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Bedingungsloses Grundeinkommen?

Hier beantworten wir Fragen zur Agni Yoga Lehre.

Bedingungsloses Grundeinkommen?

Beitragvon Tsong » Do 9. Feb 2012, 10:14

Auch in esoterischen Kreisen wird heute die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens viel diskutiert – also eines Einkommens, das der Staat allen BĂŒrgern, egal ob arm oder reich, bedĂŒrftig oder nicht, zahlt und das an die Stelle der sonstigen Sozialleistungen treten soll. Die schöne Idee dahinter ist, daß jeder das tun soll, wozu er am besten befĂ€higt ist, und nicht durch die Not zum Verdienen des Lebensunterhaltes gezwungen sein soll, Arbeiten zu verrichten, die ihm nicht liegen. Irgendeine Gegenleistung ist nicht zu erbringen, man geht davon aus, daß ein jeder irgendetwas tun wird, das letztlich der Gemeinschaft zugute kommt.

Was ist aus Sicht des AY dazu zu sagen?

1. Das Konzept verkennt den grundlegenden Wert der Arbeit:

Arbeit ist die einzige Lebensgrundlage ist. Tiere und Menschen mĂŒssen arbeiten, um sich das Recht zu leben zu verdienen. Was wir zum Überleben benötigen, muß durch Arbeit beschafft werden.

Dazu muß ein jeder seinen Beitrag leisten. Niemand darf von der Arbeit anderer leben, außer in NotfĂ€llen.

Damit ist die notwendige Arbeit gemeint, die unser Überleben sichert. Ein jeder muß sich daran beteiligen.


2. Das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens verkennt den grundlegenden Wert der Gemeinschaft:

In einer lebendigen Gemeinschaft (zB einem Kibbuz) wird morgens die notwendige Arbeit verteilt: Ernte einbringen, Straße kehren, Kinder unterrichten, Maschinen pflegen oder reparieren, Essen kochen usw. Ein jeder muß sich nach seinen Möglichkeiten daran beteiligen. Wer das tut, hat Anspruch auf die SolidaritĂ€t der Gemeinschaft.

Wer sich aber nicht an den Arbeiten beteiligt, die fĂŒr die Existenz der Gemeinschaft notwendig sind, und zB meint, er wolle gar nicht arbeiten oder lieber Bilder malen, der wird aus dem Kibbuz ausgeschlossen werden mĂŒssen und hat kein Recht auf Leistungen der Gemeinschaft. Warum sollte eine Gemeinschaft jemandem Geld zahlen oder Nahrung und anderes abgeben, der sich weigert, an der Arbeit teilzunehmen, die fĂŒr deren Herstellung unabdingbar ist, und andere die auch fĂŒr ihn notwendigen Arbeiten tun lassen will?


3. Das Konzept verkennt den grundlegenden Wert der Hierarchie:

Keine Gemeinschaft kann funktionieren, wenn jedes Mitglied nur dann, nur soviel und nur das tut, wozu er gerade Lust hat. Dann bleibt notwendige Arbeit liegen oder muß von anderen mit erledigt werden.

Die Notwendigkeit (zB in der Erntezeit) bestimmt Art, Maß und Zeit der Arbeit. Eine lebendige Gemeinschaft wird also eine FĂŒhrung einsetzen mĂŒssen, die einem jeden nach dessen Möglichkeiten den Beitrag zuteilt, den er zu leisten hat. Wer dem nicht Folge leistet, schließt sich selbst aus der Gemeinschaft aus.


4. Ergebnis: Wer „arbeitslos“ ist, sollte jeden Tag nach Weisung eines BevollmĂ€chtigten der Gemeinschaft (des Staates) 8 Stunden Arbeit fĂŒr das Allgemeinwohl leisten. Dann hat er Anspruch darauf, einen gerechten Anteil von dem zu erhalten, was die Gemeinschaft insgesamt erwirtschaftet. Das ist dann keine Sozialleistung mehr, sondern Entlohnung fĂŒr seinen Beitrag, und muß die Teilnahme am Leben der Gemeinschaft ermöglichen. FĂŒr den, der einen nĂŒtzlichen Beitrag leistet, werden die anderen gern etwas abgeben.

Das soziale Problem löst sich, wenn wir sowohl die insgesamt zu leistende Arbeit als auch den Gewinn, den wir daraus erzielen, gerecht verteilen.
Tsong
 
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