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„Quadriga“ – Eine geistige Übung

„Quadriga“ – Eine geistige Übung

Beitragvon Tsong » Sa 21. Feb 2015, 15:08

Aus der Theosophie kommt die hilfreiche Vorstellung, dass der sterbliche Teil unseres Wesens aus vier Körpern besteht: neben dem physischen Körper gibt es noch den Instinkt-, den Gefühls- und den Gedankenkörper.

Unser wahres Selbst ist aber unser ewiges, geistiges Wesen, die Seele.

Wenn wir lernen wollen, uns in geistige Wesen, in Unsterbliche zu verwandeln, müssen wir unser Bewusstsein in den unsterblichen Teil unseres Wesens, die Seele verlegen. Von dort oben schauen wir dann auf den vergänglichen Teil herab und lenken ihn.

Es bin also nicht „ich“, der Hunger hat – es ist mein Leib, der nach Essen verlangt. Ich – die Seele – entscheide, ob, wann, wieviel und was er bekommt.

Es bin nicht „ich“, der instinktiv aggressiv wird zur Verteidigung gegen Artgenossen oder den es zur Fortpflanzung treibt – es ist mein Instinktkörper, der sich da regt. Mein wahres Ich – die Seele – entscheidet, inwieweit ich seinem Begehren nachgebe.

Es bin nicht „ich“, der Freude, Schmerz, Gereiztheit, Niedergeschlagenheit, Begeisterung und anderes spürt – es ist mein Gefühlskörper, der diese Gefühle äußert. Ich – die Seele – entscheide, welche Gefühle ich zulassen und welche ich abweisen will, ob sich der Gefühlskörper in Freude oder in Jammern ausdrücken darf. Die Beherrschung der Gefühle ist eine der großen Aufgaben auf dem Weg des Wachstums der Seele.

Schließlich bin nicht „ich“ es, dem sekündlich die verschiedensten Gedanken durch den Kopf gehen – es ist mein Gedankenkörper, der ständig denkt. Ich – die Seele – entscheide, welche Gedanken ich zulassen und welche ich abweisen will. Ich sollte nur gute, hohe Gedanken hegen. Die Beherrschung der Gedanken ist für das Wachstum meiner höheren Individualität von größter Bedeutung.

Für diese Lenkung und Beherrschung der vier vergänglichen Körper durch das wahre, unvergängliche Wesen ist die Quadriga ein schönes Bild:

Quadriga 2 klein 2.jpg
Quadriga 2 klein 2.jpg (15.09 KiB) 3017-mal betrachtet



Die vier Pferde stellen die vier Körper dar. Unser eigentliches, unvergängliches Selbst ist der Wagenlenker, dessen Aufgabe es ist, die Rosse seinem – nicht ihrem! – Ziel entgegen zu führen.

Fast alle alltäglichen Schwächen haben ihre Ursache darin, dass eines oder mehrere unserer Pferde „aus dem Ruder laufen“, in falsche oder verschiedene Richtungen ausbrechen und erst wieder gebändigt werden müssen. Wenn sich die Pferde durchsetzen und durchbrennen, ist die natürliche Ordnung auf den Kopf gestellt.

Man sieht, dass ein ruhiger, zielgerichteter Lauf der Quadriga das Ergebnis höchster Anspannung ist.

Der Wagenlenker – die Seele – muss groß und stark sein, um die vier Rosse bändigen zu können. Es ist unsere Aufgabe, unser höheres Selbst zu üben und wachsen zu lassen, damit es die erforderliche Kraft erringt.

Auch Platon vergleicht in seinem Dialog „Phaidros“ den Menschen mit einem Zweigespann, das vom Geist gelenkt wird.
Tsong
 
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Re: „Quadriga“ – Eine geistige Übung

Beitragvon Sabine » Mi 16. Okt 2019, 15:23

Danke lieber Tsong

ein sehr interessanter Text, der es auf den Punkt bringt. So steht vieles symbolisch, mehr oder weniger und nur wenige hätten in der Quadriga diese Sicht unseres Selbst, bezw. unsers Körpers und unserer Gefühle, die es gilt unter Kontrolle zu bringen, erwartet. Die Quadriga erinnert mich, wenn auch im entfernteren Sinn an Ben Hur und dem bekannten Wagenrennen.

Dazu habe ich noch eine Frage. Das Tor auf dem die Quadriga steht, hat dieses ebenfalls eine symbolische Bedeutung ? Es gibt fünf Tore oder Durchgänge, wobei der mittlere etwas größer ist. Ich würde mitten durch gehen.

Ich möchte an dieser Stelle, da ich keine geignete Rubrik gefunden habe, noch eine Frage loswerden, nach der Antwort dazu suche ich schon etwas länger. Ich hoffe das du mir vielleicht helfen kannst. Es geht um Herkules der griechische Halbgott Herakles genannt.

Herkules war der perfekte Jünger. Er hatte 12 Aufgaben zu erfüllen. Es gibt ein kleines Buch von Alice A.Bailey "Die 12 Arbeiten des Herkules", indem diese Arbeiten beschrieben werden und dessen symbolische Bedeutung. Da ich einige Zeit in Kassel lebte, ist mir der Bergpark Wilhelmhöhe und natürlich der Herkulesstatue wohl bekannt. Das Bauwerk wurde um 1700 errichtet, der Bauherr war Landgraf Karl von Hessen-Kassel. Das imposante Bauwerk steh sichtbar hoch über Kassel im Wald auf einer aufgesetzten Pyramide mit sehr schönen Wasserspielen die sich teilweise durch den Park ziehen. Die Statue des Herkules besteht aus Kupfer, er stützt sich dabei in leicht geneigter Haltung auf eine Keule, die mit dem Fell des Nemeischen Löwen behängt ist. Seine rechte Hand liegt auf dem Rücken und hält die Äpfel der Hesperiden. Diese Ideale, so habe ich es gelesen, stehen für Liebe, Fruchtbarkeit und ewige Jugend, dass Fell des Löwen für Kraft. Es steht geschrieben, dass die Landgrafen von Hessen-Kassel zu verschiedenen Zeiten, diese Ideale für sich beansprucht hatten.

Nun stellt sich für mich die Frage, ob dies die wahre Bedeutung der Herkulesstatue ist und ob es der wahre Grund, soweit weg der Heimat, ist warum diese Statue in Kassel-Wilhelmhöhe steht. Vielleicht kannst du mir helfen. Ich danke dir bereits im voraus

und verbleibe mit ganz Herzlichen Grüßen deine Schwester Sabine
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Re: „Quadriga“ – Eine geistige Übung

Beitragvon Tsong » Sa 19. Okt 2019, 08:45

Der Fürst, der das Schloss erbaut hat, hat die Statue wohl als Symbol für einen Herrscher aufgerichtet.
So eine Frage gehört aber eher in einen Reiseführer als in ein esoterisches Forum :)
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