämlich dass die Existenz solcher Teraphime das Bewusstsein des Menschen stärkt.

      Kann es nicht sein, dass bestimmte Städte schon bestehen und namentlich bekannte Menschen in ihnen wohnen? Man kann so überzeugt in die Zukunft schreiten, als stünden die Umrisse der Stadt vor dem irdischen Auge.

 

      404. Tatsächlich, es bedarf besonderer Behutsamkeit, sowohl im Geist als auch unter den irdischen Umständen. Man muss sich so verhalten, als stünde eine Feuersbrunst bevor. Die Verwirklichung der Zukunft liegt in unseren Händen. Jegliche Behutsamkeit wird als eine weise Tat geschätzt. Ich habe gesprochen.

 

      405. Besonders notwendig ist jedwede Wirtschaftlichkeit, sowohl bei den Dingen als auch im Geist. Ihr könnt nicht jeden Verlauf der Ströme berücksichtigen. Natürlich ist alles vorübergehend, der Geist jedoch wird inmitten der Wirbelwinde gestählt.

 

      406.[129] Zusammenarbeit, die auf persönlichen Gefühlen beruht, ist nicht dauerhaft. Außer der Achtung der Arbeit selbst ist auch die Verehrung der Hierarchie unerlässlich.

      Unter dem Wirbel der persönlichen Gefühle springen die Menschen wie Stehaufmännchen mal nach oben, mal nach unten,

[Russisches Original. Seite 204.]


rempeln einander an und geraten sich krampfhaft in die Haare. Doch keine Arbeit duldet ihrem Wesen nach Verkrampfungen. Arbeit ist eine feurige Tätigkeit, das Feuer aber darf nicht zu Verkrampfungen führen.

      Darüb