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FW II, 457 - Vier Kreise-Regel

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FW II, 457 - Vier Kreise-Regel

Beitragvon Tsong » Mo 30. MĂ€r 2009, 13:31

Wer ĂŒber viele Jahre hinweg in der Lehre liest, lĂ€uft leicht Gefahr, in der schier unendlichen FĂŒlle des Stoffes das Wesentliche zu ĂŒbersehen. Die entscheidende Frage bleibt doch immer: Was sollen wir tun?

Darauf gibt eine der zentralen Stellen der Lehre Antwort, der Paragraph FW II, 457:

"Teilt alles in vier Teile: Der erste gelte dem Höchsten, der zweite dem Allgemeinwohl, der dritte eurem NÀchsten und der vierte euch selbst. Jedoch es schlÀgt die Stunde, in der es nur noch drei Teile gibt, denn der vierte wird vom zweiten verschlungen. Solch eine Aufteilung wird als feurig bezeichnet. Allein das Herz kann ihre Grenzen bestimmen. Doch die Reihenfolge möge feurig eingeschrieben werden."

Das will sagen: Das wichtigste im Leben ist die Höchste Verbindung, die wir vor allem in der Meditation erlangen, die aber auch wĂ€hrend der normalen tĂ€glichen Arbeit möglich ist. Genauso sagt Jesus in der Bibel: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem GemĂŒte. Dies ist das vornehmste und grĂ¶ĂŸte Gebot (MatthĂ€us 22, 37).

An zweiter Stelle im Leben eines Agni Yogi steht der Dienst am Allgemeinwohl. Das wird hĂ€ufig vergessen. Es wird aber vielfach gesagt, daß es nicht genĂŒgt, nur gute Gedanken zu hegen und schöne Worte zu machen, sondern daß allein die Tat zĂ€hlt. Das Ziel der Mahatmas und Ihrer Lehre ist, auf Erden eine neue Evolutionsstufe, die Neue Welt, eine höhere Kultur zu errichten. Dazu benötigen Sie unsere tatkrĂ€ftige Mithilfe.

Erst den dritten Rang nimmt der Dienst am NÀchsten ein, an den Menschen, mit denen wir in Familie, Beruf oder Nachbarschaft persönlich verbunden sind.

Ganz zuletzt kommen wir selbst. Es geht hier allerdings nicht um unsere kleinen, persönlichen VergnĂŒgen, sondern um unsere Ausbildung durch einen Lehrer, um die Selbstvervollkommnung zur Meisterschaft. Nicht nur die Neue Welt, sondern vor allem den Neuen Menschen (die nĂ€chsthöhere Evolutionsstufe, die 6. Rasse) strebt die Bruderschaft an. Ohne den Neuen Menschen wird es auch die Neue Welt nicht geben.

Ich nenne diesen Paragraphen „Vier-Kreise Regel“, weil er die vier wichtigsten Kreise definiert, in denen sich unser Leben bewegen soll. In der Befolgung dieser Regel unterscheidet sich der Geistige vom Ungeistigen: FĂŒr diesen kommt zuallererst er selbst und danach lange nichts; dann sorgt er sich noch ein wenig um seine Familie, um das Allgemeinwohl aber kaum noch und um den Höchsten ĂŒberhaupt nicht.

Ganz knapp zusammengefaßt kann man sagen: Das Leben eines SchĂŒlers und Mitarbeiters der Mahatmas wird bestimmt von Meditation, Ausbildung und Dienst.
Zuletzt geÀndert von Tsong am Fr 26. Jun 2009, 11:46, insgesamt 1-mal geÀndert.
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Re: FW II, 457

Beitragvon megran » Mo 6. Apr 2009, 14:22

Lieber Tsong, vielen Dank dafĂŒr. :bow:

Eine Sache finde ich seltsam... Wenn der vierte Kreis "Selbstvervollkommnung zur Meisterschaft" bzw. "Ausbildung" ist, wiso solte er dann vom Zweiten verschlungen werden, wie es im Paragraphen steht? Wie kann man sich das vorstellen?
Scheinbar ist Selbstvervollkommnung ab einer bestimmten Stufe das Selbe, wie die Arbeit fĂŒr das Allgemeinwohl.

Und noch eine Frage:
Angenommen wir haben diese Stufe noch nicht erreicht. (was auf mich zutrifft)
Wie sieht dann der Dienst fĂŒr das Allgeinwohl aus?
megran
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Re: FW II, 457

Beitragvon Tsong » Di 7. Apr 2009, 13:05

Bei der Ausbildung oder Selbstvervollkommnung steht nicht Dein persönlicher Fortschritt im Vordergrund, sondern das Bestreben, immer geeigneter zu werden fĂŒr den Dienst am Allgemeinwohl, am Fortschritt der Evolution, ein immer besseres Werkzeug der Mahatmas zu werden. Letztlich arbeitest Du an Dir selbst, um besser dienen zu können.

Siehe folgende Zitate:

BGM II,356: Der Schatz des Allgemeinwohls wird nur durch Erweiterung des individuellen Bewußtseins bereichert.

AY 524: Ein reines, freies, unerschrockenes Bewußtsein ist ein Schatz fĂŒr die Menschheit.

Hier 259: Jeder leistet durch seine Aufspeicherungen einen Beitrag fĂŒr sein Volk.

Herz 338: Errungenschaft des Herzens ist notwendig fĂŒr alle Welten, fĂŒr alles Bestehende.

FW I,81: Streben nach Selbstvervollkommnung ist keine Ichsucht, sondern von universeller Bedeutg - eine Flamme, an der sich viele Herzen entzĂŒnden.

FW II, 247: Geistiger Aufstieg ist der einzige Weg zu individueller Errungenschaft und zur Erlangung des Allgemeinwohls.

AUM 254: Selbstvervollkommnung ist nicht egoistisch, sondern hat das Allgemeinwohl zum Ziel.

Br I, 211: Der Mensch heilt nicht nur sich selbst, sondern gleichzeitig seine Umgebg, ja, die ganze Erde.

Dienst am Allgemeinwohl ist in der heutigen Zeit nicht leicht, wo alle nur ihren Egoismus pflegen - wenn Du jemandem dienst (ob einem Minister oder einem Firmenchef), förderst Du meist nur ihre persönlichen Anliegen, aber nicht das allgemeine Wohl.

Der Hauptzweck unseres AY-Zentrums in Hamburg soll sein, ein Brennpunkt fĂŒr den Dienst an dem großen Werk der Mahatmas zu sein. Dort wollen wir das Allgemeinwohl fördern, indem wir die Evolution voranbringen, eine erste Keimzelle einer neuen Ordnung, einer höheren Kultur bilden. Jeder, der daran mitarbeitet, physisch oder geistig, ist ein Diener des Allgemeinwohls.

Du brauchst mit dem Dienst nicht bis zum Ende Deiner Ausbildung zu warten - sie ist ohnehin unbegrenzt. Dienst und Ausbildung sollten nebeneinander her gehen. Die ganze Selbstschulung zeigt ihren Wert erst in der konkreten Tat in der Welt.
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Re: FW II, 457

Beitragvon Geschi » Di 7. Apr 2009, 18:56

Das kann man natĂŒrlich alles nur bestĂ€tigen. Ich stutze nur darĂŒber, daß Du den Egoismus in der heutigen Zeit als so große Hemmnis siehst. Ich denke, daß die neue Generation da schon einen Schritt weitergekommen ist. Und leider können wir unsere KrĂ€fte, die wir fĂŒr andere positiv in die Welt stellen, ja oft nur finden, gerade indem wir auch mal auf unsrere eigenen BedĂŒrfnisse schauen. Genauso, wie der Egoismus schĂ€digend ist, ist es ja auch das Nichterkennen unserer BedĂŒrfnisse durch zuviel Selbstaufgabe - das begegnet mir eigentlich genauso viel wie egoistische Verhaltensweise. Thema bei den meisten Lebensberatungen ist es eigentlich, Selbstschutz aufzubauen und sich auch abgrenzen zu können. Zumindest bei den Frauen - mit MĂ€nnern habe ich nicht so viel Erfahrung, da sieht es womöglich anders aus.

Aber das unterstĂŒtzen eigentlich auch die von Dir genannten Paragraphen. Daß wir nur durch die Arbeit an uns selbst auch im Positiven in der Welt wirken können.

NUR: WIE VERVOLLKOMMNEN WIR UNS??? Da entwickelt sich dann eine Frage nach der anderen. Die idealen AnsprĂŒche kennen wir - aber der Weg dahin ist ja leider viel schwerer....

Geschi
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Re: FW II, 457

Beitragvon Tsong » Di 14. Apr 2009, 12:19

Mit dem Egoismus berĂŒhrst Du eine ganz entscheidende Frage. Weil das den Rahmen dieses Paragraphen sprengt, habe ich die Antwort unter der neuen Überschrift Hier 145 gegeben.

Sicherlich hast Du Recht, daß es Menschen gibt, die mit dem gegenteiligen Problem zu kĂ€mpfen haben: Selbstschutz, Abgrenzung, Wahrung ihrer elementaren Interessen. Ich denke aber, unsere Gesellschaft insgesamt ist durch Selbstsucht geprĂ€gt.
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