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Lektion 2: Schlechte Eigenschaften ablegen

Lektion 2: Schlechte Eigenschaften ablegen

Beitragvon Tsong » Mi 27. Okt 2010, 10:36

Wir mĂŒssen uns immer darum bemĂŒhen, konkret zu werden. Es hat wenig Wert, abstrakt darĂŒber zu sprechen, wie man das höhere Selbst stĂ€rken kann.

Eine der zentralen Weisungen der Lehre lautet: Erkenne Deine drei schlechtesten Eigenschaften und mache Dich daran, sie loszuwerden (siehe die Zitate am Ende dieser Lektion). Wer sich selbst daraufhin betrachtet, wird erkennen, daß seine schlechten Eigenschaften AusprĂ€gungen des niederen Selbst sind. Ihre Überwindung stĂ€rkt das höhere Ich.

So mancher von Euch mag denken: Das ist nichts Neues fĂŒr mich, das habe ich schon lĂ€ngst gelesen. Die Frage ist aber: Hast Du es auch umgesetzt? Die Stellen der Lehre sind oft einfach. Aber das Befolgen der Weisungen im tĂ€glichen Leben stellt uns vor große Schwierigkeiten.

Diejenigen, die ernsthaft an diesem Online-Kurs teilnehmen, etwas lernen und andere mit ihren Erfahrungen bereichern möchten, mögen sich also vornehmen, zunĂ€chst „nur“ eine ihrer schlechten Eigenschaften abzulegen und von ihren Fortschritten und RĂŒckschlĂ€gen zu berichten. So können wir uns gegenseitig helfen und gemeinsam vorankommen.

Es ist nicht nötig, daß man seine persönlichen Angelegenheiten in aller Öffentlichkeit ausbreitet. Wir können Probleme und Strategien zu ihrer Lösung anhand eines Beispiels besprechen:

Nehmen wir an, jemand wendet sich an die Studierenden des Agni Yoga mit folgender Frage: Er muß tagsĂŒber hart arbeiten, um sich und seine Familie zu ernĂ€hren. Abends, wenn er nach Hause kommt, verlangen Frau und Kinder seine Aufmerksamkeit und Zuwendung. Er hat sich angewöhnt, in der letzten Stunde des Tages vor dem Schlafengehen sich selbst ein wenig zu verwöhnen und sich das eine oder andere GlĂ€schen Wein und einige kleine Leckereien zu gönnen. Er weiß, daß ihm das schadet: Er nimmt zu, schlĂ€ft schlecht und kommt morgens nur sehr schwer aus dem Bett, weil er so spĂ€t noch ißt; das regelmĂ€ĂŸige tĂ€gliche Alkoholtrinken raubt ihm seine Feinheit; jedes höhere Streben wird mehr und mehr zunichte gemacht; auf die Dauer stirbt seine Seele.

Was Agni Yoga ihm raten kann, wollen wir in den folgenden Lektionen besprechen.


Zitate:

Einige der jungen Leute werden fragen: "Wie soll man den Agni Yoga verstehen?" Antwortet: "Als die Wahrnehmung des allumfassenden Elementes Feuer, das das Geisteskorn nĂ€hrt und das es im Leben anzuwenden gilt." Man wird fragen: "Wie kann ich mich diesem Wissen nĂ€hern?" "Reinige dein Denken, und dann erkenne deine drei schlechtesten Eigenschaften und ĂŒbergebe sie in feuriger Bestrebung der Verbrennung. (AY 185)

Mein erster Rat fĂŒr Sie ist, aus den BĂŒchern der Lehre alle Eigenschaften herauszuschreiben, die fĂŒr den, der als SchĂŒler angenommen werden will, wichtig sind. Dann dringen Sie tief in Ihr Innerstes ein, um Ihre schlechten Eigenschaften zu erkennen. WĂ€hlen Sie eine davon aus und versuchen Sie mit aller Macht, diese loszuwerden, indem Sie sie in eine positive umwandeln. Nachdem Sie eine Ihrer Gewohnheiten losgeworden sind, gehen Sie an die nĂ€chste heran und so fort. Dies ist alles nicht so leicht, doch Leichtes ist fĂŒr den zur feurigen Welt fĂŒhrenden königlichen Pfad ungeeignet. (Helena Roerich I/2, 180; Brief vom 29.08.1934)

Die Menschen haben fĂŒr gewöhnlich keine Vorstellung davon, wie die gegebene Lehre genutzt werden soll. Wenn sie eine scheinbar bekannte Formel vernehmen, erklĂ€ren sie hochmĂŒtig: "Wieder etwas, was allen bekannt ist!" Sie bemĂŒhen sich nicht zu prĂŒfen, inwieweit diese bekannte Formel von ihnen erkannt und befolgt worden ist. Sie denken nicht daran, dass die nĂŒtzliche Lehre nicht um der Neuheit willen, sondern zur Gestaltung eines wĂŒrdigen Lebens gegeben wurde. (FW II, Vorwort)
Tsong
 
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Re: Lektion 2: Schlechte Eigenschaften ablegen

Beitragvon stefu » Do 28. Okt 2010, 18:45

Hallo zusammen!

Auf die Frage „Hast Du es auch umgesetzt?“ muss ich mit einem klaren „Nein“ antworten. Oder vielleicht sollte ich besser sagen: „Ja, ich habe es versucht ...“

Doch mit dem Versuchen ist es so eine Sache. Ich war mal auf einem Seminar, bei dem folgendes Experiment veranstaltet wurde. Wir saßen auf einem Stuhl. Und dann hieß es: „Versuchen Sie bitte aufzustehen!“ Alle standen auf. Der Seminarleiter verkĂŒndete, dass wir ja aufgestanden seien; wir sollten es hingegen nur versuchen und nicht tun. Irgendwann brach dann das verlegenheitstypische GelĂ€chter aus.

Also mit einem „Versuch“ ist es nicht getan.
Versuche können scheitern. Es fehlt oft der nötige Ernst. Und oft ist die Entscheidung nicht Versuchen oder nicht versuchen, sondern will ich es oder will ich es nicht ernsthaft. Viele Dinge in meinem Leben, die ich versuchte, scheiterten. Doch nahezu alles, was ich wirklich wollte, gelang.
Wir sollten es ernsthaft tun.
Doch alles leichter gesagt, als getan. Denn sonst hĂ€tte ich die Frage, die diese Lektionen hier initiierte, ja nicht stellen mĂŒssen.

Vieles in uns wehrt sich einfach. Die inneren Leidenschaften, Triebe und Gewohnheiten sind stark. Der Sog des Materiellen – sei es auf physischer, psychischer oder der triebgesteuerten Ebene – wĂ€hnt sich oftmals stĂ€rker als der Ruf des Höheren Selbst.

Es gibt Gewohnheiten, Triebe, GelĂŒste & Co. von denen jeder weiß, dass die Umwandlung dieser in höhere Bahnen nur mit grĂ¶ĂŸter Kraftanstrengung gelingen wird. Beim einen ist es die Lust auf Schokolade, beim anderen die Lust auf den tĂ€glichen Fernsehmarathon, beim NĂ€chsten das lĂ€sternde GesprĂ€ch unter Bekannten und wieder jemand anderes kann sich sexuell nicht enthalten und ĂŒbertreibt die körperlichen GefĂŒhle oder ist ein leidenschaftlicher Spieler. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig.

Vielleicht liegt eine Lösung mit darin, dass das Ich gestĂ€rkt wird, wenn erst kleinere, schwĂ€chere GelĂŒste und Gewohnheiten ausgemerzt werden. Jedes Erfolgserlebnis steigert die psychische Energie, die notwendig ist, um sich gegen niedere Anlagen auflehnen zu können.

Mir fĂ€llt auf: Ich sprach vor etwa zehn Jahren nicht gerade positiv von SĂŒchtigen und meinte damit DrogensĂŒchtige. Doch selbst bin ich auch sĂŒchtig. Meine Sucht hat nun nicht mit Narkotika zu tun, sondern mit anderen Dingen. In gewisser Weise jedoch ist es gleich, welche AbhĂ€ngigkeit vorhanden ist. AbhĂ€ngigkeit bedeutet gebunden sein an Materie. Doch Vergeistigung bedeutet sich von dieser Bindung an die Materie zu lösen. Ein schwieriger Weg, doch ich kann mir vorstellen, dass er sehr lohnend ist.

Aus diesem Grunde freue ich mich sehr auf Lektion Nr. 3.

Lieben Gruß
Stephan
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Re: Lektion 2: Schlechte Eigenschaften ablegen

Beitragvon Tsong » Di 2. Nov 2010, 10:49

Genau das ist es, stefu: Ziel unserer Übungen ist es, das höhere Selbst nach und nach zu stĂ€rken. Schritt fĂŒr Schritt, wie ein Kind langsam erwachsen wird. Das fĂ€ngt mit kleinen Dingen an. Jeder kleine Sieg bedeutet schon eine KrĂ€ftigung. So gestĂ€rkt kann man dann spĂ€ter auch an grĂ¶ĂŸere Herausforderungen herangehen.

Der Wille ist entscheidend. Wie Du richtig sagst, gelingt einem meistens das, was man wirklich will, worauf man alle seine Energie setzt. Darauf kommen wir noch zurĂŒck. Ich sage immer: „TrĂ€umst Du noch, oder willst Du schon?“
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Why don't You Change?

Beitragvon megran » Fr 12. Nov 2010, 20:56

J. Krishnamurti : Why don't You Change?

http://www.youtube.com/watch?v=WEIfMqM5wnM&feature=related
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